Archiv der Kategorie: BBC Earth

Beyond Blue (2020)

Lesemusik:

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  • 5.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 5.5/10
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Geht so

Mit dem Videospiel „Beyond Blue“ brechen die Macher des tiefgründigen Puzzle-Jump-’n‘-Runs „Never Alone“ (2014) zu Tauchgängen im Pazifik auf.

Das Studio E-Line Media wurde hierfür von der BBC-Serie „Unser blauer Planet II“ inspiriert. Das klingt insbesondere für Fans von hochwertigen Naturdokus vielversprechend.

Als Taucherin Mirai habt Ihr in „Beyond Blue“ die Aufgabe, innerhalb zahlreicher Tauchgänge die Unterwasserwelt zu erkunden und diese sowie ihre Bewohner zu scannen.

Daraus ergibt sich manchmal ein beinahe meditatives Spielerlebnis. Doch zugegebenermaßen flacht die Faszination am Spiel doch recht schnell ab. Die Umgebungen und ausgesuchten Meereslebewesen sind nicht abwechslungsreich und zahlreich genug, damit man sich wirklich wie ein waschechter Taucher, Meeresbiologe oder Forscher fühlt.

Zu Beginn des Tauchgangs wird meist von einer Befestigung aus die Missionsumgebung abgescannt. Eine offene Spielwelt gibt es nicht. Es handelt sich um Areale – je nach aktueller Mission. Auf den Tauchwegen zu den relevanten Stellen können dann Scans von Meeresspezies gemacht werden. Die Hauptaufgaben bestehen so gut wie immer aus dem Scannen, insbesondere einer Pottwalschule, die über das Spiel hinweg begleitet wird. Die entdeckten Lebewesen können anschließend in einer Datenbank begutachtet werden.

Besondere Momente wie wenn sich Delfine zum Vergnügen an Korallen reiben, sind leider selten. Die gesamte Welt wirkt statisch, dabei wird immer wieder betont, wie voll von Leben diese doch sei. Tauchgänge in besonderen Unterwasserumgebungen, wie durch Höhlen, entlang von Schiffswracks oder prachtvollen Korallenriffen, kommen nicht vor. Der Gesamtumfang des Spiels ist mit etwa 2-4 Stunden zudem nur kurz.

Gerade in der Disziplin der stimmungsvollen und optischen Präsentation haben wir mehr erwartet. Dass „Beyond Blue“ spielerisch auf das Nötigste reduziert wurde, war erwartbar. Niemand würde von dieser Art von Videospiel ein Gameplay-Feuerwerk erwarten.

Doch die große Möglichkeit von „Beyond Blue“ wäre eine außergewöhnliche, realistische und einnehmende Atmosphäre gewesen. Hier wird leider (vielleicht budgetbedingt) nur an der Oberfläche des Möglichen gekratzt, anstatt wirklich tief in die Materie einzutauchen.

Die kurzen Videoschnipsel, welche Hintergründe zum Thema zeigen und Meeresbiologen zu Wort kommen lassen, sind interessant, können den Gesamteindruck jedoch nie so richtig zum Positiven verändern. Gerade weil Material von „Unser blauer Planet II“ sowie BBC Earth verwendet wurde, wie die Credits verraten, wurde zumindest bei uns eine zu hohe Erwartungshaltung geschürt. „Beyond Blue“ spielt in einer völlig anderen Liga als die vor Leben nur so strotzenden BBC-Earth-Produktionen.

Zugutehalten sollte man „Beyond Blue“ jedoch zweifelsohne, dass es in seiner Form als Videospiel zu neuen Ufern aufbricht. Es ist offensichtlich ein ehrenwerter Versuch, für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, indem eine Art Bildungsspiel präsentiert wird. Nicht umsonst hat sich das Studio laut eigener Website zum Ziel gesetzt, sowohl spaßige als auch zugleich bedeutungsvolle Games zu entwickeln.

„Beyond Blue“ wird als Versuch in Erinnerung bleiben, abseits des Gaming-Mainstreams etwas zu wagen. Etwas, was es in dieser Form noch nie gegeben hat. Und mindestens das ist bedeutend! (20. Dezember 2022 | Testplattform: PS5)

Genre: Abenteuer, Adventure, Simulation

Originaltitel: Beyond Blue

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: E-Line Media

Game Director: Michael Angst

Musik: Mahuia Bridgman-Cooper

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 2,5 Stunden (Hauptstory), ca. 4 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 5,5 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe | DE Texte

Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch (Stand: 09.02.2026)

Altersfreigabe: USK 0

Veröffentlichung: 17. April 2020 (iOS, macOS, tvOS) | 11. Juni 2020 (PC, PS4, Xbox One) | 11. November 2021 (Switch)

Ähnliche Titel: Gris (2018), FAR: Lone Sails (2018), Arise: A Simple Story (2019)

Quellen
Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Beyond_Blue_(video_game) | https://www.imdb.com/de/title/tt12503896/reference/ | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=beyond%2520blue | Altersfreigabe: https://usk.de/?s=beyond+blue
Was haltet Ihr vom ehrenwerten Versuch eines Unterwasserspiels im BBC-Doku-Stil? Gefallen euch „Abzû“ (2016) oder „Subnautica“ (2018) besser? Teilt eure Gedanken zu “Beyond Blue” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das gewaltigste jemals auf dem Planeten dagewesene Geschöpf, mit dem Namen Blauwal, bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Teaser-Trailer zu „Beyond Blue“

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©E-Line Media

Der offizielle Launch-Trailer zu „Beyond Blue“

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©E-Line Media | PlayStation

Wildes Neuseeland (2016)

Genre: Naturdokumentation

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Jayes meint - Sehenswert

„Die dreiteilige Naturdoku Wildes Neuseeland ist ein abenteuerlicher Ausflug zu den Inseln am Ende der Welt, der aber aufgrund mangelndem Tiefgang im Vergleich zu anderen BBC Earth Dokumentationen, trotz gewohnt hoher Qualität, meist eher durschnittlich wirkt.“   (08.02.2019)

Beschreibung

Wildes Neuseeland ist eine Naturdokumentation von BBC Earth, die unter der Regie von Mark Flowers entstand.

In Deutschland wurde die Serie im Jahr 2016, durch den TV-Sender arte erstausgestrahlt.

Die Serie umfasst 3 Episoden:

  1. Inseln am Ende der Welt
  2. Im Reich der Extreme
  3. Kampf ums Paradies

In Deutschland wurde die Doku vom Verleiher Polyband lizensiert und erschien auf DVD, Blu-ray und als VOD.

Es handelt sich um eine Ko-Produktion von NDR Naturfilm und BBC. Sie zeigt die Natur Neuseelands und beleuchtet Flora und Fauna sowie die Entwicklung des Landes.


Bilder

Die Doku bietet sehr schöne Landschaftsbilder

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Der “Milford Sound”, einer der nassesten Orte der Erde

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Die Tierwelt Neuseelands ist einzigartig

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Neuseeland bietet Kuriositäten: Hier Pinguine im Wald

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Backcover der deutschen Blu-ray Veröffentlichung durch polyband

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Unsere Erde 2 (2017)


„Hals kriegende Giraffen“ sowie bildgewaltige und ästhetische Aufnahmen, gibt es in der Naturdokumentation „Unsere Erde 2“ zu bestaunen.
Außerdem eine Analyse zur Sprecherthematik von unserem Autor Jayes.


Genre: Naturdokumentation

Autor: Jayes

Verfasst am: 16.03.2018

Wertung:  


BBC Earth bleibt der Tradition treu und schiebt 2018 mit „Unsere Erde 2“ das Filmformat, der im Jahr 2016 erschienenen Ausnahmedokuserie „Planet Erde 2“ nach.

Bekannt ist das von früheren Werken, denn Kino-Adaptionen folgten bereits auf die Serien „Unser Blauer Planet“ (2001), mit „Deep Blue“ (2003) und im Jahr 2007 wurde aus „Planet Erde“, der Kinofilm „Unsere Erde“.

Doch Veränderungen gibt es. Die wichtigste ist wohl, dass die Ausnahmeregisseure Alastair Fothergill und Mark Linfield nicht mit von der Partie sind. Diejenigen Herren, die mit BBC Earth im Rücken, für besonders hochqualitative Naturdokumentationen stehen.

Eine der Fragen, die sich also stellt ist, ob „Unsere Erde 2“ auch mit den neuen Regisseuren Richard Dale und Peter Webber, zu Zufriedenheit bei Kritikern und Fans sorgen kann.

Neben bereits bekannten Bildern aus der Serie, wie den Ausflug ins Meer eines Faultiers, an Gräsern schwingenden Mäuschen, Hals kriegende Giraffen oder den urzeitlich anmutenden Meerechsen, gibt es auch neues Filmmaterial zu bestaunen. Darunter befinden sich ebenfalls tolle und spektakuläre Aufnahmen. Unter anderem die kämpferische Flussüberquerung eines Zebra-Fohlens oder den einzigen Tag im Leben einer ungarischen Eintagsfliege.

Bei den Drehs rund um den Globus sind bildgewaltige, ästhetische Aufnahmen enstanden, die jedoch dadurch, dass sie ihre Erstveröffentlichung bereits in der Serie fanden, in Ihrer starken Wirkung, weniger gewichtig werden.
In einen 135-minütigen Rahmen gepresst, kommen außerdem viele einzigartige und imposante Szenen zu kurz oder gar nicht vor.

Die musikalische Untermalung erfolgte durch das BBC Orchestra, welches es mit hochwertigen Kompositionen schafft, die Bilder erst richtig zur Geltung zu bringen.

Zum Thema Anpassung für den nationalen Markt, fallen direkt zwei Dinge in Ohren und Auge. Erstens Moderator Günther Jauch, der die Off-Stimme der deutschen Fassung spricht. Skepsis ist an dieser Stelle angebracht. Außerdem der Untertitel der Superlative, ich lasse ihn einfach mal wirken: „So haben Sie die Welt noch nie erlebt“ …

Doch zurück zum Erzähler. Im direkten Vorgänger „Unsere Erde“ war Ulrich Tukur die Stimme aus dem Off.
Bei den Serien, zeichnete sich einst der Synchronsprecher Norbert Langer als hervorragender Narrator bei „Unser Blauer Planet“ und „Planet Erde“ aus. Schließlich wurde dann der ebenso geniale Christian Schult 2011, für „Frozen Planet“ verpflichtet.
Anschließend trat er, für viele Fans mehr als zufriedenstellend, die Nachfolge für Langer im aktuellen „Planet Erde 2“ im Jahr 2016 an.
Nun bekommen wir mit Jauch, die Stimme eines TV- und ehemaligen Radiomoderators zu hören, die dieser Aufgabe nicht mal annähernd gewachsen ist. Dünn, hoch und unpassend betont, liest Jauch seine Zeilen ab und spielt damit nicht mal annähernd in der Liga eines Langers oder Schults.

Im Kernstück des Films, scheint es ein klares Motiv der Regisseure sowie BBC Earth zu sein, die Welt wie sie heute ist, in ihrer Schönheit zu präsentieren und die Spezies Mensch zu ermahnen. Zu ermahnen und an Naturverbundenheit zu appelieren, in Form der bedrohten Tierarten selbst, bspw. dem seltenen großen Panda, dass der blaue Planet nicht alles verzeiht und aushält, was wir ihm zumuten.
Zu diesem Standpunkt sollte es keine zwei Meinungen geben und wenn „Unsere Erde 2“ nur ein paar Zuseher in Form der Kinoversion belehrt, hat er seine Daseinsberechtigung in der Landschaft des Naturfilms erwirkt.