
Lesemusik:
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derofa Durchschnittswertung - 5.5/105.5/10
Geht so bis ganz gut
Mit “HIM” erschien am 13. November 2025 der neueste Film von Jordan Peeles Studio Monkeypaw Productions.
Trailer und Poster sahen vielversprechend aus, weil es den Eindruck machte, sie seien gekonnt trapiert worden. Ein junger Footballspieler mit Maschinenhaarschnitt, oberkörperfrei. Unten weiß bekleidet und mit jeweils einem Football in den weit ausgestreckten Händen. Blutüberströmt und im Hintergrund bejubelt, wie nach genauem Betrachten auffällt, von unheimlich gesichtslosen Cheerleadern.
Ziemlich geheimnisvoll. Sollte es sich wieder um einen Social-Thriller handeln? Dafür ist Oscarpreisträger Peele (Get Out, 2017) schließlich berühmt. Unsere Neugier war geweckt.
“HIM” handelt vom Football-Talent Cam (Tyriq Withers) und seinem unheimlichen Mentor Isaiah (Marlon Wayans). Nachdem sich die Karriere des “Greatest of all the Time” (kurz GOAT) in seinen letzten Zügen befindet, soll Cam als vielversprechendster Nachwuchsspieler in dessen Fußstapfen treten. Was wie ein Sportdrama beginnt und klingt, wird zunehmend ein mysteriöser Horrorthriller, angesiedelt in der Welt eines selbstzerstörerischen Profisports.
So wirkt es eingangs noch so, als könnte ein Motiv von “HIM” sein, auf bizarre Art und Weise Hirnschädigungen im Profi-Football zu thematisieren, zu hinterfragen und zu verarbeiten. Schließlich gilt der Sport nicht erst seit gestern als problematisch in Bezug auf Schädel-Hirn-Traumata und die Erkrankung der chronisch traumatischen Enzephalopathie (kurz CTE, siehe Fall Aaron Hernandez).
Auch andere umstrittene, für den Football-Sport typische Punkte wie das Drafting-System, Vertragsverpflichtungen und Sportler wie Ware zu behandeln, werden aufgegriffen und mindestens angeschnitten.
Anschließend findet eine merkwürdige Vermengung dieser Elemente mit dem Christentum und den 7 Tagen der Schöpfung (Buch Genesis) statt, welche als Kapitel eingeblendet werden. Cam sieht immer wieder Dinge, ohne dass wir als Zuschauer wissen, was Realität und was Einbildung ist. Teilweise harte, surreale Bilder, die zwar unangenehm, aber nie wirklich furchterregend werden, lassen die Frage aufkommen, ob “HIM” vielleicht mehr in Sachen Spannung als in puncto Horror aufwarten kann.
In dieser Phase sagt der Film A aber er kommt einfach nicht zu B und lässt den Zuschauer in der Luft hängen. Die sich wiederholenden paranoiden Wahnvorstellungen wirken in diesem Moment deshalb wie Selbstzweck ohne tieferen Sinn. Der Sportthriller dümpelt dann die meiste Zeit vor sich hin, wenn man von den optischen Schauwerten einmal absieht und sich diesen entziehen kann.
Denn eines muss man “Him” lassen: In seiner steril wirkenden Trainingsumgebung, hauptsächlich angesiedelt in Isaiahs unwirklichem, hochgezüchtetem und bis aufs letzte optimierten Domizil, strahlt das Werk eine gewisse Ästhetik und Produktionsqualität aus. Manchmal erinnert der visuelle Kontrast zwischen knackscharfer Realität und unwirklicher Dunkelheit im besten Sinne an “Nope” (2022, ebenfalls Monkeypaw). “Him” kommt jedoch nicht an die stilistische Raffinesse des Sci-Fi-Westerns heran bei dem Jordan Peele nicht nur produzierte, sondern selbst Regie führte.
Was darüber hinaus fehlt, ist der Nervenkitzel. “Him” driftet mit zunehmender Laufzeit immer mehr in die Bedeutungslosigkeit ab. Als Zuschauer muss man sich an einem gewissen Punkt sehr darauf einlassen können und Interpretationsfreude an den Tag legen, um etwas im Film zu sehen, was nicht offensichtlich ist.
Gegen Ende ist es jedoch recht platt-durchschaubar und pseudotiefgründig-bedeutungsschwanger, wenn sich das visuell krass inszenierte, gewaltsam entladende Finale in einer Mischung aus befreiend schwarzhumorig und glänzend blutig befriedigend entlädt. (07.02.2026)
Genre: Horror, Sport, Body Horror, Übernatürliches
Originaltitel: Him
Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Universal Pictures | Monkeypaw Productions
Regie: Justin Tipping
Drehbuch: Skip Bronkie, Zack Akers, Justin Tipping
Produktion: Jordan Peele, Win Rosenfeld, Ian Cooper, Jamal Watson
Musik: Bobby Krlic
Länge: ca. 96 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Veröffentlichung: 13. November 2025 (Kinostart DE)
Ähnliche Titel: Wir (2019), The Ritual (2017), The Prodigy (2019), The Fanatic (2019), The Empty Man (2020), Malignant (2021)
Trailer
Der offizielle deutsche Trailer zu “Him - Der Größte aller Zeiten”


Körbe in Form eines seichten Spaßfilms, mit einer sportlichen und lustigen gute Laune Aura.





