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Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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    derofa Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Ganz gut

Mit „Resident Evil 6“ erschien im Jahre 2012 ein weiterer Teil des überaus beliebten Horror-Franchises.

Mit einem stark actionlastigen Third-Person-Shooter-Gameplay führten die Entwickler von Capcom weiter, was sie im Jahr 2005 mit „Resident Evil 4“ begannen und 2009 mit „Resident Evil 5“ auf die Spitze trieben.

Bevor sich das Studio mit „Resident Evil 7: Biohazard“ im Jahr 2017 wieder auf seine Ursprünge im Survival-Horror-Genre besann, gipfelte das bewegte Effekt-Feuerwerk als das Ende einer kontroversen Ära in „Resident Evil 6“.

Was das letzte „Action-Resi“ zu bieten hat und was nicht, verraten wir in unserem Test.

Genre: Third-Person-Shooter, Action-Adventure, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 6 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Eiichiro Sasaki

Musik: Akihiko Narita

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (u. a. lokaler Koop-Modus mit geteiltem Bildschirm)

Spielzeit: ca. 23 Stunden (Story), ca. 50 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisation

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 26.12.2022)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 2. Oktober 2012 (Original für PlayStation 3 und Xbox 360) | 29. März 2016 (Remastered für PlayStation 4 und Xbox One)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Nachfolger: Resident Evil 7: Biohazard (2017)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_6 | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_6 |Spielzeit: Story – Eigener Durchlauf, 100% – https://howlongtobeat.com/game/7725

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 26. Dezember 2022

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Resident Evil 6“ ist das letzte „Action-Resi“

In den Anfangsjahren seit 1996 zeichnete sich die „Resident Evil“-Reihe vor allem durch atmosphärischen und gruseligen Survival Horror aus.

Das änderte sich spätestens mit Leon S. Kennedy’s Ausflug nach Spanien in „Resident Evil 4“, als Capcom bereits begann, seinen Fokus gezielt auf das Gunplay zu legen und den Spielern deutlich mehr Gegner und Munition zur Verfügung stellte.

Die Neuausrichtung der Horror-Reihe erfuhr ihren Höhepunkt schließlich im vollständig auf Third-Person-Shooter-Koop-Action ausgelegten „Resident Evil 5“. Zugegebenermaßen, wenn auch umstritten, ein ausgezeichnetes Spiel, welches im Genre seine Qualitäten hatte. Mehr dazu im verlinkten Test.

Trotzdem verprellte Capcom schon damals viele Fans und sollte es im Folgenden nicht besser machen. Das japanische Entwicklerstudio legte trotzig noch eine Schippe drauf und inszenierte den direkten Nachfolger „Resident Evil 6“ als unaufhörliches Action-Feuerwerk. Auch der sechste Serienteil führte also die Formel fort und wurde daraufhin kontrovers diskutiert.

Laut Angaben von Capcom im März 2012 sei der Markt für Survival Horror zu klein. Deshalb wurde „Resident Evil 6“ auf das Action-Genre ausgerichtet.[1] Für viele Kritiker der Neuausrichtung grenzt so eine Aussage sicher an Blasphemie!


Was Capcom mit den alteingesessenen Fans machte.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Voller Fokus auf Action! In „Resi 6“ bleibt nichts heile.

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Handlung

Vier Szenarien – eine Geschichte

Die Geschichte in „Resident Evil 6“ ist weit verzweigt und komplex.

Wir treffen auf eine Handvoll alte Bekannte aus vergangenen „Resi“-Teilen.

Ein wesentliches Merkmal von Teil 6 sind dabei die vier unterschiedlichen Handlungsstränge. Diese unterscheiden sich in ihrem Schwerpunkt bzw. Konzept leicht, führen aber handlungstechnisch ineinander und ergänzen sich gegenseitig.

Während sich etwa Leon S. Kennedys Spieldurchlauf stärker durch Horror-Elemente auszeichnet, liegt der Schwerpunkt in Chris Redfields Geschichte auf Action. Söldner Jake Mullers Kampagne wiederum ist neu und spielerisch etwas untypischer für die Reihe. Im letzten Szenario, welches Ada Wong begleitet, wird verstärkt gerätselt.

Doch worum geht es überhaupt?

Über fünfzehn Jahre nach der Zerstörung von Raccoon City

Leon S. Kennedy befindet sich am 29. Juni 2013 in Tall Oaks und findet den Präsidenten als infizierten Zombie vor.[2]

Die Stadt befindet sich aufgrund des C-Virus im Ausnahmezustand. Leon trifft auf die Agentin Helena Harper, die ebenfalls dem Secret Service unterstellt ist.

Gemeinsam versuchen sie, die Geschehnisse aufzuklären. Dabei stoßen sie schon bald auf den nationalen Sicherheitsberater und Antagonisten des Spiels, Derek Simmons. Sie müssen sich zahlreichen mutierten Gestalten stellen.

Im Verlaufe der Geschichte reisen die beiden nach China. Auch andere Handlungsorte wie das fiktive osteuropäische Edonia (angelehnt an Estland) kommen im Spiel vor und werden von einem Teil der Figuren bereist.[3]

Sowohl Ada Wong als auch Chris Redfield und Piers Nivans sowie Jake Muller und Sherry Birkin kreuzen immer wieder die Wege von Leon und Helena. Wer feindlich gesinnt ist oder die gleichen Interessen verfolgt, wird zunehmend schwerer zu durchblicken.

Ob sich aus den Protagonisten eine Allianz bilden kann die mit vereinten Kräften kooperiert?


Die spielbaren Figuren in „Resident Evil 6“

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©Capcom | Quelle: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.upmc.be/Resident-Evil-6-Everything-You-Should-Know/628116&ved=2ahUKEwjPnP-e1uiSAxXi1AIHHZRWKYEQ3YkBegQIBBAb&opi=89978449&usg=AOvVaw2VnyzYsiSpT03_teelQMdT

Gameplay und Inszenierung

In Sachen Gameplay blieben die Entwickler der alten Formel treu. Wenig bis keine Veränderungen sind im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. Das Third-Person-Shooter-Gameplay ist solide Kost.

Als Leon, Chris und Co. ballert ihr euch durch die Spielwelt, nutzt eure Items gezielt, bewegt euch innerhalb der Story durch Fahrzeuge, werdet rumgeschleudert und stellt euch Kreaturen. All das in einem aufgestylten, wild filmisch inszenierten Cut-Scene-Feuerwerk inklusive Quick-Time-Events.

Die Zwischensequenzen sind inszenatorisch auf sehr hohem Niveau. Dennoch liefern sie nur belanglose Action, die nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine krasse Optik reicht eben nicht. Es fehlt Substanz.


Inszenatorisch stark, erzählerisch schwach.

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Quick-Time-Events sind bei diesem Schwerpunkt natürlich Pflicht.

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Abräumen, wegballern!

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Schwerpunkte ja, Unterschiede kaum

Im Übrigen erweist sich die Entscheidung von Capcom, das Spiel in unterschiedliche Szenarien einzuteilen, gleich aus mehreren Blickwinkeln als problematisch und/oder unbefriedigend.

Was zuerst wie eine sinnvolle Idee klingt, um der Geschichte mehr Tiefe zu geben und zusätzlich spielerisch Akzente zu setzen, führt viel mehr zu einem inkonsistenten Brei.

Die Einteilung in verschiedene Szenarien tut dem Handlungsaufbau des Spiels nicht gut, weil alle Schauplätze und Szenen ineinander gewürfelt wirken. Man verliert die Orientierung. Die Geschichte wirkt so nicht stabil und beständig.

Spielerisch verpasst „Resi 6“ ebenfalls, die unterschiedlichen Ansätze richtig für sich zu nutzen. Die Durchläufe fühlen sich trotz der Unterschiede sehr ähnlich an, weil eben alles konsequent auf Action getrimmt ist.


Wie viele Explosionen und wie viel Sachschaden zählt man wohl insgesamt in „Resident Evil 6“?

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Klassisches Third-Person-Shooter-Gameplay mit Chris Redfield.

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©Capcom

Action, die müde macht.

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„Resi 6“ bleibt spielbar

Bei all der Kritik müssen wir dem Spiel lassen, dass es sich insgesamt gut spielt und für einige spannende Momente sorgen kann.

Gewisse Schauplätze sind reizvoll und auch gewisse Story-Elemente sind interessant.

Das Gameplay läuft nicht ganz so flüssig wie im Vorgänger, funktioniert insgesamt jedoch ganz gut.

Es bleibt eben alles auf einem sehr durchschnittlichen Niveau.

Die Abschnitte, in denen Ihr Jake Muller steuert, gehören zu den besseren im Spiel.

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©Capcom | Quelle: https://store.playstation.com/de-de/concept/232116

Fazit – Stumpfes Action-„Resi“ und Tiefpunkt

Wer „Resident Evil 5“ aufgrund seines Action-Fokus nicht mochte, wird „Resident Evil 6“ hassen!

Wo der Vorgänger die Horror-Fans verprellte, sich jedoch mit einem spielerisch gut ausbalancierten Koop-Action-Gameplay positiv im Genre als packender Third-Person-Shooter hervortat, fehlt „Resi 6“ insgesamt der richtige Plan.

Die verschiedenen Szenarien sorgen für Verwirrung und schaden, so aufgeteilt wie sie sind, der Immersion. Die Inszenierung als krasses Action-Feuerwerk ist zwar hochwertig, wirkt jedoch trotzdem stumpf und lässt unbefriedigt zurück.

Spielerisch bietet das Spiel kaum etwas Hervorragendes. Es funktioniert zwar „ganz gut“ und hat auch spaßige Momente, will sich aber nie so recht aus den Fesseln, des vom Studio aufgesetzten Konzepts, befreien.

„Resident Evil 6“ war trotz hoher Produktionsqualität der Tiefpunkt der Reihe und das Schema spätestens seit diesem Ableger über seinem Zenit. Umso schöner, dass Capcom dies trotz des kommerziellen Erfolges wohl ebenso sah.[4] Mit „Resident Evil 7: Biohazard“ änderte sich der Kurs der Marke im Jahr 2017 gen Heimat und kehrte zu den Wurzeln des Survival-Horror-Genres zurück.


Was Capcom mit den Fans von klassischem und atmosphärischem Survival Horror machte, bevor sie zurück zu den Wurzeln gingen.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 6“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Capcom bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche E3-Trailer zu „Resident Evil 6“

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©Capcom | Quelle:

Der „Resident Evil 4, 5, 6 – PS4 Announce Trailer“ zu den Remastered-Versionen aus 2016

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©Capcom | ©PlayStation

Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Mit „Resident Evil 5“ erschien im Jahr 2009 der erste Serienteil ohne Schöpfer und Urgestein Shinji Mikami.

Die knallharte Umstrukturierung auf Action stieß vielen Fans sauer auf. Der fünfte Teil gilt deshalb heute als schwarzes Schaf der „Resi“-Familie.

Auch der Schauplatz war ungewöhnlich. Protagonist Chris Redfield verschlug es nicht etwa in ein düsteres Herrenhaus. „Resident Evil 5“ hatte seinen Schauplatz im gleißend hellen Sonnenlicht Afrikas.

Warum der Ableger trotz des schlechten Rufs mit der richtigen Erwartungshaltung eines der besten Koop-Spiele aller Zeiten ist, verraten wir im Test.

Genre: Action-Adventure, Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 5 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Yasuhiro Anpo, Kenichi Ueda

Musik: Kota Suzuki, Wataru Hokoyama

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (Koop-Modus lokal oder online mit zwei Spielern)

Spielzeit: ca. 12 Stunden (Hauptstory), ca. 17 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 35 Stunden (100%)

Sprache: Englische Sprachausgabe, deutsche Texte

Plattformen: Original – PlayStation 3 (03/2009), Xbox 360 (03/2009), PC (09/2009) | Remastered – PlayStation 4 (06/2016), Xbox One (06/2016), Switch (10/2019) (Stand: 19.02.2026)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 13. März 2009 (PS3, Xbox 360)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 4 (Remastered) (2005, 2016)

Nachfolger: Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2 (2019), Resident Evil 3 (2020), Resident Evil 7: Biohazard (2017), Dead Space (2008), The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_5 | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_5 | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/7722

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 24. Dezember 2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Das schwarze Schaf

Wenn man mit Fans über die Resident-Evil-Reihe spricht, gibt es einen weit verbreiteten Tenor. Während sich die Reihe durch ihren packend-düsteren und vor allem gruselig-atmosphärischen Survival-Horror auszeichnete, kam später die Wendung. Die Wendung, die im vierten Teil bereits angedeutet wurde, spätestens aber mit dem fünften Teil vollständig Einzug hielt: Der Fokus auf Action!

Es soll (mit dem sechsten) der schlechteste Teil des Franchises sein. Sozusagen das schwarze Schaf der „Resi“-Familie. Überhaupt nicht gruselig. Böse Zungen würden vielleicht überspitzt behaupten, eine Schande für die Reihe. Zumindest war das unser Eindruck, der über die Jahre einen doch schlechten Ruf des Serienteils zu formen schien.

Objektiver und nüchternen stellte es wohl Shinji Mikami, seines Zeichens Schöpfer der „Resident Evil“-Marke, dar. Mikami verließ Capcom nach dem vierten Serienteil und gründete Platinum Games.[1] „Resident Evil 5“ sei kein Spiel geworden, das er spielen würde. Und mehr noch: „Resi 5“ sei nicht das, was er sich unter dieser Art von Spiel vorstelle. Trotzdem denke er, dass es den Spielern gefallen wird, nur eben nicht jemandem, der die Reihe mitentwickelt hat.[2]

Nach einem außergewöhnlich herausragenden Teil vier, der uns kurz zuvor Angst lehrte, waren unsere Erwartungen aufgrund des schlechten Rufs des Spiels wirklich niedrig. Doch eine Sache haben wir dabei wohl von Anfang an vergessen: Ein richtig gutes Actionspiel kann etwas für sich haben.


Im Jahr 2016 erschienen Remaster zu „Resi“ vier, fünf und sechs.

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©Capcom, ©PlayStation

Handlung – Umbrellas Spiel in Afrika

Chris Redfield und Jill Valentine waren früher Partner. Als sie einst versuchten, den „Umbrella“-Gründer Ozwell E. Spencer in seinem Herrenhaus zu stellen, trennten sich ihre Wege. Der ebenso abscheuliche wie übermenschliche Albert Wesker (Nr. 13), ein Produkt von Spencers Experimenten, verstrickte die beiden Agenten in einen erbitterten Kampf.

Jahre später in Afrika. Chris Redfield ist Teil der sogenannten BSAA, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Waffenhändler Ricardo Irving zu fassen. Höchste Eile ist geboten, denn es geht um bio-organische Waffen zur biologischen Kriegsführung. Auch die Agentin Sheva ist Teil der BSAA und wird zur neuen Partnerin von Chris.

Gemeinsam versuchen sie Irvings Plänen Einhalt zu gebieten, sehen sich jedoch nicht nur mit den Auswirkungen des „Las Plagas“-Virus konfrontiert, sondern auch mit dem afrikanischen Gegenstück zu „Umbrella“ – dem Pharmakonzern „TriCell“. Als darüber hinaus ein ebenso alter wie unliebsamer Bekannter auftaucht, gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle.


Ungewöhnlicher Schauplatz: Auf nach Afrika!

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©Capcom | Quelle: https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?l=german&id=864823595

Knallharte Resi-Action

In „Resident Evil 5“ wird mit der Tür ins Haus gefallen. Bereits in der ersten Mission macht das Spiel klar, dass die actionreiche Inszenierung im Fokus steht.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

In der bereits vom vierten Serienteil eingeführten Third-Person-Perspektive geht es wahlweise im Einzelspieler-Modus oder Koop-Modus (online oder offline Split-Screen) kooperativ mit einem Partner in die Untoten-Schnetzelei.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

Statt Schreibmaschinen zum Speichern gibt es Kontrollpunkte. Luft holen durch das Inventar, welches das Spiel pausiert, war gestern. Ohnehin gibt es endlich eine Waffenschnellwahl, damit alles noch schneller vonstattengehen kann.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

Tatsächlich ist „Resident Evil 5“ das Actionfeuerwerk, für das es immer verteufelt wird. Die Actionlast zieht sich wie ein roter Faden durch das Spielerlebnis. Bedingt durch den hellen Schauplatz in Afrika geht außerdem so gut wie jede Düsterheit verloren.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

Das kann man als „Resi“-Fan der ersten Stunde schlecht finden. Oder man kann es einfach mal genießen und so der Reihe ihren Ausflug vom klassischen Survival-Horror-Genre zur knallharten „Resi-Action“ gönnen.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

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Gemeinsam durch die Hölle

Ein wesentlicher Aspekt von „Resident Evil 5“ ist der Koop-Anteil. Deshalb sollte das Spiel unbedingt gemeinsam mit einem Partner gespielt werden!

Ob ganz banale Dinge wie untereinander Munition und Heilmittel auszutauschen, gemeinsam und sparsam den grünen Sprühregen des Medizinsprays zu genießen oder aber taktisch vorzugehen. Die Zusammenarbeit in „Resi 5“ kann unglaublich spaßig sein.

Der Koop-Aspekt des Spiels wird immer wieder hervorgehoben, indem sich das Motto sogar im Levelaufbau widerspiegelt. Um ein Beispiel zu nennen: Als Chris und Sheva müsst Ihr ein ekelerregendes Monster durch gezielte Abstimmung in einen riesigen Brennofen locken, um es von seinem Leid zu erlösen.

Übrigens: Dass im Remaster nur noch „Spieler 1“ die Waffen aufwerten kann, wobei Geld von beiden Spielern in einem Topf landet, empfanden wir entgegen unserer Befürchtungen nicht als Nachteil. So erfordert das faire Verteilen Absprache, was das „Wir-Gefühl“ sogar noch verstärkt.


Splitscreen-Koop ist für uns das Herzstück des Spiels.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/nucleuscoop/comments/ufuo2g/resident_evil_5_splitscreen_coop_on_pc/?tl=de

Fazit – Ein sündhaft gutes (Action)-Resi!

Im fünften Teil der überaus beliebten „Resident Evil“-Reihe wurde das mit dem Vorgänger bereits angedeutete actionlastigere Gameplay konsequent erweitert! Damit verprellte Capcom ohne Zweifel viele alteingesessene Fans, gewann jedoch sogleich viele neue dazu.

Das schwarze Schaf der „Resi“-Familie fühlt sich zwar immer noch nach „Resident Evil“ an, spielt sich aber schneller, ist weniger angsteinflößend und wird dabei in erster Linie zum unter Druck setzenden Third-Person-Shooter.

Der Koop-Aspekt des Action-Adventures wurde durch die Notwendigkeit, miteinander zu interagieren, besonders befriedigend umgesetzt und liefert so stundenlangen gemeinsamen Spielspaß.

Wenn man sich also vorher bewusst macht, was man mit „Resident Evil 5“ zu erwarten hat, erhält man in Summe ein von Capcom wohldurchdachtes Abenteuer. Am Ende bleibt so eigentlich nur ein Fazit: „Resident Evil 5“ ist kein gutes, düsteres Gruselspiel, aber ein ausgezeichnet nervenaufreibendes Koop-Actionspiel! Und das hat manchmal auch etwas für sich, oder?


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©Capcom | Quelle: https://giphy.com/gifs/resident-evil-re-xeltorfortress2-nrX7V1Su0JnWLEnWGi

Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 5“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Albert Wesker bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle „Xbox 360 Extended E3 Trailer“

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©Capcom | ©IGN

Der „Resident Evil 4, 5, 6 – PS4 Announce Trailer“ zu den Remastered-Versionen (2016)

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©Capcom | ©PlayStation

Resident Evil 4 (Remastered) (2005, 2016)

Lesemusik:

„Regenerador“ („Resident Evil 4„-OST)


Offizielle Abspann-Musik zu „Resident Evil 4“

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©Capcom | Poster: Quelle: https://shopee.co.id/poster-A3-PlayStation-resident-evil-4-PS3-PS4-Xbox-360-hiasan-dinding-tembok-kamar-i.183546029.8759568459 | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsspiel

In der großen weiten Welt der Videospiele steht das „Resident-Evil“-Franchise wie kein anderes für den Begriff des Survival Horror.

Selbst der Name des Grusel-Genres soll einst an den Spruch „Enter the survival horror…“ angelehnt worden sein, der im Jahre 1996 prächtig den Ladebildschirm des ersten Serienteils zierte.[1]

Doch um das Franchise war es nicht immer rosig bestellt. Mit der knallharten Neuausrichtung auf Action, die spätestens mit „Resident Evil 5“ (2009) in die ursprünglich schaurig-düstere Reihe Einzug fand, spaltete Capcom die Fan-Lager.

Trotzdem veröffentlichte der Publisher auch nach dem Weggang von „Resi“-Urgestein Shinji Mikami über die letzten Jahre zahlreiche Neuauflagen der Top-Marke. So bekam auch das einst euphorisch von Fans und Kritikern aufgenommene „Resident Evil 4“ seine aufpolierte Remastered-Version.

Aktuell legt ein Leak nahe, dass uns zudem schon bald ein Remake erwarten könnte.[2] Grund genug für uns, dem Kultspiel noch einmal genauer auf den Zahn zu fühlen.

Genre: Action-Adventure, Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 4 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom Production Studio 4 | Capcom

Game Director: Shinji Mikami

Musik: Misao Senbongi, Shusaku Uchiyama

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 15 Stunden (Story), ca. 31 Stunden (100%)

Sprache: Englische & spanische Sprachausgabe, deutsche Texte

Plattformen: GameCube (03/2005), PlayStation 2 (10/2005), PC (03/2007 | 02/2014), Wii (06/2007), PlayStation 3 (09/2011), Xbox 360 (09/2011), Wii U (10/2015), PlayStation 4 (08/2016), Xbox One (08/2016), Switch (05/2019) (Stand: 01.11.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 23. März 2005 (GameCube)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 3: Nemesis (Original, 1999)  / Resident Evil 3 (Remake, 2020)

Nachfolger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2 (2019), Resident Evil 3 (2020), Resident Evil 7: Biohazard (2017), Dead Space (2008), The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

Quellen
Allgemeine Daten: https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/7720 | Release DE: https://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=6650 | https://www.ninretro.de/game-26-3908.html

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. November 2021

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Survival-Horror-Reihe neu aufgelegt

Die „Resident-Evil“-Reihe ist seit dem ersten Teil aus dem Jahre 1996 (PSX) eine der erfolgreichsten Marken des japanischen Entwicklerstudios Capcom. Das beliebte Franchise gilt wie kein anderes als Garant für stimmungsvollen Survival-Horror. Laut Wikipedia wurden die Spiele bis Februar 2019 mehr als 90 Millionen Mal verkauft.[3]

Kein Wunder also, dass Capcom über die Jahre seiner Traditionsmarke immer wieder Neuauflagen spendierte. Der erste Teil sowie „Resident Evil Zero“ wurden remastered und im Paket als „Resident Evil Origins Collection“ im Jahr 2016 für PS4 und Xbox One veröffentlicht. Mit den aufgebohrten Varianten von „Resident Evil 2“(2019) sowie „Resident Evil 3“ (2020) erreichten uns sogar waschechte Remakes, die wir jüngst Tests unterzogen.

Am 30. August 2016 erblickte schließlich auch „Resident Evil 4“ in einer neu aufpolierten Remastered-Version für PS4 und Xbox One das Licht der Welt.

Die bei den Fans nicht unumstrittenen Auskopplungen „Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)“ sowie „Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)“ komplettierten schließlich die Hauptreihe, von den zahlreichen Spin-Offs ganz zu schweigen.

Als Fans nicht der ersten, sondern der zweiten Stunde, welche das Franchise nun pflichtbewusst nachholen, war „Resident Evil 4“ nun unser nächster Halt auf dem Weg zur Komplettierung.


Zahlreiche Ableger und Neuauflagen. Um die Survival-Horror-Reihe steht es aktuell gut.

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©Capcom | Quelle: https://www.ebay.de/itm/353273728530

Handlung – Die parasitäre Sekte

Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Leon S. Kennedy.

Den als coolen Actionhelden in Szene gesetzten Agenten begleiteten wir einst an seinem ersten Arbeitstag als Polizist in „Resident Evil 2“. Seinerzeit machte Raccoon City Bekanntschaft mit dem T-Virus.

Als Spezialagent, direkt dem US-Präsidenten unterstellt, verschlägt es Leon nach Europa. Ashley, die 20-jährige Tochter des Präsidenten, wurde entführt und wird in einem sonderbar okkulten Teil Spaniens vermutet.

Als Leon ist es unsere Aufgabe, die junge Frau ausfindig zu machen. Dabei stoßen wir jedoch auf allerlei Widerstand in Form einer mysteriösen Sekte, den Los Iluminados, rund um Anführer Osmund Saddler. Die Gruppe verehrt einen antiken Parasiten namens „Las Plagas“.

Wir schlagen uns durch eine unheimlich abwechslungsreiche Spielwelt, um nicht nur Ashley zu retten, sondern auch, um das Geheimnis der angsteinflößenden Mutationen zu lüften.


Leon S. Kennedy nachdenklich in spanischen Gefilden unterwegs.

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Kollegin Hunnigan erläutert uns die Details der Mission.

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Gameplay – Ein Schritt Richtung Action

Der vierte Teil brach seinerzeit in gleich mehreren Punkten mit alten Resident-Evil-Konventionen. War man von Vorgängern eine statische Kamera gewohnt, kam erstmals innerhalb der Hauptreihe die Third-Person-Perspektive zum Einsatz, welche die Kamera direkt hinter der Spielfigur positionierte.

Zudem fällt gleich zu Beginn auf, dass die Entwickler deutlich mehr Munition und Sammelbares spendieren. Mit der bis dahin serientypischen Munitionsknappheit wurde also in „Resident Evil 4“ erstmals gebrochen. Damit einhergehend ist das Gameplay bereits actionlastiger und sollte mit Teil fünf und sechs zum Unmut der Fans eskalieren.

Es gibt jedenfalls insgesamt deutlich mehr Gegner zu bezwingen und mannigfaltige Gegnertypen. Recht früh im Spiel schaltet man Waffen frei, die sonst erst zum Endgame-Content gehörten oder die man sich zuvor schwerer erarbeiten musste.

Trotzdem lässt „Resident Evil 4“ immer genug von seiner Quintessenz, dem stimmungsvollen Grusel und dem Gefühl der Ausgeliefertheit, durchblicken. Denn: stumpfes Draufloshasten führt zum sicheren Tod. Taktisches Vorgehen und Ruhe bewahren, im Eifer des Gefechts und des Horrors, will gemeistert werden.


Gameplay aus der Third-Person-Perspektive.

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Deutlich mehr Gegner gleichzeitig als sonst üblich innerhalb der Reihe.

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Die Shotgun findet Ihr bereits früh im Spiel, um ordentlich Action zu machen.

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Wirkung

Die richtige Balance

Besonders beeindruckend im vierten Teil von „Resident Evil“ ist das durchdachte Spieldesign mit seinen Mechaniken, was sehr ausbalanciert wirkt. Es ist überhaupt nicht repetitiv, obwohl es immer den gleichen Mechanismen folgt.

Das Grundprinzip ist einfach: Als Leon geraten wir durch Gegner in den verschiedensten Lagen unter Druck und müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Auch vermeintlich ungefährlichere Gegner werden immer wieder zur Gefahr. Nie darf etwas oder jemand unterschätzt werden. Das Spiel lehrt: Sei dir deiner Sache nie zu sicher. Habe immer eine Fluchtmöglichkeit oder einen Plan B.

Trotzdem fühlt man sich nur selten unfair ausgeliefert. Wir bekommen genug an die Hand gelegt, um zu bestehen. Wir müssen unser Equipment jedoch sauber und strukturiert nutzen.


Cleveres Inventar-Management ist einer der Schlüssel zum Erfolg.

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Der bewusste Aufbau

„Resident Evil 4“ wirkt dabei sehr durchdacht und bewusst aufgebaut, um genau die richtigen emotionalen Hebel beim Spieler umzulegen.

Es gibt zwei wesentliche Bestandteile, ein Gegensatzpaar, welches alle Spiele beinhalten: Spannung und Entspannung. Und kein anderes Videospiel führt dieses Prinzip so konsequent vor Augen und setzt es so erfolgreich um wie „Resident Evil 4“.

Zuerst werden wir konfrontiert mit nervenaufreibenden Momenten – die Spannung erzeugen. Der Feind, der uns plötzlich hinterrücks überrascht. Die gewalttätige, mit Verbänden umwickelte Frau, die den Motor der Kettensäge anwirft. Gegnerscharen, die uns umzingeln. Es ist Survival Horror der die Urinstinkte anspricht. Überleben unter Anspannung als Leitmotiv.

Anschließend, wenn wir diese Hürden gemeistert haben, werden wir belohnt – die Entspannung. Die treibende, bedrohliche Musik verstummt. Plötzlich wirkt die Umgebung fast schon friedlich. Eine Urkomponente des Videospieldesigns kommt zum Einsatz: Kisten! Jedes Gefäß, jede noch so kleine Vase wird zerbrochen, auf der Suche nach Brauchbarem. Waffen möchten gelevelt werden und wertvolle Klunker beim Händler des Vertrauens unter dem Motto „What are you sellin‘?“ verscherbelt.


Leons legendärer Tritt lässt betäubte Gegner fliegen! (Spannung)

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Rätsel-Element (Entspannung)

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Auch das Sounddesign ist für damalige Verhältnisse außergewöhnlich mitreißend und beängstigend. Wenn die teilweise undeutlichen Laute der Las Plagas, wie von Besessenen, aus den Lautsprechern tönen, verursacht das extremen Stress beim Spieler. Erst wenn die treibende Musik verklingt, können wir uns für einen kurzen Moment sicher fühlen.

Dieses Dogma wird immer und immer wieder wiederholt und durch neue Gegnertypen und neue Ideen ergänzt, um uns weiterhin unter Spannung zu setzen. Das alles präsentiert Capcom in unterschiedlichsten Gefilden. Vom Dorf, welches vom Parasit befallen ist, geht es etwa in eine schaurig schöne Burg, die europäische Mittelalter-Stimmung aufkommen lässt.


„Resident Evil 4“ kann auch schaurig schön aussehen.

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Die atmosphärische Burg hat es uns besonders angetan.

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Remastered – (noch) kein Remake

„Resident Evil 4“ als Remaster sieht für sein Alter sehr gut aus.

An den nötigsten Stellschrauben wurde gedreht. Die Auflösung ist auf 1080p gestiegen und die Framerate auf stabile 60 FPS angehoben worden. Wunder sollte man jedoch insbesondere bei den Texturen und der Optik insgesamt nicht erwarten.

Doch das ist auch gar nicht nötig. Fans haben sich sicher gewünscht, einen leicht aufgehübschten vierten Serienteil zu erhalten, der seinen Stärken aus der vergangenen Zeit ausnahmslos treu bleibt.

Mittlerweile wurde außerdem bekannt, dass uns wohl ein Remake erwarten wird! Leakes legen nahe, dass auch der vierte Teil einer ausgiebigen Frischzellenkur unterzogen werden wird.

Spruchreifes Material oder ein Releasezeitraum stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.


Auge um Auge.

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Fazit – High-End-Survival-Horror

„Resident Evil 4“ ist für viele Videospieler, uns mit eingeschlossen, der beste Teil der Reihe und macht einfach alles richtig.

Die schaurige Sogwirkung, die furchteinflößende Grundstimmung und das einnehmende Gameplay machen es zum wohl besten Survival-Horror-Spiel aller Zeiten.

Es stellt genau die richtige Mitte zwischen der dunklen Gruselstimmung der Vorgänger und dem actionlastigen Gameplay des Nachfolgers dar. Es kreiert somit genau die Balance, die es für das wohl herausragendste Spiel der Reihe brauchte!

An dieses High-End-Survival-Horror-Spiel werden wir lange Zeit sehr positive Erinnerungen haben und sind schon gespannt, ob das Remake diesem Klassiker in Zukunft gerecht werden kann.


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Wie gefiel euch anno 2005 Capcoms Neuausrichtung auf Action? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 4“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Las Plagas bestimmt auch!

Trailer zu „Resident Evil 4“

Der offizielle E3-GameCube-Trailer zu „Resident Evil 4“ aus dem Jahr 2004

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©Capcom | Quelle: PlayscopeTimeline, https://www.youtube.com/watch?v=2ORc25vZo54

Der offizielle „Modern-Hits-Launch-Trailer“ zu „Resident Evil 4“-Remastered aus dem Jahr 2016

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©Capcom | Quelle: PlayStation, https://www.youtube.com/watch?v=V4Si9z9m8xw

Resident Evil 7: Biohazard (2017)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Jannik meint - Herausragend

Siebter Teil des Kultgrusels, der sich Back-to-the-Roots auf seine alten Stärken besinnt und das Horror-Erlebnis mit seiner cineastischen Ego-Inszenierung wahlweise in VR auf die beinahe unzumutbare Spitze treibt. (23. September 2024 | Testplattform: PS5)

Genre: Action-Adventure, Survival Horror, Walking Simulator, Puzzle, Rätsel, First-Person-Shooter

Originaltitel: Biohazard 7: Resident Evil 

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Koshi Nakanishi

Musik: Akiyuki Morimoto, Miwako Chinone, Satoshi Hori

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 10 Stunden (Hauptstory), ca. 12 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 27 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisation

Plattformen: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2 (Stand: 16.02.2026)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung: 24. Januar 2017

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 6 (2012)

Nachfolger: Resident Evil Village (2021)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2, Resident Evil 3, Dead Space (2008), BioShock (2007)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_7:_Biohazard | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_7:_Biohazard | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/38051
Was haltet Ihr von Capcoms Rückbesinnung auf alte Tugenden nach dem actionlastigen sechsten Teil? Habt Ihr die liebenswürdige Familie Baker ins Herz geschlossen und überlebt? Teilt eure Gedanken zu Resident Evil 7: Biohazard mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Vater Jack bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Launch-Trailer zu Resident Evil 7: Biohazard

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©Capcom | ©PlayStation

Beyond Blue (2020)

Lesemusik:

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©E-Line Media | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 5.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 5.5/10
5.5/10

Geht so

Mit dem Videospiel „Beyond Blue“ brechen die Macher des tiefgründigen Puzzle-Jump-’n‘-Runs „Never Alone“ (2014) zu Tauchgängen im Pazifik auf.

Das Studio E-Line Media wurde hierfür von der BBC-Serie „Unser blauer Planet II“ inspiriert. Das klingt insbesondere für Fans von hochwertigen Naturdokus vielversprechend.

Als Taucherin Mirai habt Ihr in „Beyond Blue“ die Aufgabe, innerhalb zahlreicher Tauchgänge die Unterwasserwelt zu erkunden und diese sowie ihre Bewohner zu scannen.

Daraus ergibt sich manchmal ein beinahe meditatives Spielerlebnis. Doch zugegebenermaßen flacht die Faszination am Spiel doch recht schnell ab. Die Umgebungen und ausgesuchten Meereslebewesen sind nicht abwechslungsreich und zahlreich genug, damit man sich wirklich wie ein waschechter Taucher, Meeresbiologe oder Forscher fühlt.

Zu Beginn des Tauchgangs wird meist von einer Befestigung aus die Missionsumgebung abgescannt. Eine offene Spielwelt gibt es nicht. Es handelt sich um Areale – je nach aktueller Mission. Auf den Tauchwegen zu den relevanten Stellen können dann Scans von Meeresspezies gemacht werden. Die Hauptaufgaben bestehen so gut wie immer aus dem Scannen, insbesondere einer Pottwalschule, die über das Spiel hinweg begleitet wird. Die entdeckten Lebewesen können anschließend in einer Datenbank begutachtet werden.

Besondere Momente wie wenn sich Delfine zum Vergnügen an Korallen reiben, sind leider selten. Die gesamte Welt wirkt statisch, dabei wird immer wieder betont, wie voll von Leben diese doch sei. Tauchgänge in besonderen Unterwasserumgebungen, wie durch Höhlen, entlang von Schiffswracks oder prachtvollen Korallenriffen, kommen nicht vor. Der Gesamtumfang des Spiels ist mit etwa 2-4 Stunden zudem nur kurz.

Gerade in der Disziplin der stimmungsvollen und optischen Präsentation haben wir mehr erwartet. Dass „Beyond Blue“ spielerisch auf das Nötigste reduziert wurde, war erwartbar. Niemand würde von dieser Art von Videospiel ein Gameplay-Feuerwerk erwarten.

Doch die große Möglichkeit von „Beyond Blue“ wäre eine außergewöhnliche, realistische und einnehmende Atmosphäre gewesen. Hier wird leider (vielleicht budgetbedingt) nur an der Oberfläche des Möglichen gekratzt, anstatt wirklich tief in die Materie einzutauchen.

Die kurzen Videoschnipsel, welche Hintergründe zum Thema zeigen und Meeresbiologen zu Wort kommen lassen, sind interessant, können den Gesamteindruck jedoch nie so richtig zum Positiven verändern. Gerade weil Material von „Unser blauer Planet II“ sowie BBC Earth verwendet wurde, wie die Credits verraten, wurde zumindest bei uns eine zu hohe Erwartungshaltung geschürt. „Beyond Blue“ spielt in einer völlig anderen Liga als die vor Leben nur so strotzenden BBC-Earth-Produktionen.

Zugutehalten sollte man „Beyond Blue“ jedoch zweifelsohne, dass es in seiner Form als Videospiel zu neuen Ufern aufbricht. Es ist offensichtlich ein ehrenwerter Versuch, für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, indem eine Art Bildungsspiel präsentiert wird. Nicht umsonst hat sich das Studio laut eigener Website zum Ziel gesetzt, sowohl spaßige als auch zugleich bedeutungsvolle Games zu entwickeln.

„Beyond Blue“ wird als Versuch in Erinnerung bleiben, abseits des Gaming-Mainstreams etwas zu wagen. Etwas, was es in dieser Form noch nie gegeben hat. Und mindestens das ist bedeutend! (20. Dezember 2022 | Testplattform: PS5)

Genre: Abenteuer, Adventure, Simulation

Originaltitel: Beyond Blue

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: E-Line Media

Game Director: Michael Angst

Musik: Mahuia Bridgman-Cooper

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 2,5 Stunden (Hauptstory), ca. 4 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 5,5 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe | DE Texte

Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch (Stand: 09.02.2026)

Altersfreigabe: USK 0

Veröffentlichung: 17. April 2020 (iOS, macOS, tvOS) | 11. Juni 2020 (PC, PS4, Xbox One) | 11. November 2021 (Switch)

Ähnliche Titel: Gris (2018), FAR: Lone Sails (2018), Arise: A Simple Story (2019)

Quellen
Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Beyond_Blue_(video_game) | https://www.imdb.com/de/title/tt12503896/reference/ | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=beyond%2520blue | Altersfreigabe: https://usk.de/?s=beyond+blue
Was haltet Ihr vom ehrenwerten Versuch eines Unterwasserspiels im BBC-Doku-Stil? Gefallen euch „Abzû“ (2016) oder „Subnautica“ (2018) besser? Teilt eure Gedanken zu “Beyond Blue” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das gewaltigste jemals auf dem Planeten dagewesene Geschöpf, mit dem Namen Blauwal, bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Teaser-Trailer zu „Beyond Blue“

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©E-Line Media

Der offizielle Launch-Trailer zu „Beyond Blue“

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©E-Line Media | PlayStation

South Park: Der Stab der Wahrheit (2014)

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  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ erschien im Jahr 2014 das erste ernstzunehmende Videospiel zur rotzfrechen TV-Serie.

Unter den wachsamen Augen der Schöpfer Trey Parker und Matt Stone entwickelte das Microsoft-Studio Obsidian Entertainment („Fallout: New Vegas“) ein klassisches, rundenbasiertes Rollenspiel mit purer „South Park“-DNA.

Es kam, wie es kommen musste: Im verklemmten Deutschland bekam das Spiel die Zensurwut des deutschen Rechts nach § 86a StGB zu spüren und erschien verzögert. Grund dafür war ein vergessenes Hakenkreuz.[1]

Welche Inhalte die Zensur außerdem betrifft und wie Ihr das herausragende Spiel trotzdem unzensiert mit deutschen Texten genießen könnt, verraten wir im Test.

Genre: RPG

Originaltitel: South Park: The Stick of Truth

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: Obsidian Entertainment | Ubisoft

Game Director: Chris Brion, Chris Parker, Zane Lyon

Musik: Jamie Dunlap

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 11 Stunden (Hauptquests), ca. 15 Stunden (Haupt- und Nebenquests), ca. 21 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe, DE Texte

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, XBox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 08.04.2021)

Altersfreigabe: Konsolen USK 16 und PEGI 18 (geschnitten), PC USK 18 und PEGI 18 (uncut bis auf NS-Symbolik und Hitler Sprachsamples)

Veröffentlichung: 4. März 2014 (Nordamerika) | 7. März 2014 (Europa) | 27. März 2014 (DE)

Universum: South Park

Nachfolger: South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe (2017)

Ähnliche Titel: Stranger Things 3: The Game (2019)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/South_Park:_Der_Stab_der_Wahrheit | https://en.wikipedia.org/wiki/South_Park:_The_Stick_of_Truth | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/8833

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 3 (US-Uncut-Version)

Autor: Jannik

Verfasst am: 7. April 2021

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Grüße von Cartman:

Musik zum Lesen:

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©Ubisoft | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Endlich ein Teil von South Park sein

Viele Jahre haben Fans der nur so vor Gesellschaftskritik und Satire triefenden Animationsserie „South Park“ viel Schund schlucken müssen, denn die Marke stand nicht unbedingt in gutem Videospiellicht.

Spiele über „South Park“ gab es zwar bereits in der Vergangenheit, diese hatten jedoch ein grundsätzliches Problem. Sie erschufen weder visuell noch spielerisch eine interaktive South-Park-Episode. Stattdessen bedienten sie sich oft nur der Themen und Kulissen des kleinen fiktiven Städtchens „South Park“ in Colorado, wie etwa im ersten South-Park-Spiel, einem First-Person-Shooter aus dem Jahr 1998 für die Nintendo 64.

Doch mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ hatte das Warten endlich ein Ende. Denn im von Studio OE entwickelten Rollenspiel, haben wir diesmal die Möglichkeit, selbst wirklich dabei zu sein und mehr oder weniger ein Spiel innerhalb der Serie zu spielen, um so als „Der Neue“ unsere eigene, interaktive South-Park-Geschichte zu erleben.


Ihr seid „Der Neue“ … oder Sir Saftsack! Und niemand Geringerer als Großmagus Cartman nimmt euch unter seine Fittiche.

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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/2ufhwNgM3qHKGxq8wdcWAiFpcm29FF1vQ7VZHkTuxCp4cAjb14qNjcQBAmF97zUMRHRPFg6Xo?format=match&mode=fit

Handlung – Ein mächtiges Artefakt

Der „Stab der Wahrheit“ ist ein mächtiges Artefakt in Form eines – nun ja, Stocks – welches seinem Besitzer unglaubliche Mächte verleiht. Großmagus Cartman erklärt das besser, deshalb reiß ich das hier nur an.

Zumindest ist er das Objekt der Begierde innerhalb des „LARP-Events“ (Live Action Role Playing) von Fettarsch und seinen Freunden. Die Kids haben sich in ihre selbstgebastelten Kostüme geschmissen und Diktator Cartman befehligt die Gilde der Menschen, während der gewohnt liberale Kyle ihm als Anführer der Elfen gegenübersteht.

Wir – mit dem bahnbrechenden Namen „Der Neue“ oder auch „Saftsack“ – wie uns Cartman liebevoll tauft – haben die Ehre, dabei zu sein, beim nervenaufreibenden Papp-Fantasy-Rollenspiel-Krieg der Extraklasse. Da wir mit Mom und Dad erst nach South Park gezogen sind, versuchen wir außerdem, Anschluss und neue Freunde zu finden.

Also nichts wie ran, um die Grenzen der Geschmacklosigkeiten und Tabubrüche auszuloten, denn wo bei „Stab der Wahrheit“ South Park draufsteht, ist auch wirklich South Park drin. Doch schauen wir uns zuerst an, was „Stab der Wahrheit“ in Sachen Gameplay zu bieten hat.


Der sagenumwobene „Stab der Wahrheit“

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©Ubisoft

Bereit für eine epische Reise?

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©Ubisoft | Quelle: https://tenor.com/de/view/south-park-stick-of-truth-stan-marsh-stan-marshwalker-kyle-broflovski-gif-21777377

South Park als Rollenspiel

Die Schöpfer der TV-Serie sowie die Entwickler von Obsidian bedienen sich in „Stab der Wahrheit“ des Genres des klassischen rundenbasierten RPGs. Trey Parker war dies enorm wichtig, da er ein großer Fan von eben dieser traditionellen Art der Videospiele ist. Es sollte sich wie ein 2D-Paper-Mario anfühlen, kombiniert mit der Tiefe klassischer JRPGs. (via Digital Trends | via Eurogamer). Auch deshalb wurde es in der frühen Entwicklungsphase von der Fachpresse schlicht als „South Park RPG“ bezeichnet.

Aus der Perspektive, welche exakt der aus der TV-Serie gleicht, laufen wir durch South Park. Alles sieht genau so aus wie in der Serie, nur eben, dass wir als Spieler mittendrin sind. Wir können durch Türen gehen oder einfach die Straßen entlanglaufen. Eine Karte weist uns den Weg.

Unseren Charakter passen wir uns natürlich rollenspieltypisch selbst an. Ob stinknormale Anpassungsoptionen wie Hautfarbe, Frisur, Kleidung etc. oder Extravaganzen wie ein haariges Klötenkinn. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.


Je dunkler die Hautfarbe, desto schwerer. Wenn schon im Charakter-Editor die beißende Gesellschaftskritik für ein Highlight sorgt, muss es South Park sein.

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©Ubisoft | Quelle: https://www.reddit.com/r/gaming/comments/9h9991/just_started_south_park_the_fractured_but_whole/?tl=ms

Wenn’s ans eingemachte geht, habt ihr in rundenbasierten Kämpfen die Aufgabe, eure Gegner aufs Kreuz zu legen. Als Waffen stehen euch eine Primär- sowie Sekundärwaffe oder auch Furzfähigkeiten zur Verfügung. Alle Gegenstände und Themen sind natürlich getreu dem South-Park-Motto an Gesellschaft, Popkultur, Sarkasmus, Sex, Drogen, Gewalt, Pippi-Kacka-Humor angelehnt.

Als Quests erwarten euch Hauptmissionen, die sich um Cartman, Kyle und den „Spielkampf“ drehen und die Geschichte vorantreiben. Durch Nebenmissionen werdet Ihr motiviert, South Park in seiner Gänze zu erkunden. Ob besondere Tiere für Jimbo und Ned jagen oder das Obdachlosenproblem der Bürgermeisterin lösen, Jesus finden oder Mr. Hankey in der Kanalisation besuchen. Hier trefft ihr auf alle South-Park-Eigenheiten und Persönlichkeiten, die Ihr aus der Serie gewohnt seid.

Timmy steht euch als rasender Rollstuhl-Chauffeur für die Schnellreise zur Verfügung.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/99pyU4b7LiNxLW7pPrA1MNMpEnrqRRxweMccKGqrtBhJMEjTUhHn3jf7kxb6554dgtLixY5oLfUKbFgzRqyU8krVDCFE566ECw7Rvk4bxg59GkoJJ3N3cBa797FgVm1BzM?format=match&mode=fit

Der Tabubruch

South Park ist für seine Tabubrüche und Grenzüberschreitungen bekannt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Macher um Trey Parker und Matt Stone für das erste wirklich ambitionierte Videospielprojekt besonders ins Zeug gelegt haben, um die Grenzen des guten Geschmacks und des „was ist erlaubt“ auszuloten.

Was ganz genau vor sich geht, möchten wir natürlich nicht verraten, um die Überraschung für den Spieler nicht zu verderben. Doch eines sollte klar sein: South Park macht erneut keine Gefangenen und knallt frei Schnauze raus, was den Machern so in den Sinn kommt. Fans werden es lieben und Kritiker es hassen. Also alles beim Alten und alles im Sinne der TV-Serie. Satire und Provokation eben.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/B69zEhWZA8UCigRLmyur9bFNyqNa8EhrzHPJyeox23fehy1ud5RJQxV9uF4qxEvvVaSGRxm1nwM1gNm7Lwf1XCGwqGmBfifgoSousZg1?format=match&mode=fit

Was wurde heraus geschnitten?

Es geschah in Deutschland, was geschehen musste, und Publisher Ubisoft sah sich tatsächlich gewzungen, die Schere anzulegen. Doch wie umfänglich ging das vonstatten und welche Elemente sind betroffen?

Nationalsozialistische Symbolik und Sprachsamples

Publisher Ubisoft hatte wohl keine andere Wahl, als die Hakenkreuze (verfassungswidrige Symbole in Deutschland) zu entfernen, da es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Stab der Wahrheit“ noch keine Ausnahmeregelung der Sozialadäquanzklausel für Videospiele gab.

Deshalb findet man weder in der USK- noch in der PEGI-Version Hakenkreuze. Außerdem sind NS-Gesten, also der sogenannte Hitlergruß, zensiert worden. Auch die Sprachsamples von Adolf Hitler wurden durch „klischeehaftes Hollywood-Deutsch“ ersetzt, wie es die Kollegen von „GameStar“ formulieren.[2]

Merke: Diese Zensur betrifft ALLE europäischen Versionen und sowohl die Konsolen- als auch die PC-Versionen.


Nazi-Zombie mit Hakenkreuz-Schild

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Nazi-Zombie-Kühe mit Hakenkreuzarmbinden

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Bosskampf gegen den „Giant Nazi Zombie Fetus“

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Abtreibungsszenen und Analsonden

Auch in anderen Bereichen wurde geschnitten. Der Wikipedia-Eintrag von „Stab der Wahrheit“ stellt hierzu fest: „In der europäischen Konsolenfassung wurden insgesamt sieben jeweils knapp 20-sekündige Spielszenen entfernt, in denen an Spielfiguren Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt oder Analsonden verwendet werden.“

Merke: Diese Zensur betrifft NUR die Konsolenfassungen, nicht die PC-Fassung. Deshalb wurden erstere auch mit einer USK 16 bewertet, während die PC-Version eine USK 18 bekam.


Spielerisch leichte Abtreibung bei Randy

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Randy genießt die Analsonde

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Die Schere – Wie Ihr Stab der Wahrheit uncut genießt

Was zuerst kompliziert erscheint, ist im Endeffekt recht simpel.

Wenn Ihr „Stab der Wahrheit“ offiziell, ungeschnitten und in voller Blüte genießen wollt, bleibt euch nur der Weg zur US-Fassung! Sowohl die USK- als auch die PEGI-Fassungen für Konsolen sind im Endeffekt geschnitten – wenn auch unterschiedlich stark. Einfach aus Österreich die Pegi-Variante bestellen und so die Zensurwut in Deutschland umgehen, wie bei vergleichbaren Titeln, ist also auch nicht drin.

Am einfachsten haben es PC-Spieler, denn die sind in der Regel nicht von Regional-Locks betroffen. Konsolenspieler sollten jedoch vorsichtig sein, weil Hersteller gerne mal Spiele auf eine bestimmte Region begrenzen und damit für ausländische Konsolen sperren. Laut Wikipedia hat die US-Version jedoch KEINE Regionalbeschränkung.

Glück im Unglück: „Stab der Wahrheit“ wurde nicht deutsch synchronisiert. Das bedeutet, es gibt ohnehin nur deutsche Untertitel, die man ebenfalls in der unzensierten US-Fassung aktivieren kann. Kein Nachteil also für den Spieler.

Wir haben uns letztendlich für die PS3-Fassung entschieden, da die PS3 generell keinen Regional-Lock hat. Ihr könnt aber auch zur Xbox-360-Version greifen denn dort ist der Lock abhängig vom Spiel und im Falle von „Stab der Wahrheit“ nicht vorhanden.


Die Schöpfer Trey Parker und Matt Stone machen sich kurzerhand über die europäische Zensur lustig

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©Ubisoft | Quelle: https://www.ign.com/articles/2014/03/03/this-is-south-park-the-stick-of-truths-censor-screen

Fazit – Wir sind South Park

Gesellschaftskritisches Satire-Paradies

Mit „Der Stab der Wahrheit“ ist den Entwicklern von Obsidian Entertainment und den Machern Trey Parker und Matt Stone ein South-Park-Spiel gelungen, in dem auch wirklich „South Park“ drinsteckt.

Die bekannten Figuren, Motive und den gesamten ungezähmten Charme der Animationsserie in ein Rollenspiel zu packen, stellt sich zugleich als naheliegende wie auch geniale Idee heraus. Mittlerweile fand sie mit „The Fractured But Whole“ bereits einen Nachfolger. Dieser wurde jedoch nicht mehr von Obsidian sondern von Ubisoft San Francisco entwickelt.[3] Vermutlich um mehr Kontrolle im eigenen Haus zu behalten.

Fest steht: Wenn uns Legende Butters per Nachricht in unserem facebookähnlichen Feed nach einer brenzligen Mission und dem ersten Tag im Städtchen South Park willkommen heißt und uns bittet, wieder mitzuspielen, fühlen wir uns wirklich angekommen im gesellschaftskritischen Satire-Paradies.


Ist er nicht knuffig? Jeder weiß, er heißt Butters! Butters: „Das bin ich!“

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©Ubisoft | Quelle: https://www.gamesradar.com/south-park-stick-truth-friends-locations-guide/

Fokus auf die Vorlage

Natürlich ist „Stab der Wahrheit“ ausschließlich an South-Park-Fans gerichtet, sonst wäre es kein South Park. Natürlich ist die Komponente des Rollenspiels eher das i-Tüpfelchen als der Kern.

Doch wohl gerade deshalb ist „Stab der Wahrheit“ so gelungen. Es besinnt sich auf die Kernkompetenzen der Vorlage und gibt sich dabei sehr viel Mühe. Was das Spiel neben der guten Hauptgeschichte so richtig lebendig macht, ist die Spielwelt. Es gibt überall etwas zu entdecken. Bei jeder Item-Beschreibung muss man lachen.

Die Umgebung nutzt ihr um Gegner zu erledigen. Mal lasst Ihr eine Ratte in eine Falle laufen, mal furzt Ihr kräftig ins Feuer, um Mauern aufzusprengen, mal lasst Ihr Strom auf Wasser wirken. Als neuer Kumpel der fünf Jungs aus South Park erschließt sich euch ihre Welt. Und es macht einfach Spaß.


Die „Crown of Anal Pleasure“

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©Ubisoft | Quelle: https://www.ign.com/wikis/south-park-the-stick-of-truth/Weapons_and_Costume_Sets

„Chinpokomon“ zum Sammeln

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©Ubisoft | Quelle: https://www.gamesradar.com/south-park-stick-truth-chinpokomon-locations-guide/

Wir als Teil von South Park

Als einziger wirklich großer Kritikpunkt wäre vielleicht die Spieldauer zu nennen, die mit ihren Haupt- und Nebenquests schon ein wenig länger hätte sein können. Insbesondere die Hauptgeschichte ist recht schnell über die Bühne. Mehr Nebenquests wären drin gewesen.

Kleinere negative Kritikpunkte gibt es zwar schon, wie das komische Levelcap von 15, die viel zu kleinen und langen Untertitel, eine manchmal merkwürdige Speicherfunktion und natürlich die schmerzlich vermisste deutsche Sprachausgabe. Doch diese Punkte sind schnell vergessen, wenn wir wieder vor belustigter Begeisterung den Kopf senken und den Kopf schütteln, weil wieder irgendetwas passiert ist, was nicht ins Bild politischer Korrektheit passt. Für uns steht letztendlich fest: Mit „Stab der Wahrheit“ schauen wir nicht nur passiv South Park, wir werden zum Teil von South Park.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/C3TZQzkfwDhhhvsmiUtjxnDoEWrz32WfhjfoMLBS8SV5bgrjsJY1viohVzfXnXp8GvsFuFooUZ8tN7yEYjP4PxAoxUdmShNfAddL7EWuhwaPg2KVRx22LU6?format=match&mode=fit&width=640

Ist Princess Kenny nicht gleichermaßen majestätisch und heiß?

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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/99pyU5Ga1kwkfZ17QX2HV6pndHEsSP86qLakgbxK4rcMSgLuXJtyL4XYVuCZsT5PWQQFoMhX3nxcwuScGWRZZvUCYJvpfFsj28QgvBssqgNwFU8wShestQvQyXu4ynBWhb?format=match&mode=fit

Was haltet Ihr vom ersten „richtigen“ South Park-Videospiel? Teilt eure Gedanken zu „Stab der Wahrheit“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Butters bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle ungeschnittene US-Launch-Trailer

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©Ubisoft

Der offizielle deutsche Launch-Trailer

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©Ubisoft

Fran Bow (2015)

Aber eins weiß ich … Dass ich zwischen Schuld und Furcht … Die Fröhlichkeit wähle …Fran Bow Dagenhart

Lesemusik:

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©Killmonday Games | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

„Fran Bow“ ist ein schaurig schön gestaltetes Point-and-Click-Adventure, welches alle Stärken des antiquitierten Genres für sich nutzt.

Der handgezeichnete Look erinnert an comicartige Bilder und ist trotz oder gerade wegen der vielen Horror-Darstellungen ein Blickfang. Es bildet sich ein auffälliger Kontrast zwischen einer harmlos kindlich aussehenden Welt und harten Gewalt- und Blutdarstellungen sowie bizarren Kreaturen, welche trotzdem stimmig eingebettet wirken.

Die Erzählung ist sehr tiefgründig und kann mit dem übergeordneten Thema von psychischen Erkrankungen bedrücken. Insbesondere Protagonistin Fran scheint Wahnvorstellungen zu haben und erlebt ein Martyrium ohne zu wissen, was Realität und was Einbildung ist. Die Handlung überlässt Euch viel Interpretationsspielraum und lädt so zum Mit- und Nachdenken ein.

Neben der spannenden, manchmal auch Verwirrung stiftenden Geschichte warten anspruchsvolle Rätsel darauf, gelöst zu werden. Die Wege hierfür sind vielfältig, oft unterschiedlicher Natur, werden so nie langweilig und können auch angestrengtes Nachdenken erfordern.

Die Spielmechanik, bei der zwischen den „Blickwinkeln“ bzw. Jahreszeiten gewechselt werden kann, sorgt für mehr Möglichkeiten in mehreren Welten des Spiels und erweckt so den Eindruck eines Multiversums.

Jedes Kapitel bietet sowohl mit den Schauplätzen und Figuren visuell als auch beim Rätseln und vor allem bei der emotionalen Geschichte neue Aspekte, die jeden Ausflug in die Welt von „Fran Bow“ irgendwie einzigartig wirken lassen.

In Summe macht das düstere, künstlerisch wertvolle, herausfordernde und erzählerisch dichte Point-and-Click-Adventure genau das, was gute Videospiele tun, und entführt in eine kleine, gleichermaßen bedrückende als auch irgendwie bezaubernde andere Welt. (30. Dezember 2022 | Testplattform: iOS)

Genre: Abenteuer, Adventure, Geschicklichkeit, Rätsel

Originaltitel: Fran Bow

Produktionsland: Schweden

Entwicklerstudio | Publisher: Killmonday Games

Game Director: Natalia Martinsson (Geburtsname: Figueroa)

Musik: Isak Martinsson

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 8 Stunden (Hauptstory), ca. 9 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PC (2015), PlayStation 4 (2023), Nintendo Switch (2023), Xbox One (2023) (Stand: 07.02.2026)

Altersfreigabe: USK 16

Veröffentlichung: 27. August 2015

Ähnliche Titel: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf (2007), Forgotton Anne (2018), Meisterdetektiv Pikachu (2018), Little Misfortune (2019), Mithra: Join the Cult (Killmonday Games, angekündigt)

Quellen
Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=fran%2520bow | Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Fran_Bow | https://de.wikipedia.org/wiki/Fran_Bow | Mithra: https://www.instagram.com/reel/DN3wPqNWFgx/

Was haltet Ihr von der Psychohorror-Indie-Perle aus dem Hause Killmonday Games? Freut Ihr euch schon auf den geistigen Nachfolger „Mithra: Join the Cult„? Teilt eure Gedanken zu “Fran Bow” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Mr. Midnight bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Trailer zu „Fran Bow“

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©Killmonday Games

Der offizielle „Now on Consoles!“-Trailer aus dem Jahr 2023

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©Killmonday Games

Secret of Mana (Remake) (2018)

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©Square Enix
  • 4.5/10
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4.5/10

Uninteressant

Nachdem wir zuletzt bereits einen Blick auf den japanischen Rollenspielklassiker „Secret of Mana (1993)“ auf dem Super Nintendo warfen, steht nun ein vielversprechendes Remake ins Haus.

Zum 25. Jubiläum des Spiels möchte Publisher Square Enix – vor allem bekannt als „Final-Fantasy„-Schmiede und „Dragon Quest“-Studio (der beliebtesten Spieleserie Japans) noch einmal die Kassen klingeln lassen.[1] Dafür wurde kurzerhand Q Studios mit ins Boot geholt.

Warum das qualitativ gehörig schief ging und Fans ein liebloses – ja gar hingerotztes Spiel serviert bekommen – erfahrt Ihr in unserem Test zum Remake von „Secret of Mana“.

Genre: Abenteuer, Action-Adventure, RPG, JRPG

Originaltitel: Secret of Mana

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Square Enix (Business Division 8), Q Studios | Square Enix

Game Director: Takahiro Noda

Musik: Hiroki Kikuta

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (lokaler Koop-Modus mit drei Spielern)

Spielzeit: ca. 16 Stunden (Hauptstory), ca. 20 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 33 Stunden (100%)

Sprache: Dt. Texte, engl. + jap. Sprachausgabe

Plattformen: PlayStation 4, PS Vita, PC (Stand: 25.01.2026)

Altersfreigabe: USK 6

Veröffentlichung: 15. Februar 2018)

Universum: Mana (Seiken Densetsu)

Vorgänger: Mystic Quest (1991)

Nachfolger: Trials of Mana (1995)

Ähnliche Titel: Secret of Mana (1993), Kingdom Hearts (2002), Final Fantasy XII – The Zodiac Age (Remastered) (2006, 2017), Kingdom Hearts – Re:Chain of Memories (Remastered) (2007, 2013), Ever Oasis (2017)

Quellen
Entwicklerstudio: https://nintendowire.com/news/2018/07/02/secret-of-mana-remake-developers-working-on-an-action-rpg-for-switch-ps4/) | Produzenten: https://www.imdb.com/de/title/tt7472918/fullcredits/ | Spielzeit und Veröffentlichung: https://howlongtobeat.com/game/52497

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 4

Autor: Jannik

Verfasst am: 31. Mai 2020

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

Hiroki Kikuta – The Dark Star (jap. Ankokusei) (OST) (2018)

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©Square Enix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Action-Rollenspiel-Klassiker in neuem Gewand

Mit „Secret of Mana“ erschien am 6. August 1993 in Japan und am 24. November 1994 in Europa ein überaus beliebtes Rollenspiel des Entwicklerstudios Square Enix (damals Squaresoft) für das Super Nintendo (SNES).

In „Seiken Densetsu 2“, wie der Titel im Original heißt, machten sich die Spieler mit Schwertkämpfer „Randi“, Heilerin „Primm“ und Koboldin „Popoi“ zu einer Reise auf, um die geheimnisvolle Kraft des „Mana“ zu retten.

Heutzutage – gut 27 Jahre später – gilt das JRPG als Klassiker im Genre und erhielt aufgrund seiner ebenso großen wie nostalgischen Fangemeinde bereits zahlreiche Portierungen für andere Systeme. Im Juni 2019 erschien sogar die „Collection of Mana“ für Nintendos aktuelle Switch.

Diese enthält die ersten drei Spiele der Reihe mit den Titeln „Mystic Quest“ (1991, Game Boy), „Secret of Mana“ (1993, SNES) und „Trials of Mana“ (1995, als „Seiken Densetsu 3“, Super Famicom, kein EU-Release).

Doch nun sollte endlich ein waschechtes Remake kommen, auf das sicher nicht wenige Fans mehr als gespannt hingefiebert haben.


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Handlung – Die Welt am Abgrund

„Secret of Mana“ handelt von dem Jungen Randi, der in einer Welt lebt, die durch eine geheimnisvolle Kraft namens „Mana“ im Gleichgewicht gehalten wird.

Nachdem die Menschheit einst diese Kraft missbrauchte, um ein fliegendes Kampfschiff – die Mana-Festung – zu bauen, entzürnte dies die Götter so sehr, dass sie wilde Bestien auf die Welt herabsandten. Es entbrannte ein Krieg zwischen den verfeindeten Seiten. Nur ein Held, der mit dem sagenumwobenen Mana-Schwert bewaffnet war, konnte die Festung zerstören und so Frieden zurückkehren lassen.

Eines Tages ist Randi derjenige, der versehentlich das Siegel des Mana-Schwertes bricht. So wird ihm die Aufgabe zuteil, die Welt erneut vor dem Schrecken des Imperiums zu retten, dessen Ziel es ist, die Mana-Festung wieder auferstehen zu lassen und die Welt abermals in den Abgrund zu stürzen.

Auf seiner Reise trifft er auf das Mädchen Primm und die Koboldin Popoi, die sich ihm anschließen, um ihn im Kampf zu unterstützen.


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Die Unterschiede zum Original

Wir möchten uns in diesem Test insbesondere anschauen, was die Unterschiede zum Original sind.

Hat Square Enix an den richtigen Stellschrauben gedreht? Was hat man sich Neues einfallen lassen und wo gibt es Verbesserungen? Es handelt sich bei „Secret of Mana“ schließlich nicht schlicht um ein aufgehübschtes Remaster, sondern um ein Remake.

Genau diese Stellschrauben, Entscheidungen und Justierungen sind für uns der wesentliche Punkt, soviel sei vorab verraten, warum die Neuauflage eine Enttäuschung ist und der Bezeichnung „Remake“ nicht mal annähernd gerecht wird.

Was ist uns besonders aufgefallen? Hier eine Übersicht über die konkreten Kritikpunkte.

Grafik & Ladezeiten

Hatten wir es im Super-Nintendo-Original noch mit ikonischem Pixellook zu tun, setzten die Entwickler im Remake auf einen dreidimensionalen „Chibi-Look“, bei dem die Charaktere wie Karikaturen ihrer selbst wirken. Einige Spieler wird die Grafikqualität sicher an heutige Mobile Games erinnern und abschrecken.

Wir empfanden den Stil als „ganz in Ordnung“. Man kann weder von einer Augenweide sprechen, noch von einem Totalausfall. Die Grafik wäre nicht der Dealbreaker und eher zu verkraften – wenn der Rest stimmen würde. Nebenbei wäre auch eine Wechselmöglichkeit zwischen Retro- und HD-Grafik eine nette Dreingabe gewesen.

Was bei dieser ohnehin schon durchschnittlichen Grafikqualität jedoch gar nicht geht, sind die enormen Ladezeiten zwischen den Arealen, die durch einen schwarzen Bildschirm mit hässlichem „Ladevorgang …“-Schriftzug – ohne jegliche Liebe fürs Detail – angezeigt werden. Bei der Leistung einer PS4-Konsole und der hier gebotenen Grafik muss einfach mehr drin sein. Insbesondere weil die Spieler in „Secret of Mana“ beinahe sekündlich oder zumindest sehr häufig zwischen den Arealen wechseln.


Kein Witz! Hässlicher geht’s nicht. Das ist der Ladebildschirm beim Übergang zwischen den Arealen. Nicht mal für ein Logo hat’s gereicht.

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©Square Enix

Sich verhakende Mitstreiter und verfehlte Schläge

Was sind vier Punkte, die viele Spieler im originalen „Secret of Mana“ von 1993 am meisten nervten und mit ein Grund dafür sind, warum das Spiel heute als schlecht gealtert gilt? Und was ist der Lösungsansatz der Entwickler für diese elementaren Punkte? Man weiß nicht so recht, ob man weinen oder lachen soll.

  • Nervfaktor 1: Sich ständig in der Umgebung verhakende Mitstreiter, die wie beschwipste Pogopuschel hinter einem herlaufen. Lösung: Mitstreiter einfach zurück- und Spieler weiterziehen lassen. Irgendwann findet der schon wieder zum Spieler … vielleicht.
  • Nervfaktor 2: Dauerhaft verfehlte Schläge im Kampf ohne ein wirkliches Treffer-Feedback. Lösung: Ein beherztes „VERFEHLT“ wenn der Schlag nicht trifft, was gefühlt bei jedem zweiten Schlag aufploppt.
  • Nervfaktor 3: Zauber, die im Ringmenü mal ausgewählt werden können und mal nicht, obwohl die Gegner teilweise direkt vor einem stehen, das Spiel diese Gegner aber nicht als auswählbar ansieht. Lösung: Keine.
  • Nervfaktor 4: Enorme Verzögerung zwischen Hit und Damage. Lösung: Keine.

Sackgasse. DIe Mitstreiter sind genau so kopflos wie damals.

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©Square Enix | Quelle: https://makeagif.com/i/mFesH_

Ständiges „VERFEHLT“ – Ohne wirkliches Treffer-Feedback!

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©Square Enix | Quelle: https://www.roterdorn.de/spiel/secret-of-mana-remake/

Das klassische Ring-Menü ist wieder mit von der Partie. Besonders nervig: nicht immer auswählbare Zauber während des Kampfes.

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©Square Enix | Quelle: https://www.roterdorn.de/spiel/secret-of-mana-remake/

Die Verzögerung zwischen Hit und Damage ist zwar ein typisches Merkmal des Originals – nervt aber trotzdem und wirkt für heutige Standards träge.

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©Square Enix | Quelle: https://www.rpgsite.net/news/6024-see-more-of-the-secret-of-mana-remake-in-new-screenshots-and-character-art

Lokalisierung am Herzen der Fans vorbei

„Secret of Mana“ war in Deutschland für seine zwar sehr freie, aber dafür auch gelungene Lokalisierung von Claude M. Moyse bekannt. Diese zeichnete sich durch skurrile, aber auch charmante Eigenheiten aus.

Der Kultklassiker ist selbstverständlich der Spruch: „Die Lindenstraße fängt gleich an“. Aber auch die drolligen Eigennamen der Gegner wie etwa Pogopuschel (jetzt Mümmler) oder der freche und humorvolle Ton insgesamt prägten die Kindheit der Spielerschaft.

Doch „Square Enix“ scheint in Deutschland kein Herz für die nostalgischen Gefühle der Fans zu haben. Nicht nur bekannte Sprüche fielen dem Rotstift zum Opfer: Einfach alles wurde umbenannt. Ob Städte, Charaktere oder Gegner. Die neue deutsche Lokalisierung macht vor keinem klassischen Element halt und wurde komplett erneuert.

Fairerweise sei jedoch auch angemerkt, dass die Neuauflage objektiv gesehen sprachlich korrekter und damit authentischer übersetzt wurde. Damit entspricht sie eher dem Original, was wir grundsätzlich als wünschenswert empfinden.


Bis heute unvergessen: Die freie und humorvolle Lokalisierung von Claude M. Moyse.

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©Square Enix

Sprachausgabe | Zwischensequenzen | Intermezzo-Episoden

Die Entwickler hauchten der Präsentation von „Secret of Mana“ darüber hinaus insgesamt frischen Wind ein.

So wurden sowohl einige Zwischensequenzen als auch sogenannte Intermezzo-Episoden eingefügt. Außerdem wurde dem Spiel eine komplette Sprachausgabe in Japanisch und Englisch spendiert.

Klingt erst mal nach einem positiven Schritt. Die Zwischensequenzen sind jedoch so gering an der Zahl, dass sie fast nicht erwähnenswert sind.

Bei den Intermezzo-Episoden handelt es sich um kurze erzählerische Szenen, in denen die Charaktere in einer Nahaufnahme hervortreten, sich gegenüberstehen und die Story erzählen. Diese werden z. B. auch verwendet, wenn man in der Herberge übernachtet. Das Problem: Neben der Hauptgeschichte wird nichts Relevantes erzählt und die meiste Zeit keifen sich die Protagonisten nur kindisch an. Hier hätte so viel mehr Liebe in die Hintergrundwelt investiert werden können, um gemeinsam mit den Autoren die Geschichte zu intensivieren.

Besonders merkwürdig: Für die Animation der Münder beim Sprechen ist Square in allen Sequenzen wohl das Budget ausgegangen oder sie hatten einfach keine Lust. Verkauft sich ja auch so automatisch.


Randi ist enttäuscht über zu wenige Zwischensequenzen

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©Square Enix

Die Intermezzo-Episoden hätten Potenzial gehabt. Das Ergebnis ist ernüchternd.

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©Square Enix | Quelle: https://www.everyeye.it/notizie/secret-of-mana-remake-immagini-per-personaggi-gli-episodi-d-intermezzo-305801.html

Soundtrack & Minimap – Wir haben die Wahl

Auch im Remake zeichnet sich Komponist Hiroki Kikuta für die Musik verantwortlich. Diese Neuinterpretation ist mal gelungen, mal aber auch schrill und merkwürdig.  Dudelsack und Technobass wirkten in einigen Stücken dann doch etwas befremdlich. Doch keine Sorge: Das Positive ist, Ihr könnt zwischen klassischem und Remake-Soundtrack wählen.

Außerdem neu hinzugekommen ist eine Minimap, die oben rechts im Bild eine kleine Umgebungsübersicht ermöglicht. Diese nervt manchmal ordentlich. Wenn man sich in ihre Richtung bewegt, verdeckt sie einen wesentlichen Ausschnitt des Bildes. Ab und zu ist sie aber auch hilfreich, da sie hilft, eine grobe Übersicht des Areals zu erhaschen. Doch keine Sorge: Das Positive ist, auch diese Minimap kann aktiviert oder deaktiviert werden.


Die Mini-Map in einer vergrößerten Darstellung. Wenn Ihr euch nach rechts oben bewegt, kann sie manatastisch nerven.

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©Square Enix | Quelle: https://finalfantasydojo.de/reviews/secret-of-mana-3d-remake-review-30409/

Weitere Ärgernisse

  • Zusätzlich erfahren wir in einem „Was bisher geschah“-Menüpunkt etwas über den aktuellen Stand der Geschichte. Dies ist eine nette Idee, vor allem wenn man mal den Überblick verliert. Leider wird jedoch immer nur der aktuelle Stand gezeigt, ohne Möglichkeit, vorherige Abschnitte nochmals zu lesen.
  • Was sich außerdem zu den größeren Problemen dazu gesellt, ist die völlig irreführende und nervige Programmierung der Übergänge zwischen mehreren Arealen. Eine unsichtbare Linie gibt vor, ab welchem Punkt der Spieler in ein neues Areal übergeht. Ihr seht also nicht genau, wo ein Bereich endet. So begebt Ihr euch während des Kampfes oft versehentlich in diese Zone. Da Gegner nach jedem Übergang neu erscheinen, führt dieser Umstand zu extremen Frustmomenten.
  • Der Schwierigkeitsgrad wurde deutlich heruntergeschraubt. Hatte man beim SNES-Original teilweise wirkliche Probleme mit Endbossen, reicht nun oft der erste Versuch, um sie zu Hackfleisch zu verarbeiten.
  • Regelmäßige Abstürze und Bugs, die erst sehr spät seitens der Entwickler gepatcht wurden, sprechen Bände über die Qualität der Programmierung.
  • Das waren nur einige der wichtigsten bzw. auffälligsten Probleme, die uns beim Test des Remakes aufgefallen sind. Die Liste könnte man sicher noch sehr viel weiter fortführen.

Schöne Artworks können nicht über die offensichtlichen Schwächen des Remakes hinweg täuschen.

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©Square Enix

Tabelle: Woran Square Enix hätte arbeiten sollen – Woran Square Enix gearbeitet hat

Um die zahlreichen Kritikpunkte besser zu veranschaulichen und die misslungene Neuausrichtung übersichtlicher darzustellen, haben wir eine Tabelle erstellt.

An welchen Stellschrauben hätten die Entwickler drehen können und an welchen haben sie letztendlich gedreht?

Potenzial Tatsächlich umgesetzt
 

Pixel-Look ersetzt

Verhaken

„Verfehlt“-Balance

Verz. Hit & Damage

Kleidung sichtbar

Ringmenü opt.

Ladezeiten

Dt. Lokalisierung

Sequ. (Münder)

OST-Wahl

Grafik-Wahl

Minimap

Schwierigkeit

Entfernen von ikonischen Details (bspw. Schlafanimation der Koboldin oder rauszoomen bei Schnellreise mit Kanonenbrüdern)

 

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Was findet Ihr charmanter? Pixel-Look des Originals oder HD-Grafik des Remakes?

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©Square Enix | Quelle: https://gamingbolt.com/secret-of-mana-remake-wiki

Fazit – Spielt das Original!

Das Remake von „Secret of Mana“ ist insgesamt eine verunglückte Neuauflage, bei der das verantwortliche Studio ungeniert an unnötigen Punkten den Rotstift ansetzte, während massig Potenzial zur Verbesserung des Spielerlebnisses verschenkt wurde.

Das Spiel bietet keinerlei Mehrwert zum Original. Es wurde schlicht versäumt, an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Es wirkt programmiertechnisch sowie designtechnisch wie hingerotzt. Darüber hinaus wurden sympathische und ikonische Eigenheiten entfernt oder geändert.

Letztendlich ist also unser trauriges Fazit: Spielt zum Trost das Original! Denn das kann uns Fans niemand wegnehmen und trotz einiger schlecht gealterter Umstände kann man dieses auch heutzutage glücklicherweise noch spielen – und genauso viel Freude daran haben wie damals. Neu ist eben nicht automatisch besser!


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Was haltet Ihr von der Neuauflage des 16-Bit-Kultklassikers? Teilt eure Gedanken zum Remake von “Secret of Mana” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Claude M. Moyse bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Ankündigungs-Trailer zum Remake von „Secret of Mana“

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©Square Enix | ©PlayStation

Der offizielle deutsche Launch-Trailer zum Remake von „Secret of Mana“

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©Square Enix | ©PlayStation

Unravel Two (2018)

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  • 7.5/10
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7.5/10

Spielenswert

Ganz plötzlich – auf leisem Garn – wurde auf der E3 2018 „Unravel Two“ als „Shadow Drop“ veröffentlicht. Mit dieser (damals noch unüblicheren) Marketing-Strategie, generierte Publisher Electronic Art’s viel Aufmerksamkeit und erreichte, mit dem „Official Reveal Trailer„, bis heute, ganze 3,6 Mio. Aufrufe auf dem hauseigenen Youtube-Channel.

Der Cinematic-Puzzle-Platformer der schwedischen Entwickler von Coldwood Interactive löste auch in uns enorme Vorfreude aus. Schließlich war sein Vorgänger nicht weniger als eine der Inspirationen für unser ganz eigenes Herzens-Projekt.

Warum wir als große Fürsprecher des ersten Teils „Unravel“ (2016) ein wenig enttäuscht von der Fortsetzung sind, was für Gründe das hat und was der neue Ausflug von Yarny in kühl-herbstliche Gefilde dennoch ausmacht, verraten wir euch im Test.

Genre: Geschicklichkeit, Jump ’n’ Run, Puzzle, Side-Scroller, Cinematic Platformer

Originaltitel: Unravel Two

Produktionsland: Schweden

Entwicklerstudio | Publisher: Coldwood Interactive | EA Originals

Game Director: Martin Sahlin

Musik: Frida Johansson, Henrik Oja

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (lokaler Koop-Modus mit zwei Spielern)

Spielzeit: ca. 5 Stunden (Hauptstory), ca. 8 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 14 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 25.10.2025)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: Unravel

Vorgänger: Unravel (2016)

Ähnliche Titel: Unravel (2016), Little Nightmares (2017), Gris (2018)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Unravel_Two | https://usk.de/usktitle/46145/ | https://howlongtobeat.com/game/57358

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 4

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. August 2021

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

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©EA Music | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

In tiefe Seilfurchen

Nachdem wir uns erst kürzlich dem Puzzle-Plattformer „Unravel“ (2016) in einem ausführlichen Test gewidmet haben, soll nun auch der zweite Teil seinen Platz in unserem Tagebuch bekommen.

Dabei schreitet „Unravel Two“ (zumindest für uns) in großen Fußstapfen – oder treffender ausgedrückt – Seilfurchen. Schließlich hat uns Yarny’s philosophische Reise über Stock und Stein, mit seiner malerischen Stimmung, bereits im Erstlingswerk des schwedischen Studios Coldwood Interactive, komplett vereinnahmt und fasziniert.

Da innerhalb der Spielereihe „Unravel“ (dt. entknoten) der Name Programm ist, haben sich die Entwickler rund um Game-Director Martin Sahlin für die Fortsetzung einen neuen Kniff überlegt. Unter dem Motto und Titel „Unravel Two“, sollen wir dieses Mal die zauberhafte „Unravel“-Welt und seine Puzzleleien zu zweit im Koop-Modus erleben.

Der Release von „Unravel Two“ erfolgte fast so heimlich und unaufgeregt wie sich damals „Unravel“ spielte. Auf der Spielemesse E3 im Jahr 2018, kündigte Publisher EA abermals unter dem Banner „EA Originals„, das Spiel unter der Phrase „AVAILABLE NOW“ an. Hier geht’s zum Trailer. Heutzutage nennt man das in der Szene dann wohl „Shadow Drop“.

Soweit so fein! Nun haben Fortsetzungen natürlich eines gemeinsam. Sie müssen sich immer am Vorgänger messen lassen. Wie schlägt sich also „Unravel Two“?!


Eine schöne Überraschung: „Unravel Two“ wurde am 9. Juni 2018 auf der E3 enthüllt und war sofort verfügbar

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©EA Originals | Quelle: https://winfuture.de/videos/Spiele/Unravel-Two-Fortsetzung-mit-Mehrspieler-Modus-ab-sofort-erhaeltlich-19230.html

Erneuerungen

Alles auf Koop

Dieses mal steht alles im Zeichen von Kooperation. Der neue Koop-Modus ist das Kernelement und Herzstück von „Unravel Two“. Zwar kann man das Spiel immer noch alleine spielen und zwischen den beiden Yarnys hin und her wechseln, prädestiniert ist es jedoch (wie der Name schon andeutet) für zwei Spieler. Fest steht jedenfalls, es hat sich eine blaue Spielfigur namens „Tangle“ (dt. Gewirr) zum roten Yarny hinzugesellt. Der Einfachheit halber sprechen wir im folgenden jedoch von Yarnys.

Diese neue Ausrichtung hat zur Folge, dass wir hinter uns keinen roten Faden mehr durch die malerisch-holzig-kühle Spielewelt herziehen, um Erinnerungen einzusammeln und wieder zurückzubringen. Vielmehr sind nun die zwei Yarnys untrennbar miteinander verbunden und hängen buchstäblich voneinander ab. Im Grunde eine ebenso gute Metapher! Doch nur auf den ersten Blick. Dazu später mehr.

Übrigens könnt Ihr „Unravel Two“ solo oder lokal im Couch-Koop zocken. Ein Online-Koop ist nicht vorhanden.


 

Aus eins mach zwei. Der blaue Tangle, dessen Kopfform an einen Sichelmond erinnert, ist nun mit von der Partie

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©EA Originals | Quelle: https://halfwayriight.tumblr.com/post/174729995379/alothcorsifer-unravel-2

Neue Mechaniken

Abgesehen davon gibt es einige weitere Erneuerungen in Sachen Gameplay. Sofort fällt auf, dass die Bewegungen etwas schneller ablaufen als im Vorgänger. Die Yarnys steuern sich also gefühlt etwas flinker und mit weniger Verzögerung.

Der Radius der super spaßigen Schwungmechanik, welche den Erstling maßgeblich mit ausgemacht hat, wurde ebenso erweitert. Außerdem hat Yarny das schwimmen gelernt und seine Sprungkraft trainiert. Hinzu gekommen sind außerdem – ganz Jump ’n‘ Run typisch – klassische Wandsprünge. Zusätzlich können wir das Aussehen unseres Garnknäuls anpassen und beide Yarnys ineinander verknoten, sodass aus zweien einer entsteht und so Hindernisse möglicherweise leichter überquert werden können.

Das Spielprinzip bleibt sich in seinen Grundzügen jedoch treu. Unsere kleinen Retter müssen physikbasierte Puzzle-Rätsel meistern um … nun ja, was denn eigentlich?


Einige neue Mechaniken bringen frischen Wind in „Unravel Two“

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©EA Originals | Quelle: https://dungen.ru/reviews/5234/obzor-unravel-two-vjazanyj-pazl-platformer/

Das Schicksal von Fortsetzungen

Funke statt Faden

Das prägende Story-Element von „Unravel“ waren die noblen Absichten von Klein-Yarny. Der wollige Held lies nichts unversucht, die Erinnerungen aus der Spielwelt einzusammeln und zurück ins Fotoalbum einer betagten Dame zu bringen. Yarny stand für die Bindungen der Menschen untereinander, wie Creative Director Martin Sahlin verriert.[1]

Im zweiten Teil hingegen, verbinden sich zwei scheinbar verloren gegangene Yarnys miteinander – und ein Funke entsteht. Dieser Funke leitet die Spieler durch die Welt von „Unravel Two“. In jedem Abschnitt zeigt eine funkelnde, kreisförmige Energie, den Weg. Nebenbei sehen wir in die Spielwelt eingebettete Szenen von Kindern, die versuchen Erwachsenen zu entkommen. Wie Sahlin im Interview mit EA preisgibt, sei seine Inspiration diesmal Kindheitsabenteuer gewesen.


Als mir die Idee [für Unravel Two] kam, war ich viel unterwegs, um den ersten Teil zu promoten. Dabei traf ich viele neue Leute und gewann viele neue Freunde, also wollte ich ein Spiel über neue Verbindungen machen, anstatt weiterhin alte zu flicken.“ (…) „Wir wollten etwas Neues schaffen, etwas mit Blick nach vorne. Zwei Kinder gegen die Welt, die in Schwierigkeiten geraten, letztendlich aber doch ans Ziel kommen.Martin Sahlin
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©EA Originals | Quelle: https://variety.com/2018/gaming/news/unravel-2-out-now-1202838610/

Schließlich ließ er jedoch außerdem durchblicken:

Ich finde es wichtig, dass die Leute ihre eigenen Interpretationen [zur Geschichte von Unravel Two] haben können. Wenn ich den Leuten meine Version der Geschichte erzähle, sehen sie die möglicherweise als die einzig wahre. Das stimmt jedoch nicht – man kann die Geschichte auf viele Arten interpretieren.Martin Sahlin
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©EA Originals | Quelle: https://www.shacknews.com/article/105735/unravel-2-review-two-threads-are-better-than-one

Hinkende Übertragung

Die Metapher mit den verbundenen Garnknäulchen, welche für „neue Verbindungen“ steht, wirkt wie in unserem Abschnitt „Alles auf Koop“ bereits angedeutet, zuerst stimmig. Sie erwies sich für uns im Verlauf jedoch etwas weniger träumerisch und interpretierfreudig, als die Grundprämisse aus dem ersten Teil.

Auf das spielerische übertragen, stellt sie sich ebenfalls als etwas hinkend heraus. Da der Funken den Weg teilweise verräterisch vorkaut, nimmt dieser so etwas Schwierigkeit aus dem Spiel und spoilert ungeniert Lösungsansätze.


In „Unravel Two“ fühlten wir uns zu oft getrieben vom Funken. Selbst erkunden wurde so unbefriedigender.

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©EA Originals | Quelle: https://gamerism.tumblr.com/post/740051999960268800/unravel

Außerdem müssen beim Zugriff auf den sogenannten „Hub“ des Spiels (auch auf der PS4 Pro) lange Ladezeiten einkalkuliert werden, welche etwas aus dem Fluss herausreißen. Dies funktionierte für uns weit weniger gut als im Erstling. Die zerbröckelten Inhalte aus dem Fotoalbum der alten Dame, welche erneuert werden mussten, gingen uns im ersten Teil einfach näher, als die nun Pantomime spielenden Kinder.

Auch das Design der Spielwelt wirkt ein Quäntchen weniger Idyllisch. Viele lärmende Maschinen und etwas weniger Natur offenbart sich. Die Kamera ist darüber hinaus häufig etwas zu weit weg positioniert, sodass die kleinen Yarnys trotz knalliger Farbgebung manchmal schwer auszumachen sind und untergehen. Der Vorgänger wirkte hier insgesamt einfach runder, abgestimmter und vor allem visuell und atmosphärisch schöner!


Hier können wir die kleinen Yarnys noch relativ gut erkennen. Das ist nicht immer so.

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©EA Originals | Quelle: https://galasgamingcorner.tumblr.com/post/702277477268160513/unravel-2-scenery

Fazit – Einige Knoten – jedoch ein stabiles Garn

Zweispieler-Modus als Schwäche?!

Versteht uns nicht falsch. „Unravel Two“ ist auch diesmal ein spielenswerter bis ausgezeichneter Puzzle-Plattformer der schwedischen Entwickler von Coldwood Interactive geworden. Und auch wenn „Unravel Two“ kein schlechtes, sondern viel mehr ein spielenswertes bis ausgezeichnetes Spiel ist, bleiben dennoch einige große Stärken des Erstlings auf der Strecke – und damit einige Knoten im Garn.

Der Zweispieler-Modus erwies sich für uns als zu viel Gewirr im Strick-Korb. Er will einfach nicht so recht zur ruhigen Grundatmosphäre des „Cinematic Platformers“ passen! So stört das „aufeinander warten“ den Spielfluss und gemeinsames hüpfen wirkt chaotisch. Das erhöhte Schwung- und Sprungtempo tut sein übriges und fördert so Slapstickeinlagen. Auch getimte Events können von Spieler eins ausgelöst werden, während Spieler zwei hinterher hinkt.

Game Director Martin Sahlin gibt zu:

Das Schwierigste an der Entwicklung des zweiten Teils?] Fast alles! Spiele zu machen, ist nicht einfach. Kameras und Eventauslöser sind enorm schwer zu implementieren, wenn es zwei Spielercharaktere gibt. (…) Es ist schon hart genug, den Baumstamm so zu programmieren, dass er genau dann bricht, wenn der Hauptcharakter darauf landet. Wenn jetzt noch ein zweiter Spieler dazu kommt, wird alles noch komplizierter.Martin Sahlin

Manchmal ist weniger mehr. Zwei Yarnys sind nicht unbedingt besser als einer.

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©EA Originals | Quelle: https://www.polygon.com/2018/6/18/17468958/unravel-2-review-ps4-pc-xbox-one/

Level-Verhältnis

Ein weiterer Wermutstropfen zeigt sich im Verhältnis der Level von „Unravel Two“. So bietet das Spiel nur sieben Storylevel und zusätzlich ganze zwanzig Herausforderungslevel, in denen aufgeteilt in drei Schwierigkeitsgrade, Puzzle gelöst werden müssen. Auch wenn – zugegeben – ein Hauptlevel mehr Spielzeit auf die Uhr bringt als ein Herausforderungslevel, ist die Balance hier nicht wirklich gegeben. Die Hauptstory kommt spürbar zu kurz.

Hätte man – als Lösungsansatz – vielleicht die physikbasierten Puzzle aus den Herausforderungsleveln – mitsamt der dafür eingesetzten Energie – schnappen – und in weitere Story-Hauptlevel integrieren müssen?! – Vielleicht.


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©EA Originals | Quelle: https://galasgamingcorner.tumblr.com/post/702277477268160513/unravel-2-scenery

Was am Ende wirklich gleichwertig bleibt ist nur die Musik von den Komponisten Frida Johansson und Henrik Oja, welche sich bereits für Teil eins verantwortlich zeichneten. Wieso? Deshalb:

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©EA Music | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Schlussendlich stellt sich also heraus: Wir ziehen unseren roten Faden nicht mehr unentwegt durch die „Unravel“-Welt und damit fällt diese wunderbare Metapher weg. Und die ist wichtiger als man denkt, hatte man so doch immer das Gefühl, etwas zurück zu lassen und einen Anker zu haben. Der Anker ist nun der zweite Spieler – und der gibt nicht immer den Halt, den ein Yarny-Garn zum Klettern braucht.


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Wie steht’s um eine Fortsetzung?!

Coldwood Interactive ist Geschichte

Als wäre das nicht schon deprimierend genug, gibt es zum melancholischen Abschluss noch traurigere Nachrichten. Nämlich aus dem Hause Coldwood Interactive. Schenkt man einer plausiblen Einschätzung eines Reddit-Nutzers glauben, hat sich das schwedische Studio mittlerweile aufgelöst.[2]

Laut Martin Sahins LinkedIn-Profil verlies er das Studio im Jahr 2022. Die Website der „Unravel“-Schöpfer sei mittlerweile ebenfalls nicht mehr erreichbar.

Doch wir schließen selbstverständlich nicht ohne Hoffnungsschimmer (oder Funke) ab. Die treibende Kraft hinter der Spielereihe ist mittlerweile firmiert als „Windup Games“ in Erscheinung getreten. Das Studio ist wie seinerzeit Coldwood Interactive in Umeå (Nord-Schweden) ansässig. Und es kommt noch besser: Mit dem 3D-Platformer „Hela“, haben die Macher bereits ein extrem vielversprechendes neues Werk im Köcher, was genauso einen malerischen Eindruck macht, wie einst „Unravel“.

Die Veröffentlichung ist für 2026 geplant.[3] Das Koop-Abenteuer-Spiel soll dann für alle gängigen Plattformen (PS5, Xbox SX, Nintendo Switch 2 und PC) erscheinen. Wir sind gespannt und können es nicht erwarten, das Spiel ausführlich unter die Lupe zu nehmen! Bis bald.


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©EA Originals | Quelle: https://www.resetera.com/threads/yarny-is-so-cute-and-i-am-so-sorry-we-haven%E2%80%99t-been-talking-about-him-more-rttp-unravel-unravel-two.95673/

Impressionen zu „Hela“

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©Windup Games | Quelle: https://store.playstation.com/de-de/concept/10012485

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©Windup Games | ©PlayStation | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ieK078pmPAY

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©Windup Games | Quelle: https://www.helagame.com/

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©Windup Games | Quelle: https://www.tvmovie.de/news/hela-schoenste-spiel-gamescom-2024-release-plattform-142918

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©Windup Games | Quelle: https://steamcommunity.com/app/3161310/allnews/

Trailer zu Windup Games „Hela“

„World Premiere Trailer“
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©Windup Games

„Summer Showcase Trailer“
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©Windup Games | ©PlayStation | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ieK078pmPAY

„Gamescom 2025 Trailer“
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©Windup Games | ©PlayStation | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=bv3w2qLguek

„October Fan Fest Trailer“
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©Windup Games | Knights Peak | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Je7QgEjXayM

Was haltet Ihr vom zweiten Ausflug von Yarny in „Unravel Two“? Ist sein neuer Begleiter namens Tangle Fluch oder Segen? Wünscht Ihr euch eine Fortsetzung des Puzzle-Plattformers? Und was haltet Ihr vom geistigen Nachfolger „Hela“. Teilt eure Gedanken mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das Garn aus dem Träume gemacht sind bestimmt auch!

Trailer zu „Unravel Two“

Der „Official-Reveal-Trailer“ zu „Unravel Two“

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©EA Originals

Assassin’s Creed Valhalla (2020)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Assassin’s Creed Valhalla ist ein Action-Rollenspiel von Ubisoft, das im Jahr 2020 erschienen ist.  Dieses mal schicken uns die Entwickler in die Welt der Wikinger.

Die Handlung spielt zur Zeit der Wikingerinvasion in England im 9. Jahrhundert und ihr schlüpft in die Rolle des Wikingers Eivor.

Ihr begebt euch erneut in die Rolle eines Assassinen. Desto weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr wird über die Assassinengeschichte erzählt und neues enthüllt.

Ob uns Eivor wirklich als Assassine gefallen hat und was wir zur Vikinger-Mythologie und das Leben in einem Wikingerclan erlebt haben, erfahrt ihr diesem Test auf der rote Faden.

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Genre: Action-Adventure

Originaltitel: Assassin’s Creed Valhalla

Produktionsland: Kanada

Entwicklerstudio/Publisher: Ubisoft/Ubisoft Montreal

Musik: Sarah Schachner, Jesper Kyd, Einar Selvik

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 60 Stunden (Story), ca. 120 Stunden (100%)

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, PC (Stand: 29.06.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Vorgänger: Assassin’s Creed Odyssey (2018)

Nachfolger: Assassin’s Creed Mirage (2023)

Ähnliche Titel: Ghost of Tsushima (2020), The Witcher 3 (2015), Sekiro: Shadows die twice (2019

Wertung:   

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Melissa

Verfasst am: 19.03.2025

Lesezeit: ca. 8 Minuten

Die Geschichte des Rabenclans

In „Assassin’s Creed Valhalla“ erlebt ihr die Geschichte vom Assassinen Eivor, einem Wikinger des sogenannten Rabenclans. Der Wikingerkrieger Eivor flieht mit seinem Clan aus Norwegen, um in England ein neues Leben aufzubauen. Das Handlung spielt im späten 9. Jahrhundert, zur Zeit der Wikingerinvasion Britanniens.

Eivor baut in England seine eigene Siedlung namens Hræfnathorp auf. Ihr helft eurem Wikingerclan immer weiter zu wachsen und versucht euch als Assassine gegen den Orden der Ältesten zu stellen. Doch dies wird nicht so einfach und ihr müsst immer wieder aufs neue beweisen, dass ihr euren Clan beschützen könnt. Als Eivor Varinsdottir (ja, das ist sein vollständiger Name der im Spiel so gut wie NIE erwähnt wird) deckt ihr immer mehr Geheimnisse des Ordens auf.

Parallel zu Eivor spielt die Geschichte in der Gegenwart mit Layla Hassan, die mit Hilfe des Animus Eivors Erinnerungen durchlebt, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Layla Hassan hat ihren ersten Auftritt in „Assassin’s Creed Origins (2017)“In Origins wird sie als ehemalige Abstergo-Mitarbeiterin eingeführt, die auf einer archäologischen Ausgrabung in Ägypten nach Isu-Artefakten sucht.

Im Verlauf werden zusätzliche Erzählstränge eröffnet, die auf weitere Geschichten der Videospielreihe hindeuten sollen.


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©Ubisoft

Die Reise in die Wikingerwelt beginnt

Wie bereits in „Assassin’s Creed Odyssey“ aus dem Jahr 2017, habt ihr die Möglichkeit zu Beginn zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter zu wählen. Diese Entscheidung hat jedoch, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, keinen Einfluss auf die Handlung, was für einige Spieler enttäuschend sein könnte. Das ist jedoch nebensächlich, denn Valhalla zieht euch in eine eindrucksvolle und immersive Spielerfahrung, die das Wikingerleben lebendig werden lässt.

Ein herausragendes Merkmal von Valhalla ist die Möglichkeit, eine eigene Siedlung zu errichten und strategische Bündnisse mit anderen Yarls oder Königen einzugehen. Ihr könnt eure Bündnisse stärken oder sie eher als Feind sehen. Die Handlung dieser Bündniss-Missionen sind alle unterschiedlich und bringen so viel abwechslung mit rein. Jeder Handlungsstrang und jede neue Stadt die ihr entdeckt lässt euren Entdeckerdrang wachsen.

Die Raubzüge bei denen ihr Klöster und Dörfer überfallt, um Ressourcen für euren Clan zu sammeln, sind nicht nur spannend, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Wikingerlebens der gut umgesetzt wurde. Es macht einfach Spaß die Welt zu erkunden und Kloster zu plündern. Eure Beute könnt ihr dann für die Entwicklung von Hræfnathorp benutzen. Das ist auch zwingend notwendig, um in der Hauptgeschichte weiter voran zu schreiten.

Das Verhalten der Wikinger war vielschichtig und umfasste sowohl kriegerische als auch friedliche Aspekte. Sie waren aber nicht nur für ihre Raubzüge und Eroberungen bekannt. Vielmehr müsst ihr als Wikinger auch mit Ware handeln. Ihr müsst gut im Handwerk sein, was ihr durch die Weiterentwicklung eurer Siedlung erreichen könnt. Dadurch erhaltet ihr im Verlauf des Spiels immer bessere Ausrüstung. Zum Schluss kommen wir zur Landwirtschaft. Ihr müsst Gebäude ausbauen und Landwirtschaft betreiben. Auch das  zu Gunsten eures Clans.

Wenn ihr genug von dem Landleben habt macht ihr euch einfach auf den Weg auf euer Schiff. Ja ihr habt ein eigenes Schiff zum erkunden der Welt. Auf hoher See macht das eforschen gleich viel mehr Spaß. Das erinnert an Zeiten wie „Assassin’s Creed Black Flag (2013)“. Auch bei den Vorgängern Odyssey und Origins hattet ihr die Möglichkeit auf einem Schiff durch die Meere zu segeln. Ganz neu ist es somit nicht. Es gibt einfach so viele Dinge die ihr in der Welt von Valhalla machen könnt.  

Ihr fühlt euch dabei schon als echter Wikinger. Aber keine Sorge! Eivor gibt euch trotzdem das Gefühl auch ein waschechterAssassine zu sein. 


Hier könnt ihr den Aufbau eines Gebäudes für eure Siedlung sehen. Ihr benötigt Ressourcen um es weiter auszubauen.
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©PlayStation Blog

Altbekanntes Kampfsystem ala Origins und Odyssey

Das Kampfsystem ist besonders gut gelungen und bietet sogar eine Vielzahl von Möglichkeiten um Eivor zu individualisieren. Das heißt Ausrüstung und Fertigkeitspunkte sind frei auswählbar. Kommen wir zu den sogenannten Fertigkeitspunkten. Valhalla bietet ein sehr umfangreiches Fertigkeitenbrett, das leicht an das Sphärobrett von dem Rollenspiel „Final Fantasy X“ erinnert. Es ist riesig und ihr könnt enorm viele Punkte leveln und euren Charakter dadurch weiter entwickeln. Das Fertigkeitenbrett wirkt anfangs ziemlich überwältigend, doch keine Sorge, nach etwas Eingewöhnung habt ihr den Dreh raus. Valhalla ermöglicht den Spielern, ihren Charakter bis über Level 200 hinaus zu entwickeln. Das sorgt für eine langanhaltende Motivation, da es immer neue Fähigkeiten zu entdecken gibt.

Viel neues gibt es zum Kampfystem nicht zu sagen. Die Überschrift dieses Kapitels hat es bereits verraten – ja wir Kämpfen mit Eivor wie in Origins oder Odyssey. Das ist jedoch kein Nachteil, eher profitieren wir als Spieler davon, erneut ein wunderbares, bekanntes Kampfsystem zu haben.

Wie bereits oben erwähnt ist auch die Wahl eurer Ausrüstung frei wählbar. Ob ihr euch für ein einhändiges Schwert oder eine Axt, oder eher für ein Schwert und Schild entscheidet, ist euch als Spieler überlassen. Jede Waffe hat seinen eigenen Charme wenn ihr auf eure Gegner trifft. Natürlich hat auch Eivor das bereits seit Teil eins der Videospielreihe eingeführte Assassinen-Dolch bei sich.

Sich an den Gegner heranzuschleichen und ihn wie ein echter Assassine zu elimieren, macht auch mit einem Wikinger Spaß. Wenn euch diese Form jedoch zu langweilig ist, könnt ihr einfach mit Eivors starkem Wikingerblut eure Feinde zur Strecke bringen.


Auch die finalen Abschlussangriffe sind auch in Valhalla vorhanden. Das macht Laune!
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©Gideons Gaming

Hallo Jesper Kyd/ Synchronsprecher

Ja genau, der Soundtrack wurde erneut u.a. erneut von Jesper Kyd, bekannt aus älteren Assassin’s Creed Videospielen wie z.B. „Assassins Creed 2 (2019)“ komponiert. Jesper wird unterstützt von Sarah Schachner (Assassins Creed Unity, Assassins Creed Black Flag) und Einar Selvik.

Die Synchronspecher hätten für die Protagonisten nicht besser gewählten werden können. Wir haben mit dem männlichen Eivor die Geschichte erlebt und dieser wurde von Bernd Egger vertont. Bernd übernimmt seit dem Jahr 2019 die neue Stimme des Terminator. Auf der Comic Con durften wir uns mit Bernd Egger etwas unterhalten und erhielten eine kleine Grußbotschaft:


Hier zu sehen: Jesper Kyd in seinem Studio

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Was erwartet euch sonst noch in Valhalla?

Neben der Hauptgeschichte gibt es zahlreiche Nebenmissionen die euch als Spieler u.a. in die mythologische Welt von Odin und Freya entführen. Die zusätzlichen Geschichten bringen Belohnungen und neue Herausforderungen. Die Nebenaufträge können von verschiedenen NPCs in der Welt angenommen werden und umfassen oft Aufgaben wie das Sammeln von Gegenständen, das Lösen von Rätseln, das Besiegen bestimmter Feinde oder das Unterstützen von Dorfbewohnern.

Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, selbst Odin zu spielen und spezielle Missionen in Nilfheim zu absolvieren. Doch dieses Spielsystem ist komplett anders! In Souls-Like-Manier kämpft ihr euch durch einzelne Abschnitte in Nilfheim. Wenn ihr einen sogenannten „Run“ nicht schafft und stirbt, dann startet ihr wieder in Odins Lager und müsst alles bereits bestrittene erneut durchleben. Ihr bekommt spezielle Punkte nach den Runs die ihr auf euren Charakter verteilen könnt, um ihn stärker zu machen. Dieses Spielsystem könnte den ein oder anderen zur Weißglut bringen.

Doch seid Gewiss, ihr werdet nach euren Siegen sehr gut belohnt. Ein harter Kampf lohnt sich am Ende doch noch. Generell ist die Wikinger-Mythologie ziemlich spannend und es macht Spaß in der Welt von Asgaard Missionen zu erfüllen.

Die kostenpflichtigen DLC’s, die unter anderem nach Paris führen, sind ebenfalls einen Blick wert und erweitern das ohnehin schon umfangreiche Gameplay aus. Wir waren bei jedem DLC begeistert und haben uns Stunden in diesen Erweiterungen verloren.


In Nilfheim schlüpft ihr in die Rolle von Odin und müsst euch gegen starke Bosse durchkämpfen.

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©Screen Rant

Fazit – Sei Teil des Rabenclans

Insgesamt ist „Assassin’s Creed Valhalla“ ein grandioses Videospiel, das die Stärken seiner Vorgänger Odyssey und Origins aufgreift und sogar weiterentwickelt. Das abwechslungsreiche Gameplay erinnert an große Titel wie „The Witcher 3 (2015)“ oder sogar „Red Dead Redemption (hier Teil 2) “ und sorgt für ein fesselndes Spielerlebnis.

Valhalla macht vieles anders. Vieles ist vielleicht in der Gamingwelt nicht neu. Wir fanden genau das aber ziemlich gut. Lieber etwas altbekanntes leicht verbessern und sich nur wenig neues trauen, als etwas schlechtes neu zu entwickeln und so die Gemüter der Spielegemeinschaft zu erhitzen.

Der einzige Kritikpunkt, der zu einer Bewertung von 9/10 führt, sind die weiterhin vorhandenen Bugs, die trotz zahlreicher Updates sogar im Jahr 2025 nicht vollständig behoben wurden. Diese sind jedoch nicht allzu häufig und beeinträchtigen den Spielspaß nur geringfügig.

Wenn ihr die vorherigen Teile mochtet , wird Valhalla euch mit Sicherheit begeistern! Möge Odin euch einen großen Spielspaß bringen!


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©Ubisoft

„Von allen Schlachten, die ein Mann schlagen kann, ist der Krieg gegen sich selbst am schwersten zu gewinnen.“ – Eivor


Was haltet Ihr von dem Wikinger-Assassinen? Teilt eure Gedanken zu „Assassin’s Creed Valhalla“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Eivor vom Rabenclan auch.


Trailer

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©Ubisoft