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Unravel Two (2018)

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©EA Originals
  • 7.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 7.5/10
7.5/10

Spielenswert

Ganz plötzlich - auf leisem Garn - wurde auf der E3 2018 “Unravel Two” als “Shadow Drop” veröffentlicht. Mit dieser (damals noch unüblicheren) Marketing-Strategie, generierte Publisher Electronic Art’s viel Aufmerksamkeit und erreichte, mit dem “Official Reveal Trailer”, bis heute, ganze 3,6 Mio. Aufrufe auf dem hauseigenen Youtube-Channel.

Der Cinematic-Puzzle-Platformer der schwedischen Entwickler von Coldwood Interactive löste auch in uns enorme Vorfreude aus. Schließlich war sein Vorgänger nicht weniger als eine der Inspirationen für unser ganz eigenes Herzens-Projekt.

Warum wir als große Fürsprecher des ersten Teils “Unravel” (2016) ein wenig enttäuscht von der Fortsetzung sind, was für Gründe das hat und was der neue Ausflug von Yarny in kühl-herbstliche Gefilde dennoch ausmacht, verraten wir euch im Test.

Genre: Geschicklichkeit, Jump ’n’ Run, Puzzle, Side-Scroller, Cinematic Platformer

Originaltitel: Unravel Two

Produktionsland: Schweden

Entwicklerstudio | Publisher: Coldwood Interactive | EA Originals

Game Director: Martin Sahlin

Musik: Frida Johansson, Henrik Oja

Spielmodus: Einzelspieler, Mehrspieler (lokaler Koop-Modus mit zwei Spielern)

Spielzeit: ca. 5 Stunden (Hauptstory), ca. 8 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben), ca. 14 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 25.10.2025)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: Unravel

Vorgänger: Unravel (2016)

Ähnliche Titel: Unravel (2016), Little Nightmares (2017), Gris (2018)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Unravel_Two | https://usk.de/usktitle/46145/ | https://howlongtobeat.com/game/57358

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 4

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. August 2021

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

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©EA Music | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

In tiefe Seilfurchen

Nachdem wir uns erst kürzlich dem Puzzle-Plattformer “Unravel” (2016) in einem ausführlichen Test gewidmet haben, soll nun auch der zweite Teil seinen Platz in unserem Tagebuch bekommen.

Dabei schreitet “Unravel Two” (zumindest für uns) in großen Fußstapfen - oder treffender ausgedrückt - Seilfurchen. Schließlich hat uns Yarny’s philosophische Reise über Stock und Stein, mit seiner malerischen Stimmung, bereits im Erstlingswerk des schwedischen Studios Coldwood Interactive, komplett vereinnahmt und fasziniert.

Da innerhalb der Spielereihe “Unravel” (dt. entknoten) der Name Programm ist, haben sich die Entwickler rund um Game-Director Martin Sahlin für die Fortsetzung einen neuen Kniff überlegt. Unter dem Motto und Titel “Unravel Two”, sollen wir dieses Mal die zauberhafte “Unravel”-Welt und seine Puzzleleien zu zweit im Koop-Modus erleben.

Der Release von “Unravel Two” erfolgte fast so heimlich und unaufgeregt wie sich damals “Unravel” spielte. Auf der Spielemesse E3 im Jahr 2018, kündigte Publisher EA abermals unter dem Banner “EA Originals”, das Spiel unter der Phrase “AVAILABLE NOW” an. Hier geht’s zum Trailer. Heutzutage nennt man das in der Szene dann wohl “Shadow Drop”.

Soweit so fein! Nun haben Fortsetzungen natürlich eines gemeinsam. Sie müssen sich immer am Vorgänger messen lassen. Wie schlägt sich also “Unravel Two”?!


Eine schöne Überraschung: “Unravel Two” wurde am 9. Juni 2018 auf der E3 enthüllt und war sofort verfügbar

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©EA Originals | Quelle: https://winfuture.de/videos/Spiele/Unravel-Two-Fortsetzung-mit-Mehrspieler-Modus-ab-sofort-erhaeltlich-19230.html

Erneuerungen

Alles auf Koop

Dieses mal steht alles im Zeichen von Kooperation. Der neue Koop-Modus ist das Kernelement und Herzstück von “Unravel Two”. Zwar kann man das Spiel immer noch alleine spielen und zwischen den beiden Yarnys hin und her wechseln, prädestiniert ist es jedoch (wie der Name schon andeutet) für zwei Spieler. Fest steht jedenfalls, es hat sich eine blaue Spielfigur namens “Tangle” (dt. Gewirr) zum roten Yarny hinzugesellt. Der Einfachheit halber sprechen wir im folgenden jedoch von Yarnys.

Diese neue Ausrichtung hat zur Folge, dass wir hinter uns keinen roten Faden mehr durch die malerisch-holzig-kühle Spielewelt herziehen, um Erinnerungen einzusammeln und wieder zurückzubringen. Vielmehr sind nun die zwei Yarnys untrennbar miteinander verbunden und hängen buchstäblich voneinander ab. Im Grunde eine ebenso gute Metapher! Doch nur auf den ersten Blick. Dazu später mehr.

Übrigens könnt Ihr “Unravel Two” solo oder lokal im Couch-Koop zocken. Ein Online-Koop ist nicht vorhanden.


 

Aus eins mach zwei. Der blaue Tangle, dessen Kopfform an einen Sichelmond erinnert, ist nun mit von der Partie

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©EA Originals | Quelle: https://halfwayriight.tumblr.com/post/174729995379/alothcorsifer-unravel-2

Neue Mechaniken

Abgesehen davon gibt es einige weitere Erneuerungen in Sachen Gameplay. Sofort fällt auf, dass die Bewegungen etwas schneller ablaufen als im Vorgänger. Die Yarnys steuern sich also gefühlt etwas flinker und mit weniger Verzögerung.

Der Radius der super spaßigen Schwungmechanik, welche den Erstling maßgeblich mit ausgemacht hat, wurde ebenso erweitert. Außerdem hat Yarny das schwimmen gelernt und seine Sprungkraft trainiert. Hinzu gekommen sind außerdem - ganz Jump ’n’ Run typisch - klassische Wandsprünge. Zusätzlich können wir das Aussehen unseres Garnknäuls anpassen und beide Yarnys ineinander verknoten, sodass aus zweien einer entsteht und so Hindernisse möglicherweise leichter überquert werden können.

Das Spielprinzip bleibt sich in seinen Grundzügen jedoch treu. Unsere kleinen Retter müssen physikbasierte Puzzle-Rätsel meistern um … nun ja, was denn eigentlich?


Einige neue Mechaniken bringen frischen Wind in “Unravel Two”

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©EA Originals | Quelle: https://dungen.ru/reviews/5234/obzor-unravel-two-vjazanyj-pazl-platformer/

Das Schicksal von Fortsetzungen

Funke statt Faden

Das prägende Story-Element von “Unravel” waren die noblen Absichten von Klein-Yarny. Der wollige Held lies nichts unversucht, die Erinnerungen aus der Spielwelt einzusammeln und zurück ins Fotoalbum einer betagten Dame zu bringen. Yarny stand für die Bindungen der Menschen untereinander, wie Creative Director Martin Sahlin verriert.[1]

Im zweiten Teil hingegen, verbinden sich zwei scheinbar verloren gegangene Yarnys miteinander - und ein Funke entsteht. Dieser Funke leitet die Spieler durch die Welt von “Unravel Two”. In jedem Abschnitt zeigt eine funkelnde, kreisförmige Energie, den Weg. Nebenbei sehen wir in die Spielwelt eingebettete Szenen von Kindern, die versuchen Erwachsenen zu entkommen. Wie Sahlin im Interview mit EA preisgibt, sei seine Inspiration diesmal Kindheitsabenteuer gewesen.


Als mir die Idee [für Unravel Two] kam, war ich viel unterwegs, um den ersten Teil zu promoten. Dabei traf ich viele neue Leute und gewann viele neue Freunde, also wollte ich ein Spiel über neue Verbindungen machen, anstatt weiterhin alte zu flicken.“ (…) „Wir wollten etwas Neues schaffen, etwas mit Blick nach vorne. Zwei Kinder gegen die Welt, die in Schwierigkeiten geraten, letztendlich aber doch ans Ziel kommen.Martin Sahlin
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©EA Originals | Quelle: https://variety.com/2018/gaming/news/unravel-2-out-now-1202838610/

Schließlich ließ er jedoch außerdem durchblicken:

Ich finde es wichtig, dass die Leute ihre eigenen Interpretationen [zur Geschichte von Unravel Two] haben können. Wenn ich den Leuten meine Version der Geschichte erzähle, sehen sie die möglicherweise als die einzig wahre. Das stimmt jedoch nicht – man kann die Geschichte auf viele Arten interpretieren.Martin Sahlin
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©EA Originals | Quelle: https://www.shacknews.com/article/105735/unravel-2-review-two-threads-are-better-than-one

Hinkende Übertragung

Die Metapher mit den verbundenen Garnknäulchen, welche für “neue Verbindungen” steht, wirkt wie in unserem Abschnitt “Alles auf Koop” bereits angedeutet, zuerst stimmig. Sie erwies sich für uns im Verlauf jedoch etwas weniger träumerisch und interpretierfreudig, als die Grundprämisse aus dem ersten Teil.

Auf das spielerische übertragen, stellt sie sich ebenfalls als etwas hinkend heraus. Da der Funken den Weg teilweise verräterisch vorkaut, nimmt dieser so etwas Schwierigkeit aus dem Spiel und spoilert ungeniert Lösungsansätze.


In “Unravel Two” fühlten wir uns zu oft getrieben vom Funken. Selbst erkunden wurde so unbefriedigender.

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©EA Originals | Quelle: https://gamerism.tumblr.com/post/740051999960268800/unravel

Außerdem müssen beim Zugriff auf den sogenannten “Hub” des Spiels (auch auf der PS4 Pro) lange Ladezeiten einkalkuliert werden, welche etwas aus dem Fluss herausreißen. Dies funktionierte für uns weit weniger gut als im Erstling. Die zerbröckelten Inhalte aus dem Fotoalbum der alten Dame, welche erneuert werden mussten, gingen uns im ersten Teil einfach näher, als die nun Pantomime spielenden Kinder.

Auch das Design der Spielwelt wirkt ein Quäntchen weniger Idyllisch. Viele lärmende Maschinen und etwas weniger Natur offenbart sich. Die Kamera ist darüber hinaus häufig etwas zu weit weg positioniert, sodass die kleinen Yarnys trotz knalliger Farbgebung manchmal schwer auszumachen sind und untergehen. Der Vorgänger wirkte hier insgesamt einfach runder, abgestimmter und vor allem visuell und atmosphärisch schöner!


Hier können wir die kleinen Yarnys noch relativ gut erkennen. Das ist nicht immer so.

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©EA Originals | Quelle: https://galasgamingcorner.tumblr.com/post/702277477268160513/unravel-2-scenery

Fazit - Einige Knoten - jedoch ein stabiles Garn

Zweispieler-Modus als Schwäche?!

Versteht uns nicht falsch. “Unravel Two” ist auch diesmal ein spielenswerter bis ausgezeichneter Puzzle-Plattformer der schwedischen Entwickler von Coldwood Interactive geworden. Und auch wenn “Unravel Two” kein schlechtes, sondern viel mehr ein spielenswertes bis ausgezeichnetes Spiel ist, bleiben dennoch einige große Stärken des Erstlings auf der Strecke - und damit einige Knoten im Garn.

Der Zweispieler-Modus erwies sich für uns als zu viel Gewirr im Strick-Korb. Er will einfach nicht so recht zur ruhigen Grundatmosphäre des “Cinematic Platformers” passen! So stört das “aufeinander warten” den Spielfluss und gemeinsames hüpfen wirkt chaotisch. Das erhöhte Schwung- und Sprungtempo tut sein übriges und fördert so Slapstickeinlagen. Auch getimte Events können von Spieler eins ausgelöst werden, während Spieler zwei hinterher hinkt.

Game Director Martin Sahlin gibt zu:

Das Schwierigste an der Entwicklung des zweiten Teils?] Fast alles! Spiele zu machen, ist nicht einfach. Kameras und Eventauslöser sind enorm schwer zu implementieren, wenn es zwei Spielercharaktere gibt. (…) Es ist schon hart genug, den Baumstamm so zu programmieren, dass er genau dann bricht, wenn der Hauptcharakter darauf landet. Wenn jetzt noch ein zweiter Spieler dazu kommt, wird alles noch komplizierter.Martin Sahlin

Manchmal ist weniger mehr. Zwei Yarnys sind nicht unbedingt besser als einer.

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©EA Originals | Quelle: https://www.polygon.com/2018/6/18/17468958/unravel-2-review-ps4-pc-xbox-one/

Level-Verhältnis

Ein weiterer Wermutstropfen zeigt sich im Verhältnis der Level von “Unravel Two”. So bietet das Spiel nur sieben Storylevel und zusätzlich ganze zwanzig Herausforderungslevel, in denen aufgeteilt in drei Schwierigkeitsgrade, Puzzle gelöst werden müssen. Auch wenn - zugegeben - ein Hauptlevel mehr Spielzeit auf die Uhr bringt als ein Herausforderungslevel, ist die Balance hier nicht wirklich gegeben. Die Hauptstory kommt spürbar zu kurz.

Hätte man - als Lösungsansatz - vielleicht die physikbasierten Puzzle aus den Herausforderungsleveln - mitsamt der dafür eingesetzten Energie - schnappen - und in weitere Story-Hauptlevel integrieren müssen?! - Vielleicht.


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©EA Originals | Quelle: https://galasgamingcorner.tumblr.com/post/702277477268160513/unravel-2-scenery

Was am Ende wirklich gleichwertig bleibt ist nur die Musik von den Komponisten Frida Johansson und Henrik Oja, welche sich bereits für Teil eins verantwortlich zeichneten. Wieso? Deshalb:

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©EA Music | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Schlussendlich stellt sich also heraus: Wir ziehen unseren roten Faden nicht mehr unentwegt durch die “Unravel”-Welt und damit fällt diese wunderbare Metapher weg. Und die ist wichtiger als man denkt, hatte man so doch immer das Gefühl, etwas zurück zu lassen und einen Anker zu haben. Der Anker ist nun der zweite Spieler - und der gibt nicht immer den Halt, den ein Yarny-Garn zum Klettern braucht.


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©EA Originals | Quelle: https://store.steampowered.com/app/1225570/Unravel_Two/?l=german

Wie steht’s um eine Fortsetzung?!

Coldwood Interactive ist Geschichte

Als wäre das nicht schon deprimierend genug, gibt es zum melancholischen Abschluss noch traurigere Nachrichten. Nämlich aus dem Hause Coldwood Interactive. Schenkt man einer plausiblen Einschätzung eines Reddit-Nutzers glauben, hat sich das schwedische Studio mittlerweile aufgelöst.[2]

Laut Martin Sahins LinkedIn-Profil verlies er das Studio im Jahr 2022. Die Website der “Unravel”-Schöpfer sei mittlerweile ebenfalls nicht mehr erreichbar.

Doch wir schließen selbstverständlich nicht ohne Hoffnungsschimmer (oder Funke) ab. Die treibende Kraft hinter der Spielereihe ist mittlerweile firmiert als “Windup Games” in Erscheinung getreten. Das Studio ist wie seinerzeit Coldwood Interactive in Umeå (Nord-Schweden) ansässig. Und es kommt noch besser: Mit dem 3D-Platformer “Hela”, haben die Macher bereits ein extrem vielversprechendes neues Werk im Köcher, was genauso einen malerischen Eindruck macht, wie einst “Unravel”.

Die Veröffentlichung ist für 2026 geplant.[3] Das Koop-Abenteuer-Spiel soll dann für alle gängigen Plattformen (PS5, Xbox SX, Nintendo Switch 2 und PC) erscheinen. Wir sind gespannt und können es nicht erwarten, das Spiel ausführlich unter die Lupe zu nehmen! Bis bald.


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©EA Originals | Quelle: https://www.resetera.com/threads/yarny-is-so-cute-and-i-am-so-sorry-we-haven%E2%80%99t-been-talking-about-him-more-rttp-unravel-unravel-two.95673/

Impressionen zu “Hela”

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©Windup Games | Quelle: https://store.playstation.com/de-de/concept/10012485

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©Windup Games | ©PlayStation | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ieK078pmPAY

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©Windup Games | Quelle: https://www.helagame.com/

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©Windup Games | Quelle: https://www.tvmovie.de/news/hela-schoenste-spiel-gamescom-2024-release-plattform-142918

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©Windup Games | Quelle: https://steamcommunity.com/app/3161310/allnews/

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©Windup Games | Quelle: https://about.my.games/de-DE/news/251

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©Windup Games | Quelle: https://steamcommunity.com/app/3161310/allnews/

Trailer zu Windup Games “Hela”

“World Premiere Trailer”
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©Windup Games

“Summer Showcase Trailer”
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©Windup Games | ©PlayStation | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ieK078pmPAY

“Gamescom 2025 Trailer”
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©Windup Games | ©PlayStation | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=bv3w2qLguek

“October Fan Fest Trailer”
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©Windup Games | Knights Peak | Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Je7QgEjXayM

Was haltet Ihr vom zweiten Ausflug von Yarny in “Unravel Two”? Ist sein neuer Begleiter namens Tangle Fluch oder Segen? Wünscht Ihr euch eine Fortsetzung des Puzzle-Plattformers? Und was haltet Ihr vom geistigen Nachfolger “Hela”. Teilt eure Gedanken mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das Garn aus dem Träume gemacht sind bestimmt auch!

Trailer zu “Unravel Two”

Der “Official-Reveal-Trailer” zu “Unravel Two”

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©EA Originals

Astro’s Playroom (2020)

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©Team Asobi
  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Im Jahr 2020 gelang dem blau-weißen “Astro Bot” mitsamt Sonys Next-Gen-Hardware der Durchbruch!

“Astro’s Playroom” war auf allen PlayStation 5-Konsolen kostenlos (!) vorinstalliert und verzauberte mit atemberaubendem haptischen Feedback des Dual-Sense-Controllers, solidem 3D-Platformer-Design und jeder Menge Nostalgie, über Zielgruppen hinaus.

Was den Titel ausmacht, wo der kleine putzige Roboter seine Ursprünge hat und warum in “Astro’s Playroom” ein Stück PlayStation-Geschichte steckt, verraten wir im Test.

Genre: Jump ’n’ Run, Geschicklichkeit

Originaltitel: Astro’s Playroom

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Team Asobi | Sony Interactive Entertainment

Musik: Kenneth C. M. Young

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 3 Stunden (Story), ca. 4-5 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 5 (Stand: 14.10.2025)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: Astro Bot

Vorgänger: Astro Bot Rescue Mission (2018)

Nachfolger: Astro Bot (2024)

Ähnliche Titel: Arise: A Simple Story (2019), It Takes Two (2021)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Astro%27s_Playroom | https://de.wikipedia.org/wiki/Astro%E2%80%99s_Playroom | https://howlongtobeat.com/game/83361

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. August 2021

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Das PlayStation-Hardware-Maskottchen

“Astro Bots” Herkunft

Bei Veröffentlichungen von neuer PlayStation-Hardware ist ein kleiner, weiß-blauer Android, seit 2013 Sony’s Glücksbringer. Vom Charisma eines Marios, des Konkurrenten Nintendo, ist er zugegebenermaßen noch weit entfernt. Doch mit seinem neuesten Ausflug (nicht auf) sondern buchstäblich IN die PlayStation 5, macht er so einiges an Boden gut. Die Rede ist vom ebenso drolligen wie putzigen Astro Bot, der mittlerweile fester Bestandteil einer jeden PlayStation-Generation ist. Doch wo kommt das Robo-Spitzbübchen überhaupt her?

AR Bots in  - “The Playroom” (2013, PS4)

Ursprünglich stammt der Roboter mit dem heldenhaften Cape aus dem vorinstallierten “The Playroom” (2013) auf der PlayStation 4, welches sich die Technik der PlayStation-Camera und “Augmented Reality” (dt. Erweitere Realität) zu nutze machte. Man kann den Titel als eine Art Demo und Minispielsammlung für die PS4 bezeichnen.

Director von Astro’s-Entwicklerstudio Team Asobi, Nicolas Doucet verrät im PlayStation-Blog einige interessante Details. Laut Doucet entsprang Astro Bots Design aus den “AR Bots”, welche wiederum aus unspezifischen Robotern aus einfachen Zylinder-Formen mit Augen bestanden.[1]


AR steht für “Augmented Reality” (dt. Erweitere Realität) und bezeichnet die “Überlagerung der realen Welt mit virtuellen Zusatzinformationen”.[2]

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©PlayStation, Quelle: https://blog.de.playstation.com/2013/06/13/wir-prsentieren-the-playroom-nur-fr-playstation-4/

“Captain Astro” in - “The Playroom VR” (2016, PS4)

Etwa drei Jahre später nutzte Sony die Marke erneut, um Spielern neue Hardware näherzubringen. Diesmal ging es mit “The Playroom VR” und der neuen PlayStation VR-Brille in immersive Dimensionen. Es handelte sich erneut um eine Minispielsammlung, welche Käufer der Brille gratis dazu erhielten.

Bevor unser Robo-Freund jedoch seinen heutigen Namen erhielt, nannten die Entwickler ihn intern “Captain Astro”.[2] Hier erhielt er laut Doucet seine Lackierung in PlayStation-Blau und übrigens auch seine ikonische Schwebe-Fähigkeit durch Laser in den Fußsohlen.[3]

Auch den Gacha-Automaten, an dem eingesammelte Münzen in Spielzeuge eingetauscht werden konnten, gab es hier bereits.[4]


In “The Playroom VR” treten Bots in verschiedenen Formen und Farben auf. Die Minispielsammlung besteht aus sechs Spielen.[4]

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©PlayStation

Metascore von 90 (!) in - “Astro Bot Rescue Mission” (2018, PS4)

Doch erst im Jahr 2018 erhielt er seinen Namen “Astro Bot” und machte abermals Sonys VR-Brille “PlayStation VR” innerhalb der dazugehörigen Tech-Demo “Astro Bot Rescue Mission” auf der PlayStation 4 unsicher.[4] Das exklusiv für PSVR erhältliche Platformer-Spiel erntete mit einem Metascore von 90 (!) und einem Userscore von 8,9/10 auffällig herausragende Bewertungen.[5]

Team Asobi entwickelte den Bot immer weiter und sorgte für weitere Polituren. Nun wagt Sony Interactive Entertainment mit “Astro’s Playroom” also letztendlich, ganz traditionsbewusst, den Schritt zu neuen Hardware-Ufern, erstmals auf der PS5. Entwickelt wurde das Spiel von Team Asobi unter dem Dach von Japan Studio, die sich wie bereits angedeutet für die drei Vorgänger verantwortlich zeichneten.[6]


So würde es wohl aussehen, wenn man Astro Bot mit einer Brille austattet, damit er sich im 3D-VR-Platformer selbst spielen kann

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©PlayStation

“Astro Bot”-Entwicklerstudio geschlossen?

Team Asobi wurden ursprünglich im Jahr 2012 gegründet und gehörten zum außergewöhnlich langlebigen “Japan Studio”. Der Name bedeutet “spielen” auf japanisch und wurde gewählt um den Spaß am Spielen widerzuspiegeln.[7]

Das bereits seit 1993 bestehende Studio, welches sich in der Gaming-Industrie mit einflussreichen Titeln wie “ICO” (2001) und “Shadow of the Colossus” (2005) einen Namen gemacht hatte, wurde von Sony im März 2021 aufgelöst. Es war zum Zeitpunkt der Schließung das älteste aktive Entwicklerstudio von Sony.[7]

Nur Team Asobi blieb übrig, wegen der hervorragenden Resonanz zu eben genau “Astro’s Playroom”. Laut Sony wurde Japan Studio deshalb auf Team Asobi neu ausgerichtet. Im Juni 2021 gaben sie schließlich die Umwandlung in ein eigenständiges Studio innerhalb der PlayStation Studios bekannt.[8]

Den eifrigen Auskundschafter Astro Bot verschlägt es nun jedenfalls geradewegs in die Architektur von Sonys Next-Gen-Konsolen-Hardware PS5!


Das offizielle Logo von Team Asobi

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©Team Asobi

Der ikonische und Nostalgie auslösende Schriftzug von Japan Studio ist leider Geschichte

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©PlayStation Studios | Quelle: https://playstation-studios.fandom.com/wiki/Japan_Studio

Gameplay - Die Erkundung der PS5 Konsole

Doch kommen wir endlich zum eigentlichen Spiel “Astro’s Playroom”. Im 3D-Jump ’n’ Run schlüpft Ihr in die Rolle des kleinen Astro Bot aus der Third-Person-Perspektive, welcher die Aufgabe hat, euch eure neue PS5 Konsole näher zu bringen. Vor allem den innovativen und die Konkurrenz ausstechenden Dual-Sense-Controller mit haptischem Feedback, will er euch nicht nur ausgiebig zeigen, sondern auch spüren lassen.

Also geht es geradewegs durch die technische Architektur der Next-Gen-Konsole. Die Welten GPU-Dschungel, SSD Speedway, Kühle Quellen und Speicherspielplatz gilt es zu durchforsten, um dabei nicht nur neue Erkenntnisse zu gewinnen sondern auch ein PlayStation-Nostalgiefest der superlative abzufeiern.


In zeitloser Genre-Manier hüpft Ihr als Astro Bot durch die vier Haupt-Welten

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©PlayStation, Quelle: https://www.gamepro.de/artikel/astros-playroom-perfektes-tutorial-ps5,3363645.html

Neben klassischen 3D-Platformer-Jump n’ Run Einlagen, dem besiegen von Gegnern durch Sprünge und Schläge sowie das sammeln von Münzen, Puzzleteilen und Artefakten aus der Zeit der Playstation-Geschichte, gibt es immer wieder auch spielerische Abwechslung durch neue Mechaniken, die den Dual Sense Controller auf spielerische Art und Weise näher vorstellen.

Als Ball steuern wir etwa mithilfe des Contoller-Touchpads den kleinen Astrobot in Kugelblitz-Manier durch Parkoure. Als robotastischer Primat klettern wir mit Astrobot an Kletterwänden empor und nutzen die Bewegungssteuerung des Gamepads zur Ausrichtung der beiden Hände. Als springender Roboter fetzen wir federstark umher und spüren die Federkraft in den Schultertasten. Immer ganz automatisch mit in Zentrum steht also das neue Key-Feature des neuen PS5-Controllers - das haptische Feedback.


Wenn Ihr euch als Affe an der Wand hinauf hangelt, kommt das haptische Feedback der Schultertasten des Dual-Sense besonders zur Geltung

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©PlayStation, Quelle: https://www.gameskinny.com/reviews/astros-playroom-review-pure-imaginative-fun/

Haptisches Feedback des Dual-Sense

Im Duell der im Jahr 2020 veröffentlichten, mittlerweile neunten Konsolengenration war für uns sofort eines klar. Der Innovationspreis geht an Sonys PlayStation 5!

Mit dem neuen Dual-Sense-Controller tut sich endlich mal was. Etwas was wohl unbestreitbar als großer Schritt in Richtung mehr Immersion und Spielgefühl bezeichnet werden kann, ohne extra Zubehör (wie z.B. PlayStation VR) zu erfordern. Das neue Feature geht damit einher, was immer da war: Dem Controller einer Konsole. Das ist so simpel wie genial und ist für viele sicher eines der Top-Argumente für den Einsatz der PS5 als Hauptkonsole gewesen.

Mit Astro’s Playrom beweist Sony, dass nicht nur die Idee sondern auch die Umsetzung hinter dem neuem Controller-Kniff (mit haptischem Feedback), außerordentlich gut funktioniert. Nicht nur Fans werden hierbei begeistert. Auch Entwickler zukünftiger Spiele für die Sony-Konsole werden zum ausprobieren und damit automatisch zum implementieren in eigene Games eingeladen.


Stolz präsentiert Astro Bot den neuen Dual-Sense Controller mit haptischem Feedback in den Schultertasten

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©PlayStation

Der gesamte Controller scheint eine Art Eigenleben zu haben. Nicht nur die Schultertasten sind je nach Situation unterschiedlich schwer zu drücken oder vibrieren. Auch ein integrierter Lautsprecher untermalt die Vorgänge im Spiel, die man ohnehin schon spürt wie prasselnden Regen, um dadurch alles noch glaubhafter zu machen. Selbst kleinste Nuancen, wie den Unterschied ob man auf herkömmlichem Boden läuft oder sanft wabbelige grüne Blätter begeht, die auf dem Wasser schwimmen, spürt man.

Die Genauigkeit und Qualität der neuen Funktionen gipfelt darin, dass selbst die flinken Stubselbeinchen des minikleinen Astro Bot, korrekt entweder Rechts (für das rechte Bein) oder eben links (für das linke Bein) im Controller spürbar ist. Eigentlich unglaublich wie genau das funktioniert.

Da “Astro’s Playroom” ausgiebig von den neuen Funktionen des Dual-Sense gebrauch macht, ist übrigens ein zweites Gamepad als Ersatz für den Notfall zu empfehlen. Die Akkulaufzeit kann hier deutlich geringer ausfallen als unter normalen Umständen üblich.


Das virtuelle Gegenstück zum Dual-Sense-Controller in euren Händen

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©PlayStation, Quelle: https://www.tvmovie.de/news/astros-playroom-fuer-ps5-im-test-so-fuehlt-sich-next-gen-wirklich-an-115392

Ein Stück PlayStation-Geschichte

Wer den Konsolen des japanischen  Herstellers Sony bereits mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte treu ergeben ist, für den haben die Macher von Asobi  - neben dem soliden und spaßigen spielerischen Grundgerüst von “Astro’s Playroom” - einige besondere Schmankerl vorbereitet. Zur feierlichen Veröffentlichung der neuesten PlayStation wird nämlich alles aufgefahren was Rang und Namen im PS-Universum hat.

“Astro’s Playroom” strotzt nur so von Referenzen aus alten und aktuellen Playstation-Tagen. Ob “Ico”, “Heavy Rain”, “God of War”, “Resident Evil”, “The Last of Us”, “The Last Guardian”, “Ghost of Tsushima” und viele, viele mehr. Die Liste ist schier unendlich. Über 60 Spiele aus 26 Jahren PlayStation-Historie sind als kleine Szenen in die Spielwelt eingearbeitet. Diesen sind an einem kleinen Kamera-Bot erkennbar, der die Prominenz filmt.[9] Und es macht Spaß, beim entdecken der Anspielungen, den jeweiligen Titel zu erraten. So bleibt man oftmals andächtig an den Szenen stehen und erfreut sich der kleinen Easter Eggs.


Vollgepackt mit namhaften Helden. In Astro’s Playroom gibt sich die PlayStation-Prominenz die Klinke in die Hand

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©PlayStation, Quelle: https://giphy.com/gifs/playstation-astro-astrobot-bot-NBZaYcrjl9RA9ecaJD

Doch nicht nur die Spieletitel über die Jahrzehnte hinweg sorgen für ein heimeliges und wohliges Gefühl bei PS-Fans. Sony hat offensichtlich intensiv im Bauplan-Archiv der Hardware gekramt. In der Spielwelt lassen sich eine Vielzahl an plastischen, 3D-modellierten und knackscharfen “Artefakten” finden, welche nichts weniger sind als extrem detailgetreue Nachbildungen der Sony-Hardware aller Generationen. So stößt man etwa auf Klassiker wie die allererste PlayStation aus dem Jahre 1994 . Doch auch weniger bekanntes und antiquitiertes Zubehör, wie ein GPS-Empfänger für die PSP, ist zum ausgiebigen betrachten und in Erinnerungen schwelgen eingearbeit. Alle Artefakte landen wie Museumsstücke in der Hubwelt, um sie bei Laune weiter inspizieren zu können.

Fest steht: Sony feiert sich in “Astro’s Playroom” ausgiebig selbst und wer alles entdeckt, der enthüllt ganz beiläufig (oder -sprungig) auch ein Stück PlayStation Geschichte!


Die Welt von Sonys PlayStation hatte über die letzten Jahrzehnte hinweg einiges zu bieten

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©PlayStation, Quelle: https://www.ign.com/wikis/astros-playroom/Walkthrough

Fazit - Mehr als nur Tech-Demo

“Astro’s Playroom” ist die konsequente Weiterführung einer PlayStation-Tradition. Seit dem Jahr 2013 zeigt der knuffige Astro Bot zuverlässig, stolz und verspielt, was so alles in neuer Sony-Hardware steckt.

Beim neuesten Ausflug von Team Asobi steht diesmal alles im Zeichen des neuen Dual-Sense-Controllers, der mit dem brandneuen haptischen Feedback, nichts weniger als eine Innovation darstellt. Schon bei seiner Ankündigung sorgte er für Furore.

Doch spielerisch steckt in der vermeintlichen (auch noch kostenlosen!) Tech-Demo weit mehr als zu erwarten war. In bester 3D-Platformer- bzw. Jump n’ Run-Art, bringt das Rumgewusel in der Spielwelt jede Menge Spaß. Die Grundmechaniken des Genres werden ausgenutzt und mit den innovativen Erneuerungen des Dual-Sense-Controllers kombiniert. “Astro’s Playroom” wirkt dabei (ganz namensgebend) wie ein Spielplatz zum ausprobieren der neuen Funktionen.

Auch wenn die Spielzeit mit etwa 3-5 Stunden recht kurz ausfällt, bleibt das Abenteuer eben nicht nur, durch die fantastischen Funktionen des Gamepads in Erinnerung. Vor allem durch die soliden und technisch einwandfreien Mechaniken, dem detailverliebten Design und der Huldigung der Sony Eigenmarken, hat sich das Game bei uns eingebrannt und damit spielend ein lächeln ins Gesicht gezaubert.


Die vier Welten mit den lustigen Namen GPU-Dschungel, SSD Speedway, Kühle Quellen und Speicherspielplatz bieten etwa 3-5 Stunden kostenlosen Spielspaß

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©PlayStation, Quelle: https://www.polygon.com/astro-bot-guides/447440/astros-playroom-special-bots-riddle/

Die Musik von Kenneth C. M. Young ist locker, frech und putzig wie der kleine Astro Bot selbst, kann jedoch zugleich auch ein wenig emotionalere Töne anschlagen. So steht manches Mal sogar nostalgischen oder träumerischen Gefühlen nichts im Weg.

Wenn man dann noch bedenkt, dass Astro Bots Abenteuer bereits vorinstalliert und absolut kostenlos für jeden frischgebackenen PS5 Besitzer ist, gibt es wenig bis gar nichts an “Astro’s Playroom” auszusetzen. Klar, könnte die Spielzeit länger sein, die spielerische Herausforderung anspruchsvoller und die Welten etwas weniger generisch. Trotzdem ergibt sich jederzeit ein spaßiger Kurztrip sowohl für Neulinge, als auch für PlayStation-Fans der ersten Stunde.

“Astro’s Playroom” ist damit der Einstiegstitel in die PS5 schlechthin, vereint er doch Tech-Demo, Spielspaß und PlayStation-Historie gekonnt und schafft so genau die richtige Stimmung für den Start der neuen Konsolengeneration, welcher Lust auf mehr PS5 macht!


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©PlayStation, Quelle: https://giphy.com/gifs/playstation-astrobot-astro-bot-astros-playroom-mfOTF4DciY36UwqqT6

Was haltet Ihr vom neuen PlayStation-Maskottchen mit den putzigen Robo-Beinchen? Teilt eure Gedanken zu “Astro’s Playroom” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Astro Bot bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle Ankündigungs-Trailer zu “Astro’s Playroom”

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©PlayStation

Der offizielle Gameplay-Trailer zu “Astro’s Playroom”

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©PlayStation

Der offizielle “Play Will Find A Way”-Live-Action-Trailer zu “Astro’s Playroom”

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©PlayStation

Weapons - Die Stunde des Verschwindens (2025)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Unangenehm gut!
“Weapons” hat mich genau da getroffen, wo Horror am effektivsten wirkt: unter der Haut, unerwartet wie ein Jump Scare aus dem Nichts.

“Weapons” ist kein stumpfer Schocker, sondern ein langsam kriechender Albtraum, auch wenn die
„Waffen“ (Weapons) schnell und wie im Eilflug auf uns zu gerannt kommen.

Was wir bei derofa.de von dem neuen Horrorschocker halten, erfahrt ihr in diesem Review

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Genre:  Horror

Originaltitel: Weapons

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Warner Bros.

Regie: Zach Cregger

Drehbuch: Zach Cregger

Produktion: Zach Cregger, Roy Lee, Miri Yoon, Raphael Margulez, J.D. Lifshitz

Musik: Zach Cregger, Ryan Holladay, Hays Holladay

Länge: ca. 129 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 07. August 2025 (Kinostart DE)

Nachfolger: -

Ähnliche Titel: Barbarian (2022)

Wertung:   

Autor: Melissa

Verfasst am: 19.08.2025

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Handlung - Bis zum Ende hin ein Detektivspiel

In einer scheinbar ruhigen amerikanischen Vorstadt verschwinden eines Nachts 17 Schulkinder –alle zur exakt gleichen Uhrzeit: und zwar um 2:17 Uhr. Was zunächst wie ein klassischer Kriminalfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einem vielschichtigen, düsteren Horrortrip.

Der Film erzählt u.a. die Geschichte aus mehreren Perspektiven: von einer traumatisierten Lehrerin, einem verzweifelten Vater der seinen Sohn sucht, einem paranoiden Jugendlichen oder einem
unsicheren und nervösen Polizisten. Stück für Stück setzen sich die Teile eines größeren, unheimlichen Puzzles zusammen und zeigen uns um was es in “Weapons” wirklich geht.

Nichts ist wie es scheint, und je tiefer man gräbt, desto verstörender wird das Bild, das sich am Ende ergibt. Der Zuschauer weiß bis zum Schluss nicht, was hinter dem Verschwinden der Kinder steckt.


Punkt 2:17 Uhr in der Nacht sind 17 Kinder verschwunden.

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Nach Barbarian geht es da noch besser? Die Besonderheiten von Weapons

“Weapons” trägt ganz klar die Handschrift von Zach Cregger, dem Regisseur von “Barbarian” aus dem Jahr 2022.
Wie schon dort, spielt auch hier die Form und Stil der Erzählung eine zentrale Rolle. Denn der Film ist in Kapitel aufgeteilt und wechselt durch verschiedene Perspektiven der Figuren und lässt die Zuschauer oft dabei bewusst im Unklaren.

Dieser mutige Stil erzeugt nicht nur Spannung, sondern macht das Filmerlebnis unvorhersehbar und extrem fesselnd. Statt auf billige Effekte zu setzen, baut “Weapons” seine Wirkung über eine dichte Atmosphäre und das Unbekannte und Mysteriöse auf. Genau wie bei “Barbarian” benötigt “Weapons” keinen großen Soundtrack. Die Spannung wird durch die Kameraführung und die Erzählform erzeugt.

Fans des Vorgängerwerks “Barbarian” werden sich hier sofort heimisch fühlen. Trotz Überlange von über 2 Stunden
Spielzeit, fühlt sich der Film nie grundlos in die Länge gezogen und zäh an. Das muss ein Film erst einmal schaffen. Großer Plusplunkt. Die Minuten sind nur so an uns vorbeigeflogen. Hervorragende Leistung von Zach Cregger!

Was uns vorallem sehr gut gefallen hat, war der Stil der Kameraführung. Oftmals finden wir uns direkt hinter einem Protagonisten in einem One-Shot. Genau das fühlt sich als Zuschauer dann so an, als sei man wirklich selbst vor Ort. Oder man erlebt eine sehr langsame Kameraführung, ohne großen Schnick-Schnack - einfach ein dunkler Gang durch den die Kamera uns zieht. Ganz langsam und dennoch so gefährlich, selbst wenn in solchen Szenen dann doch nichts passiert. Die Anspannung ist da einfach zu groß - man kann nicht wegschauen, aber auch nicht hinschauen.


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©https://tenor.com/de/view/why-just-her-classroom-why-only-hers-justine-archer-graff-weapons-accusing-gif-8538480161012133297

Künstlerisch begabt

Das sind die Schauspieler in der tat! Julia Garner wirkt so überzeugend in ihrer Rolle. Die Schauspielerin ist u.a. durch Filme wie “Apartment 7A” aus dem Jahr 2024 oder dem vor paar Monaten erschienden Wolfsfilm “Wolfsman”. Ihre Darstellung der Lehrerin Justine ist sehr authentisch. Als Zuschauer durchläuft man mit ihr den Kampf gegen das Unbekannte.

Josh Brolin beeindruckt als gebrochener
Vater mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Ratlosigkeit. Bekannt ist euch Josh bestimmt durch die legendäre Filmreihe “Dune”.

Die restlichen Schauspieler wurden auch sehr gut gecastet und für ihre Rollen passend gewählt. Insgesamt wirkt der Cast durchweg stimmig. Niemand spielt sich in den Vordergrund, was dem
Film dadurch mehr Tiefe verleiht. Durch den Perspektivwechsel, hat man das Gefühl, ein Teil von jeder Geschichte zu sein. Wir fiebern dadurch mit allen Charakteren bis zum Schluss mit.

Ursprünglich war Pedro Pascal für eine Hauptrolle geplant. Dieser konnte nach einem Streik der Gewerkschaften nicht mehr an den Dreharbeiten teilnehmen.[1]  Ich bin mir nicht sicher ob Pedro Pascal wirklich passend für die Hauptrolle gewesen wäre. Er ist ein grandioser Schauspieler, aber Josh Brolin zeigte sich da schon von seiner besten Seite und macht eine ziemlich gute Arbeit.


Justine (Julia Garner) und Archer (Josh Brolin) versuchen herauszufinden was mit den 17 Schulkindern passiert ist.

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©Warner Bros

Fazit - Einfach erfrischend gut

Zach Creggers “Weapons” ist kein Film für Zwischendurch. Es verlangt Aufmerksamkeit und Geduld sich auf ein düsteres, teilweise verstörendes Erlebnis einzulassen.

Dafür belohnt der Film uns mit einer dichten Atmosphäre, einem ungewöhnlichem Storytelling und einem Finale, welches uns einen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Wie schon bei “Barbarian” zeigt Zach Cregger, dass er das Genre versteht. Wenn euch der abgefahrene Stil von Cregger gefällt und ihr Barbarian schon mochtet, dann wird euch “Weapons” umhauen.

Leider kann ich dem Film keine volle Punktzahl geben, da es in der Story dann doch einige seltsame und fragwürdige Entscheidungen der Protagonisten gegeben hat. “Weapons” ist und bleibt halt immer noch ein Horrorfilm und bedient sich sogar an plumpen Jump Scares.

Von mir dennoch eine 9/10 und ein klares Highlight des Horrorgenres im Jahr 2025!


Trailer

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©Warner Bros

 

Assassin’s Creed Valhalla (2020)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Assassin’s Creed Valhalla ist ein Action-Rollenspiel von Ubisoft, das im Jahr 2020 erschienen ist.  Dieses mal schicken uns die Entwickler in die Welt der Wikinger.

Die Handlung spielt zur Zeit der Wikingerinvasion in England im 9. Jahrhundert und ihr schlüpft in die Rolle des Wikingers Eivor.

Ihr begebt euch erneut in die Rolle eines Assassinen. Desto weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr wird über die Assassinengeschichte erzählt und neues enthüllt.

Ob uns Eivor wirklich als Assassine gefallen hat und was wir zur Vikinger-Mythologie und das Leben in einem Wikingerclan erlebt haben, erfahrt ihr diesem Test auf der rote Faden.

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Genre: Action-Adventure

Originaltitel: Assassin’s Creed Valhalla

Produktionsland: Kanada

Entwicklerstudio/Publisher: Ubisoft/Ubisoft Montreal

Musik: Sarah Schachner, Jesper Kyd, Einar Selvik

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 60 Stunden (Story), ca. 120 Stunden (100%)

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, PC (Stand: 29.06.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Vorgänger: Assassin’s Creed Odyssey (2018)

Nachfolger: Assassin’s Creed Mirage (2023)

Ähnliche Titel: Ghost of Tsushima (2020), The Witcher 3 (2015), Sekiro: Shadows die twice (2019

Wertung:   

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Melissa

Verfasst am: 19.03.2025

Lesezeit: ca. 8 Minuten

Die Geschichte des Rabenclans

In “Assassin’s Creed Valhalla” erlebt ihr die Geschichte vom Assassinen Eivor, einem Wikinger des sogenannten Rabenclans. Der Wikingerkrieger Eivor flieht mit seinem Clan aus Norwegen, um in England ein neues Leben aufzubauen. Das Handlung spielt im späten 9. Jahrhundert, zur Zeit der Wikingerinvasion Britanniens.

Eivor baut in England seine eigene Siedlung namens Hræfnathorp auf. Ihr helft eurem Wikingerclan immer weiter zu wachsen und versucht euch als Assassine gegen den Orden der Ältesten zu stellen. Doch dies wird nicht so einfach und ihr müsst immer wieder aufs neue beweisen, dass ihr euren Clan beschützen könnt. Als Eivor Varinsdottir (ja, das ist sein vollständiger Name der im Spiel so gut wie NIE erwähnt wird) deckt ihr immer mehr Geheimnisse des Ordens auf.

Parallel zu Eivor spielt die Geschichte in der Gegenwart mit Layla Hassan, die mit Hilfe des Animus Eivors Erinnerungen durchlebt, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Layla Hassan hat ihren ersten Auftritt in “Assassin’s Creed Origins (2017)”In Origins wird sie als ehemalige Abstergo-Mitarbeiterin eingeführt, die auf einer archäologischen Ausgrabung in Ägypten nach Isu-Artefakten sucht.

Im Verlauf werden zusätzliche Erzählstränge eröffnet, die auf weitere Geschichten der Videospielreihe hindeuten sollen.


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©Ubisoft

Die Reise in die Wikingerwelt beginnt

Wie bereits in “Assassin’s Creed Odyssey” aus dem Jahr 2017, habt ihr die Möglichkeit zu Beginn zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter zu wählen. Diese Entscheidung hat jedoch, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, keinen Einfluss auf die Handlung, was für einige Spieler enttäuschend sein könnte. Das ist jedoch nebensächlich, denn Valhalla zieht euch in eine eindrucksvolle und immersive Spielerfahrung, die das Wikingerleben lebendig werden lässt.

Ein herausragendes Merkmal von Valhalla ist die Möglichkeit, eine eigene Siedlung zu errichten und strategische Bündnisse mit anderen Yarls oder Königen einzugehen. Ihr könnt eure Bündnisse stärken oder sie eher als Feind sehen. Die Handlung dieser Bündniss-Missionen sind alle unterschiedlich und bringen so viel abwechslung mit rein. Jeder Handlungsstrang und jede neue Stadt die ihr entdeckt lässt euren Entdeckerdrang wachsen.

Die Raubzüge bei denen ihr Klöster und Dörfer überfallt, um Ressourcen für euren Clan zu sammeln, sind nicht nur spannend, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Wikingerlebens der gut umgesetzt wurde. Es macht einfach Spaß die Welt zu erkunden und Kloster zu plündern. Eure Beute könnt ihr dann für die Entwicklung von Hræfnathorp benutzen. Das ist auch zwingend notwendig, um in der Hauptgeschichte weiter voran zu schreiten.

Das Verhalten der Wikinger war vielschichtig und umfasste sowohl kriegerische als auch friedliche Aspekte. Sie waren aber nicht nur für ihre Raubzüge und Eroberungen bekannt. Vielmehr müsst ihr als Wikinger auch mit Ware handeln. Ihr müsst gut im Handwerk sein, was ihr durch die Weiterentwicklung eurer Siedlung erreichen könnt. Dadurch erhaltet ihr im Verlauf des Spiels immer bessere Ausrüstung. Zum Schluss kommen wir zur Landwirtschaft. Ihr müsst Gebäude ausbauen und Landwirtschaft betreiben. Auch das  zu Gunsten eures Clans. 

Wenn ihr genug von dem Landleben habt macht ihr euch einfach auf den Weg auf euer Schiff. Ja ihr habt ein eigenes Schiff zum erkunden der Welt. Auf hoher See macht das eforschen gleich viel mehr Spaß. Das erinnert an Zeiten wie “Assassin’s Creed Black Flag (2013)”. Auch bei den Vorgängern Odyssey und Origins hattet ihr die Möglichkeit auf einem Schiff durch die Meere zu segeln. Ganz neu ist es somit nicht. Es gibt einfach so viele Dinge die ihr in der Welt von Valhalla machen könnt. 

Ihr fühlt euch dabei schon als echter Wikinger. Aber keine Sorge! Eivor gibt euch trotzdem das Gefühl auch ein waschechterAssassine zu sein. 


Hier könnt ihr den Aufbau eines Gebäudes für eure Siedlung sehen. Ihr benötigt Ressourcen um es weiter auszubauen.
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©PlayStation Blog

Altbekanntes Kampfsystem ala Origins und Odyssey

Das Kampfsystem ist besonders gut gelungen und bietet sogar eine Vielzahl von Möglichkeiten um Eivor zu individualisieren. Das heißt Ausrüstung und Fertigkeitspunkte sind frei auswählbar. Kommen wir zu den sogenannten Fertigkeitspunkten. Valhalla bietet ein sehr umfangreiches Fertigkeitenbrett, das leicht an das Sphärobrett von dem Rollenspiel “Final Fantasy X” erinnert. Es ist riesig und ihr könnt enorm viele Punkte leveln und euren Charakter dadurch weiter entwickeln. Das Fertigkeitenbrett wirkt anfangs ziemlich überwältigend, doch keine Sorge, nach etwas Eingewöhnung habt ihr den Dreh raus. Valhalla ermöglicht den Spielern, ihren Charakter bis über Level 200 hinaus zu entwickeln. Das sorgt für eine langanhaltende Motivation, da es immer neue Fähigkeiten zu entdecken gibt.

Viel neues gibt es zum Kampfystem nicht zu sagen. Die Überschrift dieses Kapitels hat es bereits verraten - ja wir Kämpfen mit Eivor wie in Origins oder Odyssey. Das ist jedoch kein Nachteil, eher profitieren wir als Spieler davon, erneut ein wunderbares, bekanntes Kampfsystem zu haben.

Wie bereits oben erwähnt ist auch die Wahl eurer Ausrüstung frei wählbar. Ob ihr euch für ein einhändiges Schwert oder eine Axt, oder eher für ein Schwert und Schild entscheidet, ist euch als Spieler überlassen. Jede Waffe hat seinen eigenen Charme wenn ihr auf eure Gegner trifft. Natürlich hat auch Eivor das bereits seit Teil eins der Videospielreihe eingeführte Assassinen-Dolch bei sich.

Sich an den Gegner heranzuschleichen und ihn wie ein echter Assassine zu elimieren, macht auch mit einem Wikinger Spaß. Wenn euch diese Form jedoch zu langweilig ist, könnt ihr einfach mit Eivors starkem Wikingerblut eure Feinde zur Strecke bringen.


Auch die finalen Abschlussangriffe sind auch in Valhalla vorhanden. Das macht Laune!
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©Gideons Gaming

Hallo Jesper Kyd/ Synchronsprecher

Ja genau, der Soundtrack wurde erneut u.a. erneut von Jesper Kyd, bekannt aus älteren Assassin’s Creed Videospielen wie z.B. “Assassins Creed 2 (2019)” komponiert. Jesper wird unterstützt von Sarah Schachner (Assassins Creed Unity, Assassins Creed Black Flag) und Einar Selvik.

Die Synchronspecher hätten für die Protagonisten nicht besser gewählten werden können. Wir haben mit dem männlichen Eivor die Geschichte erlebt und dieser wurde von Bernd Egger vertont. Bernd übernimmt seit dem Jahr 2019 die neue Stimme des Terminator. Auf der Comic Con durften wir uns mit Bernd Egger etwas unterhalten und erhielten eine kleine Grußbotschaft:


Hier zu sehen: Jesper Kyd in seinem Studio

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Was erwartet euch sonst noch in Valhalla?

Neben der Hauptgeschichte gibt es zahlreiche Nebenmissionen die euch als Spieler u.a. in die mythologische Welt von Odin und Freya entführen. Die zusätzlichen Geschichten bringen Belohnungen und neue Herausforderungen. Die Nebenaufträge können von verschiedenen NPCs in der Welt angenommen werden und umfassen oft Aufgaben wie das Sammeln von Gegenständen, das Lösen von Rätseln, das Besiegen bestimmter Feinde oder das Unterstützen von Dorfbewohnern.

Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, selbst Odin zu spielen und spezielle Missionen in Nilfheim zu absolvieren. Doch dieses Spielsystem ist komplett anders! In Souls-Like-Manier kämpft ihr euch durch einzelne Abschnitte in Nilfheim. Wenn ihr einen sogenannten “Run” nicht schafft und stirbt, dann startet ihr wieder in Odins Lager und müsst alles bereits bestrittene erneut durchleben. Ihr bekommt spezielle Punkte nach den Runs die ihr auf euren Charakter verteilen könnt, um ihn stärker zu machen. Dieses Spielsystem könnte den ein oder anderen zur Weißglut bringen.

Doch seid Gewiss, ihr werdet nach euren Siegen sehr gut belohnt. Ein harter Kampf lohnt sich am Ende doch noch. Generell ist die Wikinger-Mythologie ziemlich spannend und es macht Spaß in der Welt von Asgaard Missionen zu erfüllen.

Die kostenpflichtigen DLC’s, die unter anderem nach Paris führen, sind ebenfalls einen Blick wert und erweitern das ohnehin schon umfangreiche Gameplay aus. Wir waren bei jedem DLC begeistert und haben uns Stunden in diesen Erweiterungen verloren.


In Nilfheim schlüpft ihr in die Rolle von Odin und müsst euch gegen starke Bosse durchkämpfen.

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©Screen Rant

Fazit - Sei Teil des Rabenclans

Insgesamt ist “Assassin’s Creed Valhalla” ein grandioses Videospiel, das die Stärken seiner Vorgänger Odyssey und Origins aufgreift und sogar weiterentwickelt. Das abwechslungsreiche Gameplay erinnert an große Titel wie „The Witcher 3 (2015)“ oder sogar „Red Dead Redemption (hier Teil 2) “ und sorgt für ein fesselndes Spielerlebnis.

Valhalla macht vieles anders. Vieles ist vielleicht in der Gamingwelt nicht neu. Wir fanden genau das aber ziemlich gut. Lieber etwas altbekanntes leicht verbessern und sich nur wenig neues trauen, als etwas schlechtes neu zu entwickeln und so die Gemüter der Spielegemeinschaft zu erhitzen.

Der einzige Kritikpunkt, der zu einer Bewertung von 9/10 führt, sind die weiterhin vorhandenen Bugs, die trotz zahlreicher Updates sogar im Jahr 2025 nicht vollständig behoben wurden. Diese sind jedoch nicht allzu häufig und beeinträchtigen den Spielspaß nur geringfügig.

Wenn ihr die vorherigen Teile mochtet , wird Valhalla euch mit Sicherheit begeistern! Möge Odin euch einen großen Spielspaß bringen!


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©Ubisoft

“Von allen Schlachten, die ein Mann schlagen kann, ist der Krieg gegen sich selbst am schwersten zu gewinnen.” - Eivor


Was haltet Ihr von dem Wikinger-Assassinen? Teilt eure Gedanken zu „Assassin’s Creed Valhalla“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Eivor vom Rabenclan auch.


Trailer

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©Ubisoft

M3GAN (2022)

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©Universal Pictures Germany
  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Der Science-Fiction-Film “M3GAN” erschien am 12. Januar 2023 in den deutschen Kinos.

Niemand geringeres als Horror-Mastermind James Wan lieferte das Drehbuch und beschrieb den Horrorthriller über eine eskalierende KI-Puppe als: “Chucky für eine neue Generation”. Antagonistin “M3GAN” sei eine “technisch hochentwickelte Mörperpuppe”.

Wir wollten wissen, was das “Chucky-Update” mit den Wurstfingern wirklich zu bieten hat.

Genre:  Horrorthriller, Science Fiction

Originaltitel: M3GAN

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures | Blumhouse Productions, Atomic Monster

Regie: Gerard Johnstone

Drehbuch: Akela Cooper, James Wan

Produktion: Jason Blum, James Wan

Musik: Anthony Willis

Länge: ca. 102 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 12. Januar 2023 (Kinostart DE)

Nachfolger: M3GAN 2.0 (2025)

Ähnliche Titel: Chucky – Die Mörderpuppe (1988), Ex Machina (2014)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/M3GAN_2.0 | https://en.wikipedia.org/wiki/M3GAN | https://de.wikipedia.org/wiki/M3GAN

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 17.07.2023, 20.06.2025

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Atomic Monster ist zurück

James Wan ist unter der Fahne seiner Produktionsfirma Atomic Monster zurück! Und will Euch abermals das Fürchten lehren.

Der mittlerweile 48-jährige, australische Filmschaffende mit chinesischen Wurzeln, wurde einem breiten Publikum vor allem durch seine Horror-Produktionen bekannt.[1]

Als Schöpfer ist er nicht nur maßgeblich an der blutigen “Saw”-Reihe beteiligt gewesen sondern etablierte als Produzent Grusel-Titel wie “Annabelle”, “Insidious” und nicht zuletzt das spukige “Conjuring”-Franchise.

Nun lässt er seine neueste Kreation namens “M3GAN” auf die Leinwand - und damit auch die Zuschauer los!

Doch wer Splatter oder einen klassisch-grauen Horrorfilm mit Gruselpuppen und Geisterhäusern erwartet, dürfte überrascht werden.


Wans Label “Atomic Monster” arbeitete für “M3GAN” mit Jason Blums Produktionsfirma “Blumhouse Productions” zusammen. Das Label gilt seit “Paranormal Activity” (2007) als besonders clever bei der kosteneffizienten Herstellung und Vermarktung von (meist) Horrorfilmen.[2] Am 2. Januar 2024 fusionierten die beiden Labels, sollen jedoch jeweils ihre “kreative Autonomie” sowie “Markenidentität” behalten, wie es auf Wikipedia heißt.[3]

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Quelle: https://www.joblo.com/jason-blum-james-wan-blumhouse-productions-atomic-monster-merger/

Handlung - Das Spielzeug als Ersatz

Cady (Violet McGraw) verliert bei einem Autounfall ihre Eltern. Die Tragödie lässt das kleine Mädchen sowohl geschockt als auch einsam zurück.

Glücklicherweise findet sie Zuflucht bei ihrer Tante Gemma (Allison Williams). Doch Gemma ist ein Workaholic und ganz auf die Entwicklung eines neuen Spielzeugroboters für ihren Arbeitgeber “Funki” fokussiert.

Die kleine Cady hat dort erst einmal keinen Platz, bis sie als willkommene Testerin für die neueste Errungenschaft des Spielzeugherstellers, auf dem hart umkämpften Markt, mit dem Namen “M3GAN” fungiert.

Doch was als einfühlsame und tröstende Robo-Freundin beginnt, wird langsam aber sicher nicht nur eigensinnig - sondern auch gefährlich!


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Die Geschichte im Mittelpunkt

Bereits zu Beginn von “M3GAN” wird klar: James Wans Genremischung aus Horrorthriller, Science-Fiction und Horrorkomödie lässt sich viele Freiheiten und ist damit schwer in eine Form zu pressen.

So startet “M3GAN” wie eine konventionelle Science-Fiction-Story mit Thriller-Elementen und wiegt die Zuschauer damit  in Sicherheit. Mit voranschreiten der Geschichte wird zunehmends Horror geschürt, welcher sich vor allem aus dem Handeln und den Aussagen der hochtechnisierten Puppe erzeugt. Damit wird dieser eine eigene, gruselige Persönlichkeit gegeben.

Doch “M3GAN” ist hier nicht nur auf Grusel ausgerichtet. Gekonnt weiß der Film einen Mix aus spannenden und teilweise seltsamen Grusel- und dabei schwarzhumorig-lustigen Filmmomenten zu erzeugen. Das Besondere, insbesondere in diesem Genre: Die Geschichte wird in den Mittelpunkt gerückt!


“M3GAN” liest Cady eine Geschichte vor

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©Universal Pictures Germany

Die Handlung findet insbesondere in der Expositions-Phase (Einführungs-Phase) viel Platz. Hierdurch wirkt “M3GAN” alles andere als plump und eindimensional. Die Entwicklungen, Besonderheiten und Fähigkeiten des Androiden und vor allem welche Auswirkungen diese auf die kleine Cady haben, steht im Fokus.

So schafft es “M3GAN” auch durch die gute Geschichte, die Abläufe und die Science-Fiction-Elemente, eine ungewöhnlich-spezielle Dosis Grusel zu erzeugen. Fairerweise artet es aber nie in richtige Angst aus, was wohl vor allem an den komödiantischen Momenten liegt, die wir später im Abschnitt “Die eigentliche Horrorkomödie”, kurz beleuchten.


“M3GAN” scheint sich in ihrem neuen Habitat pudelwohl zu fühlen

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©Universal Pictures Germany

Die Substanz

Die Substanz von “M3GAN” in vier Unterpunkten.

Die gesellschaftskritische Seite

Man kann “M3GAN” auf keinen Fall vorwerfen, substanzlos zu sein. Im Gegenteil: Der neueste Film von “Atomic Monster” kann auch als Gesellschafts- und Digitalisierungskritik verstanden werden.

Gerade in der heutigen Zeit, in der medial Debatten rund um künstliche Intelligenzen, wie die AI-Technologie “ChatGPT”, brennen.

Welche Auswirkungen wird diese Technik in Zukunft auf die Gesellschaft haben? In Gänze ist das unmöglich absehbar! Mögliche furchterregende Konsequenzen werden, für die Protagonisten im Film, jedenfalls zur Realität.


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©Universal Pictures Germany | Quelle: https://giphy.com/gifs/m3gan-megan-m3gan-movie-onFGZdLs2nAZOPtaVi

“M3GAN” spielt sich frei

“M3GAN” gibt sich gar nicht so viel Mühe die Konventionen seiner zugrundeliegenden Genre zu bedienen. Vielmehr befreit sich der Film, wie die namensgebende Elektro-Puppe, zwar nicht aus den Erwartungen - aber aus einer Bringschuld - und macht was sie will.

Da das Gewicht jedoch auf einer guten Erzählung liegt, wirkt das nicht unkontrolliert. So schafft es “M3GAN” den Vergleich mit Genre-Verwandten gar nicht so nötig zu haben. Dadurch fühlen sich gängige Mittel, wie etwa Jump Scares, nicht lahm an und kommen oft relativ unvermittelt.

Die Idee von künstlichen Intelligenzen die durchdrehen und ihren eigenen Willen entwickeln, um gegen ihre Schöpfer zu rebellieren, ist beileibe nicht neu. Sicher unzuählige Werke in Literatur und Unterhaltungsmedien, haben dieses Feld schon beackert.

Uns kam von Science-Fiction-Seite vor allem der Vergleich mit “Ex Machina (2014)” oder Charlie Brookers Ausnahme-Serie “Black Mirror” in den Sinn. So fühlte sich “M3GAN” für uns tatsächlich, wie eine Mischung aus der unfreiwillig komischen Mörderpuppe “Chucky” und dieser speziellen Art von dichten, düster-atmosphärischen Werken, wie denen von Charlie Brooker oder Virtuose Alex Garland an.


Alicia Vikander als anmutiger Android “Ava” neben “M3GAN”. Wenn Ihr mehr über den überragenden “Ex Machina” von Alex Garland und dessen Stimmung erfahren wollt: hier geht´s zu unserer Kritik.

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©Universal Pictures Germany | Quelle: https://www.cbr.com/m3gan-ex-machina-better-ending/

Ikonischer geht´s nicht. “Chucky” die Mörderpuppe neben “M3GAN”. Apropos: Wie wärs eigentlich mit einem “vs”-Film, liebe Labels?!

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©Universal Pictures Germany | Quelle: https://screenrant.com/megan-vs-chucky-fight-reasons-win/

Die Horror-Kultfigur “Chucky” hatte Autor James Wan letztlich auch im Sinn, wie die deutsche Wikipedia verrät.[4]

Ihm schwebte eine Gestalt im Stile von “Chucky” vor -  jedoch für eine neue Generation. Er beschrieb “M3GAN” als “technisch hochentwickelte Mörperpuppe”. Man kann also durchaus von einem Update sprechen!

Die Vergleiche drängen sich hierbei jedoch gar nicht so auf, wie man meinen würde. Da die Umsetzung so stark ist, muss “M3GAN” das Rad gar nicht neu erfinden. Die Hommage an die klassische Mörderpuppe aus dem Jahr 1988, die Modernisierung der Motive und das Katapultieren ins digitalisierte Zeitalter, funktioniert da (im wahrsten Sinne des Wortes) ganz automatisch.


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©Universal Pictures Germany

Huldigung an klassische Filmarbeit

Dass die Produzenten des Sci-Fi-Films keine inhalts- und blutleere Verwirklichung im Sinne hatten, zeigt auch der gelungene Einsatz klassischer Spezialeffekte.

Neben computergenerierten Inhalten, wurden klassische Animatronic verwendet, um bei allen Modernisierungsmaßnahmen, dennoch den Touch von Film-Klassikern der 80er und 90er Jahre einzufangen. Und das gelingt hervorragend und fällt wirklich ins Gewicht! So fühlt man sich trotz Politur und Frischzellenkur auch an Gruselschocker vergangener Tage erinnert und ein ganz besonders befriedigender Mischstil kommt zum Vorschein.


Gemma bei der (fiktiven) Entwicklung von “Spielzeug” “M3GAN”

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©Universal Pictures Germany

Regisseur Johnstone nutzt Altersfreigabe-Problem gekonnt aus

Die Altersfreigabe ist bei der Arbeit von Filmstudios häufig ein problematisches Thema. Die Waage zwischen möglichst drastischen Erwachseneninhalten, insbesondere im Horror-Genre und dem Bündeln eines möglichst breiten Publikumskreises zu halten, ist ein Balanceakt. Um eine niedrigere Altersfreigabe zu erreichen, erfolgten bei “M3GAN” Nachdrehs.[5]

Wikipedia beschreibt Regisseur Johnstones Anmerkung dazu so: “Auch wenn durch das neugedrehte Filmmaterial die Altersfreigabe gesenkt werden konnte, werde die Bedrohung durch vorzeitiges Wegschneiden und ein besser ausgearbeitetes Sounddesign aus seiner Sicht noch beängstigender.”[6]

Diesem Umstand können wir nur zustimmen. Es zeigt sich erneut: Nicht immer sind drastische Bilder notwendig. Wie Suspense-Horror herausragend funktionieren kann, zeigte schließlich einst schon John Carpenters legendärer “Halloween” aus dem Jahr 1978, um nur ein Beispiel zu nennen.


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Die eigentliche Horrorkomödie?!

“M3GAN” wird interessanterweise auf keiner der einschlägigen Websites als Horrorkomödie gelistet, obwohl er eine deutlich schwarzhumorige Seite besitzt.

Dabei wirkt der Film jedoch eben nicht unfreiwillig komisch, sondern von James Wan bewusst so konzipiert.

Mit “Chucky” als Vorlage kein Wunder, schließlich war die kultige Mörderpuppe immer für Lacher gut, obwohl Don Mancinis Filmreihe ebenfalls nie als Horrorkomödien gelistet waren.


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©Universal Pictures Germany | Quelle: https://giphy.com/gifs/m3gan-best-friend-m3ganmovie-meetm3gan-yGrwWPG8XIuYVKPNoT

Fazit - “M3GAN” hat das Zeug zur Horror-Kultpuppe

Mit “M3GAN” liefert James Wans Produktionsfirma Atomic Monster ein herausragendes Horror-Abenteuer mit dichter Atmosphäre, garniert von schwarzem Humor und getrieben von einer guten Geschichte, mit einem Hauch Digitalisierungskritik.

Der durchgehend unterhaltsame Film schnappt sich bereits bekannte Motive und Stimmungsrichtungen sowie eine kultige Puppen-Vorlage und schafft es spielend, sich durch die entsprechende Politur und Feinjustierung, komplett von einer Bringschuld loszulösen.

Er macht, wie die namensgebende Puppe, was er will. James Wans neues Baby blickt mit seinen stechenden Augen durch Euch hindurch und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Er lässt sich trotz vieler bereits gesehener Bilder die Freiheiten, die es braucht, um frisch und neu zu wirken.

“M3GAN” hat für uns das Zeug zur Horror-Kultpuppe, die durch ihren bösen Charme, eine Fortsetzung direkt obligatorisch macht. Und so ist es kein Wunder, dass das Upgrade mit dem Titel “M3GAN 2.0” für den 26. Juni 2025, in den deutschen Kinos angekündigt wurde.

Spätestens damit sollte also klar sein, dass man die Elektro-Puppe mit den Wurstfingern - die auf Freundschaft programmiert ist - besser nicht verägern sollte!


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Was haltet Ihr vom Horror-Androiden mit den stechenden Augen? Teilt Eure Gedanken zum neuen Output von Atomic Monster mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und “M3GAN” sicher auch.

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu “M3GAN”
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Anora (2024)

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Universal Pictures Germany
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsfilm

Das aktuellste Werk des US-amerikanischen Regisseurs Sean Baker, mit dem Titel “Anora”, war der große Abräumer der Oscar-Verleihung 2024.

In ganzen sechs Kategorien war die Mischung aus Drama und Komödie nominiert. In fünf Disziplinen ging “Anora” als Sieger aus der Veranstaltung.

Was der ungewöhnliche Film zu bieten hat, haben wir uns genauer angeschaut.

Genre: Dramedy, Erotik, Romanze, Liebeskomödie

Originaltitel: Anora

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures | FilmNation Entertainment, Cre Film

Regie: Sean Baker

Drehbuch: Sean Baker

Produktion: Sean Baker, Alex Coco, Samantha Quan

Musik: Matthew Hearon-Smith

Länge: ca. 139 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 31. Oktober 2024 (Kinostart DE)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Anora_(2024) | https://en.wikipedia.org/wiki/Anora

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 29.05.2025

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

“Anora” - Viel Wirbel - um was eigentlich?

“Anora” hat ganz schön Staub aufgewirbelt. Bei der Oscarverleihung im Jahr 2024 räumte Sean Bakers Film unglaubliche fünf Oscars ab. In den Kategorien bester Film, beste Regie, bestes Originaldrehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Schnitt konnte “Anora” die heißbegehrte Trophäe für sich gewinnen.[1]

Spätestens damit schürte die amerikanische Produktion automatisch hohe Erwartungen. Was soll da schon schiefgehen - wenn man als geneigter Zuschauer, bock auf einen guten Film hat?

Doch so einfach ist es dann doch nicht. Schon lange fallen wir nicht mehr auf euphorische Lobpreisungen herein, insbesondere, wenn diese durch die Oscars befeuert wurden. Zu oft gab es Enttäuschungen. Zu oft wurden Oscarfilme hochgelobt, nur um sich letztendlich als möchtegern-tiefgründige, pseudokünstlerische und gähnend-langweilige Projekte zu entpuppen.


Regisseur Sean Baker mit vier “Anora” Oscars. Rechts Hauptdarstellerin Mickey Madison mit ihrem Oscar als beste Hauptdarstellerin.

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Euronews - AP Photo - Neon | https://de.euronews.com/kultur/2025/03/03/oscars-2025-anora-raumt-ab-alle-gewinner-alle-verlierer-und-die-hohepunkte-des-abends

Unscheinbar

Abgesehen von seinem Oscar-Erfolg sowie zahlreichen Lobpreisungen und anderen Awards, wirkt “Anora” eigentlich sehr unscheinbar.

Selbst der Titel gibt keinen Hinweis darauf, was den Zuschauer erwarten könnte. Es handelt sich schlicht um den Vornamen der Protagonistin Anora (Mickey Madison). Auch das rosafarben-romantisch belichtete Cover, gibt nur einen groben Eindruck, um was für eine Art von Film es sich handeln könnte.

Kurzum: Wir konnten uns also rein gar nichts unter Sean Bakers achtem Spielfilm, mit dem unaufdringlichen Titel, vorstellen.[2] Und wurden dadurch - glücklicherweise - umso mehr überrascht!

Diesen Eindruck unterstreicht “Anora” sogar noch, wenn man schließlich in ihn einsteigt. Er zeigt sich regelrecht geheimnisvoll.


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©Universal Pictures Germany | https://de.wikipedia.org/wiki/Anora_%282024%29

Handlung - Sex, Drugs and Money!

In “Anora” folgen wir einer (durchaus kompetent wirkenden) Sexarbeiterin bei der Durchführung ihres Nachtgeschäfts in einem New Yorker Erotik-Club. Ballernde Beats, Alkohol, Drogen, viel nackte Haut, wohlhabende Männer. Ein reines (realistisches) Klischee.

Ein paar Infohäppchen haben wir mittlerweile also bekommen. Doch immer noch, haben wir keinen blassen Schimmer, was uns hier letztendlich erwarten würde. Worauf läuft das alles hinaus? Was entwickelt sich hier? “Anora” verrät nie zu viel. Und man will mehr wissen. Das Drama, mit immer stärker werdender komödiantischer Note, erzeugt in diesen ersten Momenten, relativ schnell, eine starke Spannung.

Befürchtungen das Thema könnte sich um eine selbstbestimme Prostituierte drehen, welche dem Patriarchat und “bösen Geschlecht” im Alleingang den Kampf ansagen und die Welt im “Mary Sue-Stil” revolutionieren will, erweisen sich glücklicherweise als unbegründet. Das wäre auch zu langweilig.


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©Universal Pictures Germany | https://giphy.com/gifs/neonrated-anora-movie-film-1STCJpyZ36fC7MnSXf

Feurige Dialoge - “Runglish” at it´s best

Stattdessen findet Romantik einzug. Doch nicht nur das: Feurig-aufgepeitschte Dialoge, ein Gemisch aus russisch und englisch, von unbeholfenen Charakteren, mit denen man trotzdem irgendwie sympathisiert, kreieren eine Art von Humor, den vermutlich nicht jeder teilen oder verstehen wird.

Schließlich mündet alles in ein lustiges Chaos. Doch “Anora” driftet nie ins albern-lächerliche ab. Dafür wirken die Bilder, das Tempo und der stimmungsvolle Ton  - aus produktionsqualitativer Sicht - einfach zu hochwertig. Dieses Kunststück muss man erst einmal meistern.

Selbst in seiner puren Eskalation, ehe der Film zum finalen Schlag ausholt, schafft es “Anora” immer, nicht über das Ziel der perfekten Symbiose aus Liebesdrama und Komödie hinaus zu schiessen.


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©Universal Pictures Germany | https://giphy.com/gifs/neonrated-anora-stop-screaming-yura-borisov-peBzHrZh72dtQHSnJD

Stilistische Mittel

Im Endeffekt ist es faszinierend mit welch einfachen Mitteln Regisseur Sean Baker “Anora” auch mithilfe seines Kameramanns Drew Daniels in Szene gesetzt hat. Mit Daniels arbeitete Baker übrigens bereits in seinem vorherigen Film “Red Rocket” (2021) zusammen.[3]

Es sollte eine “klare Kinoästhetik der 70er-Jahre und entsprechend alter Erotikfilme” erreicht werden. Ein “verschwommener und verwaschener Look” war das Ziel, wie die deutsche Wikipedia verrät.[4]

Dieser Look, kombiniert mit purer Schauspielleistung - insbesondere von Hauptdarstellerin Mickey Madison sowie dem russischen Nebendarsteller Juri Borissow (Igor) - sowie ein hervorragendes Tempo, ist das simple Rezept, welches “Anora” so unglaublich gut macht.


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©Universal Pictures Germany | https://thefilmstage.com/i-want-it-to-feel-as-real-as-a-documentary-sean-baker-on-anora-editing-breaks-and-old-school-camera-tricks/

Fazit

Gefühls-Cocktail

“Anora” ist ein kurzweiliger Ausflug der seinesgleichen sucht. Während das Drama-Genre üblicherweise zur Langatmigkeit neigt, besticht der Film durch keine einzige Länge. Und das trotz einer Laufzeit von sage und schreibe 139 Minuten. Stattdessen fühlt er sich an wie ein positiv-fiebriger Traum über 90 Minuten.

“Anora” erzeugt durch seine stilistischen Elemente und die durchdachte Kameraarbeit von Drew Daniels außerdem eine überraschende Strahlkraft, die in der modernen Filmlandschaft ihresgleichen sucht. Für raue Romantiker ist er ein echter Genuss!

Die Premiere von  “Anora” fand  am 21. Mai 2024 bei den 77. Filmfestivals von Cannes statt. Das Publikum soll anschließend nicht weniger als zehn Minuten (!) applaudiert haben.[5] Aus unserer Perspektive zurecht! Sean Bakers Dramedy - ist - mit einfachsten Werkzeugen hergestelltes - Filmgold!

Letztendlich lässt der Regisseur im Finale dann noch eine Szene vom Stapel, die nur so aufgeladen ist, mit emotionaler Dichte.

Es ist ein Film-Moment der sich wie ein - im Nachtclub zu Boden fallendes Glas “Gefühls-Cocktail” entlädt - und damit alle Emotionen befreit, die sich im Laufe von “Anora” (und im Charakter Anora) angestaut haben. Und so ein ikonisch-atmosphärisches Bild bewirkt, dass es das Zeug zum vielfach referenzierten Kult hat!

Vorsicht Spoiler-Bild! + Klicken zum aufklappen

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Spoilerfreies Bild:

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“Erwartungshaltung-Warnung”

Doch eine Warnung sei an dieser Stelle ausgesprochen, um die Erwartungen an ein “volles Bonbon-Glas” direkt zu zerstören. In der Rezeption scheint “Anora” bei eher community-basierten Wertungsplattformen nicht so euphorisch wegzukommen, wie unter Kritikern. Die Plattform “TV Time” listet den Film immerhin mit 20% 3-Sterne Wertungen, während 33% der Nutzer die höchste Wertung von 5-Sternen vergeben haben.


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©Universal Pictures Germany | https://giphy.com/gifs/neonrated-anora-movie-film-thlBNGp5kGBhBO9sBR

Die Google-Rezensionen zeichnen hier jedoch ein noch klareres Bild. Die Enttäuschungen (bei möglicherweise zu hoher oder nicht erfüllter Erwartungen) schlagen sich in einem Schnitt von nur 60% nieder. Nur 2,1 von 5 Sternen konnte der Film hier für sich gewinnen. Besonders viele 1-Sterne Ratings, lassen vermuten, dass viele Nutzer ihrem Ärger auf diese Weise Luft machen wollten.


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©Universal Pictures Germany | https://giphy.com/gifs/neonrated-anora-movie-film-I05OqH3eiB53D6h3Aa

Was haltet Ihr von Sean Bakers unkoventioneller Dramedy? Teilt Eure Gedanken zu “Anora” mit uns in der Kommentarsektion. Wir würden uns freuen. Und Oligarchen sowie Sexarbeiter sicher auch!


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©Universal Pictures Germany | https://medium.com/counterarts/anora-won-too-many-times-for-its-own-good-oscars-review-ad20f6eaa85c

Trailer

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©Universal Pictures Germany

Final Fantasy XII - The Zodiac Age (Remastered) (2006, 2017)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Der 12. Teil der JRPG-Reihe und somit auch der Nachfolger von “Final Fantasy X” und “Final Fantasy X-II”, (da er zur Hauptreihe gehört und kein MMORPG ist), hat den Titel “Final Fantasy XII” und erschien 2006 für die “PlayStation 2″. 

Dieser Teil der Videospielreihe war eher im Hintergrund und wurde fast schon stiefmütterlich behandelt, obwohl das Videospiel durchaus seine Stärken hat.

Was wir während unserer Reise durch die magische Welt von “Final Fantasy XII” erlebt haben, erfahrt Ihr in unserem Test auf derofa.de.

Genre: JRPG

Originaltitel: Final Fantasy XII

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Square Enix (damals Square Soft)

Game Director: Hiroyuki Ito, Hiroshi Minagawa

Musik: Masaharu Iwata, Hayato Matsuo, Hitoshi Sakimoto, Nobuo Uematsu (Ursprungsmelodie von Uematsu, komponierte den Theme Song “Kiss Me Good-Bye” für Final Fantasy XII)

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 60 Stunden (Hauptstory), bis zu 100 Stunden (Hauptstory + Nebenaufgaben) (100%)

Sprache: Vertonung nur in Englisch und Japanisch verfügbar, Untertitel in verschiedenen Sprachen (u.a. deutsch, englisch, französisch)

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch, PC (Stand: 04.11.2025)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: Final Fantasy

Vorgänger: Final Fantasy XI

Ähnliche Titel: Final Fantasy VIII, Final Fantasy IX, Final Fantasy X

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Final_Fantasy_XII

Wertung:

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Melissa

Verfasst am: 21. Mai 2025

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

Final Fantasy XII - Rabanastre Downtown

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©Square Enix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Aus schön wird schöner

Es war das Jahr 2006, und die Japaner waren uns Europäern wieder einmal einen Schritt voraus. Im März veröffentlichte Square Enix den Nachfolger zu “Final Fantasy XI”. Der elfte Teil gehörte zwar zur Hauptreihe, war jedoch das erste MMORPG (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game) – eine echte Besonderheit zu jener Zeit, da sich das Franchise bis dahin fast ausschließlich auf Singleplayer-Games konzentriert hatte. Doch kommen wir zurück zu “Final Fantasy XII.

Während amerikanische Spieler den zwölften Teil bereits im Oktober genießen durften, mussten wir Europäer uns bis ins Folgejahr 2007 gedulden. Damals geriet dieser Teil der Reihe bei uns ein wenig in Vergessenheit. Doch nun, knapp 18 Jahre später, konnten wir endlich wieder ins Königreich Dalmasca zurückkehren. Vielleicht habt ihr auch schon vom durchwachsenen Ruf von “Final Fantasy XII” gehört? Warum der Titel lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt wurde, klären wir später in unserem Test.

2025 war jedenfalls unser Jahr! Als langjährige Final Fantasy-Veteranen durfte der zwölfte Teil natürlich nicht auf unserer „gespielt“-Liste fehlen. Nach so vielen Jahren stand für uns fest: Wir werfen einen Blick auf die Remastered-Version. Diese erschien im Juli 2017 für die PlayStation 4, 2018 für den PC und 2019 schließlich auch für Nintendo Switch und Xbox One. Die überarbeitete Fassung trägt den Beititel “The Zodiac Age. Gespielt haben wir sie auf der PlayStation 5.


Die Protagonisten aus Final Fantasy XII.

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©Square Enix

Die Geschichte des Imperiums

Das kleine Königreich Dalmasca wird vom mächtigen archadianischen Imperium überfallen. Die junge Prinzessin Ashelia B’nargin Dalmasca (Ashe) ist die einzige Überlebende der königlichen Familie. Sie täuscht ihren Tod vor und schließt sich dem Widerstand an. Ihr Ziel ist es, ihr Königreich zu befreien und den Anspruch auf den Thron zu wahren, um Dalmasca erneut zu regieren.

Ein Waisenjunge namens Vaan aus der Hauptstadt Rabanastre träumt zur gleichen Zeit davon, frei zu sein und den Himmel zu bereisen. Durch Zufall gerät er zusammen mit seiner Freundin Penelo in die politischen Machtspiele des Imperiums und trifft dabei auf Ashe sowie die Luftpiraten Balthier und Fran.

Gemeinsam decken sie die Wahrheit hinter dem Krieg auf – unter anderem die dunkle Rolle des Senats von Archadia, des machthungrigen Richters Gabranth und die Manipulation durch übernatürliche Wesen wie die Occuria. Die Occuria sind götterähnliche Wesen, die das Schicksal der Welt lenken wollen.

Im Verlauf der Geschichte wird klar: Die Gruppe kämpft nicht nur gegen ein Imperium, sondern gegen das vorbestimmte Schicksal selbst.


Der junge Vaan träumt von Abenteuern und das Erkunden der Welt.

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©Square Enix

Zodiac Age - Die Remastered-Version

Kommen wir zuerst zu den Neuerungen. Was ist neu in der Remastered-Edition? Wir fassen euch die 10 wichtigsten Punkte zusammen:

  • Stark überarbeitete Grafik

    “Final Fantasy XII - Zodiac Age” ist kein Remake sondern ein Remaster - wie bereits oben erwähnt. Somit kommen die selben 3D-Modelle zum Einsatz wie im Jahr 2006 auf der PlayStation 2 Die Entwickler haben für die überarbeitete Version die Texturen geschärft und mit einem Effekt versehen, welches dem Videospiel mehr Struktur verleiht und sie durchaus ansehnlicher macht. Die besonderen Sequenzen die damals eines der Highlights der alten Final Fantasy-Videospiele waren, wurden hier auch verschönert.

  • Turbomodus

    Ihr habt wie bei den Remastered-Versionen von “Final Fantasy VIII” und “Final Fantasy IX” die Möglichkeit das Spiel durch das Drücken der L1-Taste zu beschleunigen.  Wahlweise in doppelter Geschwindigkeit oder sogar 4-facher Geschwindigkeit. Das macht einige Abschnitte im Spiel sehr angenehm (looten und leveln wie man so schön sagt).

  • Das Klassensystem für alle Charaktere

    Die Überschrift sagt es bereits - jede Spielfigur kann sich nicht mehr nur eine sondern jetzt sogar zwei Klassen aussuchen. Sei es der Krieger, der Weißmagier, der Jäger oder der Mönch. Im Original gab es nur ein Lizenzbrett für jeden Charakter - kurz gesagt: Nur eine Klasse pro Charakter. Ob diese Neuerung nun gut oder schlecht ist, sollte jeder selbst entscheiden.

  • Transparente Gebietskarte

    Beim Erkunden der Welt habt ihr jetzt die Möglichkeit durch Drücken des linken Analog-Sticks auf eurem DualSense Controller, eine transparente Gebietskarte anzeigen zu lassen. Das sieht nicht nur gut aus sondern ist überaus praktisch!

  • Angepasste Schwierigkeit

    Kritik an der alten Version war die Schwierigkeit. Daher hat Square Enix diese in “Zodiac Age” gedrosselt und etwas angepasst. Das heißt nicht das ihr ohne leveln durch das Spiel kommt und jeder Kampf einfach ist. Vielmehr benötigt ihr am Anfang der Handlung nicht mehr so viele Heiltränke etc. Der Start wird euch somit etwas vereinfacht.

  • Autosave und kürzere Ladezeiten

    Definitiv eine positive Verbesserung.

  • Neuer Prüfungsmodus

    Wem das Spiel doch zu einfach oder zu kurz ist, kann sich durch den sogenannten “Prüfungsmodus” fighten. Hier habt ihr die Möglichkeit mit euren bereits gelevelten Figuren weitere Kämpfe zu bestreiten. Die Kämpfe sollen Stück für Stück schwieriger werden. Wir haben es jedoch nicht für euch getestet. Das Hauptspiel hat uns von der Spielzeit schon gereicht.

  • Überarbeiteter Soundtrack

    Einfach nur wunderschön was uns hier Hitoshi Sakimoto komponiert hat. Nobuo Uematso hat für diesen Teil nicht den Soundtrack übernommen. Es gibt jedoch bekannte Final Fantasy-Melodien die ursprünglich von Herrn Uematso stammen und in “Final Fantasy XII - Zodiac Age” zu hören sind wie z.B. das altbekannte “Final Fantasy” - Theme.

  • Ein Paar Detailverbesserungen

    Das Bewegungsverhalten der Kamera wurde verbessert, sowie die Trophäen die ihr auf der Sony Konsole erhalten könnt.

  • Japanische Sprachausgabe

    Perfekt für Fernost Liebhaber. Ihr könnt die Sprache ganz einfach in den Einstellung des Spiels ändern und die Geschichte dann im japanischen original erleben.


Die beiden Luftpiraten Fran und Balthier.

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©Square Enix, https://www.google.com/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fwww.resetera.com%2Fthreads%2Fongoing-lttp-final-fantasy-xii-the-zodiac-age-im-captain-dice-dont-listen-to-fandoms-lies.460677%2F&psig=AOvVaw3DgnWtaUARqUiudU6ClaAa&ust=1762357237298000&source=images&cd=vfe&opi=89978449&ved=0CBQQjRxqFwoTCPCB7Lvq2JADFQAAAAAdAAAAABAZ

Verändertes Kampfsystem - Die Gambits

Das Kampfsystem von The Zodiac Age hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger (ohne Final Fantasy XI dazuzuzählen) erneut verändert. Unsere Charaktere greifen automatisch an, sobald ihre Angriffsleiste vollgeladen ist – und das alles in Echtzeit. Ihr könnt die Zeit jedoch jederzeit pausieren, um so dem Echtzeitmodus aus dem Weg zu gehen und ein eher rundenbasiertes Kampfsystem zu erleben – das altbekannte Prinzip aus früheren Spielen der Reihe. Des Weiteren könnt ihr euren Charakteren sogenannte „Gambits“ zuordnen.

Gambits sind Aktionen, die ihr den Figuren zuweisen könnt. Zum Beispiel soll euer stärkster Charakter immer den Feind mit der höchsten Lebensenergie angreifen. Ein anderer Charakter hat die Möglichkeit, euch bei einer Lebensenergie von unter 50 % zu heilen. Es gibt zahlreiche Kombinationen – das macht das Kampfsystem ziemlich interessant. Was denkt ihr?


Das Kampfsystem sieht auf den ersten Blick altbekannt aus.

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©Square Enix

Hier zu sehen das oben genannte “Gambit-System”

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©Square Enix

Zauberhafter Soundtrack - Ohne Uematsu?

Die musikalische Untermalung von “Final Fantasy XII: The Zodiac Age” ist einfach wunderschön. Kaum ein anderer Soundtrack versteht es so gut, die Stimmung des Spiels einzufangen und den Spieler mitzureißen. Es besteht kein Zweifel: Auch diesmal hat uns die Musik wieder verzaubert.

Selbst ohne die unverkennbare Handschrift von Nobuo Uematsu gelingt es dem Komponisten-Team, einen eindrucksvollen Score zu erschaffen. Die Melodien laden zum Träumen ein, untermalen die epischen Momente ebenso wie die stillen Szenen und lassen uns vollkommen in die Welt von Dalmasca eintauchen.


Masaharu Iwata komponierte u.a. den Soundtrack zu “Final Fantasy XII”

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©Square Enix, Masaharu_Iwata

Fazit - das schwarze Schaf der Reihe?

Fallen wir mit der Tür direkt ins Haus: “Final Fantasy XII – The Zodiac Age” hat uns schöne Stunden an der Konsole beschert. Die Geschichte mit ihren Protagonisten und der fabelhaften Welt faszinierte uns sehr. Nichts Ungewöhnliches bei einem Videospiel der Final Fantasy-Reihe. Wie so oft in der Welt von Final Fantasy verlieren wir uns vollends in einer bezaubernden Geschichte.

Dennoch müssen wir sagen: “Final Fantasy XII” ist nicht das beste Videospiel der Reihe – das große „Aber“ kommt jetzt. Die Geschichte und das Gameplay machen Laune auf mehr. Der Score gibt uns die extra Prise, um komplett in der Welt von “Final Fantasy XII zu versinken. ABER: Das Videospiel hat ein verändertes Gameplay, die Charaktere sind charmant, aber sie kommen einfach nicht an Legenden wie Squall, Yuna und Co. heran. Es ist das Gesamtpaket, das nicht vollends zufriedenstellt. Das ist womöglich auch der Grund, weshalb dieser Teil der Reihe schlechter bei den Fans angekommen ist. Die Kritik ist jedoch so gering, dass wir euch das Videospiel trotzdem und auf jeden Fall empfehlen wollen!

Lasst euch also nicht vom schlechten Ruf abschrecken und taucht wieder in eine wundervolle Welt von Final Fantasy ein. Zudem ist die Zodiac Age-Edition hervorragend, um den Teil der Videospielreihe nachzuholen oder vielleicht ein weiteres Mal zu spielen. Von uns erhält das Videospiel eine 8/10. Es muss sich definitiv nicht verstecken!


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©Square Enix, https://64.media.tumblr.com/c96cfa3b804a6962e05bf1469f60df99/f6be6c1fccc0a7ca-e1/s540x810/34e4ab72d6768d9da648f7dff36398884df44a35.gifv

Was haltet Ihr von der Geschichte aus Dalmasca? Konnte die remastered Version den bereits erschienenden 12. Teil der Reihe nochmal verbessern? Was haltet ihr über den schlechten Ruf des 12. Teils? Nachvollziehbar oder Unfug? Teilt eure Gedanken mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Vann und Ashe aus Final Fantasy XII auch.


Trailer

PlayStation 2 Trailer zu “Final Fantasy XII”

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©Square Enix

Launch-Trailer zu “Final Fantasy XII - Zodiac Age”

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©Square Enix

Story-Trailer zu “Final Fantasy XII - Zodiac Age”

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©Square Enix

 

Winnie the Pooh: Blood and Honey (2023)

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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions
  • 3.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 3.5/10
3.5/10

Schwach

Erste Bilder zu “Winnie the Pooh: Blood and Honey” erschienen im Mai 2022 und gingen schnell viral.[1]

Etwas unschuldiges wie den naiven, kleinen Bären in ein Horror-Szenario zu verfrachten, sorgt schließlich unweigerlich für Aufmerksamkeit.

Ob der Slasher eure Kindheit zerstört oder die honigsüße Vorlage so intelligent wie blutig auf den Honigtopf nimmt, erfahrt Ihr in unserer Kritik zu “Blood and Honey”.

Genre: Slasher

Originaltitel: Winnie the Pooh: Blood and Honey

Produktionsland: Vereinigtes Königreich

Produktionsfirma: Altitude Film Distribution | Jagged Edge Productions, ITN Studios

Regie: Rhys Frake-Waterfield

Drehbuch: Rhys Frake-Waterfield

Produktion: Scott Jeffrey, Rhys Frake-Waterfield

Musik: Andrew Scott Bell

Länge: ca. 84 Minuten

Altersfreigabe: FSK 18

Veröffentlichung: 11. Mai 2023 (Kinostart DE)

Universum: Winnie Puuh

Nachfolger: Winnie the Pooh 2 (angekündigt)[2]

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Winnie-the-Pooh:_Blood_and_Honey | https://de.wikipedia.org/wiki/Winnie_the_Pooh:_Blood_and_Honey

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 18.07.2023

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Winnie als Killer?!

Wie unanständig!

Man kann es wohl mit Fug und Recht als mindestens unanständig bezeichnen, wenn der knuddeligste Honigbär einer ganzen Generation, für einen Trash-Horrorfilm missbraucht wird!

Doch genau dieser ungeheuerlichen Blasphemie wird sich nun in dem am 11. Mai 2023 in den deutschen Kinos veröffentlichtem Winnie-Puuh-Verschnitt und Slasher “Blood and Honey” hingegeben.

Doch wäre diese Farce als solches nicht schon schlimm genug, bekleckert sich der niveau- sowie respektlose Versuch dem unschuldigsten Maskottchen meiner Kindheit eine Horror-Silikon-Fratze aufzudrücken, abseits des logischen Widerspruchs von süß zu blutig, weder mit zuckersüßem, wohlschmeckenden Qualitätshonig, noch mit hochwertigem Kunstblut.

Doch wie ist eine solch verbrecherische Mission überhaupt möglich?

“Public Domain”

Natürlich gibt sich der Mäusekonzern Disney nicht für einen gewalttätigen Winnie Puuh her. “Blood and Honey” musste also hauptsächlich auf der Kinderbuchvorlage aus dem Jahre 1926 von Original-Autor A. A. Milne basieren.

Nach 95 Jahren wird ein literarisches Werk in den USA zur sogenannten “Public Domain”, was so viel bedeutet wie urheberrechtlich frei verfügbar.[3] Disney besitzt jedoch weiterhin die Rechte an ihrer Interpretation des Bärchens mit dem roten T-Shirt.

Deshalb “musste das Produktionsteam bei der Entwicklung sehr achtsam sein, für die Geschichte nur Elemente aus dem 1926 veröffentlichten Kinderbuch zu nutzen”, wie Schöpfer Rhys Frake-Waterfield laut Wikipedia preisgab.[4]


Bild von Puuh und seinem kleinen Freund Ferkel, aus dem im Jahr 1926 erschienenen Kinderbuch “Pu der Bär”

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Quelle: https://www.cartoonbrew.com/ideas-commentary/winnie-the-pooh-and-bambi-have-entered-the-public-domain-212036.html

Handlung - Allein gelassen im Hundert-Morgen-Wald

Als Christopher Robin alt genug ist um Medizin auf dem College zu studieren, lässt er seine besten Freunde rund um Winnie Puuh im Hundert-Morgen-Wald zurück.

Auf sich alleine gestellt verfallen die einst so knuddeligen und friedfertigen Wesen alsbald in einen Zustand der Verzweiflung. Ohne Nahrung im kalten Winter, müssen sie zu grausamen Maßnahmen greifen, um zu überleben.

Die Schuld für ihr Dilemma geben sie Christopher Robin, da er sie schutzlos zurückließ. Und so schwören sie für immer zu verstummen und es ihrem einstigen besten Freund heimzuzahlen, sollte sich jemals die Gelegenheit dazu bieten.


Christopher Robin kehrt viele Jahre später zu seinen einstigen Freunden zurück

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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions

Low-Budget trifft Low-Niveau

Not sollte erfinderisch machen

Es ist nicht das Problem, dass “Blood and Honey” eine Micro-Budget-Produktion ist, deren Produzenten, allen voran Schöpfer Rhys Frake-Waterfield, nicht die Mittel für eine ausufernd hochwertige Produktionsqualität zur Verfügung hatten. Wohl auch nicht per se, dass die Drehzeit nur mickrige 10 Tage betrug.[5]

Viel mehr ist es gerade deshalb so auffällig traurig, dass entgegen des Mottos “Not macht erfinderisch”, so ungrazil und unkreativ mit dem eigentlichen Möglichkeiten umgegangen wurde, die der Stoff von A. A. Milne, kurioserweise auch für eine Horror-Interpretation mit sich bringt.

Unter 100.000$ soll der Winnie-Puuh-Slasher gekostet haben.[6] Und wenn Waterfield - seines Zeichens Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Cutter des Filmes - im Vorfeld selbst warnt, die Zuschauer sollten nicht das Niveau einer Hollywoodproduktion erwarten, sollte man meinen, dass gerade ihm bewusst wäre, dass “Blood and Honey” besonders gewitzt, einfallsreich oder einfach nur speziell sein müsste, um diesen Umstand auszugleichen.[7]


Schöpfer Rhys Frake-Waterfield bei der Premiere zu “Blood and Honey” im Cinepolis Artz in Mexico City am 24. Januar 2023

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©Jaime Nogales/Medios y Media/Getty Images | Quelle: https://ew.com/movies/winnie-the-pooh-blood-and-honey-behind-the-scenes/

Schauspieler hatten Angst um Karrieren

Doch wer losgelöste Ideen, originelle Ansätze, spezielle Bilder, eine ans Original angelehnte sowie gute Geschichte und damit den Transport der Winnie-Motive in einen Gore-Erwachsenen-Film erwartet, wird mit “Blood and Honey” gnadenlos enttäuscht werden.

Die Tode sind etwa unspektakulär öde, was zunächst mal kein Qualitätsmerkmal für einen guten Slasher darstellt. Die Kostüme scheinen nicht nur unter dem Fehlen des angesprochenen Budgets, sondern schlimmer unter mangelndem Einfallsreichtum zu leiden. Darüber hinaus gleicht die Hundert-Morgen-Wald-Kulisse einem durchschnittlichen Zeltplatz, bei dem ein Highlight, abseits einer Feuerstelle, vergebens gesucht wird. Die Prämisse ist gut aber die Umsetzung ist einfach derbe langweilig.

Laut Waterfield hätten die Schauspieler durch “Blood and Honey” Angst um ihre Karrieren gehabt. Wohl weit weniger hätten sie befürchtet, wenn sie selbst einen Funken Spirit, hinter der eigentlich vielversprechenden Idee gefunden hätten.[8]


“Blood and Honey” frei nach dem Motto: Stumpf ist trumpf

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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions

“Blood and Honey” nutzt die Möglichkeiten der Vorlage nicht

Stumme, offensichtlich kostümierte Personen mit billigen Silikonmasken im Fasching-Stil. Keine Magie. Keine sprechenden anthropomorphen Tiere - auch wenn zugegebenermaßen ein wenig Kreativität aufblitzt, als mal modellierte CGI-Bienchen auf ihre Opfer losgehen. Kein lustig machen oder Anspielungen auf Winnie Puuh oder die Gesetzmäßigkeiten der Vorlage.

Neben den namensgebenden “Farce-Winnie” mit dem Holzffällerhemd, gibt es im übrigen nur Ferkel zu ertragen. Mit stoßzähnen! Der ist - anstatt ironisch unsicher zu morden - gähnend langweilig und als viel zu große, waschechte, raue Sau inszeniert.

Nicht einmal der freudig springende Tigger hat es als - zerquetschender Killer - in den Film geschafft. Dies ist zwar dem Urheberrecht geschuldet, doch ist es genau der frische Esprit und die Absurdität eines Tiggers oder vergleichbaren Wesens, die dem Film gut getan hätte.[9] Mal ganz abgesehen davon was mit dem suizidalen Esel alles möglich gewesen wäre. “Blood and Honey” ist nicht verrückt genug und zu 99% berechenbar.

Da hilft es auch nicht, dass immerhin in wohl zwei Belangen Qualität oder Ehrfurcht vor der Vorlage hervorblitzt. Zum einen, weil die von Andrew Scott Bell komponierte Filmmusik mit einer Violine, “deren inneres aus einer von Bienen gebauten Wabe bestand”, entstanden ist, wie die deutsche Wikipedia anmerkt.[10]

Zum anderen, weil in der Region des Ashdown Forest in Großbritannien gedreht wurde, die einst als Inspirationsquelle für Buchautor A. A. Milne, für den Hundert-Morgen-Wald diente.[11]


Ferkel (oder besser Schwein) und “Farce-Winnie” bei der Arbeit

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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions

Wenn schon - denn schon!

“Blood and Honey” sollte man als das bewerten was er ist: Eine natürlich nicht ernst gemeinte Parodie, angelehnt an etwas wohlig mehrdeutig süßes, deren Besonderheit sich aber eben nur aus dem offensichtlich Gegensätzlichen zieht, dies jedoch nicht ideenreich genug auf die Spitze treibt. Wenn sich schon des verhöhnenden Verbrechens gegen Winnie schuldig machen, dann doch bitte mit mehr Stil!

Selbst wenn man über die Unangemessenheit des ganzen Projektes ansich hinweg sieht, wird der Film auch unter ironischen Gesichtspunkten, unserem liebsten Honigbären - auch als blutiger Trash-Horror - nicht gerecht.

Sich etwas urputziges zu schnappen und mit derber Gewalt und Blut zu kontrastieren, mag nach einer guten Idee klingen. Doch sollte man sich der Verantwortung und des Anspruchs gegenüber Legende Winnie dabei bewusst sein und mehr liefern, als zwei Masken und eine Handlung, die bestenfalls als Einstiegsvehikel, nicht aber als roter Faden durch den Film hindurch funktioniert.


Eine eigentlich hervorragende Prämisse, wird nicht zu Ende gedacht

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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions

Fazit - Winnie fällt der Public-Domain zum Opfer

Gerade einmal knapp fünf Monate nach dem Auslaufen der Rechte hat es gedauert, bis ein Schmutzfink Winnies Ansehen in der Welt besudelt und seinen Namen für einen frevelhaften Slasher entehrt hat.[12]

Wenn wir ehrlich sind: Es ist eine Farce. Und es ist eine Beleidigung.

Mit “Blood and Honey” wird eine der niedlichsten Kultfiguren aller Zeiten für unlautere Zwecke missbraucht. Winnie hat euch nichts getan! Doch der kleine Honigbär fällt der Public-Domain zum Opfer.

Winnie Puuh’s Namen für so etwas wie “Blood and Honey” in den Dreck zu ziehen ist einfach böse-uncool. Dabei jegliche Kreativität vermissen zu lassen ist uninspiriert. Und dann noch jede Steilvorlage, die der Stoff zweifelsohne hergibt, links liegen zu lassen, ist nicht nur unklug, sondern macht dieses schändliche Werk zum unverzeilichen Hohn.

Darf man das? Scheinbar schon! Nicht nur eine Fortsetzung steht bereits in den Startlöchern. Auch vor weiteren Kindheits-Legenden macht Rhys Frake-Waterfield keinen Halt. Ein ganzes Filmuniversum ist geplant. Auch Peter Pan und Bambi sollen demnächst dran glauben - und mit Ansage verunglimpft werden.[13]


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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions

PS

Falls Ihr einen richtig guten Winnie-Film sehen möchtet (wenn auch ohne Horror-Elemente) empfehlen wir Euch die Realfilm-Interpretation des deutschen Regisseurs Marc Forster. Wie gelungen und außergewöhnlich dieser im Jahr 2018 Winnie zurück auf die Leinwand zauberte, haben wir uns genauer in unserer Kritik zu “Christopher Robin” angeschaut.


Christopher Robin beim Versuch, Puuh zu erklären, was “Blood and Honey” ist

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©The Walt Disney Company Germany GmbH, Quelle: https://giphy.com/gifs/disneystudios-disney-winnie-the-pooh-1ziCYhgtQC1fsvlTqG

Was haltet Ihr vom unanständigen Versuch das Bärchen unserer Kindheit in ein Horror-Universum zu verfrachten? Teilt Eure Gedanken zu “Winnie the Pooh: Blood and Honey” mit uns in der Kommentarsektion. Wir würden uns freuen. Und der einzig wahre Winnie sicher auch!


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu “Winnie the Pooh: Blood and Honey”
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©Plaion Pictures, Jagged Edge Productions

Spencer (2021)

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©DCM
  • 5/10
    derofa Durchschnittswertung - 5/10
5/10

Geht so

Der neueste Film passend zur Dramaserie “The Crown” wurde 2021 mit dem Titel “Spencer” veröffentlicht. Der Film erschien am 5. November 2021 in Großbritannien in den Kinos, in Deutschland schaffte er es erst im Januar 2022 in die Kinosäle.

Der Film thematisiert das letzte Jahr vor der Trennung von Charles und Diana und lässt uns Einblicke in ihren psychischen sowie körperlichen Zustand im Jahre 1991 schauen.

Was wir von derofa von der neuen Produktion halten, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Genre: Drama, Historie

Originaltitel: Spencer

Produktionsland: Deutschland, Großbritannien, USA, Chile

Produktionsfirma: Komplizen Film, Fabula Productions, FilmNation Entertainment, Shoebox Films

Regie: Pablo Larrain

Drehbuch: Steven Knight

Produktion: Pablo Larrain, Jonas Dormbach, Paul Webster, Janine Jackowski, Maren Ade

Musik: Jonny Greenwood

Länge: 117 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 13. Januar 2022  (Kinostart DE)

Ähnliche Titel: The Crown (2016 -…)

Wertung: 

Autor: Melissa

Verfasst am: 31.12.2022

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

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Historisches Futter

“Spencer” ist ein Historienfilm aus dem Jahr 2021 und lässt uns in das Leben von Diana Spencer tauchen. Der Zeitraum in welchem die Handlung dargestellt wird, liegt zur Zeit der Entfremdung Dianas zu Charles. Im Jahr 1991 beschließt Diana das Leben mit Prinz Charles zu beenden. Die Trennung erfolgte im Folgejahr. Ihre Ehe lief die Jahre zuvor nicht mehr so prickelnd sodass sich Wut, Hass und viele Ängste  in ihr ausbreiteten.

Im Regiestuhl/in der Produktion saß Pablo Larrain der Jahre zuvor den Historienfilm “Jacky: Die First Lady” produziert hatte. Somit hatte Pablo bereits etwas in die Thematik von großen Frauenfiguren hinein schnuppern und etwas  Erfahrung damit sammeln können.

“Spencer” birgt neben der Story und der Produktion noch eine Besonderheit. Der Film erhielt mehrere Produktionsförderungen u.a. vom deutschen Filmförderfonds. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte z.B. 550.000 Euro an das Produktionsteam. Es wäre möglich das NRW den Film so unterstützen wollte, da sich einige Drehorte in NRW befanden.


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Kristen Stewart als neue Lady Di

Diana hatte es in ihrem Leben als Princess of Wales nicht immer leicht. Sie hatte sich über die Jahre zu Charles distanziert und als Folge entfremdet. Sie war nur noch ein Objekt für die Öffentlichkeit, um die Medien zu füttern und zufriedenzustellen. Der Film hat eine Laufzeit von 112 Minuten. Die gesamten Minuten werden Diana gewidmet. Ihrem Leben, ihrer Verzweiflung… das sind die Kerninhalte des Handlungsstrangs von “Spencer”.

Kristen Stewart verkörpert die Prinzessin der Herzen und nimmt ihre Rolle ziemlich ernst. In einem Interview erklärte sie, sie habe sich diverse Dokumentationen von Lady Di sowie die Staffeln der Dramaserie “The Crown” angesehen um Dianas Mimik, Gestik und Körperhaltung exakt wiedergeben zu können. Sie hat sogar den britischen Akzent erlernen müssen. Deutsche Zuschauer werden davon auf Grund der deutschen Vertonung jedoch nicht profitieren können. Die Personalisierung von Diana ist ihr extrem gut gelungen. Zuerst waren wir skeptisch ob Kristen geeignet für die Rolle der Princess of Wales ist, da sie uns immer als Vampir-Freundin aus der Teenie-Film-Reihe “Twilight” im Gedächtnis geblieben ist.

Kristen ist keine junge Frau mehr, Kristen entwickelte sich zu einer erwachsenen Frau, die die Rolle einer bedeutenden Frauenfigur besonders stark verkörpern kann.
Prince Charles wird von Jack Farthing gespielt. Er hatte bisher nicht  viele Filmrollen und ist uns deshalb womöglich nicht so bekannt. Wir finden auch ihn in seiner Rolle und seine schauspielerische Leistung  sehr überzeugend.


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Handlung - Eine wütende Prinzessin

Wir bereits oben erwähnt dreht sich in dem Historienfilm alles um das Jahr vor der Trennung von Prinzessin Diana und Prinz Charles. Der Handlungsstrang fokussiert sich hauptsächlich auf die Prinzessin der Herzen - die Frau mit dem Nachnamen Spencer. Fast jede Szene zeigt uns Diana und ihr Leben.

Die Prinzessin ist verzweifelt und innerlich gebrochen. Sie ist doch nur ein Mensch! Genau das möchte  der Film betonen. Lady Di gehörte nicht zu der Monarchie und wollte schon immer nur ein normales Leben, fernab vom ganzen Medientrubel und den Traditionen der britischen Monarchie. Eine Flucht war jedoch nicht möglich, sodass die Belastung begann ihrer Psyche bzw. Gesundheit zu schaden.

Erzählerisch können wir dem Inhalt folgen. Kristen Stewart als Protagonistin leistet sehr gute Arbeit. Letztendlich, können wir es ihr vollends abkaufen, wie verzweifelt sie in dem Moment ist und das sie nur nach einem Ausweg sucht.

Neben ihrer seelischen Hilflosigkeit, tauchen immer mal wieder einige weitere Nebencharaktere auf wie z.B. Dianas Söhne William und Harry, oder der Koch des britischen Anwesens auf denen sich die Royals zu diesem Zeitpunkt befinden.


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Die Kritik - Viel Ruhm für Nichts?

Doch was birgt die Handlung noch so? Das ist die Frage die wir uns immer wieder stellen mussten und das Ergebnis war ernüchternd. “Spencer” enthält keinen roten Faden, eine Handlung der wir folgen und die wir nachvollziehen können. Es werden uns willkürliche Szenen aus Dianas Leben auf dem goldenen Servierteller präsentiert. Die Szenen bauen nicht aufeinander auf und sind fad und fast bedeutungslos - naja jedenfalls bis zum Schluss. Das Finale nimmt dann überraschender Weise wieder leicht Schwung auf.

Es geht doch anders? Haben wir uns mehrfach gedacht und gewünscht das sich die Handlung von “Spencer” im Verlauf der Geschichte noch verändert - und zwar in eine positive und fesselnde Art. Hier dient als beste Beispiel, die bereits oben erwähnte TV-Serie “The Crown”. Die Dramaserie beweist sich als Sieger. Sie zeigt uns wie man eine herausragende Handlung über die britische Monarchie schreiben und darstellen kann, ohne das Risiko eingehen zu müssen, den Zuschauer wieder von der Leine zu verlieren. “The Crown” ist abenteuerlich und aufregend anzusehen.

Was fehlt dem Film “Spencer”? Es fehlt ein guter Inhalt für eine noch bessere Handlung - klar wir wissen das Diana mit ihren Dämonen zu kämpfen hat und sie präsentiert sich offen und ehrlich uns gegenüber, doch das kann nicht alles gewesen sein. Als Zuschauer versteht man es sofort was die Prinzessin uns damit ausdrücken möchte. Und dann? Nichts weiter - denn es passiert nicht wirklich was ereignisreiches. Keine packende Handlung in der wir uns versinken können. Keine Dramaturgie! - außer der von Diana.

Das ist der größte Grund weshalb wir nicht vollends von dem Film überzeugt werden konnten. Es fehlte uns quasi die eine “Essenz” die uns die Suppe wieder schmackhaft macht. Wir suchen und missen sie jedoch vergeblich bis zum Finale.

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Fazit - Zu viel Prinzessin, zu wenig Geschichte

Mit “Spencer” erhalten wir neues Futter, neuen Stoff aus dem Hause der Royals und der britischen Monarchie. Zutiefst enttäuscht, sehen wir die Handlung als größte Schwachstelle an. Die Handlung in der so viel Potenzial steckt und die Geschichte nach einer wahren Begebenheit leider nicht zum positiven ausgenutzt wird.

Der Handlungsstrang ist zu fad und zu trocken und erzählt bei weitem nicht alles über das Jahr vor der Trennung vom Prinzen und der Prinzessin. Lady Di wird fast schon als zickige unzufriedene Person dargestellt - auch das müssen wir kritisieren denn es rückt die einstige Prinzessin der Herzen in ein negatives Bild, was so dem Realismus zutiefst schadet - und das bei einem Historienfilm. Sollten historische Filme nicht genau der Wahrheit entsprechen?

Nach viel Kritik folgt der Lob. Denn das wertvollste an diesem Film ist die schauspielerische Leistung von Kristen Stewart die sich enorm viel Zeit genommen und bemüht hat, in die Rolle der Prinzessin zu schlüpfen.

So schnell der neueste britische Monarchie-Film im Jahr 2021 auch erschienen ist, so schnell verliert er sich auch schon aus unseren Köpfen, da er leider nur mittelmäßig ist und nicht mit dem Erfolg von dem TV-Serien-Hit “The Crown” mithalten kann.

Dennoch ist “Spencer” für alle Fans des Buckingham Palace, der britischen Monarchie und vor allem Kristen Stewart mindestens einen Blick wert.


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Was haltet Ihr von dem neuem Film zur britischen Monarchie und der Prinzessin der Herzen?  Teilt eure Gedanken zu „Spencer“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen.


Trailer

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Lightyear (2022)

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  • 7.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 7.5/10
7.5/10

Sehenswert

Bis zur Unendlichkeit. Und noch viel weiter!

Buzz Lightyear ist zurück. Das Schiff des leidenschaftlichen Space Rangers mit dem ikonischen, weiß-grün-lila-farbenen Raumanzug, landet geradewegs auf der Kinoleinwand.

Selbstverständlich war das nicht mehr. Schließlich ist “Lightyear” der erste Pixar-Film, der nach ganzen drei Filmen, wieder eine Kino-, anstelle einer Streaming-Auswertung bekommt.

Warum der CGI-Animationsfilm das Genre aus technischer sowie inszenatorischer Sicht fast schon neu definiert, jedoch in Puncto Story-Puste und Nebencharaktere zurückfällt, verraten wir Euch in unserer Kritik zu “Lightyear”.

Genre: Computeranimation

Originaltitel: Lightyear

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Walt Disney Pictures | Pixar Animation Studios

Regie: Angus MacLane

Drehbuch: Angus MacLane, Jason Headley

Produktion:  Pete Docter, Galyn Susman, Andrew Stanton

Musik: Michael Giacchino

Länge: ca. 105 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Veröffentlichung: 16. Juni 2022 (Kinostart DE)

Universum: Pixar

Vorgänger: Rot (2022)

Ähnliche Titel: Toy Story 4 (2019), Spider-Man: A New Universe (2018)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Lightyear_(Film) | https://en.wikipedia.org/wiki/Lightyear_(film) |  https://www.imdb.com/title/tt10298810/fullcredits?ref_=ttfc_ql_1

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 16.07.2022

Lesezeit: ca. 8 Minuten (Direkt zum Fazit)

Der Kino-(Neu)start für Pixar

Da ist er wieder. Der Moment auf großer Leinwand. Die kleine Animatoren-Lampe “Luxo Jr.” des patentierten Typs “Luxo L-1”[1],  bearbeitet das Pixar-Logo mit einigen beherzten Sprüngen, um sich selbst als “I” im Logo zu formen, und frech die vierte Wand zu durchbrechen. Ehe das Bild langsam dunkler wird.

Nachdem den letzten drei Filmen, des zwölf-Oscar-schweren Pixar-Studios, mit den Titeln “Soul” (2020), “Luca” (2021) und “Rot” (2022) keine Kinoauswertung vergönnt war, feiert das “Toy Story”-Spin-off “Lightyear” nun endlich die Rückkehr des kalifornischen Studios in die Lichtspielhäuser.


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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://filmandfurniture.com/product/pixar-luxo-lamp/

Kindheits-Ikonen

Als die Pixar Animation Studios im Jahre 1995 mit “Toy Story” das Animationsgenre revolutionierten, ahnte noch keiner, welche kultigen Charaktere aus dem neu geschaffenen Franchise hervor gehen würden. Der kultträchtige, erste vollständig computeranimierte Langfilm für das Kino[2], unter Regisseur John Lasseter, ist heute wohl für viele 90er-Kinder Auslöser nostalgischer Erinnerungen. Und darin zumindest für uns kaum zu überbieten. Er ebnete und festigte außerdem den Weg für das erfolgreiche Pixar-Studio, welches heute wie kein zweites, für die hochwertigsten Computeranimationsfilme überhaupt steht.

Neben dem Sheriff und Hauptprotagonisten Woody, der trotz der Vielzahl an wiedererkennbaren Nebencharakteren das Gesicht der “Toy Story”-Filme war und nach wie vor ist, war eine Figur bei Fans offenkundig ebenfalls sehr populär. Eine der beliebtesten und unfreiwillig komischsten Spielzeuge aus dem Kultfilm, ist schließlich zweifelsohne der tollpatschig-übermotivierte Space Ranger “Buzz Lightyear”. Auch für das Studio selbst ist Buzz eine besondere Figur. Zum 10-jährigen Jubiläum bei Pixar, erhalten Mitarbeiter nicht umsonst eine kleine Statue von Buzz als Geschenk, wie die Disney+ exklusive Making-off-Doku “Jenseits der Unendlichkeit: Buzz und die Entstehung von Lightyear” zeigt.

Mit dem prägnanten Titel “Lightyear” schießt Pixar den zielstrebigen Buzz jedenfalls nun endlich -  unfassbare 27 Jahre nach “Toy Story” - in sein natürliches Habitat: Die Weiten des Weltalls.


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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Früherer Ableger & Frischling-Regisseur!?

Wie aufmerksame Fans wissen, gab es bereits vor “Lightyear”, ein Spin-off zur Figur des Buzz!

Die Beliebtheit des Astronauten resultierte, nach dem Erfolg von “Toy Story”, in einer Direct-to-Video Produktion aus dem Jahre 2000 mit dem Titel: “Captain Buzz Lightyear – Star Command: Das Abenteuer beginnt!”.

Dieser Zeichentrickfilm wiederum fungierte als Pilotfilm und leitete die nachfolgend veröffentlichte 65-teilige Zeichentrickserie “Captain Buzz Lightyear – Star Command” (2000-2001) ein.[3]


Das deutsche DVD-Cover zum Pilotfilm “Captain Buzz Lightyear – Star Command: Das Abenteuer beginnt!”

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Die Verbindung zu “Lightyear” ist die, dass der Pixar-Animator Angus MacLane (u. a. “Toy Story of Terror” (2013), der bereits  im Jahre 1997 zu Pixar stieß, die Eröffungssequenzen zur Zeichentrickserie gestaltete, als großer Fan des Space Rangers gilt und nun für “Lightyear” auf dem Regiestuhl Platz nahm.[4]

Der 47-jährige der zuvor überwiegend als Animator für diverse Pixar-Produktionen tätig war und in “Findet Dorie” (2016) auch als Co-Regisseur an der Seite von Andrew Stanton stand, fühlte sich von der Figur des Buzz angezogen. Und er hatte die Möglichkeit den Film “Lightyear” vorzuschlagen, um damit sein Regiedebüt zu geben.[5]

Andrew Stanton (“Findet Nemo”, “WALL·E”) und Pixar-Urgestein Pete Docter (“Die Monster AG”, “Oben”, “Alles steht Kopf”, “Soul”), waren darüber hinaus als ausführende Produzenten beteiligt.


Angus MacLane in seinem Büro bei den Pixar Animation Studios in Emeryville, Kalifornien am 04. Oktober 2007.[9] Der Filmemacher liebt Spielzeug und gilt in Pixar-Kreisen als wandelnde Film-Enzyklopädie.[10]

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©Pixar, Photo by Deborah Coleman | Quelle: https://collider.com/angus-maclane-small-fry-toy-story-interview/

Handlung - Buzz Lightyear auf schier unmöglicher Mission?

Im Jahr 1995 bekam ein Junge namens Andy ein Buzz-Lightyear-Spielzeug zu seinem Geburtstag. Es stammte aus seinem Lieblingsfilm. Das ist dieser Film.Lightyear

Unerforschter Kosmos, 4,2 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Star Command SC-01 Erkundungsschiff befindet sich im Landeanflug auf einen unerforschten Planeten. An Board: Space Ranger Buzz Lightyear und seine Partnerin und beste Freundin Alisha Hawthorne.

Die eigentliche Landung glückt. Doch der Weltraum birgt Gefahren und unvorhergesehene Widrigkeiten. Der Ehrgeizige Buzz versucht mit allen Mitteln das Richtige zu tun. Doch was ist das Richtige? Und  was, wenn er scheitert?


Buzz und seine Crew auf unerforschtem Terrain

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://screenrant.com/lightyear-movie-reviews-preview-roundup-pixar/

Nostalgische Kindheitserinnerungen - konsequente Weiterentwicklung

Der Film “Lightyear”, welcher in unserem Universum nun im Kino läuft, entstammt also eigentlich dem fiktiven “Toy Story”-Universum und war der Realfilm (was bei uns CGI entspricht), aus dem die Actionfigur Buzz resultierte, mit der Andy spielte und dabei eine verdammt gute Zeit hatte, da es sein Lieblingsfilm war. Da muss man erst mal ’ne Sekunde drüber nachdenken …

Auch wenn es nur textlich zu Beginn erwähnt wird, empfanden wir diese herangehensweise als gute Idee. Anstelle krampfhaft viel Zeit damit zu verbringen oder gar zu verschwenden, eine tiefere Verbindung zu “Toy Story” herzustellen, die ja sowieso nur darin besteht, dass Buzz das Actiontoy aus einem Film ist, den Andy in seinem Universum gesehen hat, gibt das “Lightyear” den Raum, sich voll und ganz auf eine neue Perspektive zu fokussieren.

Damit ist alles möglich. Eine konsequente Weiterentwicklung zu einer Filmfigur mit ausgefeilterem Charakter, bei der es reicht, grob den Zügen des Actionfiguren-Buzz aus “Toy Story” zu ähneln.


Andy und einige seiner “Toy Story”-Freunde im Kino

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Ein (fast) neuer Space Ranger

Buzz ist sympathisch!

Der “Lightyear”-Buzz ist ähnlich perfektionistisch wie sein Vorbild. Er ist selbskritisch. Wenn es Grenzen gibt, versucht er sie zu sprengen. Unmögliches möglich machen - das ist Buzz Berufung. Heldenhaft ein Logbuch einzusprechen - welches ohnehin niemand anhört - dafür ist er sich nicht zu schade. Gerade das macht ihn sympathisch. Dem Zuschauer wird es leicht gemacht, Buzz in seinem Tun anfeuern zu wollen.

Buzz mag übrigens keine Autopiloten. Und vor allem keine Frischlinge. Hochmotiviert behält er seine Ziele stets im Visier und geht analytisch vor.

Doch damit gehen auch Schattenseiten einher. Es lastet Druck auf Lightyear. Er will immer alles schaffen. Und er macht es alleine - damit niemand reinpfuscht. Irgendwann wird er die goldene Mitte finden und Hilfe zulassen müssen.


Buzz Lightyear. Logbuch-Eintrag. Sternenjahr: Keine Ahnung!Buzz Lightyear
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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Buzz-Synchronstimmen

Buzz wird übrigens sowohl im O-Ton als auch in der deutschen Fassung nicht von den “Toy Story”-Stammsprechern synchronisiert. Das waren/sind Tim Allen bzw. im deutschen Walter von Hauff. Stattdessen wird er in der amerikanischen Fassung von “Captain America” - Chris Evans gesprochen. Im deutschen von Tom Wlaschiha (“Game of Thrones”, “Stranger Things”).

Eine bewusste Entscheidung, wie Produzentin Galyn Susman preisgab. Ziel sei es gewesen “Lightyear” nicht zu stark mit “Toy Story” zu verbinden. Es sei beabsichtigt gewesen, den Film in dieser Hinsicht eigenständig zu machen.[6]


Chris Evans und Tom Wlaschiha auf der “Lightyear”-Premiere in London am 13. Juni 2022

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://oe3.orf.at/stories/3025242/

Wlaschiha im Synchronstudio bei den Aufnahmen zu “Lightyear” (mit Buzz-Actionfigur und “Stranger Things”-Bart)

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://oe3.orf.at/stories/3025242/

Drei große Stärken

Animations-Königsklasse

Animationstechnisch liefert “Lightyear” Bilder auf Top-Niveau. Auch wenn man das von Pixar-Filmen bereits gewohnt ist: Der neueste Streich des Studios hebt das Genre visuell beinahe auf ein neues Qualitäts-Niveau. Unglaublich plastisch, beinahe zum anfassen wirkt “Lightyear” wie die Crème de la Crème der Computeranimation. Ob das Tempo, die Formen oder die Umwelt - was heute aus dem Computer und den Köpfen des Pixar-Teams kommt ist fantastisch für Animationsfans. Inszenatorisch ist es die Königsklasse!

Ich wollte, dass die Dinge wirklich greifbar sind. Man sollte das Gefühl haben, dass man das Ding anfassen kann. Knöpfe, Schalter. Es geht mir darum eine Welt zu erschaffen, die sich glaubhaft anfühlt.Angus MacLane

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://www.simbasible.com/lightyear-movie-review/

Science-Fiction wie bei den Großen!

Doch nicht nur was die Produktionsqualität angeht, die visuell offensichtlich ins Auge sticht, nimmt “Lightyear” Alleinstellungsmerkmale für sich ein.

Es ist ein Film in dem offensichtlich eine Seele schlummert. Ein Film mit besonderen Details - und einem Konzept. Was macht etwa findiger Space-Ranger, wenn der Autopilot nicht funktioniert? Richtig, reinpusten!

Kindheitstraum Astronaut, Faszination Weltall. All das schwimmt bei “Lightyear” im Unterton immer mit. Und das ist auch kein Wunder. Schließlich ist Regisseur Angus MacLane ein riesiger Sci-Fi-Fan und lässt mit “Lightyear” offensichtlich seiner Träume Luft.[7]


Das Raumschiff von Buzz, wurde in seinem Design, einem “Industrial Light & Magic”-Modell (u. a. “Star Wars”) nachempfunden

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Laut Wikipedia wollten die Animatoren, dass der Film cineastisch wirkt. Er sollte “das Gefühl der Science-Fiction-Filme hervorrufen, mit denen MacLane aufgewachsen ist”, wie es heißt. Sogar ein Modell in Art “Industrial Light & Magic” (das wohl renommierteste Studio im Bereich der Spezialeffekte in der Filmwelt, u. a. “Star Wars”) sollte, wie einst in Zeiten früher Science-Fiction Filme, als Inspiration dienlich sein. Laut MacLane sollten “visuelle Lektionen aus frühen Science-Fiction- und Weltraumopernfilmen, wie denen der Star Wars-Reihe, genommen werden, ohne jedoch solche Filme absichtlich zu imitieren.”[8]

Tatsächlich erinnert bspw. auch der sympathische und treue Roboter-Begleiter “Sox”, mit 90er Jahre Spielzeug-Einschlag, in seiner skurrilen, beinahe unheimlichen Mischung, aus Super-Androide und Kätzchenspielzeugroboter, mit dicken Spaltmaßen und dünn-harter-Fellmatte, als eines der Highlights des Films, an die weltbesten Robo-Begleiter!


Jetzt schon kultig! Die Robokatze “Sox”.

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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://collider.com/lightyear-pixar-best-character-sox-filmmaker-interview/

Tiefgang

Wenn über diese herangehensweise hinaus sogar noch erwachsene, komplexe oder paradox erscheinende Themen wie Zeitreisen, Desertion (Fahnenflucht) und posttraumatische Belastungsstörung leicht angeschnitten werden - sowie ganz beiläufig und dennoch zentral - die Themen Altern und Verlust einzug finden, ist das schon Animations-Tiefgang mit Tendenz zum Kloß im Hals.


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©The Walt Disney Company Germany GmbH | Quelle: https://senegal.detailzero.com/movies/27567/bad-news-for-the-Toy-Story-spin-off-with-this-sad-record.html

Pixar macht mit “Lightyear” alles richtig - bis …

Pixar macht bis hierhin mit “Lightyear” alles richtig. Warum es dann doch “nur” zur 7,5 auf der derofa-Skala gereicht hat, lässt sich im Grunde an einem einzigen, großen Kritikpunkt festmachen. Dieser zieht die Wertung doch stärker nach unten, als man meinen würde.

Ab einem gewissen Moment, etwa im Mittelteil der Handlung, fehlt dem Space-Abenteuer, nach einem fulminantem Start, relativ plötzlich der Drive. Der Hyperantrieb stockt. Verantwortlich dafür ist offensichtlich schlicht das Drehbuch, dem einfach trotz einiger Überraschungen die Substanz, von der Mitte nach hinten raus, fehlt.

Ein Grund sind außerdem die später eingeführten Nebencharaktere. Die Frischlinge könnten, nein müssten, einprägsamer sein. Sie bleiben trotz einiger oberflächlicher Eigenheiten jederzeit relativ blass und austauschbar. Dies führt dazu, dass Buzz und sein Begleiter Sox, alleine auf weiter Flur, die einzigen interessanten Charaktere mit echtem Charisma in “Lightyear” bleiben.

Das alles wird nie zur echten Gefahr für das insgesamt positive Gesamtbild. Doch es entfernt “Lightyear” eben von einem herausragenden Abenteuer. Und ebnet den Weg zu einem “nur” sehenswerten bis ausgezeichneten Computeranimationsfilm.


Die Nebencharaktere haben nicht genug Ausstrahlung und Zugkraft

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Fazit - Space Ranger (und Luxo Jr.) mit solidem Space-Abenteuer zurück auf der Leinwand

Auch wenn der Geschichte am Ende die Puste ausgeht. Auch wenn den späteren Sidekicks wirkliches Charisma fehlt …

“Lightyear” macht visuell bzw. designtechnisch alles richtig und hebt das Genre fast auf ein neues inszenatorisches Animations-Niveau.

Das Team rund um Regisseur Angus MacLane war in der Lage, ein eigenständiges Kapitel des kultigen Space-Rangers Buzz zu kreieren, ohne dabei zu viel oder zu wenig von der Vorlage abzukupfern. “Lightyear” ist die konsequente Weiterentwicklung der Figur des Buzz Lightyear. Buzz wird abgefeuert in ein eigenes Universum.

Es ist eben kein liebloses Spin-off, sondern trägt die Essenz und Handschrift eines Regisseurs in sich, der seine eigene Faszination und Begeisterung für den Stoff, in die Arbeit mit einfließen lies.

Vor allem waren die Macher in der Lage, “Lightyear” eine eigene, starke, beinahe erwachsene Science-Fiction Note zu entlocken, die den Film im Genre der Computeranimationsfilme heraushebt. Die ihn so wirken lässt, als sei er nicht unbedingt oder ausschließlich, aufs angestammte Familien-Publikum ausgerichtet.

Eins steht für uns jedenfalls fest: Nach “Lightyear” bekommen auch groß gewordene “Toy Story”-Kinder wieder Lust Space Ranger zu spielen! Wie einst als Kind …


Bis zur Unendlichkeit. Und noch viel weiter!Buzz Lightyear
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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Was haltet Ihr von Buzz und seiner Crew? Teilt eure Gedanken zu „Lightyear“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Robo-Katze Sox sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu “Lightyear”

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©Disney Deutschland