Archiv der Kategorie: Daniel Kaluuya

Get Out (2017)

Lesemusik:

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©Universal Pictures Germany | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Jannik meint - Lieblingsfilm

Im Falle von „Get Out“ könnte ich lange und kompliziert über die dem Werk innewohnende Rassismusthematik und Gesellschaftskritik philosophieren. Ich könnte erzählen, dass durch „Get Out“ die Produktionsfirma von Jordan Peele, Monkeypaw Productions, zu meiner Lieblingsproduktionsfirma im Bereich der Thriller wurde.

Ich könnte schildern, welch tiefschürfende, sozialkritische Komponente in dem mit einem Oscar ausgezeichneten Drehbuch-Meisterwerk verbaut ist. Ich könnte darauf eingehen, wie subtil und mit weniger Zeigefinger „Get Out“ für seine Botschaft sensibilisierte als spätere Genrekollegen und Trittbrettfahrer wie etwa der offensive, absolute, moralisierende und pauschalisierende „Antebellum“ aus dem Jahr 2020.

Oder ich beschreibe einfach meinen Eindruck und mein Gefühl, welches während der 104 Minuten für Gänsehaut und ein erinnerungswürdiges, unvergessliches Kinoerlebnis sorgte.

„Get Out“ hat mich mit all seiner (Aussage-)Kraft regelrecht in den Kinositz gepresst, fesselte mich mit Ledergurten an die Armlehnen, flößte mir sich selbst ein und ließ mir immer wieder Schauer über den Rücken laufen.

Ein ganz besonderes Gefühl war für mich, jederzeit der Überzeugung zu sein, alles zu durchschauen und alles in meinem Kopf zu kontrollieren. Nur um im nächsten Moment wieder mit etwas konfrontiert zu werden, was sich als bemerkenswert unheimlich bei mir einbrannte.

Es waren genau diese Emotionen, die ich empfinden, und genau dieser Eindruck, der sich bei mir manifestieren sollte, als ich das Vorhaben beschloss, durch einen Psychothriller zu erschaudern und das D-Box-Kinoticket zu lösen.

Fazit: „Get Out“ ist ein unheimlich spannender, packender und auf eine befriedigende Art und Weise verstörender Film mit hohem Thrillfaktor und wurde damit anno 2017 meine ganz persönliche neue Referenz in Sachen Mindfuck-Sozialthriller.

(16. Mai 2017 | 22. Februar 2026)

Genre: Horrorthriller, Psychothriller, Sozialthriller

Originaltitel: Get Out

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures | Blumhouse Productions, QC Entertainment, Monkeypaw Productions

Regie: Jordan Peele

Drehbuch: Jordan Peele

Produktion: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr., Jordan Peele

Musik: Michael Abels

Länge: ca. 104 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 4. Mai 2017 (Kinostart DE)

Universum: Monkeypaw Productions

Vorgänger: Keanu (2016)

Nachfolger: BlacKkKlansman (2018)

Ähnliche Titel: Wir (2019), Antebellum (2020), Nope (2022)Him – Der größte aller Zeiten (2025)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Get_Out | https://en.wikipedia.org/wiki/Get_Out | https://www.imdb.com/de/title/tt5052448/reference/
Was haltet Ihr von „Get Out“? Interessanterweise vereint der Film alle Produktionsfirmen, die heute als typisch für genau diese Art von Kinoerlebnis gelten. Blumhouse, Monkeypaw und QC Entertainment. Was für eine Kombination. Fehlt eigentlich nur noch James Wans Atomic Monster. Was haltet Ihr vom Regiedebüt von Social-Thriller-Pionier Jordan Peele? Teilt eure Gedanken zu „Get Out“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Haushälterin Georgina bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Get Out“

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Nope (2022)

Lesemusik:

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©Universal Pictures | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Sehenswert

Am 11. August 2021 erschien mit dem interessanten Titel NOPE Jordan Peeles dritter Social-Thriller.

Der Oscar-Preisträger gilt seit Get Out (2017) als Garant für spannungsgeladene, sozialkritische Mindfuck-Trips, die Gänsehaut beim Zuschauer verursachen.

Laut Peele sollen innerhalb eines 10-Jahres-Plans insgesamt vier Filme dieser Art erscheinen.[1] Was sein drittes Werk zu bieten hat, haben wir uns genauer angeschaut.

Genre: Thriller, Horrorthriller, Mysterythriller, Sozialthriller, Science-Fiction, Western

Originaltitel: Nope

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures | Monkeypaw Productions

Regie: Jordan Peele

Drehbuch: Jordan Peele

Produktion: Jordan Peele, Ian Cooper

Musik: Michael Abels

Länge: ca. 130 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 11. August 2022 (Kinostart DE)

Universum: Monkeypaw Productions

Vorgänger: Candyman (2021)

Nachfolger: Honk for Jesus, Save Your Soul (2022)

Ähnliche Titel: Get Out (2017), Wir (2019), Antebellum (2020), Him – Der größte aller Zeiten (2025)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Nope_(film) | https://de.wikipedia.org/wiki/Nope | https://en.wikipedia.org/wiki/Monkeypaw_Productions

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 19. August 2022

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Mastermind

Mit Nope erreicht uns endlich wieder ein Film von Regisseur Jordan Peele.

Das amerikanische Mastermind heimste bei der Oscarverleihung 2018 mit seinem Skript zu Get Out (2017) die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch ein. Peele etablierte mit seinem Regiedebüt eine ganz eigene Art von sozialkritischen Thrillern und prägte damit nachhaltig das Genre.

Zuletzt machte der 43-Jährige mit dem Horrorthriller Wir (2019) auf sich aufmerksam.

Am 22. Juli 2022 (US-Kinostart) veröffentlichte er seinen neuen Film mit dem ungewöhnlichen Titel Nope erneut unter dem Banner des hauseigenen Studios Monkeypaw Productions.

Würde uns abermals diese eigenartig-befriedigende Form von Mindfuck präsentiert werden?!


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©Universal Pictures Germany | Quelle: https://vignette.wikia.nocookie.net/logopedia/images/8/86/BlacKkKlansman.2018.1080p.WEB-DL.DD5.1.H264-FGT.mkv_20181114_204154.063.jpg/revision/latest?cb=20181114124208

Handlung – Eine Pferde-Ranch und merkwürdige Dinge

Nope handelt vom Familienbetrieb Haywood Hollywood Horses des Afroamerikaners Otis Jr. Haywood kurz OJ genannt (Daniel Kaluuya).

In der Wüste des kalifornischen Santa Clarita Valley betreibt OJ sein Geschäft mit Showpferden in der Film- und Fernsehindustrie.

Nach dem plötzlichen Tod von OJs Vater müssen der deprimierte Sohn sowie seine lebhafte Schwester Emerald Haywood (kurz Em) den Laden übernehmen und weiterführen.

Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge.


OJ und Em versuchen mit modernen Methoden das Business auf die Spur zu bringen

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Ein neuer Social-Thriller?!

Nach Get Out und Wir waren wir sehr gespannt (wenn nicht gehyped) auf einen neuen Film aus dem Hause Monkeypaw.

Das Studio des Filmemachers Peele steht seit Get Out vor allem für sozial- und gesellschaftskritische Ausnahmewerke mit vielen Untertönen.

Sogenannte Social-Thriller, wie sie Peele selbst bezeichnet, sollten noch ganze vier weitere innerhalb des nächsten Jahrzehnts folgen, wie wir uns bereits in unserem Review zu Wir angeschaut haben. Nope ist vermutlich einer davon.

Damals teilte der Regisseur mit:

Die besten und furchterregendsten Monster in der Welt sind menschliche Wesen und wozu wir in der Lage sind, besonders wenn wir aufeinander treffen. Ich habe an diesen Prämissen dieser verschiedenen sozialen Dämonen gearbeitet, diesen inhärenten Monstern, der Art, wie sie in unser Denken und unsere Interaktion eingewoben sind. Und jeder weitere Film soll von einem anderen dieser sozialen Dämonen handeln.Jordan Peele

Ikonische Szene aus Get Out. Regisseur Peele arbeitete bereits in seinem Regiedebüt mit Schauspieler Kaluuya zusammen. Auch in Wir (2019) wirkte er mit.

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Dreharbeiten zu Nope. Der Regisseur setzt erneut auf seinen bewährten Hauptdarsteller.

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Genre-Vielfalt

Stilistisch ist der neue Film stark geprägt vom Genre des Western.

In den Weiten der karg-öden Landschaft des Drehorts Santa Clarita Valley (Kalifornien) und den storyrelevanten Pferden kommt das besonders zur Geltung.

Doch auch andere Genres mixt Peele seelenruhig mit ein. Etwa Science-Fiction à la Spielberg. Der Vergleich mit Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) wurde bei Kritikern mit am häufigsten genannt.[2] Diese Stilrichtungen paaren sich mit den dominanten Anteilen, bestehend aus Elementen des Horror– und Thriller-Genres.

Ein beinahe wirrer Trip ergibt sich aus dieser Mixtur. Doch ist dies wirklich der Spielerei mit den Genres geschuldet? Viel mehr ist es wohl die Geschichte, die manches Mal verwirrt, wenngleich diese wohl gattungstypisch bewusst so gestrickt wurde, um eben genau diesen Zweck zu erfüllen und diesen Effekt zu erzielen.


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Filmisch-visuell gefällt Nope jedenfalls zweifelsohne. Die stechenden Augen von Kaluuya und seine deprimierte und dennoch störrische Performance werden mit einer beige-farbig dominierten Umwelt kombiniert. Die ruhige Ausstrahlung der Wüste mit ihrer dennoch bedrohlichen Aura der Weite kommt hervorragend durch.

Die Kameraarbeit des niederländisch-schwedischen Hoyte van Hoytema, welcher vor allem für die Zusammenarbeit mit Christopher Nolan bekannt ist, kommt dem von Panoramen geprägten Setting zudem unglaublich gut entgegen.[3]

Auch deshalb würden wir Nope in einem guten (Heim)Kino auch mehrfach bestaunen.


Peele bei der Arbeit an Nope mit IMAX-Kamera

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Das Sandkorn

Das kratzende Sandkorn auf der Bildschirm-Oberfläche ist für uns auf inhaltlicher Ebene zu finden.

Zwar weiß die Geschichte sowohl in Tempo als auch in Erzählweise durchaus zu gefallen und zeigt hier kaum Schwächen, doch krankt sie an einem wesentlichen Element, was die bisherigen Social-Thriller von Peele ausmachte.

Während die anfangs angesprochenen Werke nur so durchzogen waren vom Fingerzeig, vom Anprangern und Hervorheben der sozialen Kritik, ist man beinahe so verwöhnt davon, dass die Tragweite, ja die Tragkraft in Nope zu kurz gekommen scheint.

Zwar prangert Nope offensichtlich die Sensationsgier der Menschen und die Sehnsucht nach medialer Sichtbarkeit an, doch konnte sich für uns dieses Motiv innerhalb der Handlung nie so ganz durchbeißen.[4]

Wo uns Get Out regelrecht in den Sitz presste und bewegte und uns Peeles zweiter Film Wir schamlos den Spiegel vorhielt und schockte, hat uns Nope emotional nie so richtig aufgewühlt.

Zugutehalten müssen wir dem Thriller jedoch den unkonventionellen Eindruck, denn er siedelt sich insgesamt trotz Versatzstücken und Ähnlichkeiten zu anderen Werken fernab des gewöhnlichen Seherlebnisses an. Doch die Gänsehaut – ja, ein Unbehagen – fehlte. Viel zu selten und in langsamerem Takt – als bei seinen bisherigen Social-Thrillern – verspürten wir wirkliche Durchschlagskraft. Das richtige „Baff sein“ blieb somit leider aus.


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Fazit – Filmerlebnis Monkeypaw (fast ohne sozialkritischen Unterton)

Nope ist etwas weniger ein Social-Thriller. Der Zuschauer muss stark interpretieren, um die Gesellschaftskritik zu verstehen.

Er nimmt sich kein Ungleichgewicht innerhalb der Gesellschaft, welches ein Unwohlsein hervorruft, und treibt es dann, wie von Peele gewohnt, auf die Spitze.

War ein wesentliches Merkmal von Peeles Werken, das Fass sukzessive überlaufen zu lassen, sodass es sich am Ende im Abgang so anfühlte, als wäre das Fass tatsächlich viel mehr mit einem lauten Knall umgetreten worden, fanden wir in Nope zwar filmische sowie stilistische Schönheit, jedoch nicht genug Tragweite innerhalb der Handlung.

Nope beschränkt sich auf das Schicksal einer kleinen Gruppe anstelle einer globalen Gesellschaft.

Damit weiß der Film zwar optisch zu überzeugen, schafft es aber nie, über anspruchsvolle, beinahe arthouse-mäßige Sci-Fi-Horror-Thriller-Popcorn-Kino-Action hinaus und ist somit ein sehenswerter Film, in dem der für Peele eigentlich typische sozialkritische Unterton zwar vorhanden ist, jedoch weniger stark ausgeprägt zur Geltung kommt.


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Was haltet Ihr vom dritten Sozialthriller aus der Feder von Mastermind Jordan Peele? Kommt euch auch die durchschlagende Gesellschaftskritik zu kurz? Teilt eure Gedanken zu Nope mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Schimpanse Gordy bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu Nope

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Wir (2019)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Jordan Peele für sein Regiedebüt Get Out (2017) den Oscar für das beste Originaldrehbuch einheimsen konnte. Der Psychothriller mit gesellschaftskritischem Unterton, kam bei Fans und Kritikern ausgezeichnet an.
Heute am 21. März 2019 startete sein nächster Thriller in den deutschen Kinos und das sogar einen Tag vor US-Start.
Grund genug für derofa.de, den neuen Film von Jordan Peele genauer unter die Lupe zu nehmen.

Genre: Horrorthriller

Autor: Jayes

Verfasst am: 21.03.2019

Wertung: 


Zurück in Kino 1

Da sind wir wieder. Zurück in Kino 1, wo uns schon 2017 Peeles „Get Out“ in Dolby Atmos mit seinen wummenden afrikanischen Bässen von den Sitzen pustete und mit unaufhörlicher Spannung die Haare zu Berge stehen ließ.
Ein besonderer Film wie „Get Out“ setzt selbstverständlich hohe Erwartungen an den geistigen Nachfolger „Wir“. Doch kann der Horrorthriller diesen Erwartungen gerecht werden? Und um was geht es in „Wir“ überhaupt?



Handlung

Es ist das Jahr 1986. Michael Jacksons Thriller ist ein Welthit. Die kleine Adelaide Wilson ist mit ihren Eltern auf einem Jahrmarkt am Strand von Santa Cruz.
Sie haben Spaß beim Dosen werfen und anderen Attraktionen. Als die Eltern ihre Tochter aus den Augen verlieren, taucht sie wenig später wieder auf. Dem Zuschauer wird nur teilweise offenbart, was dem Mädchen widerfahren ist.
Adelaides Eltern ist schnell klar, irgendwas muss in den 15 Minuten der Abwesenheit mit dem Kind passiert sein.
Zeitsprung ins Erwachsenenalter. Viele Jahre später ist Adelaide erwachsen und hat eine Familie gegründet. Mit ihrem Mann Gabe und ihrer Tochter Zora sowie dem jüngeren Sohn Josh, macht sie Urlaub nahe dem Strand von damals. Dem Strand von Santa Cruz. Sie lassen sich im Ferienhaus der Familie nieder.



Genre Horrorthriller

Was dann passiert, sollte jeder selbst sehen. So viel sei verraten: „Wir“ ist ein herausragender Film und bietet nach seiner Einführung permanente Spannung – regelrecht den permanenten Thrill. Und der beißt sich fest und will einfach nicht aufhören.
Was dabei sofort auffällt – und was wir nicht erwartet hätten: Der Film enthält deutlich mehr Horror-Anteile als „Get Out“.
So ist spürbar das „Get Out“ mehr Psychothriller und „Wir“ mehr Horrorthriller ist. Damit muss man als Zuschauer ohne Affinität für das Horror-Genre erst einmal zurecht kommen. Viele Horror-Elemente wie Jump-Scares erschrecken den Zuschauer. Eine düstere und geradezu teuflische Atmosphäre zeichnet das Geschehen aus.
Doch als wir diesen Umstand erstmal akzeptiert hatten, konnten wir uns immer mehr auf den Schrecken von „Wir“ einlassen.



Keine Ruhe

Klar ist, dass „Wir“ uns keine Ruhe lässt. Eine furchterregende Szene jagt die nächste und treibt uns vor sich her. Verschnaufpausen gibt es wenige. Wir werden wie durch einen Sog in eine dunkle Welt gezogen, in der eigene Regeln gelten. „Wir“ scheint sich fest vorgenommen zu haben, uns immer wieder mitzureißen und erschaudern zu lassen. Immer wieder eine neue brachiale Szene zu liefern die uns angeekelt, Haare raufend oder mit offenem Mund zurück lässt.

Die große Stärke

Und genau das ist die große Stärke des Horrorthrillers. Nachdem der „Wir-Zug einmal Fahrt aufgenommen hat, lässt er uns auf unserem Trip so schnell nicht mehr aussteigen. Er reißt uns mit und rammt uns gewaltsam mit aller Kraft von Schreckensstation zu Schreckenssituation und immer weiter bis zum Ziel – die Nerven des Zuschauers abzuverlangen.
Es ist schwer, etwas über „Wir“ zu erzählen ohne zu viel zu verraten. Dieses Problem hatten wir auch schon in „Get Out“. Aber eigentlich ist das etwas positives. „Wir“ ist ein Film den man einfach anschauen sollte, um sich selbst von seiner irrsinnigen Art überzeugen zu lassen.



Ein würdiger Nachfolger

Unterm Strich steht „Wir“ dem geistigen Vorgänger „Get Out“ in nichts nach. „Wir“ ist genauso besonders, „Wir“ ist genauso spannend, „Wir“ ist sogar noch furchterregender und erschreckender. Aber „Wir“ ist auch unrealistisch.
Am Ende spielt also die eigene Präferenz eine große Rolle, ob man mit den Horrorelementen und der etwas anderen Gangart des Films zurecht kommt. Bei Get Out gefiel uns besonders, dass er ein realistischer Psychothriller war, was „Wir“ eben nicht ist, vermutlich aber auch nicht sein will.
Was hätte „Wir“ besser machen können? Uns will nichts einfallen!



Ergibt das Sinn?

Achtung Spoiler! (verrät wesentliche Teile der Handlung)

Der Twist des Körpertauschs ist so nahe liegend und trotzdem war es eine unglaubliche Überraschung für uns, dass Adelaide sich bereits als Kind ausgetauscht hatte.

Doch ergaben sich für uns daraus Fragen, ob die Handlung so noch Sinn macht. Dass Adelaide genauso aus der Unterwelt kam, wie es wohl auch ihre Doppelgängerin gewesen wäre, also verstört mit angsteinflößender gequälter und verkommener Stimme, ist logisch, da sie dort unten gelebt hatte. Den abstrusen Marionettenhaft wirkenden Zwillingen ausgesetzt zu sein, hat sie garantiert verrückt gemacht.

Auch dass sie ihre am Baum hängende Doppelgänger Tochter sanft in den Tod begleitet, anstatt den finalen Stoß zu setzen, ergibt im nachhinein Sinn. Auch andere Szenen erscheinen plötzlich in völlig anderem Licht.

Da Adelaide bereits als Kind den Plan durchführte, hinterrücks ihre rätselnden Eltern belächelt, die sich Fragen was wohl passiert sei, stellt sich die Frage, ob ihr späteres Verhalten innerhalb der Familie noch logisch und nachvollziehbar bleibt.

Naja, sei es drum. Wir könnten lange über “Wir” philosophieren, denn der Film bot viele große Momente.

Übrigens

Jordan Peele hat verkündet, vier weitere “Social-Thriller” geplant zu haben, die innerhalb des nächsten Jahrzehnts veröffentlicht werden sollen. So teilte der Regisseur mit: “Die besten und furchterregendsten Monster in der Welt sind menschliche Wesen und wozu wir in der Lage sind, besonders wenn wir aufeinander treffen. Ich habe an diesen Prämissen dieser verschiedenen sozialen Dämonen gearbeitet, diesen inhärenten Monstern, der Art, wie sie in unser Denken und unsere Interaktion eingewoben sind. Und jeder weitere Film soll von einem anderen dieser sozialen Dämonen handeln.[2]

Sieht so aus als könnten sich Fans von “Get Out” und “Wir” auf viele weitere schockierende Leinwanderlebnisse freuen. Wir sind gespannt und halten euch auf derofa.de auf dem laufenden.

Quellen
[1]

Bilder: ©Universal Pictures International Germany GmbH


   Weitere Wertungen


Lissa meint →  Herausragend

„Als ich mir den Film im Kino ansah, wurde ich sehr überrascht. Erwartet hatte ich einen Film wie Get Out.

Was ich erhielt, war ein Horrorthriller, der mich schon ab der ersten Minute gruseln ließ und mir so die Nerven geraubt hatte.

Als Horror-Fan kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass Wir nichts für schwache Nerven ist und jeder Horror-Fan seinen Spaß daran haben wird.“   (19.04.2019)


Sick Note (2017 – …)


Genre: Sitcom


Wertungen der derofa.de Autoren:


Lissa:   

„Ron, Hermine und Harry?
Nein, hier geht es nicht um die Zauberschüler von Hogwarts. Zwar spielt Ron alias Rupert Grint wie wir ihn kennen, die Hauptrolle in dieser neuen Netflix Serie, jedoch sollte man hier lieber etwas anderes erwarten.
Die Serie wirft nur so mit britischem Humor um sich und ist nicht für jedermann geeignet. Für mich war sie eine unterhaltsame Serie für zwischendurch.
Eine lustige Komödie mit schwarzem Humor und einem so noch nie gesehenen Rupert Grint.“   (02.01.2019)


Beschreibung

„Sick Note“ ist eine britische Comedy-Serie mit Rupert Grint (Harry Potter) in der Hauptrolle.

Daniel Glass alias Rupert Grint kann eines sehr gut – lügen. Ein skurriler Arzt hat ihm eine Krankheit diagnostiziert, welche sein ganzes Leben verändert. Dies ist der Beginn einer Geschichte mit viel Chaos.

Die britische Serie wurde am 7. November 2017 bei Sky One erstausgestrahlt. Bereits vor offiziellem Start wurde sie im April 2017, um eine zweite Staffel verlängert.


Bilder




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