
Lesemusik:
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derofa Durchschnittswertung - 6/106/10
Ganz gut
Mit „Resident Evil 6“ erschien im Jahre 2012 ein weiterer Teil des überaus beliebten Horror-Franchises.
Mit einem stark actionlastigen Third-Person-Shooter-Gameplay führten die Entwickler von Capcom weiter, was sie im Jahr 2005 mit „Resident Evil 4“ begannen und 2009 mit „Resident Evil 5“ auf die Spitze trieben.
Bevor sich das Studio mit „Resident Evil 7: Biohazard“ im Jahr 2017 wieder auf seine Ursprünge im Survival-Horror-Genre besann, gipfelte das bewegte Effekt-Feuerwerk als das Ende einer kontroversen Ära in „Resident Evil 6“.
Was das letzte „Action-Resi“ zu bieten hat und was nicht, verraten wir in unserem Test.
Genre: Third-Person-Shooter, Action-Adventure, Survival Horror
Originaltitel: Baiohazādo 6 (Transkription)
Produktionsland: Japan
Entwicklerstudio | Publisher: Capcom
Game Director: Eiichiro Sasaki
Musik: Akihiko Narita
Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (u. a. lokaler Koop-Modus mit geteiltem Bildschirm)
Spielzeit: ca. 23 Stunden (Story), ca. 50 Stunden (100%)
Sprache: Volle deutsche Lokalisation
Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 26.12.2022)
Altersfreigabe: USK 18
Erstveröffentlichung DE: 2. Oktober 2012 (Original für PlayStation 3 und Xbox 360) | 29. März 2016 (Remastered für PlayStation 4 und Xbox One)
Universum: Resident Evil
Vorgänger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)
Nachfolger: Resident Evil 7: Biohazard (2017)
Wertung: 
Autor: Jannik
Verfasst am: 26. Dezember 2022
Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Resident Evil 6“ ist das letzte „Action-Resi“
In den Anfangsjahren seit 1996 zeichnete sich die „Resident Evil“-Reihe vor allem durch atmosphärischen und gruseligen Survival Horror aus.
Das änderte sich spätestens mit Leon S. Kennedy’s Ausflug nach Spanien in „Resident Evil 4“, als Capcom bereits begann, seinen Fokus gezielt auf das Gunplay zu legen und den Spielern deutlich mehr Gegner und Munition zur Verfügung stellte.
Die Neuausrichtung der Horror-Reihe erfuhr ihren Höhepunkt schließlich im vollständig auf Third-Person-Shooter-Koop-Action ausgelegten „Resident Evil 5“. Zugegebenermaßen, wenn auch umstritten, ein ausgezeichnetes Spiel, welches im Genre seine Qualitäten hatte. Mehr dazu im verlinkten Test.
Trotzdem verprellte Capcom schon damals viele Fans und sollte es im Folgenden nicht besser machen. Das japanische Entwicklerstudio legte trotzig noch eine Schippe drauf und inszenierte den direkten Nachfolger „Resident Evil 6“ als unaufhörliches Action-Feuerwerk. Auch der sechste Serienteil führte also die Formel fort und wurde daraufhin kontrovers diskutiert.
Laut Angaben von Capcom im März 2012 sei der Markt für Survival Horror zu klein. Deshalb wurde „Resident Evil 6“ auf das Action-Genre ausgerichtet.[1] Für viele Kritiker der Neuausrichtung grenzt so eine Aussage sicher an Blasphemie!

Was Capcom mit den alteingesessenen Fans machte.

Voller Fokus auf Action! In „Resi 6“ bleibt nichts heile.
Handlung
Vier Szenarien – eine Geschichte
Die Geschichte in „Resident Evil 6“ ist weit verzweigt und komplex.
Wir treffen auf eine Handvoll alte Bekannte aus vergangenen „Resi“-Teilen.
Ein wesentliches Merkmal von Teil 6 sind dabei die vier unterschiedlichen Handlungsstränge. Diese unterscheiden sich in ihrem Schwerpunkt bzw. Konzept leicht, führen aber handlungstechnisch ineinander und ergänzen sich gegenseitig.
Während sich etwa Leon S. Kennedys Spieldurchlauf stärker durch Horror-Elemente auszeichnet, liegt der Schwerpunkt in Chris Redfields Geschichte auf Action. Söldner Jake Mullers Kampagne wiederum ist neu und spielerisch etwas untypischer für die Reihe. Im letzten Szenario, welches Ada Wong begleitet, wird verstärkt gerätselt.
Doch worum geht es überhaupt?
Über fünfzehn Jahre nach der Zerstörung von Raccoon City
Leon S. Kennedy befindet sich am 29. Juni 2013 in Tall Oaks und findet den Präsidenten als infizierten Zombie vor.[2]
Die Stadt befindet sich aufgrund des C-Virus im Ausnahmezustand. Leon trifft auf die Agentin Helena Harper, die ebenfalls dem Secret Service unterstellt ist.
Gemeinsam versuchen sie, die Geschehnisse aufzuklären. Dabei stoßen sie schon bald auf den nationalen Sicherheitsberater und Antagonisten des Spiels, Derek Simmons. Sie müssen sich zahlreichen mutierten Gestalten stellen.
Im Verlaufe der Geschichte reisen die beiden nach China. Auch andere Handlungsorte wie das fiktive osteuropäische Edonia (angelehnt an Estland) kommen im Spiel vor und werden von einem Teil der Figuren bereist.[3]
Sowohl Ada Wong als auch Chris Redfield und Piers Nivans sowie Jake Muller und Sherry Birkin kreuzen immer wieder die Wege von Leon und Helena. Wer feindlich gesinnt ist oder die gleichen Interessen verfolgt, wird zunehmend schwerer zu durchblicken.
Ob sich aus den Protagonisten eine Allianz bilden kann die mit vereinten Kräften kooperiert?

Die spielbaren Figuren in „Resident Evil 6“
Gameplay und Inszenierung
In Sachen Gameplay blieben die Entwickler der alten Formel treu. Wenig bis keine Veränderungen sind im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. Das Third-Person-Shooter-Gameplay ist solide Kost.
Als Leon, Chris und Co. ballert ihr euch durch die Spielwelt, nutzt eure Items gezielt, bewegt euch innerhalb der Story durch Fahrzeuge, werdet rumgeschleudert und stellt euch Kreaturen. All das in einem aufgestylten, wild filmisch inszenierten Cut-Scene-Feuerwerk inklusive Quick-Time-Events.
Die Zwischensequenzen sind inszenatorisch auf sehr hohem Niveau. Dennoch liefern sie nur belanglose Action, die nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine krasse Optik reicht eben nicht. Es fehlt Substanz.

Inszenatorisch stark, erzählerisch schwach.

Quick-Time-Events sind bei diesem Schwerpunkt natürlich Pflicht.

Abräumen, wegballern!
Schwerpunkte ja, Unterschiede kaum
Im Übrigen erweist sich die Entscheidung von Capcom, das Spiel in unterschiedliche Szenarien einzuteilen, gleich aus mehreren Blickwinkeln als problematisch und/oder unbefriedigend.
Was zuerst wie eine sinnvolle Idee klingt, um der Geschichte mehr Tiefe zu geben und zusätzlich spielerisch Akzente zu setzen, führt viel mehr zu einem inkonsistenten Brei.
Die Einteilung in verschiedene Szenarien tut dem Handlungsaufbau des Spiels nicht gut, weil alle Schauplätze und Szenen ineinander gewürfelt wirken. Man verliert die Orientierung. Die Geschichte wirkt so nicht stabil und beständig.
Spielerisch verpasst „Resi 6“ ebenfalls, die unterschiedlichen Ansätze richtig für sich zu nutzen. Die Durchläufe fühlen sich trotz der Unterschiede sehr ähnlich an, weil eben alles konsequent auf Action getrimmt ist.

Wie viele Explosionen und wie viel Sachschaden zählt man wohl insgesamt in „Resident Evil 6“?

Klassisches Third-Person-Shooter-Gameplay mit Chris Redfield.

Action, die müde macht.
„Resi 6“ bleibt spielbar
Bei all der Kritik müssen wir dem Spiel lassen, dass es sich insgesamt gut spielt und für einige spannende Momente sorgen kann.
Gewisse Schauplätze sind reizvoll und auch gewisse Story-Elemente sind interessant.
Das Gameplay läuft nicht ganz so flüssig wie im Vorgänger, funktioniert insgesamt jedoch ganz gut.
Es bleibt eben alles auf einem sehr durchschnittlichen Niveau.

Die Abschnitte, in denen Ihr Jake Muller steuert, gehören zu den besseren im Spiel.
Fazit – Stumpfes Action-„Resi“ und Tiefpunkt
Wer „Resident Evil 5“ aufgrund seines Action-Fokus nicht mochte, wird „Resident Evil 6“ hassen!
Wo der Vorgänger die Horror-Fans verprellte, sich jedoch mit einem spielerisch gut ausbalancierten Koop-Action-Gameplay positiv im Genre als packender Third-Person-Shooter hervortat, fehlt „Resi 6“ insgesamt der richtige Plan.
Die verschiedenen Szenarien sorgen für Verwirrung und schaden, so aufgeteilt wie sie sind, der Immersion. Die Inszenierung als krasses Action-Feuerwerk ist zwar hochwertig, wirkt jedoch trotzdem stumpf und lässt unbefriedigt zurück.
Spielerisch bietet das Spiel kaum etwas Hervorragendes. Es funktioniert zwar „ganz gut“ und hat auch spaßige Momente, will sich aber nie so recht aus den Fesseln, des vom Studio aufgesetzten Konzepts, befreien.
„Resident Evil 6“ war trotz hoher Produktionsqualität der Tiefpunkt der Reihe und das Schema spätestens seit diesem Ableger über seinem Zenit. Umso schöner, dass Capcom dies trotz des kommerziellen Erfolges wohl ebenso sah.[4] Mit „Resident Evil 7: Biohazard“ änderte sich der Kurs der Marke im Jahr 2017 gen Heimat und kehrte zu den Wurzeln des Survival-Horror-Genres zurück.

Was Capcom mit den Fans von klassischem und atmosphärischem Survival Horror machte, bevor sie zurück zu den Wurzeln gingen.
Trailer
Der offizielle deutsche E3-Trailer zu „Resident Evil 6“
Der „Resident Evil 4, 5, 6 – PS4 Announce Trailer“ zu den Remastered-Versionen aus 2016






























































