Mit „Tenet“ hat Regisseur Christopher Nolan im Jahr 2020 wieder ein Filmspektakel produziert. Bevor wir weiter ins Detail gehen, um was gehts in Nolans Sci-Fi Spionagefilm?
In „Tenet“ geht es um einen namenlosen Agenten der die Welt vor einem drohenden dritten Weltkrieg bewahren muss. Die Bedrohung kommt dabei aus der Zukunft! In der Zukunft nutzen die Menschen eine Technologie, der es ermöglicht Materie zu manipulieren und so Objekte und Personen rückwärts durch die Zeit zu bewegen.
„Tenet“ ist ein Film der mit hohen Erwartungen ins Rennen geht, doch leider nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Die Inszenierung der Actionszenen ist zweifellos grandios und zeugt von Nolans „typischem Gespür für visuelle Effekte und spannende Choreografien“.
Doch trotz dieser beeindruckenden technischen Umsetzung bleibt das zugrunde liegende Konzept wirr und fast schon belanglos. Hier folgt eine Actionszene nach der anderen.
Die Geschichte, die sich um die komplexen Themen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dreht, fühlen sich oft überladen und verworren an. Anstatt klare Antworten zu liefern, wirft der Film mehr Fragen auf als er beantwortet.
Dies führt dazu, dass man als Zuschauer oft das Gefühl hat, den Faden zu verlieren und nicht wirklich nachvollziehen zu können, was gerade geschieht. Diese Verwirrung erinnert an früheren Filmen von Nolan wie z.B. das historische Kriegsdrama „Dunkirk“, der ebenfalls mit einer nicht-linear erzählten Geschichte zu kämpfen hat, jedoch in diesem Fall nicht die gleiche emotionale Tiefe erreichen konnte.
Ein Lichtblick ist der Soundtrack von Ludwig Göransson, der erneut sein musikalisches Talent unter Beweis stellt. Seine Kompositionen tragen zur Atmosphäre des Films bei und sind ein Highlight und sollte nicht unerwähnt bleiben.
Insgesamt bleibt „Tenet“ für mich eine Enttäuschung, besonders als Fan von Nolans früheren Werken. Die grandiosen Actionsequenzen können die verworrene Handlung und das frustrierende Fehlen von Klarheit nicht aufwiegen. Es ist schade, dass ein so talentierter Regisseur wie Nolan in diesem Fall nicht die Balance zwischen visuellem Spektakel und narrativer Kohärenz finden konnte.“ (13.01.25)
Was haltet Ihr von „Tenet“? Gehört „Tenet“ zu euren Lieblings-Nolan Filmen? Oder kommt der Film auf den Stapel der Schande – für vergeudetes Potenzial? Teilt eure Gedanken zu „Tenet“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Christopher Nolan bestimmt auch!
„Die Kunst des toten Mannes“ ist ein Horrorthriller, der sich zu Beginn nicht so recht zwischen Thriller– und konventioneller Drama-Atmosphäre entscheiden kann.
Sein Potential entfaltet er daher spät. Im Gegensatz zu Jake Gyllenhaals hervorragender Schauspielleistung. Außerdem tröstet die ungewöhnliche Handlung über das vorhersehbare Ableben der Figuren hinweg.
Insgesamt bleibt „Velvet Buzzsaw“ (Originaltitel) so als ganz guter Genre-Film ohne wirkliche Spitzen im Gedächtnis.
Was haltet Ihr von „Die Kunst des toten Mannes“? Regisseur Dan Gilroy hat übrigens bereits in „Nightcrawler“ (2014) mit Jake Gyllenhaal zusammengearbeitet. Der Film kam mit einer 7,8/10 bei IMDB jedoch wesentlich besser an.[1] Welcher der beiden Filme ist euer Favorit? Teilt eure Gedanken zu „Die Kunst des toten Mannes“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und alle mörderischen Gemälde dieser Welt bestimmt auch!
Trailer
Der offizielle deutsche Trailer zu „Die Kunst des toten Mannes“.
„The Zone of Interest“ ist ein historisches Drama des britischen Regisseurs Jonathan Glazer. Der Film wurde bei der Oscarverleihung 2024 zweifach ausgezeichnet. Die Handlung basiert auf den gleichnamigen Roman von Martin Amis.
Um was geht es in „The Zone of Interest“?
Die Handlung dreht sich um den KZ-Kommandanten Rudolf Höß der zusammen mit seiner Familie in einem großen Haus wohnt, in ihrem prächtigen Garten feiert, während seine Kinder im Pool spielen und seine Frau ihr Blumenbeet pflegt. Doch was schnell klar wird – auf der anderen Seite der Gartenmauer finden Massenmorde statt! Das Haus der Familie Höß befindet sich nämlich Gegenüber des KZ-Ausschwitz.
Dieser Film geht unter die Haut. Er zeigt dir nicht direkt was für Gräueltaten im Lager gegenüber passieren. Der Horror wird durch die Umgebung in der sich Höß befindet betont, ganz subtil und nebenbei, zum Beispiel durch eine omnipräsente Tonspur aus Schüssen, Schreien und dem aufsteigenden Rauch aus den Krematorien.
Als Zuschauer fühlt man dauerhaft eine Anspannung. Sobald man weiß was dieser Film thematisiert, läuft einem schnell der Schauer über den Rücken. So unangenehm und konstant hinweg bis zum Schluss! Diesen Horror sieht man nicht, aber man kann ihn spüren! Untermalt wird das ganze durch einen ruhigen aber bedrohlichen Soundtrack.
Regisseur Jonathan Glazer nutze diverse innovative Methoden um eine dokumentarische Distanz für seinen Film zu schaffen. Er wollte alles so authentisch wie möglich darstellen.
Im Nachbau der Höß-Villa in der Nähe des Originalschauplatzes wurden bis zu zehn ferngesteuerte Kameras gleichzeitig eingesetzt. Die Schauspieler mussten oft improvisieren, da sie keine Crew gehört oder gesehen haben. Interessant ist auch, dass man als Zuschauer Anfangs den Glauben hat, hier würde es sich um eine rein deutsche Produktion handeln. Produziert wurde der Film u.a. in den USA und Polen. Für die Glaubwürdigkeit wurden extra deutschsprachige Schauspieler gewählt, wie z.B. Christian Friedel, der die Rolle des Kommandanten übernahm.
Fazit: Für einige ist der Film ein Geheimtipp, wenn man die Oscarverleihung 2024 nicht präsent im Gedächtnis hat. Die dichte Atmosphäre mit ihrem subtilen Horror birgt Schockmomente und Gänsehaut pur! „The Zone Of Interest“ zeigt uns, dass man auch mit wenig Mitteln eine spannende Atmosphäre schaffen kann, die den Zuschauer in keiner Minute verliert. (28.02.2026)
Was haltet Ihr von „The Zone of Interest“? Habt ihr den Film bereits gekannt? Konnte euch dieser Historienfilm überzeugen? Teilt eure Gedanken zu „The Zone Of Interest“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der Regisseur Jonathan Glazer auch.
Trailer
Der offizielle deutsche Trailer zu „The Zone of Interest“.
„Heretic“ ist ein klaustrophobischer Trip zwischen Glaubenskrise und Überlebenskampf! Beim Versuch in das Horror-Genre einzutauchen, scheitert „Herertic“ maßgeblich durch eine Handlung – denn hier ist nichts wirklich gruselig. Leider bleibt der Film weit hinter den Erwartungen zurück. Hugh Grant, der in seiner Rolle durchaus charmant und überzeugend agiert, kann die Schwächen des Drehbuchs nicht ausgleichen. Seine schauspielerische Leistung ist zwar beeindruckend, doch sie reicht nicht aus, um die irrationale und oft verworrene Handlung zu retten. Um was gehts?
Zwei mormonische Missionarinnen klopfen an die falsche Tür: Der charmante, aber diabolische Mr. Reed (Hugh Grant) lockt sie in sein Haus und verwickelt sie in ein perfides theologisches Kammerspiel. Statt Seelen zu retten, müssen die Frauen in einem labyrinthartigen Haus um ihr Leben kämpfen. Reed stellt ihren Glauben durch psychologische Folter und tödliche Prüfungen auf die Probe, um seine Theorie der „wahren Religion“ zu beweisen.
Klingt auf den ersten Blick Interessant oder? Die Geschichte selbst ist aber ein wirres Konstrukt, dass mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Anstatt Spannung und Grusel zu erzeugen, führt sie den Zuschauer in eine verwirrende Erzählung, die eher Frustration als Faszination hervorruft.
Man findet sich oft in Situationen wieder, die keinen Sinn ergeben, was die Immersion in die Handlung stark beeinträchtigt. Die Entscheidungen der Protagonisten sind einfach nur ärgerlich zu betrachten.
Ein weiterer Aspekt der im Film behandelt wird, ist die Kritik an Religion und der Gesellschaft. Diese Themen sind zwar relevant und könnten Potenzial für tiefere Auseinandersetzungen bieten, jedoch kann es trotz der Glaubensfrage die Sinnhaftigkeit der Entscheidungen der beiden Protagonisten nicht rechtfertigen.
Statt einer fundierten Diskussion über Glauben und gesellschaftliche Normen bleibt der Film in Klischees und plakativen Aussagen stecken – einfach nur ärgerlich.
Fazit: Insgesamt kann ich „Heretic“ nicht empfehlen. Die charmante Darbietung von Hugh Grant kann die irrationale Geschichte und die schwache Umsetzung nicht aufwiegen. Wer auf der Suche nach einem packenden Horrorfilm ist, sollte sich besser nach anderen Optionen umsehen – und da gibt es definitiv bessere. (13.01.25)
Was haltet Ihr von „Heretic“? Kann der Film dem Hype gerecht werden? Kann Schauspieler Hugh Grant den Film noch „retten“ oder sind wir schon verloren wenn wir uns den Film ansehen? Wie fandet Ihr die religiöse Thematik? Teilt eure Gedanken zu „Heretic“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und unser Protagonist Mr. Reed bestimmt auch!
Dax Shepherds „CHiPS“ ist eine zu vernachlässigende Buddy-Cop-Action-Komödie mit rar gesäten lustigen Szenen und einer unsinnigen Handlung, die natürlich gerade wegen eben dieser für kleinere Lacher sorgen kann.
„CHiPs“ basiert übrigens auf der gleichnamigen Fernsehserie aus den Jahren 1977 bis 1983.[1] Was haltet Ihr von der Neuauflage? Lustiger Buddycop-Actionkracher oder Zeitverschwendung? Teilt eure Gedanken zu „CHiPs“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die BMW R1200RTP von Jon Baker bestimmt auch![2]
„Life“ profitiert von einem vielversprechenden Beginn und einer interessanten Prämisse.
Der Science-Fiction-Horrorthriller trumpft zunächst mit seiner Spitzen-Niveau-Besetzung auf. Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds und Hiroyuki Sanada schlüpfen in die wichtigsten Rollen.
Alles scheint jetzt möglich im Weltraum. Bis sich Daniél Espinosas Film zunehmend in seiner Unglaubwürdigkeit verfängt. Als Zuschauer wurden wir das Gefühl nicht los, dass einfach alles wie am Schnürchen für den Antagonisten läuft. Jedes Detail spielt in die Hände des Feindes.
Dadurch ergibt sich im Verlauf eine Vorhersehbarkeit, die mit der Zeit mürbe macht. In seinen schlechtesten Momenten führt das zu Stirnrunzeln und Augenrollen.
In seinen besten Momenten ist „Life“ jedoch ein packender Sci-Fi-Horrorthriller, der für Anspannung sorgt und so als erinnerungswürdiges Leinwanderlebnis im Gedächtnis bleiben kann.
Was haltet Ihr von Daniel Espinosas Weltraum-Ausflug? Auf welcher Seite standet Ihr emotional und habt Ihr „Calvin“ liebgewonnen? Teilt eure Gedanken zu „Life“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und das Team der ISS bestimmt auch!
Anders als bei Peeles vorangegangenen Werken „Get Out“ (2017), „Wir“ (2019) und „Nope“ (2022) nahm der Sozialthriller-Experte diesmal nicht selbst auf dem Regiestuhl Platz. Zeitweise war dies unklar.[1] Stattdessen übernahm die New-Yorkerin Nia DaCosta das Zepter und Peele fungierte als ausführender Produzent und Drehbuchautor.
Der Horrorthriller „Candyman“ soll als „spirituelle Fortsetzung“ des 1992 erschienenen, gleichnamigen Slashers von Bernard Rose gesehen werden, wie die Macher preisgaben.[2] Er basiert also erneut auf der Kurzgeschichte „The Forbidden“ von Clive Barker.
Die Geschichte startet interessant. Der Künstler Anthony McCoy stößt auf die Legende des Candyman. Wird fünfmal sein Name in den Spiegel gesagt, soll der Mörder mit der Hakenhand unweigerlich erscheinen. Nach einer künstlerischen Schaffenskrise findet Anthony Inspiration in seiner neuen Entdeckung und richtet seine Werke darauf aus. Als sich dann immer mehr Morde in seinem direkten Umfeld ereignen, nimmt die Geschichte weiter Fahrt auf.
Gesellschaftskritisch versucht der Film, angesiedelt in Chicago, sich zum Thema der Gentrifizierung zu äußern. Das wirkt eher unpassend und aufgesetzt, da es mit der eigentlichen Horrorgeschichte um den Candyman wenig verwoben wirkt.
Insgesamt bietet „Candyman“ außerdem nur wenige imposante Bilder und interessante Ideen. So schafft er es, einzig mit seiner, für Monkeypaw typisch, hohen Produktionsqualität und den treffenden Schattenspielen des Chicagoer Theater-Kollektivs Manual Cinema aufzutrumpfen.
Das reicht jedoch nicht für mehr als einen ganz guten Horrorthriller mit viel Luft nach oben. „Candyman“ enttäuscht in den meisten Disziplinen des Genres und bleibt relativ blass, als zwar kein völlig verünglückter aber eben etwas blutleerer Leinwandausflug.
Was haltet Ihr von „Candyman“? Kann die geistige Fortsetzung dem Original das Blut reichen? Und wie fandet Ihr die gesellschaftskritische Komponente? Teilt eure Gedanken zu „Candyman“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der Killer mit der Hakenhand bestimmt auch!
Im Falle von „Get Out“ könnte ich lange und kompliziert über die dem Werk innewohnende Rassismusthematik und Gesellschaftskritik philosophieren. Ich könnte erzählen, dass durch „Get Out“ die Produktionsfirma von Jordan Peele, Monkeypaw Productions, zu meiner Lieblingsproduktionsfirma im Bereich der Thriller wurde.
Ich könnte schildern, welch tiefschürfende, sozialkritische Komponente in dem mit einem Oscar ausgezeichneten Drehbuch-Meisterwerk verbaut ist. Ich könnte darauf eingehen, wie subtil und mit weniger Zeigefinger „Get Out“ für seine Botschaft sensibilisierte als spätere Genrekollegen und Trittbrettfahrer wie etwa der offensive, absolute, moralisierende und pauschalisierende „Antebellum“ aus dem Jahr 2020.
Oder ich beschreibe einfach meinen Eindruck und mein Gefühl, welches während der 104 Minuten für Gänsehaut und ein erinnerungswürdiges, unvergessliches Kinoerlebnis sorgte.
„Get Out“ hat mich mit all seiner (Aussage-)Kraft regelrecht in den Kinositz gepresst, fesselte mich mit Ledergurten an die Armlehnen, flößte mir sich selbst ein und ließ mir immer wieder Schauer über den Rücken laufen.
Ein ganz besonderes Gefühl war für mich, jederzeit der Überzeugung zu sein, alles zu durchschauen und alles in meinem Kopf zu kontrollieren. Nur um im nächsten Moment wieder mit etwas konfrontiert zu werden, was sich als bemerkenswert unheimlich bei mir einbrannte.
Es waren genau diese Emotionen, die ich empfinden, und genau dieser Eindruck, der sich bei mir manifestieren sollte, als ich das Vorhaben beschloss, durch einen Psychothriller zu erschaudern und das D-Box-Kinoticket zu lösen.
Fazit: „Get Out“ ist ein unheimlich spannender, packender und auf eine befriedigende Art und Weise verstörender Film mit hohem Thrillfaktor und wurde damit anno 2017 meine ganz persönliche neue Referenz in Sachen Mindfuck-Sozialthriller.
Was haltet Ihr von „Get Out“? Interessanterweise vereint der Film alle Produktionsfirmen, die heute als typisch für genau diese Art von Kinoerlebnis gelten. Blumhouse, Monkeypaw und QC Entertainment. Was für eine Kombination. Fehlt eigentlich nur noch James WansAtomic Monster. Was haltet Ihr vom Regiedebüt von Social-Thriller-Pionier Jordan Peele? Teilt eure Gedanken zu „Get Out“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Haushälterin Georgina bestimmt auch!
Ein Psychohorrofilm von dem Purge Erfinder James DeMonaco.
Mit dieser Information wurde ich direkt gecatched – auch wenn die Handlung eher nicht laut Beschreibung zu einem The Purge Film passt. Um was geht es:
Max (Pete Davidson) wurde wegen illegaler Graffiti Schmiererein zu gemeinnütziger Arbeit im Altenheim verdonnert. An seinem ersten Arbeitstag bemerkt er, dass sich u.a. die Mitarbeiter sowohl auch die Bewohner des Pflegeheimes sehr seltsam verhalten. Ihm wird zudem ausdrücklich untersagt, niemals die 4. Etage des Altenheimes aufzusuchen. Man erzählt Max, das sich dort Bewohner befinden, die ganz besondere Pflege benötigen. Max geht dem Ganzen natürlich auf die Spur und entdeckt ein Geheimnis, von dem er vielleicht nie hätte erfahren sollen.
Das besondere an „The Home“ ist die dauerhafte Anspannung mit der dichten Mystery-Atmosphäre. die sich bis zum Ende streckt. Der Film schlägt nicht mit üblichen Horrorklischees um sich – die Geschichte baut sich langsam auf, benötigt aber auch nicht viel dafür. Zu Ende schauen lohnt sich! Die Handlung bietet unerwartete Twists!
„The Home“ ist aufgrund seiner besonderen Geschichte auf jeden Fall sehenswert. Zudem erzeugt er dauerhaft Spannung und zum Ende hin erkennt man sogar die Handschrift von James DeMonaco. Darüber hinaus ist „The Home“ schauspielerisch überzeugend stark! Pete Davidson wirkt sehr authentisch in seiner Rolle. An seiner Seite steht John Glover der vor allem aus der Superhelden-Serie „Smallville (2001-2011) bekannt wurde.
Fazit: Ein solider Psychohorror mit einigen Purge – „Oh Mein Gott Momenten“. Konstante Anspannung kombiniert mit einer abgedrehten Story die den Zuschauer bis zum Schluss in eine Verstrickung von rätselhaften Ereignissen zieht und überraschende Wendungen bietet. (19.02.2026)
Was haltet Ihr vom neuesten Werk des „The Purge“ Machers? Teilt eure Gedanken zu “The Home” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Bewohner des mysteriösen Altenheims bestimmt auch!
Der Oscar-Preisträger gilt seit Get Out (2017) als Garant für spannungsgeladene, sozialkritische Mindfuck-Trips, die Gänsehaut beim Zuschauer verursachen.
Laut Peele sollen innerhalb eines 10-Jahres-Plans insgesamt vier Filme dieser Art erscheinen.[1] Was sein drittes Werk zu bieten hat, haben wir uns genauer angeschaut.
Mit Nope erreicht uns endlich wieder ein Film von Regisseur Jordan Peele.
Das amerikanische Mastermind heimste bei der Oscarverleihung 2018 mit seinem Skript zu Get Out (2017) die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch ein. Peele etablierte mit seinem Regiedebüt eine ganz eigene Art von sozialkritischen Thrillern und prägte damit nachhaltig das Genre.
Zuletzt machte der 43-Jährige mit dem Horrorthriller Wir (2019) auf sich aufmerksam.
Am 22. Juli 2022 (US-Kinostart) veröffentlichte er seinen neuen Film mit dem ungewöhnlichen Titel Nope erneut unter dem Banner des hauseigenen Studios Monkeypaw Productions.
Würde uns abermals diese eigenartig-befriedigende Form von Mindfuck präsentiert werden?!
Handlung – Eine Pferde-Ranch und merkwürdige Dinge
Nope handelt vom Familienbetrieb Haywood Hollywood Horses des Afroamerikaners Otis Jr. Haywood kurz OJ genannt (Daniel Kaluuya).
In der Wüste des kalifornischen Santa Clarita Valley betreibt OJ sein Geschäft mit Showpferden in der Film- und Fernsehindustrie.
Nach dem plötzlichen Tod von OJs Vater müssen der deprimierte Sohn sowie seine lebhafte Schwester Emerald Haywood (kurz Em) den Laden übernehmen und weiterführen.
Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge.
OJ und Em versuchen mit modernen Methoden das Business auf die Spur zu bringen
Nach Get Out und Wir waren wir sehr gespannt (wenn nicht gehyped) auf einen neuen Film aus dem Hause Monkeypaw.
Das Studio des Filmemachers Peele steht seit Get Out vor allem für sozial- und gesellschaftskritische Ausnahmewerke mit vielen Untertönen.
Sogenannte Social-Thriller, wie sie Peele selbst bezeichnet, sollten noch ganze vier weitere innerhalb des nächsten Jahrzehnts folgen, wie wir uns bereits in unserem Review zu Wir angeschaut haben. Nope ist vermutlich einer davon.
Damals teilte der Regisseur mit:
Die besten und furchterregendsten Monster in der Welt sind menschliche Wesen und wozu wir in der Lage sind, besonders wenn wir aufeinander treffen. Ich habe an diesen Prämissen dieser verschiedenen sozialen Dämonen gearbeitet, diesen inhärenten Monstern, der Art, wie sie in unser Denken und unsere Interaktion eingewoben sind. Und jeder weitere Film soll von einem anderen dieser sozialen Dämonen handeln.Jordan Peele
Ikonische Szene aus Get Out. Regisseur Peele arbeitete bereits in seinem Regiedebüt mit Schauspieler Kaluuya zusammen. Auch in Wir (2019) wirkte er mit.
Stilistisch ist der neue Film stark geprägt vom Genre des Western.
In den Weiten der karg-öden Landschaft des Drehorts Santa Clarita Valley (Kalifornien) und den storyrelevanten Pferden kommt das besonders zur Geltung.
Doch auch andere Genres mixt Peele seelenruhig mit ein. Etwa Science-Fiction à la Spielberg. Der Vergleich mit Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) wurde bei Kritikern mit am häufigsten genannt.[2] Diese Stilrichtungen paaren sich mit den dominanten Anteilen, bestehend aus Elementen des Horror– und Thriller-Genres.
Ein beinahe wirrer Trip ergibt sich aus dieser Mixtur. Doch ist dies wirklich der Spielerei mit den Genres geschuldet? Viel mehr ist es wohl die Geschichte, die manches Mal verwirrt, wenngleich diese wohl gattungstypisch bewusst so gestrickt wurde, um eben genau diesen Zweck zu erfüllen und diesen Effekt zu erzielen.
Filmisch-visuell gefällt Nope jedenfalls zweifelsohne. Die stechenden Augen von Kaluuya und seine deprimierte und dennoch störrische Performance werden mit einer beige-farbig dominierten Umwelt kombiniert. Die ruhige Ausstrahlung der Wüste mit ihrer dennoch bedrohlichen Aura der Weite kommt hervorragend durch.
Die Kameraarbeit des niederländisch-schwedischen Hoyte van Hoytema, welcher vor allem für die Zusammenarbeit mit Christopher Nolan bekannt ist, kommt dem von Panoramen geprägten Setting zudem unglaublich gut entgegen.[3]
Auch deshalb würden wir Nope in einem guten (Heim)Kino auch mehrfach bestaunen.
Das kratzende Sandkorn auf der Bildschirm-Oberfläche ist für uns auf inhaltlicher Ebene zu finden.
Zwar weiß die Geschichte sowohl in Tempo als auch in Erzählweise durchaus zu gefallen und zeigt hier kaum Schwächen, doch krankt sie an einem wesentlichen Element, was die bisherigen Social-Thriller von Peele ausmachte.
Während die anfangs angesprochenen Werke nur so durchzogen waren vom Fingerzeig, vom Anprangern und Hervorheben der sozialen Kritik, ist man beinahe so verwöhnt davon, dass die Tragweite, ja die Tragkraft in Nope zu kurz gekommen scheint.
Zwar prangert Nope offensichtlich die Sensationsgier der Menschen und die Sehnsucht nach medialer Sichtbarkeit an, doch konnte sich für uns dieses Motiv innerhalb der Handlung nie so ganz durchbeißen.[4]
Wo uns Get Out regelrecht in den Sitz presste und bewegte und uns Peeles zweiter Film Wir schamlos den Spiegel vorhielt und schockte, hat uns Nope emotional nie so richtig aufgewühlt.
Zugutehalten müssen wir dem Thriller jedoch den unkonventionellen Eindruck, denn er siedelt sich insgesamt trotz Versatzstücken und Ähnlichkeiten zu anderen Werken fernab des gewöhnlichen Seherlebnisses an. Doch die Gänsehaut – ja, ein Unbehagen – fehlte. Viel zu selten und in langsamerem Takt – als bei seinen bisherigen Social-Thrillern – verspürten wir wirkliche Durchschlagskraft. Das richtige „Baff sein“ blieb somit leider aus.
Fazit – Filmerlebnis Monkeypaw (fast ohne sozialkritischen Unterton)
Nope ist etwas weniger ein Social-Thriller. Der Zuschauer muss stark interpretieren, um die Gesellschaftskritik zu verstehen.
Er nimmt sich kein Ungleichgewicht innerhalb der Gesellschaft, welches ein Unwohlsein hervorruft, und treibt es dann, wie von Peele gewohnt, auf die Spitze.
War ein wesentliches Merkmal von Peeles Werken, das Fass sukzessive überlaufen zu lassen, sodass es sich am Ende im Abgang so anfühlte, als wäre das Fass tatsächlich viel mehr mit einem lauten Knall umgetreten worden, fanden wir in Nope zwar filmische sowie stilistische Schönheit, jedoch nicht genug Tragweite innerhalb der Handlung.
Nope beschränkt sich auf das Schicksal einer kleinen Gruppe anstelle einer globalen Gesellschaft.
Damit weiß der Film zwar optisch zu überzeugen, schafft es aber nie, über anspruchsvolle, beinahe arthouse-mäßige Sci-Fi-Horror-Thriller-Popcorn-Kino-Action hinaus und ist somit ein sehenswerter Film, in dem der für Peele eigentlich typische sozialkritische Unterton zwar vorhanden ist, jedoch weniger stark ausgeprägt zur Geltung kommt.
Was haltet Ihr vom dritten Sozialthriller aus der Feder von Mastermind Jordan Peele? Kommt euch auch die durchschlagende Gesellschaftskritik zu kurz? Teilt eure Gedanken zu Nope mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Schimpanse Gordy bestimmt auch!
Um unsere Website optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu.