Als wir das erste mal von „Longlegs“ gehört haben,, wuchs die Neugier. Als wir dann erfuhren das Nicholas Cage eine Hauptrolle in diesem Horrorfilm übernimmt, wollten wir mehr erfahren.
Die Vermarktung des Film wurde bewusst so gelegt, dass man z.B. Nicolas Cage in keinem Trailer oder Poster komplett gezeigt hat. Man hörte nur seine Stimme oder sah vage Umrisse, um die Neugier auf sein „monströses“ Aussehen zu maximieren.
Genauso wenig zeigte uns der Trailer klassische Jump-Scares sondern verstörende Notrufe die mit körnigen Bildern dargestellt wurden. Der gewählte Stil von Oz Perkins für „Longlegs“ sollte dadurch schon angeteasert werden.
Ob das „Slow-Burn“-Marketing erfolgreich war und ob uns „Longlegs“ neues Film-Futter zeigen konnte, erzählen wir euch in dieser Kritik auf der rote Faden,
In den 1990er Jahren kommt es zu mehreren ungelösten und mysteriösen Mordfällen, die Oregon seit Jahrzehnten erschüttert. Die junge FBI-Agentin Lee Harker soll dem auf die Spur gehen und die ungelösten Fälle untersuchen.
Obwohl an den Tatorten nie ein Eindringling gefunden wurde, hinterlässt der vermeintliche Täter, der sich selbst „Longlegs“ nennt, kryptische Botschaften mit satanischen Symbolen. Während die FBI-Agentin versucht, die rituellen Muster und okkulten Zusammenhänge der Taten zu entschlüsseln, stößt sie auf eine erschreckende persönliche Verbindung zu dem Gesuchten.
Was als klassische Serienkiller-Jagd beginnt, entwickelt sich schnell zu einem beklemmenden Albtraum, in dem die Grenzen zwischen polizeilicher Ermittlung und übernatürlichem Terror ineinander verschwimmen.
Die FBi Agentin Lee Harker ist schockiert von den grausamen Morden des „Longlegs“-Killers.
Dieser Film ist ein wahrhaftig stilistischer Überflieger.
Schon zur ersten Szene hin, wird durch die 4:3 Darstellung ein 90er Jahre Flair suggeriert, um die Zuschauer mehr in das Geschehen einzubinden. Dieser Stil wechselt immer mal wieder zu 16:9 und zurück, je nach Zeitepoche. Wir lieben es! Regisseur Oz Perkins spielt meisterhaft mit verschiedenen Bildformaten.
Es ist ein cineastisches Highlight und verleiht der Handlung einen Old-School-Flair den man beispielsweise gut mit Crime-Serien wie „True Detektiv“ oder dem legendären Film „Das Schweigen der Lämmer“ aus dem Jahr 1991 vergleichen kann. Es ist das gewisse Etwas das den Film so brilliant macht. Was gibt es weiteres an diesem Film was uns so ins Auge gestochen hat?
Der Film setzt weniger auf plumpe Jump-Scares, sondern auf ein konstantes und tiefes Unbehagen. Durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen (oft statisch oder mit viel leerem Raum) und einem beklemmenden Sounddesign, fühlt man sich als Zuschauer nie sicher.
Durch die Kameraeinstellungen ist die Angst allgegenwärtig.
Seine Darstellung des Killers wird als einer der gruseligsten Auftritte seiner Karriere gefeiert. DerSpecial Effects Make-up )kurz SFX-MakeUp) verlangte sehr viel Zeit. Nicholas Cage ist unter einer dicken Schicht von Prothesen kaum wiederzuerkennen. Für seine Rolle habe er eine sehr spezielle und verstörende Stimme genutzt bzw. „gespielt“. Sein Aussehen wurde Anfangs durchs Marketing bewusst geheim gehalten, um den Schockmoment im Kino zu maximieren. Wir können bestätigen – Das hat funktioniert!
Cage ist in seiner Rolle nicht wiederzuerkennend. Man bekommt es in seiner Gegenwart mit der Angst zu tun. Ihm möchte man nicht alleine im dunklen Wald treffen – oder was meint ihr? Er spielt seine Psychopathen-Rolle sehr authentisch und überaus überzeugend gut.
Auch seine Filmpartnerin Maika Monroe zeigt schauspielerisch eine Authentizität, bei der wir sogar mitfühlen müssen, wenn sie Schwierigkeiten hat ihren Fall zu lösen und ihr immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Sie ist eine FBI-Agentin die mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat. Exzellentes Schauspiel!
Agentin Harker ist auf der Suche nach dem „Longlegs“-Killer.
Zugegeben Anfangs haben wir lange gebraucht um den Meilenstein in „Longlegs“ zu erkennen. Der Film setzt zu Beginn auf einen entschleunigten Einstieg. Das macht die Handlung nicht langatmig, aber man fühlt sich als Zuschauer beinahe hinters Licht geführt? Warum das? Der Film suggeriert fast in jeder Szene – „Gleich kommt Etwas!“. Denn „Longlegs“ spielt nämlich mit unseren Erwartungen und das dauerhaft!
Wir können euch sagen: Dranbleiben lohnt sich! Denn dieser Psychohorror entfaltet seine volle Wucht erst spät, und lässt euch dann aber garantiert nicht mehr los. „Longlegs“ ist ein Unikat was es so in der Filmbranche selten zu sehen gibt.
Neben „Smiley 2 – Siehst du es auch?“ oder „The Substance“ war „Longlegs“ einer unserer Film-Highlights des Horrorgenres aus dem Jahr 2024.
Mit Abstand die gruseligste Rolle von Nicholas Cage.
Was haltet Ihr von dem Okkulten-Film aus der Feder von Oz Perkins? Gehört „Longlegs“ zu einer der Horrorfilmsensationen 2024? Teilt eure Gedanken zu „Longlegs“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der Longlegs-Killer bestimmt auch!
Der Titel „Mortalis“ entstammt dem Lateinischen und steht für die Sterblichkeit sowie das Vergängliche. Abgeleitet vom Begriff „mors“ – was der Tod bedeutet – verdeutlicht der Name bereits das zentrale Thema dieses Mangas: Leben und Tod.
„Mortalis“ ist ein Manga des deutschen Mangaka Dominik Jell. Dominik Jell ist ein Tattoo-Künstler der seine Kunst auch in Mangas präsentiert. Seine Werke zeichnen sich durch detaillierte, vom Tattoo-Stil geprägten Zeichenstil aus.
Wir haben uns den Manga genauer angeschaut und erzählen euch mehr in unserem Test auf derofa.de
Dominik Jell beweist das er sein Handwerk kann. Seine Zeichnungen ähneln stark dem japanischen Horror-Meister Junji Ito – denn auch seine Geschichten sind finster, brutal und bewegend. Die Parallelen liegen vor allem in der visuellen Intensität und der Atmosphäre. Mortalis kann durchaus mit dem japanischen Mangaka mithalten.
Um was geht es in „Mortalis“? Der Manga umfasst bisher ein Band und zeichnet sich durch düstere Horror-Kurzgeschichten aus.
„Mortalis“ besteht aus zwei voneinander unabhängigen Erzählungen über Tod, das Unbekannte und menschliche Abgründe.
Hier zu sehen: Dominik Jell und das Cover von Mortalis
Diese Geschichte spielt im modernen Japan und dreht sich um einen Youtuber names Hideaki Kobayashi, der sich auf Geistergeschichten spezialisiert hat. Er erkundet gerne Lost Places in denen es spuken soll.
Die Geschichte thematisiert dabei die Grenze zwischen Realität und dem Übernatürlichem. Die Handlung hat es in sich! Sie ist unheimlich und führt den Leser sogar in einen unerwarteten Twist!
Die Zeichnungen sind wie immer sehr gelungen. Da schaut man sich jede einzelne Seite noch genauer an – der Stil von Dominik Jell ist brilliant.
Diese Geschichte spielt in Süddeutschland (welche auch die Heimatregion des Autors ist) zur Zeit der Hexenverfolgung.
Eine Frau wird zu Unrecht als Hexe verurteilt. Die geplante Hinrichtung gerät außer Kontrolle und wird sehr blutig und alle daran Beteiligten werden ins Verderben gestürzt.
Merkmale dieser Geschichte sind u.a. der fast vollkommene Verzicht auf Text. Hier soll das visuelle im Mittelpunkt stehen – was es auch tut. Die Bilder sollen den Horror, die Brutalität und die Verzweiflung so detailliert wie möglich darstellen. Dominik Jell bringt den Alptraum gut rüber.
Das ist eine Illustration aus der zweiten Geschichte
Beide Geschichten sind so bemerkenswert und zugleich aufregend – der Leser wird förmlich ins Geschehen hineingezogen. Schnell hat man Band 1 dann auch durch – was uns zum negativen Punkt bringt. Leider sind die Geschichten recht kurz – schade, wir hätten uns mehr gewünscht, denn die Inszenierung der beiden Handlungen wurde wirklich mit Liebe gemacht, das kann man erkennen. Die Zeichnungen sprechen für sich.
Zum Ende jeder Geschichte bekommt man noch ein Interview von Dominik Jell gezeigt – der über seinen Alltag als Mangaka spricht.
Dominik Jell hat erklärt, dass er diverse Kurzgeschichten parat hat und diese auch schon gezeichnet wurden – es fehlen nur weitere Manga-Veröffentlichungen.
Wir dürfen gespannt sein. Mortalis ist definitiv eine Manga-Reihe die weiter geführt werden sollte. Laut aktuellem Stand sei der Manga „Mortalis“ zu Ende und es sind bisher keine Fortsetzungen durch den Autor geplant. (Stand Februar 2026).
Wenn ihr mehr von Jell lesen bzw. sehen möchtet, könnt ihr euch noch seine weiteren Werke wie z.B. den Slice-of-Life Manga „Crossing Borders“ ansehen oder sogar seinen neuesten Manga, welcher erst im März 2026 veröffentlicht wird und den Titel „Revolt: Eine düstere Zukunft zwischen Hightech und moralischen Verfall“ hat.
Der Autor Dominik Jell weist jedoch noch weitere „Werke“ auf – zwar sind es keine Mangas – es sind Illustrationen für beliebte japanische Horrorfilme.
Plaion Pictures hat eine Reihe von J-Horrorfilmen herausgebracht, die alle unter dem Namen „J-Horror Collection“ veröffentlicht wurden. Das Besondere an diesen Veröffentlichungen: Dominik Jell hat verschiedene Artworks für die Blu-Rays bereitgestellt.
Solche Artworks verwandeln eine simple Blu-Ray in ein echtes Sammlerstück. Während Standard-Editionen oft nur das Kinoplakat recyceln, bieten Sondereditionen eine völlig andere Wertigkeit. Die Artworks von Jell heben sich von den Standard Blu-Rays definitiv ab.
Doch schaut selbst.
Hier zu sehen das Artworks zum original J-Horrorfilm „Ringu“
„Mortalis“ ist ein beeindruckendes Werk des deutschen Künstlers, das vor allem durch seine visuelle Wucht überzeugt. Da Jell aus der Tattooszene kommt, sind die Zeichnungen außergewöhnlich detailliert, kontrastreich und düster.
Die realistischen Zeichnungen fangen die beklemmende Atmosphäre des Mangas perfekt ein. Beide Geschichten bieten unterschiedliche Schwerpunkte, was uns als Leser etwas mehr Abwechslung bietet – über modernen Horror bis hin zum historischen Setting.
„Mortalis“ mit seinen erstklassigen Zeichnungen ist ein Muss für Liebhaber des Junji-Ito Psychohorrors – der Autor hat ein Auge fürs Detail.
„Mortalis“ enthält neben dem Manga ein Poster und ein Shikishi (Ist ein traditioneller, fester japanischer Malkarton mit weißer Oberfläche der speziell für Kalligraphie und Autogramme genutzt wird)
Bevor sich das Studio mit „Resident Evil 7: Biohazard“ im Jahr 2017 wieder auf seine Ursprünge im Survival-Horror-Genre besann, gipfelte das bewegte Effekt-Feuerwerk als das Ende einer kontroversen Ära in „Resident Evil 6“.
Was das letzte „Action-Resi“ zu bieten hat und was nicht, verraten wir in unserem Test.
Das änderte sich spätestens mit Leon S. Kennedy’s Ausflug nach Spanien in „Resident Evil 4“, als Capcom bereits begann, seinen Fokus gezielt auf das Gunplay zu legen und den Spielern deutlich mehr Gegner und Munition zur Verfügung stellte.
Die Neuausrichtung der Horror-Reihe erfuhr ihren Höhepunkt schließlich im vollständig auf Third-Person-Shooter-Koop-Action ausgelegten „Resident Evil 5“. Zugegebenermaßen, wenn auch umstritten, ein ausgezeichnetes Spiel, welches im Genre seine Qualitäten hatte. Mehr dazu im verlinkten Test.
Trotzdem verprellte Capcom schon damals viele Fans und sollte es im Folgenden nicht besser machen. Das japanische Entwicklerstudio legte trotzig noch eine Schippe drauf und inszenierte den direkten Nachfolger „Resident Evil 6“ als unaufhörliches Action-Feuerwerk. Auch der sechste Serienteil führte also die Formel fort und wurde daraufhin kontrovers diskutiert.
Laut Angaben von Capcom im März 2012 sei der Markt für Survival Horror zu klein. Deshalb wurde „Resident Evil 6“ auf das Action-Genre ausgerichtet.[1] Für viele Kritiker der Neuausrichtung grenzt so eine Aussage sicher an Blasphemie!
Die Geschichte in „Resident Evil 6“ ist weit verzweigt und komplex.
Wir treffen auf eine Handvoll alte Bekannte aus vergangenen „Resi“-Teilen.
Ein wesentliches Merkmal von Teil 6 sind dabei die vier unterschiedlichen Handlungsstränge. Diese unterscheiden sich in ihrem Schwerpunkt bzw. Konzept leicht, führen aber handlungstechnisch ineinander und ergänzen sich gegenseitig.
Während sich etwa Leon S. Kennedys Spieldurchlauf stärker durch Horror-Elemente auszeichnet, liegt der Schwerpunkt in Chris Redfields Geschichte auf Action. Söldner Jake Mullers Kampagne wiederum ist neu und spielerisch etwas untypischer für die Reihe. Im letzten Szenario, welches Ada Wong begleitet, wird verstärkt gerätselt.
Doch worum geht es überhaupt?
Über fünfzehn Jahre nach der Zerstörung von Raccoon City
Leon S. Kennedy befindet sich am 29. Juni 2013 in Tall Oaks und findet den Präsidenten als infizierten Zombie vor.[2]
Die Stadt befindet sich aufgrund des C-Virus im Ausnahmezustand. Leon trifft auf die Agentin Helena Harper, die ebenfalls dem Secret Service unterstellt ist.
Gemeinsam versuchen sie, die Geschehnisse aufzuklären. Dabei stoßen sie schon bald auf den nationalen Sicherheitsberater und Antagonisten des Spiels, Derek Simmons. Sie müssen sich zahlreichen mutierten Gestalten stellen.
Im Verlaufe der Geschichte reisen die beiden nach China. Auch andere Handlungsorte wie das fiktive osteuropäische Edonia (angelehnt an Estland) kommen im Spiel vor und werden von einem Teil der Figuren bereist.[3]
Sowohl Ada Wong als auch Chris Redfield und Piers Nivans sowie Jake Muller und Sherry Birkin kreuzen immer wieder die Wege von Leon und Helena. Wer feindlich gesinnt ist oder die gleichen Interessen verfolgt, wird zunehmend schwerer zu durchblicken.
Ob sich aus den Protagonisten eine Allianz bilden kann die mit vereinten Kräften kooperiert?
In Sachen Gameplay blieben die Entwickler der alten Formel treu. Wenig bis keine Veränderungen sind im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. Das Third-Person-Shooter-Gameplay ist solide Kost.
Als Leon, Chris und Co. ballert ihr euch durch die Spielwelt, nutzt eure Items gezielt, bewegt euch innerhalb der Story durch Fahrzeuge, werdet rumgeschleudert und stellt euch Kreaturen. All das in einem aufgestylten, wild filmisch inszenierten Cut-Scene-Feuerwerk inklusive Quick-Time-Events.
Die Zwischensequenzen sind inszenatorisch auf sehr hohem Niveau. Dennoch liefern sie nur belanglose Action, die nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine krasse Optik reicht eben nicht. Es fehlt Substanz.
Im Übrigen erweist sich die Entscheidung von Capcom, das Spiel in unterschiedliche Szenarien einzuteilen, gleich aus mehreren Blickwinkeln als problematisch und/oder unbefriedigend.
Was zuerst wie eine sinnvolle Idee klingt, um der Geschichte mehr Tiefe zu geben und zusätzlich spielerisch Akzente zu setzen, führt viel mehr zu einem inkonsistenten Brei.
Die Einteilung in verschiedene Szenarien tut dem Handlungsaufbau des Spiels nicht gut, weil alle Schauplätze und Szenen ineinander gewürfelt wirken. Man verliert die Orientierung. Die Geschichte wirkt so nicht stabil und beständig.
Spielerisch verpasst „Resi 6“ ebenfalls, die unterschiedlichen Ansätze richtig für sich zu nutzen. Die Durchläufe fühlen sich trotz der Unterschiede sehr ähnlich an, weil eben alles konsequent auf Action getrimmt ist.
Wie viele Explosionen und wie viel Sachschaden zählt man wohl insgesamt in „Resident Evil 6“?
Wer „Resident Evil 5“ aufgrund seines Action-Fokus nicht mochte, wird „Resident Evil 6“ hassen!
Wo der Vorgänger die Horror-Fans verprellte, sich jedoch mit einem spielerisch gut ausbalancierten Koop-Action-Gameplay positiv im Genre als packender Third-Person-Shooter hervortat, fehlt „Resi 6“ insgesamt der richtige Plan.
Die verschiedenen Szenarien sorgen für Verwirrung und schaden, so aufgeteilt wie sie sind, der Immersion. Die Inszenierung als krasses Action-Feuerwerk ist zwar hochwertig, wirkt jedoch trotzdem stumpf und lässt unbefriedigt zurück.
Spielerisch bietet das Spiel kaum etwas Hervorragendes. Es funktioniert zwar „ganz gut“ und hat auch spaßige Momente, will sich aber nie so recht aus den Fesseln, des vom Studio aufgesetzten Konzepts, befreien.
„Resident Evil 6“ war trotz hoher Produktionsqualität der Tiefpunkt der Reihe und das Schema spätestens seit diesem Ableger über seinem Zenit. Umso schöner, dass Capcom dies trotz des kommerziellen Erfolges wohl ebenso sah.[4] Mit „Resident Evil 7: Biohazard“ änderte sich der Kurs der Marke im Jahr 2017 gen Heimat und kehrte zu den Wurzeln des Survival-Horror-Genres zurück.
Was Capcom mit den Fans von klassischem und atmosphärischem Survival Horror machte, bevor sie zurück zu den Wurzeln gingen.
Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 6“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Capcom bestimmt auch!
Trailer
Der offizielle deutsche E3-Trailer zu „Resident Evil 6“
Ein Psychohorrofilm von dem Purge Erfinder James DeMonaco.
Mit dieser Information wurde ich direkt gecatched – auch wenn die Handlung eher nicht laut Beschreibung zu einem The Purge Film passt. Um was geht es:
Max (Pete Davidson) wurde wegen illegaler Graffiti Schmiererein zu gemeinnütziger Arbeit im Altenheim verdonnert. An seinem ersten Arbeitstag bemerkt er, dass sich u.a. die Mitarbeiter sowohl auch die Bewohner des Pflegeheimes sehr seltsam verhalten. Ihm wird zudem ausdrücklich untersagt, niemals die 4. Etage des Altenheimes aufzusuchen. Man erzählt Max, das sich dort Bewohner befinden, die ganz besondere Pflege benötigen. Max geht dem Ganzen natürlich auf die Spur und entdeckt ein Geheimnis, von dem er vielleicht nie hätte erfahren sollen.
Das besondere an „The Home“ ist die dauerhafte Anspannung mit der dichten Mystery-Atmosphäre. die sich bis zum Ende streckt. Der Film schlägt nicht mit üblichen Horrorklischees um sich – die Geschichte baut sich langsam auf, benötigt aber auch nicht viel dafür. Zu Ende schauen lohnt sich! Die Handlung bietet unerwartete Twists!
„The Home“ ist aufgrund seiner besonderen Geschichte auf jeden Fall sehenswert. Zudem erzeugt er dauerhaft Spannung und zum Ende hin erkennt man sogar die Handschrift von James DeMonaco. Darüber hinaus ist „The Home“ schauspielerisch überzeugend stark! Pete Davidson wirkt sehr authentisch in seiner Rolle. An seiner Seite steht John Glover der vor allem aus der Superhelden-Serie „Smallville (2001-2011) bekannt wurde.
Fazit: Ein solider Psychohorror mit einigen Purge – „Oh Mein Gott Momenten“. Konstante Anspannung kombiniert mit einer abgedrehten Story die den Zuschauer bis zum Schluss in eine Verstrickung von rätselhaften Ereignissen zieht und überraschende Wendungen bietet. (19.02.2026)
Was haltet Ihr vom neuesten Werk des „The Purge“ Machers? Teilt eure Gedanken zu “The Home” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Bewohner des mysteriösen Altenheims bestimmt auch!
Mit „Resident Evil 5“ erschien im Jahr 2009 der erste Serienteil ohne Schöpfer und Urgestein Shinji Mikami.
Die knallharte Umstrukturierung auf Action stieß vielen Fans sauer auf. Der fünfte Teil gilt deshalb heute als schwarzes Schaf der „Resi“-Familie.
Auch der Schauplatz war ungewöhnlich. Protagonist Chris Redfield verschlug es nicht etwa in ein düsteres Herrenhaus. „Resident Evil 5“ hatte seinen Schauplatz im gleißend hellen Sonnenlicht Afrikas.
Warum der Ableger trotz des schlechten Rufs mit der richtigen Erwartungshaltung eines der besten Koop-Spiele aller Zeiten ist, verraten wir im Test.
Wenn man mit Fans über die Resident-Evil-Reihe spricht, gibt es einen weit verbreiteten Tenor. Während sich die Reihe durch ihren packend-düsteren und vor allem gruselig-atmosphärischen Survival-Horror auszeichnete, kam später die Wendung. Die Wendung, die im vierten Teil bereits angedeutet wurde, spätestens aber mit dem fünften Teil vollständig Einzug hielt: Der Fokus auf Action!
Es soll (mit dem sechsten) der schlechteste Teil des Franchises sein. Sozusagen das schwarze Schaf der „Resi“-Familie. Überhaupt nicht gruselig. Böse Zungen würden vielleicht überspitzt behaupten, eine Schande für die Reihe. Zumindest war das unser Eindruck, der über die Jahre einen doch schlechten Ruf des Serienteils zu formen schien.
Objektiver und nüchternen stellte es wohl Shinji Mikami, seines Zeichens Schöpfer der „Resident Evil“-Marke, dar. Mikami verließ Capcom nach dem vierten Serienteil und gründete Platinum Games.[1] „Resident Evil 5“ sei kein Spiel geworden, das er spielen würde. Und mehr noch: „Resi 5“ sei nicht das, was er sich unter dieser Art von Spiel vorstelle. Trotzdem denke er, dass es den Spielern gefallen wird, nur eben nicht jemandem, der die Reihe mitentwickelt hat.[2]
Nach einem außergewöhnlich herausragenden Teil vier, der uns kurz zuvor Angst lehrte, waren unsere Erwartungen aufgrund des schlechten Rufs des Spiels wirklich niedrig. Doch eine Sache haben wir dabei wohl von Anfang an vergessen: Ein richtig gutes Actionspiel kann etwas für sich haben.
Im Jahr 2016 erschienen Remaster zu „Resi“ vier, fünf und sechs.
Chris Redfield und Jill Valentine waren früher Partner. Als sie einst versuchten, den „Umbrella“-Gründer Ozwell E. Spencer in seinem Herrenhaus zu stellen, trennten sich ihre Wege. Der ebenso abscheuliche wie übermenschliche Albert Wesker (Nr. 13), ein Produkt von Spencers Experimenten, verstrickte die beiden Agenten in einen erbitterten Kampf.
Jahre später in Afrika. Chris Redfield ist Teil der sogenannten BSAA, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Waffenhändler Ricardo Irving zu fassen. Höchste Eile ist geboten, denn es geht um bio-organische Waffen zur biologischen Kriegsführung. Auch die Agentin Sheva ist Teil der BSAA und wird zur neuen Partnerin von Chris.
Gemeinsam versuchen sie Irvings Plänen Einhalt zu gebieten, sehen sich jedoch nicht nur mit den Auswirkungen des „Las Plagas“-Virus konfrontiert, sondern auch mit dem afrikanischen Gegenstück zu „Umbrella“ – dem Pharmakonzern „TriCell“. Als darüber hinaus ein ebenso alter wie unliebsamer Bekannter auftaucht, gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle.
In „Resident Evil 5“ wird mit der Tür ins Haus gefallen. Bereits in der ersten Mission macht das Spiel klar, dass die actionreiche Inszenierung im Fokus steht.
In der bereits vom vierten Serienteil eingeführten Third-Person-Perspektive geht es wahlweise im Einzelspieler-Modus oder Koop-Modus (online oder offline Split-Screen) kooperativ mit einem Partner in die Untoten-Schnetzelei.
Statt Schreibmaschinen zum Speichern gibt es Kontrollpunkte. Luft holen durch das Inventar, welches das Spiel pausiert, war gestern. Ohnehin gibt es endlich eine Waffenschnellwahl, damit alles noch schneller vonstattengehen kann.
Tatsächlich ist „Resident Evil 5“ das Actionfeuerwerk, für das es immer verteufelt wird. Die Actionlast zieht sich wie ein roter Faden durch das Spielerlebnis. Bedingt durch den hellen Schauplatz in Afrika geht außerdem so gut wie jede Düsterheit verloren.
Das kann man als „Resi“-Fan der ersten Stunde schlecht finden. Oder man kann es einfach mal genießen und so der Reihe ihren Ausflug vom klassischen Survival-Horror-Genre zur knallharten „Resi-Action“ gönnen.
Ein wesentlicher Aspekt von „Resident Evil 5“ ist der Koop-Anteil. Deshalb sollte das Spiel unbedingt gemeinsam mit einem Partner gespielt werden!
Ob ganz banale Dinge wie untereinander Munition und Heilmittel auszutauschen, gemeinsam und sparsam den grünen Sprühregen des Medizinsprays zu genießen oder aber taktisch vorzugehen. Die Zusammenarbeit in „Resi 5“ kann unglaublich spaßig sein.
Der Koop-Aspekt des Spiels wird immer wieder hervorgehoben, indem sich das Motto sogar im Levelaufbau widerspiegelt. Um ein Beispiel zu nennen: Als Chris und Sheva müsst Ihr ein ekelerregendes Monster durch gezielte Abstimmung in einen riesigen Brennofen locken, um es von seinem Leid zu erlösen.
Übrigens: Dass im Remaster nur noch „Spieler 1“ die Waffen aufwerten kann, wobei Geld von beiden Spielern in einem Topf landet, empfanden wir entgegen unserer Befürchtungen nicht als Nachteil. So erfordert das faire Verteilen Absprache, was das „Wir-Gefühl“ sogar noch verstärkt.
Splitscreen-Koop ist für uns das Herzstück des Spiels.
Im fünften Teil der überaus beliebten „Resident Evil“-Reihe wurde das mit dem Vorgänger bereits angedeutete actionlastigere Gameplay konsequent erweitert! Damit verprellte Capcom ohne Zweifel viele alteingesessene Fans, gewann jedoch sogleich viele neue dazu.
Das schwarze Schaf der „Resi“-Familie fühlt sich zwar immer noch nach „Resident Evil“ an, spielt sich aber schneller, ist weniger angsteinflößend und wird dabei in erster Linie zum unter Druck setzenden Third-Person-Shooter.
Der Koop-Aspekt des Action-Adventures wurde durch die Notwendigkeit, miteinander zu interagieren, besonders befriedigend umgesetzt und liefert so stundenlangen gemeinsamen Spielspaß.
Wenn man sich also vorher bewusst macht, was man mit „Resident Evil 5“ zu erwarten hat, erhält man in Summe ein von Capcom wohldurchdachtes Abenteuer. Am Ende bleibt so eigentlich nur ein Fazit: „Resident Evil 5“ ist kein gutes, düsteres Gruselspiel, aber ein ausgezeichnet nervenaufreibendes Koop-Actionspiel! Und das hat manchmal auch etwas für sich, oder?
Zu welchem Lager gehört Ihr? War Capcoms Neuausrichtung auf Action Gift oder Gold? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 5“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Albert Wesker bestimmt auch!
In der großen weiten Welt der Videospiele steht das „Resident-Evil“-Franchise wie kein anderes für den Begriff des Survival Horror.
Selbst der Name des Grusel-Genres soll einst an den Spruch „Enter the survival horror…“ angelehnt worden sein, der im Jahre 1996 prächtig den Ladebildschirm des ersten Serienteils zierte.[1]
Doch um das Franchise war es nicht immer rosig bestellt. Mit der knallharten Neuausrichtung auf Action, die spätestens mit „Resident Evil 5“ (2009) in die ursprünglich schaurig-düstere Reihe Einzug fand, spaltete Capcom die Fan-Lager.
Trotzdem veröffentlichte der Publisher auch nach dem Weggang von „Resi“-Urgestein Shinji Mikami über die letzten Jahre zahlreiche Neuauflagen der Top-Marke. So bekam auch das einst euphorisch von Fans und Kritikern aufgenommene „Resident Evil 4“ seine aufpolierte Remastered-Version.
Aktuell legt ein Leak nahe, dass uns zudem schon bald ein Remake erwarten könnte.[2] Grund genug für uns, dem Kultspiel noch einmal genauer auf den Zahn zu fühlen.
Die „Resident-Evil“-Reihe ist seit dem ersten Teil aus dem Jahre 1996 (PSX) eine der erfolgreichsten Marken des japanischen Entwicklerstudios Capcom. Das beliebte Franchise gilt wie kein anderes als Garant für stimmungsvollen Survival-Horror. Laut Wikipedia wurden die Spiele bis Februar 2019 mehr als 90 Millionen Mal verkauft.[3]
Kein Wunder also, dass Capcom über die Jahre seiner Traditionsmarke immer wieder Neuauflagen spendierte. Der erste Teil sowie „Resident Evil Zero“ wurden remastered und im Paket als „Resident Evil Origins Collection“ im Jahr 2016 für PS4 und Xbox One veröffentlicht. Mit den aufgebohrten Varianten von „Resident Evil 2“(2019) sowie „Resident Evil 3“ (2020) erreichten uns sogar waschechte Remakes, die wir jüngst Tests unterzogen.
Am 30. August 2016 erblickte schließlich auch „Resident Evil 4“ in einer neu aufpolierten Remastered-Version für PS4 und Xbox One das Licht der Welt.
Als Fans nicht der ersten, sondern der zweiten Stunde, welche das Franchise nun pflichtbewusst nachholen, war „Resident Evil 4“ nun unser nächster Halt auf dem Weg zur Komplettierung.
Zahlreiche Ableger und Neuauflagen. Um die Survival-Horror-Reihe steht es aktuell gut.
Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Leon S. Kennedy.
Den als coolen Actionhelden in Szene gesetzten Agenten begleiteten wir einst an seinem ersten Arbeitstag als Polizist in „Resident Evil 2“. Seinerzeit machte Raccoon City Bekanntschaft mit dem T-Virus.
Als Spezialagent, direkt dem US-Präsidenten unterstellt, verschlägt es Leon nach Europa. Ashley, die 20-jährige Tochter des Präsidenten, wurde entführt und wird in einem sonderbar okkulten Teil Spaniens vermutet.
Als Leon ist es unsere Aufgabe, die junge Frau ausfindig zu machen. Dabei stoßen wir jedoch auf allerlei Widerstand in Form einer mysteriösen Sekte, den Los Iluminados, rund um Anführer Osmund Saddler. Die Gruppe verehrt einen antiken Parasiten namens „Las Plagas“.
Wir schlagen uns durch eine unheimlich abwechslungsreiche Spielwelt, um nicht nur Ashley zu retten, sondern auch, um das Geheimnis der angsteinflößenden Mutationen zu lüften.
Leon S. Kennedy nachdenklich in spanischen Gefilden unterwegs.
Der vierte Teil brach seinerzeit in gleich mehreren Punkten mit alten Resident-Evil-Konventionen. War man von Vorgängern eine statische Kamera gewohnt, kam erstmals innerhalb der Hauptreihe die Third-Person-Perspektive zum Einsatz, welche die Kamera direkt hinter der Spielfigur positionierte.
Zudem fällt gleich zu Beginn auf, dass die Entwickler deutlich mehr Munition und Sammelbares spendieren. Mit der bis dahin serientypischen Munitionsknappheit wurde also in „Resident Evil 4“ erstmals gebrochen. Damit einhergehend ist das Gameplay bereits actionlastiger und sollte mit Teil fünf und sechs zum Unmut der Fans eskalieren.
Es gibt jedenfalls insgesamt deutlich mehr Gegner zu bezwingen und mannigfaltige Gegnertypen. Recht früh im Spiel schaltet man Waffen frei, die sonst erst zum Endgame-Content gehörten oder die man sich zuvor schwerer erarbeiten musste.
Trotzdem lässt „Resident Evil 4“ immer genug von seiner Quintessenz, dem stimmungsvollen Grusel und dem Gefühl der Ausgeliefertheit, durchblicken. Denn: stumpfes Draufloshasten führt zum sicheren Tod. Taktisches Vorgehen und Ruhe bewahren, im Eifer des Gefechts und des Horrors, will gemeistert werden.
Besonders beeindruckend im vierten Teil von „Resident Evil“ ist das durchdachte Spieldesign mit seinen Mechaniken, was sehr ausbalanciert wirkt. Es ist überhaupt nicht repetitiv, obwohl es immer den gleichen Mechanismen folgt.
Das Grundprinzip ist einfach: Als Leon geraten wir durch Gegner in den verschiedensten Lagen unter Druck und müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist manchmal gar nicht so einfach.
Auch vermeintlich ungefährlichere Gegner werden immer wieder zur Gefahr. Nie darf etwas oder jemand unterschätzt werden. Das Spiel lehrt: Sei dir deiner Sache nie zu sicher. Habe immer eine Fluchtmöglichkeit oder einen Plan B.
Trotzdem fühlt man sich nur selten unfair ausgeliefert. Wir bekommen genug an die Hand gelegt, um zu bestehen. Wir müssen unser Equipment jedoch sauber und strukturiert nutzen.
Cleveres Inventar-Management ist einer der Schlüssel zum Erfolg.
„Resident Evil 4“ wirkt dabei sehr durchdacht und bewusst aufgebaut, um genau die richtigen emotionalen Hebel beim Spieler umzulegen.
Es gibt zwei wesentliche Bestandteile, ein Gegensatzpaar, welches alle Spiele beinhalten: Spannung und Entspannung. Und kein anderes Videospiel führt dieses Prinzip so konsequent vor Augen und setzt es so erfolgreich um wie „Resident Evil 4“.
Zuerst werden wir konfrontiert mit nervenaufreibenden Momenten – die Spannung erzeugen. Der Feind, der uns plötzlich hinterrücks überrascht. Die gewalttätige, mit Verbänden umwickelte Frau, die den Motor der Kettensäge anwirft. Gegnerscharen, die uns umzingeln. Es ist Survival Horror der die Urinstinkte anspricht. Überleben unter Anspannung als Leitmotiv.
Anschließend, wenn wir diese Hürden gemeistert haben, werden wir belohnt – die Entspannung. Die treibende, bedrohliche Musik verstummt. Plötzlich wirkt die Umgebung fast schon friedlich. Eine Urkomponente des Videospieldesigns kommt zum Einsatz: Kisten! Jedes Gefäß, jede noch so kleine Vase wird zerbrochen, auf der Suche nach Brauchbarem. Waffen möchten gelevelt werden und wertvolle Klunker beim Händler des Vertrauens unter dem Motto „What are you sellin‘?“ verscherbelt.
Leons legendärer Tritt lässt betäubte Gegner fliegen! (Spannung)
Auch das Sounddesign ist für damalige Verhältnisse außergewöhnlich mitreißend und beängstigend. Wenn die teilweise undeutlichen Laute der Las Plagas, wie von Besessenen, aus den Lautsprechern tönen, verursacht das extremen Stress beim Spieler. Erst wenn die treibende Musik verklingt, können wir uns für einen kurzen Moment sicher fühlen.
Dieses Dogma wird immer und immer wieder wiederholt und durch neue Gegnertypen und neue Ideen ergänzt, um uns weiterhin unter Spannung zu setzen. Das alles präsentiert Capcom in unterschiedlichsten Gefilden. Vom Dorf, welches vom Parasit befallen ist, geht es etwa in eine schaurig schöne Burg, die europäische Mittelalter-Stimmung aufkommen lässt.
„Resident Evil 4“ kann auch schaurig schön aussehen.
„Resident Evil 4“ als Remaster sieht für sein Alter sehr gut aus.
An den nötigsten Stellschrauben wurde gedreht. Die Auflösung ist auf 1080p gestiegen und die Framerate auf stabile 60 FPS angehoben worden. Wunder sollte man jedoch insbesondere bei den Texturen und der Optik insgesamt nicht erwarten.
Doch das ist auch gar nicht nötig. Fans haben sich sicher gewünscht, einen leicht aufgehübschten vierten Serienteil zu erhalten, der seinen Stärken aus der vergangenen Zeit ausnahmslos treu bleibt.
Mittlerweile wurde außerdem bekannt, dass uns wohl ein Remake erwarten wird! Leakes legen nahe, dass auch der vierte Teil einer ausgiebigen Frischzellenkur unterzogen werden wird.
Spruchreifes Material oder ein Releasezeitraum stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.
„Resident Evil 4“ ist für viele Videospieler, uns mit eingeschlossen, der beste Teil der Reihe und macht einfach alles richtig.
Die schaurige Sogwirkung, die furchteinflößende Grundstimmung und das einnehmende Gameplay machen es zum wohl besten Survival-Horror-Spiel aller Zeiten.
Es stellt genau die richtige Mitte zwischen der dunklen Gruselstimmung der Vorgänger und dem actionlastigen Gameplay des Nachfolgers dar. Es kreiert somit genau die Balance, die es für das wohl herausragendste Spiel der Reihe brauchte!
An dieses High-End-Survival-Horror-Spiel werden wir lange Zeit sehr positive Erinnerungen haben und sind schon gespannt, ob das Remake diesem Klassiker in Zukunft gerecht werden kann.
Wie gefiel euch anno 2005 Capcoms Neuausrichtung auf Action? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 4“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Las Plagas bestimmt auch!
Trailer zu „Resident Evil 4“
Der offizielle E3-GameCube-Trailer zu „Resident Evil 4“ aus dem Jahr 2004
Der Oscar-Preisträger gilt seit Get Out (2017) als Garant für spannungsgeladene, sozialkritische Mindfuck-Trips, die Gänsehaut beim Zuschauer verursachen.
Laut Peele sollen innerhalb eines 10-Jahres-Plans insgesamt vier Filme dieser Art erscheinen.[1] Was sein drittes Werk zu bieten hat, haben wir uns genauer angeschaut.
Mit Nope erreicht uns endlich wieder ein Film von Regisseur Jordan Peele.
Das amerikanische Mastermind heimste bei der Oscarverleihung 2018 mit seinem Skript zu Get Out (2017) die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch ein. Peele etablierte mit seinem Regiedebüt eine ganz eigene Art von sozialkritischen Thrillern und prägte damit nachhaltig das Genre.
Zuletzt machte der 43-Jährige mit dem Horrorthriller Wir (2019) auf sich aufmerksam.
Am 22. Juli 2022 (US-Kinostart) veröffentlichte er seinen neuen Film mit dem ungewöhnlichen Titel Nope erneut unter dem Banner des hauseigenen Studios Monkeypaw Productions.
Würde uns abermals diese eigenartig-befriedigende Form von Mindfuck präsentiert werden?!
Handlung – Eine Pferde-Ranch und merkwürdige Dinge
Nope handelt vom Familienbetrieb Haywood Hollywood Horses des Afroamerikaners Otis Jr. Haywood kurz OJ genannt (Daniel Kaluuya).
In der Wüste des kalifornischen Santa Clarita Valley betreibt OJ sein Geschäft mit Showpferden in der Film- und Fernsehindustrie.
Nach dem plötzlichen Tod von OJs Vater müssen der deprimierte Sohn sowie seine lebhafte Schwester Emerald Haywood (kurz Em) den Laden übernehmen und weiterführen.
Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge.
OJ und Em versuchen mit modernen Methoden das Business auf die Spur zu bringen
Nach Get Out und Wir waren wir sehr gespannt (wenn nicht gehyped) auf einen neuen Film aus dem Hause Monkeypaw.
Das Studio des Filmemachers Peele steht seit Get Out vor allem für sozial- und gesellschaftskritische Ausnahmewerke mit vielen Untertönen.
Sogenannte Social-Thriller, wie sie Peele selbst bezeichnet, sollten noch ganze vier weitere innerhalb des nächsten Jahrzehnts folgen, wie wir uns bereits in unserem Review zu Wir angeschaut haben. Nope ist vermutlich einer davon.
Damals teilte der Regisseur mit:
Die besten und furchterregendsten Monster in der Welt sind menschliche Wesen und wozu wir in der Lage sind, besonders wenn wir aufeinander treffen. Ich habe an diesen Prämissen dieser verschiedenen sozialen Dämonen gearbeitet, diesen inhärenten Monstern, der Art, wie sie in unser Denken und unsere Interaktion eingewoben sind. Und jeder weitere Film soll von einem anderen dieser sozialen Dämonen handeln.Jordan Peele
Ikonische Szene aus Get Out. Regisseur Peele arbeitete bereits in seinem Regiedebüt mit Schauspieler Kaluuya zusammen. Auch in Wir (2019) wirkte er mit.
Stilistisch ist der neue Film stark geprägt vom Genre des Western.
In den Weiten der karg-öden Landschaft des Drehorts Santa Clarita Valley (Kalifornien) und den storyrelevanten Pferden kommt das besonders zur Geltung.
Doch auch andere Genres mixt Peele seelenruhig mit ein. Etwa Science-Fiction à la Spielberg. Der Vergleich mit Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) wurde bei Kritikern mit am häufigsten genannt.[2] Diese Stilrichtungen paaren sich mit den dominanten Anteilen, bestehend aus Elementen des Horror– und Thriller-Genres.
Ein beinahe wirrer Trip ergibt sich aus dieser Mixtur. Doch ist dies wirklich der Spielerei mit den Genres geschuldet? Viel mehr ist es wohl die Geschichte, die manches Mal verwirrt, wenngleich diese wohl gattungstypisch bewusst so gestrickt wurde, um eben genau diesen Zweck zu erfüllen und diesen Effekt zu erzielen.
Filmisch-visuell gefällt Nope jedenfalls zweifelsohne. Die stechenden Augen von Kaluuya und seine deprimierte und dennoch störrische Performance werden mit einer beige-farbig dominierten Umwelt kombiniert. Die ruhige Ausstrahlung der Wüste mit ihrer dennoch bedrohlichen Aura der Weite kommt hervorragend durch.
Die Kameraarbeit des niederländisch-schwedischen Hoyte van Hoytema, welcher vor allem für die Zusammenarbeit mit Christopher Nolan bekannt ist, kommt dem von Panoramen geprägten Setting zudem unglaublich gut entgegen.[3]
Auch deshalb würden wir Nope in einem guten (Heim)Kino auch mehrfach bestaunen.
Das kratzende Sandkorn auf der Bildschirm-Oberfläche ist für uns auf inhaltlicher Ebene zu finden.
Zwar weiß die Geschichte sowohl in Tempo als auch in Erzählweise durchaus zu gefallen und zeigt hier kaum Schwächen, doch krankt sie an einem wesentlichen Element, was die bisherigen Social-Thriller von Peele ausmachte.
Während die anfangs angesprochenen Werke nur so durchzogen waren vom Fingerzeig, vom Anprangern und Hervorheben der sozialen Kritik, ist man beinahe so verwöhnt davon, dass die Tragweite, ja die Tragkraft in Nope zu kurz gekommen scheint.
Zwar prangert Nope offensichtlich die Sensationsgier der Menschen und die Sehnsucht nach medialer Sichtbarkeit an, doch konnte sich für uns dieses Motiv innerhalb der Handlung nie so ganz durchbeißen.[4]
Wo uns Get Out regelrecht in den Sitz presste und bewegte und uns Peeles zweiter Film Wir schamlos den Spiegel vorhielt und schockte, hat uns Nope emotional nie so richtig aufgewühlt.
Zugutehalten müssen wir dem Thriller jedoch den unkonventionellen Eindruck, denn er siedelt sich insgesamt trotz Versatzstücken und Ähnlichkeiten zu anderen Werken fernab des gewöhnlichen Seherlebnisses an. Doch die Gänsehaut – ja, ein Unbehagen – fehlte. Viel zu selten und in langsamerem Takt – als bei seinen bisherigen Social-Thrillern – verspürten wir wirkliche Durchschlagskraft. Das richtige „Baff sein“ blieb somit leider aus.
Fazit – Filmerlebnis Monkeypaw (fast ohne sozialkritischen Unterton)
Nope ist etwas weniger ein Social-Thriller. Der Zuschauer muss stark interpretieren, um die Gesellschaftskritik zu verstehen.
Er nimmt sich kein Ungleichgewicht innerhalb der Gesellschaft, welches ein Unwohlsein hervorruft, und treibt es dann, wie von Peele gewohnt, auf die Spitze.
War ein wesentliches Merkmal von Peeles Werken, das Fass sukzessive überlaufen zu lassen, sodass es sich am Ende im Abgang so anfühlte, als wäre das Fass tatsächlich viel mehr mit einem lauten Knall umgetreten worden, fanden wir in Nope zwar filmische sowie stilistische Schönheit, jedoch nicht genug Tragweite innerhalb der Handlung.
Nope beschränkt sich auf das Schicksal einer kleinen Gruppe anstelle einer globalen Gesellschaft.
Damit weiß der Film zwar optisch zu überzeugen, schafft es aber nie, über anspruchsvolle, beinahe arthouse-mäßige Sci-Fi-Horror-Thriller-Popcorn-Kino-Action hinaus und ist somit ein sehenswerter Film, in dem der für Peele eigentlich typische sozialkritische Unterton zwar vorhanden ist, jedoch weniger stark ausgeprägt zur Geltung kommt.
Was haltet Ihr vom dritten Sozialthriller aus der Feder von Mastermind Jordan Peele? Kommt euch auch die durchschlagende Gesellschaftskritik zu kurz? Teilt eure Gedanken zu Nope mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Schimpanse Gordy bestimmt auch!
Mit der Serie „Euphoria“ haben wir eine der intensivsten Dramaserie der letzten Jahre bekommen.
Die Erstausstrahlung erfolgte am 16. Juni 2019 bei HBO und in Deutschland zuerst auf Sky Atlantic.
Seit dem HBO seinen eigenen Streaming-Dienst „HBO MAX“ im Januar 2026 startete, wurden beide Staffel von „Euphoria“ in den Streaming Dienst übernommen. Die kommende 3. Staffel erscheint im April 2026 und wird auch auf HBO Max verfügbar sein.
„Euphoria“ handelt von einer Gruppe von Highschool-Schülern. Es geht vor allem um die drogenabhängige 17-jährige Rue Bennett (gespielt von Zendaya), die nach ihrem Entzug die neue Schülerin Jules Vaughn (Hunter Schafer) kennenlernt und sich mit ihr anfreundet. Die Serie thematisiert dabei vor allem die Themen Freundschaft, Sexualität, Identität, Traumata, Drogen und Liebe und wurde in den Medien auf Grund der expliziten Darstellung von Szenen mit der o.g. Thematisierung stark in Frage gestellt.
Wie wir bei derofa.de die „heiss diskutierte“ Serie fanden, könnt Ihr in unserem Test lesen.
Zwischen Rausch, Realität und der harten Suche nach dem Ich
„Euphoria“ ist eine HBO-Dramaserie, die sich sehr stark und offen mit dem Leben und Problemen von Teenagern auseinandersetzt. Die Handlung dreht sich um Rue Bennett (Zendaya), eine junge Frau, die nach einem Drogenentzug wieder in den High-School-Alltag zurückkehrt und trotzdem nicht von ihrer Sucht loskommt. Sie trifft auf die junge Jules (Hunter Schafer) und freundet sich mit ihr an.
Neben den beiden Hauptfiguren lernen wir u.a. Nate Jacobs (Jacob Elordi), Maddy Perez (Alexa Demie), Cassie Howard (Sydney Sweeney) und Kat Hernandez (Barbie Ferreira) kennen – die gemeinsam an die selbe Highschool gehen und sich zusammen mit ihren Problemen des Erwachsenwerdens konfrontiert sehen.
Jeder Charakter hat seine eigene besondere Geschichte und diese wird uns in Häppchen präsentiert. Wie ein sehr großes Puzzle welches am Ende vollständig wird. Die Charaktere haben Schwierigkeiten ihre eigene Identität zu finden. Diese ist mit diversen Traumata und vor allem mit Beziehungskonflikten und sozialen Spannungen in ihrer Clique geprägt.In „Euphoria“ prallen die härtesten Aspekte des Heranwachsens aufeinander: Liebe, Gruppenzwang, Selbstzweifel und das Bedürfnis nach Akzeptanz.
Kontroverse Provokation trifft auf schauspielerischen Glanz
Für mich ist „Euphoria“ mehr als nur eine Serie – sie ist ein Erlebnis! Die schauspielerischen Leistungen sind unglaublich stark! Besonders Zendaya, die Rue mit einer Verletzlichkeit und Tiefe spielt, die wirklich ins tiefste geht! Die Chemie im Cast ist bemerkenswert und viele der Darsteller sind gerade wegen dieser Serie zu echten Stars geworden. Ein gutes Beispiel ist Jacob Elordi, der nach seinem Durchbruch in „Euphoria“ sogar mit Margot Robbie in einen großen Filmprojekt „Wuthering Heights – Sturmhöhe“, die Hauptrolle spielt. Der Film kommt im Februar 2026 in die deutschen Kinos.
Was die Serie so besonders macht, ist sein ernster Blick auf Themen, die viele andere Serien scheuen. Die explizite Darstellung von Sex, Drogen, Gewalt und psychischen Problemen hat nicht nur Fans begeistert, sondern auch Kontroversen ausgelöst. So wurde die Serie von den Medien wegen der intensiven Darstellung von Drogen und Sexualität unter Teenagern kritisch gesehen.
Einige Kritiker werfen der Serie vor, sie würde Teenager-Leben ungesund „glamourisieren“, während andere betonen, dass genau diese Offenheit dem Publikum einen echten Einblick in reale Probleme zeigt. Die Schauspielerin Sydney Sweeney hat beispielsweise öffentlich erklärt, dass die Serie das Publikum bewusst zum Nachdenken anregen soll. [1]
Inhaltlich erinnert Euphoria sicherlich auch wegen der Mischung aus Chaos, Grenzüberschreitungen und schwarzem Humor stark an die US-Serie „Shameless,“ nur eben aus der Perspektive einer Teenager-Generation. Hier geht es nicht nur um Party und Drama, sondern um die Beziehungen zwischen den Charakteren. Da steckt so viel mehr Tiefe drinnen, als man anfangs vielleicht annehmen würde..
Schockmomente und bittere Realität des Erwachsenwerdens
Gerade diese Aspekte machen die Serie für mich so fesselnd. Man leidet mit, man ärgert sich, man freut sich und oft ist man einfach sprachlos – denn die Handlung wirkt oft traumatisierend auf den Zuschauer, da man vieles nicht erwartet. Diese Geschichte trifft einen mitten ins Herz und lässt einen vollkommen sprachlos zurück.
Ich habe Staffel für Staffel regelrecht gesuchtet, weil jede Folge immer wieder neue emotionale Tiefpunkte oder überraschende Wendungen bereithält. Sie zeigt auf mitreißender Weise wie schwierig das Erwachsenwerden sein kann. Vor allem in einer Zeit in der Soziale Medien fast alles kontrollieren. Vor allem Teenager leiden darunter.
Die dritte Staffel wurde offiziell für April 2026 auf HBO Max angekündigt und soll die Figuren fünf Jahre älter zeigen, also nach ihrer High-School-Zeit. Wir dürfen gespannt sein.
Zwischen der ersten und zweiten Staffel wurden zwei einstündige Spezialfolgen veröffentlicht. Diese entstanden als Überbrückung während der COVID-19-Pandemie und beleuchten die Geschichte der Hauptfiguren Rue und Jules nach ihrem dramatischen Abschied am Bahnhof.
Rue’s Folge
Rue trifft sich am Heiligabend in einem Diner mit ihrem Mentor Ali. Die Folge besteht fast ausschließlich aus einem tiefgründigen Dialog über Sucht, Verlust und die Hoffnung auf Besserung.
Jules Folge
Diese Episode beleuchtet Jules Perspektive innerhalb einer Therapiestunde. Sie reflektiert ihre Beziehung zu Rue sowie ihre Sicht auf Weiblichkeit.
Insgesamt ist „Euphoria“ für mich eine der intensivsten Dramaserien der letzten Jahre. Visuell sehr stark, schauspielerisch extrem gut und emotional oft an der Grenze – wir waren oft den Tränen nahe.
Für Fans von tiefgehenden, dramatischen Serien ist „Euphoria“ eine absolute Must-See-Serie und ich freue mich schon sehr auf die nächste Staffel im April.
Ihr fragt euch wahrscheinlich warum diese grandiose TV-Show keine 10/10 erhalten hat? Ich habe der Serie einen Punkt abgezogen, da die letzte Staffel sich zum Ende hin etwas gezogen hat und den Flow den sie Anfangs gehabt, zum Ende hin verloren hatte.
Das schadet der Serie kaum – 9/10 herausragend!
Zum Schluss teilt Rue noch ihre Gedanken mit uns….
Ich bin nicht die Protagonistin in meiner eigenen Geschichte. Ich bin nur eine Randnotiz in der Geschichte von jemand anderem.Rue Bennet
Was haltet Ihr von der kontrovers diskutierten Serie? Teilt eure Gedanken zu “Euphoria” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und unsere Clique der East High End Highschool bestimmt auch!
Mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ erschien im Jahr 2014 das erste ernstzunehmende Videospiel zur rotzfrechen TV-Serie.
Unter den wachsamen Augen der Schöpfer Trey Parker und Matt Stone entwickelte das Microsoft-Studio Obsidian Entertainment („Fallout: New Vegas“) ein klassisches, rundenbasiertes Rollenspiel mit purer „South Park“-DNA.
Es kam, wie es kommen musste: Im verklemmten Deutschland bekam das Spiel die Zensurwut des deutschen Rechts nach § 86a StGB zu spüren und erschien verzögert. Grund dafür war ein vergessenes Hakenkreuz.[1]
Welche Inhalte die Zensur außerdem betrifft und wie Ihr das herausragende Spiel trotzdem unzensiert mit deutschen Texten genießen könnt, verraten wir im Test.
Viele Jahre haben Fans der nur so vor Gesellschaftskritik und Satire triefenden Animationsserie „South Park“ viel Schund schlucken müssen, denn die Marke stand nicht unbedingt in gutem Videospiellicht.
Spiele über „South Park“ gab es zwar bereits in der Vergangenheit, diese hatten jedoch ein grundsätzliches Problem. Sie erschufen weder visuell noch spielerisch eine interaktive South-Park-Episode. Stattdessen bedienten sie sich oft nur der Themen und Kulissen des kleinen fiktiven Städtchens „South Park“ in Colorado, wie etwa im ersten South-Park-Spiel, einem First-Person-Shooter aus dem Jahr 1998 für die Nintendo 64.
Doch mit „South Park: Der Stab der Wahrheit“ hatte das Warten endlich ein Ende. Denn im von Studio OE entwickelten Rollenspiel, haben wir diesmal die Möglichkeit, selbst wirklich dabei zu sein und mehr oder weniger ein Spiel innerhalb der Serie zu spielen, um so als „Der Neue“ unsere eigene, interaktive South-Park-Geschichte zu erleben.
Ihr seid „Der Neue“ … oder Sir Saftsack! Und niemand Geringerer als Großmagus Cartman nimmt euch unter seine Fittiche.
Der „Stab der Wahrheit“ ist ein mächtiges Artefakt in Form eines – nun ja, Stocks – welches seinem Besitzer unglaubliche Mächte verleiht. Großmagus Cartman erklärt das besser, deshalb reiß ich das hier nur an.
Zumindest ist er das Objekt der Begierde innerhalb des „LARP-Events“ (Live Action Role Playing) von Fettarsch und seinen Freunden. Die Kids haben sich in ihre selbstgebastelten Kostüme geschmissen und Diktator Cartman befehligt die Gilde der Menschen, während der gewohnt liberale Kyle ihm als Anführer der Elfen gegenübersteht.
Wir – mit dem bahnbrechenden Namen „Der Neue“ oder auch „Saftsack“ – wie uns Cartman liebevoll tauft – haben die Ehre, dabei zu sein, beim nervenaufreibenden Papp-Fantasy-Rollenspiel-Krieg der Extraklasse. Da wir mit Mom und Dad erst nach South Park gezogen sind, versuchen wir außerdem, Anschluss und neue Freunde zu finden.
Also nichts wie ran, um die Grenzen der Geschmacklosigkeiten und Tabubrüche auszuloten, denn wo bei „Stab der Wahrheit“ South Park draufsteht, ist auch wirklich South Park drin. Doch schauen wir uns zuerst an, was „Stab der Wahrheit“ in Sachen Gameplay zu bieten hat.
Die Schöpfer der TV-Serie sowie die Entwickler von Obsidian bedienen sich in „Stab der Wahrheit“ des Genres des klassischen rundenbasierten RPGs. Trey Parker war dies enorm wichtig, da er ein großer Fan von eben dieser traditionellen Art der Videospiele ist. Es sollte sich wie ein 2D-Paper-Mario anfühlen, kombiniert mit der Tiefe klassischer JRPGs. (via Digital Trends | via Eurogamer). Auch deshalb wurde es in der frühen Entwicklungsphase von der Fachpresse schlicht als „South Park RPG“ bezeichnet.
Aus der Perspektive, welche exakt der aus der TV-Serie gleicht, laufen wir durch South Park. Alles sieht genau so aus wie in der Serie, nur eben, dass wir als Spieler mittendrin sind. Wir können durch Türen gehen oder einfach die Straßen entlanglaufen. Eine Karte weist uns den Weg.
Unseren Charakter passen wir uns natürlich rollenspieltypisch selbst an. Ob stinknormale Anpassungsoptionen wie Hautfarbe, Frisur, Kleidung etc. oder Extravaganzen wie ein haariges Klötenkinn. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Je dunkler die Hautfarbe, desto schwerer. Wenn schon im Charakter-Editor die beißende Gesellschaftskritik für ein Highlight sorgt, muss es South Park sein.
Wenn’s ans eingemachte geht, habt ihr in rundenbasierten Kämpfen die Aufgabe, eure Gegner aufs Kreuz zu legen. Als Waffen stehen euch eine Primär- sowie Sekundärwaffe oder auch Furzfähigkeiten zur Verfügung. Alle Gegenstände und Themen sind natürlich getreu dem South-Park-Motto an Gesellschaft, Popkultur, Sarkasmus, Sex, Drogen, Gewalt, Pippi-Kacka-Humor angelehnt.
Als Quests erwarten euch Hauptmissionen, die sich um Cartman, Kyle und den „Spielkampf“ drehen und die Geschichte vorantreiben. Durch Nebenmissionen werdet Ihr motiviert, South Park in seiner Gänze zu erkunden. Ob besondere Tiere für Jimbo und Ned jagen oder das Obdachlosenproblem der Bürgermeisterin lösen, Jesus finden oder Mr. Hankey in der Kanalisation besuchen. Hier trefft ihr auf alle South-Park-Eigenheiten und Persönlichkeiten, die Ihr aus der Serie gewohnt seid.
Timmy steht euch als rasender Rollstuhl-Chauffeur für die Schnellreise zur Verfügung.
South Park ist für seine Tabubrüche und Grenzüberschreitungen bekannt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Macher um Trey Parker und Matt Stone für das erste wirklich ambitionierte Videospielprojekt besonders ins Zeug gelegt haben, um die Grenzen des guten Geschmacks und des „was ist erlaubt“ auszuloten.
Was ganz genau vor sich geht, möchten wir natürlich nicht verraten, um die Überraschung für den Spieler nicht zu verderben. Doch eines sollte klar sein: South Park macht erneut keine Gefangenen und knallt frei Schnauze raus, was den Machern so in den Sinn kommt. Fans werden es lieben und Kritiker es hassen. Also alles beim Alten und alles im Sinne der TV-Serie. Satire und Provokation eben.
Es geschah in Deutschland, was geschehen musste, und Publisher Ubisoft sah sich tatsächlich gewzungen, die Schere anzulegen. Doch wie umfänglich ging das vonstatten und welche Elemente sind betroffen?
Nationalsozialistische Symbolik und Sprachsamples
Publisher Ubisoft hatte wohl keine andere Wahl, als die Hakenkreuze (verfassungswidrige Symbole in Deutschland) zu entfernen, da es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Stab der Wahrheit“ noch keine Ausnahmeregelung der Sozialadäquanzklausel für Videospiele gab.
Deshalb findet man weder in der USK- noch in der PEGI-Version Hakenkreuze. Außerdem sind NS-Gesten, also der sogenannte Hitlergruß, zensiert worden. Auch die Sprachsamples von Adolf Hitler wurden durch „klischeehaftes Hollywood-Deutsch“ ersetzt, wie es die Kollegen von „GameStar“ formulieren.[2]
Merke: Diese Zensur betrifft ALLE europäischen Versionen und sowohl die Konsolen- als auch die PC-Versionen.
Auch in anderen Bereichen wurde geschnitten. Der Wikipedia-Eintrag von „Stab der Wahrheit“ stellt hierzu fest: „In der europäischen Konsolenfassung wurden insgesamt sieben jeweils knapp 20-sekündige Spielszenen entfernt, in denen an Spielfiguren Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt oder Analsonden verwendet werden.“
Merke: Diese Zensur betrifft NUR die Konsolenfassungen, nicht die PC-Fassung. Deshalb wurden erstere auch mit einer USK 16 bewertet, während die PC-Version eine USK 18 bekam.
Die Schere – Wie Ihr Stab der Wahrheit uncut genießt
Was zuerst kompliziert erscheint, ist im Endeffekt recht simpel.
Wenn Ihr „Stab der Wahrheit“ offiziell, ungeschnitten und in voller Blüte genießen wollt, bleibt euch nur der Weg zur US-Fassung! Sowohl die USK- als auch die PEGI-Fassungen für Konsolen sind im Endeffekt geschnitten – wenn auch unterschiedlich stark. Einfach aus Österreich die Pegi-Variante bestellen und so die Zensurwut in Deutschland umgehen, wie bei vergleichbaren Titeln, ist also auch nicht drin.
Am einfachsten haben es PC-Spieler, denn die sind in der Regel nicht von Regional-Locks betroffen. Konsolenspieler sollten jedoch vorsichtig sein, weil Hersteller gerne mal Spiele auf eine bestimmte Region begrenzen und damit für ausländische Konsolen sperren. Laut Wikipedia hat die US-Version jedoch KEINE Regionalbeschränkung.
Glück im Unglück: „Stab der Wahrheit“ wurde nicht deutsch synchronisiert. Das bedeutet, es gibt ohnehin nur deutsche Untertitel, die man ebenfalls in der unzensierten US-Fassung aktivieren kann. Kein Nachteil also für den Spieler.
Wir haben uns letztendlich für die PS3-Fassung entschieden, da die PS3 generell keinen Regional-Lock hat. Ihr könnt aber auch zur Xbox-360-Version greifen denn dort ist der Lock abhängig vom Spiel und im Falle von „Stab der Wahrheit“ nicht vorhanden.
Die Schöpfer Trey Parker und Matt Stone machen sich kurzerhand über die europäische Zensur lustig
Mit „Der Stab der Wahrheit“ ist den Entwicklern von Obsidian Entertainment und den Machern Trey Parker und Matt Stone ein South-Park-Spiel gelungen, in dem auch wirklich „South Park“ drinsteckt.
Die bekannten Figuren, Motive und den gesamten ungezähmten Charme der Animationsserie in ein Rollenspiel zu packen, stellt sich zugleich als naheliegende wie auch geniale Idee heraus. Mittlerweile fand sie mit „The Fractured But Whole“ bereits einen Nachfolger. Dieser wurde jedoch nicht mehr von Obsidian sondern von Ubisoft San Francisco entwickelt.[3] Vermutlich um mehr Kontrolle im eigenen Haus zu behalten.
Fest steht: Wenn uns Legende Butters per Nachricht in unserem facebookähnlichen Feed nach einer brenzligen Mission und dem ersten Tag im Städtchen South Park willkommen heißt und uns bittet, wieder mitzuspielen, fühlen wir uns wirklich angekommen im gesellschaftskritischen Satire-Paradies.
Ist er nicht knuffig? Jeder weiß, er heißt Butters! Butters: „Das bin ich!“
Natürlich ist „Stab der Wahrheit“ ausschließlich an South-Park-Fans gerichtet, sonst wäre es kein South Park. Natürlich ist die Komponente des Rollenspiels eher das i-Tüpfelchen als der Kern.
Doch wohl gerade deshalb ist „Stab der Wahrheit“ so gelungen. Es besinnt sich auf die Kernkompetenzen der Vorlage und gibt sich dabei sehr viel Mühe. Was das Spiel neben der guten Hauptgeschichte so richtig lebendig macht, ist die Spielwelt. Es gibt überall etwas zu entdecken. Bei jeder Item-Beschreibung muss man lachen.
Die Umgebung nutzt ihr um Gegner zu erledigen. Mal lasst Ihr eine Ratte in eine Falle laufen, mal furzt Ihr kräftig ins Feuer, um Mauern aufzusprengen, mal lasst Ihr Strom auf Wasser wirken. Als neuer Kumpel der fünf Jungs aus South Park erschließt sich euch ihre Welt. Und es macht einfach Spaß.
Als einziger wirklich großer Kritikpunkt wäre vielleicht die Spieldauer zu nennen, die mit ihren Haupt- und Nebenquests schon ein wenig länger hätte sein können. Insbesondere die Hauptgeschichte ist recht schnell über die Bühne. Mehr Nebenquests wären drin gewesen.
Kleinere negative Kritikpunkte gibt es zwar schon, wie das komische Levelcap von 15, die viel zu kleinen und langen Untertitel, eine manchmal merkwürdige Speicherfunktion und natürlich die schmerzlich vermisste deutsche Sprachausgabe. Doch diese Punkte sind schnell vergessen, wenn wir wieder vor belustigter Begeisterung den Kopf senken und den Kopf schütteln, weil wieder irgendetwas passiert ist, was nicht ins Bild politischer Korrektheit passt. Für uns steht letztendlich fest: Mit „Stab der Wahrheit“ schauen wir nicht nur passiv South Park, wir werden zum Teil von South Park.
Was haltet Ihr vom ersten „richtigen“ South Park-Videospiel? Teilt eure Gedanken zu „Stab der Wahrheit“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Butters bestimmt auch!
Nachdem wir zuletzt bereits einen Blick auf den japanischen Rollenspielklassiker „Secret of Mana (1993)“ auf dem Super Nintendo warfen, steht nun ein vielversprechendes Remake ins Haus.
Zum 25. Jubiläum des Spiels möchte Publisher Square Enix – vor allem bekannt als „Final-Fantasy„-Schmiede und „Dragon Quest“-Studio (der beliebtesten Spieleserie Japans) noch einmal die Kassen klingeln lassen.[1] Dafür wurde kurzerhand Q Studios mit ins Boot geholt.
Warum das qualitativ gehörig schief ging und Fans ein liebloses – ja gar hingerotztes Spiel serviert bekommen – erfahrt Ihr in unserem Test zum Remake von „Secret of Mana“.
In „Seiken Densetsu 2“, wie der Titel im Original heißt, machten sich die Spieler mit Schwertkämpfer „Randi“, Heilerin „Primm“ und Koboldin „Popoi“ zu einer Reise auf, um die geheimnisvolle Kraft des „Mana“ zu retten.
Heutzutage – gut 27 Jahre später – gilt das JRPG als Klassiker im Genre und erhielt aufgrund seiner ebenso großen wie nostalgischen Fangemeinde bereits zahlreiche Portierungen für andere Systeme. Im Juni 2019 erschien sogar die „Collection of Mana“ für Nintendos aktuelle Switch.
Diese enthält die ersten drei Spiele der Reihe mit den Titeln „Mystic Quest“ (1991, Game Boy), „Secret of Mana“ (1993, SNES) und „Trials of Mana“ (1995, als „Seiken Densetsu 3“, Super Famicom, kein EU-Release).
Doch nun sollte endlich ein waschechtes Remake kommen, auf das sicher nicht wenige Fans mehr als gespannt hingefiebert haben.
„Secret of Mana“ handelt von dem Jungen Randi, der in einer Welt lebt, die durch eine geheimnisvolle Kraft namens „Mana“ im Gleichgewicht gehalten wird.
Nachdem die Menschheit einst diese Kraft missbrauchte, um ein fliegendes Kampfschiff – die Mana-Festung – zu bauen, entzürnte dies die Götter so sehr, dass sie wilde Bestien auf die Welt herabsandten. Es entbrannte ein Krieg zwischen den verfeindeten Seiten. Nur ein Held, der mit dem sagenumwobenen Mana-Schwert bewaffnet war, konnte die Festung zerstören und so Frieden zurückkehren lassen.
Eines Tages ist Randi derjenige, der versehentlich das Siegel des Mana-Schwertes bricht. So wird ihm die Aufgabe zuteil, die Welt erneut vor dem Schrecken des Imperiums zu retten, dessen Ziel es ist, die Mana-Festung wieder auferstehen zu lassen und die Welt abermals in den Abgrund zu stürzen.
Auf seiner Reise trifft er auf das Mädchen Primm und die Koboldin Popoi, die sich ihm anschließen, um ihn im Kampf zu unterstützen.
Wir möchten uns in diesem Test insbesondere anschauen, was die Unterschiede zum Original sind.
Hat Square Enix an den richtigen Stellschrauben gedreht? Was hat man sich Neues einfallen lassen und wo gibt es Verbesserungen? Es handelt sich bei „Secret of Mana“ schließlich nicht schlicht um ein aufgehübschtes Remaster, sondern um ein Remake.
Genau diese Stellschrauben, Entscheidungen und Justierungen sind für uns der wesentliche Punkt, soviel sei vorab verraten, warum die Neuauflage eine Enttäuschung ist und der Bezeichnung „Remake“ nicht mal annähernd gerecht wird.
Was ist uns besonders aufgefallen? Hier eine Übersicht über die konkreten Kritikpunkte.
Grafik & Ladezeiten
Hatten wir es im Super-Nintendo-Original noch mit ikonischem Pixellook zu tun, setzten die Entwickler im Remake auf einen dreidimensionalen „Chibi-Look“, bei dem die Charaktere wie Karikaturen ihrer selbst wirken. Einige Spieler wird die Grafikqualität sicher an heutige Mobile Games erinnern und abschrecken.
Wir empfanden den Stil als „ganz in Ordnung“. Man kann weder von einer Augenweide sprechen, noch von einem Totalausfall. Die Grafik wäre nicht der Dealbreaker und eher zu verkraften – wenn der Rest stimmen würde. Nebenbei wäre auch eine Wechselmöglichkeit zwischen Retro- und HD-Grafik eine nette Dreingabe gewesen.
Was bei dieser ohnehin schon durchschnittlichen Grafikqualität jedoch gar nicht geht, sind die enormen Ladezeiten zwischen den Arealen, die durch einen schwarzen Bildschirm mit hässlichem „Ladevorgang …“-Schriftzug – ohne jegliche Liebe fürs Detail – angezeigt werden. Bei der Leistung einer PS4-Konsole und der hier gebotenen Grafik muss einfach mehr drin sein. Insbesondere weil die Spieler in „Secret of Mana“ beinahe sekündlich oder zumindest sehr häufig zwischen den Arealen wechseln.
Kein Witz! Hässlicher geht’s nicht. Das ist der Ladebildschirm beim Übergang zwischen den Arealen. Nicht mal für ein Logo hat’s gereicht.
Was sind vier Punkte, die viele Spieler im originalen „Secret of Mana“ von 1993 am meisten nervten und mit ein Grund dafür sind, warum das Spiel heute als schlecht gealtert gilt? Und was ist der Lösungsansatz der Entwickler für diese elementaren Punkte? Man weiß nicht so recht, ob man weinen oder lachen soll.
Nervfaktor 1: Sich ständig in der Umgebung verhakende Mitstreiter, die wie beschwipste Pogopuschel hinter einem herlaufen. Lösung: Mitstreiter einfach zurück- und Spieler weiterziehen lassen. Irgendwann findet der schon wieder zum Spieler … vielleicht.
Nervfaktor 2: Dauerhaft verfehlte Schläge im Kampf ohne ein wirkliches Treffer-Feedback. Lösung: Ein beherztes „VERFEHLT“ wenn der Schlag nicht trifft, was gefühlt bei jedem zweiten Schlag aufploppt.
Nervfaktor 3: Zauber, die im Ringmenü mal ausgewählt werden können und mal nicht, obwohl die Gegner teilweise direkt vor einem stehen, das Spiel diese Gegner aber nicht als auswählbar ansieht. Lösung: Keine.
Nervfaktor 4: Enorme Verzögerung zwischen Hit und Damage. Lösung: Keine.
Sackgasse. DIe Mitstreiter sind genau so kopflos wie damals.
„Secret of Mana“ war in Deutschland für seine zwar sehr freie, aber dafür auch gelungene Lokalisierung von Claude M. Moyse bekannt. Diese zeichnete sich durch skurrile, aber auch charmante Eigenheiten aus.
Der Kultklassiker ist selbstverständlich der Spruch: „Die Lindenstraße fängt gleich an“. Aber auch die drolligen Eigennamen der Gegner wie etwa Pogopuschel (jetzt Mümmler) oder der freche und humorvolle Ton insgesamt prägten die Kindheit der Spielerschaft.
Doch „Square Enix“ scheint in Deutschland kein Herz für die nostalgischen Gefühle der Fans zu haben. Nicht nur bekannte Sprüche fielen dem Rotstift zum Opfer: Einfach alles wurde umbenannt. Ob Städte, Charaktere oder Gegner. Die neue deutsche Lokalisierung macht vor keinem klassischen Element halt und wurde komplett erneuert.
Fairerweise sei jedoch auch angemerkt, dass die Neuauflage objektiv gesehen sprachlich korrekter und damit authentischer übersetzt wurde. Damit entspricht sie eher dem Original, was wir grundsätzlich als wünschenswert empfinden.
Bis heute unvergessen: Die freie und humorvolle Lokalisierung von Claude M. Moyse.
Die Entwickler hauchten der Präsentation von „Secret of Mana“ darüber hinaus insgesamt frischen Wind ein.
So wurden sowohl einige Zwischensequenzen als auch sogenannte Intermezzo-Episoden eingefügt. Außerdem wurde dem Spiel eine komplette Sprachausgabe in Japanisch und Englisch spendiert.
Klingt erst mal nach einem positiven Schritt. Die Zwischensequenzen sind jedoch so gering an der Zahl, dass sie fast nicht erwähnenswert sind.
Bei den Intermezzo-Episoden handelt es sich um kurze erzählerische Szenen, in denen die Charaktere in einer Nahaufnahme hervortreten, sich gegenüberstehen und die Story erzählen. Diese werden z. B. auch verwendet, wenn man in der Herberge übernachtet. Das Problem: Neben der Hauptgeschichte wird nichts Relevantes erzählt und die meiste Zeit keifen sich die Protagonisten nur kindisch an. Hier hätte so viel mehr Liebe in die Hintergrundwelt investiert werden können, um gemeinsam mit den Autoren die Geschichte zu intensivieren.
Besonders merkwürdig: Für die Animation der Münder beim Sprechen ist Square in allen Sequenzen wohl das Budget ausgegangen oder sie hatten einfach keine Lust. Verkauft sich ja auch so automatisch.
Randi ist enttäuscht über zu wenige Zwischensequenzen
Auch im Remake zeichnet sich Komponist Hiroki Kikuta für die Musik verantwortlich. Diese Neuinterpretation ist mal gelungen, mal aber auch schrill und merkwürdig. Dudelsack und Technobass wirkten in einigen Stücken dann doch etwas befremdlich. Doch keine Sorge: Das Positive ist, Ihr könnt zwischen klassischem und Remake-Soundtrack wählen.
Außerdem neu hinzugekommen ist eine Minimap, die oben rechts im Bild eine kleine Umgebungsübersicht ermöglicht. Diese nervt manchmal ordentlich. Wenn man sich in ihre Richtung bewegt, verdeckt sie einen wesentlichen Ausschnitt des Bildes. Ab und zu ist sie aber auch hilfreich, da sie hilft, eine grobe Übersicht des Areals zu erhaschen. Doch keine Sorge: Das Positive ist, auch diese Minimap kann aktiviert oder deaktiviert werden.
Die Mini-Map in einer vergrößerten Darstellung. Wenn Ihr euch nach rechts oben bewegt, kann sie manatastisch nerven.
Zusätzlich erfahren wir in einem „Was bisher geschah“-Menüpunkt etwas über den aktuellen Stand der Geschichte. Dies ist eine nette Idee, vor allem wenn man mal den Überblick verliert. Leider wird jedoch immer nur der aktuelle Stand gezeigt, ohne Möglichkeit, vorherige Abschnitte nochmals zu lesen.
Was sich außerdem zu den größeren Problemen dazu gesellt, ist die völlig irreführende und nervige Programmierung der Übergänge zwischen mehreren Arealen. Eine unsichtbare Linie gibt vor, ab welchem Punkt der Spieler in ein neues Areal übergeht. Ihr seht also nicht genau, wo ein Bereich endet. So begebt Ihr euch während des Kampfes oft versehentlich in diese Zone. Da Gegner nach jedem Übergang neu erscheinen, führt dieser Umstand zu extremen Frustmomenten.
Der Schwierigkeitsgrad wurde deutlich heruntergeschraubt. Hatte man beim SNES-Original teilweise wirkliche Probleme mit Endbossen, reicht nun oft der erste Versuch, um sie zu Hackfleisch zu verarbeiten.
Regelmäßige Abstürze und Bugs, die erst sehr spät seitens der Entwickler gepatcht wurden, sprechen Bände über die Qualität der Programmierung.
Das waren nur einige der wichtigsten bzw. auffälligsten Probleme, die uns beim Test des Remakes aufgefallen sind. Die Liste könnte man sicher noch sehr viel weiter fortführen.
Schöne Artworks können nicht über die offensichtlichen Schwächen des Remakes hinweg täuschen.
Um die zahlreichen Kritikpunkte besser zu veranschaulichen und die misslungene Neuausrichtung übersichtlicher darzustellen, haben wir eine Tabelle erstellt.
An welchen Stellschrauben hätten die Entwickler drehen können und an welchen haben sie letztendlich gedreht?
Potenzial
Tatsächlich umgesetzt
Pixel-Look ersetzt
Verhaken
„Verfehlt“-Balance
Verz. Hit & Damage
Kleidung sichtbar
Ringmenü opt.
Ladezeiten
Dt. Lokalisierung
Sequ. (Münder)
OST-Wahl
Grafik-Wahl
Minimap
Schwierigkeit
Entfernen von ikonischen Details (bspw. Schlafanimation der Koboldin oder rauszoomen bei Schnellreise mit Kanonenbrüdern)
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Was findet Ihr charmanter? Pixel-Look des Originals oder HD-Grafik des Remakes?
Das Remake von „Secret of Mana“ ist insgesamt eine verunglückte Neuauflage, bei der das verantwortliche Studio ungeniert an unnötigen Punkten den Rotstift ansetzte, während massig Potenzial zur Verbesserung des Spielerlebnisses verschenkt wurde.
Das Spiel bietet keinerlei Mehrwert zum Original. Es wurde schlicht versäumt, an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Es wirkt programmiertechnisch sowie designtechnisch wie hingerotzt. Darüber hinaus wurden sympathische und ikonische Eigenheiten entfernt oder geändert.
Letztendlich ist also unser trauriges Fazit: Spielt zum Trost das Original! Denn das kann uns Fans niemand wegnehmen und trotz einiger schlecht gealterter Umstände kann man dieses auch heutzutage glücklicherweise noch spielen – und genauso viel Freude daran haben wie damals. Neu ist eben nicht automatisch besser!
Was haltet Ihr von der Neuauflage des 16-Bit-Kultklassikers? Teilt eure Gedanken zum Remake von “Secret of Mana” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Claude M. Moyse bestimmt auch!
Trailer
Der offizielle deutsche Ankündigungs-Trailer zum Remake von „Secret of Mana“
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