Archiv der Kategorie: Andrew Stanton

Toy Story 2 (1999)

Lesemusik:

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©Pixar | ©The Boys Are Back In Town, Thin Lizzy, 1976, Mercury Records Limited | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 10/10
    roter Faden-Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Jannik meint - Lieblingsfilm

Nachdem 1995 mit dem innovativen Erstling „Toy Story“ die Revolution des modernen Animationskinos begann, trat „Toy Story 2“ im Jahr 1999 die Nachfolge an. Der damalige Pixar-Chef John Lasseter nahm erneut auf dem Regiestuhl Platz und justierte unter Mithilfe seiner kreativ-verspielten Crew einfach alles richtig.

Auf technischer Seite wurden die Möglichkeiten noch weiter ausgereizt. So sahen die Charaktermodelle noch plastischer, noch natürlicher und damit insgesamt noch realistischer aus. Dadurch war der raue und manchmal unheimliche Ton des ersten Teils (Stichwort Uncanny-Valley-Effekt) ganz plötzlich verflogen.

Auf Handlungsebene wurde mit einer Mischung aus rasant und herzlich stimmig weitergeführt. Diesmal verschlägt es die Spielzeugfamilie in die Fänge eines kleinen, moppeligen Mannes. Dieser will Cowboy Woody mitsamt der neuen, hervorragend ambivalent geschriebenen Figuren Jessie (Cowgirl), Bullseye (Pferd) und Stinky Pete (Goldgräber) an ein Museum nach Japan verkaufen.

„Toy Story 2“ thematisiert dabei wichtige Werte wie Durchhaltevermögen, Einfühlungsvermögen, Kampfgeist, wahre Freundschaft und Zusammenhalt. Werte, die nicht nur die Kleinen, sondern auch die kindgebliebenen Erwachsenen spüren können. So stellt der Pixar-Film die Protagonisten nicht selten vor schwere Entscheidungen, in die sich die ganze Familie versetzen kann.

Für mich persönlich ist „Toy Story 2“ darüber hinaus ein absoluter Kindheitsfilm, der mich in eine völlig andere Welt abtauchen ließ. Ich wollte unbedingt die Spielzeuge haben, um weitere Abenteuer zu Hause zu erleben und um die Geschehnisse nachspielen zu können. Die geniale Prämisse des ersten Teils, Spielzeuge zum Leben zu erwecken und in ihrer eigenen Lebenswelt zu zeigen, ließ sich auf einer Metaebene hervorragend in meine eigene kleine Welt im heimischen Kinderzimmer übertragen.

Die Spielzeuge waren echt! Als ich mit ihnen spielte, waren sie zwar leblos, wurden jedoch durch meine Fantasie zum Leben erweckt. Und wenn ich nicht da war, waren sie ganz bestimmt genauso lebendig wie im Film und erlebten ihre ganz eigenen Abenteuer.

Auch durch diese persönliche Verbindung, mit der ich sicher nicht alleine war, wurde „Toy Story 2“ zu meinem Favoriten und unumstößlichen Maßstab im Genre des Animationskinos, den bis heute kein anderer Film vom Thron stoßen konnte.

Insgesamt ist er ein besonders wertvoller Computeranimationsfilm, der durch Tiefgang überzeugte und für viele Fans nur durch seinen Nachfolger „Toy Story 3“ (2010), der erst elf Jahre später folgen sollte, noch übertroffen werden konnte.

(27. Juni 2019 | 1. April 2026)

Genre: Animation, Computeranimation

Originaltitel: Toy Story 2

Produktionsland: USA

Studio | Vertrieb: Pixar Animation Studios | Buena Vista Pictures Distribution

Regie: John Lasseter

Drehbuch: Andrew Stanton, Rita Hsiao, Doug Chamberlin, Chris Webb

Idee: John Lasseter, Pete Docter, Ash Brannon, Andrew Stanton

Produktion: Helene Plotkin, Karen Robert Jackson

Musik: Randy Newman

Länge: ca. 92 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Veröffentlichung: 13. November 1999 (Premiere) | 3. Februar 2000 (Kinostart DE)

Universen: Pixar | Toy Story

Vorgänger: Toy Story (1995)

Nachfolger: Die Monster AG (2001) | Toy Story 3 (2010)

Ähnliche Titel: Spider-Man: A New Universe (2018)Toy Story 4 (2019) | Aya und die Hexe (2020) | Lightyear (2022)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Toy_Story_2 | https://en.wikipedia.org/wiki/Toy_Story_2 | https://www.imdb.com/de/title/tt0120363/reference/

Was haltet Ihr vom zweiten Leinwandabenteuer der Spielzeug-Gang? Welcher Film hat Eure Kindheit geprägt? Teilt Eure Gedanken zu „Toy Story 2“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Captain Buzz Lightyear bestimmt auch. Wenn es denn der Echte ist!


Trailer

Der offizielle Trailer zu „Toy Story 2“

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©Disney | ©Pixar

Toy Story (1995)

Lesemusik:

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©Walt Disney Records | ©Pixar | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 8.5/10
    roter Faden-Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Jannik meint - ausgezeichnet bis herausragend

Der erste vollständig computeranimierte Langfilm in der Geschichte des Kinos erschien im Jahr 1995 unter dem legendären Titel „Toy Story“.[1]

John Lasseters Regiedebüt zeigte damals eindrucksvoll die visionären Möglichkeiten der CGI-Animation und ist damit zum Klassiker schlechthin mit immenser filmhistorischer Bedeutung geworden.

Doch nicht nur die technische Umsetzung überzeugte. Auch die herzliche Geschichte rund um den kleinen Andy und seine namensgebenden Spielzeuge Woody, Buzz und Co. ist zeitlos und noch unter heutigen Gesichtspunkten außergewöhnlich.

Alleine die grundlegende Idee von „Toy Story“, Spielzeuge zum Leben zu erwecken und mit emotionalem Tiefgang in ihrer eigenen Lebenswelt zu zeigen, empfinden wir als genial. Für uns war die Filmreihe auch deshalb kindheitsprägend. Schließlich ist es ganz bestimmt dieser kreativen Meisterleistung zu verdanken, dass das Pixar-Franchise bis zu seinem furiosen „Andy-Ära-Finale“ in „Toy Story 3“ (2010) nichts von seiner Strahlkraft verloren hat.

Nicht zuletzt zeigte ebenfalls die unglaubliche Detailverliebtheit mit zahlreichen versteckten Anspielungen, wie vergnügt die kreativ-verspielten Köpfe hinter dem Computeranimationsfilm vorgegangen sein müssen, um das Abenteuer so faszinierend lebendig zu gestalten.

Insgesamt ist „Toy Story“ mit all diesen Qualitäten auch heute noch die Blaupause schlechthin für das moderne Animationskino. Und auch wenn unser persönlicher Favorit und Maßstab im Genre sein direkter Nachfolger „Toy Story 2“ heißt, da wir den Erstling als etwas rau und manchmal auch unheimlich (Stichwort Uncanny-Valley-Effekt) wahrgenommen haben, wird er immer ein zeitloses Stück Filmgeschichte bleiben.

(16. Juni 2019 | 17. März 2026)

Genre: Animation, Computeranimation

Originaltitel: Toy Story

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Buena Vista Pictures Distribution | Pixar Animation Studios

Regie: John Lasseter

Drehbuch: Joss Whedon, Andrew Stanton, Joel Cohen, Alec Sokolow

Idee: John Lasseter, Pete Docter, Andrew Stanton, Joe Ranft

Produktion: Bonnie Arnold, Ralph Guggenheim

Musik: Randy Newman

Länge: ca. 81 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Veröffentlichung: 19. November 1995 (Premiere) |  21. März 1996 (Kinostart DE)

Universen: Pixar | Toy Story

Nachfolger: Das große Krabbeln (1998) | Toy Story 2 (1999)

Ähnliche Titel: Spider-Man: A New Universe (2018)Toy Story 4 (2019) | Aya und die Hexe (2020) | Lightyear (2022)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Toy_Story | https://en.wikipedia.org/wiki/Toy_Story

Was haltet Ihr vom geschichtsträchtigen Animationsfilm, der das Kino revolutioniert hat? Teilt eure Gedanken zu „Toy Story“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Sheriff Woody bestimmt auch!


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Toy Story“.

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©Disney

Lightyear (2022)

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©The Walt Disney Company Germany GmbH
  • 7.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 7.5/10
7.5/10

Sehenswert

Bis zur Unendlichkeit. Und noch viel weiter!

Buzz Lightyear ist zurück. Das Schiff des leidenschaftlichen Space Rangers mit dem ikonischen, weiß-grün-lila-farbenen Raumanzug, landet geradewegs auf der Kinoleinwand.

Selbstverständlich war das nicht mehr. Schließlich ist „Lightyear“ der erste Pixar-Film, der nach ganzen drei Filmen, wieder eine Kino-, anstelle einer Streaming-Auswertung bekommt.

Warum der CGI-Animationsfilm das Genre aus technischer sowie inszenatorischer Sicht fast schon neu definiert, jedoch in Puncto Story-Puste und Nebencharaktere zurückfällt, verraten wir Euch in unserer Kritik zu „Lightyear“.

Genre: Computeranimation

Originaltitel: Lightyear

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Walt Disney Pictures | Pixar Animation Studios

Regie: Angus MacLane

Drehbuch: Angus MacLane, Jason Headley

Produktion:  Pete Docter, Galyn Susman, Andrew Stanton

Musik: Michael Giacchino

Länge: ca. 105 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Veröffentlichung: 16. Juni 2022 (Kinostart DE)

Universum: Pixar

Vorgänger: Rot (2022)

Ähnliche Titel: Toy Story 4 (2019), Spider-Man: A New Universe (2018)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Lightyear_(Film) | https://en.wikipedia.org/wiki/Lightyear_(film) |  https://www.imdb.com/title/tt10298810/fullcredits?ref_=ttfc_ql_1

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 16.07.2022

Lesezeit: ca. 8 Minuten (Direkt zum Fazit)

Der Kino-(Neu)start für Pixar

Da ist er wieder. Der Moment auf großer Leinwand. Die kleine Animatoren-Lampe „Luxo Jr.“ des patentierten Typs „Luxo L-1“[1],  bearbeitet das Pixar-Logo mit einigen beherzten Sprüngen, um sich selbst als „I“ im Logo zu formen, und frech die vierte Wand zu durchbrechen. Ehe das Bild langsam dunkler wird.

Nachdem den letzten drei Filmen, des zwölf-Oscar-schweren Pixar-Studios, mit den Titeln „Soul“ (2020), „Luca“ (2021) und „Rot“ (2022) keine Kinoauswertung vergönnt war, feiert das „Toy Story“-Spin-off „Lightyear“ nun endlich die Rückkehr des kalifornischen Studios in die Lichtspielhäuser.


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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://filmandfurniture.com/product/pixar-luxo-lamp/

Kindheits-Ikonen

Als die Pixar Animation Studios im Jahre 1995 mit „Toy Story“ das Animationsgenre revolutionierten, ahnte noch keiner, welche kultigen Charaktere aus dem neu geschaffenen Franchise hervor gehen würden. Der kultträchtige, erste vollständig computeranimierte Langfilm für das Kino[2], unter Regisseur John Lasseter, ist heute wohl für viele 90er-Kinder Auslöser nostalgischer Erinnerungen. Und darin zumindest für uns kaum zu überbieten. Er ebnete und festigte außerdem den Weg für das erfolgreiche Pixar-Studio, welches heute wie kein zweites, für die hochwertigsten Computeranimationsfilme überhaupt steht.

Neben dem Sheriff und Hauptprotagonisten Woody, der trotz der Vielzahl an wiedererkennbaren Nebencharakteren das Gesicht der „Toy Story“-Filme war und nach wie vor ist, war eine Figur bei Fans offenkundig ebenfalls sehr populär. Eine der beliebtesten und unfreiwillig komischsten Spielzeuge aus dem Kultfilm, ist schließlich zweifelsohne der tollpatschig-übermotivierte Space Ranger „Buzz Lightyear“. Auch für das Studio selbst ist Buzz eine besondere Figur. Zum 10-jährigen Jubiläum bei Pixar, erhalten Mitarbeiter nicht umsonst eine kleine Statue von Buzz als Geschenk, wie die Disney+ exklusive Making-off-Doku „Jenseits der Unendlichkeit: Buzz und die Entstehung von Lightyear“ zeigt.

Mit dem prägnanten Titel „Lightyear“ schießt Pixar den zielstrebigen Buzz jedenfalls nun endlich –  unfassbare 27 Jahre nach „Toy Story“ – in sein natürliches Habitat: Die Weiten des Weltalls.


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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Früherer Ableger & Frischling-Regisseur!?

Wie aufmerksame Fans wissen, gab es bereits vor „Lightyear“, ein Spin-off zur Figur des Buzz!

Die Beliebtheit des Astronauten resultierte, nach dem Erfolg von „Toy Story“, in einer Direct-to-Video Produktion aus dem Jahre 2000 mit dem Titel: „Captain Buzz Lightyear – Star Command: Das Abenteuer beginnt!“.

Dieser Zeichentrickfilm wiederum fungierte als Pilotfilm und leitete die nachfolgend veröffentlichte 65-teilige Zeichentrickserie „Captain Buzz Lightyear – Star Command“ (2000-2001) ein.[3]


Das deutsche DVD-Cover zum Pilotfilm „Captain Buzz Lightyear – Star Command: Das Abenteuer beginnt!“

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Die Verbindung zu „Lightyear“ ist die, dass der Pixar-Animator Angus MacLane (u. a. „Toy Story of Terror“ (2013), der bereits  im Jahre 1997 zu Pixar stieß, die Eröffungssequenzen zur Zeichentrickserie gestaltete, als großer Fan des Space Rangers gilt und nun für „Lightyear“ auf dem Regiestuhl Platz nahm.[4]

Der 47-jährige der zuvor überwiegend als Animator für diverse Pixar-Produktionen tätig war und in „Findet Dorie“ (2016) auch als Co-Regisseur an der Seite von Andrew Stanton stand, fühlte sich von der Figur des Buzz angezogen. Und er hatte die Möglichkeit den Film „Lightyear“ vorzuschlagen, um damit sein Regiedebüt zu geben.[5]

Andrew Stanton („Findet Nemo“, „WALL·E“) und Pixar-Urgestein Pete Docter („Die Monster AG“, „Oben“, „Alles steht Kopf“, „Soul“), waren darüber hinaus als ausführende Produzenten beteiligt.


Angus MacLane in seinem Büro bei den Pixar Animation Studios in Emeryville, Kalifornien am 04. Oktober 2007.[9] Der Filmemacher liebt Spielzeug und gilt in Pixar-Kreisen als wandelnde Film-Enzyklopädie.[10]

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©Pixar, Photo by Deborah Coleman | Quelle: https://collider.com/angus-maclane-small-fry-toy-story-interview/

Handlung – Buzz Lightyear auf schier unmöglicher Mission?

Im Jahr 1995 bekam ein Junge namens Andy ein Buzz-Lightyear-Spielzeug zu seinem Geburtstag. Es stammte aus seinem Lieblingsfilm. Das ist dieser Film.Lightyear

Unerforschter Kosmos, 4,2 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Star Command SC-01 Erkundungsschiff befindet sich im Landeanflug auf einen unerforschten Planeten. An Board: Space Ranger Buzz Lightyear und seine Partnerin und beste Freundin Alisha Hawthorne.

Die eigentliche Landung glückt. Doch der Weltraum birgt Gefahren und unvorhergesehene Widrigkeiten. Der Ehrgeizige Buzz versucht mit allen Mitteln das Richtige zu tun. Doch was ist das Richtige? Und  was, wenn er scheitert?


Buzz und seine Crew auf unerforschtem Terrain

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://screenrant.com/lightyear-movie-reviews-preview-roundup-pixar/

Nostalgische Kindheitserinnerungen – konsequente Weiterentwicklung

Der Film „Lightyear“, welcher in unserem Universum nun im Kino läuft, entstammt also eigentlich dem fiktiven „Toy Story“-Universum und war der Realfilm (was bei uns CGI entspricht), aus dem die Actionfigur Buzz resultierte, mit der Andy spielte und dabei eine verdammt gute Zeit hatte, da es sein Lieblingsfilm war. Da muss man erst mal ’ne Sekunde drüber nachdenken …

Auch wenn es nur textlich zu Beginn erwähnt wird, empfanden wir diese herangehensweise als gute Idee. Anstelle krampfhaft viel Zeit damit zu verbringen oder gar zu verschwenden, eine tiefere Verbindung zu „Toy Story“ herzustellen, die ja sowieso nur darin besteht, dass Buzz das Actiontoy aus einem Film ist, den Andy in seinem Universum gesehen hat, gibt das „Lightyear“ den Raum, sich voll und ganz auf eine neue Perspektive zu fokussieren.

Damit ist alles möglich. Eine konsequente Weiterentwicklung zu einer Filmfigur mit ausgefeilterem Charakter, bei der es reicht, grob den Zügen des Actionfiguren-Buzz aus „Toy Story“ zu ähneln.


Andy und einige seiner „Toy Story“-Freunde im Kino

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Ein (fast) neuer Space Ranger

Buzz ist sympathisch!

Der „Lightyear“-Buzz ist ähnlich perfektionistisch wie sein Vorbild. Er ist selbskritisch. Wenn es Grenzen gibt, versucht er sie zu sprengen. Unmögliches möglich machen – das ist Buzz Berufung. Heldenhaft ein Logbuch einzusprechen – welches ohnehin niemand anhört – dafür ist er sich nicht zu schade. Gerade das macht ihn sympathisch. Dem Zuschauer wird es leicht gemacht, Buzz in seinem Tun anfeuern zu wollen.

Buzz mag übrigens keine Autopiloten. Und vor allem keine Frischlinge. Hochmotiviert behält er seine Ziele stets im Visier und geht analytisch vor.

Doch damit gehen auch Schattenseiten einher. Es lastet Druck auf Lightyear. Er will immer alles schaffen. Und er macht es alleine – damit niemand reinpfuscht. Irgendwann wird er die goldene Mitte finden und Hilfe zulassen müssen.


Buzz Lightyear. Logbuch-Eintrag. Sternenjahr: Keine Ahnung!Buzz Lightyear
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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Buzz-Synchronstimmen

Buzz wird übrigens sowohl im O-Ton als auch in der deutschen Fassung nicht von den „Toy Story“-Stammsprechern synchronisiert. Das waren/sind Tim Allen bzw. im deutschen Walter von Hauff. Stattdessen wird er in der amerikanischen Fassung von „Captain America“ – Chris Evans gesprochen. Im deutschen von Tom Wlaschiha („Game of Thrones“, „Stranger Things„).

Eine bewusste Entscheidung, wie Produzentin Galyn Susman preisgab. Ziel sei es gewesen „Lightyear“ nicht zu stark mit „Toy Story“ zu verbinden. Es sei beabsichtigt gewesen, den Film in dieser Hinsicht eigenständig zu machen.[6]


Chris Evans und Tom Wlaschiha auf der „Lightyear“-Premiere in London am 13. Juni 2022

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://oe3.orf.at/stories/3025242/

Wlaschiha im Synchronstudio bei den Aufnahmen zu „Lightyear“ (mit Buzz-Actionfigur und „Stranger Things“-Bart)

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://oe3.orf.at/stories/3025242/

Drei große Stärken

Animations-Königsklasse

Animationstechnisch liefert „Lightyear“ Bilder auf Top-Niveau. Auch wenn man das von Pixar-Filmen bereits gewohnt ist: Der neueste Streich des Studios hebt das Genre visuell beinahe auf ein neues Qualitäts-Niveau. Unglaublich plastisch, beinahe zum anfassen wirkt „Lightyear“ wie die Crème de la Crème der Computeranimation. Ob das Tempo, die Formen oder die Umwelt – was heute aus dem Computer und den Köpfen des Pixar-Teams kommt ist fantastisch für Animationsfans. Inszenatorisch ist es die Königsklasse!

Ich wollte, dass die Dinge wirklich greifbar sind. Man sollte das Gefühl haben, dass man das Ding anfassen kann. Knöpfe, Schalter. Es geht mir darum eine Welt zu erschaffen, die sich glaubhaft anfühlt.Angus MacLane

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://www.simbasible.com/lightyear-movie-review/

Science-Fiction wie bei den Großen!

Doch nicht nur was die Produktionsqualität angeht, die visuell offensichtlich ins Auge sticht, nimmt „Lightyear“ Alleinstellungsmerkmale für sich ein.

Es ist ein Film in dem offensichtlich eine Seele schlummert. Ein Film mit besonderen Details – und einem Konzept. Was macht etwa findiger Space-Ranger, wenn der Autopilot nicht funktioniert? Richtig, reinpusten!

Kindheitstraum Astronaut, Faszination Weltall. All das schwimmt bei „Lightyear“ im Unterton immer mit. Und das ist auch kein Wunder. Schließlich ist Regisseur Angus MacLane ein riesiger Sci-Fi-Fan und lässt mit „Lightyear“ offensichtlich seiner Träume Luft.[7]


Das Raumschiff von Buzz, wurde in seinem Design, einem „Industrial Light & Magic“-Modell (u. a. „Star Wars“) nachempfunden

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Laut Wikipedia wollten die Animatoren, dass der Film cineastisch wirkt. Er sollte „das Gefühl der Science-Fiction-Filme hervorrufen, mit denen MacLane aufgewachsen ist“, wie es heißt. Sogar ein Modell in Art „Industrial Light & Magic“ (das wohl renommierteste Studio im Bereich der Spezialeffekte in der Filmwelt, u. a. „Star Wars„) sollte, wie einst in Zeiten früher Science-Fiction Filme, als Inspiration dienlich sein. Laut MacLane sollten „visuelle Lektionen aus frühen Science-Fiction- und Weltraumopernfilmen, wie denen der Star Wars-Reihe, genommen werden, ohne jedoch solche Filme absichtlich zu imitieren.“[8]

Tatsächlich erinnert bspw. auch der sympathische und treue Roboter-Begleiter „Sox“, mit 90er Jahre Spielzeug-Einschlag, in seiner skurrilen, beinahe unheimlichen Mischung, aus Super-Androide und Kätzchenspielzeugroboter, mit dicken Spaltmaßen und dünn-harter-Fellmatte, als eines der Highlights des Films, an die weltbesten Robo-Begleiter!


Jetzt schon kultig! Die Robokatze „Sox“.

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://collider.com/lightyear-pixar-best-character-sox-filmmaker-interview/

Tiefgang

Wenn über diese herangehensweise hinaus sogar noch erwachsene, komplexe oder paradox erscheinende Themen wie Zeitreisen, Desertion (Fahnenflucht) und posttraumatische Belastungsstörung leicht angeschnitten werden – sowie ganz beiläufig und dennoch zentral – die Themen Altern und Verlust einzug finden, ist das schon Animations-Tiefgang mit Tendenz zum Kloß im Hals.


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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://senegal.detailzero.com/movies/27567/bad-news-for-the-Toy-Story-spin-off-with-this-sad-record.html

Pixar macht mit „Lightyear“ alles richtig – bis …

Pixar macht bis hierhin mit „Lightyear“ alles richtig. Warum es dann doch „nur“ zur 7,5 auf der derofa-Skala gereicht hat, lässt sich im Grunde an einem einzigen, großen Kritikpunkt festmachen. Dieser zieht die Wertung doch stärker nach unten, als man meinen würde.

Ab einem gewissen Moment, etwa im Mittelteil der Handlung, fehlt dem Space-Abenteuer, nach einem fulminantem Start, relativ plötzlich der Drive. Der Hyperantrieb stockt. Verantwortlich dafür ist offensichtlich schlicht das Drehbuch, dem einfach trotz einiger Überraschungen die Substanz, von der Mitte nach hinten raus, fehlt.

Ein Grund sind außerdem die später eingeführten Nebencharaktere. Die Frischlinge könnten, nein müssten, einprägsamer sein. Sie bleiben trotz einiger oberflächlicher Eigenheiten jederzeit relativ blass und austauschbar. Dies führt dazu, dass Buzz und sein Begleiter Sox, alleine auf weiter Flur, die einzigen interessanten Charaktere mit echtem Charisma in „Lightyear“ bleiben.

Das alles wird nie zur echten Gefahr für das insgesamt positive Gesamtbild. Doch es entfernt „Lightyear“ eben von einem herausragenden Abenteuer. Und ebnet den Weg zu einem „nur“ sehenswerten bis ausgezeichneten Computeranimationsfilm.


Die Nebencharaktere haben nicht genug Ausstrahlung und Zugkraft

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Fazit – Space Ranger (und Luxo Jr.) mit solidem Space-Abenteuer zurück auf der Leinwand

Auch wenn der Geschichte am Ende die Puste ausgeht. Auch wenn den späteren Sidekicks wirkliches Charisma fehlt …

„Lightyear“ macht visuell bzw. designtechnisch alles richtig und hebt das Genre fast auf ein neues inszenatorisches Animations-Niveau.

Das Team rund um Regisseur Angus MacLane war in der Lage, ein eigenständiges Kapitel des kultigen Space-Rangers Buzz zu kreieren, ohne dabei zu viel oder zu wenig von der Vorlage abzukupfern. „Lightyear“ ist die konsequente Weiterentwicklung der Figur des Buzz Lightyear. Buzz wird abgefeuert in ein eigenes Universum.

Es ist eben kein liebloses Spin-off, sondern trägt die Essenz und Handschrift eines Regisseurs in sich, der seine eigene Faszination und Begeisterung für den Stoff, in die Arbeit mit einfließen lies.

Vor allem waren die Macher in der Lage, „Lightyear“ eine eigene, starke, beinahe erwachsene Science-Fiction Note zu entlocken, die den Film im Genre der Computeranimationsfilme heraushebt. Die ihn so wirken lässt, als sei er nicht unbedingt oder ausschließlich, aufs angestammte Familien-Publikum ausgerichtet.

Eins steht für uns jedenfalls fest: Nach „Lightyear“ bekommen auch groß gewordene „Toy Story“-Kinder wieder Lust Space Ranger zu spielen! Wie einst als Kind …


Bis zur Unendlichkeit. Und noch viel weiter!Buzz Lightyear
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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Was haltet Ihr von Buzz und seiner Crew? Teilt eure Gedanken zu „Lightyear“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Robo-Katze Sox sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Lightyear“

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©Disney Deutschland

Stranger Things (2016 – …)

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©Netflix
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsserie

„Stranger Things“ ist eine Science-Fiction-Mysteryserie aus dem Hause Netflix, die seit 2016 von den Zwillingsbrüdern Matt & Ross Duffer entwickelt wird.

Die Serie spielt in den 80er Jahren und handelt von dem verschwinden eines Jungens namens Will Byers und plötzlich auftretenden paranormalen Aktivitäten.

Weshalb „Stranger Things“ auch bei uns die Wohnzimmerlichter zum flackern brachte, verraten wir Euch im Review.

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Genre: Mystery, Mysterythriller, Horrorthriller, Science-Fiction, Coming of Age

Originaltitel: Stranger Things

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Netflix | 21 Laps Entertainment, Monkey Massacre

Regie: The Duffer Brothers, Shawn Levy, Andrew Stanton, Rebecca Thomas, Uta Briesewitz

Drehbuch: The Duffer Brothers, Jessica Mecklenburg, Justin Doble, Alison Tatlock, Jessie Nickson-Lopez, Paul Dichter, Kate Trefry, William Bridges, Curtis Gwinn

Produktion: The Duffer Brothers, Shawn Levy, Dan Cohen, Cindy Holland, Brian Wright, Matt Thunell, Karl Gajdusek, Iain Paterson

Musik: Michael Stein, Kyle Dixon

Staffeln: Staffel 01 (8 Episoden) (2016), Staffel 02 (9 Episoden) (2017), Staffel 03 (8 Episoden) (2019), Staffel 04 (8 Episoden) (angekündigt)

Länge: ca. 42-77 Minuten je Episode

Altersfreigabe: FSK 16 (Stand: 12.03.2021)

Universum: Stranger Things

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Stranger_Things | https://de.wikipedia.org/wiki/Stranger_Things#

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 14.01.2021


Mind Blown

Ihr findet gefallen an 80er Jahre Ästhetik aus Film und Fernsehen? Ihr steht auf geheimnisvolle Mysterien mit einer Prise Horror? Ihr liebt es mit stark geschriebenen Charakteren mitzufiebern und Kids ala Coming of Age heranwachsen zu sehen? Dann seid Ihr bei der Netflix-Originals-Serie „Stranger Things“ genau richtig.

„Geflasht“ – lautet der Titel der ersten Episode des Netflix-Specials „Beyond Stranger Things“. Passend, da dieser Titel wohl eine Zustandsbeschreibung von Millionen Serienfans sein könnte, egal ob nach oder während der mittlerweile drei Staffeln der Mysteryserie.

Als Teil der Invasion von Netflix hauseigenen „Originals“ schlich sich „Stranger Things“ auf leisen Füßen an uns heran – und brachte schnell die Wohnzimmerlichter zum flackern. Die geheimnisvolle Geschichte um Will Byers verschwinden hat uns kalt erwischt und wusste sofort zu faszinieren.

Erfunden und entwickelt von den Zwillingsbrüdern Matt und Ross Duffer, gehört „Stranger Things“ mittlerweile nicht nur zu den Top-Serien einschlägiger Bewertungsportale, sondern steht auch bei Netflix hoch im Kurs. Erst kürzlich wurde die Serie um eine vierte Staffel verlängert die wieder aus acht Episoden bestehen soll. Der genaue Starttermin steht noch aus.[1]


Winona Ryder als besorgte Mutter Joyce Byers

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Hawkins – 6. November 1983

Wir schreiben den 6. November 1983. Die Welt ist noch in Ordnung im fiktiven Örtchen „Hawkins“ im US-Bundesstaat Indiana.

Die vier besten Freunde und Klassenkameraden Mike, Dustin, Lucas und Will sind die typischen Nerds. In der Schule interessieren sie sich für Physik und Biologie. Als stolze Mitglieder des Wissenschaft-Clubs könnten sie neugieriger nicht sein und löchern ihren Lehrer Mr. Scott Clarke nur zu gerne. In ihrer Freizeit lieben sie es abzuhängen und sich ganz im Brettspiel Dungeons and Dragons zu verlieren.

Doch als Will Byers eines Tages verschwindet ist nichts mehr wie es war. Familie und Freunde sind in Aufruhr und fest entschlossen Will zu finden. Insbesondere Wills Mutter Joyce (Winona Ryder) ist krank vor Sorge.

Als die Freunde sich verzweifelt auf die Suche nach Will begeben, stoßen die Kinder im Wald auf ein verstörtes Mädchen mit kahl geschorenem Kopf. Wer ist dieses wortkarge Mädchen? Und was hat es mit Wills verschwinden zu tun?


Was geht in Hawkins nur vor sich?

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Die Hommage an die 80er

Vier Freunde fahren mit ihren Bonanza-Bikes die Straße entlang. Untermalt von synthetischen Sounds, werden wir geradewegs in die 80er Jahre Welt von „Stranger Things“ gesogen. Erahnen können wir noch nicht so recht, welch rätselhafte Gruselstimmung sich später ausbreiten wird. Eines wird jedoch sehr schnell klar: „Stranger Things“ ist eine Huldigung und Liebeserklärung an das 80er Jahre Kino und eine Art nostalgischer Rückblick zweier Brüder.

Die Duffer-Zwillinge erblickten 1984 das Licht der Welt, sind also selbst Kinder der 80er und machen keinen Hehl daraus ordentlich abgekupfert zu haben.[2] Wie Making-Off’s und Interviews auf Netflix zeigen, lassen sich zahlreiche Referenzen aus längts vergangenen Kinotagen und Kultfilmen manchmal leicht, manchmal aber auch erst beim genauen hinsehen erspähen. Ob die Vertreter des außerirdischen wie „E.T.“ oder „Alien“ oder auch Gänsehaut erregende Schocker wie „Shining“ und „Poltergeist“, dass alles mit einem Schuss „Zurück in die Zukunft“ und ganz viel „Die Goonies“ und „Stand by me“. Viele Große Filmnamen haben die Duffer-Brüder beim entwickeln von „Stranger Things“ inspiriert.[3] Und visuell ist ihr Baby ein Potpourri aus all diesen kultigen Produktionen längst vergangener Tage.

Doch nicht nur was Schnitt, Kamera, Belichtung  etc. angeht erschaffen die Brüder eine authentische Retrospektive. Viel mehr ist es die gesamte Geschichte und Umwelt von „Stranger Things“, in der wirklich jedes Detail von Charakterzeichnungen, elektrischen Geräten, über Deko-Artikel bis hin zu den Kostümen außergewöhnlich maßgefertigt und echt wirkt. Und selbst wenn man kein Kind der 80er ist, spürt man die nostalgischen Vibes in jeder Faser.

Wie und dass in „Stranger Things“ alles so gut funktioniert liegt darüber hinaus an der übernatürlichen Genre-Mixtur.


Eine kleine Auswahl an Referenzen in der Gegenüberstellung

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©https://goo-memes.blogspot.com/2017/07/memes-de-stranger-things-3-em-portugues.html?m=0

Übernatürliche Mixtur

In seiner Genre-Mischung aus Mystery, Horror, Fantasy, Thriller, Coming of Age und Drama besteht die Serie der Duffers aus einer wahrlich übernatürlichen Mixtur aus einer Vielzahl an Genre.

Vergleichbar mit den Neuverfilmungen des Horror-Klassikers „ES“ ist es oft der Kontrast zwischen den Kindern, welche den Zuschauer in die eigene Kindheit – eine Zeit der Verwundbarkeit – zurück denken lassen und den angsteinflößenden Elementen – welche die nervenaufreibende Spannung erzeugen.

„Stranger Things“ spielt dabei par excellence mit dem Übernatürlichen, liefert genau die richtige Dosis an Informationen die nötig sind aber gerade zu wenig, um so den Zuschauer wie besessen an der Fernbedienung nagen zu lassen.

Das Gefühl einer nahbaren Gefahr wie sie nur die besten Thriller erzeugen können. Das Gefühl einer großen Verschwörung, einer Welt innerhalb des Bildschirms. Die Versatzstücke aus denen „Stranger Things“ besteht sind beileibe nicht neu, doch in sich geschlossen als Konstrukt, als Ganzes, könnte „Stranger Things“ erfrischender und neuer nicht sein.


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©Netflix

Das Puzzle

Die Duffer-Brüder nutzen in „Stranger Things“ einen besonders befriedigenden Erzählstil. In seiner Narrative bedient sich die Serie an einem Erzählmuster, welches sie verstehen ideal umzusetzen.

Dabei werden mehrere Szenarien abwechselnd gezeigt, soweit so typisch. Alle hängen irgendwie miteinander zusammen, ohne dass die Charaktere dies wissen. Als Zuschauer sehnt man den Moment herbei, in dem alle ihre Puzzleteile miteinander verbinden und damit ermöglicht wird, die Verknüpfungen herzustellen um so plötzlich alles klar werden zu lassen. Wir wissen mehr als die Protagonisten und möchten es ihnen fast zuschreien.

Überhaupt, was „Stranger Things“ letztendlich an Storytelling auf kleinstem Raum leistet ist enorm. Jede Staffel folgt dabei dem gleichen Muster, welches aber nie langweilig wird. Mehrere Schauplätze die abwechselnd gezeigt werden, viele offene Fragen und Mysterien die dadurch generiert werden und eine Ursache von der alles ausgeht. Das ist das Rezept für eine regelrecht geladene Spannung und ebensolche Stimmung.


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Fazit – Ausgefeilter Mysterytrip mit Seele

„Stranger Things“ ist für Fans jetzt schon Kult und gehört ganz sicher zum besten was es in der Serienwelt bisher zu sehen gab.

Es ist eine stimmungsvolle, dichte Packung Serie mit einem Soundtrack der sowohl in seinen harten als auch in seinen weichen Momenten genau die richtigen Töne trifft. Ein Soundtrack der tief geht.


Die düstere Intromusik von „Stranger Things“

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©Netflix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Kein Wunder also, dass „Stranger Things“ ohne Zweifel eine Serie ist, die das Blut von Serienjunkies in Wallung geraten lässt.

Bei all dem Lob, gibt es da auch negative Kritikpunkte? Nein die gibt es für uns tatsächlich nicht. Jederzeit präzise erzeugt die Serie nicht nur den perfekten Thrill sondern lässt darüber hinaus auch emotionalste Momente und tiefste Freundschaften zu. Nicht nur die gesamte Geschichte sondern jeder einzelne Charakter wurde von den Duffers und ihrem Team so gut geschrieben, dass man sich in jeden auf eine andere Art verliebt oder sich mit jedem auf irgendeine Weise identifizieren kann. Die Schauspieler erwecken mit ihren Eigenheiten, die sie übrigens teilweise beim Dreh insinktiv mit einbrachten, wie sie in „Beyond Stranger Things“ verraten, die Figuren regelrecht zum leben.

Executive Producer  und Regisseur Shawn Adam Levy beschreibt die Faszination hinter „Stranger Things“ so:

Alles atmet diese Stranger Things – DNS, was eine Art Hymne für Außenseiter ist. Jeder in der Serie, jede der Figuren, hat an etwas zu knabbern, steht ein bisschen am Abgrund, ist voller Selbstzweifel. Und die Serie zieht alle hoch und vermittelt: „Alles wird gut.“Shawn Adam Levy in 'Beyond Stranger Things'

So verzahnt, so viel Liebe, so viel Herz, so viel Atmosphäre. „Stranger Things“ ist ein bis ins Detail ausgefeilter Mysterytrip mit Seele!


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Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Stranger Things“

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Toy Story 4 (2019)

Genre: Animation

  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Der neueste Pixar-Film bietet großartige Unterhaltung durch die richtige Portion Humor und einer herzlichen Geschichte mit nur winzigen Makeln.
„Toy Story 4“ ist eine würdige Fortsetzung die sich auf die Stärken des Franchise besinnt und dennoch frischen Wind hinein bringt.

 

Autorenwertungen


Jayes meint Ausgezeichnet

„Der neue Pixar-Streich „Toy Story 4“ (sinnfreier dt. Titel „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“) wurde von schlechten Vorzeichen überschattet.
Pixar Führungskraft John Lasseter, kreativer Kopf und Drehbuchautor der ersten drei
Toy Story“-Filme, der außerdem den Regieposten in Teil 1 und 2 inne hatte, verließ infolge von #MeToo im Jahr 2018 das Animationsstudio Pixar.

„Toy Story 4“ Regisseur Josh Cooley sagte laut Spiegel Informationen, dass es bereits im Jahr 2015 der Plan war, gemeinsam mit Lasseter Regie zu führen, dieser jedoch aufgrund von Zeitmangel 2016 den Regieposten vollständig an ihn abgab. Also nahm Cooley das Zepter alleine in die Hand.[1]

Geschadet hat das „Toy Story 4“ glücklicherweise nicht. Der Film zeigt abermals auf welch hohem Niveau die Pixar Studios ihre Filme produzieren. Die Animationsschmiede mit über 1600 Mitarbeitern aus dem sonnigen Kalifornien, kreiert mit „Toy Story 4“ abermals eine herzliche, witzige und auch Werte vermittelnde Geschichte für große und kleine Zuschauer.

Die „Toy Story“ Lizenz ist besonders wichtig für das Studio. Schließlich handelte es sich im Jahr 1995 mit „Toy Story“ nicht nur um das Erstlingswerk des Studios, sondern auch um den ersten vollständig computeranimierten Langfilm für das Kino überhaupt.[2]

Mit „Toy Story 4“ wird die wichtige Marke von Pixar auch für Fans der ersten Stunde zufriedenstellend weitergeführt und wagt sich storytechnisch letztendlich sogar an gravierende Veränderungen in Bezug auf Hauptcharakter und Sheriff Woody und seine Spielzeug-Gang.

Auch wenn es „Toy Story 4″ ein wenig an Subtanz in der Dichte seiner Geschichte, und damit an Ausdrucksstärke mangelt, ist er eine würdige Fortsetzung, die sich auf die Stärken des Franchise besinnt und dennoch frischen Wind hinein bringt.“   (23.08.2019)


Lissa meint Herausragend

Sagt Hallo zu Forky, unserem sprechenden Löffel oder ist er doch eine Gabel?

Im neuen „Toy Story“-Film aus dem Hause Pixar durften wir wieder feinste Qualität erleben. Wir wurden großartig unterhalten. Ob durch neue Charaktere wie unseren Göffel oder durch wiederkehrende altbekannte Freunde.
Ja, der neue Pixar-Film ist wieder was besonderes. Hier stimmt einfach alles. Der Humor lässt nichts zu wünschen übrig und auch die Handlung erweist sich als sehr frisch und neu. Ich kann hier kaum etwas bemängeln.

Dennoch vergebe ich nur 9/10 Punkte, aufgrund eines sich sehr lang ziehenden Abschnitts im Film. „Toy Story 4“ gehört immer noch zu den beliebtesten Animationsfilmen und hat sich seinen Platz auf dem Thron nur zu sehr verdient.

Daumen hoch für unseren Woody!“   (23.08.2019)


Beschreibung

„Toy Story 4“ (dt. Titel „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando) ist ein Computeranimierter Trickfilm der Pixar Animation Studios aus dem Jahr 2019.

Im inzwischen vierten Teil der Toy-Story-Reihe geht es erneut um die bekannten Spielzeuge Woddy, Buzz und Co.
Als die kleine Bonnie aus der Vorschule ein neues selbst gebasteltes Spielzeug namens „Forky“ mit nach Hause bringt, versucht Woody die anderen Spielzeuge von dessen Wichtigkeit für Bonnie zu überzeugen. Im darauf folgenden Familienausflug geht der „Göffel“ Forky verloren. Woody und die anderen Spielzeuge versuchen ihn mit aller Kraft wiederzufinden und geraten dabei mit der Puppe Gabby aus einem Antiquitätengeschäft in Konflikt.

Regie führte Josh Cooley. Ursprünglich sollte dieser zusammen mit John Lasseter Regie führen. Bereits im Jahre 2016 soll Lasseter jedoch aufgrund von Zeitmangel den Regieposten komplett an Cooley abgegeben haben.[3]

Das Drehbuch schrieben Stephany Folsom und Andrew Stanton.

Die Musik stammt von Randy Newman, der bereits für alle drei Vorgängerfilme die Musik schrieb.

Der bekannte Toy-Story-Song „Du hast ‚en Freund in mir“ (in der deutschen Variante geschrieben und gesungen von Klaus Klage), ist auch in der deutschen Version des Filmes nur auf Englisch zu hören.
Der Song „I Can’t Let You Throw Yourself Away“ hingegen wurde ins deutsche übersetzt.

Der Film ist bereits nach wenigen Monaten mit einem weltweiten Einspielergebnis von ca. 1 Mrd. US-Dollar kommerziell sehr erfolgreich.[4]


Bilder

Alte Bekannte. In „Toy Story 4“ treffen wir erneut auf Woody und seine Freunde

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Nicht alle sind vom Neuzugang „Forky“ so überzeugt wie Woody

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Porzelinchen spielt eine tragende Rolle im neuen Film

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Flauschiger Neuzugang: Bunny und Ducky sorgen für Lacher

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Die Antagonistin Gabby hat es auf Sheriff Woody abgesehen

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