
Lesemusik:
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derofa Durchschnittswertung - 8/108/10
Jannik meint - Ausgezeichnet
Mit „Antebellum“ präsentieren uns die Produzenten aus dem Hause QC Entertainment, die sich bereits für „Get Out“ und „Wir“ verantwortlich zeichneten, abermals einen Social-Thriller mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik und wieder dieser eigenartigen Form von Mindfuck.
„Antebellum“ überträgt und transportiert dabei die seelischen und körperlichen Qualen unterdrückter schwarzer Menschen aus der Zeit der namensgebenden Antebellum-Ära (Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, zw. 1812 – 1861)[1] auf die heutige Zeit.
Brisant ist das deswegen, weil er damit die Behauptung aufstellt oder zumindest den Schluss zulässt, dass Rassismus heutzutage in dieser extremen und absoluten Weise und in gleichem Maß in der modernen Gesellschaft verankert ist. Nur weniger offensichtlich, versteckter oder in abstrakteren Formen.
Es ist eine krasse Mischung, in seiner Botschaft sehr absolut, moralisierend, pauschalisierend und einseitig. „Antebellum“ sucht diese Provokation und kann sich deshalb absurd anfühlen. Es ist der Kampf weiß gegen schwarz, aber auch schwarz gegen weiß.
Da es sich bei „Antebellum“ jedoch um ein künstlerisches Werk handelt, lässt sich diese Überspitzung wiederum durchaus rechtfertigen. Es ist eben dieses Kontrastdenken, was den Film inhaltlich so furchterregend macht. Es ist der totale Kampf der Ethnien, zugespitzt, um die soziale Schieflage/systematische Unterdrückung so laut wie möglich in die Gesellschaft herauszuschreien.
Es macht Spaß, bei diesem Befreiungsschlag der Macher zuzusehen. Auch wenn sie (möglicherweise bewusst) etwas über das Ziel hinausschießen. Denn gerade aus einer subtileren, unterschwelligeren Programmatik wie der eines „Get Out“ (2017) hätten sie Spannung herausziehen können.
„Antebellum“ ist letztendlich ein ausgezeichneter So(cial)nder-Thriller mit starken Bildern und Kontrasten, der sich durch seinen Twist von der breiten Masse abhebt und insgesamt ausgezeichnet altern wird. (8. Mai 2021)
Genre: Thriller, Mysterythriller, Horrorthriller
Originaltitel: Antebellum
Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Lionsgate | QC Entertainment, Bush+Renz
Regie: Gerard Bush, Christopher Renz
Drehbuch: Gerard Bush, Christopher Renz
Produktion: Raymond Mansfield, Sean McKittrick, Zev Forman, Gerard Bush, Christopher Renz, Lezlie Wills
Musik: Nate Wonder, Roman Gianarthur
Länge: ca. 106 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Veröffentlichung: 18. Dezember 2020 (Blu-ray DE)
Ähnliche Titel: Get Out (2017), Wir (2019), Nope (2022), Him – Der größte aller Zeiten (2025)
Trailer
Der offizielle deutsche Trailer zu „Antebellum“
