Archiv der Kategorie: Schwarze Komödie

Spree – Alles für die Klicks (2020)

Musik zum Lesen:

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  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

„Spree“ ist unkonventioneller Found-Footage-Horror mit schwarzhumoriger Social-Media-Gesellschaftskritik mit der Brechstange und nimmt den gegenwärtigen Zeitgeist, geprägt von Klickgeilheit und Geltungsdrang beim Buhlen um Aufmerksamkeit, Aufrufe und Follower, gekonnt auf die Schippe.

Mit einer verrückten, glänzend-perfekten Performance eines sich komplett freispielenden Joe Keery („Stranger Things„) besticht die kurzweilige sowie innovationsfreudige schwarze Komödie außerdem, manches mal überbordend und -fordernd, mit typischen Elementen gängiger Smartphonescreens während Streaming und Liveübertragung samt Chat.

Eugene Kotlyarenkos „Spree“ löst damit mehr als einmal anarchische Sensationslüste aus, wenn der Pegel an selbstzerstörerischem Wahnsinn immer weiter steigt, ehe er im Finale befriedigend eskaliert und jenen, die sich angesprochen fühlen, den Spiegel vorhält. Gesehen werden um jeden Preis? Chat, was meint ihr? (24.01.2025)

Genre: Found Footage, Horror, Komödie, Schwarze Komödie

Originaltitel: Spree

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: RLJE Films | Forest Hill Entertainment, DreamCrew, SuperBloom

Regie: Eugene Kotlyarenko

Drehbuch: Eugene Kotlyarenko, Gene McHugh

Produktion: Matthew Budman, Sumaiya Kaveh, Eugene Kotlyarenko, John H. Lang

Musik: James Ferraro

Länge: ca. 93 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 7. Juli 2022 (Streaming DE), 5. August 2022 (Blu-ray DE)

Ähnliche Titel: Pain & Gain (2013)Heilstätten (2018)Searching (2018), The Fanatic (2019)M3GAN (2022)

Quellen
Release: https://kinocheck.de/film/o7f/spree-2022 | Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Spree_(film)
Was haltet Ihr vom ungewöhnlichen Found Footage Ausflug von Joe Keery? Teilt eure Gedanken zu “Spree” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der Chat bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Spree – Alles für die Klicks“

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Kleines Arschloch (1997)

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©Senator Film Produktion
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Grenzerfahrung und -auslotung mit der Comicverfilmung „Kleines Arschloch“!

Der Tabubruch ist sein Steckenpferd, Fingerspitzengefühl sein zweiter Vorname. Politische Korrektheit hat er durchgespielt. Schöpfer Walter Moers lieferte höchstpersönlich das Drehbuch und sorgte dafür, dass jedes Wort an der richtigen Stelle trifft.

Mit einer unglaublichen Altersfreigabe von FSK 12 gelang es dem kleinen Arschloch seinerzeit bereits, die jungen Buben und Mädchen zu infizieren.

Warum der 1997 erschienene Zeichentrickfilm nichts weniger als die satirische Antwort auf die Frage ist „was man heute noch sagen darf“ und nichts weniger als deutsches Kulturgut, verraten wir im Tagebuch.

Genre:  Animation, Zeichentrick

Originaltitel: Kleines Arschloch

Produktionsland: Deutschland

Produktionsfirma: Wild Bunch Germany | Senator Film Produktion, TFC Trickompany Filmproduktion

Regie: Michael Schaack, Veit Vollmer

Drehbuch: Walter Moers

Comicvorlage: Walter Moers

Produktion: Hanno Huth

Musik: Wolfgang von Henko

Länge: ca. 82 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 6. März 1997 (Kinostart DE)

Nachfolger: Das kleine Arschloch und der alte Sack – Sterben ist Scheiße (2006)

Ähnliche Titel: Asterix der Gallier (1967), Werner – Beinhart! (1990), Der kleene Punker (1992), Käpt’n Blaubär – Der Film (1999)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleines_Arschloch_(Film) | https://www.imdb.com/de/title/tt0119471/companycredits/?ref_=ttrv_dt_cmpy

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 05. Dezember 2020

Lesezeit: ca. 3 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

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Die Geburt der Provokation

Liebes Tagebuch,

als ich mich in der Öde meines Daseins nach etwas Unterhaltung abseits des Gemeinen sehnte, stieß ich auf ein filmisches Kleinod längst vergangener Tage.

Im Jahre 1997 erblickte es das Licht der Welt und vermochte bereits mit seinem Titel „Kleines Arschloch“ aufzuzeigen, in welch richtige Richtung der Provokation es schreiten würde.

Heimelig in der Geborgenheit des Mutterleibes, genährt von Mutterkuchen, machte es sich schon dort den Tabubruch zur Lebensaufgabe, bevor es, geleitet von Sekreten, den Geburtskanal entlangglitt, um schließlich durch die Scheide (auch bezeichnet als Lustgrotte oder Vulva) in die Arme der Menschheit zu fallen.

Bei meinem Kontrollgang durch das „kleine Arschloch“, liebes Tagebuch, stieß ich auf Offenbarungen, Provokationen und nicht zuletzt Grenzüberschreitungen. Und ich entdeckte ein 12-jähriges Arschloch – mit einem Lebensziel …


Ich werde meinen Kampf für eine bessere Welt fortführen, bis sich die ganze Menschheit singend in den Armen liegt.Kleines Arschloch
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©Senator Film Produktion

Lernen vom kleinen Arschloch

Liebes Tagebuch, weiter im Text.

Es waren ein paar Minuten ins Land gezogen. Nun, nachdem ich die Motive des kleinen Arschlochs besser verstand, regte sich etwas in den Zellen meines Gehirns, welches Tag für Tag ein wenig mehr in Tristesse zu versinken drohte.

Wann die Schleimflora am fruchtbarsten sein soll, lernte ich durch ihn. Wie man mit Behinderten und Minderheiten in der Bundesrepublik umgeht – eine der schwierigsten Aufgaben auch noch heute, 24 Jahre später – vermochte mir das kleine Arschloch par excellence zu vermitteln.

Es ist dieses verkannte Genie, welches da ist – aber einfach nicht gesehen wird. Doch ich muss nun schließen liebes Tagebuch. Ich lerne Arschlochs Großvater – und Arschlochs große Liebe – Inge Koschmidder (76) – kennen …


Objekt meiner Begierde ist Inge Koschmidder. Inge ist 76 und schon ein bisschen hinfällig – aber ich scheiße auf sexuelle Tabus.Kleines Arschloch
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©Senator Film Produktion

Die tiefen des kleinen Arschlochs

Die Kirche

Liebes Tagebuch,

Ich bin nun weiter in die Tiefen des „kleinen Arschlochs“ vorgedrungen.

Heute lernte ich etwas über die Kirche und christliche Nächstenliebe in unserer von Religion und Glauben geprägten Kultur.

Das kleine Arschloch begab sich mit Großvater auf den Friedhof, welchen er jedoch schnell aufgrund eines vehementen Verweises der katholischen Kirche wieder verlassen musste. „Bist du jetzt zufrieden?“, fragte das kleine Arschloch seinen Großvater …


Allerdings, genau so stellt sich doch ein Atheist die Unsterblichkeit vor – Lokalverbot auf dem Friedhof.Großvater des kleinen Arschlochs
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Der richtige Ton

Auch abseits von Sprititualität liebes Tagebuch, erreichten mich weitere brisante Erkenntnisse. Der Sozialrevolutionär kennt eben keinen Mittagsschlaf, wie das kleine Arschloch feststellt.

Mit seiner Band ist er häufiger für Auftritte gebucht. Die passende Musik für jeden Anlass, ja, im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Ton zu treffen, ist seine Paradedisziplin. Er wählt in einem Geschick sondergleichen die richtigen Songtitel für wirklich jede Situation. Egal ob Christen, Nazis oder Country-Fans – eine musikalische Darbietung auf höchstem Niveau – die weiß das kleine Arschloch immer zu gestalten.

Seine Bandmitglieder sind da nicht so sicher. Schon zu oft mussten sie hinhalten und stahlharte Fäuste schmecken. Doch sie können beruhigt sein, denn das kleine Arschloch verspricht …


Verlasst euch auf mich, Männer. Man wird uns Kränze flechten. Man wird uns auf Knien um Zugabe anflehen. Ich schwöre.Kleines Arschloch
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Telefonseelsorge

Liebes Tagebuch,

in seiner Besorgnis um unsere Mitmenschen zeigt das kleine Arschloch seine Friedfertigkeit und ein überdurchschnittliches Engagement. Auch wenn sich die gequälte und gleichermaßen verzweifelte Seele am Telefon wohl nur verwählt hatte, so ist sie bei ihm doch gerade richtig gelandet, munkeln zynische Zungen.

„Haben Sie vielleicht irgendwelchen Kummer?“ – fragt das kleine Arschloch besorgt. Nach einem abwägenden Pfeifen stellt er eine ausweglose Situation fest …


Doch doch, ich verstehe vollkommen, sie müssen sich vorkommen wie das letzte Stück Dreck – und zwar zurecht. (…) Nein nein, also da würd ich mir nun überhaupt keine Hoffnungen machen. (…) Selbstmord? Hmm, das wäre selbstverständlich eine Lösung. (…) Aber ich bitte Sie, nichts zu danken. Gern geschehen. Auf Wiederhören. Oder besser – Adieu!Kleines Arschloch
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Fazit – Grenzüberschreitung

Liebes Tagebuch,

ich komme nicht umhin, mich in meinem Fazit wieder dir zu widmen.

Ich bin beileibe nicht derjenige, der entscheiden möchte, was über die Grenzen des guten Geschmacks hinausgeht. Wo liegt diese Grenze überhaupt und wurde sie im Verlaufe unserer menschlichen Existenz bereits zu Genüge ausgelotet oder gar erreicht?

Mit seinen philosophischen Ergüssen hat sich das kleine Arschloch tief in mein freiheitlich denkendes Gehirn gebrannt und mein Herz zum Schnellschlag verleitet.

Das geistige Niveau meiner Familie verhält sich zu meinem eigenen, wie ein Tiefseeschwamm zu Albert Einstein, liebes Tagebuch. Sie sind wie Tiere, schamlos und triebhaft.Kleines Arschloch

Wenn Satire eine Religion ist, dann ist das kleine Arschloch ihr ferkeliges Oberhaupt. Ein Unikat, eine Stimme der Geknechteten und der Vernunft. Er ist der Messias, der die Ketten sprengt. Denn wo gab es so etwas wie das kleine Arschloch schon einmal? Darf man heute noch sagen, was das kleine Arschloch im Jahre 1997 sagte? Darf man heute noch sagen: „darf man heute noch sagen?“ Oder viel wichtiger: Darf man darüber lachen?

Ich bin nicht imstande, diese gesellschaftlichen Fragen, ja gar diese gesellschaftliche Verantwortung der Grenzenauslotung zu bewerten. Hierfür braucht es die Stimme des spitzbübischen Oberhaupts. Und die stellt bereits früh im Film folgerichtig fest …


(…) auch hier müssen Grenzen eingerissen werden.Kleines Arschloch
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©Senator Film Produktion

Bonus-Höhepunkte

Warum bedeckst du deine Blößen? Du bist meine Schwester, ich begehre dich nicht.Kleines Arschloch
Schamlos reckelte sie sich in ihrer makellosen Nacktheit vor mir. Sanft brach sich das Licht in ihren steilragenden Nippeln, während ihr Venusflaum zwischen ihren festen Schenkeln schimmerte, wie ein Strom aus flüssiger Seide.Kleines Arschloch

Was haltet Ihr vom Niveau des ferkeligen Oberhaupts? Scheißt Ihr auf sexuelle Tabus? Wo liegt die Grenze des guten Geschmacks? Teilt eure Gedanken zu “Kleines Arschloch” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die hinfällige Inge Koschmidder bestimmt auch! Wenn sie denn noch nicht abgenippelt ist. War das zu viel? Was wollt Ihr dagegen tun?

Trailer

Mangels Trailer hier die anstößige Geburt des kleinen Arschlochs

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©Senator Film Produktion, RTL II

Knives Out – Mord ist Familiensache (2019)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Steevo meint - Sehenswert

Knives Out bietet einem vieles was in einen Krimi bzw. in eine Krimikomödie gehört. Die Mischung aus Spannung und etwas Witz machen den Film durchaus Sehenswert.

Und durch die gute Schauspielerische Leistung ist der Film von Anfang bis Ende herrscht hier so gut wie nie Langeweile. Wenn man einen nicht zu ernsten Krimi schauen möchte aber doch etwas Spannung braucht ist man hier an der richtigen Stelle.

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Genre: Krimi, Krimikomödie

Originaltitel: Knives Out

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Leonine

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

Produktion: Rian Johnson, Ram Bergman

Musik: Nathan Johnson

Länge: ca. 132 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Beschreibung

Knives Out – Mord ist Familiensache ist ein Krimi aus dem Hause Leonine der 2019 veröffentlicht wurde.

Die Hauptrollen sind Daniel Craig, Chris Evans und Ana de Armas.

In dem Film handelt es sich um einen wie im Titel schon erwähnt, Mord. Eine Reiche Familie ist um ein Familienmitglied ärmer geworden. Daniel Craig als Ermittler versucht diesen mit seinen Kollegen aufzuklären.

Jeder ist verdächtig, kann es am Ende nur einen Mörder geben oder gibt es doch mehrere.


Benoit Blanc aka Daniel Craig als Detektiv mit seinen Komplizen.

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©https://www.falter.at/kino/870367/knives-out-mord-ist-familiensache

Die verdächtige Familie.

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©https://www.weser-kurier.de/cms_media/module_img/5898/2949343_1_articlefancybox_dpa_5F9F3400EEA7EBED.jpg

Ana de Armas alias Marta Carbrera und Benoit Blanc alias Daniel Craig während den Ermittlungen.

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©https://www.film.at/filmkritiken/knives-out-james-bond-spielt-sherlock-columbo-poirot/400713000

Parasite (2019)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Sieger von vier Oscars u.a. als „bester Film des Jahres“ wurde Parasite zum meist diskutierten Film 2019.

Unter Kritikern sowie Zuschauern gilt er als internationales Meisterwerk.

Was hinter dem sogenannten „Parasiten“ steckt und ob derofa.de genauso begeistert vom Werk ist, erfahrt Ihr in unserem Review.

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Genre: Drama

Originaltitel: Gisaengchung

Produktionsland: Südkorea

Regie: Bong Joon-ho

Drehbuch: Bong Joon-ho, Han Jin-won

Musik: Jeong Jae-il

Länge: 132 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Wertung:  

Autor: Lissa

Verfasst am: 10.03.2020


Eine ungewöhnliche Familie

Parasite ist eine südkoreanische Produktion die im Jahr 2019 in die deutschen Kinos kam. Der Film handelt von der Familie Kim, die unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben muss.

Sie sind am tiefsten Punkt angekommen. Das Ehepaar Kim Ki-taek (Song Kang-ho) und Chung-sook (Jang Hye-jin) haben beide kein stabiles Einkommen. Ihre Wohnung wirkt dreckig, heruntergekommen und ist für die vierköpfige Familie bei weitem nicht groß genug.

Familie Kim hat weder genug zu Essen geschweige denn „Luxusartikel“, oder einen eigenen Internetanschluss, da sie sich diesen nicht leisten können.


Ki-Jung (Park So-dam) und sein Bruder Ki-Woo suchen verzweifelt nach einer offenen W-LAN Verbindung

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©Koch Films

Die Kluft zwischen Arm und Reich

Eines Tages wird der Sohn Ki-Woo (Choi Woo-shik) von seinem alten Schulfreund zuhause besucht. Dieser hat ihm seinen ehemaligen Aushilfsjob als Nachhilfelehrer für die Tochter einer reichen Familie angeboten, da er aufgrund seiner geplanten Reise selbst nicht mehr in der Lage sein wird den Job auszuführen. Ki-Woo zögert nicht lange und nimmt das Angebot seines alten Freundes wohlwollend an.

Bereits am nächsten Tag hat er ein Vorstellungsgespräch bei der wohlhabenden Familie Park. Um einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen, nimmt er seinen womöglich einzigen Anzug aus dem Schrank. Die reiche Familie soll nicht erfahren in welchen schrecklichen Verhältnissen Ki-Woo und seine Familie leben müssen.

Schnell macht sich Ki-Woo seinen Platz als Nachhilfelehrer bei Da-hye (Jeong Ji-so), der Tochter der Familie Park sicher. Während seiner Nachhilfestunden versucht er stehts der jungen Familie auch in anderen Dingen zur Seite zu stehen.


Im schicken Anzug versucht Kim-Woo beim Vorstellungsgespräch zu verschleiern woher er wirklich kommt

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©Koch Films

Gesellschaftskritische Satire

Der Film strotzt nur so von Gesellschaftskritik. Die Ungleichheit der sozialen Schichten in Südkorea ist das Hauptthema von Parasite. Der Film versucht die Abgrenzung zwischen der Reichen und der Armen Gesellschaft stark zu betonen – genau das macht den Film zu einem besonderen Werk.

Parasite ist ein Film der so kritisch mit den sozialen Schichten umgeht und dabei dennoch mit einem Hauch von Witz um sich werfen kann, ohne an Realismus zu verlieren. Auf den ersten Blick wird nicht klar um was für einen Film es sich hier handelt – doch auf den zweiten Blick erkennt man deutlich die Kunstrichtung zur Tragikomödie wieder.

Dadurch wirkt der Film wie eine Gesellschaftskritische Satire die der Regisseur Bong Joon-ho genauso beabsichtigt hatte, um die moderne Welt wie wir sie heute kennen filmisch darstellen zu können.


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©Koch Films

Perfides Bild der Bevölkerung

Bong Joon-ho ist dafür bekannt aus seinen Filmen eine Gesellschaftssatire zu machen. Bereits im Jahr 2006 brachte der Regisseur den Film „The Host“ heraus, welches sich stark an der Stilistik von Parasite anlehnt.

Schon ab der ersten Szene will der Film uns in die Welt der Einkommensschwachen ziehen, damit wir mitfühlen – es miterleben können. Familie Kim wirkt dabei jedoch nicht dauerhaft als Opfer, sodass wir keinesfalls stets nur Mitgefühl empfinden mussten. Zugegeben, wir waren schockiert in welchen Verhältnissen die Familie leben muss und wie sich im Kontrast dazu die wohlhabende Familie Park in ihrer Luxusvilla vergnügen und ein (fast) problemloses Leben führen kann.


Das Ehepaar Park

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©Koch Films

Kontrovers und überspitzt

Parasite vermag es die Unterschiede der sozialen Schichten weitgehend zu präzisieren, jedoch zeigt der Film uns auch, dass selbst ein Luxusleben mit Problemen überschüttet werden kann. Dies im Fall von Familie Park, denn ihr Leben scheint auf den ersten Blick glücklich und ohne Sorgen zu sein.

Doch auch dieser Schein trügt. Hinter jeder Fassade steckt mehr als man denkt. Die Reichen sind nur nett und höflich weil sie es sich leisten können. Die Armen hingehen betteln um jede Zuneigung. Sie können es sich nicht anmaßen unfreundlich zu sein, da ihr gesamtes Leben davon abhängt, wie sie sich anderen präsentieren. Der Regisseur möchte den Zuschauer dazu bringen genauer hinzusehen und sich dann die Frage zu stellen wer hier eigentlich der echte „Schmarotzer“ ist und wer nicht. Könnt ihr es denn sehen?

Was uns Parasite hier liefert ist künstlerisch sehr wertvoll. Die Handlung ist skurril, bleibt dennoch so echt und realitätstreu und selbst wenn wir denken die Handlung verstanden zu haben, bringt sie uns immer mal wieder zum Gedankentausch. Langeweile konnte hier nicht auftreten – und das bei 132 Minuten.

Jedes Detail stimmt in dem südkoreanischen Film. Abgesehen von der Umgebung in denen unsere Protagonisten sich aufhalten (die heruntergekommene Wohnung der Familie Kim) zeigt uns Parasite auch mit kleinsten Details welche starke Aussagekraft diese haben können. Wie z.B. das Zuhalten der Nase aufgrund von „schlechtem Geruch“. Verdeutlichen soll dies die Menschen aus der sozialen Unterschicht. Für die finanzstarke Gesellschaft haben „arme Leute“ einen widerlichen und unerträglichen Duft.

Ein sehr kontroverses Detail welches uns als Zuschauer damit jedoch direkt treffen soll – sein Ziel hat es damit definitiv nicht verfehlt.


Erneut eine sehr übertrieben dargestellte Szene

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©Koch Films

Fazit

Parasite lässt uns nach mehr als 2 Stunden Laufzeit mit einem wuchtigen Wow-Effekt zurück. Die Handlung stellt sich als so ungewöhnlich und unvorhergesehen heraus und rückt uns den Film so in eine andere Perspektive.

Genau das ist der Gewinner nach dem wir gesucht haben! Dadurch wird Parasite alles andere als zum Einheitsbrei. Im Gegenteil, Parasite zeigt uns mit seiner Satire der Gesellschaft, in Kombination mit Thriller-Elementen, dass Filme tiefgründig, realitätsbezogen, komödiantisch und trotzdem hervorragend produziert sein können.

Es reicht nicht den Film nur einmal zu sehen um ihn vollends verstehen zu können. Parasite ist zurecht der beste internationale Film aus dem Jahre 2019 und sollte nicht nur von Kritikern verschlungen werden.

Schaut lieber selbst hinein und erklärt uns dann, wer für euch der wahre „Parasit“ in dieser Geschichte ist?


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https://www.provideocoalition.com/aotc-parasite/

 

Logan Lucky (2017)


Steven Soderberghs neuester Streich war ein solider Film für unseren Autor Steevo.
Mehr zu seinem Eindruck gibts im folgenden Review.


Genre: Komödie, Heist

Autor: Steevo

Verfasst am: 15.05.2018

Wertung:  


Eine Heist-Komödie von Steven Soderbergh (Regisseur von den Oceans-Filmen) die zu einigen Lachern führt.

Allerdings ist der Humor nicht für Jedermann.
Für mich war er unterhaltsam, da ich die amerikanischen Südstaatler sowieso amüsant finde.

Man sollte sich den Film bis zum Ende anschauen und ihm eine Chance geben und nicht gleich am Anfang ausmachen.
Der Film beginnt nämlich sehr zäh und braucht ziemlich lange um interessant zu werden.

Channing Tatum und Adam Driver spielen ihre Rollen als die Logan Brüder zwar gut, aber die ersten 2/3 vom Film sind nicht so fesselnd.



Daniel Craig und Channing Tatum mal anders

Umso näher man aber dem Ende kommt, desto besser wird’s.
Vor allem sobald Daniel Craig alias „Joe Bang“ mit ins Spiel gezogen wird.

Für mich ein solider Film der anders ist, als die anderen Action-Komödien bzw. Heist-Filme, die in den letzten Jahren gedreht worden sind.
Wie oben erwähnt braucht er lange um warm zu werden.
Es ist ein ruhiger Film aber das fand ich genau richtig um den Tag ausklingen zu lassen.


 

Pain & Gain (2013)


Ist „Pain & Gain“ nur pompöses Muskelgeprotze oder mehr? Steevo ist dieser Frage auf den Grund gegangen.


Genre: Action, Komödie, Drama

Autor: Steevo

Verfasst am: 13.05.2018

Wertung:  


Vom Produzenten Michael Bay

Ein Film von Michael Bay mit den Schauspielern Dwayne Johnson, Mark Wahlberg und Ed Harris, bekannt für gute Filme und viel Action.

Nach den Transformers Teilen von Michael Bay, sollte man annehmen das sein nächster Film auch ein Blockbuster wird.

Um es kurz zu fassen, es ist keiner.
Als der Film raus kam, war ich selbst eifrig am trainieren.
Das hat mir den Film noch schmackhafter gemacht.
Da der Film auf einer wahren Begebenheit basiert, hatte ich auch gedacht das muss was werden.
Nachdem ich ihn geguckt habe, wurde ich allerdings nicht aus den Socken gehauen.



Ein Film für Zwischendurch

Ein Mann der als Personal Trainer arbeitet und nach einiger Zeit keine Lust mehr darauf hat und den American Dream leben will.
Er schmiedet sich einen Plan und zieht noch zwei Kumpanen mit ins Boot.
Natürlich läuft alles nicht wie gewollt und aus dem Ruder.

Mehr muss man nicht drüber sagen, überzeugt euch selbst ihr könnt es aber auch lassen der Film ist kein Muss.
Wenn nichts besseres im TV läuft, kann man ihn sich angucken, ein paar lustige Szenen sind schon dabei aber insgesamt gesehen, ein eher unterdurchschnittlicher Film.