Squid Game (2021 – …)

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    derofa Durchschnittswertung - 8/10
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Ausgezeichnet

Mit „Squid Game“ erschien am 17. September 2021 zweifelsohne eine Ausnahmeserie auf der Plattform des Branchenführers Netflix.

Ganze 142 Millionen Konten erreichte die Thriller-Produktion in den ersten vier Wochen und stieß damit den bisherigen Rekordhalter „Bridgerton“ (82 Millionen) mit Ansage vom Thron![1]

Doch was zeichnet das gesellschaftskritische Spielchen um Leben, Tod und Reichtum aus? Und warum schafft es die Serie wie keine andere, ein besonders breites Publikum anzusprechen?

Über das und mehr sinnieren wir in der Kritik zum Netflix-Hype „Squid Game“.

Genre: Thriller, Drama, Mystery

Originaltitel: Ojingeo Game (Transkription)

Produktionsland: Südkorea

Produktionsfirma: Netflix | Siren Pictures

Regie: Hwang Dong-hyuk

Drehbuch: Hwang Dong-hyuk

Produktion: Hwang Dong-hyuk, Kim Ji-yeon

Musik: Jung Jae-il

Staffeln: Staffel 01 (9 Episoden) (2021), Staffel 02 in Planung[2]

Länge: ca. 32-63 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 16 (lt. Netflix) (Stand: 19.11.2021)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Squid_Game | https://www.imdb.com/title/tt10919420/fullcredits/?ref_=tt_ql_cl | https://en.wikipedia.org/wiki/Squid_Game

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 17.11.2021

Lesezeit: ca. 3 Minuten (Direkt zum Fazit)

Eine Riesenwelle

Der Hype war gigantisch. Die koreanische Netflix-Serie „Squid Game“ brach als meistgestreamte Serie des Platzhirsches sämtliche Rekorde.

Auch wegen seiner Gesellschaftskritik in die Schlagzeilen gekommen, polarisierte die Mischung aus Thriller und Drama und veranlasste Kinder dazu seine Spiele auf dem Schulhof nachzuspielen.[3]

Ja, auch Süd-Korea lebt, wie viele Länder der Erde, im Raubtierkapitalismus. Und diesem Thema nimmt sich Regisseur Hwang Dong-hyuk an – in der reinsten Form die man sich nur vorstellen könnte.

Das Prinzip ist einfach: Haufenweise überschuldete, gesellschaftlich abgestiegene, verlorene Seelen und ein Gewinn der jeden Einzelnen, nicht nur aus dem Armuts-Sumpf sondern an die Spitze der Nahrungskette katapultieren würde. Und so geht es unter der Aufsicht von anonymen Marionetten im roten „Haus des Geldes“-Outfit, geradewegs durch ein absurd anmutendes, ebenso comichaftes wie knallbuntes Treppenhaus, angelehnt an die Werke des niederländischen Künstlers M. C. Escher und damit in ein Spiel was fatale Folgen für die meisten Teilnehmer haben wird.[4]


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Verlierer Nr. 456

„Squid Game“ (dt. Tintenfischspiel) umfasst neun Episoden und beginnt damit den Protagonisten „Seong Gi-hun“ oder besser Nr. 456 schlüssig vorzustellen.

Seong ist ein getrennt lebender, spielsüchtiger Vater mit einem ziemlich verkorksten Leben. Um seine Tochter aus der neuen Patch-Work-Familie regelrecht „freizukaufen“, nimmt er an den Spielen teil. Und darin liegt bereits eine große Stärke der Serie. Allumfassend gibt sie allen Zuschauern, die es noch nicht mitbekommen haben, eine Ahnung davon, wie fundamental schwer finanzielle Kraft in allen kapitalistischen Gesellschaften wiegt – auch für Lebensbereiche wie Liebe, Familie oder Gesundheit, die eigentlich als „unkaufbar“ gelten.

Für Nr. 456 geht es um nichts weniger als Leben in Glanz und Gloria oder schlichtem Tod mit Endstelle Krematorium. Die Altersfreigabe mit 16 Jahren ist mindestens fragwürdig. Massenhafte Exekutionen und explizite Gewaltdarstellungen bis hin zu leichten Gore-Elementen sind Teil des Spiels und Mittel zum vermitteln des Ernstes der Lage.

Pikant ist hier, dass Netflix seine Serien traditionellerweise nicht bei der USK für die Bewertung einreicht. Stattdessen wurde die Produktion von Netflix selbst mit einer Altersempfehlung von 16 Jahren ausgestattet. Aufgrund der expliziten Darstellungen, hätten wir ein 18er-Rating als angemessener empfunden.


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Sensationslust

Was die Schauwerte betrifft so gelingt es „Squid Game“ sehr geschickt, Kinderspiele mit einfachen Regeln die jeder versteht und eine Gesellschaftsordnung die jeder versteht, in den Genre Drama, Thriller und Mystery zu verstricken. Außerdem gelingt es aus diesen Teilen eine inhaltlich gesellschaftskritische Serie zu kreieren, die zeitgleich jedoch die scheinbar niedere, urgegebene Sensationslust des Zuschauers zu befriedigen scheint. Der Mensch sucht das Spektakel – und er wird bedient.

Mit einem Ende etwas zu konstruiert und mit irrationalen Entscheidungen der Figuren, schafft es „Squid Game“ zwar nicht sein Niveau in Puncto Konsequenz über alle Folgen zu halten, bricht sich dabei aber beileibe nicht den Hals.


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Fazit – Battle Royale für Masse (und Denker)

Ist der Hype gerechtfertigt?

„Squid Game“ ist fürwahr eine ausgezeichnete Serie und transportiert eine Botschaft. Doch der Hype kommt nicht nur zustande wegen der zugrundeliegenden Gesellschaftskritik. Nicht alle Zuschauer werden Hwangs Intention wirklich bemerken, verstehen oder gar ihre persönliche Wahrnehmung oder den Stellenwert von Geld in unserer Welt hinterfragen.

Der Hype kommt auch zustande weil das Thema Battle Royale, so wie es aufbereitet wurde, nicht nur extrem im Trend liegt, sondern auch einfach jeden anspricht. Die Serie ist totaler Mainstream ohne inhaltsleer, ohne frei von Subtanz zu sein. Sie spricht also Sensationslustige gleichermaßen an wie nach dem Sinn suchende Hobby-Philosophen. Vielleicht liegt gerade darin das Kunststückchen?

Laut Wikipedia wollte Schöpfer und Regisseur Hwang mit „Squid Game“: „In Verbindung mit Kinderspielen eine Allegorie über die moderne kapitalistische Gesellschaft erzählen. Dabei sollte der Fokus auf dem Wettbewerb liegen.“ Und was sollen wir da noch mehr konstatieren als: Mission erfüllt!


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Trailer

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Was haltet Ihr von der wohl gehyptesten Serie aller Zeiten? Teilt eure Gedanken zu „Squid Game“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der „Front Man“ auch.


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