
Wertung: 
Autor: Melissa
Verfasst am: 25.08.2024
Lesezeit: 5 Minuten
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derofa Durchschnittswertung - 10/1010/10
Herausragend
Der Titel „Mortalis“ entstammt dem Lateinischen und steht für die Sterblichkeit sowie das Vergängliche. Abgeleitet vom Begriff „mors“ – was der Tod bedeutet – verdeutlicht der Name bereits das zentrale Thema dieses Mangas: Leben und Tod.
„Mortalis“ ist ein Manga des deutschen Mangaka Dominik Jell. Dominik Jell ist ein Tattoo-Künstler der seine Kunst auch in Mangas präsentiert. Seine Werke zeichnen sich durch detaillierte, vom Tattoo-Stil geprägten Zeichenstil aus.
Wir haben uns den Manga genauer angeschaut und erzählen euch mehr in unserem Test auf derofa.de
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Genre: Horror
Originaltitel: Mortalis
Produktionsland: Deutschland
Text | Zeichnungen: Dominik Jell
Übersetzer: Yuko Keller
Verlag | Magazin: Carlsen
Form: Taschenbuch, eBook
Bände: 1
Seitenanzahl: 178
Altersempfehlung: 18
Universum: Dominik Jell
Inhaltsverzeichnis
Blutige Atmosphäre ala Junji Ito
Dominik Jell beweist das er sein Handwerk kann. Seine Zeichnungen ähneln stark dem japanischen Horror-Meister Junji Ito – denn auch seine Geschichten sind finster, brutal und bewegend. Die Parallelen liegen vor allem in der visuellen Intensität und der Atmosphäre. Mortalis kann durchaus mit dem japanischen Mangaka mithalten.
Um was geht es in „Mortalis“? Der Manga umfasst bisher ein Band und zeichnet sich durch düstere Horror-Kurzgeschichten aus.
„Mortalis“ besteht aus zwei voneinander unabhängigen Erzählungen über Tod, das Unbekannte und menschliche Abgründe.
Hier zu sehen: Dominik Jell und das Cover von Mortalis
Kurzgeschichte 1: Osiris
Diese Geschichte spielt im modernen Japan und dreht sich um einen Youtuber names Hideaki Kobayashi, der sich auf Geistergeschichten spezialisiert hat. Er erkundet gerne Lost Places in denen es spuken soll.
Die Geschichte thematisiert dabei die Grenze zwischen Realität und dem Übernatürlichem. Die Handlung hat es in sich! Sie ist unheimlich und führt den Leser sogar in einen unerwarteten Twist!
Die Zeichnungen sind wie immer sehr gelungen. Da schaut man sich jede einzelne Seite noch genauer an – der Stil von Dominik Jell ist brilliant.

Das ist eine Zeichnung aus der ersten Geschichte
Kurzgeschichte 2: Exekution
Diese Geschichte spielt in Süddeutschland (welche auch die Heimatregion des Autors ist) zur Zeit der Hexenverfolgung.
Eine Frau wird zu Unrecht als Hexe verurteilt. Die geplante Hinrichtung gerät außer Kontrolle und wird sehr blutig und alle daran Beteiligten werden ins Verderben gestürzt.
Merkmale dieser Geschichte sind u.a. der fast vollkommene Verzicht auf Text. Hier soll das visuelle im Mittelpunkt stehen – was es auch tut. Die Bilder sollen den Horror, die Brutalität und die Verzweiflung so detailliert wie möglich darstellen. Dominik Jell bringt den Alptraum gut rüber.

Das ist eine Illustration aus der zweiten Geschichte
Bonus-Material
Beide Geschichten sind so bemerkenswert und zugleich aufregend – der Leser wird förmlich ins Geschehen hineingezogen. Schnell hat man Band 1 dann auch durch – was uns zum negativen Punkt bringt. Leider sind die Geschichten recht kurz – schade, wir hätten uns mehr gewünscht, denn die Inszenierung der beiden Handlungen wurde wirklich mit Liebe gemacht, das kann man erkennen. Die Zeichnungen sprechen für sich.
Zum Ende jeder Geschichte bekommt man noch ein Interview von Dominik Jell gezeigt – der über seinen Alltag als Mangaka spricht.
Dominik Jell hat erklärt, dass er diverse Kurzgeschichten parat hat und diese auch schon gezeichnet wurden – es fehlen nur weitere Manga-Veröffentlichungen.
Wir dürfen gespannt sein. Mortalis ist definitiv eine Manga-Reihe die weiter geführt werden sollte. Laut aktuellem Stand sei der Manga „Mortalis“ zu Ende und es sind bisher keine Fortsetzungen durch den Autor geplant. (Stand Februar 2026).
Wenn ihr mehr von Jell lesen bzw. sehen möchtet, könnt ihr euch noch seine weiteren Werke wie z.B. den Slice-of-Life Manga „Crossing Borders“ ansehen oder sogar seinen neuesten Manga, welcher erst im März 2026 veröffentlicht wird und den Titel „Revolt: Eine düstere Zukunft zwischen Hightech und moralischen Verfall“ hat.

Hier zu sehen: „Crossing Borders“ Band 1
Ein Auszug aus dem Manga „Crossing Borders“ von Dominik Jell
„Revolte“ – der neue Cyber-Manga von Dominik Jell
Sammlerstücke für Fans des Horrors!
Der Autor Dominik Jell weist jedoch noch weitere „Werke“ auf – zwar sind es keine Mangas – es sind Illustrationen für beliebte japanische Horrorfilme.
Plaion Pictures hat eine Reihe von J-Horrorfilmen herausgebracht, die alle unter dem Namen „J-Horror Collection“ veröffentlicht wurden. Das Besondere an diesen Veröffentlichungen: Dominik Jell hat verschiedene Artworks für die Blu-Rays bereitgestellt.
Solche Artworks verwandeln eine simple Blu-Ray in ein echtes Sammlerstück. Während Standard-Editionen oft nur das Kinoplakat recyceln, bieten Sondereditionen eine völlig andere Wertigkeit. Die Artworks von Jell heben sich von den Standard Blu-Rays definitiv ab.
Doch schaut selbst.

Hier zu sehen das Artworks zum original J-Horrorfilm „Ringu“
Fazit – Düster, brutal mit grandiosen Zeichnungen
„Mortalis“ ist ein beeindruckendes Werk des deutschen Künstlers, das vor allem durch seine visuelle Wucht überzeugt. Da Jell aus der Tattooszene kommt, sind die Zeichnungen außergewöhnlich detailliert, kontrastreich und düster.
Die realistischen Zeichnungen fangen die beklemmende Atmosphäre des Mangas perfekt ein. Beide Geschichten bieten unterschiedliche Schwerpunkte, was uns als Leser etwas mehr Abwechslung bietet – über modernen Horror bis hin zum historischen Setting.
„Mortalis“ mit seinen erstklassigen Zeichnungen ist ein Muss für Liebhaber des Junji-Ito Psychohorrors – der Autor hat ein Auge fürs Detail.

„Mortalis“ enthält neben dem Manga ein Poster und ein Shikishi (Ist ein traditioneller, fester japanischer Malkarton mit weißer Oberfläche der speziell für Kalligraphie und Autogramme genutzt wird)



