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Mortalis (2022)

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©Carlsen

Wertung:

Autor: Melissa

Verfasst am: 25.08.2024

Lesezeit: 5 Minuten

  • 10/10
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10/10

Herausragend

Der Titel „Mortalis“ entstammt dem Lateinischen und steht für die Sterblichkeit sowie das Vergängliche. Abgeleitet vom Begriff „mors“ – was der Tod bedeutet – verdeutlicht der Name bereits das zentrale Thema dieses Mangas:  Leben und Tod.

„Mortalis“ ist ein Manga des deutschen Mangaka Dominik Jell. Dominik Jell ist ein Tattoo-Künstler der seine Kunst auch in Mangas präsentiert. Seine Werke zeichnen sich durch detaillierte, vom Tattoo-Stil geprägten Zeichenstil aus.

Wir haben uns den Manga genauer angeschaut und erzählen euch mehr in unserem Test auf derofa.de

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Genre: Horror

Originaltitel: Mortalis

Produktionsland: Deutschland

Text | Zeichnungen: Dominik Jell

Übersetzer: Yuko Keller

Verlag | Magazin: Carlsen

Form: Taschenbuch, eBook

Bände: 1

Seitenanzahl: 178

Altersempfehlung: 18

Universum: Dominik Jell

Quellen
https://www.mangaguide.de/index.php?include=5&manga_id=3509

Blutige Atmosphäre ala Junji Ito

Dominik Jell beweist das er sein Handwerk kann. Seine Zeichnungen ähneln stark dem japanischen Horror-Meister Junji Ito – denn auch seine Geschichten sind finster, brutal und bewegend. Die Parallelen liegen vor allem in der visuellen Intensität und der Atmosphäre. Mortalis kann durchaus mit dem japanischen Mangaka mithalten.

Um was geht es in „Mortalis“? Der Manga umfasst bisher ein Band und zeichnet sich durch düstere Horror-Kurzgeschichten aus.

„Mortalis“ besteht aus zwei voneinander unabhängigen Erzählungen über Tod, das Unbekannte und menschliche Abgründe.


Hier zu sehen: Dominik Jell und das Cover von Mortalis

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©Carlsen Manga

Kurzgeschichte 1: Osiris

Diese Geschichte spielt im modernen Japan und dreht sich um einen Youtuber names Hideaki Kobayashi, der sich auf Geistergeschichten spezialisiert hat. Er erkundet gerne Lost Places in denen es spuken soll.

Die Geschichte thematisiert dabei die Grenze zwischen Realität und dem Übernatürlichem. Die Handlung hat es in sich! Sie ist unheimlich und führt den Leser sogar in einen unerwarteten Twist!

Die Zeichnungen sind wie immer sehr gelungen. Da schaut man sich jede einzelne Seite noch genauer an – der Stil von Dominik Jell ist brilliant.


Das ist eine Zeichnung aus der ersten Geschichte

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©Carlsen Manga

Kurzgeschichte 2: Exekution

Diese Geschichte spielt in Süddeutschland (welche auch die Heimatregion des Autors ist) zur Zeit der Hexenverfolgung.

Eine Frau wird zu Unrecht als Hexe verurteilt. Die geplante Hinrichtung gerät außer Kontrolle und wird sehr blutig und alle daran Beteiligten werden ins Verderben gestürzt. 

Merkmale dieser Geschichte sind u.a. der fast vollkommene Verzicht auf Text. Hier soll das visuelle im Mittelpunkt stehen – was es auch tut. Die Bilder sollen den Horror, die Brutalität und die Verzweiflung so detailliert wie möglich darstellen. Dominik Jell bringt den Alptraum gut rüber.


Das ist eine Illustration aus der zweiten Geschichte

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©Carlsen Manga

Bonus-Material

Beide Geschichten sind so bemerkenswert und zugleich aufregend – der Leser wird förmlich ins Geschehen hineingezogen. Schnell hat man Band 1 dann auch durch –  was uns zum negativen Punkt bringt. Leider sind die Geschichten recht kurz – schade, wir hätten uns mehr gewünscht, denn die Inszenierung der beiden Handlungen wurde wirklich mit Liebe gemacht, das kann man erkennen. Die Zeichnungen sprechen für sich. 

Zum Ende jeder Geschichte bekommt man noch ein Interview von Dominik Jell gezeigt – der über seinen Alltag als Mangaka spricht.

Dominik Jell hat erklärt, dass er diverse Kurzgeschichten parat hat und diese auch schon gezeichnet wurden – es fehlen nur weitere Manga-Veröffentlichungen.

Wir dürfen gespannt sein. Mortalis ist definitiv eine Manga-Reihe die weiter geführt werden sollte. Laut aktuellem Stand sei der Manga „Mortalis“ zu Ende und es sind bisher keine Fortsetzungen durch den Autor geplant. (Stand Februar 2026).

Wenn ihr mehr von Jell lesen bzw. sehen möchtet, könnt ihr euch noch seine weiteren Werke wie z.B. den Slice-of-Life Manga „Crossing Borders“ ansehen oder sogar seinen neuesten Manga, welcher erst im März 2026 veröffentlicht wird und den Titel „Revolt: Eine düstere Zukunft zwischen Hightech und moralischen Verfall“ hat.


Hier zu sehen: „Crossing Borders“ Band 1

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Ein Auszug aus dem Manga „Crossing Borders“ von Dominik Jell

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©Carlsen Manga

„Revolte“ – der neue Cyber-Manga von Dominik Jell

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©Carlsen Manga

Sammlerstücke für Fans des Horrors!

Der Autor Dominik Jell weist jedoch noch weitere „Werke“ auf – zwar sind es keine Mangas – es sind Illustrationen für beliebte japanische Horrorfilme.

Plaion Pictures hat eine Reihe von J-Horrorfilmen herausgebracht, die alle unter dem Namen „J-Horror Collection“ veröffentlicht wurden. Das Besondere an diesen Veröffentlichungen: Dominik Jell hat verschiedene Artworks für die Blu-Rays bereitgestellt.

Solche Artworks verwandeln eine simple Blu-Ray in ein echtes Sammlerstück. Während Standard-Editionen oft nur das Kinoplakat recyceln, bieten Sondereditionen eine völlig andere Wertigkeit. Die Artworks von Jell heben sich von den Standard Blu-Rays definitiv ab.

Doch schaut selbst.


Hier zu sehen das Artworks zum original J-Horrorfilm „Ringu“

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©PlaionPictures

Fazit –  Düster, brutal mit grandiosen Zeichnungen

„Mortalis“ ist ein beeindruckendes Werk des deutschen Künstlers, das vor allem durch seine visuelle Wucht überzeugt. Da Jell aus der Tattooszene kommt, sind die Zeichnungen außergewöhnlich detailliert, kontrastreich und düster.

Die realistischen Zeichnungen fangen die beklemmende Atmosphäre des Mangas perfekt ein. Beide Geschichten bieten unterschiedliche Schwerpunkte, was uns als Leser etwas mehr Abwechslung bietet – über modernen Horror bis hin zum historischen Setting.

„Mortalis“ mit seinen erstklassigen Zeichnungen ist ein Muss für Liebhaber des Junji-Ito Psychohorrors – der Autor hat ein Auge fürs Detail.


„Mortalis“ enthält neben dem Manga ein Poster und ein Shikishi (Ist ein traditioneller, fester japanischer Malkarton mit weißer Oberfläche der speziell für Kalligraphie und Autogramme genutzt wird)

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©Carlsen Manga

Get Out (2017)

Lesemusik:

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©Universal Pictures Germany | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

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Jannik meint - Lieblingsfilm

Im Falle von „Get Out“ könnte ich lange und kompliziert über die dem Werk innewohnende Rassismusthematik und Gesellschaftskritik philosophieren. Ich könnte erzählen, dass durch „Get Out“ die Produktionsfirma von Jordan Peele, Monkeypaw Productions, zu meiner Lieblingsproduktionsfirma im Bereich der Thriller wurde.

Ich könnte schildern, welch tiefschürfende, sozialkritische Komponente in dem mit einem Oscar ausgezeichneten Drehbuch-Meisterwerk verbaut ist. Ich könnte darauf eingehen, wie subtil und mit weniger Zeigefinger „Get Out“ für seine Botschaft sensibilisierte als spätere Genrekollegen und Trittbrettfahrer wie etwa der offensive, absolute, moralisierende und pauschalisierende „Antebellum“ aus dem Jahr 2020.

Oder ich beschreibe einfach meinen Eindruck und mein Gefühl, welches während der 104 Minuten für Gänsehaut und ein erinnerungswürdiges, unvergessliches Kinoerlebnis sorgte.

„Get Out“ hat mich mit all seiner (Aussage-)Kraft regelrecht in den Kinositz gepresst, fesselte mich mit Ledergurten an die Armlehnen, flößte mir sich selbst ein und ließ mir immer wieder Schauer über den Rücken laufen.

Ein ganz besonderes Gefühl war für mich, jederzeit der Überzeugung zu sein, alles zu durchschauen und alles in meinem Kopf zu kontrollieren. Nur um im nächsten Moment wieder mit etwas konfrontiert zu werden, was sich als bemerkenswert unheimlich bei mir einbrannte.

Es waren genau diese Emotionen, die ich empfinden, und genau dieser Eindruck, der sich bei mir manifestieren sollte, als ich das Vorhaben beschloss, durch einen Psychothriller zu erschaudern und das D-Box-Kinoticket zu lösen.

Fazit: „Get Out“ ist ein unheimlich spannender, packender und auf eine befriedigende Art und Weise verstörender Film mit hohem Thrillfaktor und wurde damit anno 2017 meine ganz persönliche neue Referenz in Sachen Mindfuck-Sozialthriller.

(16. Mai 2017 | 22. Februar 2026)

Genre: Horrorthriller, Psychothriller, Sozialthriller

Originaltitel: Get Out

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures | Blumhouse Productions, QC Entertainment, Monkeypaw Productions

Regie: Jordan Peele

Drehbuch: Jordan Peele

Produktion: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr., Jordan Peele

Musik: Michael Abels

Länge: ca. 104 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 4. Mai 2017 (Kinostart DE)

Universum: Monkeypaw Productions

Vorgänger: Keanu (2016)

Nachfolger: BlacKkKlansman (2018)

Ähnliche Titel: Wir (2019), Antebellum (2020), Nope (2022)Him – Der größte aller Zeiten (2025)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Get_Out | https://en.wikipedia.org/wiki/Get_Out | https://www.imdb.com/de/title/tt5052448/reference/
Was haltet Ihr von „Get Out“? Interessanterweise vereint der Film alle Produktionsfirmen, die heute als typisch für genau diese Art von Kinoerlebnis gelten. Blumhouse, Monkeypaw und QC Entertainment. Was für eine Kombination. Fehlt eigentlich nur noch James Wans Atomic Monster. Was haltet Ihr vom Regiedebüt von Social-Thriller-Pionier Jordan Peele? Teilt eure Gedanken zu „Get Out“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Haushälterin Georgina bestimmt auch!

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Get Out“

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©Universal Pictures Germany

Resident Evil 4 (Remastered) (2005, 2016)

Lesemusik:

„Regenerador“ („Resident Evil 4„-OST)


Offizielle Abspann-Musik zu „Resident Evil 4“

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©Capcom | Poster: Quelle: https://shopee.co.id/poster-A3-PlayStation-resident-evil-4-PS3-PS4-Xbox-360-hiasan-dinding-tembok-kamar-i.183546029.8759568459 | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
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Lieblingsspiel

In der großen weiten Welt der Videospiele steht das „Resident-Evil“-Franchise wie kein anderes für den Begriff des Survival Horror.

Selbst der Name des Grusel-Genres soll einst an den Spruch „Enter the survival horror…“ angelehnt worden sein, der im Jahre 1996 prächtig den Ladebildschirm des ersten Serienteils zierte.[1]

Doch um das Franchise war es nicht immer rosig bestellt. Mit der knallharten Neuausrichtung auf Action, die spätestens mit „Resident Evil 5“ (2009) in die ursprünglich schaurig-düstere Reihe Einzug fand, spaltete Capcom die Fan-Lager.

Trotzdem veröffentlichte der Publisher auch nach dem Weggang von „Resi“-Urgestein Shinji Mikami über die letzten Jahre zahlreiche Neuauflagen der Top-Marke. So bekam auch das einst euphorisch von Fans und Kritikern aufgenommene „Resident Evil 4“ seine aufpolierte Remastered-Version.

Aktuell legt ein Leak nahe, dass uns zudem schon bald ein Remake erwarten könnte.[2] Grund genug für uns, dem Kultspiel noch einmal genauer auf den Zahn zu fühlen.

Genre: Action-Adventure, Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Baiohazādo 4 (Transkription)

Produktionsland: Japan

Entwicklerstudio | Publisher: Capcom Production Studio 4 | Capcom

Game Director: Shinji Mikami

Musik: Misao Senbongi, Shusaku Uchiyama

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 15 Stunden (Story), ca. 31 Stunden (100%)

Sprache: Englische & spanische Sprachausgabe, deutsche Texte

Plattformen: GameCube (03/2005), PlayStation 2 (10/2005), PC (03/2007 | 02/2014), Wii (06/2007), PlayStation 3 (09/2011), Xbox 360 (09/2011), Wii U (10/2015), PlayStation 4 (08/2016), Xbox One (08/2016), Switch (05/2019) (Stand: 01.11.2025)

Altersfreigabe: USK 18

Erstveröffentlichung DE: 23. März 2005 (GameCube)

Universum: Resident Evil

Vorgänger: Resident Evil 3: Nemesis (Original, 1999)  / Resident Evil 3 (Remake, 2020)

Nachfolger: Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)

Ähnliche Titel: Resident Evil 2 (2019), Resident Evil 3 (2020), Resident Evil 7: Biohazard (2017), Dead Space (2008), The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

Quellen
Allgemeine Daten: https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | https://en.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_4 | Spielzeit: https://howlongtobeat.com/game/7720 | Release DE: https://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=6650 | https://www.ninretro.de/game-26-3908.html

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 29. November 2021

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Survival-Horror-Reihe neu aufgelegt

Die „Resident-Evil“-Reihe ist seit dem ersten Teil aus dem Jahre 1996 (PSX) eine der erfolgreichsten Marken des japanischen Entwicklerstudios Capcom. Das beliebte Franchise gilt wie kein anderes als Garant für stimmungsvollen Survival-Horror. Laut Wikipedia wurden die Spiele bis Februar 2019 mehr als 90 Millionen Mal verkauft.[3]

Kein Wunder also, dass Capcom über die Jahre seiner Traditionsmarke immer wieder Neuauflagen spendierte. Der erste Teil sowie „Resident Evil Zero“ wurden remastered und im Paket als „Resident Evil Origins Collection“ im Jahr 2016 für PS4 und Xbox One veröffentlicht. Mit den aufgebohrten Varianten von „Resident Evil 2“(2019) sowie „Resident Evil 3“ (2020) erreichten uns sogar waschechte Remakes, die wir jüngst Tests unterzogen.

Am 30. August 2016 erblickte schließlich auch „Resident Evil 4“ in einer neu aufpolierten Remastered-Version für PS4 und Xbox One das Licht der Welt.

Die bei den Fans nicht unumstrittenen Auskopplungen „Resident Evil 5 (Remastered) (2009, 2016)“ sowie „Resident Evil 6 (Remastered) (2012, 2016)“ komplettierten schließlich die Hauptreihe, von den zahlreichen Spin-Offs ganz zu schweigen.

Als Fans nicht der ersten, sondern der zweiten Stunde, welche das Franchise nun pflichtbewusst nachholen, war „Resident Evil 4“ nun unser nächster Halt auf dem Weg zur Komplettierung.


Zahlreiche Ableger und Neuauflagen. Um die Survival-Horror-Reihe steht es aktuell gut.

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©Capcom | Quelle: https://www.ebay.de/itm/353273728530

Handlung – Die parasitäre Sekte

Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Leon S. Kennedy.

Den als coolen Actionhelden in Szene gesetzten Agenten begleiteten wir einst an seinem ersten Arbeitstag als Polizist in „Resident Evil 2“. Seinerzeit machte Raccoon City Bekanntschaft mit dem T-Virus.

Als Spezialagent, direkt dem US-Präsidenten unterstellt, verschlägt es Leon nach Europa. Ashley, die 20-jährige Tochter des Präsidenten, wurde entführt und wird in einem sonderbar okkulten Teil Spaniens vermutet.

Als Leon ist es unsere Aufgabe, die junge Frau ausfindig zu machen. Dabei stoßen wir jedoch auf allerlei Widerstand in Form einer mysteriösen Sekte, den Los Iluminados, rund um Anführer Osmund Saddler. Die Gruppe verehrt einen antiken Parasiten namens „Las Plagas“.

Wir schlagen uns durch eine unheimlich abwechslungsreiche Spielwelt, um nicht nur Ashley zu retten, sondern auch, um das Geheimnis der angsteinflößenden Mutationen zu lüften.


Leon S. Kennedy nachdenklich in spanischen Gefilden unterwegs.

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©Capcom

Kollegin Hunnigan erläutert uns die Details der Mission.

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©Capcom

Gameplay – Ein Schritt Richtung Action

Der vierte Teil brach seinerzeit in gleich mehreren Punkten mit alten Resident-Evil-Konventionen. War man von Vorgängern eine statische Kamera gewohnt, kam erstmals innerhalb der Hauptreihe die Third-Person-Perspektive zum Einsatz, welche die Kamera direkt hinter der Spielfigur positionierte.

Zudem fällt gleich zu Beginn auf, dass die Entwickler deutlich mehr Munition und Sammelbares spendieren. Mit der bis dahin serientypischen Munitionsknappheit wurde also in „Resident Evil 4“ erstmals gebrochen. Damit einhergehend ist das Gameplay bereits actionlastiger und sollte mit Teil fünf und sechs zum Unmut der Fans eskalieren.

Es gibt jedenfalls insgesamt deutlich mehr Gegner zu bezwingen und mannigfaltige Gegnertypen. Recht früh im Spiel schaltet man Waffen frei, die sonst erst zum Endgame-Content gehörten oder die man sich zuvor schwerer erarbeiten musste.

Trotzdem lässt „Resident Evil 4“ immer genug von seiner Quintessenz, dem stimmungsvollen Grusel und dem Gefühl der Ausgeliefertheit, durchblicken. Denn: stumpfes Draufloshasten führt zum sicheren Tod. Taktisches Vorgehen und Ruhe bewahren, im Eifer des Gefechts und des Horrors, will gemeistert werden.


Gameplay aus der Third-Person-Perspektive.

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Deutlich mehr Gegner gleichzeitig als sonst üblich innerhalb der Reihe.

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©Capcom

Die Shotgun findet Ihr bereits früh im Spiel, um ordentlich Action zu machen.

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©Capcom

Wirkung

Die richtige Balance

Besonders beeindruckend im vierten Teil von „Resident Evil“ ist das durchdachte Spieldesign mit seinen Mechaniken, was sehr ausbalanciert wirkt. Es ist überhaupt nicht repetitiv, obwohl es immer den gleichen Mechanismen folgt.

Das Grundprinzip ist einfach: Als Leon geraten wir durch Gegner in den verschiedensten Lagen unter Druck und müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Auch vermeintlich ungefährlichere Gegner werden immer wieder zur Gefahr. Nie darf etwas oder jemand unterschätzt werden. Das Spiel lehrt: Sei dir deiner Sache nie zu sicher. Habe immer eine Fluchtmöglichkeit oder einen Plan B.

Trotzdem fühlt man sich nur selten unfair ausgeliefert. Wir bekommen genug an die Hand gelegt, um zu bestehen. Wir müssen unser Equipment jedoch sauber und strukturiert nutzen.


Cleveres Inventar-Management ist einer der Schlüssel zum Erfolg.

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©Capcom

Der bewusste Aufbau

„Resident Evil 4“ wirkt dabei sehr durchdacht und bewusst aufgebaut, um genau die richtigen emotionalen Hebel beim Spieler umzulegen.

Es gibt zwei wesentliche Bestandteile, ein Gegensatzpaar, welches alle Spiele beinhalten: Spannung und Entspannung. Und kein anderes Videospiel führt dieses Prinzip so konsequent vor Augen und setzt es so erfolgreich um wie „Resident Evil 4“.

Zuerst werden wir konfrontiert mit nervenaufreibenden Momenten – die Spannung erzeugen. Der Feind, der uns plötzlich hinterrücks überrascht. Die gewalttätige, mit Verbänden umwickelte Frau, die den Motor der Kettensäge anwirft. Gegnerscharen, die uns umzingeln. Es ist Survival Horror der die Urinstinkte anspricht. Überleben unter Anspannung als Leitmotiv.

Anschließend, wenn wir diese Hürden gemeistert haben, werden wir belohnt – die Entspannung. Die treibende, bedrohliche Musik verstummt. Plötzlich wirkt die Umgebung fast schon friedlich. Eine Urkomponente des Videospieldesigns kommt zum Einsatz: Kisten! Jedes Gefäß, jede noch so kleine Vase wird zerbrochen, auf der Suche nach Brauchbarem. Waffen möchten gelevelt werden und wertvolle Klunker beim Händler des Vertrauens unter dem Motto „What are you sellin‘?“ verscherbelt.


Leons legendärer Tritt lässt betäubte Gegner fliegen! (Spannung)

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©Capcom

Rätsel-Element (Entspannung)

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Auch das Sounddesign ist für damalige Verhältnisse außergewöhnlich mitreißend und beängstigend. Wenn die teilweise undeutlichen Laute der Las Plagas, wie von Besessenen, aus den Lautsprechern tönen, verursacht das extremen Stress beim Spieler. Erst wenn die treibende Musik verklingt, können wir uns für einen kurzen Moment sicher fühlen.

Dieses Dogma wird immer und immer wieder wiederholt und durch neue Gegnertypen und neue Ideen ergänzt, um uns weiterhin unter Spannung zu setzen. Das alles präsentiert Capcom in unterschiedlichsten Gefilden. Vom Dorf, welches vom Parasit befallen ist, geht es etwa in eine schaurig schöne Burg, die europäische Mittelalter-Stimmung aufkommen lässt.


„Resident Evil 4“ kann auch schaurig schön aussehen.

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©Capcom

Die atmosphärische Burg hat es uns besonders angetan.

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Remastered – (noch) kein Remake

„Resident Evil 4“ als Remaster sieht für sein Alter sehr gut aus.

An den nötigsten Stellschrauben wurde gedreht. Die Auflösung ist auf 1080p gestiegen und die Framerate auf stabile 60 FPS angehoben worden. Wunder sollte man jedoch insbesondere bei den Texturen und der Optik insgesamt nicht erwarten.

Doch das ist auch gar nicht nötig. Fans haben sich sicher gewünscht, einen leicht aufgehübschten vierten Serienteil zu erhalten, der seinen Stärken aus der vergangenen Zeit ausnahmslos treu bleibt.

Mittlerweile wurde außerdem bekannt, dass uns wohl ein Remake erwarten wird! Leakes legen nahe, dass auch der vierte Teil einer ausgiebigen Frischzellenkur unterzogen werden wird.

Spruchreifes Material oder ein Releasezeitraum stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.


Auge um Auge.

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Fazit – High-End-Survival-Horror

„Resident Evil 4“ ist für viele Videospieler, uns mit eingeschlossen, der beste Teil der Reihe und macht einfach alles richtig.

Die schaurige Sogwirkung, die furchteinflößende Grundstimmung und das einnehmende Gameplay machen es zum wohl besten Survival-Horror-Spiel aller Zeiten.

Es stellt genau die richtige Mitte zwischen der dunklen Gruselstimmung der Vorgänger und dem actionlastigen Gameplay des Nachfolgers dar. Es kreiert somit genau die Balance, die es für das wohl herausragendste Spiel der Reihe brauchte!

An dieses High-End-Survival-Horror-Spiel werden wir lange Zeit sehr positive Erinnerungen haben und sind schon gespannt, ob das Remake diesem Klassiker in Zukunft gerecht werden kann.


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©Capcom

Wie gefiel euch anno 2005 Capcoms Neuausrichtung auf Action? Ist euch die Rückbesinnung auf atmosphärischen Grusel seit „Resident Evil 7: Biohazard (2017)“ lieber? Verratet uns euren Lieblingsteil und teilt eure Gedanken zu „Resident Evil 4“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Las Plagas bestimmt auch!

Trailer zu „Resident Evil 4“

Der offizielle E3-GameCube-Trailer zu „Resident Evil 4“ aus dem Jahr 2004

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©Capcom | Quelle: PlayscopeTimeline, https://www.youtube.com/watch?v=2ORc25vZo54

Der offizielle „Modern-Hits-Launch-Trailer“ zu „Resident Evil 4“-Remastered aus dem Jahr 2016

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©Capcom | Quelle: PlayStation, https://www.youtube.com/watch?v=V4Si9z9m8xw

Nils Holgersson (1980)

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©Urheber unbekannt | Quelle: Verwaister Google-Link
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsserie

„Nils Holgersson“ ist eine dieser Zeichentrickserien aus den 80er und 90er Jahren – die bis heute – vielen mittlerweile groß gewordenen Kindern im Gedächtnis geblieben ist.

Nach einer Buchvorlage der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf (1858-1940) produzierte das japanische Animationsstudio „Pierrot“ („Naruto“, „Bleach“, „Tokyo Ghoul„) seinerzeit 52 Folgen voll Fantasie, Herz, Träumerei und vor allem unaufgeregter Lebensweisheit.

Warum „Nils Holgersson“ etwa 45 Jahre später (!) immer noch faszinierend einnehmend ist und zum Allerbesten im Genre zählt, verraten wir in unserer Kritik.

Genre: Anime, Kodomo

Originaltitel: Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (DE) | Nirusu no fushigi na tabi (Transkription) (JPN)

Produktionsland: Japan, Österreich[1]

Produktionsfirma: Apollo Film, Gakken | Studio Pierrot

Showrunner: Hisayuki Toriumi

Regie: Hisayuki Toriumi, Mamoru Oshii

Drehbuch: Shigemitsu Taguchi

Buchvorlage: Selma Lagerlöf

Produktion: Yutaka Fujioka (TMS Entertainment), Hiroshi Kaneko (TV Asahi)

Musik: Karel Svoboda

Episodenanzahl: 52

Länge: ca. 25 Minuten je Episode[2]

Altersfreigabe: FSK 0[3]

Veröffentlichung: 29. August 1981 (DE Erstausstrahlung), Juni 2003 bis April 2004 (DVD in DE)

Ähnliche Titel: Heidi (1974), Die Biene Maja (1975-1980), Pinocchio (1976-1977), Alice im Wunderland (1983-1984), Robin Hood (1990-1992)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Wunderbare_Reise_des_kleinen_Nils_Holgersson_mit_den_Wildg%C3%A4nsen_(Zeichentrickserie) | https://en.wikipedia.org/wiki/The_Wonderful_Adventures_of_Nils_(TV_series) | https://www.imdb.com/title/tt0296386/fullcredits?ref_=tt_ov_st_sm

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 15.01.2022

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

Musik zum Lesen:

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©Apollo Film, ©Gakken | ©Studio Pierrot | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Einer dieser Tage – ganz anders

Es war einer dieser Tage, an denen ich mal wieder Lust auf klassische Zeichentrickkunst hatte, um in Erinnerungen zu schwelgen. Meist endet dieses Vorhaben bereits nach wenigen Episoden. Zeichentrickserien aus der eigenen Kindheit sind zum einen – natürlich nostalgisch verklärt – und erfüllen so meist nicht mehr die zu hoch gesteckten Erwartungen des mittlerweile erwachsenen Ichs. Zum anderen verleiten sie mit ihrer oft stresslösenden Aura ungemein zum Einschlafen ein.

Mit „Nils Holgersson“ sollte jedoch alles ganz anders kommen. Doch wovon handelt die Serie vom japanischen Animationsstudio „Pierrot“ überhaupt?


Skulptur von Nils Holgersson in Karlskrona, Blekinge, Schweden

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©Klaus Schaedler | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_wunderbare_Reise_des_kleinen_Nils_Holgersson_mit_den_Wildg%C3%A4nsen#/media/Datei:Sprungen_ur_boken.jpg

Handlung – Eine bescheidene Bauernfamilie

Der kleine Junge Nils Holgersson lebt mit seiner Familie auf einem Bauernhof im südlichen Västra Vemmenhög in Schweden.

Seine Eltern haben nicht viel und sind bescheidene Bauern. Doch Nils ist alles andere als demütig. Stattdessen quält er für sein Leben gern die Tiere des Hofes und macht sich auf unsägliche Weise über die bemitleidenswerten Geschöpfe lustig.

Auch seine Eltern wissen weder ein noch aus. Nils ist faul, unzuverlässig und bereitet ihnen viele Sorgen. Doch eines Tages gerät Nils an ein Opfer, welches sich zur Wehr zu setzen weiß und durch sein Handeln alles verändern wird.


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©Apollo Film, ©Gakken ©KIKA | ©Studio Pierrot | Quelle: https://www.anisearch.de/anime/2116,die-wunderbare-reise-des-kleinen-nils-holgersson-mit-den-wildgansen/screenshots

Schwedische Buchvorlage

„Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (oder kurz „Nils Holgersson“) entstand im Jahre 1980 in einer Koproduktion zwischen den japanischen Studios „Pierrot“ sowie „Gakken“ und dem österreichischen „Apollo Film“.[1]

Die Geschichte basiert auf einer ursprünglich 1906 erschienenen Buchvorlage der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf.[2] Lagerlöfs Werke zählen zur Weltliteratur.[3] Im Jahre 1909 erhielt sie als erste Frau und erste Schwedin den Nobelpreis für Literatur.[4]

„Nils Holgersson“ war das erste Werk des Animationsstudios, auf das zahlreiche erfolgreiche und heute bekannte Werke wie „Kickers“, „Great Teacher Onizuka“, „Naruto“, „Bleach“ und „Tokyo Ghoul“ folgen sollten.[5]

Den Regieposten hatte Hisayuki Toriumi inne sowie für einige Episoden „Ghost in the Shell“-Regisseur Mamoru Oshii.[6]

Die deutsche Stimme für die Hauptrolle des Nils stammte von Phillip Brammer. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Brammer etwa 11 Jahre alt. Brammer lieh u. a. Zorro aus „One Piece“ bis zu seinem tragischen Unfall-Tod im Jahr 2014 seine Stimme.


Selma Lagerlöfs schwedische Buchvorlage erschien erstmals 1906-1907 und wird aktuell im Auktionshaus „Sotheby’s“ für 10.000 US-Dollar verkauft.[7]

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©Apollo Film, ©Gakken ©KIKA | ©Studio Pierrot | Quelle: https://www.sothebys.com/en/buy/_selma-lagerlof-nils-holgerssons-wonderful-journey-across-sweden-nils-holgerssons-underbara-resa-genom-sverige-or-inscribed-first-edition-book-b745

Vernunft ist eine Tugend

Nils wird zu Beginn der Serie als Antagonist präsentiert und wird dem Zuschauer sehr schnell unsympathisch. Er ist nicht nur unreif, faul und ein Quatschkopf, sondern quält obendrein mit erschreckend saddistischer Ausprägung und unnötigerweise aus purer Langeweile wehrlose Tiere.

Als er nach einer körperlichen Veränderung mehr zufällig auf der Flucht vor eben diesen gepiesackten Tieren auf dem Rücken von Haus-Gänserich Martin in die Lüfte emporsteigt, beginnt auch ein Reifeprozess für Nils. Es ist ein Prozess der über die gesamte Laufzeit des Anime stattfindet, da Nils an jeder Erfahrung wächst. Was wird ihn auf seiner ungewöhnlichen Reise erwarten?


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©Apollo Film, ©Gakken ©KIKA | ©Studio Pierrot | Quelle: https://www.anisearch.de/anime/2116,die-wunderbare-reise-des-kleinen-nils-holgersson-mit-den-wildgansen/screenshots

Ein zentrales Element der Serie ist eben diese Veränderung und das Erwachsenwerden von Nils. Er ist plötzlich verwundbar. Der kleine Junge muss sich in seiner neuen Rolle zurechtfinden, steht nicht mehr über allem und muss lernen, dass auch die Sorgen, Belange und Interessen seiner neuen Begleiter – der Gänseschar – eine große Rolle in seinem neuen Leben spielen.

Am Ende von „Nils Holgersson“ mündet dieses Motiv des Lernens und Erwachsenwerdens durch lebhafte Erfahrungen in eine beinahe völlig neue Persönlichkeit des kleinen Jungen und er wird mehr und mehr zum Sympathieträger. Doch diese Veränderung tritt nicht von jetzt auf gleich ein sondern ist ein Prozess über die gesamte Laufzeit von 52 Episoden.


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©Apollo Film, ©Gakken ©KIKA | ©Studio Pierrot | Quelle: https://www.anisearch.de/anime/2116,die-wunderbare-reise-des-kleinen-nils-holgersson-mit-den-wildgansen/screenshots

Der Traum vom Fliegen

Nicht nur was die Moral und Ethik sowie Charakterzeichnung von Nils und dessen Begleitern angeht sondern auch was die Optik, Animationstechnik und jede einzelne Geschichte angeht, zählt „Nils Holgersson“ zum Besten, was das Genre über Jahrzehnte hervorbrachte.

Die originale Buchvorlage war um das Jahr 1900 als Lesebuch für die Schule konzipiert worden. Es war der „Band über Land und Leute Schwedens“ wie es in der deutschsprachigen Wikipedia heißt.[8]

Schweden aus der Vogelperspektive zu schildern, sei die grundlegende Idee für den Roman gewesen. Und das spiegelt sich auch deutlich in Studio Pierrots Umsetzung wider.

Die traumhaften und malerischen Landschaften Schwedens und Umgebung werden ausgiebig dargestellt. Oft macht die Serie dabei den Eindruck, als läge dieser fiktiven Welt ein eigenes Ökosystem zugrunde. Die Tiere koexistieren und leben voneinander, aber auch miteinander. Sie sprechen und haben ihre eigenen Vereinigungen gegründet. Es ist eine Art eigene Gesellschaft der Tiere – überall auf der Welt verteilt. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die überaus passende Musik des tscheschischen Komponisten Karel Svoboda.


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©Apollo Film, ©Gakken | ©Studio Pierrot | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

„Nils Holgersson“ wird so zu einer Art Roadtrip, bei dem das eigentliche Ziel zwar das finnische Lappland ist, aber der Weg oft viel mehr das Ziel.


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Kinderserie für Erwachsene

Stumpf, seicht, flach. Der Begriff der Kinderserie ist doch eher negativ konnotiert. Sie werden unterschätzt. Denn wer Nils Holgersson als simple Kinderserie abstraft, tut dem außergewöhnlichen Werk der Japaner von Studio Pierrot enorm unrecht damit.

Zugegeben: „Nils Holgersson“ ist eine Serie, deren Zielgruppe aus demografischer Perspektive Kinder sind. Doch insbesondere Anime ist ein Genre, welches sich oft dadurch auszeichnet, genau diese Altersgrenzen zu durchbrechen und zu verwischen. Und das – wie Nils Holgersson eindrucksvoll zeigt – bereits schon früher und nicht erst seit heute. Man könnte also fast sagen, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ist „Nils Holgersson“ mehr typisches Anime-Gefühl als Kinderserie.

Ein Grund dafür ist, dass „Nils Holgersson“ für eine Kinderserie oft deutlich forscher kommuniziert, als es heutige weichgespülte Standards zulassen würden. Es wird etwa offen über den Tod und das Sterben gesprochen. Des Weiteren sind die zugrundeliegenden Themen gesellschaftlich relevante und existenzielle wie etwa Umweltschutz, Respekt gegenüber der Natur oder die Ab- und Ausgrenzung von Unbekanntem. Themen die neben klassischen lehrreichen Inhalten für Kinder wie Familienbande, Freundschaft, Treue oder Zusammenhalt ebenso deutlich im Fokus stehen.


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Fazit – Ebenso zeitloser wie wehmütiger wie lehrreicher Rückblick

Als wir mit Nils auf Gänserich Martins Rücken in die Welt von „Nils Holgersson“ starteten, erwarteten wir eine weitere Serie aus Kindertagen, die wir bereits nach kurzer Zeit wegen mangelnder emotionaler Herausforderung abbrechen würden.

Stattdessen folgten wir diesmal vollständig über 52 Episoden, auf einer Art Roadtrip, dem kleinen Nils auf seiner Reise um sich selbst zu finden – und waren hellauf begeistert sowie beeindruckt.

Die Geschichte als Fundament von Selma Lagerlöf als zugleich lehrreiche und kindgerechte Erzählung wie auch die überragenden Interpretation und Umsetzung von Studio Pierrot lassen keinen Zweifel zu: „Nils Holgersson“ gehört zum Besten im Genre und sollte in jedem gut sortierten DVD-Regal seinen nostalgischen Platz erhalten.

Der Anime wirkt geerdet und man spürt, dass er aus einer anderen Zeit stammt. Eine Zeit in der nicht alles, aber vielleicht vieles besser war. Eine Zeit, die einen anderen Geist beherbergte.


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„Nils Holgersson“ hat uns durch den Aufbau seiner Fantasiewelt die traurige Erkenntnis gebracht, dass die Realität anders aussieht, als freilebend auf Gans Martin durch die Lüfte zu fliegen. Das Finale ist unglaublich berührend – Nils fällt in ein tiefes Loch, weil er gezwungen wird eine Entscheidung zu treffen, die nicht zu treffen ist.

Mit dem finalen Wegfall …

Spoiler aus/einklappen
seiner Fähigkeit mit Tieren und damit auch mit seinen gewonnenen Freunden zu sprechen

… erlischt auch die bunte, leichtfüßige Fantasie und weicht der grauen, kühlen Logik der erwachsenen menschlichen Welt. Die Kindheit zieht nicht nur an Nils – sondern letztendlich auch an unserem eigenen inneren Auge vorbei.

„Nils Holgersson“ ist zwar ein Anime der demografisch für Kinder konzipiert wurde, der bei den zugrunde liegenden tiefgreifenden gesellschaftlich relevanten Themen jedoch Erwachsener nicht sein könnte. Ein nostalgischer Anime der es in der richtigen Stimmung sogar vermag die eine oder andere Träne kullern zu lassen. Und damit auch 40 Jahre später noch lehrreich und emotional aufrüttelnd – vor allem für Großgewordene ist!


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Was haltet Ihr von Nils Abenteuer-Reise mit den Wildgänsen rund um Leitgans Akka von Kebnekaise? Teilt eure Gedanken zu “Nils Holgersson” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Hamster Krümel bestimmt auch!

Intro

Das offizielle deutsche Intro zu „Nils Holgersson“

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©LEONINE

Anora (2024)

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Universal Pictures Germany
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsfilm

Das aktuellste Werk des US-amerikanischen Regisseurs Sean Baker, mit dem Titel „Anora“, war der große Abräumer der Oscar-Verleihung 2024.

In ganzen sechs Kategorien war die Mischung aus Drama und Komödie nominiert. In fünf Disziplinen ging „Anora“ als Sieger aus der Veranstaltung.

Was der ungewöhnliche Film zu bieten hat, haben wir uns genauer angeschaut.

Genre: Dramedy, Erotik, Romanze, Liebeskomödie

Originaltitel: Anora

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Universal Pictures | FilmNation Entertainment, Cre Film

Regie: Sean Baker

Drehbuch: Sean Baker

Produktion: Sean Baker, Alex Coco, Samantha Quan

Musik: Matthew Hearon-Smith

Länge: ca. 139 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 31. Oktober 2024 (Kinostart DE)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Anora_(2024) | https://en.wikipedia.org/wiki/Anora

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 29.05.2025

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Anora“ – Viel Wirbel – um was eigentlich?

„Anora“ hat ganz schön Staub aufgewirbelt. Bei der Oscarverleihung im Jahr 2024 räumte Sean Bakers Film unglaubliche fünf Oscars ab. In den Kategorien bester Film, beste Regie, bestes Originaldrehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Schnitt konnte „Anora“ die heißbegehrte Trophäe für sich gewinnen.[1]

Spätestens damit schürte die amerikanische Produktion automatisch hohe Erwartungen. Was soll da schon schiefgehen – wenn man als geneigter Zuschauer, bock auf einen guten Film hat?

Doch so einfach ist es dann doch nicht. Schon lange fallen wir nicht mehr auf euphorische Lobpreisungen herein, insbesondere, wenn diese durch die Oscars befeuert wurden. Zu oft gab es Enttäuschungen. Zu oft wurden Oscarfilme hochgelobt, nur um sich letztendlich als möchtegern-tiefgründige, pseudokünstlerische und gähnend-langweilige Projekte zu entpuppen.


Regisseur Sean Baker mit vier „Anora“ Oscars. Rechts Hauptdarstellerin Mickey Madison mit ihrem Oscar als beste Hauptdarstellerin.

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Euronews – AP Photo – Neon | https://de.euronews.com/kultur/2025/03/03/oscars-2025-anora-raumt-ab-alle-gewinner-alle-verlierer-und-die-hohepunkte-des-abends

Unscheinbar

Abgesehen von seinem Oscar-Erfolg sowie zahlreichen Lobpreisungen und anderen Awards, wirkt „Anora“ eigentlich sehr unscheinbar.

Selbst der Titel gibt keinen Hinweis darauf, was den Zuschauer erwarten könnte. Es handelt sich schlicht um den Vornamen der Protagonistin Anora (Mickey Madison). Auch das rosafarben-romantisch belichtete Cover, gibt nur einen groben Eindruck, um was für eine Art von Film es sich handeln könnte.

Kurzum: Wir konnten uns also rein gar nichts unter Sean Bakers achtem Spielfilm, mit dem unaufdringlichen Titel, vorstellen.[2] Und wurden dadurch – glücklicherweise – umso mehr überrascht!

Diesen Eindruck unterstreicht „Anora“ sogar noch, wenn man schließlich in ihn einsteigt. Er zeigt sich regelrecht geheimnisvoll.


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©Universal Pictures Germany | https://de.wikipedia.org/wiki/Anora_%282024%29

Handlung – Sex, Drugs and Money!

In „Anora“ folgen wir einer (durchaus kompetent wirkenden) Sexarbeiterin bei der Durchführung ihres Nachtgeschäfts in einem New Yorker Erotik-Club. Ballernde Beats, Alkohol, Drogen, viel nackte Haut, wohlhabende Männer. Ein reines (realistisches) Klischee.

Ein paar Infohäppchen haben wir mittlerweile also bekommen. Doch immer noch, haben wir keinen blassen Schimmer, was uns hier letztendlich erwarten würde. Worauf läuft das alles hinaus? Was entwickelt sich hier? „Anora“ verrät nie zu viel. Und man will mehr wissen. Das Drama, mit immer stärker werdender komödiantischer Note, erzeugt in diesen ersten Momenten, relativ schnell, eine starke Spannung.

Befürchtungen das Thema könnte sich um eine selbstbestimme Prostituierte drehen, welche dem Patriarchat und „bösen Geschlecht“ im Alleingang den Kampf ansagen und die Welt im „Mary Sue-Stil“ revolutionieren will, erweisen sich glücklicherweise als unbegründet. Das wäre auch zu langweilig.


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©Universal Pictures Germany | https://giphy.com/gifs/neonrated-anora-movie-film-1STCJpyZ36fC7MnSXf

Feurige Dialoge – „Runglish“ at it´s best

Stattdessen findet Romantik einzug. Doch nicht nur das: Feurig-aufgepeitschte Dialoge, ein Gemisch aus russisch und englisch, von unbeholfenen Charakteren, mit denen man trotzdem irgendwie sympathisiert, kreieren eine Art von Humor, den vermutlich nicht jeder teilen oder verstehen wird.

Schließlich mündet alles in ein lustiges Chaos. Doch „Anora“ driftet nie ins albern-lächerliche ab. Dafür wirken die Bilder, das Tempo und der stimmungsvolle Ton  – aus produktionsqualitativer Sicht – einfach zu hochwertig. Dieses Kunststück muss man erst einmal meistern.

Selbst in seiner puren Eskalation, ehe der Film zum finalen Schlag ausholt, schafft es „Anora“ immer, nicht über das Ziel der perfekten Symbiose aus Liebesdrama und Komödie hinaus zu schiessen.


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Stilistische Mittel

Im Endeffekt ist es faszinierend mit welch einfachen Mitteln Regisseur Sean Baker „Anora“ auch mithilfe seines Kameramanns Drew Daniels in Szene gesetzt hat. Mit Daniels arbeitete Baker übrigens bereits in seinem vorherigen Film „Red Rocket“ (2021) zusammen.[3]

Es sollte eine „klare Kinoästhetik der 70er-Jahre und entsprechend alter Erotikfilme“ erreicht werden. Ein „verschwommener und verwaschener Look“ war das Ziel, wie die deutsche Wikipedia verrät.[4]

Dieser Look, kombiniert mit purer Schauspielleistung – insbesondere von Hauptdarstellerin Mickey Madison sowie dem russischen Nebendarsteller Juri Borissow (Igor) – sowie ein hervorragendes Tempo, ist das simple Rezept, welches „Anora“ so unglaublich gut macht.


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©Universal Pictures Germany | https://thefilmstage.com/i-want-it-to-feel-as-real-as-a-documentary-sean-baker-on-anora-editing-breaks-and-old-school-camera-tricks/

Fazit

Gefühls-Cocktail

„Anora“ ist ein kurzweiliger Ausflug der seinesgleichen sucht. Während das Drama-Genre üblicherweise zur Langatmigkeit neigt, besticht der Film durch keine einzige Länge. Und das trotz einer Laufzeit von sage und schreibe 139 Minuten. Stattdessen fühlt er sich an wie ein positiv-fiebriger Traum über 90 Minuten.

„Anora“ erzeugt durch seine stilistischen Elemente und die durchdachte Kameraarbeit von Drew Daniels außerdem eine überraschende Strahlkraft, die in der modernen Filmlandschaft ihresgleichen sucht. Für raue Romantiker ist er ein echter Genuss!

Die Premiere von  „Anora“ fand  am 21. Mai 2024 bei den 77. Filmfestivals von Cannes statt. Das Publikum soll anschließend nicht weniger als zehn Minuten (!) applaudiert haben.[5] Aus unserer Perspektive zurecht! Sean Bakers Dramedy – ist – mit einfachsten Werkzeugen hergestelltes – Filmgold!

Letztendlich lässt der Regisseur im Finale dann noch eine Szene vom Stapel, die nur so aufgeladen ist, mit emotionaler Dichte.

Es ist ein Film-Moment der sich wie ein – im Nachtclub zu Boden fallendes Glas „Gefühls-Cocktail“ entlädt – und damit alle Emotionen befreit, die sich im Laufe von „Anora“ (und im Charakter Anora) angestaut haben. Und so ein ikonisch-atmosphärisches Bild bewirkt, dass es das Zeug zum vielfach referenzierten Kult hat!

Vorsicht Spoiler-Bild! + Klicken zum aufklappen

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©Universal Pictures Germany | https://64.media.tumblr.com/65c6b9dc3a23a06c78696b6437b7051d/34ffa5f401985068-c3/s500x750/e47deca5a123285ef66c5b3e9f82556576d2942c.gifv

Spoilerfreies Bild:

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„Erwartungshaltung-Warnung“

Doch eine Warnung sei an dieser Stelle ausgesprochen, um die Erwartungen an ein „volles Bonbon-Glas“ direkt zu zerstören. In der Rezeption scheint „Anora“ bei eher community-basierten Wertungsplattformen nicht so euphorisch wegzukommen, wie unter Kritikern. Die Plattform „TV Time“ listet den Film immerhin mit 20% 3-Sterne Wertungen, während 33% der Nutzer die höchste Wertung von 5-Sternen vergeben haben.


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©Universal Pictures Germany | https://giphy.com/gifs/neonrated-anora-movie-film-thlBNGp5kGBhBO9sBR

Die Google-Rezensionen zeichnen hier jedoch ein noch klareres Bild. Die Enttäuschungen (bei möglicherweise zu hoher oder nicht erfüllter Erwartungen) schlagen sich in einem Schnitt von nur 60% nieder. Nur 2,1 von 5 Sternen konnte der Film hier für sich gewinnen. Besonders viele 1-Sterne Ratings, lassen vermuten, dass viele Nutzer ihrem Ärger auf diese Weise Luft machen wollten.


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Was haltet Ihr von Sean Bakers unkoventioneller Dramedy? Teilt Eure Gedanken zu „Anora“ mit uns in der Kommentarsektion. Wir würden uns freuen. Und Oligarchen sowie Sexarbeiter sicher auch!


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Trailer

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Ori and the Blind Forest (2015)

  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Herausragend

Ori and the Blind Forest ist ein Metroidvania-Spiel und erschien 2015 das erste mal für die Xbox One.

Das Videospiel erhielt überwiegend positive Kritiken sodass es vier Jahre später zur Veröffentlichung einer Definitive Edition gekommen ist.

Der kleine Ori, Schutzgeist des Waldes wird im Spiel euer bester Freund.

Warum wir uns von derofa so in den kleinen Waldgeist verliebt haben, erfahrt ihr in unserer Kritik.

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Genre: Metroidvania

Originaltitel: Ori and the Blind Forest

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio/Publisher: Moon Studios / Microsoft Studios

Musik: Gareth Coker

Spielmodus: Einzelspieler

DLC: bisher keiner bekannt (stattdessen eine Definitive Edition)

Spielzeit:

Hauptspiel: ca. 10 – 15 Stunden (Story), ca. 20-25  Stunden (100%)

Plattformen: Xbox One, PC, Nintendo Switch

Altersfreigabe: USK 12

Ähnliche Titel: Unravel (2016), Hollow Knight (2017), Cuphead (2017)

Wertung:  

Testplattform: Nintendo Switch

Autor: Melissa

Verfasst am: 21.04.2022

Lesezeit: ca. 5 Minuten (Direkt zum Fazit)

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©Moon Studios

Die Reise beginnt

Kein Spiel wurde so mit positiven Kritiken überschüttet wie „Ori and the Blind“ forest.

Das österreichische Entwicklerstudio Moon Studios, kreierte ein abwechslungsreiches Spielerelebnis des Metroidvania-Genres. Das Videospiel erschien das erste Mal 2015 und wurde für den PC, sowie für die Xbox One konzipiert und veröffentlicht.

Schon nach kurzer Zeit schaffte es Ori 2016 erneut durch die sog. „Definitive Edition“ auf die Xbox One, PC und sogar auf die Nintendo Switch Konsole. Was es mit der Definitive Edition auf sich hat, erklären wir euch jetzt.

Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Werk

Sons of Anarchy (2008 – 2014)

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©FX Network
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsserie

Mit „Sons of Anarchy“ begann im Jahr 2008 die Reise einer Drama-Serie, die bis heute als eine der besten aller Zeiten gilt.

Über 7 Staffeln und 92 Episoden hinweg begleitet der Zuschauer die Machtkämpfe innerhalb des „SAMCRO“-Motorradclubs.

Was das besondere an der Produktion des Senders „FX“ ist und warum sich ein Vergleich mit „Die Sopranos“ und „Game of Thrones“ aufdrängt, verrät euch Gastautor Ricco.

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Genre: Drama, Krimi

Originaltitel: Sons of Anarchy

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: 20th Television | Linson The Company, Sutter Ink, Fox 21, FX Productions

Regie: Allen Coulter, Michael Dinner, Charles Haid, Stephen Kay, Paris Barclay, Tim Hunter, Seith Mann, Gwyneth Horder-Payton, Guy Ferland, Billy Gierhart, Mario Van Peebles, Terrence O’Hara, Kurt Sutter, Paul Maibaum, Phil Abraham, Adam Arkin, Peter Weller, Karen Gaviola, Craig Yahata, Charles Murray, Jack Bender

Drehbuch: Kurt Sutter, James D. Parriott, Jack LoGiudice, Nichole Beattie, Dave Erickson, Brett Conrad, Pat Charles, Chris Collins, Regina Corrado, Misha Green, Liz Sagal, Stevie Long, Brady Dahl, Cori Uchida, Marco Ramirez, Julie Bush, Vaun Wilmott, David Labrava, Gladys Rodriguez, Kem Nunn, Roberto Patino, Mike Daniels , John Barcheski, Adria Lang, Charles Murray, Peter Elkoff, Josh Botana

Produktion: Kurt Sutter, John Linson, Phil Laudicina, James D. Parriott, Paris Barclay, Dave Erickson

Musik: Bob Thiele Jr.

Staffeln: Staffel 01 (13 Episoden) (2008), Staffel 02 (13 Episoden) (2009), Staffel 03 (13 Episoden) (2010), Staffel 04 (14 Episoden) (2011), Staffel 05 (13 Episoden) (2012), Staffel 06 (13 Episoden) (2013), Staffel 07 (13 Episoden) (2014)

Länge: ca. 45-85 Minuten je Episode

Altersfreigabe: FSK 18

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Sons_of_Anarchy | https://de.wikipedia.org/wiki/Sons_of_Anarchy | https://de.wikipedia.org/wiki/Sons_of_Anarchy/Episodenliste

Wertung:   

Autor: Ricco

Verfasst am: 16.05.2021


Serien wie Sand am Meer

Mittlerweile gibt es Serien wie Sand am Meer und es wird immer schwieriger, sich für eine Serie zu entscheiden, die man letztlich auch schauen möchte.

Wieso man „Sons of Anarchy“ unbedingt gesehen haben sollte, werde ich gleich näher drauf eingehen. Worum geht es eigentlich in der Serie?


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©FX Network

Das Vermächtnis eines Vaters

Nun, im Grunde dreht sich alles um „SAMCRO“, den „Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original“, deren Mitglieder und um den jungen Jackson „Jax“ Teller (gespielt von Charlie Hunnam), der mit dem Club großgeworden ist und vor nicht allzu langer Zeit seinen Vater verloren hat.

Eines Tages findet er Briefe von seinem Vater, in denen steht, dass er Angst habe, dass dieser Klub immer tiefer in kriminelle Machenschaften gezogen wird. Jax will es im Prinzip seinem Vater recht tun und den Club wieder in legalere Bahnen lenken.


Hauptprotagonist Jax auf seinem Motorrad

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©FX Network

Mischung aus „Die Sopranos“ und „Game of Thrones“

Wenn man so will ist die Serie eine Mischung aus den Sopranos und Game of Thrones.

Mit der Hauptperson haben wir, wie bei Tony Soprano, einen leicht depressiven Charakter, der sich und seinen Club hinterfragt und wie bei GoT, artet auch hier ein Machtkampf zwischen Clay, der eigentliche Präsident des Clubs, und Jax aus, die um den Platz um den Thron kämpfen, also den Posten des Clubpräsidenten.

Jax hat wie Daenerys die Absicht, das Rad zu zerstören und den Club wieder in legalere Wege zu führen.


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©FX Network

Fazit – Ein Epos

Kurt Sutter hat mit „Sons of Anarchy“ ein absolutes Meisterwerk geschaffen. Es gibt wirklich kaum etwas zu kritisieren, weil nahezu alles perfekt ist. Die Schauspieler/innen, die Musik, die Drehbücher,
die Kostüme, die Locations, das Setting, Kameraarbeit, Szenenbilder, u.v.m.

Man wird von Anfang an in den Bann gezogen, was wohl auch an dem sehr stimmigen und melodischen Intro liegt und kann von der Serie einfach nicht genug bekommen.

Es ist Drama, Action, Thriller, hat viel schwarzen Humor und ist kurz gesagt ein richtiges Epos. Ein absoluter Genuss, dieser Serie zu folgen. Vor allem lässt die Serie sich sehr viel Zeit für Charakterentwicklungen, erhält dadurch sehr viel Tiefgang und lässt einzelne Handlungen der Figuren nachvollziehbarer erscheinen.

Von daher, schnappt euch ein Bike, fahrt irgendwo im Freien mit dem Soundtrack einer Rockband, kommt heim und genießt am Abend eines langen Tages diese Show.


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©FX Network

Trailer

Der offizielle deutsche Heimkino-Trailer zu „Sons of Anarchy“

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©FX Network, ©FOX Heimkino

 

Dragonball Super: Broly (2018)

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ

  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsfilm

Mit „Dragonball Super: Broly“ startete in Japan im Dezember 2018 der erste Dragonball-Film zur Anime-Serie „Dragonball Super“ (2015-2018).

Im Rahmen der “Anime Nights” des Publishers “KAZÉ”, sollten Kino-Fans am 30. Juli 2019 nun auch in den Genuss der deutschen Fassung, des inzwischen 20. Films des Dragonball-Universums auf großer Leinwand kommen.

Die Produzenten von Toei Animation versprachen einen “stärkeren Film mit einer interessanteren Geschichte jenseits der bisherigen”.[1]

Wir haben uns in die Kinosessel gewagt und verraten euch, weshalb „Dragonball Super: Broly“ tatsächlich ein besonderer Film im Franchise geworden ist.

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Genre: Anime, Shōnen

Originaltitel: Doragon Bōru Sūpā: Burorī (Transkription)

Produktionsland: Japan

Produktionsfirma: Toei Company, 20th Century Fox Japan | Toei Animation

Regie: Tatsuya Nagamine

Drehbuch: Akira Toriyama

Produktion: Norihiro Hayashida, Rioko Tominaga

Musik: Norihito Sumitomo

Länge: ca. 100 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Universum: Dragon Ball

Vorgänger: Dragonball Z: Resurrection ‚F‘ (2015)

Nachfolger: angekündigt

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Dragonball_Super:_Broly | https://en.wikipedia.org/wiki/Dragon_Ball_Super:_Broly

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 31.07.2019


Die geringe Erwartungshaltung

Zugegeben, als wir uns die Tickets für die Anime-Nights sicherten, waren wir nicht gerade euphorisch gestimmt.

Die bisherigen Filmausflüge von Son Goku und seinen Freunden, blieben uns über die Jahre eher unterdurchschnittlich im Gedächtnis. Auch wenn es im Jahr 1993 eine positive Ausnahme, in Form des Specials “Die Geschichte von Trunks“ gab, fehlten uns abseits der Anime-Serien oft die wirklich gewichtigen Geschichten die das Franchise ausmachen.

Die geringen Laufzeiten der bisherigen Movies und die dadurch bedingten oberflächlichen Storys abseits des “Dragonball-Kanon” – den es übrigens offiziell gar nicht gibt und nur von Fans interpretiert wird[2] – ließen die Filme in Vergessenheit geraten.

Getrieben von unserem dragonballischen Pflichtbewusstsein wollten wir dem neuen Werk, dessen Story von Autor und Manga-Legende Akira Toriyama stammt, dennoch eine Chance geben.

Wie sich herausstellte war dies genau die richtige Entscheidung.


Filme zu „Dragonball“ gab es viele – wirklich gute nur wenige

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ, Quelle: https://dragonball.fandom.com/wiki/List_of_Dragon_Ball_films

Handlung

Das „Turnier der Kraft“ ist zu Ende doch der Wunsch immer stärker zu werden besteht für Son Goku und Vegeta seit jeher. So trainieren sie gemeinsam auf einer einsamen Insel um ihre Fähigkeiten zu verfeinern, bis ein alter Bekannter Probleme macht.

Niemand geringerer als die nervende Pestbeule Freezer, hat unter mithilfe seiner Soldaten, sechs der mühsam von Bulma eingesammelten Wunschkugeln unter seine Gewalt gebracht, um sie erneut für seine Zwecke zu missbrauchen.

Den Tyrannen aufzuhalten ist das oberste Ziel, doch mit dem unglaublichen Leistungsniveau des mysteriösen Saiyajins Broly, haben unsere Freunde nicht gerechnet. Ein epischer Kampf unglaublichen Ausmaßes bricht an.


Haben Goku und Vegeta überhaupt eine Chance gegen Broly?

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ

Finde alle sieben Eigenschaften

Endlich viel Story

Endlich ein DB-Movie der mit einer vielschichtigen und komplexeren Geschichte daher kommt als seine Vorgänger. Zugegeben – super kompliziert ist die Story nicht. Dennoch mussten wir uns, insbesondere zu Beginn, erst einmal viele storyrelevante Infos aus dem Gedächtnis rufen, um zurück in die Grundgeschichte der Dragonball-Welt zu finden.

Die deutliche längere Laufzeit von 100 min fiel uns im Vergleich zu früheren Filmen sehr schnell auf. Die meisten Movies von damals erreichten etwa nur die Hälfte und kamen mit Laufzeiten von ca. 50 min daher. Erst mit dem Film “Kampf der Götter” (2013) brachen die Macher glücklicherweise mit dieser Tradition. Da jetzt zusätzlich auch noch die Story-Komponente deutlich dichter ausfällt, fühlte es sich so an, als wäre “DBS: Broly” das erste Werk im DB-Franchise, was die Bezeichnung Film auch wirklich verdient.

Als die Geschichte rund um Broly, dessen Vater Paragus, Gokus Vater Bardock, König Vegeta, Freezer und auch einige neue Namen genüsslich ausgerollt wird, sind wir richtig zufrieden mit dem Erzähltempo. Besonders auffällig ist auch, wie viele verschiedene Charaktere plötzlich mit von der Partie sind. Viele der Z-Kämpfer spielen in diesem Movie zwar leider keine Rolle mehr, die anderen Figuren sorgen hier jedoch für willkommene Abwechslung.


Die Story nimmt zu Beginn des Filmes großen Raum ein und ist deutlich komplexer als von den bisherigen Movies gewohnt

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ

Neuinterpretation von Erfinder Toriyama

Ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist die Überarbeitung durch Erfinder und Autor Akira Toriyama der das Drehbuch zu „DBS: Broly“ schrieb. Im Vergleich zu den früheren Filmen, in denen die Charakere Broly, Bardock usw. bereits vorkamen, wurde deren Geschichte nun überarbeitet.

Hier gibt es einige Ungereimtheiten in der Zeitlinie, die bei Fans Anlass zur Kritik wurden. Zum  Beispiel müsste „DBS: Broly“ im Jahre 780 spielen, da die Handlung nach dem „Turnier der Kraft“ ansetzt. Ein Timer im Film zeigt aber das Jahr 775, was zeitlich etwa ein Jahr nach dem Sieg gegen Boo entsprechen würde.[3]

Erwähnt werden sollte, dass sich weder Autor Toriyama noch andere Produzenten innerhalb des DB-Franchise klar zu einem Kanon – also einer Richtlinie zur Story – positioniert haben.[4] Mit anderen Worten: So genau will man es nicht nehmen, mit den einhetilichen Regeln und der Kontinuität des DB-Universums.

Dies kann man durchaus kritisieren. Auch uns sind bei „DBS: Broly” einige, zumindest fragwürdige Punkte aufgefallen, wie die Anzahl der Wünsche die Shen Long erfüllt oder der Kampfanzug, mit dem der kleine Son Goku auf die Erde geschickt wird.

Trotzdem hat uns dieser Umstand weniger gestört. Solange die Geschichte weiterhin aus der Feder von Erfinder Toriyama stammt und nicht zu große irritierende Widersprüche entstehen, sind wir glücklich damit. Das Toriyama zu Manga-Zeiten die Figur “Lunch” einfach vergessen hat und der amüsante und ambivalente Charakter plötzlich nie wieder vorkam, haben wir ihm ja auch nicht übel genommen. Wir finden Toriyama darf das.

Übrigens – Ein großer Kritikpunkt in den Storys von Dragonball generell, ist die Wiederholung und die mehrmalige Wiederauferstehung von immer gleichen Gegnern wie Freezer. Das ewige Ekel ist zwar schon wieder mit von der Partie, spielt aber eine ganz andere Rolle, die uns gefallen hat.


Erfinder Akira Toriyama sieht mangelnde Kontinuität möglicherweise etwas gelassener

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ, Quelle: https://samagame.com/de/dragon-ball-super-sind-akira-toriyama-und-toyotaro-fur-die-erstellung-der-serie-kompatibel/

Freezers Rolle

Irgendwie kann einem Freezer schon leid tun. Unzufrieden mit seiner Körpergröße hat er wiedermal vor die Drachenkugeln für seine finsteren Machenschaften zu missbrauchen respektive seinen Minderwertigkeitskomplex zu kompensieren.

Mit der Zeit scheint ihm aber alles über den Kopf zu wachsen.  Er ist lange nicht mehr das Maß aller Dinge. Plötzlich spielt er in Sachen Kampfkraft gar keine Rolle mehr und muss sich die nötige Aufmerksamkeit schwer durch einen Twist im Film erkämpfen.

Freezers Rolle kam uns dieses mal “vermittelnder” vor und funktionierte hervorragend als Bindeglied zwischen den übrigen Charakteren. Eine erfrischende herangehensweise der Produzenten, die Freezer zwar genug storyrelevante Screentime einräumten, ihn als Haupt-Antagonisten jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle spielen lassen.

Und auch in Sachen Charakterdesign und Zeichenstil hat sich einiges getan.


Auch „DBS: Broly“ kommt nicht ganz ohne Stehaufmännchen Freezer aus

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ

Die Stilfrage

In „DBS: Broly“ wollten sich die Produzenten dem aktuellen Zeichenstil von Schöpfer Akira Toriyama anpassen.[5]

Toriyama selbst wählte aus einer Auswahl an Animatoren aus und entschied sich für Naohiro Shintani. Die zwei Hauptunterschiede zum bisherigen Zeichenstil, liegen im schlankeren Look der Muskulatur der Figuren und in den Farbgebungen, die wieder näher in Richtung Original gehen sollten.

Beides war im Film wiederzuerkennen. Besonders die Farben, beispielsweise das Orange des ikonischen Kampfanzugs von Son Goku, entwickelten bei uns ein vertrautes und nostalgisches Gefühl. Die schlankeren Muskeln sind uns bereits in der Anime-Serie „Dragon Ball Super“ aufgefallen. Diese Änderung finden wir eher unnötig. Doch auch hier gilt: Wenn das Ziel war, sich dem Originalautor Toriyama anzupassen, empfinden wir dies als wünschenswert.

Insgesamt erinnerte uns der Zeichenstil trotz oder gerade wegen der kleineren Veränderungen sehr stark an frühere Dragonball-Zeiten und sorgte so für den gewissen und gewünschten Nostalgiefaktor.


„DBS: Broly“ wirkt weniger weich gewaschen und deutlich körniger als etwa die „Dragon Ball Super“ Anime-Serie

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Auch in Puncto Farben fühlt man sich unweigerlich an alte Zeiten erinnert

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Der typische Dragonball Witz

Wer Dragonball kennt, der weiß auch was mit dem typischen Dragonball-Humor gemeint ist. Akira Toriyama verstand es bereits vor der Entwicklung seines erfolgreichsten Manga, die Leser zu amüsieren, beispielsweise in seinen Kurzgeschichten.

Auch auf “DBS: Broly” überträgt sich das. Wenn Vegeta und Goku wie so oft aufgrund Gokus Naivität aneinader geraten oder Vegeta sich typischerweise bei der Fusion zum Affen machen muss, schlägt das Fanherz höher.

Auch in vielen anderen Szenen brachte uns der Film zum schmunzeln oder sorgte für Gelächter beim Kinopublikum.


Der typische Humor aus Dragonball (hier in Episode 16 der „DBS“ Anime-Serie) ist auch im Film enthalten

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Die Synchronisation

Einer der wichtigsten Punkte, insbesondere beim Thema Anime, ist die Qualität der Synchronisation.

Als mit “Kampf der Götter” nach vielen Jahren ein neuer Dragonball Film in Deutschland angekündigt wurde, sprach Publisher KAZÉ den neuen Sprechern ihr Vertrauen aus. Diese hatten bereits in der Neuauflage “Dragonball Kai” den alten Synchroncast, aus den frühen 2000ern abgelöst.

Fans wollten das nicht hinnehmen und ein Shitstorm sondergleichen brach über KAZÉ herein. Glücklicherweise lenkte der Publisher ein und versprach für die Movies, weiterhin möglichst den alten Stammcast rund um Tommy Morgenstern (Son Goku) und Oliver Siebeck (Vegeta) zu verpflichten. Auch in “Broly” wurde (bis auf die üblichen Ausnahmen) auf den alten Cast zurückgegriffen.

Weshalb einige Sprecher bei der Produktion von “Dragonball Kai” nicht in ihre alte Rolle schlüpfen wollten bleibt ein urbanes Mysterium. Die Gerüchte reichten von finanziellen Gründen bishin zur Herausforderung den Stimmen gegenüber, vor die der Anime die Sprecher stellt.

Da es in „Dragonball“ besonders in den Kämpfen ordentlich zur Sache geht, ist Schreien absolutes Pflichtprogramm. Ironischerweise wird dieser Aspekt nun scheinbar trotzig besonders ernst genommen und die Sprecher geben wirklich alles um den Zuschauer zuzuschreien. So viel Hingabe sollte gewürdigt werden.

Auch bis in die kleinsten Nebenrollen, besteht der Cast aus wirklich tollen und bekannten Sychronschauspielern. Da wäre z.B. David Nathan, der zwar leider nur kurz aber dafür umso einprägsamer in der Rolle des Piccolo zurück ist und scheinbar auch nicht seine typische Betonung, beim Sprechen des Namekianers vergessen hat.

Gerrit Schmidt-Foß, ebenfalls einer der größten und bekanntesten Synchronsprecher (Leonardo DiCaprio, Jim Parsons), gibt sich die Ehre als Namensgebender “Broly” und macht seine Sache ebenfalls gewohnt auf höchstem Niveau, auch wenn er für die “dümmlichen” Anteile der Rolle nicht so geeignet scheint.


Die deutsche Synchronisation erfolgte bei der TV+Synchron GmbH in Berlin unter der Dialogregie von Felix Spieß

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©TV+Synchron GmbH

Kämpfe neu inszeniert

Eine deutliche Steigerung ist den Produzenten bei der Darstellung der Kämpfe gelungen. Diese sind in “DBS: Broly” so brachial inszeniert wie noch nie.

Besonders ist uns hier eine Art Verfolgerkamera aufgefallen, die für völlig neue Bilder sorgte. Durch diesen Stil wurden auch weniger abrupte Schnitte nötig und es entwickelte sich ein Mittendrin-Gefühl.

In „DBS: Broly“ gibts richtig auf die Schnauze und es kracht an allen Ecken und Enden. Wenn Charaktere wie Goku, Vegeta oder Broly, kombiniert mit einem guten Soundsystem aufeinander krachen, hat man Sorge vor im Umkreis zerberstenden Glasscheiben.

Einigen Kinozuschauern war der Kampf wohl etwas zu lange, zumindest liesen diesen Schluss einige Kommentare zu. Für uns fühlte er sich kurzweilig und intensiv an, was für die Immersion spricht, die der Kampf entwickelt hat. Auch stand die mächtige Prügelei im guten Kontrastverhältnis zur eingängigen Story zu Beginn. Über das Mischverhältnis lässt sich sicher streiten aber aus dramaturgischer Sicht macht ein episches Finale Sinn.


Wenn Sayaijins es krachen lassen sollten Zartbesaitete ohne Ausdauer, lieber aus dem Kino fliehen

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©Bird Studio/Shueisha, 2018 Dragon Ball Super The Movie Production Committee, ©Toei, ©KAZÉ

Fazit – Was das Dragonball Universum ausmacht

Seit jeher überzeugt die Marke „Dragonball“ durch einen einzigartigen und einprägsamen Zeichenstil, außergewöhnliche Geschichten, eine spannende und interessante Sci-Fi Welt, mit faszinierenden und sympathischen Charakteren und jede Menge gut inszenierter Kämpfe.

Akira Toriyama hat eine fiktive Welt erschaffen, die nicht umsonst zu einem der erfolgreichsten Manga-Franchises weltweit geworden ist.

In “DBS: Broly“ wurde uns genau das geboten, was wir an der Marke immer geschätzt haben. Was das grandiose Universum ausmacht ist enthalten und beim entscheidenden Kampf werden alle Register gezogen.

Letzten Endes können wir also nicht anders, als den Film über den grünen Namekianer zu loben, auch wenn uns dabei die Objektivität selbstverständlich fantypisch abhanden kommt.

Das ein Dragonball-Film wirklich überzeugt ist selten. Ein klatschendes Kinopublikum ist ebenfalls selten. Beides schaffte “Dragonball Super: Broly” bei den “Anime Nights” und ist damit mindestens eine der Anime Filmüberraschungen des Jahres geworden.


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Trailer

Der offizielle deutsche Kino-Trailer zu „Dragonball Super: Broly“

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Stranger Things (2016 – …)

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©Netflix
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsserie

„Stranger Things“ ist eine Science-Fiction-Mysteryserie aus dem Hause Netflix, die seit 2016 von den Zwillingsbrüdern Matt & Ross Duffer entwickelt wird.

Die Serie spielt in den 80er Jahren und handelt von dem verschwinden eines Jungens namens Will Byers und plötzlich auftretenden paranormalen Aktivitäten.

Weshalb „Stranger Things“ auch bei uns die Wohnzimmerlichter zum flackern brachte, verraten wir Euch im Review.

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Genre: Mystery, Mysterythriller, Horrorthriller, Science-Fiction, Coming of Age

Originaltitel: Stranger Things

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Netflix | 21 Laps Entertainment, Monkey Massacre

Regie: The Duffer Brothers, Shawn Levy, Andrew Stanton, Rebecca Thomas, Uta Briesewitz

Drehbuch: The Duffer Brothers, Jessica Mecklenburg, Justin Doble, Alison Tatlock, Jessie Nickson-Lopez, Paul Dichter, Kate Trefry, William Bridges, Curtis Gwinn

Produktion: The Duffer Brothers, Shawn Levy, Dan Cohen, Cindy Holland, Brian Wright, Matt Thunell, Karl Gajdusek, Iain Paterson

Musik: Michael Stein, Kyle Dixon

Staffeln: Staffel 01 (8 Episoden) (2016), Staffel 02 (9 Episoden) (2017), Staffel 03 (8 Episoden) (2019), Staffel 04 (8 Episoden) (angekündigt)

Länge: ca. 42-77 Minuten je Episode

Altersfreigabe: FSK 16 (Stand: 12.03.2021)

Universum: Stranger Things

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Stranger_Things | https://de.wikipedia.org/wiki/Stranger_Things#

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 14.01.2021


Mind Blown

Ihr findet gefallen an 80er Jahre Ästhetik aus Film und Fernsehen? Ihr steht auf geheimnisvolle Mysterien mit einer Prise Horror? Ihr liebt es mit stark geschriebenen Charakteren mitzufiebern und Kids ala Coming of Age heranwachsen zu sehen? Dann seid Ihr bei der Netflix-Originals-Serie „Stranger Things“ genau richtig.

„Geflasht“ – lautet der Titel der ersten Episode des Netflix-Specials „Beyond Stranger Things“. Passend, da dieser Titel wohl eine Zustandsbeschreibung von Millionen Serienfans sein könnte, egal ob nach oder während der mittlerweile drei Staffeln der Mysteryserie.

Als Teil der Invasion von Netflix hauseigenen „Originals“ schlich sich „Stranger Things“ auf leisen Füßen an uns heran – und brachte schnell die Wohnzimmerlichter zum flackern. Die geheimnisvolle Geschichte um Will Byers verschwinden hat uns kalt erwischt und wusste sofort zu faszinieren.

Erfunden und entwickelt von den Zwillingsbrüdern Matt und Ross Duffer, gehört „Stranger Things“ mittlerweile nicht nur zu den Top-Serien einschlägiger Bewertungsportale, sondern steht auch bei Netflix hoch im Kurs. Erst kürzlich wurde die Serie um eine vierte Staffel verlängert die wieder aus acht Episoden bestehen soll. Der genaue Starttermin steht noch aus.[1]


Winona Ryder als besorgte Mutter Joyce Byers

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Hawkins – 6. November 1983

Wir schreiben den 6. November 1983. Die Welt ist noch in Ordnung im fiktiven Örtchen „Hawkins“ im US-Bundesstaat Indiana.

Die vier besten Freunde und Klassenkameraden Mike, Dustin, Lucas und Will sind die typischen Nerds. In der Schule interessieren sie sich für Physik und Biologie. Als stolze Mitglieder des Wissenschaft-Clubs könnten sie neugieriger nicht sein und löchern ihren Lehrer Mr. Scott Clarke nur zu gerne. In ihrer Freizeit lieben sie es abzuhängen und sich ganz im Brettspiel Dungeons and Dragons zu verlieren.

Doch als Will Byers eines Tages verschwindet ist nichts mehr wie es war. Familie und Freunde sind in Aufruhr und fest entschlossen Will zu finden. Insbesondere Wills Mutter Joyce (Winona Ryder) ist krank vor Sorge.

Als die Freunde sich verzweifelt auf die Suche nach Will begeben, stoßen die Kinder im Wald auf ein verstörtes Mädchen mit kahl geschorenem Kopf. Wer ist dieses wortkarge Mädchen? Und was hat es mit Wills verschwinden zu tun?


Was geht in Hawkins nur vor sich?

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Die Hommage an die 80er

Vier Freunde fahren mit ihren Bonanza-Bikes die Straße entlang. Untermalt von synthetischen Sounds, werden wir geradewegs in die 80er Jahre Welt von „Stranger Things“ gesogen. Erahnen können wir noch nicht so recht, welch rätselhafte Gruselstimmung sich später ausbreiten wird. Eines wird jedoch sehr schnell klar: „Stranger Things“ ist eine Huldigung und Liebeserklärung an das 80er Jahre Kino und eine Art nostalgischer Rückblick zweier Brüder.

Die Duffer-Zwillinge erblickten 1984 das Licht der Welt, sind also selbst Kinder der 80er und machen keinen Hehl daraus ordentlich abgekupfert zu haben.[2] Wie Making-Off’s und Interviews auf Netflix zeigen, lassen sich zahlreiche Referenzen aus längts vergangenen Kinotagen und Kultfilmen manchmal leicht, manchmal aber auch erst beim genauen hinsehen erspähen. Ob die Vertreter des außerirdischen wie „E.T.“ oder „Alien“ oder auch Gänsehaut erregende Schocker wie „Shining“ und „Poltergeist“, dass alles mit einem Schuss „Zurück in die Zukunft“ und ganz viel „Die Goonies“ und „Stand by me“. Viele Große Filmnamen haben die Duffer-Brüder beim entwickeln von „Stranger Things“ inspiriert.[3] Und visuell ist ihr Baby ein Potpourri aus all diesen kultigen Produktionen längst vergangener Tage.

Doch nicht nur was Schnitt, Kamera, Belichtung  etc. angeht erschaffen die Brüder eine authentische Retrospektive. Viel mehr ist es die gesamte Geschichte und Umwelt von „Stranger Things“, in der wirklich jedes Detail von Charakterzeichnungen, elektrischen Geräten, über Deko-Artikel bis hin zu den Kostümen außergewöhnlich maßgefertigt und echt wirkt. Und selbst wenn man kein Kind der 80er ist, spürt man die nostalgischen Vibes in jeder Faser.

Wie und dass in „Stranger Things“ alles so gut funktioniert liegt darüber hinaus an der übernatürlichen Genre-Mixtur.


Eine kleine Auswahl an Referenzen in der Gegenüberstellung

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Übernatürliche Mixtur

In seiner Genre-Mischung aus Mystery, Horror, Fantasy, Thriller, Coming of Age und Drama besteht die Serie der Duffers aus einer wahrlich übernatürlichen Mixtur aus einer Vielzahl an Genre.

Vergleichbar mit den Neuverfilmungen des Horror-Klassikers „ES“ ist es oft der Kontrast zwischen den Kindern, welche den Zuschauer in die eigene Kindheit – eine Zeit der Verwundbarkeit – zurück denken lassen und den angsteinflößenden Elementen – welche die nervenaufreibende Spannung erzeugen.

„Stranger Things“ spielt dabei par excellence mit dem Übernatürlichen, liefert genau die richtige Dosis an Informationen die nötig sind aber gerade zu wenig, um so den Zuschauer wie besessen an der Fernbedienung nagen zu lassen.

Das Gefühl einer nahbaren Gefahr wie sie nur die besten Thriller erzeugen können. Das Gefühl einer großen Verschwörung, einer Welt innerhalb des Bildschirms. Die Versatzstücke aus denen „Stranger Things“ besteht sind beileibe nicht neu, doch in sich geschlossen als Konstrukt, als Ganzes, könnte „Stranger Things“ erfrischender und neuer nicht sein.


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Das Puzzle

Die Duffer-Brüder nutzen in „Stranger Things“ einen besonders befriedigenden Erzählstil. In seiner Narrative bedient sich die Serie an einem Erzählmuster, welches sie verstehen ideal umzusetzen.

Dabei werden mehrere Szenarien abwechselnd gezeigt, soweit so typisch. Alle hängen irgendwie miteinander zusammen, ohne dass die Charaktere dies wissen. Als Zuschauer sehnt man den Moment herbei, in dem alle ihre Puzzleteile miteinander verbinden und damit ermöglicht wird, die Verknüpfungen herzustellen um so plötzlich alles klar werden zu lassen. Wir wissen mehr als die Protagonisten und möchten es ihnen fast zuschreien.

Überhaupt, was „Stranger Things“ letztendlich an Storytelling auf kleinstem Raum leistet ist enorm. Jede Staffel folgt dabei dem gleichen Muster, welches aber nie langweilig wird. Mehrere Schauplätze die abwechselnd gezeigt werden, viele offene Fragen und Mysterien die dadurch generiert werden und eine Ursache von der alles ausgeht. Das ist das Rezept für eine regelrecht geladene Spannung und ebensolche Stimmung.


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Fazit – Ausgefeilter Mysterytrip mit Seele

„Stranger Things“ ist für Fans jetzt schon Kult und gehört ganz sicher zum besten was es in der Serienwelt bisher zu sehen gab.

Es ist eine stimmungsvolle, dichte Packung Serie mit einem Soundtrack der sowohl in seinen harten als auch in seinen weichen Momenten genau die richtigen Töne trifft. Ein Soundtrack der tief geht.


Die düstere Intromusik von „Stranger Things“

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©Netflix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Kein Wunder also, dass „Stranger Things“ ohne Zweifel eine Serie ist, die das Blut von Serienjunkies in Wallung geraten lässt.

Bei all dem Lob, gibt es da auch negative Kritikpunkte? Nein die gibt es für uns tatsächlich nicht. Jederzeit präzise erzeugt die Serie nicht nur den perfekten Thrill sondern lässt darüber hinaus auch emotionalste Momente und tiefste Freundschaften zu. Nicht nur die gesamte Geschichte sondern jeder einzelne Charakter wurde von den Duffers und ihrem Team so gut geschrieben, dass man sich in jeden auf eine andere Art verliebt oder sich mit jedem auf irgendeine Weise identifizieren kann. Die Schauspieler erwecken mit ihren Eigenheiten, die sie übrigens teilweise beim Dreh insinktiv mit einbrachten, wie sie in „Beyond Stranger Things“ verraten, die Figuren regelrecht zum leben.

Executive Producer  und Regisseur Shawn Adam Levy beschreibt die Faszination hinter „Stranger Things“ so:

Alles atmet diese Stranger Things – DNS, was eine Art Hymne für Außenseiter ist. Jeder in der Serie, jede der Figuren, hat an etwas zu knabbern, steht ein bisschen am Abgrund, ist voller Selbstzweifel. Und die Serie zieht alle hoch und vermittelt: „Alles wird gut.“Shawn Adam Levy in 'Beyond Stranger Things'

So verzahnt, so viel Liebe, so viel Herz, so viel Atmosphäre. „Stranger Things“ ist ein bis ins Detail ausgefeilter Mysterytrip mit Seele!


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Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Stranger Things“

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Christopher Robin (2018)

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  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsfilm

Die süßeste Versuchung seit es Honig gibt ist zurück! Winnie Puuh und seine Freunde, endlich wieder auf großer Leinwand vereint.

Im Zuge zahlreicher Remakes der hauseigenen Zeichentrickklassiker, kommt Disney nicht umhin, auch dem flauschigen Honigbär „Winnie Puuh“ eine Real-Neuverfilmung zu widmen.

Ob die Portierung in die „echte Welt“ abseits des Zeichentricks gelungen ist und warum uns „Christopher Robin“ vor allem auf menschlicher Ebene beeindruckt hat, verraten wir im Review.

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Genre: Abenteuer, Fantasy, Drama

Originaltitel: Christopher Robin

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Walt Disney Pictures | 2DUX²

Regie: Marc Forster

Drehbuch: Alex Ross Perry, Allison Schroeder

Produktion: Brigham Taylor, Kristin Burr

Musik: Geoff Zanelli, Jon Brion

Länge: ca. 104 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Universum: Disney Meisterwerke (Realverfilmungen)

Vorgänger: Die Schöne und das Biest (2017)

Nachfolger: Dumbo (2019)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Robin_(Film) | https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Robin_(film)

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 23.01.2021


Vom Kinderzimmer in die weite Welt

Die süßeste Versuchung seit es Honig gibt ist zurück! Winnie Puuh und seine Freunde, endlich wieder auf großer Leinwand vereint. Im Zuge zahlreicher Remakes der hauseigenen Zeichentrickklassiker, kommt Disney nicht umhin, auch dem flauschigen Honigbär „Winnie Puuh“ eine Real-Neuverfilmung zu widmen.

Nachdem Winnie zuletzt im Jahre 2011 Filmgeschichte schrieb, als mit „Winnie Puuh“ nicht weniger als der letzte klassische Zeichentrickfilm, aus der Abteilung der „Walt Disney Animation Studios“ veröffentlicht wurde, blieb es eher ruhig um den kleinen Honig-Sommelier.

Als kleiner Trost für Winnie-Fans folgte mit „Goodbye Christopher Robin“ im Jahr 2017 zwar kein Film von Disney aber deshalb kein weniger sehenswerter. Die britische Produktion, als biografisches Drama rund um den Schöpfer von Winnie konzipiert, erleuchtete uns mit vielen interessanten Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte der literarischen Vorlage des Kinderbuchautors A.A. Milne.

Disney adaptierte bzw. adoptierte Puuh den Bären im Jahr 1961. Einige charmante Charakterzüge, wie die aufopferungsvolle liebe für Honig, ein paar Rundungen mehr an den richtigen Stellen und ein rotes T-Shirt, wurden zu Winnies Markenzeichen.

Seine Heimat Hundertmorgenwald war bisher ausschließlich in Zeichentrickfilmen Zuhause. Doch jetzt bekommt er endlich seinen großen Auftritt in einem Realfilm. Verantwortlich für die Portierung in eine Art fiktive Realität abseits der Animation, zeichnet sich der deutsch-schweizerische Regisseur Marc Forster. In das Kostüm des namensgebenden Christopher Robin, schlüpft niemand geringerer als die britische Hollywoodgröße Ewan McGregor.


Wie sich „Winnie Puuh“ im Laufe der Jahre entwickelte

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©Disney, Quelle: https://www.thewrap.com/winnie-the-pooh-evolution-christopher-robin-photos/

Es ist kalt im Hundertmorgenwald

Der Junge Christopher Robin verbringt seine Zeit am liebsten mit seinen plüschigen Freunden, allen voran Winnie Puuh. Als er eines Tages in ein Internat muss, ist die Zeit gekommen sich wehmütig von seinen Freunden zu verabschieden.

Mit jedem Tag, welcher in seiner neuen Umgebung an Christopher vorbei zieht, wird er ein Stück erwachsener. Seine sorglose Kindheit die einst viel Spaß und Freude brachte scheint wie weggewischt.

Erst einmal im Leben eines wahrhaftig Erwachsenen angekommen ist Christopher sehr mit den Herausforderungen seines Arbeitslebens als Effizienzmanager bei einer Kofferfirma beschäfigt. Er scheint dabei nicht nur Puuh fast vollständig zu vergessen, sondern auch seine Familie fühlt sich vernachlässigt. Zu einem lang ersehnten Ausflug mit seiner Tocher Madeline, findet er trotz Versprechen keine Zeit.

Als Winnie Puuh eines Tages aus einem sicher schlummigen Schlaf erwacht, ist es neblig, kalt und trostlos im Hundertmorgenwald. All seine Freunde sind ganz plötzlich spurlos verschwunden und so ist es an ihm seine Gefährten zu suchen. Schließlich durchtritt er eine ganz besondere Tür.


Puuhs Freunde sind verschwunden

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Die Leitgedanken

Endlich bekommen wir wieder eine Geschichte um Winnie Puuh geliefert. Als Fan des kleinen Honigbärs, hatten wir uns schon lange die Finger danach geleckt. Wie Puuh als Realfilm aussehen könnte war für uns nur schwierig vorstellbar. Insbesondere eine Übertragung in die „echte“ Welt, fern des gewohnten und fantasievollen Hundertmorgenwald, galt für uns als schwierig umsetzbar.

Nun fanden wir in Marc Forsters „Christopher Robin“ einen Film, der nicht nur diese Hürde mit Bravour meistert, sondern obendrein auch inhaltlich eine enorme Aussagekraft respektive Message hat. Diese zeigt sich in einem bestimmten Kontrast zweier RIchtungen als Kernelemente.


Die Portierung in die reale Welt funktioniert tatsächlich

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Das innere Kind erlischt

Der strebsame Christopher ist Hals über Kopf in sein Arbeitsleben vertieft. Die Familie steht hinten an, kommt jedoch einfach nie zum Zug. Es scheint als hätte der vielbeschäftigte Manager, ausgerechnet für Effizienz in einer Kofferfirma, den Wert der wirklich wichtigen Dinge im Leben einfach vergessen.

Parallel findet sich Puuh im kalten und leeren Hundertmorgenwald wieder. Trostlos mutet er an. Nichts ist mehr da von der Farbe und Freude die ihn einst auszeichnete. Auch Puuhs treue Gefährten wie Iah, Ferkel, Rabbit, Tigger, Eule, Känga und Ruh sind unauffindbar. Puuh fühlt sich sicher isloiert und alleine.

Das ist die Basis und Analogie mit der „Christopher Robin“ ungemein gut funktioniert. Augenscheinlich braucht Puuh Hilfe bei seiner Suche. Und doch wird der kleine zu nichts weniger als dem Retter der Christopher zurück auf den richtigen Weg leitet, weil er nichts weniger muss als auch sich selbst zu retten. Es wirkt als existiere er nur als Auszug von Christophers Fantasie. Wenn er ihn und seine Welt vergisst, wird vielleicht alles verschwinden?!

Nachdem Puuh also den Hundertmorgenwald erstmal über die magische Tür verlässt und mit seinen Füßen voll Honig zurück ins Leben von Chris tappt, beginnt eine Art Heilung für beide!


Puuh? Ich hab ihn verloren.Christopher Robin
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Das Yin und Yang

In einem wundersam lebendigen London aber auch im Hundermorgenwald, gilt es für die beiden alten Freunde nun Vergessenes wieder in den Fokus zu rücken. Immer mit dabei ist dieser hartknäckige Zwiespalt zwischen Familie und Arbeit, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Kälte und Wärme.

Schon bald steht die wohl wichtigste Präsentation seiner Karriere an. Mitarbeiter sollen entlassen werden und Christopher soll Einsparungsvorschläge machen. In seinen Gedanken zerstreut, zerstreut er auch wichtige Papiere im von Wind gepeitschten Hundermorgendwald. Wieder diese Symbole und der Kontrast zwischen harter Arbeit und weicher Fantasiewelt, die von Negativität eingenommen wird.

Wie soll Christopher dieser neuen Herausforderung Herr werden? Wie soll er Familie Arbeit und jetzt auch noch Puuh unter seinen Hut bringen? Puuh muss nichts weniger als ihm den rechten Weg weisen. Er wird damit zu Christophers Lehrmeister für die schönen Dinge im Leben. Mit dem Honigbären und seinen Freunden, findet Christopher Robin auch ein Sück weit seine Fantasie und Leichtigkeit wieder.

Wie sich ein gelber plüschiger Faden durch die gesamte Geschichte zieht, haben wir nur selten in einem Film erlebt. Eine Balance zu finden, ein ganz persönliches Yin und Yang, dass ist das Ziel des Filmes „Christoper Robin“.

Die Menschen sagen nichts ist unmöglich. Aber ich mache jeden Tag nichts.Winnie Puuh
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Die Heilung

In jeder Faser und in jedem kleinen Detail des Filmes steckt dieses Motiv des Zwiespalts. Von den angesprochenen Unterschieden zwischen Winnies Welt und der von Christopher, über die Charakterzeichnungen des heuchlerischen Bösen, personifiziert als Christophers Chef Winslow, bis hin zu den oft kurzen und knackigen Dialogen, die häufig Doppeldeutig zu verstehen sind und dadurch an Aussagekraft gewinnen.

Letztendlich ist sogar das Finale das auffälligste Merkmal. Die Auflösung für das Personal/Kostenproblem in der Kofferfirma, steckt im Grunde darin, einen von Puuhs Ratschlägen zu befolgen, den wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten wollen.

„Christopher Robin“ schafft diese unterschwelligen Verbindungen, weil er es immer wieder hervorragend versteht Kontraste herzustellen und die passenden Symbole dafür zu liefern.


Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den größten Platz in deinem Herz einnehmen.Winnie Puuh
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Fazit – Ein Plädoyer für das Kind bleiben

Es ist schon erstaunlich wie außergewöhnlich Puuh ist, obwohl er doch im Grunde nur ein „dummer alter Bär“ ist, wie Christopher Robin ihn nennt (finden wir nicht cool von ihm).

Doch eine Frage stellt sich für uns noch: Is(s)t Puuh Honig weil er so süß ist oder is(s)t Puuh so süß weil er Honig is(s)t? Vielleicht trifft alles zu?

Die Realverfilmung von Winnie Puuh mit dem Titel „Christopher Robin“ hat uns tief beeindruckt. In seinen komödiantischen Momenten, die durchaus häufiger anzutreffen sind als man erwarten würde, ist sie geistreich und charmant. In seinen Leitgedanken ist sie stark und einprägsam.

Wenn wir ein Haar im Honigtopf suchen wollen, so könnten wir anmerken, es hätte mehr Platz für Musik aus dem Winnie-Universum gegeben. Einige Themen wie z.B. das Lied „Up, Down, Touch the Ground“ der Sherman Brothers aus „Winnie the Pooh and the Honey Tree“ werden zwar angerissen aber die musikalische Komponente sollte wohl nicht Teil dieser realen Interpretation von Winnie Puuh sein.

„Christopher Robin“ zeigt auf eine irgendwie honig-bitter-süße Weise, dass man sich unbedingt sein inneres Kind bewahren soll, weil Lockerheit und Fantasie sonst aussterben auf dieser Welt. Gegen die Verklemmtheit und für die Flauschigkeit. Es wäre schön wenn jeder solch eine honigsüße Versuchung in Form eines Bären wie Puuh im Leben hätte – um zu verstehen worauf es wirklich ankommt. Letztendlich wirbt der Film dafür, bei aller Ernsthaftigkeit des Erwachsenenlebens die Balance zur Freude zu finden. Die Essenz dabei ist unverkennbar: Erwachsen werden und Kind bleiben.

„Im Leben geht es um mehr als um Ballons und Honig“ – nein geht es nicht Christopher! Es geht um genau das!


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Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Christopher Robin“

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