Archiv der Kategorie: Mysterythriller

Die Kunst des toten Mannes (2019)

Lesemusik:

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©Netflix | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 6/10
    roter Faden-Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Jannik meint - Ganz gut

„Die Kunst des toten Mannes“ ist ein Horrorthriller, der sich zu Beginn nicht so recht zwischen Thriller– und konventioneller Drama-Atmosphäre entscheiden kann.

Sein Potential entfaltet er daher spät. Im Gegensatz zu Jake Gyllenhaals hervorragender Schauspielleistung. Außerdem tröstet die ungewöhnliche Handlung über das vorhersehbare Ableben der Figuren hinweg.

Insgesamt bleibt „Velvet Buzzsaw“ (Originaltitel) so als ganz guter Genre-Film ohne wirkliche Spitzen im Gedächtnis.

(17. März 2019)

Genre: Horrorthriller, Mysterythriller

Originaltitel: Velvet Buzzsaw

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Netflix

Regie: Dan Gilroy

Drehbuch: Dan Gilroy

Produktion: Jennifer Fox

Musik: Marco Beltrami

Länge: ca. 113 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 1. Februar 2019 (Direct to Netflix)

Ähnliche Titel: Spree – Alles für die Klicks (2020)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kunst_des_toten_Mannes | https://en.wikipedia.org/wiki/Velvet_Buzzsaw | https://www.imdb.com/de/title/tt7043012/reference/

Was haltet Ihr von „Die Kunst des toten Mannes“? Regisseur Dan Gilroy hat übrigens bereits in „Nightcrawler“ (2014) mit Jake Gyllenhaal zusammengearbeitet. Der Film kam mit einer 7,8/10 bei IMDB jedoch wesentlich besser an.[1] Welcher der beiden Filme ist euer Favorit? Teilt eure Gedanken zu „Die Kunst des toten Mannes“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und alle mörderischen Gemälde dieser Welt bestimmt auch!


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Die Kunst des toten Mannes“.

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©Netflix

Antebellum (2020)

Lesemusik:

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©Lionsgate | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Jannik meint - Ausgezeichnet

Mit „Antebellum“ präsentieren uns die Produzenten aus dem Hause QC Entertainment, die sich bereits für „Get Out“ und „Wir“ verantwortlich zeichneten, abermals einen Social-Thriller mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik und wieder dieser eigenartigen Form von Mindfuck.

„Antebellum“ überträgt und transportiert dabei die seelischen und körperlichen Qualen unterdrückter schwarzer Menschen aus der Zeit der namensgebenden Antebellum-Ära (Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, zw. 1812 – 1861)[1] auf die heutige Zeit.

Brisant ist das deswegen, weil er damit die Behauptung aufstellt oder zumindest den Schluss zulässt, dass Rassismus heutzutage in dieser extremen und absoluten Weise und in gleichem Maß in der modernen Gesellschaft verankert ist. Nur weniger offensichtlich, versteckter oder in abstrakteren Formen.

Es ist eine krasse Mischung, in seiner Botschaft sehr absolut, moralisierend, pauschalisierend und einseitig. „Antebellum“ sucht diese Provokation und kann sich deshalb absurd anfühlen. Es ist der Kampf weiß gegen schwarz, aber auch schwarz gegen weiß.

Da es sich bei „Antebellum“ jedoch um ein künstlerisches Werk handelt, lässt sich diese Überspitzung wiederum durchaus rechtfertigen. Es ist eben dieses Kontrastdenken, was den Film inhaltlich so furchterregend macht. Es ist der totale Kampf der Ethnien, zugespitzt, um die soziale Schieflage/systematische Unterdrückung so laut wie möglich in die Gesellschaft herauszuschreien.

Es macht Spaß, bei diesem Befreiungsschlag der Macher zuzusehen. Auch wenn sie (möglicherweise bewusst) etwas über das Ziel hinausschießen. Denn gerade aus einer subtileren, unterschwelligeren Programmatik wie der eines „Get Out“ (2017) hätten sie Spannung herausziehen können.

„Antebellum“ ist letztendlich ein ausgezeichneter So(cial)nder-Thriller mit starken Bildern und Kontrasten, der sich durch seinen Twist von der breiten Masse abhebt und insgesamt ausgezeichnet altern wird. (8. Mai 2021)

Genre: Thriller, Mysterythriller, Horrorthriller

Originaltitel: Antebellum

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Lionsgate | QC Entertainment, Bush+Renz

Regie: Gerard Bush, Christopher Renz

Drehbuch: Gerard Bush, Christopher Renz

Produktion: Raymond Mansfield, Sean McKittrick, Zev Forman, Gerard Bush, Christopher Renz, Lezlie Wills

Musik: Nate Wonder, Roman Gianarthur

Länge: ca. 106 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 18. Dezember 2020 (Blu-ray DE)

Ähnliche Titel: Get Out (2017), Wir (2019), Nope (2022), Him – Der größte aller Zeiten (2025)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Antebellum_(Film) | https://en.wikipedia.org/wiki/Antebellum_(film) | https://www.imdb.com/de/title/tt10065694/reference/
Was haltet Ihr von „Antebellum“? Beim Marketing wurde unserer Meinung nach der Eindruck erweckt, Social-Thriller-Pionier Jordan Peele wäre persönlich involviert. Sowohl die Ästhetik des Posters als auch der Slogan „Von den Machern von „Get Out“ und „Wir“ deuteten stark darauf hin. Auch wenn Peele nicht mitgewirkt hat, fanden wir, sein Geist war irgendwie anwesend. Teilt eure Gedanken zu “Antebellum” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und QC Entertainment bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Antebellum“

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©LEONINE

 

Searching (2018)

  • 9.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 9.5/10
9.5/10

Herausragend

Im Mysterythriller Searching begibt sich Familienvater David Kim (John Cho), auf die Suche nach seiner vermissten Tochter.

Warum Searching trotz dieser gewöhnlich klingenden Ausgangsposition, so raffiniert und anders ist, erfahrt ihr im derofa-Review.


Genre: Mysterythriller

Autor: Jayes

Verfasst am: 31.03.2019

Wertung:   


Kommen wir gleich zur Sache

Wir fallen gleich mal mit der Tür ins Haus.
Searching ist eine Tortur – im positiven Sinne. Und ein unglaublich guter Film.

Wir werden versuchen im folgenden Review, so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig, über die Handlung des Mysterythrillers zu verraten.

Wie so oft gilt: keinen Trailer ansehen und eigentlich auch nicht die folgenden Zeilen lesen. Aber keine Sorge, wir werden keine wesentlichen Teile der Handlung vorweg nehmen.

Trotzdem, je weniger man über Searching weiß, desto besser.


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©Sony Pictures Entertainment

Gleich und doch ganz anders

Unzählige Medien in Form von Filmen, Serien, Games oder Büchern handeln von Vermisstenfällen.

Ob der Erfolgsthriller 96 Hours, in dem der Protagonist seiner entführten Tochter hinterher jagt, das Videospiel Heavy Rain, in dem Ethan Mars versucht, seinen verschwundenen Sohn aufzuspüren oder in Sachen Literatur, die Stieg Larsson Romane, die als „Millennium-Trilogie“ bekannt wurden.

Die Angst einen geliebten Menschen zu verlieren ist fest in uns allen verankert. Kein Wunder, dass das plötzliche Verschwinden einer nahestehenden Person, ein altbewährtes und oft verwendetes Instrument von Autoren ist, um beim mitfühlenden Konsumenten Verlustängste auszulösen.

Auch Searching bedient sich dieser Formel. Was erstmal total gewöhnlich und abgedroschen klingt, fühlt sich komischerweise gar nicht so an. Searching ist trotz seiner Thematik gar nicht so typisch und gewohnt wie erwartet. Aber wieso eigentlich?


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http://www.gamona.de/kino-dvd/96-hours-taken-3,liam-neeson-verraet-wer-diesmal-entfuehrt-wird:news,2400968.html

Form noch nie gesehen

Searching ähnelt zwar in seiner Grundprämisse der typischen „Vermissten-Formel“, hat aber eine völlig andere erzählerische herangehensweise.

In dem Mysterythriller wird nämlich ein großer Teil der Handlung, über die Benutzung der Figuren, von Computern, Tablets und Smartphones erzählt. Das klingt erstmal kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht.

Stellt euch vor der durchschnittliche Familienvater David Kim (John Cho), setzt sich an seinen Computer. Er checkt seine E-Mails, schaut sich Familienfotos an und organisiert seinen Kalender. Wir als Zuschauer folgen ihm dabei und haben oftmals den direkten Blick auf seinen Bildschirm.


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©Sony Pictures Entertainment

Das geniale an dieser Erzählform ist, dass wir uns als Zuschauer, da wir die Systeme selbst tagtäglich nutzen, sofort in die Lage des Benutzers versetzen können und wir alles verstehen und erfahren, ohne dass auch nur ein Wort dabei gesagt wird. Die Nutzung des Systems erzählt uns die Geschichte!

Hinzu kommt, dass die genutzten Computersysteme stets an die jeweilige Zeit, in der die Handlung gerade spielt, angepasst sind.

Zu sehen sind dann bspw. ausgediente Systeme wie Windows 98 oder XP, alte Designs von bekannten Webseiten wie Google, Wikipedia und co. oder inzwischen ausgediente Trendseiten wie z.B. Myspace.

Im Verlauf der Zeit ändern sich die Systeme und auch das Nutzerverhalten. Plötzlich spielt Facebook eine Rolle, Facetime, Skype und Instagram finden Einzug in den Alltag von Millionen von Nutzern. Für David Kim und seine Tochter ergeben sich, wie für uns alle, neue Möglichkeiten aber auch Gefahren, durch die Nutzung dieser Dienste und Geräte.

Diese raffinierte Liebe zum Detail, bei der man sich wirklich in die entsprechende Zeit versetzt fühlt, führt zu einer Authenzität und Glaubwürdigkeit, die uns sofort alles glauben lässt, was Regisseur Aneesh Chaganty uns mit Searching erzählt.


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http://straightfromamovie.com/searching-movie-review/

Emotional packend

Und das ist nur einer der Gründe warum Searching uns emotional so gepackt hat.

Sind euch am Ende eines Films, auch schon mal die Tränen gekullert?
Nicht Wenige haben bei einem emotionalen Filmmoment, sicher schon mal die eine oder andere Träne verdrückt, vielleicht sogar geheult wie ein Schlosshund. Aber habt ihr es erlebt, dass ihr schon nach sechseinhalb Minuten damit anfangt? Keine Sorge, Searching schafft das bestimmt!

Regisseur Aneesh Chaganty macht dabei etwas geniales.
In vielen anderen Werken, wird im Verlaufe der Geschichte eine Bindung zu den Charakteren aufgebaut, die dann im Finale entladen wird und berührt. Chaganty hingegen dreht das Ganze um. Er baut direkt in den ersten paar Minuten des Films, eine immense Bindung zu den Protagonisten auf, die man dann im gesamten restlichen Verlaufs des Films spürt. Dadurch fühlt man sich bereits von Anfang an den Figuren nahe und wird emotional unglaublich stark mitgerissen.


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©Sony Pictures Entertainment

Schauspieler in Bestform

Dafür sorgen auch die Schauspieler.

Was war das denn bitte von John Cho? Internationale Bekanntheit erlangte der US-amerikanische Schauspieler koreanischer Abstammung als pubertärer und notgeiler „MILF-Schreier“ aus American Pie (1999). Inzwischen ist er auch in ernsteren Film- und Serien Produktionen zu sehen.

Was Cho in „Searching“ für eine hervorragende Leistung abspult, hätten wir nicht erwartet. In seiner Rolle als David Kim, gibt es gar nicht mal so viel Raum, um wirklich zu glänzen und dennoch spielt Cho überzeugend und sehr authentisch. Er schafft es, dass man mit seiner Figur sympathisiert und ihr helfen möchte.

Auch die übrige Besetzung, darunter Michelle La als Margot Kim, ist exzellent gewählt und sorgt dafür, dass man den Geschehnissen in Searching jederzeit glauben schenkt.


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©United International Pictures GmbH

Fazit – Mysterythriller at it’s best

Searching bedient sich geschickt einer alten Formel und macht etwas ganz eigenes daraus.

Die Erzählung über die Computersysteme zu gestalten ist genial und schafft ein immersives Gefühl, welches sofort zum mitfiebern verleitet. Searching ist ein Film, den wir sicher immer wieder sehen könnten und trotzdem jedes mal aufs neue emotional werden würden.

Da sind sie wieder. Die breite Palette der Emotionen, die unser Lieblingsgenre des Thrillers in uns auslösen. Zuerst sind wir neugierig, dann erstaunt, plötzlich traurig, dann wieder hoffnungsvoll.

Ein Wechselbad der Gefühle – auch mit Searching!


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©Sony Pictures Entertainment

  Weitere Wertungen


Lissa meint → Herausragend

„Spannend, emotional und nervenzerreißend. Einfach herausragend!“   (19.04.2019)