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Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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    derofa Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Ganz gut

Mit „Resident Evil 6“ erschien im Jahre 2012 ein weiterer Teil des überaus beliebten Horror-Franchises.

Mit einem stark actionlastigen Third-Person-Shooter-Gameplay führten die Entwickler von Capcom weiter, was sie im Jahr 2005 mit „Resident Evil 4“ begannen und 2009 mit „Resident Evil 5“ auf die Spitze trieben.

Bevor sich das Studio mit „Resident Evil 7: Biohazard“ im Jahr 2017 wieder auf seine Ursprünge im Survival-Horror-Genre besann, gipfelte das bewegte Effekt-Feuerwerk als das Ende einer kontroversen Ära in „Resident Evil 6“.

Was das letzte „Action-Resi“ zu bieten hat und was nicht, verraten wir in unserem Test.

Genre: Third-Person-Shooter, Action-Adventure, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 6 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Eiichiro Sasaki

Musik: Akihiko Narita

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (u. a. lokaler Koop-Modus mit geteiltem Bildschirm)

Spielzeit: ca. 23 Stunden (Story), ca. 50 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisation

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 26.12.2022)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 2. Oktober 2012 (Original für PlayStation 3 und Xbox 360) | 29. März 2016 (Remastered für PlayStation 4 und Xbox One)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Nachfolger: Resident Evil 7: Biohazard (2017)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_6 | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_6 |Spielzeit: Story – Eigener Durchlauf, 100% – https://howlongtobeat.com/game/7725

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 26. Dezember 2022

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Resident Evil 6“ ist das letzte „Action-Resi“

In den Anfangsjahren seit 1996 zeichnete sich die „Resident Evil“-Reihe vor allem durch atmosphärischen und gruseligen Survival Horror aus.

Das änderte sich spätestens mit Leon S. Kennedy’s Ausflug nach Spanien in „Resident Evil 4“, als Capcom bereits begann, seinen Fokus gezielt auf das Gunplay zu legen und den Spielern deutlich mehr Gegner und Munition zur Verfügung stellte.

Die Neuausrichtung der Horror-Reihe erfuhr ihren Höhepunkt schließlich im vollständig auf Third-Person-Shooter-Koop-Action ausgelegten „Resident Evil 5“. Zugegebenermaßen, wenn auch umstritten, ein ausgezeichnetes Spiel, welches im Genre seine Qualitäten hatte. Mehr dazu im verlinkten Test.

Trotzdem verprellte Capcom schon damals viele Fans und sollte es im Folgenden nicht besser machen. Das japanische Entwicklerstudio legte trotzig noch eine Schippe drauf und inszenierte den direkten Nachfolger „Resident Evil 6“ als unaufhörliches Action-Feuerwerk. Auch der sechste Serienteil führte also die Formel fort und wurde daraufhin kontrovers diskutiert.

Laut Angaben von Capcom im März 2012 sei der Markt für Survival Horror zu klein. Deshalb wurde „Resident Evil 6“ auf das Action-Genre ausgerichtet.[1] Für viele Kritiker der Neuausrichtung grenzt so eine Aussage sicher an Blasphemie!


Was Capcom mit den alteingesessenen Fans machte.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Voller Fokus auf Action! In „Resi 6“ bleibt nichts heile.

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Handlung

Vier Szenarien – eine Geschichte

Die Geschichte in „Resident Evil 6“ ist weit verzweigt und komplex.

Wir treffen auf eine Handvoll alte Bekannte aus vergangenen „Resi“-Teilen.

Ein wesentliches Merkmal von Teil 6 sind dabei die vier unterschiedlichen Handlungsstränge. Diese unterscheiden sich in ihrem Schwerpunkt bzw. Konzept leicht, führen aber handlungstechnisch ineinander und ergänzen sich gegenseitig.

Während sich etwa Leon S. Kennedys Spieldurchlauf stärker durch Horror-Elemente auszeichnet, liegt der Schwerpunkt in Chris Redfields Geschichte auf Action. Söldner Jake Mullers Kampagne wiederum ist neu und spielerisch etwas untypischer für die Reihe. Im letzten Szenario, welches Ada Wong begleitet, wird verstärkt gerätselt.

Doch worum geht es überhaupt?

Über fünfzehn Jahre nach der Zerstörung von Raccoon City

Leon S. Kennedy befindet sich am 29. Juni 2013 in Tall Oaks und findet den Präsidenten als infizierten Zombie vor.[2]

Die Stadt befindet sich aufgrund des C-Virus im Ausnahmezustand. Leon trifft auf die Agentin Helena Harper, die ebenfalls dem Secret Service unterstellt ist.

Gemeinsam versuchen sie, die Geschehnisse aufzuklären. Dabei stoßen sie schon bald auf den nationalen Sicherheitsberater und Antagonisten des Spiels, Derek Simmons. Sie müssen sich zahlreichen mutierten Gestalten stellen.

Im Verlaufe der Geschichte reisen die beiden nach China. Auch andere Handlungsorte wie das fiktive osteuropäische Edonia (angelehnt an Estland) kommen im Spiel vor und werden von einem Teil der Figuren bereist.[3]

Sowohl Ada Wong als auch Chris Redfield und Piers Nivans sowie Jake Muller und Sherry Birkin kreuzen immer wieder die Wege von Leon und Helena. Wer feindlich gesinnt ist oder die gleichen Interessen verfolgt, wird zunehmend schwerer zu durchblicken.

Ob sich aus den Protagonisten eine Allianz bilden kann die mit vereinten Kräften kooperiert?


Die spielbaren Figuren in „Resident Evil 6“

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©Capcom | Quelle: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.upmc.be/Resident-Evil-6-Everything-You-Should-Know/628116&ved=2ahUKEwjPnP-e1uiSAxXi1AIHHZRWKYEQ3YkBegQIBBAb&opi=89978449&usg=AOvVaw2VnyzYsiSpT03_teelQMdT

Gameplay und Inszenierung

In Sachen Gameplay blieben die Entwickler der alten Formel treu. Wenig bis keine Veränderungen sind im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. Das Third-Person-Shooter-Gameplay ist solide Kost.

Als Leon, Chris und Co. ballert ihr euch durch die Spielwelt, nutzt eure Items gezielt, bewegt euch innerhalb der Story durch Fahrzeuge, werdet rumgeschleudert und stellt euch Kreaturen. All das in einem aufgestylten, wild filmisch inszenierten Cut-Scene-Feuerwerk inklusive Quick-Time-Events.

Die Zwischensequenzen sind inszenatorisch auf sehr hohem Niveau. Dennoch liefern sie nur belanglose Action, die nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine krasse Optik reicht eben nicht. Es fehlt Substanz.


Inszenatorisch stark, erzählerisch schwach.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Quick-Time-Events sind bei diesem Schwerpunkt natürlich Pflicht.

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Abräumen, wegballern!

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Schwerpunkte ja, Unterschiede kaum

Im Übrigen erweist sich die Entscheidung von Capcom, das Spiel in unterschiedliche Szenarien einzuteilen, gleich aus mehreren Blickwinkeln als problematisch und/oder unbefriedigend.

Was zuerst wie eine sinnvolle Idee klingt, um der Geschichte mehr Tiefe zu geben und zusätzlich spielerisch Akzente zu setzen, führt viel mehr zu einem inkonsistenten Brei.

Die Einteilung in verschiedene Szenarien tut dem Handlungsaufbau des Spiels nicht gut, weil alle Schauplätze und Szenen ineinander gewürfelt wirken. Man verliert die Orientierung. Die Geschichte wirkt so nicht stabil und beständig.

Spielerisch verpasst „Resi 6“ ebenfalls, die unterschiedlichen Ansätze richtig für sich zu nutzen. Die Durchläufe fühlen sich trotz der Unterschiede sehr ähnlich an, weil eben alles konsequent auf Action getrimmt ist.


Wie viele Explosionen und wie viel Sachschaden zählt man wohl insgesamt in „Resident Evil 6“?

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Klassisches Third-Person-Shooter-Gameplay mit Chris Redfield.

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©Capcom

Action, die müde macht.

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„Resi 6“ bleibt spielbar

Bei all der Kritik müssen wir dem Spiel lassen, dass es sich insgesamt gut spielt und für einige spannende Momente sorgen kann.

Gewisse Schauplätze sind reizvoll und auch gewisse Story-Elemente sind interessant.

Das Gameplay läuft nicht ganz so flüssig wie im Vorgänger, funktioniert insgesamt jedoch ganz gut.

Es bleibt eben alles auf einem sehr durchschnittlichen Niveau.

Die Abschnitte, in denen Ihr Jake Muller steuert, gehören zu den besseren im Spiel.

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©Capcom | Quelle: https://store.playstation.com/de-de/concept/232116

Fazit – Stumpfes Action-„Resi“ und Tiefpunkt

Wer „Resident Evil 5“ aufgrund seines Action-Fokus nicht mochte, wird „Resident Evil 6“ hassen!

Wo der Vorgänger die Horror-Fans verprellte, sich jedoch mit einem spielerisch gut ausbalancierten Koop-Action-Gameplay positiv im Genre als packender Third-Person-Shooter hervortat, fehlt „Resi 6“ insgesamt der richtige Plan.

Die verschiedenen Szenarien sorgen für Verwirrung und schaden, so aufgeteilt wie sie sind, der Immersion. Die Inszenierung als krasses Action-Feuerwerk ist zwar hochwertig, wirkt jedoch trotzdem stumpf und lässt unbefriedigt zurück.

Spielerisch bietet das Spiel kaum etwas Hervorragendes. Es funktioniert zwar „ganz gut“ und hat auch spaßige Momente, will sich aber nie so recht aus den Fesseln, des vom Studio aufgesetzten Konzepts, befreien.

„Resident Evil 6“ war trotz hoher Produktionsqualität der Tiefpunkt der Reihe und das Schema spätestens seit diesem Ableger über seinem Zenit. Umso schöner, dass Capcom dies trotz des kommerziellen Erfolges wohl ebenso sah.[4] Mit „Resident Evil 7: Biohazard“ änderte sich der Kurs der Marke im Jahr 2017 gen Heimat und kehrte zu den Wurzeln des Survival-Horror-Genres zurück.


Was Capcom mit den Fans von klassischem und atmosphärischem Survival Horror machte, bevor sie zurück zu den Wurzeln gingen.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 6“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Capcom bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche E3-Trailer zu „Resident Evil 6“

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©Capcom | Quelle:

Der „Resident Evil 4, 5, 6 – PS4 Announce Trailer“ zu den Remastered-Versionen aus 2016

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©Capcom | ©PlayStation

Resident Evil 4 (Remastered) (2005, 2016)

Lesemusik:

„Regenerador“ („Resident Evil 4„-OST)


Offizielle Abspann-Musik zu „Resident Evil 4“

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©Capcom | Poster: Quelle: https://shopee.co.id/poster-A3-PlayStation-resident-evil-4-PS3-PS4-Xbox-360-hiasan-dinding-tembok-kamar-i.183546029.8759568459 | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsspiel

In der großen weiten Welt der Videospiele steht das „Resident-Evil“-Franchise wie kein anderes für den Begriff des Survival Horror.

Selbst der Name des Grusel-Genres soll einst an den Spruch „Enter the survival horror…“ angelehnt worden sein, der im Jahre 1996 prächtig den Ladebildschirm des ersten Serienteils zierte.[1]

Doch um das Franchise war es nicht immer rosig bestellt. Mit der knallharten Neuausrichtung auf Action, die spätestens mit „Resident Evil 5“ (2009) in die ursprünglich schaurig-düstere Reihe Einzug fand, spaltete Capcom die Fan-Lager.

Trotzdem veröffentlichte der Publisher auch nach dem Weggang von „Resi“-Urgestein Shinji Mikami über die letzten Jahre zahlreiche Neuauflagen der Top-Marke. So bekam auch das einst euphorisch von Fans und Kritikern aufgenommene „Resident Evil 4“ seine aufpolierte Remastered-Version.

Aktuell legt ein Leak nahe, dass uns zudem schon bald ein Remake erwarten könnte.[2] Grund genug für uns, dem Kultspiel noch einmal genauer auf den Zahn zu fühlen.

Genre: Action-Adventure, Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 4 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom Production Studio 4 | Capcom

Game Director: Shinji Mikami

Musik: Misao Senbongi, Shusaku Uchiyama

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 15 Stunden (Story), ca. 31 Stunden (100%)

Sprache: Englische & spanische Sprachausgabe, deutsche Texte

Plattformen: GameCube (03/2005), PlayStation 2 (10/2005), PC (03/2007 | 02/2014), Wii (06/2007), PlayStation 3 (09/2011), Xbox 360 (09/2011), Wii U (10/2015), PlayStation 4 (08/2016), Xbox One (08/2016), Switch (05/2019) (Stand: 01.11.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 23. März 2005 (GameCube)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 3: Nemesis (Original, 1999)  / Resident Evil 3 (Remake, 2020)

Nachfolger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2 (2019), Resident Evil 3 (2020), Resident Evil 7: Biohazard (2017), Dead Space (2008), The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

Quellen
Allgemeine Daten: https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/7720 | Release DE: https://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=6650 | https://www.ninretro.de/game-26-3908.html

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. November 2021

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Survival-Horror-Reihe neu aufgelegt

Die „Resident-Evil“-Reihe ist seit dem ersten Teil aus dem Jahre 1996 (PSX) eine der erfolgreichsten Marken des japanischen Entwicklerstudios Capcom. Das beliebte Franchise gilt wie kein anderes als Garant für stimmungsvollen Survival-Horror. Laut Wikipedia wurden die Spiele bis Februar 2019 mehr als 90 Millionen Mal verkauft.[3]

Kein Wunder also, dass Capcom über die Jahre seiner Traditionsmarke immer wieder Neuauflagen spendierte. Der erste Teil sowie „Resident Evil Zero“ wurden remastered und im Paket als „Resident Evil Origins Collection“ im Jahr 2016 für PS4 und Xbox One veröffentlicht. Mit den aufgebohrten Varianten von „Resident Evil 2“(2019) sowie „Resident Evil 3“ (2020) erreichten uns sogar waschechte Remakes, die wir jüngst Tests unterzogen.

Am 30. August 2016 erblickte schließlich auch „Resident Evil 4“ in einer neu aufpolierten Remastered-Version für PS4 und Xbox One das Licht der Welt.

Die bei den Fans nicht unumstrittenen Auskopplungen „Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)“ sowie „Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)“ komplettierten schließlich die Hauptreihe, von den zahlreichen Spin-Offs ganz zu schweigen.

Als Fans nicht der ersten, sondern der zweiten Stunde, welche das Franchise nun pflichtbewusst nachholen, war „Resident Evil 4“ nun unser nächster Halt auf dem Weg zur Komplettierung.


Zahlreiche Ableger und Neuauflagen. Um die Survival-Horror-Reihe steht es aktuell gut.

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©Capcom | Quelle: https://www.ebay.de/itm/353273728530

Handlung – Die parasitäre Sekte

Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Leon S. Kennedy.

Den als coolen Actionhelden in Szene gesetzten Agenten begleiteten wir einst an seinem ersten Arbeitstag als Polizist in „Resident Evil 2“. Seinerzeit machte Raccoon City Bekanntschaft mit dem T-Virus.

Als Spezialagent, direkt dem US-Präsidenten unterstellt, verschlägt es Leon nach Europa. Ashley, die 20-jährige Tochter des Präsidenten, wurde entführt und wird in einem sonderbar okkulten Teil Spaniens vermutet.

Als Leon ist es unsere Aufgabe, die junge Frau ausfindig zu machen. Dabei stoßen wir jedoch auf allerlei Widerstand in Form einer mysteriösen Sekte, den Los Iluminados, rund um Anführer Osmund Saddler. Die Gruppe verehrt einen antiken Parasiten namens „Las Plagas“.

Wir schlagen uns durch eine unheimlich abwechslungsreiche Spielwelt, um nicht nur Ashley zu retten, sondern auch, um das Geheimnis der angsteinflößenden Mutationen zu lüften.


Leon S. Kennedy nachdenklich in spanischen Gefilden unterwegs.

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©Capcom

Kollegin Hunnigan erläutert uns die Details der Mission.

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©Capcom

Gameplay – Ein Schritt Richtung Action

Der vierte Teil brach seinerzeit in gleich mehreren Punkten mit alten Resident-Evil-Konventionen. War man von Vorgängern eine statische Kamera gewohnt, kam erstmals innerhalb der Hauptreihe die Third-Person-Perspektive zum Einsatz, welche die Kamera direkt hinter der Spielfigur positionierte.

Zudem fällt gleich zu Beginn auf, dass die Entwickler deutlich mehr Munition und Sammelbares spendieren. Mit der bis dahin serientypischen Munitionsknappheit wurde also in „Resident Evil 4“ erstmals gebrochen. Damit einhergehend ist das Gameplay bereits actionlastiger und sollte mit Teil fünf und sechs zum Unmut der Fans eskalieren.

Es gibt jedenfalls insgesamt deutlich mehr Gegner zu bezwingen und mannigfaltige Gegnertypen. Recht früh im Spiel schaltet man Waffen frei, die sonst erst zum Endgame-Content gehörten oder die man sich zuvor schwerer erarbeiten musste.

Trotzdem lässt „Resident Evil 4“ immer genug von seiner Quintessenz, dem stimmungsvollen Grusel und dem Gefühl der Ausgeliefertheit, durchblicken. Denn: stumpfes Draufloshasten führt zum sicheren Tod. Taktisches Vorgehen und Ruhe bewahren, im Eifer des Gefechts und des Horrors, will gemeistert werden.


Gameplay aus der Third-Person-Perspektive.

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Deutlich mehr Gegner gleichzeitig als sonst üblich innerhalb der Reihe.

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Die Shotgun findet Ihr bereits früh im Spiel, um ordentlich Action zu machen.

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Wirkung

Die richtige Balance

Besonders beeindruckend im vierten Teil von „Resident Evil“ ist das durchdachte Spieldesign mit seinen Mechaniken, was sehr ausbalanciert wirkt. Es ist überhaupt nicht repetitiv, obwohl es immer den gleichen Mechanismen folgt.

Das Grundprinzip ist einfach: Als Leon geraten wir durch Gegner in den verschiedensten Lagen unter Druck und müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Auch vermeintlich ungefährlichere Gegner werden immer wieder zur Gefahr. Nie darf etwas oder jemand unterschätzt werden. Das Spiel lehrt: Sei dir deiner Sache nie zu sicher. Habe immer eine Fluchtmöglichkeit oder einen Plan B.

Trotzdem fühlt man sich nur selten unfair ausgeliefert. Wir bekommen genug an die Hand gelegt, um zu bestehen. Wir müssen unser Equipment jedoch sauber und strukturiert nutzen.


Cleveres Inventar-Management ist einer der Schlüssel zum Erfolg.

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Der bewusste Aufbau

„Resident Evil 4“ wirkt dabei sehr durchdacht und bewusst aufgebaut, um genau die richtigen emotionalen Hebel beim Spieler umzulegen.

Es gibt zwei wesentliche Bestandteile, ein Gegensatzpaar, welches alle Spiele beinhalten: Spannung und Entspannung. Und kein anderes Videospiel führt dieses Prinzip so konsequent vor Augen und setzt es so erfolgreich um wie „Resident Evil 4“.

Zuerst werden wir konfrontiert mit nervenaufreibenden Momenten – die Spannung erzeugen. Der Feind, der uns plötzlich hinterrücks überrascht. Die gewalttätige, mit Verbänden umwickelte Frau, die den Motor der Kettensäge anwirft. Gegnerscharen, die uns umzingeln. Es ist Survival Horror der die Urinstinkte anspricht. Überleben unter Anspannung als Leitmotiv.

Anschließend, wenn wir diese Hürden gemeistert haben, werden wir belohnt – die Entspannung. Die treibende, bedrohliche Musik verstummt. Plötzlich wirkt die Umgebung fast schon friedlich. Eine Urkomponente des Videospieldesigns kommt zum Einsatz: Kisten! Jedes Gefäß, jede noch so kleine Vase wird zerbrochen, auf der Suche nach Brauchbarem. Waffen möchten gelevelt werden und wertvolle Klunker beim Händler des Vertrauens unter dem Motto „What are you sellin‘?“ verscherbelt.


Leons legendärer Tritt lässt betäubte Gegner fliegen! (Spannung)

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Rätsel-Element (Entspannung)

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Auch das Sounddesign ist für damalige Verhältnisse außergewöhnlich mitreißend und beängstigend. Wenn die teilweise undeutlichen Laute der Las Plagas, wie von Besessenen, aus den Lautsprechern tönen, verursacht das extremen Stress beim Spieler. Erst wenn die treibende Musik verklingt, können wir uns für einen kurzen Moment sicher fühlen.

Dieses Dogma wird immer und immer wieder wiederholt und durch neue Gegnertypen und neue Ideen ergänzt, um uns weiterhin unter Spannung zu setzen. Das alles präsentiert Capcom in unterschiedlichsten Gefilden. Vom Dorf, welches vom Parasit befallen ist, geht es etwa in eine schaurig schöne Burg, die europäische Mittelalter-Stimmung aufkommen lässt.


„Resident Evil 4“ kann auch schaurig schön aussehen.

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Die atmosphärische Burg hat es uns besonders angetan.

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Remastered – (noch) kein Remake

„Resident Evil 4“ als Remaster sieht für sein Alter sehr gut aus.

An den nötigsten Stellschrauben wurde gedreht. Die Auflösung ist auf 1080p gestiegen und die Framerate auf stabile 60 FPS angehoben worden. Wunder sollte man jedoch insbesondere bei den Texturen und der Optik insgesamt nicht erwarten.

Doch das ist auch gar nicht nötig. Fans haben sich sicher gewünscht, einen leicht aufgehübschten vierten Serienteil zu erhalten, der seinen Stärken aus der vergangenen Zeit ausnahmslos treu bleibt.

Mittlerweile wurde außerdem bekannt, dass uns wohl ein Remake erwarten wird! Leakes legen nahe, dass auch der vierte Teil einer ausgiebigen Frischzellenkur unterzogen werden wird.

Spruchreifes Material oder ein Releasezeitraum stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.


Auge um Auge.

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Fazit – High-End-Survival-Horror

„Resident Evil 4“ ist für viele Videospieler, uns mit eingeschlossen, der beste Teil der Reihe und macht einfach alles richtig.

Die schaurige Sogwirkung, die furchteinflößende Grundstimmung und das einnehmende Gameplay machen es zum wohl besten Survival-Horror-Spiel aller Zeiten.

Es stellt genau die richtige Mitte zwischen der dunklen Gruselstimmung der Vorgänger und dem actionlastigen Gameplay des Nachfolgers dar. Es kreiert somit genau die Balance, die es für das wohl herausragendste Spiel der Reihe brauchte!

An dieses High-End-Survival-Horror-Spiel werden wir lange Zeit sehr positive Erinnerungen haben und sind schon gespannt, ob das Remake diesem Klassiker in Zukunft gerecht werden kann.


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Wie gefiel euch anno 2005 Capcoms Neuausrichtung auf Action? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 4“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Las Plagas bestimmt auch!

Trailer zu „Resident Evil 4“

Der offizielle E3-GameCube-Trailer zu „Resident Evil 4“ aus dem Jahr 2004

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©Capcom | Quelle: PlayscopeTimeline, https://www.youtube.com/watch?v=2ORc25vZo54

Der offizielle „Modern-Hits-Launch-Trailer“ zu „Resident Evil 4“-Remastered aus dem Jahr 2016

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©Capcom | Quelle: PlayStation, https://www.youtube.com/watch?v=V4Si9z9m8xw

Resident Evil 7: Biohazard (2017)

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Jannik meint - Herausragend

Siebter Teil des Kultgrusels, der sich Back-to-the-Roots auf seine alten Stärken besinnt und das Horror-Erlebnis mit seiner cineastischen Ego-Inszenierung wahlweise in VR auf die beinahe unzumutbare Spitze treibt. (23. September 2024 | Testplattform: PS5)

Genre: Action-Adventure, Survival Horror, Walking Simulator, Puzzle, Rätsel, First-Person-Shooter

Originaltitel: Biohazard 7: Resident Evil 

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Koshi Nakanishi

Musik: Akiyuki Morimoto, Miwako Chinone, Satoshi Hori

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 10 Stunden (Hauptstory), ca. 12 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 27 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisation

Plattformen: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2 (Stand: 16.02.2026)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung: 24. Januar 2017

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 6 (2012)

Nachfolger: Resident Evil Village (2021)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2, Resident Evil 3, Dead Space (2008), BioShock (2007)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_7:_Biohazard | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_7:_Biohazard | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/38051
Was haltet Ihr von Capcoms Rückbesinnung auf alte Tugenden nach dem actionlastigen sechsten Teil? Habt Ihr die liebenswürdige Familie Baker ins Herz geschlossen und überlebt? Teilt eure Gedanken zu Resident Evil 7: Biohazard mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Vater Jack bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Launch-Trailer zu Resident Evil 7: Biohazard

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©Capcom | ©PlayStation

Beyond Blue (2020)

Lesemusik:

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©E-Line Media | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 5.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 5.5/10
5.5/10

Geht so

Mit dem Videospiel „Beyond Blue“ brechen die Macher des tiefgründigen Puzzle-Jump-’n‘-Runs „Never Alone“ (2014) zu Tauchgängen im Pazifik auf.

Das Studio E-Line Media wurde hierfür von der BBC-Serie „Unser blauer Planet II“ inspiriert. Das klingt insbesondere für Fans von hochwertigen Naturdokus vielversprechend.

Als Taucherin Mirai habt Ihr in „Beyond Blue“ die Aufgabe, innerhalb zahlreicher Tauchgänge die Unterwasserwelt zu erkunden und diese sowie ihre Bewohner zu scannen.

Daraus ergibt sich manchmal ein beinahe meditatives Spielerlebnis. Doch zugegebenermaßen flacht die Faszination am Spiel doch recht schnell ab. Die Umgebungen und ausgesuchten Meereslebewesen sind nicht abwechslungsreich und zahlreich genug, damit man sich wirklich wie ein waschechter Taucher, Meeresbiologe oder Forscher fühlt.

Zu Beginn des Tauchgangs wird meist von einer Befestigung aus die Missionsumgebung abgescannt. Eine offene Spielwelt gibt es nicht. Es handelt sich um Areale – je nach aktueller Mission. Auf den Tauchwegen zu den relevanten Stellen können dann Scans von Meeresspezies gemacht werden. Die Hauptaufgaben bestehen so gut wie immer aus dem Scannen, insbesondere einer Pottwalschule, die über das Spiel hinweg begleitet wird. Die entdeckten Lebewesen können anschließend in einer Datenbank begutachtet werden.

Besondere Momente wie wenn sich Delfine zum Vergnügen an Korallen reiben, sind leider selten. Die gesamte Welt wirkt statisch, dabei wird immer wieder betont, wie voll von Leben diese doch sei. Tauchgänge in besonderen Unterwasserumgebungen, wie durch Höhlen, entlang von Schiffswracks oder prachtvollen Korallenriffen, kommen nicht vor. Der Gesamtumfang des Spiels ist mit etwa 2-4 Stunden zudem nur kurz.

Gerade in der Disziplin der stimmungsvollen und optischen Präsentation haben wir mehr erwartet. Dass „Beyond Blue“ spielerisch auf das Nötigste reduziert wurde, war erwartbar. Niemand würde von dieser Art von Videospiel ein Gameplay-Feuerwerk erwarten.

Doch die große Möglichkeit von „Beyond Blue“ wäre eine außergewöhnliche, realistische und einnehmende Atmosphäre gewesen. Hier wird leider (vielleicht budgetbedingt) nur an der Oberfläche des Möglichen gekratzt, anstatt wirklich tief in die Materie einzutauchen.

Die kurzen Videoschnipsel, welche Hintergründe zum Thema zeigen und Meeresbiologen zu Wort kommen lassen, sind interessant, können den Gesamteindruck jedoch nie so richtig zum Positiven verändern. Gerade weil Material von „Unser blauer Planet II“ sowie BBC Earth verwendet wurde, wie die Credits verraten, wurde zumindest bei uns eine zu hohe Erwartungshaltung geschürt. „Beyond Blue“ spielt in einer völlig anderen Liga als die vor Leben nur so strotzenden BBC-Earth-Produktionen.

Zugutehalten sollte man „Beyond Blue“ jedoch zweifelsohne, dass es in seiner Form als Videospiel zu neuen Ufern aufbricht. Es ist offensichtlich ein ehrenwerter Versuch, für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, indem eine Art Bildungsspiel präsentiert wird. Nicht umsonst hat sich das Studio laut eigener Website zum Ziel gesetzt, sowohl spaßige als auch zugleich bedeutungsvolle Games zu entwickeln.

„Beyond Blue“ wird als Versuch in Erinnerung bleiben, abseits des Gaming-Mainstreams etwas zu wagen. Etwas, was es in dieser Form noch nie gegeben hat. Und mindestens das ist bedeutend! (20. Dezember 2022 | Testplattform: PS5)

Genre: Abenteuer, Adventure, Simulation

Originaltitel: Beyond Blue

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: E-Line Media

Game Director: Michael Angst

Musik: Mahuia Bridgman-Cooper

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 2,5 Stunden (Hauptstory), ca. 4 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 5,5 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe | DE Texte

Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch (Stand: 09.02.2026)

Altersfreigabe: USK 0

Veröffentlichung: 17. April 2020 (iOS, macOS, tvOS) | 11. Juni 2020 (PC, PS4, Xbox One) | 11. November 2021 (Switch)

Ähnliche Titel: Gris (2018), FAR: Lone Sails (2018), Arise: A Simple Story (2019)

Quellen
Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Beyond_Blue_(video_game) | https://www.imdb.com/de/title/tt12503896/reference/ | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=beyond%2520blue | Altersfreigabe: https://usk.de/?s=beyond+blue
Was haltet Ihr vom ehrenwerten Versuch eines Unterwasserspiels im BBC-Doku-Stil? Gefallen euch „Abzû“ (2016) oder „Subnautica“ (2018) besser? Teilt eure Gedanken zu “Beyond Blue” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das gewaltigste jemals auf dem Planeten dagewesene Geschöpf, mit dem Namen Blauwal, bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Teaser-Trailer zu „Beyond Blue“

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Der offizielle Launch-Trailer zu „Beyond Blue“

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South Park: Der Stab der Wahrheit (2014)

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  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ erschien im Jahr 2014 das erste ernstzunehmende Videospiel zur rotzfrechen TV-Serie.

Unter den wachsamen Augen der Schöpfer Trey Parker und Matt Stone entwickelte das Microsoft-Studio Obsidian Entertainment („Fallout: New Vegas“) ein klassisches, rundenbasiertes Rollenspiel mit purer „South Park“-DNA.

Es kam, wie es kommen musste: Im verklemmten Deutschland bekam das Spiel die Zensurwut des deutschen Rechts nach § 86a StGB zu spüren und erschien verzögert. Grund dafür war ein vergessenes Hakenkreuz.[1]

Welche Inhalte die Zensur außerdem betrifft und wie Ihr das herausragende Spiel trotzdem unzensiert mit deutschen Texten genießen könnt, verraten wir im Test.

Genre: RPG

Originaltitel: South Park: The Stick of Truth

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: Obsidian Entertainment | Ubisoft

Game Director: Chris Brion, Chris Parker, Zane Lyon

Musik: Jamie Dunlap

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 11 Stunden (Hauptquests), ca. 15 Stunden (Haupt- und Nebenquests), ca. 21 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe, DE Texte

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, XBox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 08.04.2021)

Altersfreigabe: Konsolen USK 16 und PEGI 18 (geschnitten), PC USK 18 und PEGI 18 (uncut bis auf NS-Symbolik und Hitler Sprachsamples)

Veröffentlichung: 4. März 2014 (Nordamerika) | 7. März 2014 (Europa) | 27. März 2014 (DE)

Universum: South Park

Nachfolger: South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe (2017)

Ähnliche Titel: Stranger Things 3: The Game (2019)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/South_Park:_Der_Stab_der_Wahrheit | https://en.wikipedia.org/wiki/South_Park:_The_Stick_of_Truth | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/8833

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 3 (US-Uncut-Version)

Autor: Jannik

Verfasst am: 7. April 2021

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Grüße von Cartman:

Musik zum Lesen:

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©Ubisoft | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Endlich ein Teil von South Park sein

Viele Jahre haben Fans der nur so vor Gesellschaftskritik und Satire triefenden Animationsserie „South Park“ viel Schund schlucken müssen, denn die Marke stand nicht unbedingt in gutem Videospiellicht.

Spiele über „South Park“ gab es zwar bereits in der Vergangenheit, diese hatten jedoch ein grundsätzliches Problem. Sie erschufen weder visuell noch spielerisch eine interaktive South-Park-Episode. Stattdessen bedienten sie sich oft nur der Themen und Kulissen des kleinen fiktiven Städtchens „South Park“ in Colorado, wie etwa im ersten South-Park-Spiel, einem First-Person-Shooter aus dem Jahr 1998 für die Nintendo 64.

Doch mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ hatte das Warten endlich ein Ende. Denn im von Studio OE entwickelten Rollenspiel, haben wir diesmal die Möglichkeit, selbst wirklich dabei zu sein und mehr oder weniger ein Spiel innerhalb der Serie zu spielen, um so als „Der Neue“ unsere eigene, interaktive South-Park-Geschichte zu erleben.


Ihr seid „Der Neue“ … oder Sir Saftsack! Und niemand Geringerer als Großmagus Cartman nimmt euch unter seine Fittiche.

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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/2ufhwNgM3qHKGxq8wdcWAiFpcm29FF1vQ7VZHkTuxCp4cAjb14qNjcQBAmF97zUMRHRPFg6Xo?format=match&mode=fit

Handlung – Ein mächtiges Artefakt

Der „Stab der Wahrheit“ ist ein mächtiges Artefakt in Form eines – nun ja, Stocks – welches seinem Besitzer unglaubliche Mächte verleiht. Großmagus Cartman erklärt das besser, deshalb reiß ich das hier nur an.

Zumindest ist er das Objekt der Begierde innerhalb des „LARP-Events“ (Live Action Role Playing) von Fettarsch und seinen Freunden. Die Kids haben sich in ihre selbstgebastelten Kostüme geschmissen und Diktator Cartman befehligt die Gilde der Menschen, während der gewohnt liberale Kyle ihm als Anführer der Elfen gegenübersteht.

Wir – mit dem bahnbrechenden Namen „Der Neue“ oder auch „Saftsack“ – wie uns Cartman liebevoll tauft – haben die Ehre, dabei zu sein, beim nervenaufreibenden Papp-Fantasy-Rollenspiel-Krieg der Extraklasse. Da wir mit Mom und Dad erst nach South Park gezogen sind, versuchen wir außerdem, Anschluss und neue Freunde zu finden.

Also nichts wie ran, um die Grenzen der Geschmacklosigkeiten und Tabubrüche auszuloten, denn wo bei „Stab der Wahrheit“ South Park draufsteht, ist auch wirklich South Park drin. Doch schauen wir uns zuerst an, was „Stab der Wahrheit“ in Sachen Gameplay zu bieten hat.


Der sagenumwobene „Stab der Wahrheit“

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Bereit für eine epische Reise?

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©Ubisoft | Quelle: https://tenor.com/de/view/south-park-stick-of-truth-stan-marsh-stan-marshwalker-kyle-broflovski-gif-21777377

South Park als Rollenspiel

Die Schöpfer der TV-Serie sowie die Entwickler von Obsidian bedienen sich in „Stab der Wahrheit“ des Genres des klassischen rundenbasierten RPGs. Trey Parker war dies enorm wichtig, da er ein großer Fan von eben dieser traditionellen Art der Videospiele ist. Es sollte sich wie ein 2D-Paper-Mario anfühlen, kombiniert mit der Tiefe klassischer JRPGs. (via Digital Trends | via Eurogamer). Auch deshalb wurde es in der frühen Entwicklungsphase von der Fachpresse schlicht als „South Park RPG“ bezeichnet.

Aus der Perspektive, welche exakt der aus der TV-Serie gleicht, laufen wir durch South Park. Alles sieht genau so aus wie in der Serie, nur eben, dass wir als Spieler mittendrin sind. Wir können durch Türen gehen oder einfach die Straßen entlanglaufen. Eine Karte weist uns den Weg.

Unseren Charakter passen wir uns natürlich rollenspieltypisch selbst an. Ob stinknormale Anpassungsoptionen wie Hautfarbe, Frisur, Kleidung etc. oder Extravaganzen wie ein haariges Klötenkinn. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.


Je dunkler die Hautfarbe, desto schwerer. Wenn schon im Charakter-Editor die beißende Gesellschaftskritik für ein Highlight sorgt, muss es South Park sein.

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©Ubisoft | Quelle: https://www.reddit.com/r/gaming/comments/9h9991/just_started_south_park_the_fractured_but_whole/?tl=ms

Wenn’s ans eingemachte geht, habt ihr in rundenbasierten Kämpfen die Aufgabe, eure Gegner aufs Kreuz zu legen. Als Waffen stehen euch eine Primär- sowie Sekundärwaffe oder auch Furzfähigkeiten zur Verfügung. Alle Gegenstände und Themen sind natürlich getreu dem South-Park-Motto an Gesellschaft, Popkultur, Sarkasmus, Sex, Drogen, Gewalt, Pippi-Kacka-Humor angelehnt.

Als Quests erwarten euch Hauptmissionen, die sich um Cartman, Kyle und den „Spielkampf“ drehen und die Geschichte vorantreiben. Durch Nebenmissionen werdet Ihr motiviert, South Park in seiner Gänze zu erkunden. Ob besondere Tiere für Jimbo und Ned jagen oder das Obdachlosenproblem der Bürgermeisterin lösen, Jesus finden oder Mr. Hankey in der Kanalisation besuchen. Hier trefft ihr auf alle South-Park-Eigenheiten und Persönlichkeiten, die Ihr aus der Serie gewohnt seid.

Timmy steht euch als rasender Rollstuhl-Chauffeur für die Schnellreise zur Verfügung.


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Der Tabubruch

South Park ist für seine Tabubrüche und Grenzüberschreitungen bekannt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Macher um Trey Parker und Matt Stone für das erste wirklich ambitionierte Videospielprojekt besonders ins Zeug gelegt haben, um die Grenzen des guten Geschmacks und des „was ist erlaubt“ auszuloten.

Was ganz genau vor sich geht, möchten wir natürlich nicht verraten, um die Überraschung für den Spieler nicht zu verderben. Doch eines sollte klar sein: South Park macht erneut keine Gefangenen und knallt frei Schnauze raus, was den Machern so in den Sinn kommt. Fans werden es lieben und Kritiker es hassen. Also alles beim Alten und alles im Sinne der TV-Serie. Satire und Provokation eben.


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Was wurde heraus geschnitten?

Es geschah in Deutschland, was geschehen musste, und Publisher Ubisoft sah sich tatsächlich gewzungen, die Schere anzulegen. Doch wie umfänglich ging das vonstatten und welche Elemente sind betroffen?

Nationalsozialistische Symbolik und Sprachsamples

Publisher Ubisoft hatte wohl keine andere Wahl, als die Hakenkreuze (verfassungswidrige Symbole in Deutschland) zu entfernen, da es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Stab der Wahrheit“ noch keine Ausnahmeregelung der Sozialadäquanzklausel für Videospiele gab.

Deshalb findet man weder in der USK- noch in der PEGI-Version Hakenkreuze. Außerdem sind NS-Gesten, also der sogenannte Hitlergruß, zensiert worden. Auch die Sprachsamples von Adolf Hitler wurden durch „klischeehaftes Hollywood-Deutsch“ ersetzt, wie es die Kollegen von „GameStar“ formulieren.[2]

Merke: Diese Zensur betrifft ALLE europäischen Versionen und sowohl die Konsolen- als auch die PC-Versionen.


Nazi-Zombie mit Hakenkreuz-Schild

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Nazi-Zombie-Kühe mit Hakenkreuzarmbinden

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Bosskampf gegen den „Giant Nazi Zombie Fetus“

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Abtreibungsszenen und Analsonden

Auch in anderen Bereichen wurde geschnitten. Der Wikipedia-Eintrag von „Stab der Wahrheit“ stellt hierzu fest: „In der europäischen Konsolenfassung wurden insgesamt sieben jeweils knapp 20-sekündige Spielszenen entfernt, in denen an Spielfiguren Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt oder Analsonden verwendet werden.“

Merke: Diese Zensur betrifft NUR die Konsolenfassungen, nicht die PC-Fassung. Deshalb wurden erstere auch mit einer USK 16 bewertet, während die PC-Version eine USK 18 bekam.


Spielerisch leichte Abtreibung bei Randy

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Randy genießt die Analsonde

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Die Schere – Wie Ihr Stab der Wahrheit uncut genießt

Was zuerst kompliziert erscheint, ist im Endeffekt recht simpel.

Wenn Ihr „Stab der Wahrheit“ offiziell, ungeschnitten und in voller Blüte genießen wollt, bleibt euch nur der Weg zur US-Fassung! Sowohl die USK- als auch die PEGI-Fassungen für Konsolen sind im Endeffekt geschnitten – wenn auch unterschiedlich stark. Einfach aus Österreich die Pegi-Variante bestellen und so die Zensurwut in Deutschland umgehen, wie bei vergleichbaren Titeln, ist also auch nicht drin.

Am einfachsten haben es PC-Spieler, denn die sind in der Regel nicht von Regional-Locks betroffen. Konsolenspieler sollten jedoch vorsichtig sein, weil Hersteller gerne mal Spiele auf eine bestimmte Region begrenzen und damit für ausländische Konsolen sperren. Laut Wikipedia hat die US-Version jedoch KEINE Regionalbeschränkung.

Glück im Unglück: „Stab der Wahrheit“ wurde nicht deutsch synchronisiert. Das bedeutet, es gibt ohnehin nur deutsche Untertitel, die man ebenfalls in der unzensierten US-Fassung aktivieren kann. Kein Nachteil also für den Spieler.

Wir haben uns letztendlich für die PS3-Fassung entschieden, da die PS3 generell keinen Regional-Lock hat. Ihr könnt aber auch zur Xbox-360-Version greifen denn dort ist der Lock abhängig vom Spiel und im Falle von „Stab der Wahrheit“ nicht vorhanden.


Die Schöpfer Trey Parker und Matt Stone machen sich kurzerhand über die europäische Zensur lustig

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©Ubisoft | Quelle: https://www.ign.com/articles/2014/03/03/this-is-south-park-the-stick-of-truths-censor-screen

Fazit – Wir sind South Park

Gesellschaftskritisches Satire-Paradies

Mit „Der Stab der Wahrheit“ ist den Entwicklern von Obsidian Entertainment und den Machern Trey Parker und Matt Stone ein South-Park-Spiel gelungen, in dem auch wirklich „South Park“ drinsteckt.

Die bekannten Figuren, Motive und den gesamten ungezähmten Charme der Animationsserie in ein Rollenspiel zu packen, stellt sich zugleich als naheliegende wie auch geniale Idee heraus. Mittlerweile fand sie mit „The Fractured But Whole“ bereits einen Nachfolger. Dieser wurde jedoch nicht mehr von Obsidian sondern von Ubisoft San Francisco entwickelt.[3] Vermutlich um mehr Kontrolle im eigenen Haus zu behalten.

Fest steht: Wenn uns Legende Butters per Nachricht in unserem facebookähnlichen Feed nach einer brenzligen Mission und dem ersten Tag im Städtchen South Park willkommen heißt und uns bittet, wieder mitzuspielen, fühlen wir uns wirklich angekommen im gesellschaftskritischen Satire-Paradies.


Ist er nicht knuffig? Jeder weiß, er heißt Butters! Butters: „Das bin ich!“

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©Ubisoft | Quelle: https://www.gamesradar.com/south-park-stick-truth-friends-locations-guide/

Fokus auf die Vorlage

Natürlich ist „Stab der Wahrheit“ ausschließlich an South-Park-Fans gerichtet, sonst wäre es kein South Park. Natürlich ist die Komponente des Rollenspiels eher das i-Tüpfelchen als der Kern.

Doch wohl gerade deshalb ist „Stab der Wahrheit“ so gelungen. Es besinnt sich auf die Kernkompetenzen der Vorlage und gibt sich dabei sehr viel Mühe. Was das Spiel neben der guten Hauptgeschichte so richtig lebendig macht, ist die Spielwelt. Es gibt überall etwas zu entdecken. Bei jeder Item-Beschreibung muss man lachen.

Die Umgebung nutzt ihr um Gegner zu erledigen. Mal lasst Ihr eine Ratte in eine Falle laufen, mal furzt Ihr kräftig ins Feuer, um Mauern aufzusprengen, mal lasst Ihr Strom auf Wasser wirken. Als neuer Kumpel der fünf Jungs aus South Park erschließt sich euch ihre Welt. Und es macht einfach Spaß.


Die „Crown of Anal Pleasure“

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©Ubisoft | Quelle: https://www.ign.com/wikis/south-park-the-stick-of-truth/Weapons_and_Costume_Sets

„Chinpokomon“ zum Sammeln

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©Ubisoft | Quelle: https://www.gamesradar.com/south-park-stick-truth-chinpokomon-locations-guide/

Wir als Teil von South Park

Als einziger wirklich großer Kritikpunkt wäre vielleicht die Spieldauer zu nennen, die mit ihren Haupt- und Nebenquests schon ein wenig länger hätte sein können. Insbesondere die Hauptgeschichte ist recht schnell über die Bühne. Mehr Nebenquests wären drin gewesen.

Kleinere negative Kritikpunkte gibt es zwar schon, wie das komische Levelcap von 15, die viel zu kleinen und langen Untertitel, eine manchmal merkwürdige Speicherfunktion und natürlich die schmerzlich vermisste deutsche Sprachausgabe. Doch diese Punkte sind schnell vergessen, wenn wir wieder vor belustigter Begeisterung den Kopf senken und den Kopf schütteln, weil wieder irgendetwas passiert ist, was nicht ins Bild politischer Korrektheit passt. Für uns steht letztendlich fest: Mit „Stab der Wahrheit“ schauen wir nicht nur passiv South Park, wir werden zum Teil von South Park.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/C3TZQzkfwDhhhvsmiUtjxnDoEWrz32WfhjfoMLBS8SV5bgrjsJY1viohVzfXnXp8GvsFuFooUZ8tN7yEYjP4PxAoxUdmShNfAddL7EWuhwaPg2KVRx22LU6?format=match&mode=fit&width=640

Ist Princess Kenny nicht gleichermaßen majestätisch und heiß?

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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/99pyU5Ga1kwkfZ17QX2HV6pndHEsSP86qLakgbxK4rcMSgLuXJtyL4XYVuCZsT5PWQQFoMhX3nxcwuScGWRZZvUCYJvpfFsj28QgvBssqgNwFU8wShestQvQyXu4ynBWhb?format=match&mode=fit

Was haltet Ihr vom ersten „richtigen“ South Park-Videospiel? Teilt eure Gedanken zu „Stab der Wahrheit“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Butters bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle ungeschnittene US-Launch-Trailer

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Der offizielle deutsche Launch-Trailer

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Fran Bow (2015)

Aber eins weiß ich … Dass ich zwischen Schuld und Furcht … Die Fröhlichkeit wähle …Fran Bow Dagenhart

Lesemusik:

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©Killmonday Games | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

„Fran Bow“ ist ein schaurig schön gestaltetes Point-and-Click-Adventure, welches alle Stärken des antiquitierten Genres für sich nutzt.

Der handgezeichnete Look erinnert an comicartige Bilder und ist trotz oder gerade wegen der vielen Horror-Darstellungen ein Blickfang. Es bildet sich ein auffälliger Kontrast zwischen einer harmlos kindlich aussehenden Welt und harten Gewalt- und Blutdarstellungen sowie bizarren Kreaturen, welche trotzdem stimmig eingebettet wirken.

Die Erzählung ist sehr tiefgründig und kann mit dem übergeordneten Thema von psychischen Erkrankungen bedrücken. Insbesondere Protagonistin Fran scheint Wahnvorstellungen zu haben und erlebt ein Martyrium ohne zu wissen, was Realität und was Einbildung ist. Die Handlung überlässt Euch viel Interpretationsspielraum und lädt so zum Mit- und Nachdenken ein.

Neben der spannenden, manchmal auch Verwirrung stiftenden Geschichte warten anspruchsvolle Rätsel darauf, gelöst zu werden. Die Wege hierfür sind vielfältig, oft unterschiedlicher Natur, werden so nie langweilig und können auch angestrengtes Nachdenken erfordern.

Die Spielmechanik, bei der zwischen den „Blickwinkeln“ bzw. Jahreszeiten gewechselt werden kann, sorgt für mehr Möglichkeiten in mehreren Welten des Spiels und erweckt so den Eindruck eines Multiversums.

Jedes Kapitel bietet sowohl mit den Schauplätzen und Figuren visuell als auch beim Rätseln und vor allem bei der emotionalen Geschichte neue Aspekte, die jeden Ausflug in die Welt von „Fran Bow“ irgendwie einzigartig wirken lassen.

In Summe macht das düstere, künstlerisch wertvolle, herausfordernde und erzählerisch dichte Point-and-Click-Adventure genau das, was gute Videospiele tun, und entführt in eine kleine, gleichermaßen bedrückende als auch irgendwie bezaubernde andere Welt. (30. Dezember 2022 | Testplattform: iOS)

Genre: Abenteuer, Adventure, Geschicklichkeit, Rätsel

Originaltitel: Fran Bow

Produktionsland: Schweden

Entwicklerstudio | Publisher: Killmonday Games

Game Director: Natalia Martinsson (Geburtsname: Figueroa)

Musik: Isak Martinsson

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 8 Stunden (Hauptstory), ca. 9 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PC (2015), PlayStation 4 (2023), Nintendo Switch (2023), Xbox One (2023) (Stand: 07.02.2026)

Altersfreigabe: USK 16

Veröffentlichung: 27. August 2015

Ähnliche Titel: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf (2007), Forgotton Anne (2018), Meisterdetektiv Pikachu (2018), Little Misfortune (2019), Mithra: Join the Cult (Killmonday Games, angekündigt)

Quellen
Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=fran%2520bow | Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Fran_Bow | https://de.wikipedia.org/wiki/Fran_Bow | Mithra: https://www.instagram.com/reel/DN3wPqNWFgx/

Was haltet Ihr von der Psychohorror-Indie-Perle aus dem Hause Killmonday Games? Freut Ihr euch schon auf den geistigen Nachfolger „Mithra: Join the Cult„? Teilt eure Gedanken zu “Fran Bow” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Mr. Midnight bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Trailer zu „Fran Bow“

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Der offizielle „Now on Consoles!“-Trailer aus dem Jahr 2023

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Yakuza 0 – Director’s Cut (2025)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

„Yakuza 0“ ist ein Action-Adventure-Spiel von SEGA und ein Prequel zur beliebten Yakuza-Reihe und startet somit die Handlung der Videospielreihe.

Zuerst erschienen im Jahr 2015 in Japan, schaffte es das Spiel später im Jahr 2017 weltweit auf den Markt.

Die mittlerweile unter dem Namen

„Like a Dragon“ bekannte Reihe umfasst insgesamt über 20 Titel wenn man die Hauptreihe, Remakes und alle Spin-offs zusammenzählt.

Für uns war „Yakuza 0 – Director’s Cut“ der Einstieg in die Videospielreihe. Wie wir bei derofa den Start in die Yakuza-Welt empfanden, erzählen wir euch in unserem Test.

Genre: Action-Adventure, Beat ‚em Up, Open-World

Originaltitel: 龍が如く0 誓いの場所, Transkription: Ryū ga Gotoku 0: Chikai no Basho

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: SEGA

Game Director: Kazuki Hosokawa (Original), Marc Hawes (Director’s Cut)

Musik: Ryu Ga Gotoku Studio In-house-Team; Hidenori Shoji

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (nur im Director’s Cut)

Spielzeit: ca. 30 Stunden (Hauptstory), ca. 50-60 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 100 Stunden (100%)

Sprache: japanisch, englisch

Plattformen: PlayStation 5, Xbox Series X, Nintendo Switch 2, PC (Stand: 05.02.2026)

Altersfreigabe: USK 18

Veröffentlichung: 05. Juni 2025

Universum: Yakuza

Vorgänger:

Nachfolger: Yakuza Kiwami (2016)

Ähnliche Titel: Grand Theft Auto, Mafia, Shenmue

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Yakuza_0

Wertung:  

Testplattform: Nintendo Switch 2

Autor: Melissa

Verfasst am: 23.10.2025

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

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©SEGA | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Die Geschichte beginnt

Die Geschichte spielt im Jahr 1988 in den fiktiven japanischen Stadtteilen Kamurocho in Tokio und Sotenbori in Osaka. Die Handlung dreht sich um zwei spielbare Protagonisten:

Kazuma Kiryu – Der aufstrebende Yakuza

Konnichiwa Kiryo! Unser Protagonist Nr.1 heißt Kiryu. Er ist ein junger und sehr ehrgeiziger Yakuza , der zur bekannten Dojima-Familie gehört. Zu Beginn des Spiels wird er fälschlich für einen Mord verantwortlich gemacht, der auf einem kleinen, aber extrem wertvollen Stück Land in Kamurocho stattfand – dem sogenannten „leeren Grundstück“. Dieses Gelände ist der Schlüssel zu einem größeren Immobilienkrieg zwischen rivalisierenden Clans und Geschäftsmännern.

Um seinen Namen reinzuwaschen und seinen Ziehvater Shintaro Kazama zu schützen, verlässt Kiryu die Yakuza. Doch dadurch wird er nur tiefer in die Machenschaften und Intrigen der Unterwelt verwickelt. Seine Reise ist geprägt von Loyalitätskonflikten, Straßenkämpfen und moralischen Entscheidungen.


Die beiden Figuren Majima und Kiryu.

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Goro Majima – Der verstoßene Patriarch

Konnichiwa Majima! Protagonist Nr.2 lebt in der bunten Stadt Osaka und wird zunächst als Manager eines Nachtclubs vorgestellt. Er ist ein ehemaliger Yakuza, der aufgrund von Ungehorsam gegenüber seiner Familie verbannt wurde. Sein Ziel ist es wieder in der Yakuza-Familie aufgenommen zu werden. Doch um das zu erreichen,  erhält er den Auftrag eine Frau namens Makoto Makimura“ zu töten. Doch schnell zeigt sich, dass Majima sich für einen anderen Weg entscheidet. Makoto ist zufällig mit dem leeren Grundstück verbunden. Das bringt Majima und Kiryu auf Kollisionskurs und das ohne dass sie es zunächst wissen.


Der Mann mit der Augenklappe – Goro Majima.

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©SEGA | Quelle: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DW_EQDAYKEA8&ved=0CBYQjRxqFwoTCMjhiuT9sJIDFQAAAAAdAAAAABAI&opi=89978449

Zentrale Themen von Yakuza 0

Das Videospiel Yakuza 0 ist so vielschichtig. Die Handlung ist sehr komplex und mehrere Handlungsstränge treffen aufeinander. Wir haben es für euch in einzelne Punkte aufgeteilt, um gut zusammenzufassen um welche zentralen Themen es in Yakuza 0 wirklich geht.

Die Yakuza Loyalität

Wie bereits oben erwähnt, hat die Geschichte von „Yakuza 0“ enorm viel zu bieten. Die wesentlichen Themen sind u.a. die Machtkämpfe innerhalb der Yakuza – denn die Yakuza legen sehr viel Wert auf Freundschaft, Loyalität und bestrafen Verrat direkt. Das wird durch die komplexe und tiefe Handlung  stark thematisiert. 


Der Yakuza-Clan und ihre Oberhäupte. Hier zu sehen der Tojo-Clan.

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Komödiantische Einflüsse

Neben den ernsten Themen zeigt „Yakuza 0“ aber auch lockere komödiantische Punkte. Ihr könnt z.B. in den Städten diverse Nebenmissionen machen (mehr zu den „lustigsten Nebenmissionen die wir kennen“ in Abschnitt 4).

Es ist fast schon als würden sich die Entwickler mit Absicht dadurch lustig machen. Auf der anderen Seite  bringt es uns die Pop-Kultur von Japan näher. Diese ist lustig, bunt und auch etwas verrückt. Japan präsentiert uns Anime und Videospiele. In Osaka und Tokyo ist das Nachtleben laut und verspielt.

Dadurch wird „Yakuza 0“ zu etwas ganz besonderem – die Abwechslung macht es!  Ausbruch aus der Eintönigkeit desVideospiel -Hamsterrads. Die Welt der Yakuza-Videospiele ist einfach etwas anders, aber das ist auch gut so!


Schwingt euer Tanzbein.

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©SEGA | Quelle: https://i1.sndcdn.com/artworks-ZGGz7MdlHOVzR5Db-4gzzzw-t1080x1080.jpg

Das Spielsystem

Die Fragen die wir uns als Yakuza-Neulinge anfangs stellten: „Was machen wir in Yakuza und wie funktioniert das Gameplay?“

Um es kurz zu sagen: „Yakuza 0“ wirkt wie eine Fusion aus „Grand Theft Auto“ und der Videospielreihe „Mafia“ mit einem Touch Japan-Comedy die wir u.a. aus Animeserien kennen. Japan-Liebhaber wissen genau was damit gemeint ist. Warum der Vergleich mit den o.g. Videospielen? „Mafia“ verbindet den Aspekt der kriminellen Atmosphäre die wir auch in Yakuza haben. Und „GTA“  gibt uns spielerische Freiheit.  Yakuza ist kein richtiges Open-World-Spiel. Die Abschnitte in denen ihr die Städte erkunden könnt, sie abgegrenzt und macht „Yakuza 0“ eben zu keinem richtigen Open-World-Game wie die Spielereihe „GTA“.  

Die Gebietskarten sind klein und die Orte dicht und mit sehr viel Inhalt gefüllt. Ihr erkundet die Städte Japans, spielt Haupt- oder Nebenmissionen und kämpft euch hier und da durch verschiedene Gegnergruppen um eure Kampfkünste zu präsentieren.

Apropos Kampfkünste: Das Kampfsystem in „Yakuza 0“ ist Anfangs ungewohnt aber mit der Zeit bekommt man den Dreh raus – selbst als Neuling der Videospielreihe. Falls euch das Kampfsystem doch zu schwer sein sollte, könnt ihr jederzeit die Schwierigkeit im Spiel runter stellen – allso alles kein Problem um in die Welt der Yakuza einzutauchen.


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©SEGA | Quelle: https://images.steamusercontent.com/ugc/710777386959116595/72F5869F4613F6BF5AE4B77108AD59AD4B5394B4/?imw=5000&imh=5000&ima=fit&impolicy=Letterbox&imcolor=%23000000&letterbox=false

Hau drauf – Das ultimative Kampferlebnis

Wie oben bereits erwähnt ist das Kampfsystem anfangs Gewöhnungsbedürftig. Aber warum? Ihr habt die Möglichkeit sogenannte Kampfstile zu erlernen. Jeder Kampfstil steuert sich etwas anders bzw. bewegt und kämpft anders. 

Wir geben euch mal ein Beispiel. Der „Nahkämpfer-Stil“ von Kiryu ist nicht sehr schnell, dafür vergibt er aber harte Schläge. Ausweichen und blocken ist hier auch noch möglich – alles nur sehr langsam. Wem das nicht gefällt wird mit dem Kampfstil nicht zurecht kommen. Doch das Spiel bietet zum Glück Alternativen.

Das Pendant zum langsamen Nahkämpfer ist der „Rausch-Stil“. Dieser ist extrem schnell und verteilt seine Schläge wie man im Namen schon raushört „wie im Rausch“. Damit könnt ihr sehr schnell kämpfen und das macht Spaß – uns hat es jedenfalls gefallen. Aber wie gesagt, dass ist Geschmackssache. Denn auch dieser schnelle Kampfstil hat Kritikpunkte. Ihr könnt in dem Kampfstil nur ausweichen, dafür aber nicht blocken!

Genauso ist es mit dem „Tier-Stil“.  Damit seid ihr extrem langsam, verteilt dafür aber die stärksten Schläge von allen Kampfstilen. Blocken ist möglich, ausweichen nur mit einer langsamen Ausweichrolle. Jeder Gegner bewegt sich unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig zu schauen, welcher Kampfstil gegen welchen Feind am sinnvollsten ist. Zudem spielt ihr nicht nur einen Charakter. Majima hat nämlich seine eigenen Kampfkünste  Also: Viel Spaß beim kämpfen-„lernen“. 

Was auch sehr viel Spaß bereitet ist es Gegenstände vom Boden aufzuheben und sie gegen eure Gegner zu werfen. Je nach Gegenstand werden unterschiedliche Cut-Scenes ausgelöst. Diese sind entweder brutal oder extrem lustig ala Yakuza-Manier.

„Yakuza 0“ besitzt sogar ein kleines „Levelsystem“. Ihr levelt nicht euren Charakter direkt – ihr levelt die einzelnen Kampfstile und könnt dadurch stärke Angriffe oder mehr Gesundheit etc. freischalten. Man sieht – es wird dadurch schon etwas komplexer. Ganz schön viel auf einmal. Doch genau dieser gewisse Aspekt bringt uns den tollen Anreiz immer weiter kämpfen zu wollen.



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Die lustigsten Nebenmissionen die wir kennen

Der Titel sagt es! Sowas haben wir bisher noch nicht erlebt. Es erinnert an Missionen aus „Grand Theft Auto“. Die waren auch öfter mal sehr verrückt. Ja – da haben wir wieder eine Gemeinsamkeit! Die Nebenmissionen sind abwechslungsreich und so durchgeknallt, dass sie nur  Spaß machen können. Jede einzelne Nebenmission ist nummeriert und ihr könnt im Menü nachschauen wie viele ihr bereits „freigeschaltet/durchgespielt“ habt. Sehr tolles Tool für die Hardcore-Fans unter euch die 100% anstreben.

Ihr lauft durch die Stadt, ob Tokio oder Osaka spielt keine Rolle – in beiden Orten geht es wild umher. Wenn ihr Lust habt könnt ihr kurz in eine Karaokebar gehen und eure Gesangskünste unter Beweis stellen, oder ihr geht eine Runde Billard spielen. Ok, das zweite ist nicht abgedreht doch wartet ab. Ihr habt die Möglichkeit euch nicht jugendfrei Videos an speziellen Orten in der Stadt anzuschauen. Danach fühlt sich eure Spielfigur naja…sagen wir mal „sehr entspannt“ und ihr bekommt einen Gesundheitsboost.

Wenn euch das zu langweilig ist dann könnt ihr als Alternative in einen Club gehen und euch sog. „Cat Fights“ ansehen. Nein, damit sind keine Katzen gemeint. Hier kämpfen leicht bekleidete Frauen im Ring gegeneinander. Hier könnt ihr sogar  wetten abschließen und somit eine menge Geld machen.

Wir wollen euch auch gar nichts weiter verraten. Es reicht zu wissen das selbst die Nebenmissionen einfach nur vergnügen bereiten und die Spielzeit dadurch massiv strecken können.


Die o.g. „Cat Fights“- Viel Spaß beim kämpfen.

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Die Kritikpunkte

Eine perfekte 10/10 wurde es nicht, doch was sind unsere Kritikpunkte? Das zählen wir euch erst mal in Ruhe auf.

  • In engen Passagen wird die Steuerung leider oft zur Geduldsprobe. Das Kampfsystem verliert dort spürbar an Dynamik: Wer einen Treffer kassiert, hat beim Versuch zu kontern oder auszuweichen oft mit einer hakeligen Steuerung zu kämpfen. Verschlimmert wird dieses Chaos durch eine störrische Kamera, die sich in engen Ecken nicht manuell justieren lässt und den Überblick raubt. Auch wenn das Spiel dadurch nicht unspielbar wird, bleibt die Kombination aus unpräziser Steuerung und eingeschränktem Blickwinkel ein deutlicher Kritikpunkt.
  • Dieser Punkt ist nicht für jeden eine Kritik. Es geht um die langen Zwischensequenzen die gefühlt eine halbe Ewigkeit gehen. Die Erzählung ist sehr filmisch, aber stundenlange Zwischensequenzen erfordern viel Geduld. Viele Dialoge sind nicht vertont, was zu viel Leseaufwand führt - sprich viel Text.

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Der Director's Cut - Lohnenswert?

Jetzt haben wir euch schon so viel über das Spiel erzählt, doch das wichtigste für den Schluss gelassen. Wir möchten noch auf die Unterschiede des Director's Cut's zur 2015 erschienen Version eingehen.

Neue Story-Inhalte & Zwischensequenzen

  • Die Version enthält ca. 26 Minuten an neuen Zwischensequenzen. Diese bieten tiefere Einblicke in Schlüsselmomente und die Hintergrundgeschichten von Charakteren wie Nishiki und Kuze.
  • Es gibt auch eine kontroverse Story-Änderung. Einige der neuen Szenen enthalten Retcons „retroactive continuity“ (rückwirkende Kontinuität; Zweck: Dient oft dazu Logikfehler zu beheben, Charaktere neu zu definieren oder neue Handlungsstränge zu ermöglichen.) bei denen Charaktere, die im Original starben nun unter mysteriösen Umständen überleben.

Technische & Grafische Upgrades

  • Das Spiel unterstützt nun 4K-Auflösung und bis zu 120 FPS auf Konsolen wie PlayStation 5, Xbox Series X und PC. Leider bietet die Nintendo-Konsole trotzt technischer Möglichkeiten, keine 120 FPS.
  • Die ursprüngliche lizenzierte Musik (wie der Song „Bubble“ von Shōnan no Kaze), die in westlichen Versionen oft fehlte, wurde neu aufgenommen und hinzugefügt.
  • Erstmals gibt es eine englische Sprachausgabe sowie deutsche Bildschirmtexte.

Neue Gameplay Features

  • Im Gegensatz zum Original, wo man nur an Telefonzellen speichern konnte, ist es nun möglich, jederzeit und überall zu speichern. Zudem gibt es eine Autosave-Funktion.
  • Ein komplett neuer Online-Mehrspielermodus (Red Light Raid), in dem man mit Freunden aus über 60 Charakteren wählen kann, um Gegnerhorden zu besiegen.

Auch Kiryu freut sich über die Neuerung und führt einen Freudentanz auf.

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Fazit - abgedrehte Reise durch Japan

Was sollen wir sagen - Yakuza hat uns umgehauen. Wir hatten bisher keinen Berührungspunkt mit der Reihe und haben uns ganz frei in das Geschehen fallen lassen. Wir wurden nicht enttäuscht. Das Videospiel macht Riesenspaß.  Durchgespielt haben wir es auf der "Nintendo Switch 2" und empfanden das Spielerlebnis auf der neuesten Nintendo Konsole als überaus passend. Ob unterwegs oder daheim, Yakuza ist das perfekte Spiel für beide Varianten. Es ist nicht dramatisch das Yakuza auf der Switch 2 keine 120 FPS bietet. Das hat dem Spielspaß nicht geschadet.

Wenn ihr Lust auf eine packende Geschichte habt, aber auch mal gerne in eine absurde, bunte Welt abtauchen wollt, dann ist der Director’s Cut  das ultimative Erlebnis. Es ist kein Klon westlicher Open-World-Spiele, sondern eine Liebeserklärung an das Japan der 80er Jahre und damit sagen wir - Sayonara und bis zum nächsten Mal, wenn wir wieder in die abgedrehte Yakuza Welt eintauchen.


Was haltet Ihr vom Ursprung der Yakuza-Reihe? Findet ihr die Geschichte rund um die Yakuzas interessant oder eher eintönig? Gefällt euch die skurrile Welt in denen ihr eure Feinde mit verrückten Kampfkünsten besiegen müsst? Teilt eure Gedanken mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und unsere beiden Protagonisten Kiryu und Majima bestimmt auch!

Trailer zu "Yakuza 0 - Director's Cut"

Der offizielle Trailer zu "Yakuza 0 - Director's Cut" für die Nintendo Switch 2. Theme Song “Bubble” by Shōnan no Kaze.

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