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Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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    derofa Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Ganz gut

Mit „Resident Evil 6“ erschien im Jahre 2012 ein weiterer Teil des überaus beliebten Horror-Franchises.

Mit einem stark actionlastigen Third-Person-Shooter-Gameplay führten die Entwickler von Capcom weiter, was sie im Jahr 2005 mit „Resident Evil 4“ begannen und 2009 mit „Resident Evil 5“ auf die Spitze trieben.

Bevor sich das Studio mit „Resident Evil 7: Biohazard“ im Jahr 2017 wieder auf seine Ursprünge im Survival-Horror-Genre besann, gipfelte das bewegte Effekt-Feuerwerk als das Ende einer kontroversen Ära in „Resident Evil 6“.

Was das letzte „Action-Resi“ zu bieten hat und was nicht, verraten wir in unserem Test.

Genre: Third-Person-Shooter, Action-Adventure, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 6 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Eiichiro Sasaki

Musik: Akihiko Narita

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (u. a. lokaler Koop-Modus mit geteiltem Bildschirm)

Spielzeit: ca. 23 Stunden (Story), ca. 50 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisation

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 26.12.2022)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 2. Oktober 2012 (Original für PlayStation 3 und Xbox 360) | 29. März 2016 (Remastered für PlayStation 4 und Xbox One)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Nachfolger: Resident Evil 7: Biohazard (2017)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_6 | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_6 |Spielzeit: Story – Eigener Durchlauf, 100% – https://howlongtobeat.com/game/7725

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 26. Dezember 2022

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Resident Evil 6“ ist das letzte „Action-Resi“

In den Anfangsjahren seit 1996 zeichnete sich die „Resident Evil“-Reihe vor allem durch atmosphärischen und gruseligen Survival Horror aus.

Das änderte sich spätestens mit Leon S. Kennedy’s Ausflug nach Spanien in „Resident Evil 4“, als Capcom bereits begann, seinen Fokus gezielt auf das Gunplay zu legen und den Spielern deutlich mehr Gegner und Munition zur Verfügung stellte.

Die Neuausrichtung der Horror-Reihe erfuhr ihren Höhepunkt schließlich im vollständig auf Third-Person-Shooter-Koop-Action ausgelegten „Resident Evil 5“. Zugegebenermaßen, wenn auch umstritten, ein ausgezeichnetes Spiel, welches im Genre seine Qualitäten hatte. Mehr dazu im verlinkten Test.

Trotzdem verprellte Capcom schon damals viele Fans und sollte es im Folgenden nicht besser machen. Das japanische Entwicklerstudio legte trotzig noch eine Schippe drauf und inszenierte den direkten Nachfolger „Resident Evil 6“ als unaufhörliches Action-Feuerwerk. Auch der sechste Serienteil führte also die Formel fort und wurde daraufhin kontrovers diskutiert.

Laut Angaben von Capcom im März 2012 sei der Markt für Survival Horror zu klein. Deshalb wurde „Resident Evil 6“ auf das Action-Genre ausgerichtet.[1] Für viele Kritiker der Neuausrichtung grenzt so eine Aussage sicher an Blasphemie!


Was Capcom mit den alteingesessenen Fans machte.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Voller Fokus auf Action! In „Resi 6“ bleibt nichts heile.

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Handlung

Vier Szenarien – eine Geschichte

Die Geschichte in „Resident Evil 6“ ist weit verzweigt und komplex.

Wir treffen auf eine Handvoll alte Bekannte aus vergangenen „Resi“-Teilen.

Ein wesentliches Merkmal von Teil 6 sind dabei die vier unterschiedlichen Handlungsstränge. Diese unterscheiden sich in ihrem Schwerpunkt bzw. Konzept leicht, führen aber handlungstechnisch ineinander und ergänzen sich gegenseitig.

Während sich etwa Leon S. Kennedys Spieldurchlauf stärker durch Horror-Elemente auszeichnet, liegt der Schwerpunkt in Chris Redfields Geschichte auf Action. Söldner Jake Mullers Kampagne wiederum ist neu und spielerisch etwas untypischer für die Reihe. Im letzten Szenario, welches Ada Wong begleitet, wird verstärkt gerätselt.

Doch worum geht es überhaupt?

Über fünfzehn Jahre nach der Zerstörung von Raccoon City

Leon S. Kennedy befindet sich am 29. Juni 2013 in Tall Oaks und findet den Präsidenten als infizierten Zombie vor.[2]

Die Stadt befindet sich aufgrund des C-Virus im Ausnahmezustand. Leon trifft auf die Agentin Helena Harper, die ebenfalls dem Secret Service unterstellt ist.

Gemeinsam versuchen sie, die Geschehnisse aufzuklären. Dabei stoßen sie schon bald auf den nationalen Sicherheitsberater und Antagonisten des Spiels, Derek Simmons. Sie müssen sich zahlreichen mutierten Gestalten stellen.

Im Verlaufe der Geschichte reisen die beiden nach China. Auch andere Handlungsorte wie das fiktive osteuropäische Edonia (angelehnt an Estland) kommen im Spiel vor und werden von einem Teil der Figuren bereist.[3]

Sowohl Ada Wong als auch Chris Redfield und Piers Nivans sowie Jake Muller und Sherry Birkin kreuzen immer wieder die Wege von Leon und Helena. Wer feindlich gesinnt ist oder die gleichen Interessen verfolgt, wird zunehmend schwerer zu durchblicken.

Ob sich aus den Protagonisten eine Allianz bilden kann die mit vereinten Kräften kooperiert?


Die spielbaren Figuren in „Resident Evil 6“

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©Capcom | Quelle: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.upmc.be/Resident-Evil-6-Everything-You-Should-Know/628116&ved=2ahUKEwjPnP-e1uiSAxXi1AIHHZRWKYEQ3YkBegQIBBAb&opi=89978449&usg=AOvVaw2VnyzYsiSpT03_teelQMdT

Gameplay und Inszenierung

In Sachen Gameplay blieben die Entwickler der alten Formel treu. Wenig bis keine Veränderungen sind im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. Das Third-Person-Shooter-Gameplay ist solide Kost.

Als Leon, Chris und Co. ballert ihr euch durch die Spielwelt, nutzt eure Items gezielt, bewegt euch innerhalb der Story durch Fahrzeuge, werdet rumgeschleudert und stellt euch Kreaturen. All das in einem aufgestylten, wild filmisch inszenierten Cut-Scene-Feuerwerk inklusive Quick-Time-Events.

Die Zwischensequenzen sind inszenatorisch auf sehr hohem Niveau. Dennoch liefern sie nur belanglose Action, die nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine krasse Optik reicht eben nicht. Es fehlt Substanz.


Inszenatorisch stark, erzählerisch schwach.

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Quick-Time-Events sind bei diesem Schwerpunkt natürlich Pflicht.

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Abräumen, wegballern!

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Schwerpunkte ja, Unterschiede kaum

Im Übrigen erweist sich die Entscheidung von Capcom, das Spiel in unterschiedliche Szenarien einzuteilen, gleich aus mehreren Blickwinkeln als problematisch und/oder unbefriedigend.

Was zuerst wie eine sinnvolle Idee klingt, um der Geschichte mehr Tiefe zu geben und zusätzlich spielerisch Akzente zu setzen, führt viel mehr zu einem inkonsistenten Brei.

Die Einteilung in verschiedene Szenarien tut dem Handlungsaufbau des Spiels nicht gut, weil alle Schauplätze und Szenen ineinander gewürfelt wirken. Man verliert die Orientierung. Die Geschichte wirkt so nicht stabil und beständig.

Spielerisch verpasst „Resi 6“ ebenfalls, die unterschiedlichen Ansätze richtig für sich zu nutzen. Die Durchläufe fühlen sich trotz der Unterschiede sehr ähnlich an, weil eben alles konsequent auf Action getrimmt ist.


Wie viele Explosionen und wie viel Sachschaden zählt man wohl insgesamt in „Resident Evil 6“?

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Klassisches Third-Person-Shooter-Gameplay mit Chris Redfield.

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©Capcom

Action, die müde macht.

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„Resi 6“ bleibt spielbar

Bei all der Kritik müssen wir dem Spiel lassen, dass es sich insgesamt gut spielt und für einige spannende Momente sorgen kann.

Gewisse Schauplätze sind reizvoll und auch gewisse Story-Elemente sind interessant.

Das Gameplay läuft nicht ganz so flüssig wie im Vorgänger, funktioniert insgesamt jedoch ganz gut.

Es bleibt eben alles auf einem sehr durchschnittlichen Niveau.

Die Abschnitte, in denen Ihr Jake Muller steuert, gehören zu den besseren im Spiel.

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©Capcom | Quelle: https://store.playstation.com/de-de/concept/232116

Fazit – Stumpfes Action-„Resi“ und Tiefpunkt

Wer „Resident Evil 5“ aufgrund seines Action-Fokus nicht mochte, wird „Resident Evil 6“ hassen!

Wo der Vorgänger die Horror-Fans verprellte, sich jedoch mit einem spielerisch gut ausbalancierten Koop-Action-Gameplay positiv im Genre als packender Third-Person-Shooter hervortat, fehlt „Resi 6“ insgesamt der richtige Plan.

Die verschiedenen Szenarien sorgen für Verwirrung und schaden, so aufgeteilt wie sie sind, der Immersion. Die Inszenierung als krasses Action-Feuerwerk ist zwar hochwertig, wirkt jedoch trotzdem stumpf und lässt unbefriedigt zurück.

Spielerisch bietet das Spiel kaum etwas Hervorragendes. Es funktioniert zwar „ganz gut“ und hat auch spaßige Momente, will sich aber nie so recht aus den Fesseln, des vom Studio aufgesetzten Konzepts, befreien.

„Resident Evil 6“ war trotz hoher Produktionsqualität der Tiefpunkt der Reihe und das Schema spätestens seit diesem Ableger über seinem Zenit. Umso schöner, dass Capcom dies trotz des kommerziellen Erfolges wohl ebenso sah.[4] Mit „Resident Evil 7: Biohazard“ änderte sich der Kurs der Marke im Jahr 2017 gen Heimat und kehrte zu den Wurzeln des Survival-Horror-Genres zurück.


Was Capcom mit den Fans von klassischem und atmosphärischem Survival Horror machte, bevor sie zurück zu den Wurzeln gingen.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/residentevil/comments/r3vms5/some_resident_evil_6_gifs_i_have_made/?tl=de

Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 6“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Capcom bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche E3-Trailer zu „Resident Evil 6“

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©Capcom | Quelle:

Der „Resident Evil 4, 5, 6 – PS4 Announce Trailer“ zu den Remastered-Versionen aus 2016

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©Capcom | ©PlayStation

Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Mit „Resident Evil 5“ erschien im Jahr 2009 der erste Serienteil ohne Schöpfer und Urgestein Shinji Mikami.

Die knallharte Umstrukturierung auf Action stieß vielen Fans sauer auf. Der fünfte Teil gilt deshalb heute als schwarzes Schaf der „Resi“-Familie.

Auch der Schauplatz war ungewöhnlich. Protagonist Chris Redfield verschlug es nicht etwa in ein düsteres Herrenhaus. „Resident Evil 5“ hatte seinen Schauplatz im gleißend hellen Sonnenlicht Afrikas.

Warum der Ableger trotz des schlechten Rufs mit der richtigen Erwartungshaltung eines der besten Koop-Spiele aller Zeiten ist, verraten wir im Test.

Genre: Action-Adventure, Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 5 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Yasuhiro Anpo, Kenichi Ueda

Musik: Kota Suzuki, Wataru Hokoyama

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (Koop-Modus lokal oder online mit zwei Spielern)

Spielzeit: ca. 12 Stunden (Hauptstory), ca. 17 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 35 Stunden (100%)

Sprache: Englische Sprachausgabe, deutsche Texte

Plattformen: Original – PlayStation 3 (03/2009), Xbox 360 (03/2009), PC (09/2009) | Remastered – PlayStation 4 (06/2016), Xbox One (06/2016), Switch (10/2019) (Stand: 19.02.2026)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 13. März 2009 (PS3, Xbox 360)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 4 (Remastered) (2005, 2016)

Nachfolger: Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2 (2019), Resident Evil 3 (2020), Resident Evil 7: Biohazard (2017), Dead Space (2008), The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_5 | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_5 | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/7722

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 24. Dezember 2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Das schwarze Schaf

Wenn man mit Fans über die Resident-Evil-Reihe spricht, gibt es einen weit verbreiteten Tenor. Während sich die Reihe durch ihren packend-düsteren und vor allem gruselig-atmosphärischen Survival-Horror auszeichnete, kam später die Wendung. Die Wendung, die im vierten Teil bereits angedeutet wurde, spätestens aber mit dem fünften Teil vollständig Einzug hielt: Der Fokus auf Action!

Es soll (mit dem sechsten) der schlechteste Teil des Franchises sein. Sozusagen das schwarze Schaf der „Resi“-Familie. Überhaupt nicht gruselig. Böse Zungen würden vielleicht überspitzt behaupten, eine Schande für die Reihe. Zumindest war das unser Eindruck, der über die Jahre einen doch schlechten Ruf des Serienteils zu formen schien.

Objektiver und nüchternen stellte es wohl Shinji Mikami, seines Zeichens Schöpfer der „Resident Evil“-Marke, dar. Mikami verließ Capcom nach dem vierten Serienteil und gründete Platinum Games.[1] „Resident Evil 5“ sei kein Spiel geworden, das er spielen würde. Und mehr noch: „Resi 5“ sei nicht das, was er sich unter dieser Art von Spiel vorstelle. Trotzdem denke er, dass es den Spielern gefallen wird, nur eben nicht jemandem, der die Reihe mitentwickelt hat.[2]

Nach einem außergewöhnlich herausragenden Teil vier, der uns kurz zuvor Angst lehrte, waren unsere Erwartungen aufgrund des schlechten Rufs des Spiels wirklich niedrig. Doch eine Sache haben wir dabei wohl von Anfang an vergessen: Ein richtig gutes Actionspiel kann etwas für sich haben.


Im Jahr 2016 erschienen Remaster zu „Resi“ vier, fünf und sechs.

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©Capcom, ©PlayStation

Handlung – Umbrellas Spiel in Afrika

Chris Redfield und Jill Valentine waren früher Partner. Als sie einst versuchten, den „Umbrella“-Gründer Ozwell E. Spencer in seinem Herrenhaus zu stellen, trennten sich ihre Wege. Der ebenso abscheuliche wie übermenschliche Albert Wesker (Nr. 13), ein Produkt von Spencers Experimenten, verstrickte die beiden Agenten in einen erbitterten Kampf.

Jahre später in Afrika. Chris Redfield ist Teil der sogenannten BSAA, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Waffenhändler Ricardo Irving zu fassen. Höchste Eile ist geboten, denn es geht um bio-organische Waffen zur biologischen Kriegsführung. Auch die Agentin Sheva ist Teil der BSAA und wird zur neuen Partnerin von Chris.

Gemeinsam versuchen sie Irvings Plänen Einhalt zu gebieten, sehen sich jedoch nicht nur mit den Auswirkungen des „Las Plagas“-Virus konfrontiert, sondern auch mit dem afrikanischen Gegenstück zu „Umbrella“ – dem Pharmakonzern „TriCell“. Als darüber hinaus ein ebenso alter wie unliebsamer Bekannter auftaucht, gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle.


Ungewöhnlicher Schauplatz: Auf nach Afrika!

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©Capcom | Quelle: https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?l=german&id=864823595

Knallharte Resi-Action

In „Resident Evil 5“ wird mit der Tür ins Haus gefallen. Bereits in der ersten Mission macht das Spiel klar, dass die actionreiche Inszenierung im Fokus steht.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

In der bereits vom vierten Serienteil eingeführten Third-Person-Perspektive geht es wahlweise im Einzelspieler-Modus oder Koop-Modus (online oder offline Split-Screen) kooperativ mit einem Partner in die Untoten-Schnetzelei.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

Statt Schreibmaschinen zum Speichern gibt es Kontrollpunkte. Luft holen durch das Inventar, welches das Spiel pausiert, war gestern. Ohnehin gibt es endlich eine Waffenschnellwahl, damit alles noch schneller vonstattengehen kann.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

Tatsächlich ist „Resident Evil 5“ das Actionfeuerwerk, für das es immer verteufelt wird. Die Actionlast zieht sich wie ein roter Faden durch das Spielerlebnis. Bedingt durch den hellen Schauplatz in Afrika geht außerdem so gut wie jede Düsterheit verloren.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

Das kann man als „Resi“-Fan der ersten Stunde schlecht finden. Oder man kann es einfach mal genießen und so der Reihe ihren Ausflug vom klassischen Survival-Horror-Genre zur knallharten „Resi-Action“ gönnen.


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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

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©Capcom | Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/resident-evil-5-im-test-grandiose-technik-und-cooler-koop-modus,1958866.html

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Gemeinsam durch die Hölle

Ein wesentlicher Aspekt von „Resident Evil 5“ ist der Koop-Anteil. Deshalb sollte das Spiel unbedingt gemeinsam mit einem Partner gespielt werden!

Ob ganz banale Dinge wie untereinander Munition und Heilmittel auszutauschen, gemeinsam und sparsam den grünen Sprühregen des Medizinsprays zu genießen oder aber taktisch vorzugehen. Die Zusammenarbeit in „Resi 5“ kann unglaublich spaßig sein.

Der Koop-Aspekt des Spiels wird immer wieder hervorgehoben, indem sich das Motto sogar im Levelaufbau widerspiegelt. Um ein Beispiel zu nennen: Als Chris und Sheva müsst Ihr ein ekelerregendes Monster durch gezielte Abstimmung in einen riesigen Brennofen locken, um es von seinem Leid zu erlösen.

Übrigens: Dass im Remaster nur noch „Spieler 1“ die Waffen aufwerten kann, wobei Geld von beiden Spielern in einem Topf landet, empfanden wir entgegen unserer Befürchtungen nicht als Nachteil. So erfordert das faire Verteilen Absprache, was das „Wir-Gefühl“ sogar noch verstärkt.


Splitscreen-Koop ist für uns das Herzstück des Spiels.

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©Capcom | Quelle: https://www.reddit.com/r/nucleuscoop/comments/ufuo2g/resident_evil_5_splitscreen_coop_on_pc/?tl=de

Fazit – Ein sündhaft gutes (Action)-Resi!

Im fünften Teil der überaus beliebten „Resident Evil“-Reihe wurde das mit dem Vorgänger bereits angedeutete actionlastigere Gameplay konsequent erweitert! Damit verprellte Capcom ohne Zweifel viele alteingesessene Fans, gewann jedoch sogleich viele neue dazu.

Das schwarze Schaf der „Resi“-Familie fühlt sich zwar immer noch nach „Resident Evil“ an, spielt sich aber schneller, ist weniger angsteinflößend und wird dabei in erster Linie zum unter Druck setzenden Third-Person-Shooter.

Der Koop-Aspekt des Action-Adventures wurde durch die Notwendigkeit, miteinander zu interagieren, besonders befriedigend umgesetzt und liefert so stundenlangen gemeinsamen Spielspaß.

Wenn man sich also vorher bewusst macht, was man mit „Resident Evil 5“ zu erwarten hat, erhält man in Summe ein von Capcom wohldurchdachtes Abenteuer. Am Ende bleibt so eigentlich nur ein Fazit: „Resident Evil 5“ ist kein gutes, düsteres Gruselspiel, aber ein ausgezeichnet nervenaufreibendes Koop-Actionspiel! Und das hat manchmal auch etwas für sich, oder?


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©Capcom | Quelle: https://giphy.com/gifs/resident-evil-re-xeltorfortress2-nrX7V1Su0JnWLEnWGi

Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 5“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Albert Wesker bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle „Xbox 360 Extended E3 Trailer“

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©Capcom | ©IGN

Der „Resident Evil 4, 5, 6 – PS4 Announce Trailer“ zu den Remastered-Versionen (2016)

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©Capcom | ©PlayStation

Resident Evil 4 (Remastered) (2005, 2016)

Lesemusik:

„Regenerador“ („Resident Evil 4„-OST)


Offizielle Abspann-Musik zu „Resident Evil 4“

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©Capcom | Poster: Quelle: https://shopee.co.id/poster-A3-PlayStation-resident-evil-4-PS3-PS4-Xbox-360-hiasan-dinding-tembok-kamar-i.183546029.8759568459 | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsspiel

In der großen weiten Welt der Videospiele steht das „Resident-Evil“-Franchise wie kein anderes für den Begriff des Survival Horror.

Selbst der Name des Grusel-Genres soll einst an den Spruch „Enter the survival horror…“ angelehnt worden sein, der im Jahre 1996 prächtig den Ladebildschirm des ersten Serienteils zierte.[1]

Doch um das Franchise war es nicht immer rosig bestellt. Mit der knallharten Neuausrichtung auf Action, die spätestens mit „Resident Evil 5“ (2009) in die ursprünglich schaurig-düstere Reihe Einzug fand, spaltete Capcom die Fan-Lager.

Trotzdem veröffentlichte der Publisher auch nach dem Weggang von „Resi“-Urgestein Shinji Mikami über die letzten Jahre zahlreiche Neuauflagen der Top-Marke. So bekam auch das einst euphorisch von Fans und Kritikern aufgenommene „Resident Evil 4“ seine aufpolierte Remastered-Version.

Aktuell legt ein Leak nahe, dass uns zudem schon bald ein Remake erwarten könnte.[2] Grund genug für uns, dem Kultspiel noch einmal genauer auf den Zahn zu fühlen.

Genre: Action-Adventure, Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 4 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom Production Studio 4 | Capcom

Game Director: Shinji Mikami

Musik: Misao Senbongi, Shusaku Uchiyama

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 15 Stunden (Story), ca. 31 Stunden (100%)

Sprache: Englische & spanische Sprachausgabe, deutsche Texte

Plattformen: GameCube (03/2005), PlayStation 2 (10/2005), PC (03/2007 | 02/2014), Wii (06/2007), PlayStation 3 (09/2011), Xbox 360 (09/2011), Wii U (10/2015), PlayStation 4 (08/2016), Xbox One (08/2016), Switch (05/2019) (Stand: 01.11.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 23. März 2005 (GameCube)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 3: Nemesis (Original, 1999)  / Resident Evil 3 (Remake, 2020)

Nachfolger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2 (2019), Resident Evil 3 (2020), Resident Evil 7: Biohazard (2017), Dead Space (2008), The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

Quellen
Allgemeine Daten: https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/7720 | Release DE: https://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=6650 | https://www.ninretro.de/game-26-3908.html

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. November 2021

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Survival-Horror-Reihe neu aufgelegt

Die „Resident-Evil“-Reihe ist seit dem ersten Teil aus dem Jahre 1996 (PSX) eine der erfolgreichsten Marken des japanischen Entwicklerstudios Capcom. Das beliebte Franchise gilt wie kein anderes als Garant für stimmungsvollen Survival-Horror. Laut Wikipedia wurden die Spiele bis Februar 2019 mehr als 90 Millionen Mal verkauft.[3]

Kein Wunder also, dass Capcom über die Jahre seiner Traditionsmarke immer wieder Neuauflagen spendierte. Der erste Teil sowie „Resident Evil Zero“ wurden remastered und im Paket als „Resident Evil Origins Collection“ im Jahr 2016 für PS4 und Xbox One veröffentlicht. Mit den aufgebohrten Varianten von „Resident Evil 2“(2019) sowie „Resident Evil 3“ (2020) erreichten uns sogar waschechte Remakes, die wir jüngst Tests unterzogen.

Am 30. August 2016 erblickte schließlich auch „Resident Evil 4“ in einer neu aufpolierten Remastered-Version für PS4 und Xbox One das Licht der Welt.

Die bei den Fans nicht unumstrittenen Auskopplungen „Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)“ sowie „Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)“ komplettierten schließlich die Hauptreihe, von den zahlreichen Spin-Offs ganz zu schweigen.

Als Fans nicht der ersten, sondern der zweiten Stunde, welche das Franchise nun pflichtbewusst nachholen, war „Resident Evil 4“ nun unser nächster Halt auf dem Weg zur Komplettierung.


Zahlreiche Ableger und Neuauflagen. Um die Survival-Horror-Reihe steht es aktuell gut.

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©Capcom | Quelle: https://www.ebay.de/itm/353273728530

Handlung – Die parasitäre Sekte

Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Leon S. Kennedy.

Den als coolen Actionhelden in Szene gesetzten Agenten begleiteten wir einst an seinem ersten Arbeitstag als Polizist in „Resident Evil 2“. Seinerzeit machte Raccoon City Bekanntschaft mit dem T-Virus.

Als Spezialagent, direkt dem US-Präsidenten unterstellt, verschlägt es Leon nach Europa. Ashley, die 20-jährige Tochter des Präsidenten, wurde entführt und wird in einem sonderbar okkulten Teil Spaniens vermutet.

Als Leon ist es unsere Aufgabe, die junge Frau ausfindig zu machen. Dabei stoßen wir jedoch auf allerlei Widerstand in Form einer mysteriösen Sekte, den Los Iluminados, rund um Anführer Osmund Saddler. Die Gruppe verehrt einen antiken Parasiten namens „Las Plagas“.

Wir schlagen uns durch eine unheimlich abwechslungsreiche Spielwelt, um nicht nur Ashley zu retten, sondern auch, um das Geheimnis der angsteinflößenden Mutationen zu lüften.


Leon S. Kennedy nachdenklich in spanischen Gefilden unterwegs.

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Kollegin Hunnigan erläutert uns die Details der Mission.

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Gameplay – Ein Schritt Richtung Action

Der vierte Teil brach seinerzeit in gleich mehreren Punkten mit alten Resident-Evil-Konventionen. War man von Vorgängern eine statische Kamera gewohnt, kam erstmals innerhalb der Hauptreihe die Third-Person-Perspektive zum Einsatz, welche die Kamera direkt hinter der Spielfigur positionierte.

Zudem fällt gleich zu Beginn auf, dass die Entwickler deutlich mehr Munition und Sammelbares spendieren. Mit der bis dahin serientypischen Munitionsknappheit wurde also in „Resident Evil 4“ erstmals gebrochen. Damit einhergehend ist das Gameplay bereits actionlastiger und sollte mit Teil fünf und sechs zum Unmut der Fans eskalieren.

Es gibt jedenfalls insgesamt deutlich mehr Gegner zu bezwingen und mannigfaltige Gegnertypen. Recht früh im Spiel schaltet man Waffen frei, die sonst erst zum Endgame-Content gehörten oder die man sich zuvor schwerer erarbeiten musste.

Trotzdem lässt „Resident Evil 4“ immer genug von seiner Quintessenz, dem stimmungsvollen Grusel und dem Gefühl der Ausgeliefertheit, durchblicken. Denn: stumpfes Draufloshasten führt zum sicheren Tod. Taktisches Vorgehen und Ruhe bewahren, im Eifer des Gefechts und des Horrors, will gemeistert werden.


Gameplay aus der Third-Person-Perspektive.

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Deutlich mehr Gegner gleichzeitig als sonst üblich innerhalb der Reihe.

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Die Shotgun findet Ihr bereits früh im Spiel, um ordentlich Action zu machen.

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Wirkung

Die richtige Balance

Besonders beeindruckend im vierten Teil von „Resident Evil“ ist das durchdachte Spieldesign mit seinen Mechaniken, was sehr ausbalanciert wirkt. Es ist überhaupt nicht repetitiv, obwohl es immer den gleichen Mechanismen folgt.

Das Grundprinzip ist einfach: Als Leon geraten wir durch Gegner in den verschiedensten Lagen unter Druck und müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Auch vermeintlich ungefährlichere Gegner werden immer wieder zur Gefahr. Nie darf etwas oder jemand unterschätzt werden. Das Spiel lehrt: Sei dir deiner Sache nie zu sicher. Habe immer eine Fluchtmöglichkeit oder einen Plan B.

Trotzdem fühlt man sich nur selten unfair ausgeliefert. Wir bekommen genug an die Hand gelegt, um zu bestehen. Wir müssen unser Equipment jedoch sauber und strukturiert nutzen.


Cleveres Inventar-Management ist einer der Schlüssel zum Erfolg.

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Der bewusste Aufbau

„Resident Evil 4“ wirkt dabei sehr durchdacht und bewusst aufgebaut, um genau die richtigen emotionalen Hebel beim Spieler umzulegen.

Es gibt zwei wesentliche Bestandteile, ein Gegensatzpaar, welches alle Spiele beinhalten: Spannung und Entspannung. Und kein anderes Videospiel führt dieses Prinzip so konsequent vor Augen und setzt es so erfolgreich um wie „Resident Evil 4“.

Zuerst werden wir konfrontiert mit nervenaufreibenden Momenten – die Spannung erzeugen. Der Feind, der uns plötzlich hinterrücks überrascht. Die gewalttätige, mit Verbänden umwickelte Frau, die den Motor der Kettensäge anwirft. Gegnerscharen, die uns umzingeln. Es ist Survival Horror der die Urinstinkte anspricht. Überleben unter Anspannung als Leitmotiv.

Anschließend, wenn wir diese Hürden gemeistert haben, werden wir belohnt – die Entspannung. Die treibende, bedrohliche Musik verstummt. Plötzlich wirkt die Umgebung fast schon friedlich. Eine Urkomponente des Videospieldesigns kommt zum Einsatz: Kisten! Jedes Gefäß, jede noch so kleine Vase wird zerbrochen, auf der Suche nach Brauchbarem. Waffen möchten gelevelt werden und wertvolle Klunker beim Händler des Vertrauens unter dem Motto „What are you sellin‘?“ verscherbelt.


Leons legendärer Tritt lässt betäubte Gegner fliegen! (Spannung)

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Rätsel-Element (Entspannung)

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Auch das Sounddesign ist für damalige Verhältnisse außergewöhnlich mitreißend und beängstigend. Wenn die teilweise undeutlichen Laute der Las Plagas, wie von Besessenen, aus den Lautsprechern tönen, verursacht das extremen Stress beim Spieler. Erst wenn die treibende Musik verklingt, können wir uns für einen kurzen Moment sicher fühlen.

Dieses Dogma wird immer und immer wieder wiederholt und durch neue Gegnertypen und neue Ideen ergänzt, um uns weiterhin unter Spannung zu setzen. Das alles präsentiert Capcom in unterschiedlichsten Gefilden. Vom Dorf, welches vom Parasit befallen ist, geht es etwa in eine schaurig schöne Burg, die europäische Mittelalter-Stimmung aufkommen lässt.


„Resident Evil 4“ kann auch schaurig schön aussehen.

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Die atmosphärische Burg hat es uns besonders angetan.

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Remastered – (noch) kein Remake

„Resident Evil 4“ als Remaster sieht für sein Alter sehr gut aus.

An den nötigsten Stellschrauben wurde gedreht. Die Auflösung ist auf 1080p gestiegen und die Framerate auf stabile 60 FPS angehoben worden. Wunder sollte man jedoch insbesondere bei den Texturen und der Optik insgesamt nicht erwarten.

Doch das ist auch gar nicht nötig. Fans haben sich sicher gewünscht, einen leicht aufgehübschten vierten Serienteil zu erhalten, der seinen Stärken aus der vergangenen Zeit ausnahmslos treu bleibt.

Mittlerweile wurde außerdem bekannt, dass uns wohl ein Remake erwarten wird! Leakes legen nahe, dass auch der vierte Teil einer ausgiebigen Frischzellenkur unterzogen werden wird.

Spruchreifes Material oder ein Releasezeitraum stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.


Auge um Auge.

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Fazit – High-End-Survival-Horror

„Resident Evil 4“ ist für viele Videospieler, uns mit eingeschlossen, der beste Teil der Reihe und macht einfach alles richtig.

Die schaurige Sogwirkung, die furchteinflößende Grundstimmung und das einnehmende Gameplay machen es zum wohl besten Survival-Horror-Spiel aller Zeiten.

Es stellt genau die richtige Mitte zwischen der dunklen Gruselstimmung der Vorgänger und dem actionlastigen Gameplay des Nachfolgers dar. Es kreiert somit genau die Balance, die es für das wohl herausragendste Spiel der Reihe brauchte!

An dieses High-End-Survival-Horror-Spiel werden wir lange Zeit sehr positive Erinnerungen haben und sind schon gespannt, ob das Remake diesem Klassiker in Zukunft gerecht werden kann.


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Wie gefiel euch anno 2005 Capcoms Neuausrichtung auf Action? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 4“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Las Plagas bestimmt auch!

Trailer zu „Resident Evil 4“

Der offizielle E3-GameCube-Trailer zu „Resident Evil 4“ aus dem Jahr 2004

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©Capcom | Quelle: PlayscopeTimeline, https://www.youtube.com/watch?v=2ORc25vZo54

Der offizielle „Modern-Hits-Launch-Trailer“ zu „Resident Evil 4“-Remastered aus dem Jahr 2016

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©Capcom | Quelle: PlayStation, https://www.youtube.com/watch?v=V4Si9z9m8xw

Resident Evil 7: Biohazard (2017)

Lesemusik:

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©Capcom | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Jannik meint - Herausragend

Siebter Teil des Kultgrusels, der sich Back-to-the-Roots auf seine alten Stärken besinnt und das Horror-Erlebnis mit seiner cineastischen Ego-Inszenierung wahlweise in VR auf die beinahe unzumutbare Spitze treibt. (23. September 2024 | Testplattform: PS5)

Genre: Action-Adventure, Survival Horror, Walking Simulator, Puzzle, Rätsel, First-Person-Shooter

Originaltitel: Biohazard 7: Resident Evil 

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom

Game Director: Koshi Nakanishi

Musik: Akiyuki Morimoto, Miwako Chinone, Satoshi Hori

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 10 Stunden (Hauptstory), ca. 12 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 27 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisation

Plattformen: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2 (Stand: 16.02.2026)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung: 24. Januar 2017

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 6 (2012)

Nachfolger: Resident Evil Village (2021)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2, Resident Evil 3, Dead Space (2008), BioShock (2007)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_7:_Biohazard | https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_7:_Biohazard | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/38051
Was haltet Ihr von Capcoms Rückbesinnung auf alte Tugenden nach dem actionlastigen sechsten Teil? Habt Ihr die liebenswürdige Familie Baker ins Herz geschlossen und überlebt? Teilt eure Gedanken zu Resident Evil 7: Biohazard mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Vater Jack bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Launch-Trailer zu Resident Evil 7: Biohazard

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©Capcom | ©PlayStation

Beyond Blue (2020)

Lesemusik:

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©E-Line Media | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 5.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 5.5/10
5.5/10

Geht so

Mit dem Videospiel „Beyond Blue“ brechen die Macher des tiefgründigen Puzzle-Jump-’n‘-Runs „Never Alone“ (2014) zu Tauchgängen im Pazifik auf.

Das Studio E-Line Media wurde hierfür von der BBC-Serie „Unser blauer Planet II“ inspiriert. Das klingt insbesondere für Fans von hochwertigen Naturdokus vielversprechend.

Als Taucherin Mirai habt Ihr in „Beyond Blue“ die Aufgabe, innerhalb zahlreicher Tauchgänge die Unterwasserwelt zu erkunden und diese sowie ihre Bewohner zu scannen.

Daraus ergibt sich manchmal ein beinahe meditatives Spielerlebnis. Doch zugegebenermaßen flacht die Faszination am Spiel doch recht schnell ab. Die Umgebungen und ausgesuchten Meereslebewesen sind nicht abwechslungsreich und zahlreich genug, damit man sich wirklich wie ein waschechter Taucher, Meeresbiologe oder Forscher fühlt.

Zu Beginn des Tauchgangs wird meist von einer Befestigung aus die Missionsumgebung abgescannt. Eine offene Spielwelt gibt es nicht. Es handelt sich um Areale – je nach aktueller Mission. Auf den Tauchwegen zu den relevanten Stellen können dann Scans von Meeresspezies gemacht werden. Die Hauptaufgaben bestehen so gut wie immer aus dem Scannen, insbesondere einer Pottwalschule, die über das Spiel hinweg begleitet wird. Die entdeckten Lebewesen können anschließend in einer Datenbank begutachtet werden.

Besondere Momente wie wenn sich Delfine zum Vergnügen an Korallen reiben, sind leider selten. Die gesamte Welt wirkt statisch, dabei wird immer wieder betont, wie voll von Leben diese doch sei. Tauchgänge in besonderen Unterwasserumgebungen, wie durch Höhlen, entlang von Schiffswracks oder prachtvollen Korallenriffen, kommen nicht vor. Der Gesamtumfang des Spiels ist mit etwa 2-4 Stunden zudem nur kurz.

Gerade in der Disziplin der stimmungsvollen und optischen Präsentation haben wir mehr erwartet. Dass „Beyond Blue“ spielerisch auf das Nötigste reduziert wurde, war erwartbar. Niemand würde von dieser Art von Videospiel ein Gameplay-Feuerwerk erwarten.

Doch die große Möglichkeit von „Beyond Blue“ wäre eine außergewöhnliche, realistische und einnehmende Atmosphäre gewesen. Hier wird leider (vielleicht budgetbedingt) nur an der Oberfläche des Möglichen gekratzt, anstatt wirklich tief in die Materie einzutauchen.

Die kurzen Videoschnipsel, welche Hintergründe zum Thema zeigen und Meeresbiologen zu Wort kommen lassen, sind interessant, können den Gesamteindruck jedoch nie so richtig zum Positiven verändern. Gerade weil Material von „Unser blauer Planet II“ sowie BBC Earth verwendet wurde, wie die Credits verraten, wurde zumindest bei uns eine zu hohe Erwartungshaltung geschürt. „Beyond Blue“ spielt in einer völlig anderen Liga als die vor Leben nur so strotzenden BBC-Earth-Produktionen.

Zugutehalten sollte man „Beyond Blue“ jedoch zweifelsohne, dass es in seiner Form als Videospiel zu neuen Ufern aufbricht. Es ist offensichtlich ein ehrenwerter Versuch, für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, indem eine Art Bildungsspiel präsentiert wird. Nicht umsonst hat sich das Studio laut eigener Website zum Ziel gesetzt, sowohl spaßige als auch zugleich bedeutungsvolle Games zu entwickeln.

„Beyond Blue“ wird als Versuch in Erinnerung bleiben, abseits des Gaming-Mainstreams etwas zu wagen. Etwas, was es in dieser Form noch nie gegeben hat. Und mindestens das ist bedeutend! (20. Dezember 2022 | Testplattform: PS5)

Genre: Abenteuer, Adventure, Simulation

Originaltitel: Beyond Blue

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: E-Line Media

Game Director: Michael Angst

Musik: Mahuia Bridgman-Cooper

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 2,5 Stunden (Hauptstory), ca. 4 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 5,5 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe | DE Texte

Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch (Stand: 09.02.2026)

Altersfreigabe: USK 0

Veröffentlichung: 17. April 2020 (iOS, macOS, tvOS) | 11. Juni 2020 (PC, PS4, Xbox One) | 11. November 2021 (Switch)

Ähnliche Titel: Gris (2018), FAR: Lone Sails (2018), Arise: A Simple Story (2019)

Quellen
Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Beyond_Blue_(video_game) | https://www.imdb.com/de/title/tt12503896/reference/ | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=beyond%2520blue | Altersfreigabe: https://usk.de/?s=beyond+blue
Was haltet Ihr vom ehrenwerten Versuch eines Unterwasserspiels im BBC-Doku-Stil? Gefallen euch „Abzû“ (2016) oder „Subnautica“ (2018) besser? Teilt eure Gedanken zu “Beyond Blue” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das gewaltigste jemals auf dem Planeten dagewesene Geschöpf, mit dem Namen Blauwal, bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Teaser-Trailer zu „Beyond Blue“

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©E-Line Media

Der offizielle Launch-Trailer zu „Beyond Blue“

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©E-Line Media | PlayStation

South Park: Der Stab der Wahrheit (2014)

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  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ erschien im Jahr 2014 das erste ernstzunehmende Videospiel zur rotzfrechen TV-Serie.

Unter den wachsamen Augen der Schöpfer Trey Parker und Matt Stone entwickelte das Microsoft-Studio Obsidian Entertainment („Fallout: New Vegas“) ein klassisches, rundenbasiertes Rollenspiel mit purer „South Park“-DNA.

Es kam, wie es kommen musste: Im verklemmten Deutschland bekam das Spiel die Zensurwut des deutschen Rechts nach § 86a StGB zu spüren und erschien verzögert. Grund dafür war ein vergessenes Hakenkreuz.[1]

Welche Inhalte die Zensur außerdem betrifft und wie Ihr das herausragende Spiel trotzdem unzensiert mit deutschen Texten genießen könnt, verraten wir im Test.

Genre: RPG

Originaltitel: South Park: The Stick of Truth

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: Obsidian Entertainment | Ubisoft

Game Director: Chris Brion, Chris Parker, Zane Lyon

Musik: Jamie Dunlap

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 11 Stunden (Hauptquests), ca. 15 Stunden (Haupt- und Nebenquests), ca. 21 Stunden (100%)

Sprache: EN Sprachausgabe, DE Texte

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4, XBox 360, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 08.04.2021)

Altersfreigabe: Konsolen USK 16 und PEGI 18 (geschnitten), PC USK 18 und PEGI 18 (uncut bis auf NS-Symbolik und Hitler Sprachsamples)

Veröffentlichung: 4. März 2014 (Nordamerika) | 7. März 2014 (Europa) | 27. März 2014 (DE)

Universum: South Park

Nachfolger: South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe (2017)

Ähnliche Titel: Stranger Things 3: The Game (2019)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/South_Park:_Der_Stab_der_Wahrheit | https://en.wikipedia.org/wiki/South_Park:_The_Stick_of_Truth | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/8833

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 3 (US-Uncut-Version)

Autor: Jannik

Verfasst am: 7. April 2021

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Grüße von Cartman:

Musik zum Lesen:

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©Ubisoft | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Endlich ein Teil von South Park sein

Viele Jahre haben Fans der nur so vor Gesellschaftskritik und Satire triefenden Animationsserie „South Park“ viel Schund schlucken müssen, denn die Marke stand nicht unbedingt in gutem Videospiellicht.

Spiele über „South Park“ gab es zwar bereits in der Vergangenheit, diese hatten jedoch ein grundsätzliches Problem. Sie erschufen weder visuell noch spielerisch eine interaktive South-Park-Episode. Stattdessen bedienten sie sich oft nur der Themen und Kulissen des kleinen fiktiven Städtchens „South Park“ in Colorado, wie etwa im ersten South-Park-Spiel, einem First-Person-Shooter aus dem Jahr 1998 für die Nintendo 64.

Doch mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ hatte das Warten endlich ein Ende. Denn im von Studio OE entwickelten Rollenspiel, haben wir diesmal die Möglichkeit, selbst wirklich dabei zu sein und mehr oder weniger ein Spiel innerhalb der Serie zu spielen, um so als „Der Neue“ unsere eigene, interaktive South-Park-Geschichte zu erleben.


Ihr seid „Der Neue“ … oder Sir Saftsack! Und niemand Geringerer als Großmagus Cartman nimmt euch unter seine Fittiche.

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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/2ufhwNgM3qHKGxq8wdcWAiFpcm29FF1vQ7VZHkTuxCp4cAjb14qNjcQBAmF97zUMRHRPFg6Xo?format=match&mode=fit

Handlung – Ein mächtiges Artefakt

Der „Stab der Wahrheit“ ist ein mächtiges Artefakt in Form eines – nun ja, Stocks – welches seinem Besitzer unglaubliche Mächte verleiht. Großmagus Cartman erklärt das besser, deshalb reiß ich das hier nur an.

Zumindest ist er das Objekt der Begierde innerhalb des „LARP-Events“ (Live Action Role Playing) von Fettarsch und seinen Freunden. Die Kids haben sich in ihre selbstgebastelten Kostüme geschmissen und Diktator Cartman befehligt die Gilde der Menschen, während der gewohnt liberale Kyle ihm als Anführer der Elfen gegenübersteht.

Wir – mit dem bahnbrechenden Namen „Der Neue“ oder auch „Saftsack“ – wie uns Cartman liebevoll tauft – haben die Ehre, dabei zu sein, beim nervenaufreibenden Papp-Fantasy-Rollenspiel-Krieg der Extraklasse. Da wir mit Mom und Dad erst nach South Park gezogen sind, versuchen wir außerdem, Anschluss und neue Freunde zu finden.

Also nichts wie ran, um die Grenzen der Geschmacklosigkeiten und Tabubrüche auszuloten, denn wo bei „Stab der Wahrheit“ South Park draufsteht, ist auch wirklich South Park drin. Doch schauen wir uns zuerst an, was „Stab der Wahrheit“ in Sachen Gameplay zu bieten hat.


Der sagenumwobene „Stab der Wahrheit“

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©Ubisoft

Bereit für eine epische Reise?

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©Ubisoft | Quelle: https://tenor.com/de/view/south-park-stick-of-truth-stan-marsh-stan-marshwalker-kyle-broflovski-gif-21777377

South Park als Rollenspiel

Die Schöpfer der TV-Serie sowie die Entwickler von Obsidian bedienen sich in „Stab der Wahrheit“ des Genres des klassischen rundenbasierten RPGs. Trey Parker war dies enorm wichtig, da er ein großer Fan von eben dieser traditionellen Art der Videospiele ist. Es sollte sich wie ein 2D-Paper-Mario anfühlen, kombiniert mit der Tiefe klassischer JRPGs. (via Digital Trends | via Eurogamer). Auch deshalb wurde es in der frühen Entwicklungsphase von der Fachpresse schlicht als „South Park RPG“ bezeichnet.

Aus der Perspektive, welche exakt der aus der TV-Serie gleicht, laufen wir durch South Park. Alles sieht genau so aus wie in der Serie, nur eben, dass wir als Spieler mittendrin sind. Wir können durch Türen gehen oder einfach die Straßen entlanglaufen. Eine Karte weist uns den Weg.

Unseren Charakter passen wir uns natürlich rollenspieltypisch selbst an. Ob stinknormale Anpassungsoptionen wie Hautfarbe, Frisur, Kleidung etc. oder Extravaganzen wie ein haariges Klötenkinn. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.


Je dunkler die Hautfarbe, desto schwerer. Wenn schon im Charakter-Editor die beißende Gesellschaftskritik für ein Highlight sorgt, muss es South Park sein.

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©Ubisoft | Quelle: https://www.reddit.com/r/gaming/comments/9h9991/just_started_south_park_the_fractured_but_whole/?tl=ms

Wenn’s ans eingemachte geht, habt ihr in rundenbasierten Kämpfen die Aufgabe, eure Gegner aufs Kreuz zu legen. Als Waffen stehen euch eine Primär- sowie Sekundärwaffe oder auch Furzfähigkeiten zur Verfügung. Alle Gegenstände und Themen sind natürlich getreu dem South-Park-Motto an Gesellschaft, Popkultur, Sarkasmus, Sex, Drogen, Gewalt, Pippi-Kacka-Humor angelehnt.

Als Quests erwarten euch Hauptmissionen, die sich um Cartman, Kyle und den „Spielkampf“ drehen und die Geschichte vorantreiben. Durch Nebenmissionen werdet Ihr motiviert, South Park in seiner Gänze zu erkunden. Ob besondere Tiere für Jimbo und Ned jagen oder das Obdachlosenproblem der Bürgermeisterin lösen, Jesus finden oder Mr. Hankey in der Kanalisation besuchen. Hier trefft ihr auf alle South-Park-Eigenheiten und Persönlichkeiten, die Ihr aus der Serie gewohnt seid.

Timmy steht euch als rasender Rollstuhl-Chauffeur für die Schnellreise zur Verfügung.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/99pyU4b7LiNxLW7pPrA1MNMpEnrqRRxweMccKGqrtBhJMEjTUhHn3jf7kxb6554dgtLixY5oLfUKbFgzRqyU8krVDCFE566ECw7Rvk4bxg59GkoJJ3N3cBa797FgVm1BzM?format=match&mode=fit

Der Tabubruch

South Park ist für seine Tabubrüche und Grenzüberschreitungen bekannt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Macher um Trey Parker und Matt Stone für das erste wirklich ambitionierte Videospielprojekt besonders ins Zeug gelegt haben, um die Grenzen des guten Geschmacks und des „was ist erlaubt“ auszuloten.

Was ganz genau vor sich geht, möchten wir natürlich nicht verraten, um die Überraschung für den Spieler nicht zu verderben. Doch eines sollte klar sein: South Park macht erneut keine Gefangenen und knallt frei Schnauze raus, was den Machern so in den Sinn kommt. Fans werden es lieben und Kritiker es hassen. Also alles beim Alten und alles im Sinne der TV-Serie. Satire und Provokation eben.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/B69zEhWZA8UCigRLmyur9bFNyqNa8EhrzHPJyeox23fehy1ud5RJQxV9uF4qxEvvVaSGRxm1nwM1gNm7Lwf1XCGwqGmBfifgoSousZg1?format=match&mode=fit

Was wurde heraus geschnitten?

Es geschah in Deutschland, was geschehen musste, und Publisher Ubisoft sah sich tatsächlich gewzungen, die Schere anzulegen. Doch wie umfänglich ging das vonstatten und welche Elemente sind betroffen?

Nationalsozialistische Symbolik und Sprachsamples

Publisher Ubisoft hatte wohl keine andere Wahl, als die Hakenkreuze (verfassungswidrige Symbole in Deutschland) zu entfernen, da es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Stab der Wahrheit“ noch keine Ausnahmeregelung der Sozialadäquanzklausel für Videospiele gab.

Deshalb findet man weder in der USK- noch in der PEGI-Version Hakenkreuze. Außerdem sind NS-Gesten, also der sogenannte Hitlergruß, zensiert worden. Auch die Sprachsamples von Adolf Hitler wurden durch „klischeehaftes Hollywood-Deutsch“ ersetzt, wie es die Kollegen von „GameStar“ formulieren.[2]

Merke: Diese Zensur betrifft ALLE europäischen Versionen und sowohl die Konsolen- als auch die PC-Versionen.


Nazi-Zombie mit Hakenkreuz-Schild

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Nazi-Zombie-Kühe mit Hakenkreuzarmbinden

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Bosskampf gegen den „Giant Nazi Zombie Fetus“

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Abtreibungsszenen und Analsonden

Auch in anderen Bereichen wurde geschnitten. Der Wikipedia-Eintrag von „Stab der Wahrheit“ stellt hierzu fest: „In der europäischen Konsolenfassung wurden insgesamt sieben jeweils knapp 20-sekündige Spielszenen entfernt, in denen an Spielfiguren Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt oder Analsonden verwendet werden.“

Merke: Diese Zensur betrifft NUR die Konsolenfassungen, nicht die PC-Fassung. Deshalb wurden erstere auch mit einer USK 16 bewertet, während die PC-Version eine USK 18 bekam.


Spielerisch leichte Abtreibung bei Randy

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Randy genießt die Analsonde

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Die Schere – Wie Ihr Stab der Wahrheit uncut genießt

Was zuerst kompliziert erscheint, ist im Endeffekt recht simpel.

Wenn Ihr „Stab der Wahrheit“ offiziell, ungeschnitten und in voller Blüte genießen wollt, bleibt euch nur der Weg zur US-Fassung! Sowohl die USK- als auch die PEGI-Fassungen für Konsolen sind im Endeffekt geschnitten – wenn auch unterschiedlich stark. Einfach aus Österreich die Pegi-Variante bestellen und so die Zensurwut in Deutschland umgehen, wie bei vergleichbaren Titeln, ist also auch nicht drin.

Am einfachsten haben es PC-Spieler, denn die sind in der Regel nicht von Regional-Locks betroffen. Konsolenspieler sollten jedoch vorsichtig sein, weil Hersteller gerne mal Spiele auf eine bestimmte Region begrenzen und damit für ausländische Konsolen sperren. Laut Wikipedia hat die US-Version jedoch KEINE Regionalbeschränkung.

Glück im Unglück: „Stab der Wahrheit“ wurde nicht deutsch synchronisiert. Das bedeutet, es gibt ohnehin nur deutsche Untertitel, die man ebenfalls in der unzensierten US-Fassung aktivieren kann. Kein Nachteil also für den Spieler.

Wir haben uns letztendlich für die PS3-Fassung entschieden, da die PS3 generell keinen Regional-Lock hat. Ihr könnt aber auch zur Xbox-360-Version greifen denn dort ist der Lock abhängig vom Spiel und im Falle von „Stab der Wahrheit“ nicht vorhanden.


Die Schöpfer Trey Parker und Matt Stone machen sich kurzerhand über die europäische Zensur lustig

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©Ubisoft | Quelle: https://www.ign.com/articles/2014/03/03/this-is-south-park-the-stick-of-truths-censor-screen

Fazit – Wir sind South Park

Gesellschaftskritisches Satire-Paradies

Mit „Der Stab der Wahrheit“ ist den Entwicklern von Obsidian Entertainment und den Machern Trey Parker und Matt Stone ein South-Park-Spiel gelungen, in dem auch wirklich „South Park“ drinsteckt.

Die bekannten Figuren, Motive und den gesamten ungezähmten Charme der Animationsserie in ein Rollenspiel zu packen, stellt sich zugleich als naheliegende wie auch geniale Idee heraus. Mittlerweile fand sie mit „The Fractured But Whole“ bereits einen Nachfolger. Dieser wurde jedoch nicht mehr von Obsidian sondern von Ubisoft San Francisco entwickelt.[3] Vermutlich um mehr Kontrolle im eigenen Haus zu behalten.

Fest steht: Wenn uns Legende Butters per Nachricht in unserem facebookähnlichen Feed nach einer brenzligen Mission und dem ersten Tag im Städtchen South Park willkommen heißt und uns bittet, wieder mitzuspielen, fühlen wir uns wirklich angekommen im gesellschaftskritischen Satire-Paradies.


Ist er nicht knuffig? Jeder weiß, er heißt Butters! Butters: „Das bin ich!“

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©Ubisoft | Quelle: https://www.gamesradar.com/south-park-stick-truth-friends-locations-guide/

Fokus auf die Vorlage

Natürlich ist „Stab der Wahrheit“ ausschließlich an South-Park-Fans gerichtet, sonst wäre es kein South Park. Natürlich ist die Komponente des Rollenspiels eher das i-Tüpfelchen als der Kern.

Doch wohl gerade deshalb ist „Stab der Wahrheit“ so gelungen. Es besinnt sich auf die Kernkompetenzen der Vorlage und gibt sich dabei sehr viel Mühe. Was das Spiel neben der guten Hauptgeschichte so richtig lebendig macht, ist die Spielwelt. Es gibt überall etwas zu entdecken. Bei jeder Item-Beschreibung muss man lachen.

Die Umgebung nutzt ihr um Gegner zu erledigen. Mal lasst Ihr eine Ratte in eine Falle laufen, mal furzt Ihr kräftig ins Feuer, um Mauern aufzusprengen, mal lasst Ihr Strom auf Wasser wirken. Als neuer Kumpel der fünf Jungs aus South Park erschließt sich euch ihre Welt. Und es macht einfach Spaß.


Die „Crown of Anal Pleasure“

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©Ubisoft | Quelle: https://www.ign.com/wikis/south-park-the-stick-of-truth/Weapons_and_Costume_Sets

„Chinpokomon“ zum Sammeln

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©Ubisoft | Quelle: https://www.gamesradar.com/south-park-stick-truth-chinpokomon-locations-guide/

Wir als Teil von South Park

Als einziger wirklich großer Kritikpunkt wäre vielleicht die Spieldauer zu nennen, die mit ihren Haupt- und Nebenquests schon ein wenig länger hätte sein können. Insbesondere die Hauptgeschichte ist recht schnell über die Bühne. Mehr Nebenquests wären drin gewesen.

Kleinere negative Kritikpunkte gibt es zwar schon, wie das komische Levelcap von 15, die viel zu kleinen und langen Untertitel, eine manchmal merkwürdige Speicherfunktion und natürlich die schmerzlich vermisste deutsche Sprachausgabe. Doch diese Punkte sind schnell vergessen, wenn wir wieder vor belustigter Begeisterung den Kopf senken und den Kopf schütteln, weil wieder irgendetwas passiert ist, was nicht ins Bild politischer Korrektheit passt. Für uns steht letztendlich fest: Mit „Stab der Wahrheit“ schauen wir nicht nur passiv South Park, wir werden zum Teil von South Park.


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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/C3TZQzkfwDhhhvsmiUtjxnDoEWrz32WfhjfoMLBS8SV5bgrjsJY1viohVzfXnXp8GvsFuFooUZ8tN7yEYjP4PxAoxUdmShNfAddL7EWuhwaPg2KVRx22LU6?format=match&mode=fit&width=640

Ist Princess Kenny nicht gleichermaßen majestätisch und heiß?

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©Ubisoft | Quelle: https://steemitimages.com/p/99pyU5Ga1kwkfZ17QX2HV6pndHEsSP86qLakgbxK4rcMSgLuXJtyL4XYVuCZsT5PWQQFoMhX3nxcwuScGWRZZvUCYJvpfFsj28QgvBssqgNwFU8wShestQvQyXu4ynBWhb?format=match&mode=fit

Was haltet Ihr vom ersten „richtigen“ South Park-Videospiel? Teilt eure Gedanken zu „Stab der Wahrheit“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Butters bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle ungeschnittene US-Launch-Trailer

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©Ubisoft

Der offizielle deutsche Launch-Trailer

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©Ubisoft

Fran Bow (2015)

Aber eins weiß ich … Dass ich zwischen Schuld und Furcht … Die Fröhlichkeit wähle …Fran Bow Dagenhart

Lesemusik:

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©Killmonday Games | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

„Fran Bow“ ist ein schaurig schön gestaltetes Point-and-Click-Adventure, welches alle Stärken des antiquitierten Genres für sich nutzt.

Der handgezeichnete Look erinnert an comicartige Bilder und ist trotz oder gerade wegen der vielen Horror-Darstellungen ein Blickfang. Es bildet sich ein auffälliger Kontrast zwischen einer harmlos kindlich aussehenden Welt und harten Gewalt- und Blutdarstellungen sowie bizarren Kreaturen, welche trotzdem stimmig eingebettet wirken.

Die Erzählung ist sehr tiefgründig und kann mit dem übergeordneten Thema von psychischen Erkrankungen bedrücken. Insbesondere Protagonistin Fran scheint Wahnvorstellungen zu haben und erlebt ein Martyrium ohne zu wissen, was Realität und was Einbildung ist. Die Handlung überlässt Euch viel Interpretationsspielraum und lädt so zum Mit- und Nachdenken ein.

Neben der spannenden, manchmal auch Verwirrung stiftenden Geschichte warten anspruchsvolle Rätsel darauf, gelöst zu werden. Die Wege hierfür sind vielfältig, oft unterschiedlicher Natur, werden so nie langweilig und können auch angestrengtes Nachdenken erfordern.

Die Spielmechanik, bei der zwischen den „Blickwinkeln“ bzw. Jahreszeiten gewechselt werden kann, sorgt für mehr Möglichkeiten in mehreren Welten des Spiels und erweckt so den Eindruck eines Multiversums.

Jedes Kapitel bietet sowohl mit den Schauplätzen und Figuren visuell als auch beim Rätseln und vor allem bei der emotionalen Geschichte neue Aspekte, die jeden Ausflug in die Welt von „Fran Bow“ irgendwie einzigartig wirken lassen.

In Summe macht das düstere, künstlerisch wertvolle, herausfordernde und erzählerisch dichte Point-and-Click-Adventure genau das, was gute Videospiele tun, und entführt in eine kleine, gleichermaßen bedrückende als auch irgendwie bezaubernde andere Welt. (30. Dezember 2022 | Testplattform: iOS)

Genre: Abenteuer, Adventure, Geschicklichkeit, Rätsel

Originaltitel: Fran Bow

Produktionsland: Schweden

Entwicklerstudio | Publisher: Killmonday Games

Game Director: Natalia Martinsson (Geburtsname: Figueroa)

Musik: Isak Martinsson

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 8 Stunden (Hauptstory), ca. 9 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PC (2015), PlayStation 4 (2023), Nintendo Switch (2023), Xbox One (2023) (Stand: 07.02.2026)

Altersfreigabe: USK 16

Veröffentlichung: 27. August 2015

Ähnliche Titel: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf (2007), Forgotton Anne (2018), Meisterdetektiv Pikachu (2018), Little Misfortune (2019), Mithra: Join the Cult (Killmonday Games, angekündigt)

Quellen
Spielzeit: https://howlongtobeat.com/?q=fran%2520bow | Daten: https://en.wikipedia.org/wiki/Fran_Bow | https://de.wikipedia.org/wiki/Fran_Bow | Mithra: https://www.instagram.com/reel/DN3wPqNWFgx/

Was haltet Ihr von der Psychohorror-Indie-Perle aus dem Hause Killmonday Games? Freut Ihr euch schon auf den geistigen Nachfolger „Mithra: Join the Cult„? Teilt eure Gedanken zu “Fran Bow” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Mr. Midnight bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Trailer zu „Fran Bow“

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©Killmonday Games

Der offizielle „Now on Consoles!“-Trailer aus dem Jahr 2023

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©Killmonday Games

Assassin’s Creed Valhalla (2020)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Assassin’s Creed Valhalla ist ein Action-Rollenspiel von Ubisoft, das im Jahr 2020 erschienen ist.  Dieses mal schicken uns die Entwickler in die Welt der Wikinger.

Die Handlung spielt zur Zeit der Wikingerinvasion in England im 9. Jahrhundert und ihr schlüpft in die Rolle des Wikingers Eivor.

Ihr begebt euch erneut in die Rolle eines Assassinen. Desto weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr wird über die Assassinengeschichte erzählt und neues enthüllt.

Ob uns Eivor wirklich als Assassine gefallen hat und was wir zur Vikinger-Mythologie und das Leben in einem Wikingerclan erlebt haben, erfahrt ihr diesem Test auf der rote Faden.

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Genre: Action-Adventure

Originaltitel: Assassin’s Creed Valhalla

Produktionsland: Kanada

Entwicklerstudio/Publisher: Ubisoft/Ubisoft Montreal

Musik: Sarah Schachner, Jesper Kyd, Einar Selvik

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 60 Stunden (Story), ca. 120 Stunden (100%)

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, PC (Stand: 29.06.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Vorgänger: Assassin’s Creed Odyssey (2018)

Nachfolger: Assassin’s Creed Mirage (2023)

Ähnliche Titel: Ghost of Tsushima (2020), The Witcher 3 (2015), Sekiro: Shadows die twice (2019

Wertung:   

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Melissa

Verfasst am: 19.03.2025

Lesezeit: ca. 8 Minuten

Die Geschichte des Rabenclans

In „Assassin’s Creed Valhalla“ erlebt ihr die Geschichte vom Assassinen Eivor, einem Wikinger des sogenannten Rabenclans. Der Wikingerkrieger Eivor flieht mit seinem Clan aus Norwegen, um in England ein neues Leben aufzubauen. Das Handlung spielt im späten 9. Jahrhundert, zur Zeit der Wikingerinvasion Britanniens.

Eivor baut in England seine eigene Siedlung namens Hræfnathorp auf. Ihr helft eurem Wikingerclan immer weiter zu wachsen und versucht euch als Assassine gegen den Orden der Ältesten zu stellen. Doch dies wird nicht so einfach und ihr müsst immer wieder aufs neue beweisen, dass ihr euren Clan beschützen könnt. Als Eivor Varinsdottir (ja, das ist sein vollständiger Name der im Spiel so gut wie NIE erwähnt wird) deckt ihr immer mehr Geheimnisse des Ordens auf.

Parallel zu Eivor spielt die Geschichte in der Gegenwart mit Layla Hassan, die mit Hilfe des Animus Eivors Erinnerungen durchlebt, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Layla Hassan hat ihren ersten Auftritt in „Assassin’s Creed Origins (2017)“In Origins wird sie als ehemalige Abstergo-Mitarbeiterin eingeführt, die auf einer archäologischen Ausgrabung in Ägypten nach Isu-Artefakten sucht.

Im Verlauf werden zusätzliche Erzählstränge eröffnet, die auf weitere Geschichten der Videospielreihe hindeuten sollen.


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©Ubisoft

Die Reise in die Wikingerwelt beginnt

Wie bereits in „Assassin’s Creed Odyssey“ aus dem Jahr 2017, habt ihr die Möglichkeit zu Beginn zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter zu wählen. Diese Entscheidung hat jedoch, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, keinen Einfluss auf die Handlung, was für einige Spieler enttäuschend sein könnte. Das ist jedoch nebensächlich, denn Valhalla zieht euch in eine eindrucksvolle und immersive Spielerfahrung, die das Wikingerleben lebendig werden lässt.

Ein herausragendes Merkmal von Valhalla ist die Möglichkeit, eine eigene Siedlung zu errichten und strategische Bündnisse mit anderen Yarls oder Königen einzugehen. Ihr könnt eure Bündnisse stärken oder sie eher als Feind sehen. Die Handlung dieser Bündniss-Missionen sind alle unterschiedlich und bringen so viel abwechslung mit rein. Jeder Handlungsstrang und jede neue Stadt die ihr entdeckt lässt euren Entdeckerdrang wachsen.

Die Raubzüge bei denen ihr Klöster und Dörfer überfallt, um Ressourcen für euren Clan zu sammeln, sind nicht nur spannend, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Wikingerlebens der gut umgesetzt wurde. Es macht einfach Spaß die Welt zu erkunden und Kloster zu plündern. Eure Beute könnt ihr dann für die Entwicklung von Hræfnathorp benutzen. Das ist auch zwingend notwendig, um in der Hauptgeschichte weiter voran zu schreiten.

Das Verhalten der Wikinger war vielschichtig und umfasste sowohl kriegerische als auch friedliche Aspekte. Sie waren aber nicht nur für ihre Raubzüge und Eroberungen bekannt. Vielmehr müsst ihr als Wikinger auch mit Ware handeln. Ihr müsst gut im Handwerk sein, was ihr durch die Weiterentwicklung eurer Siedlung erreichen könnt. Dadurch erhaltet ihr im Verlauf des Spiels immer bessere Ausrüstung. Zum Schluss kommen wir zur Landwirtschaft. Ihr müsst Gebäude ausbauen und Landwirtschaft betreiben. Auch das  zu Gunsten eures Clans.

Wenn ihr genug von dem Landleben habt macht ihr euch einfach auf den Weg auf euer Schiff. Ja ihr habt ein eigenes Schiff zum erkunden der Welt. Auf hoher See macht das eforschen gleich viel mehr Spaß. Das erinnert an Zeiten wie „Assassin’s Creed Black Flag (2013)“. Auch bei den Vorgängern Odyssey und Origins hattet ihr die Möglichkeit auf einem Schiff durch die Meere zu segeln. Ganz neu ist es somit nicht. Es gibt einfach so viele Dinge die ihr in der Welt von Valhalla machen könnt.  

Ihr fühlt euch dabei schon als echter Wikinger. Aber keine Sorge! Eivor gibt euch trotzdem das Gefühl auch ein waschechterAssassine zu sein. 


Hier könnt ihr den Aufbau eines Gebäudes für eure Siedlung sehen. Ihr benötigt Ressourcen um es weiter auszubauen.
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©PlayStation Blog

Altbekanntes Kampfsystem ala Origins und Odyssey

Das Kampfsystem ist besonders gut gelungen und bietet sogar eine Vielzahl von Möglichkeiten um Eivor zu individualisieren. Das heißt Ausrüstung und Fertigkeitspunkte sind frei auswählbar. Kommen wir zu den sogenannten Fertigkeitspunkten. Valhalla bietet ein sehr umfangreiches Fertigkeitenbrett, das leicht an das Sphärobrett von dem Rollenspiel „Final Fantasy X“ erinnert. Es ist riesig und ihr könnt enorm viele Punkte leveln und euren Charakter dadurch weiter entwickeln. Das Fertigkeitenbrett wirkt anfangs ziemlich überwältigend, doch keine Sorge, nach etwas Eingewöhnung habt ihr den Dreh raus. Valhalla ermöglicht den Spielern, ihren Charakter bis über Level 200 hinaus zu entwickeln. Das sorgt für eine langanhaltende Motivation, da es immer neue Fähigkeiten zu entdecken gibt.

Viel neues gibt es zum Kampfystem nicht zu sagen. Die Überschrift dieses Kapitels hat es bereits verraten – ja wir Kämpfen mit Eivor wie in Origins oder Odyssey. Das ist jedoch kein Nachteil, eher profitieren wir als Spieler davon, erneut ein wunderbares, bekanntes Kampfsystem zu haben.

Wie bereits oben erwähnt ist auch die Wahl eurer Ausrüstung frei wählbar. Ob ihr euch für ein einhändiges Schwert oder eine Axt, oder eher für ein Schwert und Schild entscheidet, ist euch als Spieler überlassen. Jede Waffe hat seinen eigenen Charme wenn ihr auf eure Gegner trifft. Natürlich hat auch Eivor das bereits seit Teil eins der Videospielreihe eingeführte Assassinen-Dolch bei sich.

Sich an den Gegner heranzuschleichen und ihn wie ein echter Assassine zu elimieren, macht auch mit einem Wikinger Spaß. Wenn euch diese Form jedoch zu langweilig ist, könnt ihr einfach mit Eivors starkem Wikingerblut eure Feinde zur Strecke bringen.


Auch die finalen Abschlussangriffe sind auch in Valhalla vorhanden. Das macht Laune!
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©Gideons Gaming

Hallo Jesper Kyd/ Synchronsprecher

Ja genau, der Soundtrack wurde erneut u.a. erneut von Jesper Kyd, bekannt aus älteren Assassin’s Creed Videospielen wie z.B. „Assassins Creed 2 (2019)“ komponiert. Jesper wird unterstützt von Sarah Schachner (Assassins Creed Unity, Assassins Creed Black Flag) und Einar Selvik.

Die Synchronspecher hätten für die Protagonisten nicht besser gewählten werden können. Wir haben mit dem männlichen Eivor die Geschichte erlebt und dieser wurde von Bernd Egger vertont. Bernd übernimmt seit dem Jahr 2019 die neue Stimme des Terminator. Auf der Comic Con durften wir uns mit Bernd Egger etwas unterhalten und erhielten eine kleine Grußbotschaft:


Hier zu sehen: Jesper Kyd in seinem Studio

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©https://media.soundoflife.com/34/resources/gKmvFn1MP91LUzW0fvOMz8nvlIcZ2Q4xIiNTHrru.jpg

Was erwartet euch sonst noch in Valhalla?

Neben der Hauptgeschichte gibt es zahlreiche Nebenmissionen die euch als Spieler u.a. in die mythologische Welt von Odin und Freya entführen. Die zusätzlichen Geschichten bringen Belohnungen und neue Herausforderungen. Die Nebenaufträge können von verschiedenen NPCs in der Welt angenommen werden und umfassen oft Aufgaben wie das Sammeln von Gegenständen, das Lösen von Rätseln, das Besiegen bestimmter Feinde oder das Unterstützen von Dorfbewohnern.

Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, selbst Odin zu spielen und spezielle Missionen in Nilfheim zu absolvieren. Doch dieses Spielsystem ist komplett anders! In Souls-Like-Manier kämpft ihr euch durch einzelne Abschnitte in Nilfheim. Wenn ihr einen sogenannten „Run“ nicht schafft und stirbt, dann startet ihr wieder in Odins Lager und müsst alles bereits bestrittene erneut durchleben. Ihr bekommt spezielle Punkte nach den Runs die ihr auf euren Charakter verteilen könnt, um ihn stärker zu machen. Dieses Spielsystem könnte den ein oder anderen zur Weißglut bringen.

Doch seid Gewiss, ihr werdet nach euren Siegen sehr gut belohnt. Ein harter Kampf lohnt sich am Ende doch noch. Generell ist die Wikinger-Mythologie ziemlich spannend und es macht Spaß in der Welt von Asgaard Missionen zu erfüllen.

Die kostenpflichtigen DLC’s, die unter anderem nach Paris führen, sind ebenfalls einen Blick wert und erweitern das ohnehin schon umfangreiche Gameplay aus. Wir waren bei jedem DLC begeistert und haben uns Stunden in diesen Erweiterungen verloren.


In Nilfheim schlüpft ihr in die Rolle von Odin und müsst euch gegen starke Bosse durchkämpfen.

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©Screen Rant

Fazit – Sei Teil des Rabenclans

Insgesamt ist „Assassin’s Creed Valhalla“ ein grandioses Videospiel, das die Stärken seiner Vorgänger Odyssey und Origins aufgreift und sogar weiterentwickelt. Das abwechslungsreiche Gameplay erinnert an große Titel wie „The Witcher 3 (2015)“ oder sogar „Red Dead Redemption (hier Teil 2) “ und sorgt für ein fesselndes Spielerlebnis.

Valhalla macht vieles anders. Vieles ist vielleicht in der Gamingwelt nicht neu. Wir fanden genau das aber ziemlich gut. Lieber etwas altbekanntes leicht verbessern und sich nur wenig neues trauen, als etwas schlechtes neu zu entwickeln und so die Gemüter der Spielegemeinschaft zu erhitzen.

Der einzige Kritikpunkt, der zu einer Bewertung von 9/10 führt, sind die weiterhin vorhandenen Bugs, die trotz zahlreicher Updates sogar im Jahr 2025 nicht vollständig behoben wurden. Diese sind jedoch nicht allzu häufig und beeinträchtigen den Spielspaß nur geringfügig.

Wenn ihr die vorherigen Teile mochtet , wird Valhalla euch mit Sicherheit begeistern! Möge Odin euch einen großen Spielspaß bringen!


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©Ubisoft

„Von allen Schlachten, die ein Mann schlagen kann, ist der Krieg gegen sich selbst am schwersten zu gewinnen.“ – Eivor


Was haltet Ihr von dem Wikinger-Assassinen? Teilt eure Gedanken zu „Assassin’s Creed Valhalla“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Eivor vom Rabenclan auch.


Trailer

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©Ubisoft

Final Fantasy XII – The Zodiac Age (Remastered) (2006, 2017)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Der 12. Teil der JRPG-Reihe und somit auch der Nachfolger von „Final Fantasy X“ und „Final Fantasy X-II“, (da er zur Hauptreihe gehört und kein MMORPG ist), hat den Titel „Final Fantasy XII“ und erschien 2006 für die „PlayStation 2„. 

Dieser Teil der Videospielreihe war eher im Hintergrund und wurde fast schon stiefmütterlich behandelt, obwohl das Videospiel durchaus seine Stärken hat.

Was wir während unserer Reise durch die magische Welt von „Final Fantasy XII“ erlebt haben, erfahrt Ihr in unserem Test auf derofa.de.

Genre: JRPG

Originaltitel: Final Fantasy XII

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Square Enix (damals Square Soft)

Game Director: Hiroyuki Ito, Hiroshi Minagawa

Musik: Masaharu Iwata, Hayato Matsuo, Hitoshi Sakimoto, Nobuo Uematsu (Ursprungsmelodie von Uematsu, komponierte den Theme Song „Kiss Me Good-Bye“ für Final Fantasy XII)

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 60 Stunden (Hauptstory), bis zu 100 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben) (100%)

Sprache: Vertonung nur in Englisch und Japanisch verfügbar, Untertitel in verschiedenen Sprachen (u.a. deutsch, englisch, französisch)

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch, PC (Stand: 04.11.2025)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: Final Fantasy

Vorgänger: Final Fantasy XI

Ähnliche Titel: Final Fantasy VIII, Final Fantasy IX, Final Fantasy X

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Final_Fantasy_XII

Wertung:

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Melissa

Verfasst am: 21. Mai 2025

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

Final Fantasy XII – Rabanastre Downtown

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©Square Enix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Aus schön wird schöner

Es war das Jahr 2006, und die Japaner waren uns Europäern wieder einmal einen Schritt voraus. Im März veröffentlichte Square Enix den Nachfolger zu „Final Fantasy XI“. Der elfte Teil gehörte zwar zur Hauptreihe, war jedoch das erste MMORPG (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game) – eine echte Besonderheit zu jener Zeit, da sich das Franchise bis dahin fast ausschließlich auf Singleplayer-Games konzentriert hatte. Doch kommen wir zurück zu „Final Fantasy XII.

Während amerikanische Spieler den zwölften Teil bereits im Oktober genießen durften, mussten wir Europäer uns bis ins Folgejahr 2007 gedulden. Damals geriet dieser Teil der Reihe bei uns ein wenig in Vergessenheit. Doch nun, knapp 18 Jahre später, konnten wir endlich wieder ins Königreich Dalmasca zurückkehren. Vielleicht habt ihr auch schon vom durchwachsenen Ruf von „Final Fantasy XII“ gehört? Warum der Titel lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt wurde, klären wir später in unserem Test.

2025 war jedenfalls unser Jahr! Als langjährige Final Fantasy-Veteranen durfte der zwölfte Teil natürlich nicht auf unserer „gespielt“-Liste fehlen. Nach so vielen Jahren stand für uns fest: Wir werfen einen Blick auf die Remastered-Version. Diese erschien im Juli 2017 für die PlayStation 4, 2018 für den PC und 2019 schließlich auch für Nintendo Switch und Xbox One. Die überarbeitete Fassung trägt den Beititel „The Zodiac Age. Gespielt haben wir sie auf der PlayStation 5.


Die Protagonisten aus Final Fantasy XII.

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©Square Enix

Die Geschichte des Imperiums

Das kleine Königreich Dalmasca wird vom mächtigen archadianischen Imperium überfallen. Die junge Prinzessin Ashelia B’nargin Dalmasca (Ashe) ist die einzige Überlebende der königlichen Familie. Sie täuscht ihren Tod vor und schließt sich dem Widerstand an. Ihr Ziel ist es, ihr Königreich zu befreien und den Anspruch auf den Thron zu wahren, um Dalmasca erneut zu regieren.

Ein Waisenjunge namens Vaan aus der Hauptstadt Rabanastre träumt zur gleichen Zeit davon, frei zu sein und den Himmel zu bereisen. Durch Zufall gerät er zusammen mit seiner Freundin Penelo in die politischen Machtspiele des Imperiums und trifft dabei auf Ashe sowie die Luftpiraten Balthier und Fran.

Gemeinsam decken sie die Wahrheit hinter dem Krieg auf – unter anderem die dunkle Rolle des Senats von Archadia, des machthungrigen Richters Gabranth und die Manipulation durch übernatürliche Wesen wie die Occuria. Die Occuria sind götterähnliche Wesen, die das Schicksal der Welt lenken wollen.

Im Verlauf der Geschichte wird klar: Die Gruppe kämpft nicht nur gegen ein Imperium, sondern gegen das vorbestimmte Schicksal selbst.


Der junge Vaan träumt von Abenteuern und das Erkunden der Welt.

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©Square Enix

Zodiac Age – Die Remastered-Version

Kommen wir zuerst zu den Neuerungen. Was ist neu in der Remastered-Edition? Wir fassen euch die 10 wichtigsten Punkte zusammen:

  • Stark überarbeitete Grafik

    „Final Fantasy XII – Zodiac Age“ ist kein Remake sondern ein Remaster – wie bereits oben erwähnt. Somit kommen die selben 3D-Modelle zum Einsatz wie im Jahr 2006 auf der PlayStation 2 Die Entwickler haben für die überarbeitete Version die Texturen geschärft und mit einem Effekt versehen, welches dem Videospiel mehr Struktur verleiht und sie durchaus ansehnlicher macht. Die besonderen Sequenzen die damals eines der Highlights der alten Final Fantasy-Videospiele waren, wurden hier auch verschönert.

  • Turbomodus

    Ihr habt wie bei den Remastered-Versionen von „Final Fantasy VIII“ und „Final Fantasy IX“ die Möglichkeit das Spiel durch das Drücken der L1-Taste zu beschleunigen.  Wahlweise in doppelter Geschwindigkeit oder sogar 4-facher Geschwindigkeit. Das macht einige Abschnitte im Spiel sehr angenehm (looten und leveln wie man so schön sagt).

  • Das Klassensystem für alle Charaktere

    Die Überschrift sagt es bereits – jede Spielfigur kann sich nicht mehr nur eine sondern jetzt sogar zwei Klassen aussuchen. Sei es der Krieger, der Weißmagier, der Jäger oder der Mönch. Im Original gab es nur ein Lizenzbrett für jeden Charakter – kurz gesagt: Nur eine Klasse pro Charakter. Ob diese Neuerung nun gut oder schlecht ist, sollte jeder selbst entscheiden.

  • Transparente Gebietskarte

    Beim Erkunden der Welt habt ihr jetzt die Möglichkeit durch Drücken des linken Analog-Sticks auf eurem DualSense Controller, eine transparente Gebietskarte anzeigen zu lassen. Das sieht nicht nur gut aus sondern ist überaus praktisch!

  • Angepasste Schwierigkeit

    Kritik an der alten Version war die Schwierigkeit. Daher hat Square Enix diese in „Zodiac Age“ gedrosselt und etwas angepasst. Das heißt nicht das ihr ohne leveln durch das Spiel kommt und jeder Kampf einfach ist. Vielmehr benötigt ihr am Anfang der Handlung nicht mehr so viele Heiltränke etc. Der Start wird euch somit etwas vereinfacht.

  • Autosave und kürzere Ladezeiten

    Definitiv eine positive Verbesserung.

  • Neuer Prüfungsmodus

    Wem das Spiel doch zu einfach oder zu kurz ist, kann sich durch den sogenannten „Prüfungsmodus“ fighten. Hier habt ihr die Möglichkeit mit euren bereits gelevelten Figuren weitere Kämpfe zu bestreiten. Die Kämpfe sollen Stück für Stück schwieriger werden. Wir haben es jedoch nicht für euch getestet. Das Hauptspiel hat uns von der Spielzeit schon gereicht.

  • Überarbeiteter Soundtrack

    Einfach nur wunderschön was uns hier Hitoshi Sakimoto komponiert hat. Nobuo Uematso hat für diesen Teil nicht den Soundtrack übernommen. Es gibt jedoch bekannte Final Fantasy-Melodien die ursprünglich von Herrn Uematso stammen und in „Final Fantasy XII – Zodiac Age“ zu hören sind wie z.B. das altbekannte „Final Fantasy“ – Theme.

  • Ein Paar Detailverbesserungen

    Das Bewegungsverhalten der Kamera wurde verbessert, sowie die Trophäen die ihr auf der Sony Konsole erhalten könnt.

  • Japanische Sprachausgabe

    Perfekt für Fernost Liebhaber. Ihr könnt die Sprache ganz einfach in den Einstellung des Spiels ändern und die Geschichte dann im japanischen original erleben.


Die beiden Luftpiraten Fran und Balthier.

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©Square Enix, https://www.google.com/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fwww.resetera.com%2Fthreads%2Fongoing-lttp-final-fantasy-xii-the-zodiac-age-im-captain-dice-dont-listen-to-fandoms-lies.460677%2F&psig=AOvVaw3DgnWtaUARqUiudU6ClaAa&ust=1762357237298000&source=images&cd=vfe&opi=89978449&ved=0CBQQjRxqFwoTCPCB7Lvq2JADFQAAAAAdAAAAABAZ

Verändertes Kampfsystem – Die Gambits

Das Kampfsystem von The Zodiac Age hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger (ohne Final Fantasy XI dazuzuzählen) erneut verändert. Unsere Charaktere greifen automatisch an, sobald ihre Angriffsleiste vollgeladen ist – und das alles in Echtzeit. Ihr könnt die Zeit jedoch jederzeit pausieren, um so dem Echtzeitmodus aus dem Weg zu gehen und ein eher rundenbasiertes Kampfsystem zu erleben – das altbekannte Prinzip aus früheren Spielen der Reihe. Des Weiteren könnt ihr euren Charakteren sogenannte „Gambits“ zuordnen.

Gambits sind Aktionen, die ihr den Figuren zuweisen könnt. Zum Beispiel soll euer stärkster Charakter immer den Feind mit der höchsten Lebensenergie angreifen. Ein anderer Charakter hat die Möglichkeit, euch bei einer Lebensenergie von unter 50 % zu heilen. Es gibt zahlreiche Kombinationen – das macht das Kampfsystem ziemlich interessant. Was denkt ihr?


Das Kampfsystem sieht auf den ersten Blick altbekannt aus.

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©Square Enix

Hier zu sehen das oben genannte „Gambit-System“

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©Square Enix

Zauberhafter Soundtrack – Ohne Uematsu?

Die musikalische Untermalung von „Final Fantasy XII: The Zodiac Age“ ist einfach wunderschön. Kaum ein anderer Soundtrack versteht es so gut, die Stimmung des Spiels einzufangen und den Spieler mitzureißen. Es besteht kein Zweifel: Auch diesmal hat uns die Musik wieder verzaubert.

Selbst ohne die unverkennbare Handschrift von Nobuo Uematsu gelingt es dem Komponisten-Team, einen eindrucksvollen Score zu erschaffen. Die Melodien laden zum Träumen ein, untermalen die epischen Momente ebenso wie die stillen Szenen und lassen uns vollkommen in die Welt von Dalmasca eintauchen.


Masaharu Iwata komponierte u.a. den Soundtrack zu „Final Fantasy XII“

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©Square Enix, Masaharu_Iwata

Fazit – das schwarze Schaf der Reihe?

Fallen wir mit der Tür direkt ins Haus: „Final Fantasy XII – The Zodiac Age“ hat uns schöne Stunden an der Konsole beschert. Die Geschichte mit ihren Protagonisten und der fabelhaften Welt faszinierte uns sehr. Nichts Ungewöhnliches bei einem Videospiel der Final Fantasy-Reihe. Wie so oft in der Welt von Final Fantasy verlieren wir uns vollends in einer bezaubernden Geschichte.

Dennoch müssen wir sagen: „Final Fantasy XII“ ist nicht das beste Videospiel der Reihe – das große „Aber“ kommt jetzt. Die Geschichte und das Gameplay machen Laune auf mehr. Der Score gibt uns die extra Prise, um komplett in der Welt von „Final Fantasy XII zu versinken. ABER: Das Videospiel hat ein verändertes Gameplay, die Charaktere sind charmant, aber sie kommen einfach nicht an Legenden wie Squall, Yuna und Co. heran. Es ist das Gesamtpaket, das nicht vollends zufriedenstellt. Das ist womöglich auch der Grund, weshalb dieser Teil der Reihe schlechter bei den Fans angekommen ist. Die Kritik ist jedoch so gering, dass wir euch das Videospiel trotzdem und auf jeden Fall empfehlen wollen!

Lasst euch also nicht vom schlechten Ruf abschrecken und taucht wieder in eine wundervolle Welt von Final Fantasy ein. Zudem ist die Zodiac Age-Edition hervorragend, um den Teil der Videospielreihe nachzuholen oder vielleicht ein weiteres Mal zu spielen. Von uns erhält das Videospiel eine 8/10. Es muss sich definitiv nicht verstecken!


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©Square Enix, https://64.media.tumblr.com/c96cfa3b804a6962e05bf1469f60df99/f6be6c1fccc0a7ca-e1/s540x810/34e4ab72d6768d9da648f7dff36398884df44a35.gifv

Was haltet Ihr von der Geschichte aus Dalmasca? Konnte die remastered Version den bereits erschienenden 12. Teil der Reihe nochmal verbessern? Was haltet ihr über den schlechten Ruf des 12. Teils? Nachvollziehbar oder Unfug? Teilt eure Gedanken mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Vann und Ashe aus Final Fantasy XII auch.


Trailer

PlayStation 2 Trailer zu „Final Fantasy XII“

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©Square Enix

Launch-Trailer zu „Final Fantasy XII – Zodiac Age“

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©Square Enix

Story-Trailer zu „Final Fantasy XII – Zodiac Age“

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©Square Enix

 

FAR: Lone Sails (2018)

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©Okomotive |  ©Mixtvision
  • 7.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 7.5/10
7.5/10

Spielenswert

„FAR: Lone Sails“ ist ein sogenanntes Vehicle-Adventure des schweizerischen Entwicklerstudios „Okomotive“.

Es wurde im Mai 2018 für PC veröffentlicht. Etwa ein Jahr später schaffte es das Indie-Spiel zudem auf PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch.

In „FAR: Lone Sails“ steuert ihr als winzige Spielfigur eine Art Hybrid-Fahrzeug aus Schiff und Lokomotive, über Schalter im Inneren, durch ein postapokalyptisches Szenario, in der 2D-Side-Scroller-Perspektive.

Unter dem Titel „FAR: Changing Tides“ wurde bereits ein Nachfolger angekündigt, der im Laufe 2021 erscheinen soll.[1]

Was das ungewöhnliche Puzzle- und Rätselspielchen ausmacht, verraten wir euch in unserem Test.

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Genre: Adventure, Puzzle, Rätsel, Side-Scroller

Originaltitel: FAR: Lone Sails

Produktionsland: Schweiz

Entwicklerstudio | Publisher: Okomotive | Mixtvision

Musik: Joel Schoch

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 3-4 Stunden

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 15.07.2021)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: FAR

Nachfolger: FAR: Changing Tides (für 2021 angekündigt)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/FAR:_Lone_Sails | https://videospiele.fandom.com/wiki/FAR:_Lone_Sails | https://howlongtobeat.com/game?id=56531

Wertung:  

Testplattform: Nintendo Switch

Autor: Jannik

Verfasst am: 17.07.2021

Lesezeit: ca. 8 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Weit: Einsame Segel“

Das Vehicle-Adventure

„FAR: Lone Sails“ ist ein sogenanntes Fahrzeug-Adventure und wurde vom schweizerischen Studio „Okomotive“ entwickelt.

Wir haben während unserer Gamer-Laufbahn ja schon allerlei Videospiele gezockt und ausprobiert, doch ein Vehicle-Adventure kam uns bisher noch nicht auf den Bildschirm. Euch auch nicht?

Dann setzt die Segel, schmeißt die Verbrennungsmotoren an und stellt den Treibstoffvorrat sicher. Wir laden euch auf unser Schiff ein, um dem Genre gemeinsam aufs Reifenprofil zu fühlen.

Es kann doch schließlich sicher nicht schaden, auch mal die Spur zu wechseln und auf andere Fahrbahnen vorzudringen, um ein weniger populäres Genre auszuprobieren. Oder doch?


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©Okomotive |  ©Mixtvision

Schwitzerrisches Studentenprojekt

Das außergewöhnliche Spielchen „FAR: Lone Sails“ hat als Studentenprojekt des leitenden Entwicklers Don Schmocker bereits im Jahr 2015 seinen Ursprung.[1]

Als Schmockers Kommilitone an der „Zürcher Hochschule der Künste“ – Goran Saric – mit zum Projekt stieß, gründeten sie im Jahr 2017 ihr Studio „Okomotive“.[2]

Die Inspiration für „FAR: Lone Sails“ soll unter anderem durch „Das Superbuch der technischen Wunderwerke“ aus dem Jahr 1992 von Richard Platt und Stephen Biesty gekommen sein. Doch auch Videospiele, wie das atmosphärische „Journey“ (2012) oder verspielte „LittleBigPlanet (2008), leisteten Zündstoff für „Okomotive“’s kreativen Motor.[3]


„Das Superbuch der technischen Wunderwerke“ diente unter anderem als Inspiration für „FAR: Lone Sails“

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©Amazon | Quelle: https://www.amazon.de/Stephen-Biestys-Incredible-Cross-Sections-cross-sections/dp/0863188079

Intention | Setting | Handlung

Doch was ist nun eigentlich das besondere an „FAR: Lone Sails“?

Die Schöpfer rund um Schmocker wollten ein Spiel entwickeln, welches euer Fahrzeug so essentiell macht, dass ihr im Verlaufe des Spiels eine Bindung zu ihm aufbaut.[4] Ob das wirklich funktioniert, haben wir uns im späteren Abschnitt „Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte“ genauer angeschaut.

Jedenfalls findet ihr euch als winzige Spielfigur in rotem Öl-Zeug, in einem scheinbar postapokalyptischen Szenario wieder. Die Umgebung erinnert dabei oft an ein ausgetrocknetes Meer, eine karge Steppe oder salzige Wüste. Auch ein klein wenig andere Landschaften werden im Spielverlauf auf euch zukommen.

Ohne jedwede Erklärung stürzt ihr euch munter drauf los und findet sogleich einen ulkigen fahrbaren Untersatz, unweit eures Startpunkts. Anschließend müsst ihr euch als frischgebackener Kapitän und stolzer Entdecker unter dem Motto „probieren geht über studieren“ selbst mit eurem Vehikel auseinandersetzen, um in die Weiten aufbrechen zu können.


Oben die Außen- und unten die Innenansicht eures treuen Gefährts in „FAR: Lone Sails“

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://www.artstation.com/artwork/k5gJx

Gameplay

Der Weg ist das Ziel

Habt ihr euch als Grünschnabel erstmal ein wenig mit eurem Schiff vertraut gemacht, macht ihr euch in der 2D-Side-Scroller-Perspektive auf die Reise durch verschiedene Gefilde. Auch wenn scheinbar ein nicht näher erwähntes Ereignis über die Welt hereingebrochen ist, gibt es dennoch allerhand sehenswertes auf eurem Weg.

Ob trockene Dünen, einen Sonnenuntergang im Abendrot, vom Wind gepeitschter Hagel oder von Schneestürmen durchzogenes Land. Euer Schiff bahnt sich den Weg durch einige Wetterphänomene und Umgebungen.


Zeit in Salz zu stechen

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=1568162976

Ihr tragt dabei fast ohne Unterbrechung die Verantwortung für euer Fahrzeug. Konkret heißt das: Nachdem ihr die Mechaniken und Knöpfchen im Inneren alle mal gedrückt habt, wisst ihr um deren Funktionen und eure Aufgaben. Das Segel will gespannt, der Ofen mit Treibgut befeuert und der Kessel vom Dampf befreit werden. Wenn es zu Komplikationen kommt, heißt es auch die Rolle des Feuerwehrmann sowie Maschinisten zu übernehmen und Brände zu löschen sowie Reparaturen durchzuführen oder kreativ zu werden und die Winde im Schlamm einzusetzen.

Mithilfe der Schultertasten zoomt ihr entweder auf eure Spielfigur oder lasst die Kamera in die Panoramaansicht zurückfahren. Je nach Ausrichtung der Kamera ist die Hülle eures Fahrzeuges entweder durchsichtig – sodass ihr euch und das Innere sehen könnt – oder aber sichtbar. Dieses Prinzip ist an die erwähnte Buchinspiration angelehnt.

Im Verlaufe der Reise macht ihr Halt an – nennen wir es Häfen oder Docks – häufiger weil ihr an Hindernissen nicht weiter kommt ohne dort Puzzle zu lösen, seltener leider weil ihr auf Upgrades für euer Schiff stoßt, die sich deshalb wie kleine Meilensteine anfühlen.

Doch habt ihr in „FAR: Lone Sails“ überhaupt ein Ziel? Nun ja, für einen echten Kapitän ist nichts weniger als der Weg das Ziel. Oder?


Eine Ansammlung an Spielszenen aus „FAR: Lone Sails“

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Plackerei oder Kreuzfahrt?

Bei allerlei Aufgaben als Kapitän, Navigator, Puzzler, Brandbekämpfer und Maschinist, stellt sich natürlich die Frage, inwieweit „FAR: Lone Sails“ entspannter Sightseeing-Trip oder doch eher unliebsame Plackerei ist.

Arbeit

Um gleich zur Sache zu kommen: „FAR: Lone Sails“ kann sich trotz der schönen Stimmung auch mal wie Arbeit anfühlen. Erinnert hat uns das ein wenig an das Echtzeitstrategiespiel „Jurassic World: Evolution“. Ebenso wie in der Rolle des Parkmanagers ist als Schiffskapitän ständig irgendetwas los und möchte justiert, arrangiert, eingesammelt, überlegt oder eingerastet werden.

Was uns daran am meisten störte war wohl der vielbetätigte Gasknopf. Eine Möglichkeit zum dauerhaften Einrasten gibt es nicht. Steht kein Wind, steht also auch mal eure Maschine, weil der Knopf sich immer wieder herausdreht. Verbessert wird das Bauteil während eurer Reise auch nicht. Dadurch kann es schon mal vorkommen, dass die Atmosphäre der Spielwelt und Umgebung unter euren Aufgaben, wie eben dem Gas geben, leidet und nicht richtig aufgesaugt werden kann. Das steht im Weg.

Wie Jawas

Ebenfalls das Ofen befeuern, also auftanken, kann schon mal nerven, da sich das aufheben zu Beginn des Spiels als relativ langwierig gestaltet. Da kann man sich beim Schrott respektive Brennstoff einsammeln in der Wüste, schon mal wie die kleinen, übergriffigen Javas aus dem „Star Wars Universum“ fühlen.

Wenn ihr euch dann aber im weiteren Verlauf wie ein Honigkuchenpferd über einen Sauger am Hinterteil eures Schiffes freut, weil dieser nunmehr selbstständig allerlei Treibgut aufsammelt und das zudem noch praktischerweise direkt am Brennofen, versteht ihr die Absicht der Entwickler dahinter. Leider sind diese Momente aber nicht zahlreich genug, was wir später im Abschnitt „Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte“ noch näher ausführen werden.

Ressourcenmanagement

Wer Angst vor großem Ressourcenmanagement hat, den können wir beruhigen. „FAR: Lone Sails“ geht überaus großzügig mit Treibstoff um. So ziemlich alles was sich in der Welt finden lässt, kann auch als Treibstoff verwendet werden. Wäre ja auch blöd mitten auf dem Weg manuell an der Schiffswinde ziehen zu müssen, um weiter an Strecke zu machen – auch wenn es ja bekanntlich im Fahrer-Jargon so schön heißt: „Wer liebt der schiebt!“.

Doch Vorsicht vor roten Fässern mit Flammen-Warnsymbol! Euer Motor wird es euch danken.


„FAR: Lone Sails“ kann sich durchaus auch mal wie Arbeit anfühlen

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Fernreise – Nah am Bildschirm

Egal ob im Handheld-Modus der Nintendo Switch oder auf dem großen Bildschirm. Wer in den Weiten von „FAR: Lone Sails“ versinken will, sollte sich darauf einstellen, sehr nah an den Bildschirm zu gehen – und das auch ohne Sehschwäche.

Trotz oder gerade wegen der erwähnten Zoom-Funktion und eurer Rolle als Mini-Spielfigur, müssen die Augen oft deutlich angestrengt werden.

Nicht selten muss über die Schultertasten nachjustiert werden, was in uns die Frage aufkommen lies, ob da eine automatische Kamera, die intelligent je nach Spielgeschehen umschaltet, nicht wenigstens in den Häfen bzw. Puzzle-Sequenzen sinnvoll gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz hat das ganze auch einen Vorteil. Da ihr als Knirps in der Welt fast schon untergeht, wirkt diese noch weiter als ohnehin schon. Insbesondere durch das Großenverhältnis zu eurem Schiff, fühlt ihr euch da stets wie ein kleiner Wicht im Wind.


Findet ihr Lone Henriksson? So heißt übrigens die spielbare Figur in „FAR: Lone Sails“.[5] Ein Tipp: Sie befindet sich etwa in der Mitte des Bildes.

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Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte

Mit „FAR: Lone Sails“ haben sich die Entwickler rund um Schöpfer Schmocker, wie bereits im Abschnitt „Intention | Setting | Handlung“ erwähnt, zum Ziel gesetzt, euer Vehikel so bedeutend wie nur möglich für euch zu machen. Doch schafft es das Spiel wirklich, dass ihr eine Bindung zu eurem Schiff aufbaut?

Zugegeben: Wenn ihr euren fahrbaren Untersatz immer besser kennenlernt, steigt mit dem Kilometerstand auch die emotionale Verbindung. Schließlich steht nichts außer das treue Gefährt zwischen euch und der rauen Einöde.

Die Grundidee euch ohne Erklärung einfach in die Welt zu werfen erweist sich somit nicht nur als effizient in Bezug auf die Entwicklungs- sondern auch Beziehungsarbeit. Denn neben den grundlegenden Funktionen wollen auch kleine Details, wie zum Beispiel die kleine rote Fahne die im Wind weht, erst einmal interpretiert und verstanden werden. Schiff und Kapitän bandeln aneinander an und ein Anschluss entsteht.

Doch baut man wirklich eine richtige Beziehung auf? In unserem Fall eher nicht! Und dafür gibt es auch gute Gründe. Es gibt im Verlaufe eurer Reise einfach viel zu wenige Upgrades für euer Schiff. Eine Entwicklung findet somit nur marginal statt. Individualisierungsmöglichkeiten gibt es letztendlich sogar gar keine. Vielleicht ist aber auch die kurze Spielzeit von nur drei bis vier Stunden der Grund, wieso wir das Fahrzeug nicht so lieb gewinnen konnten wie erhofft.

So bleibt in dieser Spur viel Potential auf der Strecke liegen, was dafür sorgt, dass unser Vehikel für uns am Ende nur ein treues Gefährt aber kein treuer Gefährte wird.


Auch wenn wir unser KFZ lieb gewinnen springt der Funke nicht vollends über

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Plakette für Konzept – Abzüge bei km-Anzahl

Neben bereits einigen, kleineren Versäumnissen auf der Wegstrecke der Bewertungsskala von eins bis zehn, muss man dem Spiel eines wirklich lassen: Die große Stärke von „FAR: Lone Sails“ liegt in dem edelmütigen, kreativen – wenn auch nicht perfekt umgesetzten Konzept. Das ist uns durchaus eine bescheidene derofa.de-KFZ-Plakette auf „FAR: Lone Sails“ Nummernschild wert.

Abzüge muss es jedoch leider – vergleichbar mit unserem erst kürzlich gemachten Indie-Ausflug „Gris“ (2018) – für den Umfang aber vor allem das verschwendete Potential geben.

„Okomotive“ hätte in „FAR: Lone Sails“ die Möglichkeit gehabt mit einer etwas längeren Spielzeit und dem gewissen Feinschliff im Ablauf der Puzzle, die letzten Punkte auf der Geraden zur Ziellinie noch rauszuholen.

War es im sowohl spielerisch als auch atmosphärisch perfekten „Gris“ eher der reine Umfang  – also schlicht mehr Spielzeit – so sind es in „FAR: Lone Sails“ eher die verpassten Möglichkeiten.

Doch wir sind uns fast sicher, dass die erfinderischen Köpfe hinter „Okomotive“, im angekündigten Nachfolger „FAR: Changing Tides“, genau an diesen Stellschrauben des Motors drehen werden!


Der Nachfolger „FAR: Changing Tides“ wurde bereits für 2021 angekündigt und bietet Chancen für den Feinschliff der Lackierung

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Fazit – Fahrlässig außergewöhnliches Indie-Spiel

Das fahrzeugbasierte Adventure „FAR: Lone Sails“ siedelt sich in einem ungewöhnlichen Genre an und bietet deshalb auch – aber nicht nur – eine ebenso außergewöhnliche Spielerfahrung.

Als schweizerisches Studentenprojekt entwickelt, zeigen die Schöpfer von „Okomotive“ mit ihrem Erstlingswerk sehr viele gute Ansätze. Damit kreieren sie einen spielenswerten bis ausgezeichneten Kurztrip, welcher für einige denkwürdige Erlebnisse bei euch sorgen könnte.

In „FAR: Lone Sails“ erwartet euch als geneigter Abenteurer eine meist angenehme Reise unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, welche auch vom ausprobieren lebt. Wegen der teilweise zumindest fragwürdigen Entscheidungen im Bereich Antrieb und Kamera, artet das Puzzle-Spielchen jedoch öfter auch in Arbeit aus und steht so seinem Potential, welches es zur Entschleunigung hätte, entgegen.

Außerdem hätte „FAR: Lone Sails“ insgesamt auch ein wenig mehr Platz für knackigere Rätsel oder Jump ’n‘ Run Einlagen der Spielfigur gehabt. Stattdessen erwarten euch oft leichte Schalterrätsel die zwischendurch, abseits des Schiffs, gelöst werden müssen.

Bei allem Minimalismus – auch im Bezug auf die Geschichte – hätte außerdem ein wenig mehr Input vorgebeugt, zu viel Eigeninterpretation in das dystopische Szenario legen zu müssen. Sei es nur in Form einer klitzekleinen Vorgeschichte, welche die Reise nachvollziehbarer und sinniger macht.

Das postapokalyptische Setting jedenfalls machte wohl sicher die Entwicklung von „FAR: Lone Sails“ leichter, doch Läge gerade in vielfältigeren Landschaften mit üppigen Vegetationen, die wahre Stärke in dem Spiel und Konzept. Schließlich könnte man so neben der Schufterei, um sein Gefährt am laufen zu halten, auch mal inne halten und so die Umgebungen und damit auch seine Fahrt mehr genießen.

Vielleicht ist das der Aufhänger für den nächsten Teil?! Der Nachfolger „Changing Tides“ (dt. Gezeitenwechsel) lässt zumindest darauf hoffen, diesmal auch in See stechen zu können. Erste Bilder gibt es bereits.

Letztendlich hat das Studio „Okomotive“ mit der Fortsetzung nun also die Möglichkeit, kleinere Stolpersteine von der Straße zu räumen, um aus einer sehr guten, eine herausragende Spielerfahrung zu machen.


Im Nachfolger „FAR: Changing Tides“ verschlägt es euch ins kühle Nass. Der Release ist für 2021 angekündigt. Den Trailer findet ihr unten.

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://store.steampowered.com/app/1570010/FAR_Changing_Tides/

Trailer

„FAR: Lone Sails“

Der offizielle Launch-Trailer zu „FAR: Lone Sails“

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„FAR: Changing Tides“

Der offizielle Announcement-Trailer zu „FAR: Changing Tides“

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