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Marvel’s Spider-Man: Miles Morales (2020)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Spielenswert

Passend zum Verkaufsstart der PlayStation 5 brachte uns Insomniac Games einen Nachfolger zu „Marvel’s Spider-Man“ heraus.

Ihr schlüpft erneut in die Rolle von Spidey in der fiktiven winterlichen Marvel Stadt.

Inhaltlich setzt die Handlung hier genau an seinen Vorgänger an. Wer somit bereits in das Spider-Kostüm schlüpfen konnte, der wird umso mehr Freude mit diesem neuen Titel haben.

Was wir in der Redaktion von der Fortsetzung und dem neu maskierten Spinnenmann halten, erfahrt ihr in unserer Kritik.

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Genre: Action-Adventure, Open-World

Originaltitel: Marvel’s Spider-Man: Miles Morales

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio/Publisher: Insomniac Games / Sony Interactive Entertainment

Musik: John Paesano

Spielmodus: Einzelspieler

DLC: bisher keiner bekannt

Spielzeit:

Hauptspiel: ca. 10–12 Stunden (Story), ca. 15 Stunden (100%)

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5

Altersfreigabe: USK 12

Universum: Marvel

Vorgänger: Marvel’s Spider-Man (2018)

Ähnliche Titel: Marvels Guardians of the Galaxy (2021), Assassins Creed Valhalla (2020)

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Melissa

Verfasst am: 08.01.2022

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Spider-Man in neuer Optik

Im Jahr 2018 erschien ein neues Spider-Man Videospiel für die PlayStation 4. Das Videospiel erhielt überaus gute Kritiken. Den meisten ist dieser Titel beretis bekannt. Falls ihr das Videospiel jedoch noch nicht kennt, werft einen Blick in unsere Kritik zu „Marvel’s Spider-Man“ auf derofa.de.

Das die Entwickler erneut ein Videospiel in petto haben, sieht man zwei Jahre später. Da entscheid sich das Entwicklerstudio Insomniac Games & Sony Interactive Entertainment für eine Fortsetzung zu dem Videospiel „Marvel’s Spider-Man“. Mit dem Titel „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ versetzt es uns wieder zurück in die fiktive Marvel-Version der Stadt New-York. Die Handlung setzt exakt an seinen Vorgänger an, jedoch mit einem großen Unterschied: Ihr steuert dieses mal nicht unseren alten Freund Peter Parker sondern seinen „Lehrling“ Miles Morales. Sein Charakter wurde bereits im Videospiel 2018 das erste mal vorgestellt.

Ihr schlüpft damit in die Fußstapfen von Peter Parker und seid ab sofort „der neue Spidey“. Zudem spielt die Handlung im Winter und präsentiert euch eine schöne  Weihnachtsatmosphäre.


Erneut schwingt ihr euch als Spider-Man durch die Häuser New-Yorks

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©Marvel

Das Böse schläft nie

Im neuesten Abenteuer unseres maskierten Helden in „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ dreht sich alles um den 17-jährigen Miles Morales.

Ihr durchlebt mit Miles einen Teil seiner Teenager-Zeit und erforscht wie es sich neben dem großen Spider-Man als neuer Held durch die Lüfte New-Yorks schwingen lässt. Peter Parker spielt in dieser Marvel-Fortsetzung nur eine bedingt große Rolle. Diverse Charaktere treffen auf unseren jungen Miles und fordern ihm einiges an Kraft ab.

Während Miles sich gerade an seine neu gewonnenen Spinnenkräfte gewöhnt hat, droht eine finstere Macht sein neues Zuhause zu vernichten.

Dem jungen Spidey wird bewusst, dass er durch den Spinnenbiss nun eine große Verantwortung trägt. Er muss die Bürger New-Yorks beschützen und lernt im Verlauf der Handlung seine eigenen  Feinde kennen. Um Marvels New York zu retten, muss er mutig sein und sich genauso wie der alte Spider-Man seinen Gegnern stellen – ihr schlüpft somit in die Fußstapfen seines Mentors Peter Parker. Dann heißt es Anzug an, hier kommt Spider-Man!


Miles und Peter auf den Dächern von New York

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©Marvel

Neues oder altbekanntes Gameplay

Im neuen Spidey-Abenteuer können wir uns durch die Häuser New-Yorks schwingen, neue Fähigkeiten erhalten und damit Bösewichte vermöbeln. Das Videospiel spielt sich wieder in einer Open-World in denen ihr Hauptmissionen, Nebenmissionen und Herausforderungen, sowie sammelbare Gegenstände einsammeln könnt – ganz im alten Stil seines Vorgängers.

Die Spielmechanik ist die selbe. Das Kampfsystem ist konform und keine Überraschung . Die einzige Neuerung die uns sofort aufgefallen ist, ist das noch flüssigere Gameplay im Vergleich zu seinem Vorgänger. Dies liegt jedoch vor allem auch an der Next-Gen-Konsole. Wir haben das Videospiel in unsere PlayStation 5 eingelegt und drauf los gezockt. Grafisch wurde hier nichts falsch gemacht. Die schöne winterliche Stadt New-Yorks versetzt uns gut in Weihnachtsstimmung – da zieht auch mal Spidey seine Weihnachtsmütze auf.

Never change a running system – sagt man doch so schön. Was bei „Marvel’s Spider-Man“ so gut funktionierte, klappt hier ebenso – warum dann etwas ändern? Oder wäre eine Neuerung von Vorteil gewesen?

Wir können an dem Videospiel nichts neues bemängeln, eher die selben kleinen Kritikpunkte angeben, die wir auch bei seinem Vorgänger gehabt haben. Wir möchten hier auch nicht zu tief ins Detail gehen. Zu den kleinen Mängeln könnt ihr euch in der Kritik zu „Marvel’s Spider-Man“ belesen.

Kurz gesagt: Bei Miles Morales wirkt das Spielsystem sehr einfach, fast stupide. Die Handlung präsentiert uns keine Hollywood-Bombe. Unser maskierter Held trifft auf seine Feinde – die Menscheit wird bedroht. Nur Spider-Man kann den Bürgern New-Yorks helfen. Klingt alles seeeehr bekannt – es bleibt auch hier also alles beim Alten.

Die Geschichte befasst sich auch mit der Rassismus-Thematik. Die schwarze Community wird hier sehr häufig erwähnt, was wohl der Ethnie des jungen Miles zu schulden ist. Mit Zeichen wie „Black Lives Matters“ wird dies u.a. betont.

Peter Parkers Fähigkeiten die ihr damals schon erlernen konntet, besitzt der junge Miles bereits von Spielbeginn an. Wenn ihr genug Fähigkeitspunkte gesammelt habt, könnt ihr nun stattdessen neue erlernen, die sog. „Venom-Fähigkeiten“. Diese sind enorm starke Angriffe die euren gelben Balken, den sog. „Venom-Balken“ aufbraucht. Wir empfinden das sich fast jeder Kampf durch diese neue Eignung von Miles sehr leicht bestreiten lässt.

Schön ist auch zu sehen das die Entwickler dem Spieler erneut die Option erlassen haben, verschiedenste Kostüme für die nette Spinne aus der Nachbarschaft zu sammeln und im Spielverlauf immer mal wieder wechseln zu können. Das bringt doch wieder Freude auf!


Ein kleiner Einblick in die neuen Kostüme von Spider-Man Miles Morales

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©Marvel

Fazit – Schönes Spidey-Versum

Wir haben unseren Spaß gehabt. Erneut konnten wir in das Spinnenkostüm schlüpfen. Miles Geschichte soll natürlich eine andere als die von Peter sein und das könnte dem einen oder anderen etwas widerstreben. Zudem ist Peters Spider-Man-Version  wohl für die meisten der einzig wahre Spidey. Dennoch, Miles Morales macht seine Arbeit gut, auch wenn wir seine Naivität öfter mal als nervig empfunden haben.

Das Gameplay macht nichts falsch, denn es macht aber auch nichts wirklich neu. Die grafische Darstellung ist grandios vor allem auf der PlayStation 5. Einziges Manko ist die kurze Spielzeit. Denn diese beträgt gerader mal ca. 10 Stunden. Die Option das Spiel erneut zu starten und den „Neues Spiel + “ Modus zu wählen, gibt nach dem erstmaligen Durchspielen keinen Anreiz dazu.

Nichtsdestotrotz ist Miles Version des Spinnen-Helden  durchaus spielenswert und sollte nicht als schlechte Fortsetzung anzusehen sein. Insomniac Games ist bei altbekanntem geblieben und präsentiert uns somit abermals ein schönes Videospiel im Spidey-Versum. Dann heißt es dieses mal wieder: Abwarten was für ein spinnenhaltiges Abenteuer uns als nächstes erwartet wird.


Durch große Macht folgt große Verantwortung.

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©Marvel

Was haltet Ihr von dem neuen Spider-Man?  Teilt eure Gedanken zu „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Unser Spidey bestimmt auch.


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©Marvel

Trailer

Der offiziele Launch-Trailer zu „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“.

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©Marvel | PlayStation

Aya und die Hexe (2020)

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©Studio Ghibli
  • 6/10
    derofa Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Ganz gut

„Aya und die Hexe“ ist der erste CGi-Animationsfilm vom legendären Studio Ghibli („Chihiros Reise ins Zauberland“). Das japanische Studio ist vor allem für seine Anime-Klassiker in Zeichentrickform berühmt.

Der neueste Film nach einer Buchvorlage der britischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones („Das wandelnde Schloss“), handelt von dem kleinen Mädchen Aya. Aya lebt als Waisenkind in einem Heim. Als Sie von zwei ulkigen gestalten adoptiert wird, ändert sich ihr Leben schlagartig.

Ob der gewagte Versuch des Studios gelingt, in der Welt der CGI-Animation mitzumischen, erfahrt in in unserer Kritik zu „Aya und die Hexe“.

Genre: Anime

Originaltitel: Āya to Majo (Transkription)

Produktionsland: Japan

Produktionsfirma: Toho | Studio Ghibli, NHK, NEP

Regie: Gorō Miyazaki

Drehbuch: Keiko Niwa, Emi Gunji

Produktion: Toshio Suzuki

Musik: Satoshi Takebe

Länge: ca. 82 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Veröffentlichung: 24. September 2021 (DVD & Blu-ray in DE)

Universum: Studio Ghibli

Vorgänger: Die rote Schildkröte (2016)

Ähnliche Titel: Mary und die Blume der Hexen (2017), Bescheidene Helden (2018), Flavors of Youth (2018)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Aya_und_die_Hexe | https://en.wikipedia.org/wiki/Earwig_and_the_Witch | Veröffentlichung: https://www.moviepilot.de/movies/aya-and-the-witch

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 29.12.2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Die doppelte Last

Mit „Aya und die Hexe“ wagt sich Traditions-Unternehmen „Studio Ghibli“ mit einem großen und unerwarteten Schritt weg vom klassischen Zeichentrick-Handwerk hin zur CGI-Animation.

Ein zeitgemäßes aber dennoch gewagtes Vorhaben, zeichneten sich die Japaner doch vor allem durch ihren unverkennbaren, handgemachten Stil aus.

Gorō, Sohn von Aushängeschild und Oscarpreisträger Hayao Miyazaki („Chihiros Reise ins Zauberland“) wurde die zugleich ehrenvolle wie doppelt schwerwiegende Aufgabe zuteil. Doppelt schwerwiegend deshalb, weil zum einen die Altmeister rund um seinen Vater, das Zepta nun scheinbar endgültig an die jüngere Generation weitergegeben haben. Zum anderen, weil ausgerechnet diese Generation nun das riesige Ghibli-Vermächtnis und dessen Stimmungen, offensichtlich in eine moderne CGI-Kluft kleiden wollen.

Gorō Miyazaki führte übrigens bereits 2006 bei einem der „hässlicheren Entlein“ des Studios „Die Chroniken von Erdsee“, sowie bei dem von der Kritik recht positiv aufgenommenen „Der Mohnblumenberg“ (2011) Regie. Das neue Werk ist nach „Das wandelnde Schloss“ (2004) bereits der zweite Film nach einer Buchvorlage der britischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones.[1]

Laut der englischsprachigen Wikipedia ist Gorō der einzige im Unternehmen, der sich mit CGI-Animation auskennt.[2] In dieser Disziplin adaptierte er von 2014 bis 2015 bereits Astrid Lindgren’s Werk „Ronja Räubertochter“ im Serienformat.[3]


Der mittlerweile 54-jährige Gorō Miyazaki am Zeichentisch im Ghibli-Hauptquartier in Koganei am 22. Januar 2021.[4][5] Rechts im Bild eine kleine Figur der Protagonistin Aya aus dem neuesten Film.

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©Studio Ghibli, ©Agence France-Presse/Charly TRIBALLEAU,  Quelle: https://www.thejakartapost.com/life/2021/01/26/in-miyazakis-shadow-son-goro-breaks-out-into-3d-animation-.html

Merkwürdiger Stil

Zunächst einmal präsentiert sich „Aya und die Hexe“ optisch erfrischend anders.

Der Stil unterscheidet sich von dem der namhaften Studios im Bereich CGI-Animation, wie zum Beispiel „Pixar“, doch deutlicher als erwartbar war.

Während die Umgebungen gelungen wirken, machen Gesichter einen nicht zeitgemäßen, hölzern animierten sowie oft minderwertig undetaillierten Eindruck. Man möchte fast meinen Studio Ghibli hat tonnenweise internationales Referenz-Material übersehen und musste das CGI-Rad neu erfinden.

Tatsächlich gewöhnt man sich jedoch recht schnell an den simplen Look mitsamt merkwürdigen Gesichtsanimationen, die technisch nicht so recht in die heutige Zeit passen wollen. Viel wichtiger ist da die Geschichte oder?


Brandneu und doch irgendwie aus der Zeit gefallen. Der merkwürdige CGI-Stil fällt auf, wirkt mitunter billig und will mit heutigen Genre-Standards nicht so recht zusammen passen. Trotzdem hebt er sich so zumindest von der Masse ab.

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©Studio Ghibli, Quelle: https://www.nytimes.com/2021/02/03/movies/earwig-and-the-witch-review.html

Aya das Waisenkind

Die kleine, freche Aya wickelt alle um den Finger. Mit ihren Pippi Langstrumpf Söckchen weiß sie genau wie sie der Boss im Waisenhaus wird. Sogar Heimleitung und Personal tanzen nach Ayas Pfeife.

Als das junge Mädchen jedoch von zwei sonderbar ulkigen gestalten adoptiert wird, steht Aya vor der Herausforderung, sich als angehende Hexe in neuer Umgebung zurecht zu finden.


Ayas neue Eltern sind irgendwie eigenartig

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©Studio Ghibli

Kryptische Erzählung

Die Geschichte beginnt zielgerichtet und lässt schnell den Schluss zu, dass später ein gewisses Geheimnis gelüftet wird. Auch deshalb zeigt sich die Handlung lange zeit sehr kryptisch. Einerseits sorgt das für Spannung. Andererseits hält der Film den Zuschauer (zu) lange hin.

Schlimmer noch: Essententielle Fragen vieler Zuschauer, so viel sei verraten, werden am Ende unbeantwortet bleiben. Das offene Ende sorgte in sozialen Medien für Zündstoff, wie aus diversen Foren hervorgeht.

„Aya und die Hexe“ wirft viele Fragen auf ohne Antworten zu liefern. Der Film macht so den Eindruck, als diene das gezeigte einfach nur dazu, irgendetwas zu zeigen. Waren der hohe Druck und die Belastungsprobe für Gorō Miyazaki möglicherweise zu viel für den Regisseur?


Die Geschichte um das kleine Mädchen Aya wirkt nicht zielführend und landet beinahe im Nichts. Aufkommende Fragen werden auch bis zum Ende nicht befriedigend aufgelöst.

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©Studio Ghibli, Quelle: https://thefilmstage.com/tag/earwig-and-the-witch/

Fazit – Eine Medaille mit zwei Seiten

„Aya und die Hexe“ ist Studio Ghiblis Vorstoß, in der dreidimensionalen Computer-Welt neu aufzukeimen, nachdem über die vergangenen Jahre immer wieder über ein mögliches Ende der „Traumfabrik mit Tradition“ berichtet wurde.[6] Doch vergessen wurde womöglich, dass dieses Vorhaben große Tücken birgt. Es ist eine Medaille mit zwei Seiten. CGI-Animation ist zwar zeitgemäß, spricht womöglich eine neue Generation an, doch ist es auch gerade die Form der Animation, die ohne wirkliche Substanz, schnell billig produziert wirkt.

Ghibli’s erster offizieller Film der nächsten Generation, lässt gerade deshalb verwirrt und ernüchtert zurück. Fans würden es Gorō Miyazaki und dem Studio sicher gönnen, dass der Transport von klassischem Zeichentrick und damit nicht zuletzt des Ghibli-Vermächtnisses in ein neues Zeitalter der Animationsfilme gelingt.

Wenn aber trotz Wohlwollen nur ein ganz guter Film mit Tendenz zum geht so übrig bleibt, der zudem noch technisch enorm angestaubt wirkt und an seiner schlecht auserzählten Handlung krankt, fällt es schwer frohen Mutes in die Zukunft des Studios zu blicken.

Wie es besser funktioniert zeigten bereits zweimal „Studio Ponoc„, denen als kollektiv bestehend aus ehemaligen Ghibli-Mitarbeitern rund um Yoshiaki Nishimura mit „Mary und die Blume der Hexen“ und der Kurzfilmsammlung „Bescheidene Helden“ wunderbare Werke gelangen, welche zeigten, dass die „Nachfolgegeneration-Ghibli“ liefern kann.

„Aya und die Hexe“ mit seiner Geschichte ohne Ziel, konfus und unbeeindruckend, wirkt (leider) wie der verzweifelte Versuch in der Welt der CGI-Animationsfilme mitzumischen, krankt dabei vor allem am links liegen lassen von technischen Möglichkeiten, als auch an der unbefriedigenden, eigentlich sinnigen Handlung, die zu viel verspricht.

Vielleicht ein Weckruf für Gorō und das Studio selbst, sich an den heißen Kohlen der CGI-Animation nicht die Finger zu verbrennen. Denn mit diesen müssen sie zeichnen!


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©Studio Ghibli, Quelle: https://wallpaperaccess.com/studio-ghibli-characters

Was haltet Ihr von Studio Ghiblis Versuch, die 3D-CGI-Animationswelt aufzumischen? Teilt eure Gedanken zu „Aya und die Hexe“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Totoro sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Aya und die Hexe“

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©LEONINE Studios

Cowboy Bebop (2021)

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©Netflix
  • 6.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 6.5/10
6.5/10

Ganz gut

„Cowboy Bebop“ von Studio Sunrise gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Anime-Serien überhaupt und ist mittlerweile zum Kult avanciert.

Der Space-Western, entwickelt unter der Regie von Shin’ichirō Watanabe („Terror in Tokio„, „Samurai Champloo„), vereint heute noch zahlreiche, nostalgisch zurückblickende Fans.

Aufgrund der großen Beliebtheit von Protagonist Spike Spiegel und der Bebop-Crew, war bereits im Jahre 2009 eine Realverfilmung mit Keanu Reeves in der Hauptrolle geplant, die aufgrund von Budget-Problemen jedoch nie verwirklicht wurde.[1] Einige Jahre später schnappte sich Netflix das Material und verhalf so dem Science-Fiction-Werk doch noch zur Live-Action-Interpretation.

Ob das gut gehen konnte und wie sich „Cowboy Bebop“ als Realserie schlägt, verraten wir in unserer Kritik.

Genre: Science-Fiction, Abenteuer, Action

Originaltitel: Cowboy Bebop

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Netflix | Tomorrow Studios, Midnight Radio, Sunrise Inc.

Showrunner: André Nemec

Regie: Alex Garcia Lopez (E01-02, E05, E07, E08), Michael Katleman (E03-04, E06, E09-10)

Drehbuch: Christopher Yost (E01, E03, E10), Sean Cummings (E02-03), Vivian Lee (E04), Liz Sagal (E05), Karl Taro Greenfeld (E06), Alexandra E. Hartman (E07), Javier Grillo-Marxuach (E08), Jennifer Johnson (E09)

Produktion: Marty Adelstein, André Nemec, Jeff Pinkner, Josh Appelbaum, Scott Rosenberg, Becky Clements, Christopher Yost, Yasuo Miyakawa, Masayuki Ozaki, Shin Sasaki, Tim Coddington, Tetsu Fujimura, Michael Katleman, Matthew Weinberg

Musik: Yōko Kanno

Staffeln: Staffel 01 (10 Episoden) (2021)

Länge: ca. 39-51 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 16 (lt. Netflix)

Veröffentlichung: 19. November 2021 (Netflix)

Universum: Cowboy Bebop

Ähnliche Titel: The Mandalorian (2019 – …), The Witcher (2019 – …)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Cowboy_Bebop_(2021_TV_series) | https://www.netflix.com/de/title/80207033te | https://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Nemec | https://de.wikipedia.org/wiki/Cowboy_Bebop_(Fernsehserie)

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 02.12.2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

In große Fußstapfen

Mit „Cowboy Bebop“ wurde der wahrscheinlich kultigste Anime der späten 90er Jahre als Live-Action-Adaption umgesetzt. Pläne hierfür gab es bereits 2009. Niemand geringeres als die Hollywoodgröße Keanu Reeves sollte in die Hauptrolle von Protagonist Spike Spiegel schlüpfen. Doch der Stand des Projekts war über Jahre lang unklar ehe es schließlich komplett im Sande verlief.[2] Letztendlich schaffte es jedoch Netflix im Jahre 2021 doch noch, den Kopfgeldjäger und die Bebop-Crew ins Realserien-Universum zu entsenden.

Und die Vorzeichen standen durchaus gut. Mit Shin’ichirō Watanabe als Berater[3] und Yōko Kanno’s musikalischer Note machte es den Anschein, als würde das Vermächtnis des Originals respektiert und sich an der Vorlage orientiert. Doch nicht nur das. Hauptdarsteller John Cho (Searching), welcher Spike Spiegel verkörperte, gab in einem Interview zu, zuerst keine Ahnung von der Popularität der Vorlage gehabt zu haben, ehe er sich den Anime in Vorbereitung auf seine Rolle angesehen habe. „Cowboy Bebop“ (1998) sei „eines der einzigartigsten Unterhaltungsprodukte die er je sah“, lautete sein Urteil.[4]

Solche Meldungen schüren den Hype, insbesondere weil wir zumindest mit dieser passenden Besetzung überaus zufrieden waren. Spike Spiegel war tatsächlich zurück!


John Cho in der Hauptrolle des Spike Spiegel

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©Netflix

Handlung – Spikes vergangenes Ich

Der Kopfgeldjäger Spike Spiegel hat eine bewegte Vergangenheit, die jedoch vorerst unter Verschluss bleibt.

Als Spike sich eines Tages mit seinem neuen Partner Jet Black zusammenfindet, kreuzen die beiden Haudegen auf der Suche nach lukrativen Kopfgeldern durch das Universum. Wenig später stößt auch die von einer Amnesie geplagte Faye Valentine hinzu.

Schließlich braut sich ein größerer Konflikt zusammen. Nicht nur weil Spike von seiner Vergangenheit heimgesucht wird, sondern auch, weil sein altes Leben plötzlich zwischen den Freunden steht. Die Partnerschaft wird auf die Probe gestellt.


Die Hauptfiguren Faye, Spike und Jet auf dem Raumschiff namens Bebop

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©Netflix

„tank!“ – Verpackt als Realserie

Da ertönt es wieder, das Jazz-Intro namens „tank!“. Der coole Cowboy und Held zurück im Rampenlicht. Und wenn gezeichneter Rauch aus der realen Zigarette qualmt, weiß man: Die Macher sind sich des Vermächtnisses bewusst.

Mit John Cho überaus passend besetzt, zeigt schon die erste Episode voller Ehrfurcht die Referenzen zum Original. Schusswechsel, flapsige Sprüche, Zerstörung in der Schwerelosigkeit – aber mit Stil – und unterlegt vom unverwechselbaren Sound von Kanno.

„Cowboy Bebop“ als Live Action ist tatsächlich trotzdem erstmal gewöhnungsbedürftig. Wird auf dem Bildschirm gerade eine blasphemisch wilde Kostümparty abgefeiert? Oder aber findet eine dezent stilvolle Umsetzung als Realserie statt? Die Skepsis weicht recht schnell, denn die optische Übertragung in die fiktive Realität gelingt insgesamt durchaus.

Und dennoch: Trotz des eifrigen Kopierens vom Original und des damit stimmigen Stils, will nicht so recht der Esprit, nicht die Mischung aus Coolness und Eleganz des Vorbildes entstehen.

„Cowboy Bebop“ gibt einem manchmal das Gefühl einer leblosen Portierung und ist dabei doch irgendwie charmanter Abklatsch.


Der Vorspann unterlegt vom Titel „tank!“ der Band der Komponistin Yōko Kanno namens „Seatbelts“ in voller Länge

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Keine Sympathieträger

Während zu Beginn die Folgen meist in sich geschlossener sind versucht die Serie gegen Ende ein größeres Konstrukt rund um Spikes früheres Leben, seiner ehemaligen Zugehörigkeit zum Red Dragon Syndikat sowie der Fehde mit damaligen Partner Vicious und der Liebe zu seiner verflossenen Liebe Julia auszubauen. Das klappt gut, will jedoch nicht so recht zum lockeren Start passen.

Die Stimmung als Science-Fiction-Western weiß zwar durchaus zu gefallen, die wirklich gewichtigen sowie packenden Handlungselemente bleibt uns die Crew aber schuldig.

Es fehlen neben Sprüchen die flapsigen Geschichten, die alltäglichen Tops und Flops der Kopfgeldjagd, welche die Crew der Bebop zu Sympathieträgern aufsteigen lassen würden.

Der Showdown wirkt überhastet und so schafft man es als Zuschauer nicht, vorher genug Nähe zu den Charakteren aufbauen zu können.


Auf Kopfgeldjagd treffen Spike und Co. auf das Antagonisten-Paar Asimov and Katerina

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Die geheime Zutat

Es ist gar nicht so leicht auszumachen was das Problem von „Cowboy Bebop“ ist. Die geheime Zutat des Anime, welche diesen eben so besonders macht, bleibt über weite Teile unauffindbar.

Die große Stärke der vorlagennahen Portierung ist zugleich auch ihre größte Schwäche. Es macht den Anschein, man wolle zwar nicht das Gleiche erzählen aber zeitgleich etwas neues in das alte Gewand pressen. Vielleicht ist das zu brav. Vielleicht zu sehr nach Schema F. Vielleicht ohne Seele.

Trotzdem soll das alles nicht zu negativ klingen. Spike und die Bebop-Crew haben ihre schönen Momente und liefern eine ganz gute bis sehenswerte Vorstellung ab. Sie schaffen es eben nur nicht, dem sagenumwobenen Original vollends gerecht zu werden. Und vielleicht ist das auch eine unmöglich zu meisternde Aufgabe gewesen!?


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©Netflix

Fazit – Jazz alleine reicht nicht

„Cowboy Bebop“ ist letztendlich eine durchwachsene Serie geworden.

Auf der einen Seite gelingt eine optisch ansprechende Portierung zur Realserie. Auf der anderen lassen die Handlungselemente zu oft kalt. „Cowboy Bebop“ vermag es über seine zehn Episoden einfach nicht so recht, über das Mittelmaß hinauszuragen.

Die gewisse Stimmung, die Seele, das schwer zu definierende Gefühl des Anime, wird nur schwer transportiert. Kein Wunder, denn das ist eine Aufgabe, an der schon endlos viele Live-Action-Umsetzungen scheiterten.

Auch der Cast ist teilweise fragwürdig. Die Charaktere wirken zu oft wie ein Abklatsch. Die Dynamik und Chemie zwischen den Besatzungsmitgliedern der Bebop ist nicht vergleichbar mit jener im Anime. Und klar ist: „Cowboy Bebop“ muss sich letzten Endes an seiner Vorlage messen lassen. Jazz alleine reicht eben nicht!

Auch wenn die Adaption kein Riesenreinfall ist, hat Netflix bereits den Stecker gezogen! Mittlerweile ist klar: „Cowboy Bebop“ hat seine Möglichkeiten verspielt. Das Ende nach nur einer ersten Staffel ist besiegelt und irgendwie schade. Denn wenigstens eine zweite Chance, hätte der Cowboy im Realserien-Gewand durchaus verdient gehabt.

See you Space Cowboy'Cowboy Bebop'

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©Netflix

Was haltet Ihr von der Netflix-Umsetzung des legendären Anime? Teilt eure Gedanken zu „Cowboy Bebop“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Spike mitsamt Crew auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Cowboy Bebop“

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©Netflix

The Empty Man (2020)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Sehenswert

„The Empty Man“ ist ein Horrorthriller von David Prior aus dem Jahr 2020.

Ursprünglich wurde die Geschichte zu „The Empty Man“ 2014 von Cullen Bunn in einer Graphic-Novel-Reihe veröffentlich. Im Jahr 2017 sicherte sich 20th Century Fox die Rechte an der Graphic-Novel-Reihe.

Der Kinostart in Deutschland sollte am 6. August 2020 erfolgen. In den USA kam es zu Startschwierigkeiten den Film in die Kinos zu bringen. Ursache hierfür war die COVID-19-Pandemie. Daraufhin wurde der US-Starttermin auf den 23. Oktober 2020 gelegt.[1]

Das Übernatürliche ist stets in „The Empty Man“ vorhanden. Was wir in der Redaktion von dem Horrorfilm mit dem paranormalen halten, verraten wir euch in unserer Kritik.

Genre: Horror, Thriller

Originaltitel: The Empty Man

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: 20th Century Fox | Disney

Regie: David Prior

Produktion: Stephen Christy, Ross Ritchie

Musik: Christopher Young, Brian Williams

Länge: 137 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Kinostart: 06.08.2020 (Deutschland)

Wertung:   

Autor: Melissa

Verfasst am: 30.08.2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

1, 2, 3 – der Empty Man kommt vorbei

Nachdem die ersten Minuten über den Bildschirm gelaufen sind, versetzt es uns direkt an einen neuen Schauplatz mit neuen Protagonisten. Eine junge Frau wird vermisst. Der ehemalige Polizist James Lasombra (James Badge Dale) wird von einer alten Freundin gebeten, ihr bei der Suche nach ihrer vermissten Tochter Amanda zu helfen.

James ist schon länger nicht mehr im öffentlichen Dienst, kann seiner alten Freundin jedoch die Bitte nicht abschlagen. Der ehemalige Polizist begibt sich auf die Suche nach der verschwundenen Tochter.

Im Laufe seiner Ermittlungen erfährt er, dass Amanda sich kurz vor ihrem verschwinden um Mitternacht mit ihren Freunden auf einer Brücke getroffen habe, um den „Empty Man“ zu beschwören. Die Beschwörung sollte eine Mutprobe sein – die Jugendlichen ahnen nicht das hinter der Legende vom „Empty Man“ doch viel mehr steckt als gedacht. James glaubt nicht an das Übernatürliche, stellt jedoch schnell fest, dass es kurz nach der Beschwörung  zu mehreren unnatürlichen Todesfällen in der Stadt gekommen ist. An den Tatorten findet sich stets dieselbe Botschaft: „The Empty Man made me do it.“


An mehreren Tatorten findet sich ein und dieselbe Botschaft.

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©Disney

Der Supranaturalismus

Verschlungen im Streifen des Horrors, verbindet „The Empty Man“ Okkultismus und das Paranormale.

Die Bausteine der übernatürlichen Handlung werden gut aneinander gelegt. Spannungsvoll und inquisitiv werden wir direkt in den ersten Szenen in die Berge geführt, wo wir zwei wandernde Pärchen kennenlernen sollen. Das dieser Trip nicht schön enden wird, ist voraus zu ahnen. Bereits nach einer kurzen Laufzeit fühlt es sich verstörend an der Handlung weiter zu folgen.

Wir empfinden Grusel und Furcht vor dem Unbekannten. Das was wir nicht kennen und nicht sehen können, bereitet der menschlichen Psyche Angst und Schrecken.

Beim Start macht „The Empty Man“ alles richtig. Die Schockmomente wurden gezielt und passend gewählt, sodass es nicht den Anschein erweckt, die Horrorszenen wurden plump aneinander gereiht.


Hier entdecken die Wanderer in einer Höhle etwas furchteinflößendes.

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©Disney

Schlangenpfad der Höhen und Tiefen

Auch wenn der Film anfangs grandios begonnen hat, verliert sich die Handlung ein wenig im Strang des Chaos
wieder- es folgen nicht rationale Handlungen.

Letztendlich konnten wir die fehlenden Puzzleteile fast Stück für Stück zusammen fügen. Am Ende fehlen uns dennoch die letzten Teile. Die Story führt uns nämlich ins Dunkle. Ab der Hälfte der Geschichte bemerken wir schlussendlich, dass wir weiterhin viele offene Fragen haben.

Es wird ausgesprochen konfus und wir fragen uns kontinuierlich – wohin soll uns die Handlung nun führen? Wir müssen fast bis zum Schluss abwarten, bis die Erzählung wieder etwas Fahrt aufnimmt. Wenn wir die Spannungskurve bewerten müssten, dann würden wir sie wie einen Schlangenpfad auf hohen Bergen beschreiben. Es gibt Höhen und Tiefen – zum Finale hin sind wir am Ziel angelangt und dieses scheint der Berggipfel zu sein.


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©Disney

Fazit – Horrorstreifen mit Stärke für mehr

„The Empty Man“ hat sehr viel Potenzial verschossen, was wir zu tiefst schade finden. Die Handlung hätte uns von der ersten Szene an bis zum Schluss am Stück mitreisen sollen – dass wir uns verloren haben, ab einem Punkt der Geschichte ist leider nicht wegzudenken. Was können wir nun mitnehmen? Konnte der Film uns denn dennoch überzeugen? JA!

Auch wenn wir zur Mitte hin holprig unterwegs waren und der Weg steinig war, konnte das Finale dies voll und ganz kompensieren und uns im gesamten einen mehr als durchschnittlichen Horrorstreifen bieten, den wir weiterhin empfehlen möchten und hoffen euch mit diesem „Geheimtipp“ eine neue Perle vorstellen zu können. Für uns erhält der Film dennoch nur 7/10 Punkte – aufgrund der genannten zähen Stelle, welche sich fast gummihaft an unsere Sohle heftet, während wir unseren abentuerlichen Weg des Horrors bestreiten. Im Endeffekt wird es für Cineasten des Gruselgenres nicht ganz für eine Horror-Bombe reichen – eine mega Explosion fehlt, jedoch zeigt uns der Film wie man neues mit altbekannten verbinden kann. Wie sagt man so schön „Never change a running system“. Warum etwas ändern, was meistens sehr gut funktioniert?

Also seid vorsichtig wenn ihr auf einer einsamen Brücke steht und ihr das Gefühl habt hinter euch lauert der „Empty Man“, denn er könnte euch als nächstes im Visier haben – fliehen ist dann ausweglos.


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©Disney

Was haltet Ihr von dem Horrorthriller? Teilt eure Gedanken zu „The Empty Man“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und denkt immer dran, der Empty Man findet dich.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „The Empty Man“.

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©Disney|20th Century Fox

Clickbait (2021)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Sehenswert

„Clickbait“ ist eine Netflix-Serie aus dem Jahre 2021, die mit der koreanischen Serie „Squid Game“ zu den Top Serien in diesem Jahr zählen soll.

Als Mini-Serie ausgelegt, beinhaltet die Serie 8 Episoden voll gepackt mit Thriller-Elementen vom feinsten. Die Serie setzt sich auseinander mit den Problemen der sozialen Medien.

Wir zeigen Euch in unserer Kritik, was wir vom Netflix-Hype „Clickbait“ halten.

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Genre: Thriller, Drama

Originaltitel: Clickbait

Produktionsland: Australien, USA

Produktionsfirma: Netflix | Matchbox Pictures | Tony Ayres Productions |  Heydey Television | NBC Universal

Regie: Brad Anderson

Drehbuch: Christian White

Produktion: Tony Ayres | Christian White

Musik: Cornel Wilczek

Staffeln: Staffel 01 (8 Episoden) (2021), Staffel 02 in Planung[1]

Länge: ca. 42-52 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 12 (lt. Netflix) (Stand: 26.11.2021)

Wertung:   

Autor: Melissa

Verfasst am: 26.11.2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Wenn der „Webköder“ ausgeworfen wird

Die Serie „Clickbait“ möchte uns zeigen, welche Kritik wir an uns selbst haben sollten und lockt uns schon allein mit dem Titel an, einen Blick in die neue Netflix-Produktion aus dem Jahr 2021 zu werfen.

Doch um was geht es in der Thriller-Serie „Clickbait“?

Die Handlung dreht sich um Nick Brewer (Adrian Grenier), einem Familienvater, Ehemann und Bruder der eines Tages spurlos verschwindet und in einem Online-Video in den Sozialen Medien zu sehen ist.

Das Video zeigt Nick, hilflos, alleine, mit einem Plakat in den Händen auf dem steht, dass wenn dieses Video 5 Millionen Aufrufe erhält, Nick sterben wird. Wer steckt hinter der Entführung von Nick? Und was wird passieren wenn die Zuschauer sein Video wirklich 5 Millionen mal aufgerufen haben? Und warum wurde genau Nick das Opfer dieses Verbrechens? Seine Familie versucht dem Entführer auf die Spur zu kommen um Nicks Leben zu retten.


Nick Brewer hat nur wenig Zeit um zu überleben

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©Netflix

Kontrovers oder gerechtfertigt?

Der Produzent „Tony Ayres“ möchte uns schon in der ersten Episode auf die Probe stellen und uns zeigen, welche kritische Meinung wir über Soziale Medien haben müssen. Die Handlung signalisiert uns fortlaufend, wie sehr wir die Gesellschaft mit ihren Aktionen in den Sozialen Medien kritisieren sollten.

Die Handlung wechselt abwechselnd zwischen schockierenden Momenten und einem „OMG-Effekt“ und kritisiert das sofort Sekunden später –  denn im nächsten Moment, zeigt die Geschichte uns wieder, dass das Verhalten durch das Internet nicht negativ zu bewerten ist. Somit lobt Ayres sozusagen das, was er wenige Momente zuvor kritisiert hat und setzt uns dadurch immer mal wieder einen Spiegel vor.

Das klingt alles etwas konfus, wir erklären es euch in einem Beispiel (spoilerfrei): Während Nick in diesem Internet-Video mit blutigem Gesicht gezeigt wird und wir kontinunierlich zuschauen können, wie die Aufrufzahl dieses Videos konstant ansteigt,  möchte uns die Serie dramatisch zeigen, was vor allem das Internet in der heutigen Zeit bewirken kann. In der Zwischenzeit versucht seine Familie herauszufinden, wer hinter der ganzen Sache steckt und wie bewirken sie das? – Ganz klar, u.a. durch die Hilfe der Sozialen Medien.

Ist diese Darstellung in der Serie nun kontrovers zu diskutieren oder durchaus gerechtfertig anzusehen? Was denkt ihr?


Nicks Schwester Pia Brewer (Zoe Kazan) versucht zusammen mit Nicks Ehefrau Sophie Brewer (Betty Gabriel) Informationen für Nicks Verschwinden zu sammeln.

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©Netflix

Das große Finale

Während wir als Zuschauer mitfiebern und den Horror der Brewers verfolgen, hält uns die Serie mit ihrer Handlung fast immer am Haken. Mit ihren nur insgesamt acht Epsioden besitzt die Story der Brewers viele Nebengeschichten. Es gibt sehr viele Verknüpfungen zu Nick, sprich wir lernen immer mal wieder neue Gesichter kennen, die mit dem Verschwinden von Nick Brewer zu tun haben sollen. Das macht die Handlung sehr abwechslungsreich.

Während wir uns dem Finale nähern, versucht „Clickbait“ uns schon zu verraten wie das auszusehen mag. Als Zuschauer soll man denken, allwissend zu sein – und doch stehen wir am Ende  geschockt und verwirrt da.

Das Finale von „Clickbait“ wurde in den Sozialen Medien sehr heiß disukutiert, während einige das Ende grandios fanden, zeigen andere Kommentare der Zuschauer genau das Gegenteil. Die Meinungen spalten sich. [2]

Wir können Euch nicht mehr dazu erzählen, auf jeden Fall beinhaltet „Clickbait“ mit ihren wenigen Episoden bis hin zum Finale eine achterbahnfahrt der Emotionen. Wir waren schon lange bei keiner Serie so schockiert vom Ende wie hier – denn immer wieder kommt es zu neuen Twists und das lässt uns als Zuschauer fassungslos zurück. Die unvorhersehbare Handlung hat uns sehr gut gefallen, jedoch sind wir vom Finale allgemein nicht sehr überzeugt. Zeigt uns die Serie doch acht Episoden lang immer wieder die Realität im Jahre 2021, versinkt der Realismus am Ende etwas im Boden.


Detektiv Zach De Luca (Steve Mouzakis) arbeitet Tag und Nacht an Nick Brewers Fall

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©Netflix

Fazit – düsterer Internet-Thriller

Bei viel Lob mussten wir auch etwas Kritik hinterlassen. Wir können Euch die neue Serie aus dem Hause Netflix dennoch wärmstens zum „Binge-Watching“ empfehlen.

Zur schauspielerischen Leistung haben wir bisher nichts erzählt, können hier jedoch kurz anmerken, dass diese hervorragend ist. Adrian Grenier, der vor allem aus der Serie „Entourage“ bekannt ist, spielt seinen Charakter als liebevoller Ehemann und Vater überzeugend gut und auch der Rest des Casts wirkt grandios in ihrer Rolle.

Falls wir euer Interesse wecken konnten oder euch sogar hiermit einen „Webköder“ auswerfen konnten, hoffen wir das ihr angebissen habt. „Clickbait“ gehört 2021 nicht zu den besten Serien des Jahres, kann jedoch v.a. durch die Darstellung der Thematik des 21.Jahrhunderts, in der Top-Liga der TV-Shows mit spielen.


Sophie und Nick Brewer als glückliches Ehepaar

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Trailer


Was haltet Ihr von der Serie? Teilt eure Gedanken zu „Clickbait“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen.


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©Netflix

Fear Street Trilogie (2021)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Sehenswert

Die Filmtrilogie „Fear Street“ basiert auf den gleichnamigen Jugendbüchern von R.L.Stine und erzählt eine Teenie-Horrorgeschichte.

Was es mit den Filmen auf sich hat, erzählen wir euch in unseren Kritiken auf derofa.de.

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Genre: Horror

Originaltitel: Fear Street Part One | Fear Street Part Two | Fear Street Part Three

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: 20th Century Fox, Chernin Entertainment

Regie: Leigh Janiak

Produktion: Peter Chernin, Jenno Topping, David Ready

Musik: Marcus Trumpp, Marco Beltrami (Part One), Brandon Roberts (u.a. Part Two), Anna Dubruch (u.a. Part Three)

Länge: Part One: 107 Minuten |Part Two: 110 Minuten | Part Three: 114 Minuten

Altersfreigabe: FSK 18

Kinostart: keiner

Universum: Fear Street

Die Filmtrilogie

Bald steht uns erneut die gruseligste Zeit des Jahres bevor – Halloween! Passend dazu möchten wir euch zugleich drei neue Horrorfilme vorstellen und euch schon jetzt etwas Halloween-Flair zu kommen lassen.

Zunächst jedoch, möchten wir euch einige Hintergrundinformationen zu der Trilogie erzählen.

Am 2.Juli 2021 veröffentlichte die Streaming-Plattform Netflix die erste Geschichte „Fear Street – Teil 1: 1994“ einer  Gruselromanverfilmung. In wöchentlichen Abständen brachte Netflix seine Nachfolger „Fear Street – Teil 2: 1978“ und „Fear Street – Teil 3: 1666“ auf ihren Streaming-Dienst heraus.

Die Geschichten der Filme basieren auf den Horrorromanen des Autors  R.L. Stine. Vielleicht kommt euch der Name des Autors etwas bekannt? Habt ihr früher mal Horrorromane gelesen? – denn R.L. Stine ist der Autor der bekannten Kindergruselromane  „Gänsehaut“ aus dem Jahre 1992. Schon damals verfasste Stine insgesamt 100 Romane dieser Reihe. Bei „Fear Street“ wurden immerhin bisher 51 Bücher zu Blatt gebracht.[1]

Die Regisseurin Leigh Janiak erklärte in einem Interview, sie versuche mittels dieser Gruselgeschichten ein „MCU des Horrors“ aufzubauen.[2]


Kritik „Fear Street – Teil 1: 1994“ (2021)


Wertung:   

Autor: Melissa

Verfasst am: 13.10.2021


Kleinstadt-Rivalitäten und gespenstische Ereignisse

Es versetzt uns in das Jahr 1994 in eine Kleinstadt der USA namens Shadyside. Seit Jahrzehnten kommt es zu unerklärlichen Mordfällen in Shadyside, in dem selbst die Polizei ratlos ist.

Immer wieder kommt es zu einer weiteren Mordserie. Die Stadt wird für ihre hohe Verbrecherkriminalität nicht sehr hoch angesehen, im Vergleich zu der Nachbarstadt Sunnyvale. Dort leben die Menschen in Frieden und Reichtum, denn in Sunnyvale haben die Bürger einen hohen Lebensstandart. Es kommt häufig zu Auseinandersetzungen zwischen Shadyside- und Sunnyvale-Bewohnern.

Die Story hinter „Fear Street“ startet spannend und die Hauptprotagonisten werden uns direkt vorgestellt. Zum einen gibt es Deena (Kiana Madeira) die aus Shadyside kommt und auf der anderen Seite der Wohlhabenden ihre Ex-Freundin Sam (Olivia Scott-Welch). Die zwei jungen Frauen haben eine Vergangenheit zusammen, jedoch versucht Sam diese strickt vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Während wir den Liebeschaos der beiden verfolgen kommt es bereits zum ersten (weiteren) Mord in einem Einkaufszentrum. Unerklärliche Ereignisse tun sich daraufhin auf und die beiden verliebten und ihre Freunde versuchen nun alles, um dem Schrecken in Shadyside ein Ende zu setzen. Wir möchten euch nicht zu viel vorweg nehmen und lassen euch jetzt im dunkeln stehen.


Der maskierte Killer von Shadyside.

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©Netflix

Rasanter Handlungsstrang mit überzeugenden Darstellern

Ab der ersten Minute zieht uns die Geschichte in ihren Bann. Es werden uns häppchenweise mehr Informationen zugeworfen und wir fühlen uns wie erstarrt, denn die schaurigen Gestalten haben es in sich.

Zugegeben, die Handlung ist recht plump und einfach gestrickt. Jedoch bietet sie im Verlauf durchaus unerwartete Twists und einen Hauch von „Erfrischung“ nach dem wir uns in Horrorfilmen immer sehr sehnen. Vieles haben wir schon gesehen und Horrorveteranen erkennen die Gruselmomente bevor sie erscheinen. „Fear Street – Teil 1“ gibt uns dann doch etwas mehr Gruselflair und das nicht ohne. Die Schockmomente und das Aufeinandertreffen mit dem Killer sind brutal und erbarmungslos. Keines der Opfer wird verschont. „Fear Street“ präsentiert sich somit nicht als Jugendhorrorfilm sondern will ganz vorne bei den Großen mitspielen. Dies ist umso faszinierender, da die Handlung eigentlich für Jugendliche geschrieben wurde, jedoch die Verfilmung eher weniger für das junge Publikum gemacht ist.

Schauspielerisch zeigt uns der Horrorfilm durchaus eine gute Leistung. Die jungen Darsteller machen ihre Arbeit ausgezeichnet und überzeugend.

Mit dem ersten Start in die schaurige Handlung macht „Fear Street – Teil 1: 1994“ alles richtig.


Gemeinsamen machen sich die Freunde auf den Weg in den Wald von Shadyside und entdecken dort einen erschreckenden Fund.

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©Netflix

Fazit – Endlich wieder was zum gruseln

Wir wollen nicht lange um den heißen Brei reden und kommen direkt zum Punkt. Der erste Teil der Trilogie hat uns mit seiner gruseligen Atmosphäre, seinen diversen Horrorklischees, den authentischen Darstellern und den abscheulichen Wesen eine spannungsgeladene Fahrt durch all unsere Ängste gezeigt.

Auch wenn die Handlung auf uns manchmal etwas derb wirkt und wir es hier mit einem Teenie-Horrorfilm zu tun haben, kann „Fear Street“ durchaus im See der Horrorkünste schwimmen. Die Story erinnert uns immer mal wieder an Filme wie „Scream“ (1996) oder an „Freitag der 13.“ (1980) mit unserem maskieren Jason. „Fear Street“ ist schon fast eine Hommage an alte Horrorklassiker, weshalb es jeden Horrorliebhaber beim anschauen auch mal warm uns Herz werden kann.

Man sollte den Film auf gar keinen Fall unterschätzen, auch wenn die Story aus einem Jugendroman stammt. R.L. Stines hat schon damals spannende und furchteinflößende Geschichten geschrieben die unter die Haut gingen. Das Horrorfanherz kann auch hier nicht viel meckern und kommt mit der Handlung und Co. durchaus auf seine Kosten.

Ob uns die Nachfolger genauso gut gefallen haben, zeigen wir euch in unseren weiteren Kritiken. Viel Spaß beim gruseln!


Auf der Flucht vor dem Serienkiller.

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©Netflix

Offizieller US-Trailer zu „Fear Street – Teil 1: 1994“

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©Netflix

Space Jam (1996)

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©Warner Bros. Entertainment
  • 6.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 6.5/10
6.5/10

Jannik meint - Ganz gut

„Space Jam“ ist ganz sicher für viele Kassettenkinder ikonischer 90er-Jahre Kult und Kindheitsfilm.

Michael Jordan, Basketballprofi und einer der größten Sportler aller Zeiten, nahm sich im Mix aus Warner Bros. „Looney Tunes“ Cartoon-Elementen und Realfilm ein wenig selbsironisch auf die Schippe und schlüpfte in die Rolle seines Lebens.

Was damals als kleiner Spross noch wie ein urkomisches Epos aus Trick- und Realfilm auf mich wirkte, was die Grenzen des machbaren verschwimmen ließ, ist heute nicht mehr ganz so einnehmend und faszinierend wie früher und lässt mich als Erwachsener eher ernüchtert zurück. Und das hat vermutlich mehrere Gründe.

Insbesondere die seichte Story, die zwar mit ihrer ulkigen Prämisse Körbe landen kann aber eben auf das absolut Nötigste herunter gebrochen wurde, verschenkt doch deutlich Scorer-Punkte.

Als sensationslustige Außerirdische auf der Suche nach einer neuen Attraktion für ihren Vergnügungspark sind, stoßen sie auf einige vielversprechende Warner Bros. Zeichentrickfiguren.

Erstmal den Jäger-Trupp losgeschickt und auf der Erde angekommen, wollen sich die „Looney Tunes“ nicht so einfach geschlagen geben. Aufgrund der geringen Größe der Gegner schlägt Schlitzohr Bugs Bunny ein Basketballspiel vor, was darüber entscheiden soll, ob die bunten Charaktere rund um Bugs, Daffy Duck, Tweety und Co. wirklich zum neuen Spaßobjekt der Aliens werden müssen.

Doch die Rechnung hat der freche Hase ohne die speziellen Fähigkeiten der käferähnlichen Aliens gemacht, welche kurzerhand die Talente einer Handvoll realer Basketball-Helden der 90er aussaugen, um deren Fähigkeiten für sich zu nutzen.

So versuchen die „Looney Tunes“ ein Team zusammenzustellen und rekrutieren schließlich niemand geringeren als Sport-Ikone Michael Jordan für das Team „Tune Squad“.

Leider geht es also in der Geschichte von „Space Jam“ seicht und kindgerecht nicht wirklich um etwas weltbewegendes, wie etwa um die heroische Aufgabe eine Alieninvasion für den Weltfrieden abzuschmettern. Viel mehr ist das Ziel die aufgesaugten Talente wieder freizusetzen und die „Looney Tunes“ vor der Rolle der Bespaßer im kosmischen Freizeitpark zu bewahren. Es kommt sehr schnell zum Entscheidungsspiel, was dann letzten Endes optisch zwar cool umgesetzt wurde aber deutlich spannender und Wendungsreicher hätte ausfallen können. Und das gilt für den gesamten Handlungsbogen der Geschichte.

Die Mixtur aus Real- und Zeichentrickelementen, die heute ausgestorben scheint, fand übrigens bereits früher in einigen anderen Filmen wie „Marry Poppins“ (1964), „Elliot, das Schmunzelmonster“ (1977), oder „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988) Anwendung.[1] Die wirklich größte Stärke von „Space Jam“ ist eben diese Symbiose der Welten, auch wenn sie fast zu selten wirklich aus dem Vollen schöpft. Und auch wenn sie aus heutiger Sicht computertechnisch natürlich angestaubt wirkt, verliert diese Verbindung nicht ihren Spaßfaktor und wirkt nie fehl am Platz. Das sorgt dafür, dass „Space Jam“ als kurzweiliger Familienfilm ohne Anspruch die mit 90er-Vibes gespickten Körbe jedenfalls im Wohnzimmer landet.

Letztendlich erzielen die „Looney Tunes“ angeführt vom GOAT Michael Jordan regelwidrige     Körbe in Form eines seichten Spaßfilms, mit einer sportlichen und lustigen gute Laune Aura.

Kommerziell gesehen konnte der von Werbespot-Regisseur Joe Pytka verantwortete Spaßfilm übrigens immerhin etwa das Doppelte seiner Produktionskosten wieder einspielen.[2]

Nachdem eine Fortsetzung eigentlich schon für 1997 geplant war, belebte Warner Bros. 25 Jahre später die Marke wieder und lies den Basketballer Lebron James die Nachfolge von Michael Jordan antreten.[3]

Wie sich der Nachfolger im Vergleich zum nostalgisch verklärten Erstling schlug, erfahrt Ihr demnächst in der Kritik zu „Space Jam: A New Legacy“. (16.08.2021)

Genre: Sport, Fantasy, Komödie

Originaltitel:  Space Jam

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Warner Bros. | Warner Bros. Feature Animation

Regie: Joe Pytka

Produktion: Joe Medjuck, Daniel Goldberg, Ivan Reitman

Musik: James Newton Howard

Länge: ca. 88 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Universum: Space Jam

Nachfolger: Space Jam: A New Legacy (2021)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Space_Jam | https://en.wikipedia.org/wiki/Space_Jam

Beschreibung

„Space Jam“ ist ein US-amerikanischer Sportfilm von Warner Bros. aus dem Jahr 1996.

Die Mischung aus Real- und Zeichentrickfilm war die erste Produktion der „Warner Bros. Feature Animation“ Studios.[4] Regie führte der vor allem für Werbespots bekannte Joe Pytka.[5]

Die Idee für „Space Jam“ stammt ursprünglich aus zwei Super Bowl-Werbespots von Nike aus den Jahren 1992 und 1993 in denen bereits Bugs Bunny und Michael Jordan gemeinsam zu sehen waren.[6]

Während sich „Space Jam“ hauptsächlich dem Genre des Sportfilms sowie Fantasyfilms zuordnen lässt, enthält er auch nicht unwesentliche Anteile an komödiantischen Elementen sowie Science-Fiction.

Von der Kritik wurde der Film gemischt aufgenommen. Vor allem die Verbindung von Real- und Animationsfilm wurde gelobt, während die seichte Story nicht überall Anklang fand.[7][8]

Mit „Space Jam: A  New Legacy“ erschien im Jahre 2021 ein Sequel mit NBA Basketballprofi LeBron James in der Hauptrolle.

Handlung

Als Außerirdische nach einer neuen Attraktion für ihren Freizeitpark suchen, stoßen sie auf die „Looney Tunes“ vom Planeten Erde.

Wenig begeistert vom Plan der Invasoren, schlägt Bugs Bunny aufgrund der geringen Größe der Aliens ein Basketballspiel zur Klärung vor. Doch das Schlitzohr hat die Rechnung ohne die besonderen Fähigkeiten der Außerirdischen gemacht, die kurzerhand die Talente von NBA-Profis einsaugen.

Die letzte Rettung scheint nur Basketball-Legende Michael Jordan, der von Bugs Bunny, Daffy Duck, Tweety, Schweinchen Dick und Co. für das alles entscheidende Spiel rekrutiert wird,  um so die Pläne der Gegner zu durchkreuzen.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Space Jam“

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©Warner Bros. Entertainment

Der offizielle Trailer zu „Space Jam“ anlässlich der 4K-Blu-ray Veröffentlichung

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©Warner Bros. Entertainment

Bilder

Daffy Duck inspiziert Michael Jordan

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©Warner Bros. Entertainment

Die Aliens auf der Suche nach Sensation

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©Warner Bros. Entertainment

Die „Looney Tunes“ treten in die „echte Welt“

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©Warner Bros. Entertainment

Jordan als Kapitän des „Tune Squad“ neben dem zappeligen Stan (Wayne Eliot Knight)

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Michael Jordan trägt auch beim „Tune Squad“ die legendäre Nummer 23

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The Fanatic (2019)

  • 6/10
    derofa Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Melissa meint - Ganz Gut

„Fanatischer Protagonist der mit seinem Autismus zu kämpfen hat und nebenher mal zum Stalker wird.

Fred Durst und John Travolta haben sich zusammengetan, um einen ausergewöhnlichen Stalker-Thriller zu kreieren.  Interessante Kombination für einen originellen Film.

John Travolta spielt einen autistischen Mann namens Moose, der ein großer Fan vom Horror-Genre zu sein scheint. Um sein Idol, den Schauspieler Hunter Dunbar näher kennenzulernen, tut er alles.

Schauspielerisch sind wir überwältig. Denn John Travolta zeigt sich hier in der Rolle so authentisch und überzeugend. Wir haben ihn bisher noch nie in solch einer Rolle gesehen. Was zu Beginn noch skurril auf uns wirkt, wird im Verlauf beeindruckend gut.

Obwohl Moose als fanatischer Stalker viele Grenzen überschreitet können wir ihn nie als „den Bösen“ sehen. Er bleibt bis zum Schluss für uns nahezu das Opfer, dass durch seine Naivität in Verbindung mit seinem Autismus auf uns fast schon unglückselig wirkt. Wir können ihm nicht böse sein – oder doch?

Wer auf der Suche nach einem Thriller mit einer ungewöhnlichen Story ist, wird hier schnell fündig. Denn „The Fanatic“ ist bis zum Schluss nervenaufreibend und spannend zugleich. Die Handlung ist „mal was anderes“ und gerade dafür müssen wir den Film loben. Das allerbeste am Film ist jedoch die Leistung von Travolta die uns umhaut. Jedoch bietet sie im Gesamten nicht mehr als Durchschnittskost.

Das Finale ist zugegeben etwas „verrückt“ jedoch unterhaltsam. Für einen Filmeabend für zwischendurch ist es der ideale Film.“ (24.07.2021)

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Genre: Thriller

Originaltitel: The Fanatic

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: VMI Worldwide, Pretzel Fang Productions, Wonderfilm, Media Finance Capital, Bill Kenwright Films, Koch Films

Regie: Fred Durst

Drehbuch: Fred Durst

Produktion: Daniel Grodnik, Oscar Generale, Bill Kenwright

Musik: Gary Hickeson, John Swihart

Länge: 89 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Kinostart: keinen (Deutschland)

Beschreibung

„The Fanatic“ ist ein Psycho-Thriller aus dem Jahre 2019 und stammt aus der Feder von Limp Bizkit Frontman Fred Durst.

Einen deutschen Kinostart gab es für den Film nicht. Dieser wurde 2020 direkt auf Blu-Ray/DVD veröffentlicht. Seit dem Jahr 2021 ermöglicht es „Sky“ den Thriller auf ihrer Streaming-Plattform anzusehen.

Einen Kinostart gab es nur in den USA. Dort kam der Film 2019 in die Kinos.

John Travolta hat in diesem Stalker-Thriller bewiesen, dass er auch in andere Rollen schlüpfen kann.

Handlung

Moose (John Travolta) ist ein Horrorgenre-Liebhaber der sein Idol um alles auf der Welt einmal treffen möchte. Für ein Autogramm tut er alles.

Als es zu Schwierigkeiten kommt und der größte Fan von Hunter Dunbar (Devon Sawa) nicht sein Vorbild kennenlernen und kein Autogramm erhalten darf, überlegt sich Moose wie er alternativ an sein Idol herankommen kann.

Durch eine Freundin bekommt er Wind von der Privatadresse des Hollywoodschauspielers. Nachdem er Hunter Dunbars Privatanwesen ausfindig gemacht hat, beginnt das Versteckspiel. Was zuerst harmlos begonnen hat, wird schnell zur Obsession.

Trailer und Bilder

Der offizielle deutsche Trailer zu „The Fanatic“ (2019)

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©Koch Films

Moose will nur ein Autogramm von seinem Lieblingsschauspieler Hunter Dunbar

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©Koch Films

Moose ist verärgert, dass er kein Autogramm von seinem Idol bekommen konnte

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©Koch Films

Das er mit seinem Verhalten Grenzen überschreitet ist dem autistischen Moose nicht wirklich bewusst

FAR: Lone Sails (2018)

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©Okomotive |  ©Mixtvision

  • 7.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 7.5/10
7.5/10

Spielenswert

„FAR: Lone Sails“ ist ein sogenanntes Vehicle-Adventure des schweizerischen Entwicklerstudios „Okomotive“.

Es wurde im Mai 2018 für PC veröffentlicht. Etwa ein Jahr später schaffte es das Indie-Spiel zudem auf PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch.

In „FAR: Lone Sails“ steuert ihr als winzige Spielfigur eine Art Hybrid-Fahrzeug aus Schiff und Lokomotive, über Schalter im Inneren, durch ein postapokalyptisches Szenario, in der 2D-Side-Scroller-Perspektive.

Unter dem Titel „FAR: Changing Tides“ wurde bereits ein Nachfolger angekündigt, der im Laufe 2021 erscheinen soll.[1]

Was das ungewöhnliche Puzzle- und Rätselspielchen ausmacht, verraten wir euch in unserem Test.

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Genre: Adventure, Puzzle, Rätsel, Side-Scroller

Originaltitel: FAR: Lone Sails

Produktionsland: Schweiz

Entwicklerstudio | Publisher: Okomotive | Mixtvision

Musik: Joel Schoch

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 3-4 Stunden

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 15.07.2021)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: FAR

Nachfolger: FAR: Changing Tides (für 2021 angekündigt)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/FAR:_Lone_Sails | https://videospiele.fandom.com/wiki/FAR:_Lone_Sails | https://howlongtobeat.com/game?id=56531

Wertung:  

Testplattform: Nintendo Switch

Autor: Jannik

Verfasst am: 17.07.2021

Lesezeit: ca. 8 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Weit: Einsame Segel“

Das Vehicle-Adventure

„FAR: Lone Sails“ ist ein sogenanntes Fahrzeug-Adventure und wurde vom schweizerischen Studio „Okomotive“ entwickelt.

Wir haben während unserer Gamer-Laufbahn ja schon allerlei Videospiele gezockt und ausprobiert, doch ein Vehicle-Adventure kam uns bisher noch nicht auf den Bildschirm. Euch auch nicht?

Dann setzt die Segel, schmeißt die Verbrennungsmotoren an und stellt den Treibstoffvorrat sicher. Wir laden euch auf unser Schiff ein, um dem Genre gemeinsam aufs Reifenprofil zu fühlen.

Es kann doch schließlich sicher nicht schaden, auch mal die Spur zu wechseln und auf andere Fahrbahnen vorzudringen, um ein weniger populäres Genre auszuprobieren. Oder doch?


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©Okomotive |  ©Mixtvision


Schwitzerrisches Studentenprojekt

Das außergewöhnliche Spielchen „FAR: Lone Sails“ hat als Studentenprojekt des leitenden Entwicklers Don Schmocker bereits im Jahr 2015 seinen Ursprung.[1]

Als Schmockers Kommilitone an der „Zürcher Hochschule der Künste“ – Goran Saric – mit zum Projekt stieß, gründeten sie im Jahr 2017 ihr Studio „Okomotive“.[2]

Die Inspiration für „FAR: Lone Sails“ soll unter anderem durch „Das Superbuch der technischen Wunderwerke“ aus dem Jahr 1992 von Richard Platt und Stephen Biesty gekommen sein. Doch auch Videospiele, wie das atmosphärische „Journey“ (2012) oder verspielte „LittleBigPlanet (2008), leisteten Zündstoff für „Okomotive“’s kreativen Motor.[3]


„Das Superbuch der technischen Wunderwerke“ diente unter anderem als Inspiration für „FAR: Lone Sails“

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©Amazon | Quelle: https://www.amazon.de/Stephen-Biestys-Incredible-Cross-Sections-cross-sections/dp/0863188079


Intention | Setting | Handlung

Doch was ist nun eigentlich das besondere an „FAR: Lone Sails“?

Die Schöpfer rund um Schmocker wollten ein Spiel entwickeln, welches euer Fahrzeug so essentiell macht, dass ihr im Verlaufe des Spiels eine Bindung zu ihm aufbaut.[4] Ob das wirklich funktioniert, haben wir uns im späteren Abschnitt „Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte“ genauer angeschaut.

Jedenfalls findet ihr euch als winzige Spielfigur in rotem Öl-Zeug, in einem scheinbar postapokalyptischen Szenario wieder. Die Umgebung erinnert dabei oft an ein ausgetrocknetes Meer, eine karge Steppe oder salzige Wüste. Auch ein klein wenig andere Landschaften werden im Spielverlauf auf euch zukommen.

Ohne jedwede Erklärung stürzt ihr euch munter drauf los und findet sogleich einen ulkigen fahrbaren Untersatz, unweit eures Startpunkts. Anschließend müsst ihr euch als frischgebackener Kapitän und stolzer Entdecker unter dem Motto „probieren geht über studieren“ selbst mit eurem Vehikel auseinandersetzen, um in die Weiten aufbrechen zu können.


Oben die Außen- und unten die Innenansicht eures treuen Gefährts in „FAR: Lone Sails“

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://www.artstation.com/artwork/k5gJx


Gameplay

Der Weg ist das Ziel

Habt ihr euch als Grünschnabel erstmal ein wenig mit eurem Schiff vertraut gemacht, macht ihr euch in der 2D-Side-Scroller-Perspektive auf die Reise durch verschiedene Gefilde. Auch wenn scheinbar ein nicht näher erwähntes Ereignis über die Welt hereingebrochen ist, gibt es dennoch allerhand sehenswertes auf eurem Weg.

Ob trockene Dünen, einen Sonnenuntergang im Abendrot, vom Wind gepeitschter Hagel oder von Schneestürmen durchzogenes Land. Euer Schiff bahnt sich den Weg durch einige Wetterphänomene und Umgebungen.


Zeit in Salz zu stechen

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=1568162976


Ihr tragt dabei fast ohne Unterbrechung die Verantwortung für euer Fahrzeug. Konkret heißt das: Nachdem ihr die Mechaniken und Knöpfchen im Inneren alle mal gedrückt habt, wisst ihr um deren Funktionen und eure Aufgaben. Das Segel will gespannt, der Ofen mit Treibgut befeuert und der Kessel vom Dampf befreit werden. Wenn es zu Komplikationen kommt, heißt es auch die Rolle des Feuerwehrmann sowie Maschinisten zu übernehmen und Brände zu löschen sowie Reparaturen durchzuführen oder kreativ zu werden und die Winde im Schlamm einzusetzen.

Mithilfe der Schultertasten zoomt ihr entweder auf eure Spielfigur oder lasst die Kamera in die Panoramaansicht zurückfahren. Je nach Ausrichtung der Kamera ist die Hülle eures Fahrzeuges entweder durchsichtig – sodass ihr euch und das Innere sehen könnt – oder aber sichtbar. Dieses Prinzip ist an die erwähnte Buchinspiration angelehnt.

Im Verlaufe der Reise macht ihr Halt an – nennen wir es Häfen oder Docks – häufiger weil ihr an Hindernissen nicht weiter kommt ohne dort Puzzle zu lösen, seltener leider weil ihr auf Upgrades für euer Schiff stoßt, die sich deshalb wie kleine Meilensteine anfühlen.

Doch habt ihr in „FAR: Lone Sails“ überhaupt ein Ziel? Nun ja, für einen echten Kapitän ist nichts weniger als der Weg das Ziel. Oder?


Eine Ansammlung an Spielszenen aus „FAR: Lone Sails“

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://www.pinterest.de/pin/358036239128569493/


Plackerei oder Kreuzfahrt?

Bei allerlei Aufgaben als Kapitän, Navigator, Puzzler, Brandbekämpfer und Maschinist, stellt sich natürlich die Frage, inwieweit „FAR: Lone Sails“ entspannter Sightseeing-Trip oder doch eher unliebsame Plackerei ist.

Arbeit

Um gleich zur Sache zu kommen: „FAR: Lone Sails“ kann sich trotz der schönen Stimmung auch mal wie Arbeit anfühlen. Erinnert hat uns das ein wenig an das Echtzeitstrategiespiel „Jurassic World: Evolution“. Ebenso wie in der Rolle des Parkmanagers ist als Schiffskapitän ständig irgendetwas los und möchte justiert, arrangiert, eingesammelt, überlegt oder eingerastet werden.

Was uns daran am meisten störte war wohl der vielbetätigte Gasknopf. Eine Möglichkeit zum dauerhaften Einrasten gibt es nicht. Steht kein Wind, steht also auch mal eure Maschine, weil der Knopf sich immer wieder herausdreht. Verbessert wird das Bauteil während eurer Reise auch nicht. Dadurch kann es schon mal vorkommen, dass die Atmosphäre der Spielwelt und Umgebung unter euren Aufgaben, wie eben dem Gas geben, leidet und nicht richtig aufgesaugt werden kann. Das steht im Weg.

Wie Jawas

Ebenfalls das Ofen befeuern, also auftanken, kann schon mal nerven, da sich das aufheben zu Beginn des Spiels als relativ langwierig gestaltet. Da kann man sich beim Schrott respektive Brennstoff einsammeln in der Wüste, schon mal wie die kleinen, übergriffigen Javas aus dem „Star Wars Universum“ fühlen.

Wenn ihr euch dann aber im weiteren Verlauf wie ein Honigkuchenpferd über einen Sauger am Hinterteil eures Schiffes freut, weil dieser nunmehr selbstständig allerlei Treibgut aufsammelt und das zudem noch praktischerweise direkt am Brennofen, versteht ihr die Absicht der Entwickler dahinter. Leider sind diese Momente aber nicht zahlreich genug, was wir später im Abschnitt „Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte“ noch näher ausführen werden.

Ressourcenmanagement

Wer Angst vor großem Ressourcenmanagement hat, den können wir beruhigen. „FAR: Lone Sails“ geht überaus großzügig mit Treibstoff um. So ziemlich alles was sich in der Welt finden lässt, kann auch als Treibstoff verwendet werden. Wäre ja auch blöd mitten auf dem Weg manuell an der Schiffswinde ziehen zu müssen, um weiter an Strecke zu machen – auch wenn es ja bekanntlich im Fahrer-Jargon so schön heißt: „Wer liebt der schiebt!“.

Doch Vorsicht vor roten Fässern mit Flammen-Warnsymbol! Euer Motor wird es euch danken.


„FAR: Lone Sails“ kann sich durchaus auch mal wie Arbeit anfühlen

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©Okomotive |  ©Mixtvision| Quelle: https://goombastomp.com/far-lone-sails-review/


Fernreise – Nah am Bildschirm

Egal ob im Handheld-Modus der Nintendo Switch oder auf dem großen Bildschirm. Wer in den Weiten von „FAR: Lone Sails“ versinken will, sollte sich darauf einstellen, sehr nah an den Bildschirm zu gehen – und das auch ohne Sehschwäche.

Trotz oder gerade wegen der erwähnten Zoom-Funktion und eurer Rolle als Mini-Spielfigur, müssen die Augen oft deutlich angestrengt werden.

Nicht selten muss über die Schultertasten nachjustiert werden, was in uns die Frage aufkommen lies, ob da eine automatische Kamera, die intelligent je nach Spielgeschehen umschaltet, nicht wenigstens in den Häfen bzw. Puzzle-Sequenzen sinnvoll gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz hat das ganze auch einen Vorteil. Da ihr als Knirps in der Welt fast schon untergeht, wirkt diese noch weiter als ohnehin schon. Insbesondere durch das Großenverhältnis zu eurem Schiff, fühlt ihr euch da stets wie ein kleiner Wicht im Wind.


Findet ihr Lone Henriksson? So heißt übrigens die spielbare Figur in „FAR: Lone Sails“.[5] Ein Tipp: Sie befindet sich etwa in der Mitte des Bildes.

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Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte

Mit „FAR: Lone Sails“ haben sich die Entwickler rund um Schöpfer Schmocker, wie bereits im Abschnitt „Intention | Setting | Handlung“ erwähnt, zum Ziel gesetzt, euer Vehikel so bedeutend wie nur möglich für euch zu machen. Doch schafft es das Spiel wirklich, dass ihr eine Bindung zu eurem Schiff aufbaut?

Zugegeben: Wenn ihr euren fahrbaren Untersatz immer besser kennenlernt, steigt mit dem Kilometerstand auch die emotionale Verbindung. Schließlich steht nichts außer das treue Gefährt zwischen euch und der rauen Einöde.

Die Grundidee euch ohne Erklärung einfach in die Welt zu werfen erweist sich somit nicht nur als effizient in Bezug auf die Entwicklungs- sondern auch Beziehungsarbeit. Denn neben den grundlegenden Funktionen wollen auch kleine Details, wie zum Beispiel die kleine rote Fahne die im Wind weht, erst einmal interpretiert und verstanden werden. Schiff und Kapitän bandeln aneinander an und ein Anschluss entsteht.

Doch baut man wirklich eine richtige Beziehung auf? In unserem Fall eher nicht! Und dafür gibt es auch gute Gründe. Es gibt im Verlaufe eurer Reise einfach viel zu wenige Upgrades für euer Schiff. Eine Entwicklung findet somit nur marginal statt. Individualisierungsmöglichkeiten gibt es letztendlich sogar gar keine. Vielleicht ist aber auch die kurze Spielzeit von nur drei bis vier Stunden der Grund, wieso wir das Fahrzeug nicht so lieb gewinnen konnten wie erhofft.

So bleibt in dieser Spur viel Potential auf der Strecke liegen, was dafür sorgt, dass unser Vehikel für uns am Ende nur ein treues Gefährt aber kein treuer Gefährte wird.


Auch wenn wir unser KFZ lieb gewinnen springt der Funke nicht vollends über

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Plakette für Konzept – Abzüge bei km-Anzahl

Neben bereits einigen, kleineren Versäumnissen auf der Wegstrecke der Bewertungsskala von eins bis zehn, muss man dem Spiel eines wirklich lassen: Die große Stärke von „FAR: Lone Sails“ liegt in dem edelmütigen, kreativen – wenn auch nicht perfekt umgesetzten Konzept. Das ist uns durchaus eine bescheidene derofa.de-KFZ-Plakette auf „FAR: Lone Sails“ Nummernschild wert.

Abzüge muss es jedoch leider – vergleichbar mit unserem erst kürzlich gemachten Indie-Ausflug „Gris“ (2018) – für den Umfang aber vor allem das verschwendete Potential geben.

„Okomotive“ hätte in „FAR: Lone Sails“ die Möglichkeit gehabt mit einer etwas längeren Spielzeit und dem gewissen Feinschliff im Ablauf der Puzzle, die letzten Punkte auf der Geraden zur Ziellinie noch rauszuholen.

War es im sowohl spielerisch als auch atmosphärisch perfekten „Gris“ eher der reine Umfang  – also schlicht mehr Spielzeit – so sind es in „FAR: Lone Sails“ eher die verpassten Möglichkeiten.

Doch wir sind uns fast sicher, dass die erfinderischen Köpfe hinter „Okomotive“, im angekündigten Nachfolger „FAR: Changing Tides“, genau an diesen Stellschrauben des Motors drehen werden!


Der Nachfolger „FAR: Changing Tides“ wurde bereits für 2021 angekündigt und bietet Chancen für den Feinschliff der Lackierung

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Fazit – Fahrlässig außergewöhnliches Indie-Spiel

Das fahrzeugbasierte Adventure „FAR: Lone Sails“ siedelt sich in einem ungewöhnlichen Genre an und bietet deshalb auch – aber nicht nur – eine ebenso außergewöhnliche Spielerfahrung.

Als schweizerisches Studentenprojekt entwickelt, zeigen die Schöpfer von „Okomotive“ mit ihrem Erstlingswerk sehr viele gute Ansätze. Damit kreieren sie einen spielenswerten bis ausgezeichneten Kurztrip, welcher für einige denkwürdige Erlebnisse bei euch sorgen könnte.

In „FAR: Lone Sails“ erwartet euch als geneigter Abenteurer eine meist angenehme Reise unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, welche auch vom ausprobieren lebt. Wegen der teilweise zumindest fragwürdigen Entscheidungen im Bereich Antrieb und Kamera, artet das Puzzle-Spielchen jedoch öfter auch in Arbeit aus und steht so seinem Potential, welches es zur Entschleunigung hätte, entgegen.

Außerdem hätte „FAR: Lone Sails“ insgesamt auch ein wenig mehr Platz für knackigere Rätsel oder Jump ’n‘ Run Einlagen der Spielfigur gehabt. Stattdessen erwarten euch oft leichte Schalterrätsel die zwischendurch, abseits des Schiffs, gelöst werden müssen.

Bei allem Minimalismus – auch im Bezug auf die Geschichte – hätte außerdem ein wenig mehr Input vorgebeugt, zu viel Eigeninterpretation in das dystopische Szenario legen zu müssen. Sei es nur in Form einer klitzekleinen Vorgeschichte, welche die Reise nachvollziehbarer und sinniger macht.

Das postapokalyptische Setting jedenfalls machte wohl sicher die Entwicklung von „FAR: Lone Sails“ leichter, doch Läge gerade in vielfältigeren Landschaften mit üppigen Vegetationen, die wahre Stärke in dem Spiel und Konzept. Schließlich könnte man so neben der Schufterei, um sein Gefährt am laufen zu halten, auch mal inne halten und so die Umgebungen und damit auch seine Fahrt mehr genießen.

Vielleicht ist das der Aufhänger für den nächsten Teil?! Der Nachfolger „Changing Tides“ (dt. Gezeitenwechsel) lässt zumindest darauf hoffen, diesmal auch in See stechen zu können. Erste Bilder gibt es bereits.

Letztendlich hat das Studio „Okomotive“ mit der Fortsetzung nun also die Möglichkeit, kleinere Stolpersteine von der Straße zu räumen, um aus einer sehr guten, eine herausragende Spielerfahrung zu machen.


Im Nachfolger „FAR: Changing Tides“ verschlägt es euch ins kühle Nass. Der Release ist für 2021 angekündigt. Den Trailer findet ihr unten.

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Trailer

„FAR: Lone Sails“

Der offizielle Launch-Trailer zu „FAR: Lone Sails“

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„FAR: Changing Tides“

Der offizielle Announcement-Trailer zu „FAR: Changing Tides“

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Der weiße Hai (1975)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Sehenswert

Im Jahre 1975 brachte der Regisseur Steven Spielberg den ersten Film in die Kinos, der zum Kultstatus wurde und bis heute Action- bzw. Blockbusterfilme prägte.

Mit „Der weiße Hai“ (1975) entstand ein Werk, so künstlerisch wertvoll, sodass er auch im 21. Jahrhundert zu den am besten bewertetsten Filmen aller Zeiten gilt.

In dem Hollywood-Blockbuster dreht sich alles um den Kampf gegen den großen weißen Hai.

Habt ihr euch bereits an unseren Köder festgebissen und wollt wissen ob der kultige Film heutzutage noch sehenswert ist? Wie wir den Film empfanden, erfahrt ihr in unserer Kritik.

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Genre: Thriller

Originaltitel: Jaws

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures

Regie: Steven Spielberg

Produktion: David Brown, Richard D. Zanuck

Musik: John Williams

Länge: 124 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Kinostart: 18.12.1975 (Deutschland)

Universum: Der weiße Hai

Nachfolger: Der weiße Hai 2 (1978)

Wertung:  

Autor: Melissa

Verfasst am: 17.07.2021

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Kult der 70er Jahre

Mit dem Titel „Der weiße Hai“ verbinden wir heutzutage einen der bekanntesten Kultfilme der siebziger Jahre. Er war einer der ersten Filme des Hollywood Regisseur Steven Spielberg und gilt bis heute als wahrer Klassiker.

Wie schön ist es dem Soundtrack zu lauschen. Die musikalische Untermalung für „Der weiße Hai“ lässt Kinoliebhaber hellhörig werden. Der Soundtrack wurde nämlich von Star Wars-Komponist John Williams produziert und verleiht dem Film in jeder Szene die passende Dramaturgie.

Nicht umsonst wurde das Wasserepos mit dem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet. Wir verlieren uns ganz schnell auf hoher See, und fiebern mit, wenn es darum geht zu überleben.

Habt ihr Lust auf einen Vorgeschmack dann spitzt eure Ohren. Wir werfen euch ein Häppchen vor, bevor es weiter im Text geht.

Das Main-Theme von „Der weiße Hai“ von John Williams. (1975)

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Martin Brody (Roy Schneider) trifft hier das erste Mal auf den großen weißen Hai

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Handlung – Raubtier der Meere

Die Handlung spielt in den 70er Jahren im Badeort Amity, in einem Bundesstaat der USA. Überreste einer Leiche werden an den Strand gespült. Die Polizei von Amity vermutet einen Haiangriff.

Am Unabhängigkeitstag der USA, den 4.Juli 1975 kommt es zu weiteren Vorfällen. Trotz warnender Hinweise eines Haiangriffs wird die Badesaison in der amerikanischen Kleinstadt nicht eingestellt. Erst bis die Medien Wind vom Ereignis bekommen wird die Stadt aufmerksam. Der Polizeichef Martin Brody (Roy Schneider) und der Meeresbiologie Matt Hooper (Richard Dreyfuss) haben Kontakt mit dem Haifischjäger Quint (Robert Shaw) aufgenommen. Nach den ersten Haiangriffen hat Quint dem Bürgermeister ein Angebot unterbreitet. Für eine Prämie in Höhe von 10.000 Dollar erklärt er sich bereit, den Haifisch zu erledigen. Der Bürgermeister hat dies zunächst abgelehnt, doch im Verlauf seine Meinung geändert. Es kommt schließlich abermals zu Haiangriffen am sommerlichen Badeort und der Bürgermeister entschließt sich dadurch, den Haifischjäger zu verpflichten.

Es heißt nun: Packt eure sachen und ab aufs Schiff! Die sogenannte „Orca“ dient hier als schwimmendes Zuhause für die Crew. Brody, Hooper und Quint haben sich das Ziel gesetzt, einen ca. acht Meter großen Haifisch zu erledigen. Der Fischjäger Quint ist sich ziemlich sicher diese Aufgabe mit Klacks zu meistern, wohingegen sich die anderen beiden auf dem kleinen Schiff ziemlich schutzlos fühlen. Sobald es zum ersten Angriff des mächtigen Tieres kommt, wird ihnen schnell klar –  der Hai wird es ihnen nicht einfach machen.


Es wird holprig wenn der weiße Hai die Orca attackiert

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Wenn Klassik zur Kunst wird

Mit einem schleichenden Start schafft es „Der weiße Hai“ schließlich ab der zweiten Hälfte zunehmend Spannung aufzubauen.  Mit seinen 124 Minuten kribbelt es uns in den Fingern, denn alles was wir sehen wollen ist das schwimmende Raubtier. Diese Erwartung intensiviert, denn gleich könnte es soweit sein. Es hält uns bis zum Showdown hin gebunden. Fast so als seien wir gefesselt – er hat uns an der Angel.

Es braucht seine Zeit, doch dann ist es soweit. Schließlich können wir einen Blick auf den „Schrecken der Meere“ werfen. Die Szenen in denen wir endlich den weißen Hai erhaschen können, sind für die damalige Zeit sehr gut umgesetzt worden. Mit Hilfe der Animatronic schafft es Spielberg einen sehr naturgetreuen weissen Hai auf die Leinwand zu projizieren. Sogar in der heutigen Zeit wirkt diese Kunst des filmemachens nicht gebraucht.

Der Zuschauer fühlt sich beim Anblick des Haies immernoch verängstigt – denn etwas Bammel vor ihm haben wir dann doch! Verschärft wird dies durch den sensationellen Soundtrack von John Williams, in denen wir öfter mal das Gefühl haben, unseren eigenen Herzschlag zu hören. Mal wird es still und lautlos, mal wird es durch bestimmte Töne nervenaufreibend. Voller entsetzen krallen wir uns an unseren Sessel und fiebern mit der Crew der Orca mit.

Zugegeben, in der heutigen Zeit wirkt der Film im Gesamten sehr altbacken und ist nicht sehr gut gealtert. Einige Dialoge und Szenen wirken heutzutage so skurril und altmodisch, dass wir sie eher als komödiantisch ansehen und nicht ernst nehmen können. Immer mal wieder bringt uns die Handlung zum Lachen und das in einem Hollywood-Thriller?! Der Hang zum gruseligen oder verstörenden versinkt hier direkt im Meer.

Ältere Filme haben diesen Flair an sich und werden durch die veralterte Darstellung in der heutigen Zeit nicht mehr ernst genommen.  Was damals noch gruselig und schrecklich war, gilt heute eher als billig und humoristisch. Dennoch gilt der Klassiker heutzutage als künstlerich wertvoll, da er den Meilenstein für weitere Blockbuster in Hollywood gelegt hat. Filme wie „Open Water“ (2003) oder der Monsterfilm „Meg“ (2018) haben ihr großes Vorbild in „Jaws“ (englischer Titel von „Der weiße Hai“) gefunden.


Matt Hooper (Richard Dreysfuss) kennt sich mit den Tieren des Meeres aus und versucht die Verhaltensweise des Raubtieres zu analysieren

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Vorlage aus dem Roman

Bis heute gilt der Blockbuster als eines der besten Thriller.

Die Geschichte von „Der weiße Hai“ (1975) basiert auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1974 und stammt von Autor Peter Blachy. Er verarbeitete in seinem Roman die Ereignisse vom Juli 1916 in New Yersey. Zu dieser Zeit kam es zu mehreren Haiangriffen.

Für die Menschen war es damals noch überraschend, denn sie sahen den Hai nie als Raubtier an. 1916 hatten die Menschen zu wenig Vorstellung vom Tier der Meere, sodass der Hai aufgrund mehrerer Haiangriffe schnell zu einem Symbol der Gefahr wurde.[1]

Es gibt einige Unterschiede zum Roman die wir euch von Wikipedia hier gerne einmal auflisten möchten. [2]:

  • Im Buch stammt Brody aus Amity, während seine Frau Ellen „vom Festland“ und aus einer eher wohlhabenden Familie kommt. 
  • Die Familie Brody hat insgesamt drei Kinder.
  • Ellen kennt den Ozeanographen Hooper noch aus Teenager-Tagen, als sie mit Hoopers älterem Bruder liiert war.
  • Ellen und Hooper haben im Roman eine kurze, aber heftige Affäre, die sehr „plastisch“ beschrieben wird.
  • Im Buch wird die Sorge und die Existenzangst der Einwohner Amitys deutlicher herausgestellt, zudem gibt es im Buch Verwicklungen zwischen Bürgermeister Vaughn und der Mafia, die zusätzlich Druck auf ihn ausüben, das Hai-Problem zu lösen.
  • Im Buch finden Brody und sein Deputy Hendricks Ben Gardeners Boot, aber keine Leiche, dafür aber einen Haizahn.
  • Die Sequenzen mit dem vom Hai weggerissenen Pier, mit der falschen Haiflosse und dem folgenden Angriff in der Bucht stammen nicht aus dem Buch.
  • Im Buch wird unmittelbar nach dem Angriff auf den Jungen ein weiterer Mann angegriffen und getötet, dies wird jedoch nur als Augenzeugenbericht wiedergegeben.
  • Der letzte Angriff des Hais vor dem Auslaufen der Orca verläuft glimpflich; ein Teenager will als Mutprobe hundert Meter aufs Meer hinausschwimmen. Während er zurückschwimmt, taucht der Hai hinter ihm auf und verfolgt ihn, kann ihn jedoch nicht mehr einholen.
  • Anders als im Film kehrt die Orca jeden Abend nach Amity zurück.
  • Quint benutzt altmodische Harpunen (wie in Moby Dick), um den Hai zu töten.
  • Ein großer Unterschied liegt zudem noch in der Größe des Haies. Im Film hat er eine Größe von 7-8 Meter wohingegen ein echter weißer Hai eine Größe von 5-6 Meter aufweist.
  • Achtung Spoiler
    Die wohl wichtigsten Unterschiede: Hooper überlebt den Angriff des Hais auf den Unterwasserkäfig nicht und Quint wird auch nicht vom Hai gefressen.

Ganz schön viele Unterschiede. Die Handlung lässt dennoch nichts zu wünschen übrig und die Jagd auf den Hai bleibt bestehen.

Wie es im Trailer so schön heißt: „Sehen Sie sich diesen Film an bevor sie schwimmen gehen“. Doch wer meint der Film hätte die Zuschauer abgeschreckt, der irrt. Im Zuge des Erfolgs von „Der weiße Hai“ stieg die Anzahl an Touristen am Drehort von Marthas Vineyard um das dreifache an Besucher an.[3]


Wenn der Hai plötzlich aus dem Wasser blickt, sind auch wir kurzzeitig erschreckt

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Fazit – Kultstatus bleibt bestehen

Auch wenn der Film etwas altbacken wirkt, die positiven Eigenschaften überwiegen dennoch. Vorallem für all die jenigen, welche die Kunst hinter und vor der Kamera erkennen können. Zur damaligen Zeit wurde hier ein Blockbuster geschaffen, den es so noch nie gegeben hat. Spielberg schaffte den Sprung nach Hollywood mit innovativen Darstellungen. 

Das Spektakel zeigt uns den Überlebenskampf der Menschen auf hoher See. Er ist ein abenteuerlicher Trip durch die Meere mit einer ungezähmten Bestie in einer prägnanten Spielberg Atmosphäre.

„Der weiße Hai“ (1975) war bis zum Erscheinen des Sci-Fi-Klassikers „Star Wars – Krieg der Sterne“ (1977) der kommerziell erfolgreichste Film[4]:

Ein Filmzitat gilt bis heute zu einem der bekanntesten aller Zeiten.

„Wir brauchen ein größeres Boot…“ Brody

Ich hoffe wir konnten euch einen kleinen Einblick in einen Kult-Film geben, der bis heute und für die Zukunft als Klassiker in die Geschichte eingeht. Durch „Der weiße Hai“ wurde der Baustein für viele weitere Hollywood-Blockbuster geschaffen. Kult bleibt in dem Sinne einfach Kult.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Der weiße Hai“ (1975)

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