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Cowboy Bebop (2021)

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  • 6.5/10
    dero­fa Durch­schnitts­wer­tung - 6.5/10
6.5/10

Ganz gut

“Cow­boy Bebop” von Stu­dio Sun­ri­se gehört zwei­fels­oh­ne zu den belieb­tes­ten Ani­me-Seri­en über­haupt und ist mitt­ler­wei­le zum Kult avanciert.

Der Space-Wes­tern, ent­wi­ckelt unter der Regie von Shin’ichirō Watan­a­be (“Ter­ror in Tokio”, “Samu­rai Cham­ploo”), ver­eint heu­te noch zahl­rei­che, nost­al­gisch zurück­bli­cken­de Fans.

Auf­grund der gro­ßen Beliebt­heit von Prot­ago­nist Spike Spie­gel und der Bebop-Crew, war bereits im Jah­re 2009 eine Real­ver­fil­mung mit Kea­nu Ree­ves in der Haupt­rol­le geplant, die auf­grund von Bud­get-Pro­ble­men jedoch nie ver­wirk­licht wur­de.[1] Eini­ge Jah­re spä­ter schnapp­te sich Net­flix das Mate­ri­al und ver­half so dem Sci­ence-Fic­tion-Werk doch noch zur Live-Action-Interpretation.

Ob das gut gehen konn­te und wie sich “Cow­boy Bebop” als Real­se­rie schlägt, ver­ra­ten wir in unse­rer Kritik.

Gen­re: Sci­ence-Fic­tion, Aben­teu­er, Action

Ori­gi­nal­ti­tel: Cow­boy Bebop

Pro­duk­ti­ons­land: USA

Pro­duk­ti­ons­fir­ma: Net­flix | Tomor­row Stu­di­os, Mid­ni­ght Radio, Sun­ri­se Inc.

Showrun­ner: André Nemec

Regie: Alex Gar­cia Lopez (E01-02, E05, E07, E08), Micha­el Kat­le­man (E03-04, E06, E09-10)

Dreh­buch: Chris­to­pher Yost (E01, E03, E10), Sean Cum­mings (E02-03), Vivi­an Lee (E04), Liz Sagal (E05), Karl Taro Green­feld (E06), Alex­an­dra E. Hart­man (E07), Javier Gril­lo-Mar­xu­ach (E08), Jen­ni­fer John­son (E09)

Pro­duk­ti­on: Mar­ty Adel­stein, André Nemec, Jeff Pin­k­ner, Josh Appel­baum, Scott Rosen­berg, Becky Cle­ments, Chris­to­pher Yost, Yasuo Miya­ka­wa, Masayu­ki Oza­ki, Shin Sasa­ki, Tim Codding­ton, Tetsu Fuji­mu­ra, Micha­el Kat­le­man, Mat­thew Weinberg

Musik: Yōko Kanno

Staf­feln: Staf­fel 01 (10 Epi­so­den) (2021)

Län­ge: ca. 39-51 Minu­ten je Episode

Alters­frei­ga­be: 16 (lt. Netflix)

Ver­öf­fent­li­chung: 19. Novem­ber 2021 (Net­flix)

Uni­ver­sum: Cow­boy Bebop

Ähn­li­che Titel: The Man­da­lo­rian (2019 - …), The Wit­cher (2019 – …)

Quel­len
https://en.wikipedia.org/wiki/Cowboy_Bebop_(2021_TV_series) | https://www.netflix.com/de/title/80207033te | https://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Nemec | https://de.wikipedia.org/wiki/Cowboy_Bebop_(Fernsehserie)

Wer­tung:   

Autor: Jan­nik

Ver­fasst am: 02.12.2021

Lese­zeit: ca. 4 Minu­ten (Direkt zum Fazit)

In große Fußstapfen

Mit “Cow­boy Bebop” wur­de der wahr­schein­lich kul­tigs­te Ani­me der spä­ten 90er Jah­re als Live-Action-Adap­ti­on umge­setzt. Plä­ne hier­für gab es bereits 2009. Nie­mand gerin­ge­res als die Hol­ly­wood­grö­ße Kea­nu Ree­ves soll­te in die Haupt­rol­le von Prot­ago­nist Spike Spie­gel schlüp­fen. Doch der Stand des Pro­jekts war über Jah­re lang unklar ehe es schließ­lich kom­plett im San­de ver­lief.[2] Letzt­end­lich schaff­te es jedoch Net­flix im Jah­re 2021 doch noch, den Kopf­geld­jä­ger und die Bebop-Crew ins Real­se­ri­en-Uni­ver­sum zu entsenden.

Und die Vor­zei­chen stan­den durch­aus gut. Mit Shin’ichirō Watan­a­be als Bera­ter[3] und Yōko Kanno’s musi­ka­li­scher Note mach­te es den Anschein, als wür­de das Ver­mächt­nis des Ori­gi­nals respek­tiert und sich an der Vor­la­ge ori­en­tiert. Doch nicht nur das. Haupt­dar­stel­ler John Cho (Sear­ching), wel­cher Spike Spie­gel ver­kör­per­te, gab in einem Inter­view zu, zuerst kei­ne Ahnung von der Popu­la­ri­tät der Vor­la­ge gehabt zu haben, ehe er sich den Ani­me in Vor­be­rei­tung auf sei­ne Rol­le ange­se­hen habe. “Cow­boy Bebop” (1998) sei “eines der ein­zig­ar­tigs­ten Unter­hal­tungs­pro­duk­te die er je sah”, lau­te­te sein Urteil.[4]

Sol­che Mel­dun­gen schü­ren den Hype, ins­be­son­de­re weil wir zumin­dest mit die­ser pas­sen­den Beset­zung über­aus zufrie­den waren. Spike Spie­gel war tat­säch­lich zurück!


John Cho in der Haupt­rol­le des Spike Spiegel

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Handlung - Spikes vergangenes Ich

Der Kopf­geld­jä­ger Spike Spie­gel hat eine beweg­te Ver­gan­gen­heit, die jedoch vor­erst unter Ver­schluss bleibt.

Als Spike sich eines Tages mit sei­nem neu­en Part­ner Jet Black zusam­men­fin­det, kreu­zen die bei­den Hau­de­gen auf der Suche nach lukra­ti­ven Kopf­gel­dern durch das Uni­ver­sum. Wenig spä­ter stößt auch die von einer Amne­sie geplag­te Faye Valen­ti­ne hinzu.

Schließ­lich braut sich ein grö­ße­rer Kon­flikt zusam­men. Nicht nur weil Spike von sei­ner Ver­gan­gen­heit heim­ge­sucht wird, son­dern auch, weil sein altes Leben plötz­lich zwi­schen den Freun­den steht. Die Part­ner­schaft wird auf die Pro­be gestellt.


Die Haupt­fi­gu­ren Faye, Spike und Jet auf dem Raum­schiff namens Bebop

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“tank!” - Verpackt als Realserie

Da ertönt es wie­der, das Jazz-Intro namens “tank!”. Der coo­le Cow­boy und Held zurück im Ram­pen­licht. Und wenn gezeich­ne­ter Rauch aus der rea­len Ziga­ret­te qualmt, weiß man: Die Macher sind sich des Ver­mächt­nis­ses bewusst.

Mit John Cho über­aus pas­send besetzt, zeigt schon die ers­te Epi­so­de vol­ler Ehr­furcht die Refe­ren­zen zum Ori­gi­nal. Schuss­wech­sel, flap­si­ge Sprü­che, Zer­stö­rung in der Schwe­re­lo­sig­keit - aber mit Stil - und unter­legt vom unver­wech­sel­ba­ren Sound von Kanno.

“Cow­boy Bebop” als Live Action ist tat­säch­lich trotz­dem erst­mal gewöh­nungs­be­dürf­tig. Wird auf dem Bild­schirm gera­de eine blas­phe­misch wil­de Kos­tüm­par­ty abge­fei­ert? Oder aber fin­det eine dezent stil­vol­le Umset­zung als Real­se­rie statt? Die Skep­sis weicht recht schnell, denn die opti­sche Über­tra­gung in die fik­ti­ve Rea­li­tät gelingt ins­ge­samt durchaus.

Und den­noch: Trotz des eif­ri­gen Kopie­rens vom Ori­gi­nal und des damit stim­mi­gen Stils, will nicht so recht der Esprit, nicht die Mischung aus Cool­ness und Ele­ganz des Vor­bil­des entstehen.

“Cow­boy Bebop” gibt einem manch­mal das Gefühl einer leb­lo­sen Por­tie­rung und ist dabei doch irgend­wie char­man­ter Abklatsch.


Der Vor­spann unter­legt vom Titel “tank!” der Band der Kom­po­nis­tin Yōko Kan­no namens “Seat­belts” in vol­ler Länge

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Keine Sympathieträger

Wäh­rend zu Beginn die Fol­gen meist in sich geschlos­se­ner sind ver­sucht die Serie gegen Ende ein grö­ße­res Kon­strukt rund um Spikes frü­he­res Leben, sei­ner ehe­ma­li­gen Zuge­hö­rig­keit zum Red Dra­gon Syn­di­kat sowie der Feh­de mit dama­li­gen Part­ner Vicious und der Lie­be zu sei­ner ver­flos­se­nen Lie­be Julia aus­zu­bau­en. Das klappt gut, will jedoch nicht so recht zum locke­ren Start passen.

Die Stim­mung als Sci­ence-Fic­tion-Wes­tern weiß zwar durch­aus zu gefal­len, die wirk­lich gewich­ti­gen sowie packen­den Hand­lungs­ele­men­te bleibt uns die Crew aber schuldig.

Es feh­len neben Sprü­chen die flap­si­gen Geschich­ten, die all­täg­li­chen Tops und Flops der Kopf­geld­jagd, wel­che die Crew der Bebop zu Sym­pa­thie­trä­gern auf­stei­gen las­sen würden.

Der Show­down wirkt über­has­tet und so schafft man es als Zuschau­er nicht, vor­her genug Nähe zu den Cha­rak­te­ren auf­bau­en zu können.


Auf Kopf­geld­jagd tref­fen Spike und Co. auf das Ant­ago­nis­ten-Paar Asi­mov and Katerina

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Die geheime Zutat

Es ist gar nicht so leicht aus­zu­ma­chen was das Pro­blem von “Cow­boy Bebop” ist. Die gehei­me Zutat des Ani­me, wel­che die­sen eben so beson­ders macht, bleibt über wei­te Tei­le unauffindbar.

Die gro­ße Stär­ke der vor­la­gen­na­hen Por­tie­rung ist zugleich auch ihre größ­te Schwä­che. Es macht den Anschein, man wol­le zwar nicht das Glei­che erzäh­len aber zeit­gleich etwas neu­es in das alte Gewand pres­sen. Viel­leicht ist das zu brav. Viel­leicht zu sehr nach Sche­ma F. Viel­leicht ohne Seele.

Trotz­dem soll das alles nicht zu nega­tiv klin­gen. Spike und die Bebop-Crew haben ihre schö­nen Momen­te und lie­fern eine ganz gute bis sehens­wer­te Vor­stel­lung ab. Sie schaf­fen es eben nur nicht, dem sagen­um­wo­be­nen Ori­gi­nal voll­ends gerecht zu wer­den. Und viel­leicht ist das auch eine unmög­lich zu meis­tern­de Auf­ga­be gewesen!?


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Fazit - Jazz alleine reicht nicht

“Cow­boy Bebop” ist letzt­end­lich eine durch­wach­se­ne Serie geworden.

Auf der einen Sei­te gelingt eine optisch anspre­chen­de Por­tie­rung zur Real­se­rie. Auf der ande­ren las­sen die Hand­lungs­ele­men­te zu oft kalt. “Cow­boy Bebop” ver­mag es über sei­ne zehn Epi­so­den ein­fach nicht so recht, über das Mit­tel­maß hinauszuragen.

Die gewis­se Stim­mung, die See­le, das schwer zu defi­nie­ren­de Gefühl des Ani­me, wird nur schwer trans­por­tiert. Kein Wun­der, denn das ist eine Auf­ga­be, an der schon end­los vie­le Live-Action-Umset­zun­gen scheiterten.

Auch der Cast ist teil­wei­se frag­wür­dig. Die Cha­rak­te­re wir­ken zu oft wie ein Abklatsch. Die Dyna­mik und Che­mie zwi­schen den Besat­zungs­mit­glie­dern der Bebop ist nicht ver­gleich­bar mit jener im Ani­me. Und klar ist: “Cow­boy Bebop” muss sich letz­ten Endes an sei­ner Vor­la­ge mes­sen las­sen. Jazz allei­ne reicht eben nicht!

Auch wenn die Adap­ti­on kein Rie­sen­rein­fall ist, hat Net­flix bereits den Ste­cker gezo­gen! Mitt­ler­wei­le ist klar: “Cow­boy Bebop” hat sei­ne Mög­lich­kei­ten ver­spielt. Das Ende nach nur einer ers­ten Staf­fel ist besie­gelt und irgend­wie scha­de. Denn wenigs­tens eine zwei­te Chan­ce, hät­te der Cow­boy im Real­se­ri­en-Gewand durch­aus ver­dient gehabt.

See you Space Cow­boy’Cow­boy Bebop’

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Was hal­tet Ihr von der Net­flix-Umset­zung des legen­dä­ren Ani­me? Teilt eure Gedan­ken zu „Cow­boy Bebop“ mit uns in der Kom­men­tar­sek­ti­on! Wir wür­den uns freu­en. Und Spike mit­samt Crew auch.


Trailer

Der offi­zi­el­le deut­sche Trai­ler zu “Cow­boy Bebop”

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Terror in Tokio (2014)

  • 7.5/10
    dero­fa Durch­schnitts­wer­tung - 7.5/10
7.5/10

Sehens­wert

“Ter­ror in Tokio” ist eine 11-tei­li­ge Ani­me-Serie des Stu­di­os “MAPPA” die unter der Regie von Shin’ichirō Watan­a­be ent­stand und 2014 ver­öf­fent­licht wurde.

Die Thril­ler-Serie han­delt von einer Ter­ror­grup­pe namens “Sphinx” und ergrün­det dabei in einem Katz- und Maus­spiel mit der Poli­zei, die Moti­ve und Absich­ten der Haupt­fi­gu­ren “Nine” und “Twel­ve”.

War­um die Serie trotz des mitt­ler­wei­le ver­brauch­ten The­mas des Ter­ro­ris­mus genug Eigen­hei­ten auf­weist, um sehens­wert zu sein, ver­ra­ten wir Euch im fol­gen­den Review.

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Gen­re: Ani­me, Sei­nen

Ori­gi­nal­ti­tel: Zan­kyō no Teroru

Pro­duk­ti­ons­land: Japan

Stu­dio: MAPPA

Regie: Shin’ichirō Watan­a­be

Pro­duk­ti­on: Masuo Ueda, Yōko Matsu­za­ki, Yūi­chi Nakao, Yutaka Ishi­ka­wa, Mako­to Kimu­ra, Taka­mit­su Inoue

Dreh­buch: Hiro­shi Seko (E04, 06, 09, 11), Jun Kuma­gai (E05, 07), Ken­ta Iha­ra (E08, 10), Shō­ten Yano (E01 - 03)

Musik: Yōko Kanno

Län­ge: 11 Epi­so­den je ca. 23 Minuten

Alters­frei­ga­be: FSK 12

Wer­tung:   

Autor: Jayes

Ver­fasst am: 18.03.2020


Angst und Schrecken in der Millionenstadt Tokio

Aus einer Auf­be­rei­tungs­an­la­ge in Nord­ja­pan wird von zwei Unbe­kann­ten bei einem spek­ta­ku­lä­ren Raub Plu­to­ni­um gestoh­len. Die Poli­zei macht sich auf die Suche nach den Tätern und der gefähr­li­chen radio­ak­ti­ven Sub­stanz, tappt dabei jedoch im Dunkeln.

Im dar­auf­fol­gen­den Som­mer wird ein Bom­ben- sowie Brand­an­schlag im beleb­ten Tokyo Metro­po­li­tan Government Buil­ding ver­übt. Im Nach­hin­ein stößt die Poli­zei durch Zufall auf ein Video, in dem zwei mas­kier­te Jugend­li­che den Anschlag ange­kün­digt haben. Sie bezeich­nen sich als “Sphinx Nr. 1” und “Sphinx Nr. 2”. Doch nicht nur das, in wei­te­ren Video­bot­schaf­ten stel­len die Unbe­kann­ten die Poli­zei vor kniff­li­ge Rät­sel rund um die grie­chi­sche Mytho­lo­gie und die Gestalt “Ödi­pus”.

In einem Katz- und Maus­spiel bege­ben sich die Behör­den auf die Suche nach den zwar jun­gen aber höchst pro­fes­sio­nell agie­ren­den Attentätern.

Woher kom­men die geheim­nis­vol­len Ter­ro­ris­ten und was sind ihre Motive?


Die Atten­tä­ter “Sphinx Nr. 1” und “Sphinx Nr. 2” mel­den sich mas­kiert in einer Video­bot­schaft an die Welt

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https://www.deviantart.com/midnamoony/art/Terror-and-Resonance-Gif-Spinx-717728349

Gewöhnliches Thema, ungewöhnlicher Regisseur

Mit “Ter­ror in Tokio” lie­fert das Ani­me-Stu­dio “MAPPA”, wel­ches vom ehe­ma­li­gen “Madhouse”-Gründer Masao Maru­ya­ma ins Leben geru­fen wur­de, eine Serie, deren The­ma auf den ers­ten Blick nicht sehr ori­gi­nell anmu­tet.[1] Kri­mi­nal­ge­schich­ten über Ter­ro­ris­mus, Ter­ror­an­schlä­ge oder Hei­mat­schutz wir­ken mitt­ler­wei­le doch ziem­lich ver­braucht und wer­den medi­al zu genü­ge behandelt.

Was jeden Ani­me-Fan aber hell­hö­rig wer­den las­sen soll­te ist, dass sich nie­mand gerin­ge­rer als der renom­mier­te Ani­me-Regis­seur Shin’ichirō Watan­a­be für “Ter­ror in Tokio” ver­ant­wort­lich zeich­net. Bes­tens bekannt ist die­ser durch den gro­ßen inter­na­tio­na­len Erfolg des Sci-Fi-Ani­me “Cow­boy Bebop” (1998), der in der Sze­ne als einer der bes­ten Ani­me aller Zei­ten gilt. Spä­ter mach­te er vor allem mit der von der his­to­ri­schen Edo-Zeit inspi­rier­ten Serie “Samu­rai Cham­ploo” (2004) auf sich auf­merk­sam, sowie mit der komö­di­an­ti­schen Space-Ope­ra “Space Dan­dy” (2014).

Nun woll­te sich Shin’ichirō Watan­a­be ernst­haf­te­ren The­men zuwen­den und ließ sich von zeit­ge­schicht­lich rele­van­ten Ereig­nis­sen inspi­rie­ren. Als Aus­gangs­punkt gibt der Regis­seur laut Wiki­pe­dia die Fra­ge an, wie “des­il­lu­sio­nier­te und tech­nisch ver­sier­te jugend­li­che die moder­ne Tech­nik nut­zen, um mit Ter­ror Angst zu ver­brei­ten.”[2]


Einer der Anschlä­ge im Fokus

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Geradlinige Krimi-Story in hochwertigem Design

Wäh­rend der ins­ge­samt ein­fach zugäng­li­chen Kri­mi­nal­ge­schich­te befin­den wir uns als Zuschau­er in einem moder­nen, urba­nen und rea­lis­ti­schen Sze­na­rio. Die Geschwin­dig­keit der Erzäh­lung ist für Ani­me-Ver­hält­nis­se rela­tiv hoch und “Ter­ror in Tokio” kann dabei durch­aus mit­rei­ßend sein.

Japan und die Metro­po­le Tokio wir­ken äußerst rea­li­täts­nah gestal­tet und befin­den sich zeich­ne­risch auf höchs­tem Niveau. Die Dar­stel­lung von Umwelt, Gegen­stän­den, tech­ni­schen Gerä­ten und mehr sind sehr reich an Fein­hei­ten und erin­nern an hoch­wer­ti­ge und sau­ber gezeich­ne­te sowie hoch detail­lier­te Wer­ke wie die von “Your Name” Regis­seur Mako­to Shin­kai. Dabei wer­den nur sehr gut dosiert com­pu­ter­ge­ne­rier­te Bil­der ver­wen­det und auch nur dann wenn es Sinn macht, wie etwa bei der Dar­stel­lung von sehr dyna­mi­schen Sze­nen oder hoch­tech­ni­sier­ten Dingen.

Das sehr elek­tro­ni­sche Ope­ning und Ending hin­ge­gen, traf trotz sehr breit­ge­fä­cher­tem Musik­ge­schmack lei­der nicht unser Herz. Dafür ist der Sound­track jeder­zeit kna­ckig sowie pas­send und unter­malt mit sei­nen Melo­dien die Thril­ler-Ele­men­te in “Ter­ror in Tokio”.


Die ermit­teln­den Beam­ten ste­hen vor Rät­seln und las­sen sich an einer wun­der­bar gezeich­ne­ten Kulis­se nieder

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Beein­dru­cken­de Details in den Zeich­nun­gen sor­gen für Realitätsnähe

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Schwarz oder weiß?

Was “Ter­ror in Tokio” inhalt­lich zu bie­ten hat soll­te beson­ders her­vor­ge­ho­ben wer­den, denn hier­durch schafft es die Serie sich vom Durch­schnitt und des gewöhn­li­chen The­mas abzuheben.

Im Kampf der Poli­zei gegen die Atten­tä­ter, bei denen man sich als Zuschau­er immer wie­der die Fra­ge des eigent­li­chen Motivs stellt und bei denen es einem nicht leicht gemacht wird, ob man “Nine” und “Twel­ve” nun als Ant­ago­nis­ten oder Prot­ago­nis­ten sehen soll, führt zu span­nungs­ge­la­de­nen Momen­ten. Auf sym­pa­thi­sche Wei­se füh­ren die Figu­ren die Poli­zei gekonnt an der Nase her­um und han­deln äußerst ziel­ge­rich­tet und abge­klärt. Nur einer der Poli­zis­ten, ein degra­dier­ter Beam­ter aus dem Archiv, blickt hin­ter die Fas­sa­de und kann den Atten­tä­tern annä­hernd das Was­ser reichen.

Das Wie, Wo, Wes­halb wird erst spä­ter klar und führt zu einer völ­lig neu­en Per­spek­ti­ve, die der Zuschau­er ein­neh­men kann. Wer­te und Nor­men, die Gesell­schaft und die Welt, wer­den dabei hin­ter­fragt und sind eben nicht immer nur schwarz oder weiß.

Die Ani­me-Serie bie­tet des­halb viel span­nen­den und sinn­haf­ten Stoff und han­delt nicht plump von einem ein­fa­chen Kri­mi-Sze­na­rio in gen­re­ty­pi­schem Ausgang.


“Ter­ror in Tokio” geht tie­fer als Anfangs gedacht

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Fazit - Spannender Kurztrip

“Ter­ror in Tokio” ist in sei­nen 11 Epi­so­den ein gerad­li­nig und kom­pakt erzähl­tes moder­nes Aben­teu­er. Ein span­nen­der Kurz­trip der kon­se­quent zu Ende erzählt wird, ohne zu vie­le Umwe­ge zu machen und ohne zu sehr auszuufern.

Trotz­dem soll­te man nicht den Feh­ler machen das Werk über den grü­nen Klee zu loben, nur weil Shin’ichirō Watan­a­be drauf steht. “Ter­ror in Tokio” hat durch­aus auch sei­ne Schwä­chen, mit denen wir uns aber auf­grund des über­wie­gend posi­ti­ven Ein­drucks, nicht lan­ge auf­hal­ten möchten.

“Zan­kyō no Teroru” ist ein Sei­nen-Ani­me der es schafft, trotz gen­re­ty­pi­scher Ele­men­te, die man alle irgend­wo schon mal gese­hen hat, sich eine gewis­se Eigen­heit zu behalten.

Hoch­ka­rä­tig besetz­te Syn­chron­spre­cher sor­gen auch auf dem deut­schen Markt für eine sehr gute Vertonung.

Somit erreich­te uns mit “Ter­ror in Tokio” ein Ani­me im Mini-Seri­en-For­mat, den wir als kurz­wei­li­gen Sprung in eine inter­es­san­te Welt bezeich­nen wol­len und damit jedem ans Herz legen, der Lust und Lau­ne auf einen hoch­wer­ti­gen Ani­me für erwach­se­ne Zuschau­er hat.

“Ter­ror in Tokio” han­delt von Hoff­nung, von Hil­fe­ru­fen und von den Ver­pflich­tun­gen einer soli­da­ri­schen Gesell­schaft, in Zei­ten wo Wer­te und Moral von eini­gen weni­gen mit Füßen getre­ten wer­den - und Schwa­che dar­un­ter lei­den müssen.


Was das an Tat­or­ten hin­ter­las­se­ne “VON” bedeu­tet müsst Ihr selbst herausfinden!

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Was hal­tet Ihr von Watana­bes “Ter­ror in Tokio”? Lasst es uns in den Kom­men­ta­ren wissen!


 

Samurai Champloo (2004)


Gen­re: Ani­me


Wer­tun­gen der derofa.de Autoren:


Jayes:   

Das Kata­na des Ani­me “Samu­rai Cham­ploo” besticht durch den unge­wöhn­li­chen Stil­mix aus Hip Hop Beats und Samu­rai The­ma sowie David Nathan Eli­te Synchro.
Außer­dem gibts am lau­fen­den Sushi-Band Schnib­be­lei­en wie in der Ster­ne­kü­che und auf Geta-San­da­len gepflegt in die Fresse.
Den­noch kann der Ani­me bei aller schnit­ti­gen Cool­ness nicht über sei­ne schwa­che Deckung hin­weg täu­schen, die mit zu ober­fläch­lich betrach­te­ten Cha­rak­te­ren und einer phleg­ma­ti­schen Geschich­te Tref­fer ein­ste­cken muss.
“Samu­rai Cham­ploo” is ganz gut - aber wenn du Nigi­ri Sake erwar­test und Maki Sake bekommst, bist du halt etwas ent­äuscht.”   (09.01.2019)


Beschreibung

Samu­rai Cham­ploo“ ist eine Shō­nen-Ani­me-Serie des Stu­di­os Manglobe. 

Regie führ­te Shin’ichirō Watan­a­be, der vor allem durch sei­ne Serie “Cow­boy Bebop” aus dem Jah­re 1998 grö­ße­re Bekannt­heit erlangte.

Die Serie besteht aus 26 Epi­so­den und han­delt von den drei Prot­ago­nis­ten Mugen, Jin und Fuu die sich in einem Tee­haus begeg­nen und auf die Suche nach dem “Samu­rai, der nach Son­nen­blu­men duf­tet” begeben.

In Deutsch­land wur­de die Serie erst­mals 2006 auf dem Fern­seh­sen­der VOX ausgestrahlt.


Bilder




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