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The Batman (2022)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Robert Pattinson ist the Batman!

Matt Reeves wagt sich an eine neue Verfilmung der altbekannten Fledermaus. Mit „The Batman“ startet der erste Film eines neuen Batman-Universums. Insgesamt soll es eine Trilogie geben.

Neben der geplanten Trilogie soll es zudem noch zu einigen Spin-Offs zu „The Batman“ kommen. Eine über das GCPD und das andere über den Pinguin. [1]

Was wir von derofa vom düsteren Batman halten, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Genre: Superheld

Originaltitel: The Batman

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Warner Bros. Entertainment

Regie: Matt Reeves

Drehbuch: Matt Reeves, Peter Craig

Produktion: Matt Reeves, Dylan Clark

Musik: Michael Giacchino

Länge: ca. 177 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 4. März 2022 (Kinostart Deutschland)

Ähnliche Titel: Joker (2019), Batman Begins (2005), Suice Squad (2016)

Universum: Batman

Wertung:   

Autor: Melissa

Verfasst am: 14.03.2022

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Ganz neue Wege

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Der Regisseur Matt Reeves hatte sich eine Besonderheit für den Film vorgenommen. Er wollte das die Ermittler-Thematik stark zwischen Batman und dem GCPD betont wird. Dies ist ihm im Ergebnis gelungen. Der gesamte Film dreht sich um die Ermittlungen der Mordfälle in Gotham City. Doch welche Besonderheit gibt es noch?

Es ist dunkel, düster …. er ist Vergeltung. Mit diesen Worten lernen wir den neu kreierten Batman kennen. Nein, er ist nicht nur Batman er ist VERGELTUNG! In der Stadt Gotham City treiben sich allerlei bösartige Gestalten herum. Die Stadt ist zu einem Treffpunkt der Anarchie geworden. Jeder macht was er will. Es gibt nicht immer Konsequenzen. ER, der sog. Vergelter kann nicht überall und für jeden da sein. Er sucht sich seine Feinde behutsam aus…im nassen und kalten Gotham City, wenn die Sonne nicht mehr scheint und die Dunkelheit die Macht über den Abend erlangt hat…dann macht ER sich auf die Suche.

Er versucht es zuerst mit Worten, ruhig und vorsichtig… dann mit Gewalt, wenn die Worte nichts bringen. Die Menschen hören nicht zu. Ihm bleibt nichts übrig. Denn er ist VERGELTUNG. Und so beginnen die ersten Szenen von „The Batman.“


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Die Handlung – Es wird knifflig, Riddler ist da!

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In „The Batman“ dreht sich alles um die Opfer des Riddlers, den sog. Serienkiller von Gotham.

Der Riddler (Paul Dano) ist jetzt in Gotham City. Er ist ein Anarchist, ein Widersacher. Er versucht doch nur die Stadt zu retten…zu retten vor den Lügen der Menschen. Denn alles ist eine LÜGE – und mittendrin, in dem Netz der Unwahrheit ist unser maskierter Protagonist.

Während es zu mehreren Morden an Politikern in der Stadt kommt, hinterlässt der Riddler dem Batman (Robert Pattinson) wiederholt eine Notiz mit einem Rätsel. Konzipiert das nur ER es lösen kann. Die Fledermaus und der Lieutenant James Gordan (Jeffrey Wright) arbeiten gemeinsamen an den merkwürdig kreierten Rätseln.
Es ist die sog. Detektiv-Arbeit die wir oben erwähnt haben. Stück für Stück macht sich unser „Detektiv-Batman“ daran alle Puzzle-Teile zusammen zufügen und dem Riddler so eine Spur näher zu kommen.

So düster ist die Atmosphäre, welche uns fest packt und nicht mehr loslässt, während unsere Protagonisten versuchen ihre Polizei-Arbeit zu erledigen. Doch unser Rächer ist nicht ganz allein mit dem GCPD und macht im Verlauf noch eine weitere Bekanntschaft mit einem maskierten Freund/Feind. Durch diesen Kontakt wird den Knoten im Faden nicht lösen, es kommen weitere  dazu. Weitere Verknüpfungen nach außen. Wohin führt uns das alles? Warum hinterlässt der Riddler personalisierte Nachrichten an den Batman?


Batman ist nicht alleine

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Packender Thriller

James Gordon und Batman arbeiten gemeinsam an dem Riddler-Fall

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„The Batman“ fühlt sich erfrischend gut an. Durch die Erzählweise vom Rächer in der Position eines Detektivs und dem Riddler mit seinen skurrilen Rätseln, erschafft die Handlung eine neue Atmosphäre. So finster wie die Nacht, so lichtarm wie jede Abendstunde.

Wir spüren die Dunkelheit die allgegenwärtig ist und fiebern gerade deshalb mit unserem Protagonisten mit.
Mit „The Batman“ erhalten wir keinen plumpen Action–Hollywood-Film. Viel mehr geht es um die manchmal teils gut verstrickte Handlung, die unsere volle Aufmerksamkeit fordert, ansonsten birgt es die Gefahr uns darin zu verlieren.

Untermalt wird dieses neue Konzept von Regisseur Reeves durch einen passenden Soundtrack – nicht zu viel nicht zu wenig. Die Melodie wirkt stimmig auf die Szenen angepasst und verleiht der Schattenseite den noch fehlenden Touch.


Wenn man ihn braucht, wird er kommen

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Pattinson ist Batman!

Robert Pattinson ist der neue Batman

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Nun kommen wir zur schauspielerischen Leistung des neuen Batman. Pattinson stand vor der Veröffentlichung des Filmes in der Kritik „kann er wirklich der neue Batman sein?“ Da man ihn vorallem durch die Vampir-Saga „Twilight“ als Edward den charmanten Vampir kennengelernt hat, musste Pattinson sich beweisen und zeigen, dass er mehr als ein Teenie-Idol ist.

Er spielt im neuen Film einen jungen Bruce Wayne der noch nicht all zu lange in Gotham City als Racheengel unterwegs ist. Er ist ein Batman, welcher sich nicht durch den Namen definiert und vielleicht zu diesem Zeitpunkt ein noch etwas unerfahrener Charakter ist.
Robert bringt den Zwiespalt den der Charakter mit sich trägt gut auf die Leinwand. Auf der einen Seite ist er die Vergeltung, der Held in der Geschichte, auf der anderen Seite präsentiert er sich so als wäre er in Symbiose mit der Dunkelheit. Als sei es seine natürliche Umgebung, was ihn mit dem „Bösen“ assoziiert.

Er spricht Über die Unfähigkeit der Menschen und den Verbrechen in Gotham City. Wir haben somit nie das Gefühl gehabt, dass unser Held unser Feind ist. Auch wenn Batman sich hier sehr wohl in der Dunkelheit fühlt und es für ihn nichts als Vergeltung gibt, bleibt er für uns der Superheld in der Geschichte. Batman zeigt sich in seinen Charakterzügen als verletzter, mit Narben übersäter Protagonist. Exakt durch diese Narben veranschaulicht uns das, was wir bereits gewussten haben. Die Narben von Batman sind nicht nur äußerlich zu sehen, sondern spiegeln sich auch in seiner Seele wieder. Denn er ist Vergeltung!

Robert macht seine Arbeit hervorragend gut. Jegliche Zweifel konnten wir schnell fallen lassen. Er ist der neue Batman!


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Ein Held mit Narben übersät

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Ein Film mit Überlänge

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Der Film hat eine Laufzeit von 177 Minuten. Da fragt man sich schnell –  muss das denn sein?
Wir hatten einen guten Start zu Beginn des Filmes…alles wurde flüssig und stimmig erzählt. Irgendwann haben wir uns kurzzeitig nicht wiedergefunden…wir waren verloren.

Die Handlung war das erste mal zäh und langatmig. Sie hat sich gezogen. Fast waren wir weg vom Köder, weg vom Haken an dem wir uns einst verfangen hatten.

Die Geschichte macht kurze Zeit darauf eine 180 Grad Wendung und schon sind wir wieder am Haken den wir bereits kannten. Das Finale ist die Sahne auf der Torte. Es schmeckt uns sehr gut. Wir hätten nichts anderes gewollt. Am Ende wurden wir nun doch gesättigt.


 

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Fazit – mehr als nur Hype! Er ist der neue Batman

Kurzum: Ja für uns ist „The Batman“ ein ausgezeichneter Film . Wir haben dennoch nur 8/10 vergeben, warum?
Leider mussten wir einige Punkte aufgrund der unnötigen Überlänge abziehen. Denn dies schadete der Handlung enorm. Zum Glück aber nur kurzzeitig. Schnell waren wir wieder mitten im Geschehen.

Uns hat die Leistung von Pattinson als neuer Batman sehr gefallen. Er passt perfekt in die Rolle und verkörpert den jungen Batman mit seinen Narben –  den düsteren Batman den wir so nicht kannten, diese Darstellung verkörpert er perfekt. Auch die restliche Besatzung ist zu loben. Jeffrey Wright spielt den Polizisten Gordon so authentisch wie möglich. Wie auch der Pinguin gespielt von Colin Farrel, bei dem wir erst zweimal hinsehen mussten, um ihn zu erkennen.

Zudem hat uns diese dunkle düstere Atmosphäre gefallen, in Kombination mit der Krimie-Thematik die wir konstant bis zum Schluss erleben konnten. Es wirkt wie ein Thriller, bei dem wir ungefähr wissen wer der Täter ist, jedoch noch zu weit davon entfernt sind ihn zu fangen. Genauso wie Batman selbst! Er versucht die Rätsel des Riddlers zu lösen und so sein Spiel zu spielen. Er versucht ein Held für Gotham und ein Funken in der Dunkelheit zu sein.

Zum Schluss heißt es dann nur noch, er ist nicht nur der Batman er ist VERGELTUNG!


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Was haltet Ihr von Matt Reeves neuen Batman? Teilt eure Gedanken zu „The Batman“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und unsere maskierter Held sicher auch.


Trailer

Der offizielle englische Trailer zu „The Batman“.

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Free Guy (2021)

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©20th Century Fox
  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Mit „Free Guy“ landete nach einigen Verschiebungen am 12. August 2021 zweifelsohne ein ziemlich verrückter Film in den deutschen Kinos.

Stranger Things“ Produzent Shawn Levy führte Regie, während „Deadpool“-Darsteller Ryan Reynolds in die Hauptrolle des „Guy“ schlüpfte.

Was es mit „Free Guy“ sonderbares auf sich hat und warum sich ein Blick auf den unkonventionellen Film definitiv lohnt, verraten wir in unserer Kritik.

Genre: Science-Fiction, Action, Komödie

Originaltitel:  Free Guy

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: 20th Century Studios | Berlanti Productions, 21 Laps Entertainment, Maximum Effort, Lit Entertainment Group, TSG Entertainment

Regie: Shawn Levy

Drehbuch: Matt Lieberman, Zak Penn

Produktion: Ryan Reynolds, Shawn Levy, Sarah Schechter, Greg Berlanti, Adam Kolbrenner

Musik: Christophe Beck

Länge: ca. 115 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 12. August 2021 (Kinostart DE)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Free_Guy | https://en.wikipedia.org/wiki/Free_Guy | Kinostart DE: https://www.filmstarts.de/kritiken/251824.html

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 11.12.2021

Lesezeit: ca. 3 Minuten (Direkt zum Fazit)

Der Stoff aus dem die Blacklist ist

Mit „Free Guy“ erschien im Jahr 2021 ein Film der Marke – eher ungewöhnlich.

Shawn Levy’s Science-Ficition-Action-Kracher mit humorvollem Einschlag versetzt den naiven NPC (Non Player Character), mit dem schlichten wie treffenden Namen „Guy“ (Ryan Reynolds), Tag ein Tag aus ausgerechnet in die absurd-skurril anmutende Spielwelt namens „Free City“.

Und diese Prämisse, so viel sei vorab verraten, ist bereits das herausragende Merkmal, denn die wahrlich außergewöhnliche Komponente ist das Szenario selbst.

Das ist wohl auch der Grund warum der Stoff bereits im Jahr 2016, einige Jahre vor der eigentlichen Verwirklichung, auf der „Black List“ landete, welche die vielversprechensten jedoch nicht verfilmten Drehbücher des Jahres kommuliert.[1][2]


Sichtlich Spaß beim Dreh. „Thor“-Regisseur Taika Waititi schlüpft in die Rolle des Antagonisten „Antwan“. Regisseur Shawn Levy („Stranger Things„) scheint das zu gefallen.

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Naiver Guy in Free City – Wie „GTA“ auf Speed

In der chaotischen aber dennoch stets vorprogrammierten Spielwelt von „Free City“ scheint alles möglich. Das Open-World-Spiel des fiktiven Studios „Soonami“ ist ein Riesenerfolg und vereint zahlreiche Gamer.

Während sich das öde Leben vom „Nichtspielercharakter“ Guy unter dem Motto „Haben Sie keinen guten, haben sie einen großartigen Tag“ in einer Endlosschleife wiederholt, herrscht in der Spielwelt das kontrollierte Chaos. Gepfeffert durch die Luft fliegende Fahrzeuge scheinen Naturgesetz, Schusswaffengebrauch ist absolute Bürgerpflicht – mindestens für Brillenträger – und was nicht hoffnungslos zerberstet, hat keinen guten, sondern einen  großartigen Tag erwischt. Free City ist geradezu wie „GTA“ auf Speed.

Doch als Guy einer anziehenden Spielerin begegnet, fällt damit ein Dominostein, der nicht nur seine Persönlichkeit weckt, sondern über Videospielgrenzen hinaus berührt.


Free Guy in Free City

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©20th Century Fox, Quelle: https://www.filmstarts.de/nachrichten/18537866.html

Die Lockerheit in Person

In Persona von Ryan Reynolds spielt ein Schauspieler den Löwenanteil, der in Hollywood-Produktionen bereits ähnliche Rollen bekleidete. Den verrückten aber stets charmanten Spaßvogel kann er. Und so sorgt er mit seinem typisch losgelösten aufspielen auch dafür, dass sich „Free Guy“ von Beginn an regelrecht aus seiner Zwangsjacke der Entwicklervorgaben des fiktiven Studios „Soonami“ befreit.

Er charakterisiert einen Hauch Retter, einen Hauch Superhelden, körperlich abgehoben aber charakterlich stets auf dem Boden – und nahbar. Auch eine Prise „Deadpool“ – nur als NPC „Guy“ naiver und braver. Trotzdem mit verdächtig ähnlichem Humor.


Den „Deadpool“-Vergleich hatten wohl selbst die Produzenten erwartet. In einer Trailer-Reaktion auf seinem Youtube-Kanal, nahm Ryan Reynolds als Deadpool mit Taika Waititi als Korg im Schlepptau, seinen neuen Charakter „Free Guy“ aufs Korn.

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©20th Century Fox, Quelle: https://gamerant.com/ryan-reynolds-deadpool-cameo-free-guy/

Total verrückt

Alleine dass jemand die Idee von „Free Guy“ angefasst hat ist außergewöhnlich. Die Umsetzung erfordert viel Mut und Vorstellungsvermögen.

Digitalisierung, Gamingkultur, Gamerjargon, nicht zu überdreht, nicht zu abgehoben. Eine Schippe moderne Spieldesigns kritisieren und verpöhnte Cashgrab-Kniffe, falsche Versprechngen und Bitch-Moves der Gaming-Industrie anprangern.

Während „Free Guy“ immer humorvoller und im Storytelling dichter wird, erhält beiläufig sogar eine romantische Note Einzug.

Ernste Szenen – immer wieder mit Humor aufgebrochen, „Deadpool“ und die „Guardians of the Galaxy“ lassen grüßen. Wir beginnen mitzufiebern.


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©20th Century Fox, Quelle: https://tenor.com/view/free-guy-ryan-reynolds-excited-lightsaber-lightsaber-fight-gif-23223122

Wo Licht, da auch Schatten

Perfekt ist nichts – nicht im echten Leben und auch nicht im Videospiel.

Die größte Schwäche von „Free Guy“ ist wohl, dass es gerade bei dem Gehalt an verrücktem Chaos, noch mehr actionreiche Momente unter dem Motto: „Nichts ist zu verrückt“ hätte geben müssen. So zeigt sich die 20th Century Fox-Produktion unerwartet oft als klassisches Actionkino, wenn auch in modernem Gewandt.


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©20th Century Fox, Quelle: https://tenor.com/view/freeguy-ryan-reynolds-guy-gif-22819910

Fazit – Wenn die KI streikt, geschieht wundersames

„Free Guy“ ist ein verrückter Film.

Shawn Levys kontrollierter, inhatlich solide durchgefütterter und dennoch explosiver „Free Guy“ hat es uns durchaus angetan.

Was wenn die KI streikt? Was wenn Einsen und Nullen mehr sind als Technik und Programm? Ryan Reynolds ist „Free Guy“ und stellt mit der Spielwelt auch die (fiktive) echte auf den Kopf.

Viel Humor, auch mal gesellschaftskritisch, mit Cameo-Auftritten, Popkulturellen Referenzen und Anspielungen, mit den richtigen Schauspielern und Produzenten. Es scheint als gäbe man sich die Klinke in die Hand.

„Free Guy“ ist irgendwie wie Feuerwerk im Kopf. Das alles sogar mit einer klitzekleinen Botschaft: Videospielmomente sind real, weil man sie erlebt. Lasst uns also keinen guten, sondern einen großartigen Tag haben – mit „Free Guy“.


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©20th Century Fox, Quelle: https://tenor.com/view/boom-antoine-taika-waititi-free-guy-kaboom-gif-22054154

Was haltet Ihr von der unbeugsamen KI und dem Chaos das sie hinterlässt? Teilt eure Gedanken zu „Free Guy“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Guy sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Free Guy“

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©20th Century Fox

Space Jam (1996)

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©Warner Bros. Entertainment
  • 6.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 6.5/10
6.5/10

Jannik meint - Ganz gut

„Space Jam“ ist ganz sicher für viele Kassettenkinder ikonischer 90er-Jahre Kult und Kindheitsfilm.

Michael Jordan, Basketballprofi und einer der größten Sportler aller Zeiten, nahm sich im Mix aus Warner Bros. „Looney Tunes“ Cartoon-Elementen und Realfilm ein wenig selbsironisch auf die Schippe und schlüpfte in die Rolle seines Lebens.

Was damals als kleiner Spross noch wie ein urkomisches Epos aus Trick- und Realfilm auf mich wirkte, was die Grenzen des machbaren verschwimmen ließ, ist heute nicht mehr ganz so einnehmend und faszinierend wie früher und lässt mich als Erwachsener eher ernüchtert zurück. Und das hat vermutlich mehrere Gründe.

Insbesondere die seichte Story, die zwar mit ihrer ulkigen Prämisse Körbe landen kann aber eben auf das absolut Nötigste herunter gebrochen wurde, verschenkt doch deutlich Scorer-Punkte.

Als sensationslustige Außerirdische auf der Suche nach einer neuen Attraktion für ihren Vergnügungspark sind, stoßen sie auf einige vielversprechende Warner Bros. Zeichentrickfiguren.

Erstmal den Jäger-Trupp losgeschickt und auf der Erde angekommen, wollen sich die „Looney Tunes“ nicht so einfach geschlagen geben. Aufgrund der geringen Größe der Gegner schlägt Schlitzohr Bugs Bunny ein Basketballspiel vor, was darüber entscheiden soll, ob die bunten Charaktere rund um Bugs, Daffy Duck, Tweety und Co. wirklich zum neuen Spaßobjekt der Aliens werden müssen.

Doch die Rechnung hat der freche Hase ohne die speziellen Fähigkeiten der käferähnlichen Aliens gemacht, welche kurzerhand die Talente einer Handvoll realer Basketball-Helden der 90er aussaugen, um deren Fähigkeiten für sich zu nutzen.

So versuchen die „Looney Tunes“ ein Team zusammenzustellen und rekrutieren schließlich niemand geringeren als Sport-Ikone Michael Jordan für das Team „Tune Squad“.

Leider geht es also in der Geschichte von „Space Jam“ seicht und kindgerecht nicht wirklich um etwas weltbewegendes, wie etwa um die heroische Aufgabe eine Alieninvasion für den Weltfrieden abzuschmettern. Viel mehr ist das Ziel die aufgesaugten Talente wieder freizusetzen und die „Looney Tunes“ vor der Rolle der Bespaßer im kosmischen Freizeitpark zu bewahren. Es kommt sehr schnell zum Entscheidungsspiel, was dann letzten Endes optisch zwar cool umgesetzt wurde aber deutlich spannender und Wendungsreicher hätte ausfallen können. Und das gilt für den gesamten Handlungsbogen der Geschichte.

Die Mixtur aus Real- und Zeichentrickelementen, die heute ausgestorben scheint, fand übrigens bereits früher in einigen anderen Filmen wie „Marry Poppins“ (1964), „Elliot, das Schmunzelmonster“ (1977), oder „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988) Anwendung.[1] Die wirklich größte Stärke von „Space Jam“ ist eben diese Symbiose der Welten, auch wenn sie fast zu selten wirklich aus dem Vollen schöpft. Und auch wenn sie aus heutiger Sicht computertechnisch natürlich angestaubt wirkt, verliert diese Verbindung nicht ihren Spaßfaktor und wirkt nie fehl am Platz. Das sorgt dafür, dass „Space Jam“ als kurzweiliger Familienfilm ohne Anspruch die mit 90er-Vibes gespickten Körbe jedenfalls im Wohnzimmer landet.

Letztendlich erzielen die „Looney Tunes“ angeführt vom GOAT Michael Jordan regelwidrige     Körbe in Form eines seichten Spaßfilms, mit einer sportlichen und lustigen gute Laune Aura.

Kommerziell gesehen konnte der von Werbespot-Regisseur Joe Pytka verantwortete Spaßfilm übrigens immerhin etwa das Doppelte seiner Produktionskosten wieder einspielen.[2]

Nachdem eine Fortsetzung eigentlich schon für 1997 geplant war, belebte Warner Bros. 25 Jahre später die Marke wieder und lies den Basketballer Lebron James die Nachfolge von Michael Jordan antreten.[3]

Wie sich der Nachfolger im Vergleich zum nostalgisch verklärten Erstling schlug, erfahrt Ihr demnächst in der Kritik zu „Space Jam: A New Legacy“. (16.08.2021)

Genre: Sport, Fantasy, Komödie

Originaltitel:  Space Jam

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Warner Bros. | Warner Bros. Feature Animation

Regie: Joe Pytka

Produktion: Joe Medjuck, Daniel Goldberg, Ivan Reitman

Musik: James Newton Howard

Länge: ca. 88 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Universum: Space Jam

Nachfolger: Space Jam: A New Legacy (2021)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Space_Jam | https://en.wikipedia.org/wiki/Space_Jam

Beschreibung

„Space Jam“ ist ein US-amerikanischer Sportfilm von Warner Bros. aus dem Jahr 1996.

Die Mischung aus Real- und Zeichentrickfilm war die erste Produktion der „Warner Bros. Feature Animation“ Studios.[4] Regie führte der vor allem für Werbespots bekannte Joe Pytka.[5]

Die Idee für „Space Jam“ stammt ursprünglich aus zwei Super Bowl-Werbespots von Nike aus den Jahren 1992 und 1993 in denen bereits Bugs Bunny und Michael Jordan gemeinsam zu sehen waren.[6]

Während sich „Space Jam“ hauptsächlich dem Genre des Sportfilms sowie Fantasyfilms zuordnen lässt, enthält er auch nicht unwesentliche Anteile an komödiantischen Elementen sowie Science-Fiction.

Von der Kritik wurde der Film gemischt aufgenommen. Vor allem die Verbindung von Real- und Animationsfilm wurde gelobt, während die seichte Story nicht überall Anklang fand.[7][8]

Mit „Space Jam: A  New Legacy“ erschien im Jahre 2021 ein Sequel mit NBA Basketballprofi LeBron James in der Hauptrolle.

Handlung

Als Außerirdische nach einer neuen Attraktion für ihren Freizeitpark suchen, stoßen sie auf die „Looney Tunes“ vom Planeten Erde.

Wenig begeistert vom Plan der Invasoren, schlägt Bugs Bunny aufgrund der geringen Größe der Aliens ein Basketballspiel zur Klärung vor. Doch das Schlitzohr hat die Rechnung ohne die besonderen Fähigkeiten der Außerirdischen gemacht, die kurzerhand die Talente von NBA-Profis einsaugen.

Die letzte Rettung scheint nur Basketball-Legende Michael Jordan, der von Bugs Bunny, Daffy Duck, Tweety, Schweinchen Dick und Co. für das alles entscheidende Spiel rekrutiert wird,  um so die Pläne der Gegner zu durchkreuzen.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Space Jam“

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©Warner Bros. Entertainment

Der offizielle Trailer zu „Space Jam“ anlässlich der 4K-Blu-ray Veröffentlichung

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©Warner Bros. Entertainment

Bilder

Daffy Duck inspiziert Michael Jordan

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Die Aliens auf der Suche nach Sensation

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Die „Looney Tunes“ treten in die „echte Welt“

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Jordan als Kapitän des „Tune Squad“ neben dem zappeligen Stan (Wayne Eliot Knight)

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Michael Jordan trägt auch beim „Tune Squad“ die legendäre Nummer 23

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Christopher Robin (2018)

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©The Walt Disney Company Germany GmbH s
  • 10/10
    derofa Durchschnittswertung - 10/10
10/10

Lieblingsfilm

Die süßeste Versuchung seit es Honig gibt ist zurück! Winnie Puuh und seine Freunde, endlich wieder auf großer Leinwand vereint.

Im Zuge zahlreicher Remakes der hauseigenen Zeichentrickklassiker, kommt Disney nicht umhin, auch dem flauschigen Honigbär „Winnie Puuh“ eine Real-Neuverfilmung zu widmen.

Ob die Portierung in die „echte Welt“ abseits des Zeichentricks gelungen ist und warum uns „Christopher Robin“ vor allem auf menschlicher Ebene beeindruckt hat, verraten wir im Review.

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Genre: Abenteuer, Fantasy, Drama

Originaltitel: Christopher Robin

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Walt Disney Pictures | 2DUX²

Regie: Marc Forster

Drehbuch: Alex Ross Perry, Allison Schroeder

Produktion: Brigham Taylor, Kristin Burr

Musik: Geoff Zanelli, Jon Brion

Länge: ca. 104 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Universum: Disney Meisterwerke (Realverfilmungen)

Vorgänger: Die Schöne und das Biest (2017)

Nachfolger: Dumbo (2019)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Robin_(Film) | https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Robin_(film)

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 23.01.2021


Vom Kinderzimmer in die weite Welt

Die süßeste Versuchung seit es Honig gibt ist zurück! Winnie Puuh und seine Freunde, endlich wieder auf großer Leinwand vereint. Im Zuge zahlreicher Remakes der hauseigenen Zeichentrickklassiker, kommt Disney nicht umhin, auch dem flauschigen Honigbär „Winnie Puuh“ eine Real-Neuverfilmung zu widmen.

Nachdem Winnie zuletzt im Jahre 2011 Filmgeschichte schrieb, als mit „Winnie Puuh“ nicht weniger als der letzte klassische Zeichentrickfilm, aus der Abteilung der „Walt Disney Animation Studios“ veröffentlicht wurde, blieb es eher ruhig um den kleinen Honig-Sommelier.

Als kleiner Trost für Winnie-Fans folgte mit „Goodbye Christopher Robin“ im Jahr 2017 zwar kein Film von Disney aber deshalb kein weniger sehenswerter. Die britische Produktion, als biografisches Drama rund um den Schöpfer von Winnie konzipiert, erleuchtete uns mit vielen interessanten Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte der literarischen Vorlage des Kinderbuchautors A.A. Milne.

Disney adaptierte bzw. adoptierte Puuh den Bären im Jahr 1961. Einige charmante Charakterzüge, wie die aufopferungsvolle liebe für Honig, ein paar Rundungen mehr an den richtigen Stellen und ein rotes T-Shirt, wurden zu Winnies Markenzeichen.

Seine Heimat Hundertmorgenwald war bisher ausschließlich in Zeichentrickfilmen Zuhause. Doch jetzt bekommt er endlich seinen großen Auftritt in einem Realfilm. Verantwortlich für die Portierung in eine Art fiktive Realität abseits der Animation, zeichnet sich der deutsch-schweizerische Regisseur Marc Forster. In das Kostüm des namensgebenden Christopher Robin, schlüpft niemand geringerer als die britische Hollywoodgröße Ewan McGregor.


Wie sich „Winnie Puuh“ im Laufe der Jahre entwickelte

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©Disney, Quelle: https://www.thewrap.com/winnie-the-pooh-evolution-christopher-robin-photos/

Es ist kalt im Hundertmorgenwald

Der Junge Christopher Robin verbringt seine Zeit am liebsten mit seinen plüschigen Freunden, allen voran Winnie Puuh. Als er eines Tages in ein Internat muss, ist die Zeit gekommen sich wehmütig von seinen Freunden zu verabschieden.

Mit jedem Tag, welcher in seiner neuen Umgebung an Christopher vorbei zieht, wird er ein Stück erwachsener. Seine sorglose Kindheit die einst viel Spaß und Freude brachte scheint wie weggewischt.

Erst einmal im Leben eines wahrhaftig Erwachsenen angekommen ist Christopher sehr mit den Herausforderungen seines Arbeitslebens als Effizienzmanager bei einer Kofferfirma beschäfigt. Er scheint dabei nicht nur Puuh fast vollständig zu vergessen, sondern auch seine Familie fühlt sich vernachlässigt. Zu einem lang ersehnten Ausflug mit seiner Tocher Madeline, findet er trotz Versprechen keine Zeit.

Als Winnie Puuh eines Tages aus einem sicher schlummigen Schlaf erwacht, ist es neblig, kalt und trostlos im Hundertmorgenwald. All seine Freunde sind ganz plötzlich spurlos verschwunden und so ist es an ihm seine Gefährten zu suchen. Schließlich durchtritt er eine ganz besondere Tür.


Puuhs Freunde sind verschwunden

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Die Leitgedanken

Endlich bekommen wir wieder eine Geschichte um Winnie Puuh geliefert. Als Fan des kleinen Honigbärs, hatten wir uns schon lange die Finger danach geleckt. Wie Puuh als Realfilm aussehen könnte war für uns nur schwierig vorstellbar. Insbesondere eine Übertragung in die „echte“ Welt, fern des gewohnten und fantasievollen Hundertmorgenwald, galt für uns als schwierig umsetzbar.

Nun fanden wir in Marc Forsters „Christopher Robin“ einen Film, der nicht nur diese Hürde mit Bravour meistert, sondern obendrein auch inhaltlich eine enorme Aussagekraft respektive Message hat. Diese zeigt sich in einem bestimmten Kontrast zweier RIchtungen als Kernelemente.


Die Portierung in die reale Welt funktioniert tatsächlich

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Das innere Kind erlischt

Der strebsame Christopher ist Hals über Kopf in sein Arbeitsleben vertieft. Die Familie steht hinten an, kommt jedoch einfach nie zum Zug. Es scheint als hätte der vielbeschäftigte Manager, ausgerechnet für Effizienz in einer Kofferfirma, den Wert der wirklich wichtigen Dinge im Leben einfach vergessen.

Parallel findet sich Puuh im kalten und leeren Hundertmorgenwald wieder. Trostlos mutet er an. Nichts ist mehr da von der Farbe und Freude die ihn einst auszeichnete. Auch Puuhs treue Gefährten wie Iah, Ferkel, Rabbit, Tigger, Eule, Känga und Ruh sind unauffindbar. Puuh fühlt sich sicher isloiert und alleine.

Das ist die Basis und Analogie mit der „Christopher Robin“ ungemein gut funktioniert. Augenscheinlich braucht Puuh Hilfe bei seiner Suche. Und doch wird der kleine zu nichts weniger als dem Retter der Christopher zurück auf den richtigen Weg leitet, weil er nichts weniger muss als auch sich selbst zu retten. Es wirkt als existiere er nur als Auszug von Christophers Fantasie. Wenn er ihn und seine Welt vergisst, wird vielleicht alles verschwinden?!

Nachdem Puuh also den Hundertmorgenwald erstmal über die magische Tür verlässt und mit seinen Füßen voll Honig zurück ins Leben von Chris tappt, beginnt eine Art Heilung für beide!


Puuh? Ich hab ihn verloren.Christopher Robin
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©The Walt Disney Company Germany GmbH, Quelle: https://giphy.com/gifs/disneystudios-disney-ewan-mcgregor-5zw1YNNofnluR0dOJP

Das Yin und Yang

In einem wundersam lebendigen London aber auch im Hundermorgenwald, gilt es für die beiden alten Freunde nun Vergessenes wieder in den Fokus zu rücken. Immer mit dabei ist dieser hartknäckige Zwiespalt zwischen Familie und Arbeit, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Kälte und Wärme.

Schon bald steht die wohl wichtigste Präsentation seiner Karriere an. Mitarbeiter sollen entlassen werden und Christopher soll Einsparungsvorschläge machen. In seinen Gedanken zerstreut, zerstreut er auch wichtige Papiere im von Wind gepeitschten Hundermorgendwald. Wieder diese Symbole und der Kontrast zwischen harter Arbeit und weicher Fantasiewelt, die von Negativität eingenommen wird.

Wie soll Christopher dieser neuen Herausforderung Herr werden? Wie soll er Familie Arbeit und jetzt auch noch Puuh unter seinen Hut bringen? Puuh muss nichts weniger als ihm den rechten Weg weisen. Er wird damit zu Christophers Lehrmeister für die schönen Dinge im Leben. Mit dem Honigbären und seinen Freunden, findet Christopher Robin auch ein Sück weit seine Fantasie und Leichtigkeit wieder.

Wie sich ein gelber plüschiger Faden durch die gesamte Geschichte zieht, haben wir nur selten in einem Film erlebt. Eine Balance zu finden, ein ganz persönliches Yin und Yang, dass ist das Ziel des Filmes „Christoper Robin“.

Die Menschen sagen nichts ist unmöglich. Aber ich mache jeden Tag nichts.Winnie Puuh
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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Die Heilung

In jeder Faser und in jedem kleinen Detail des Filmes steckt dieses Motiv des Zwiespalts. Von den angesprochenen Unterschieden zwischen Winnies Welt und der von Christopher, über die Charakterzeichnungen des heuchlerischen Bösen, personifiziert als Christophers Chef Winslow, bis hin zu den oft kurzen und knackigen Dialogen, die häufig Doppeldeutig zu verstehen sind und dadurch an Aussagekraft gewinnen.

Letztendlich ist sogar das Finale das auffälligste Merkmal. Die Auflösung für das Personal/Kostenproblem in der Kofferfirma, steckt im Grunde darin, einen von Puuhs Ratschlägen zu befolgen, den wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten wollen.

„Christopher Robin“ schafft diese unterschwelligen Verbindungen, weil er es immer wieder hervorragend versteht Kontraste herzustellen und die passenden Symbole dafür zu liefern.


Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den größten Platz in deinem Herz einnehmen.Winnie Puuh
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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Fazit – Ein Plädoyer für das Kind bleiben

Es ist schon erstaunlich wie außergewöhnlich Puuh ist, obwohl er doch im Grunde nur ein „dummer alter Bär“ ist, wie Christopher Robin ihn nennt (finden wir nicht cool von ihm).

Doch eine Frage stellt sich für uns noch: Is(s)t Puuh Honig weil er so süß ist oder is(s)t Puuh so süß weil er Honig is(s)t? Vielleicht trifft alles zu?

Die Realverfilmung von Winnie Puuh mit dem Titel „Christopher Robin“ hat uns tief beeindruckt. In seinen komödiantischen Momenten, die durchaus häufiger anzutreffen sind als man erwarten würde, ist sie geistreich und charmant. In seinen Leitgedanken ist sie stark und einprägsam.

Wenn wir ein Haar im Honigtopf suchen wollen, so könnten wir anmerken, es hätte mehr Platz für Musik aus dem Winnie-Universum gegeben. Einige Themen wie z.B. das Lied „Up, Down, Touch the Ground“ der Sherman Brothers aus „Winnie the Pooh and the Honey Tree“ werden zwar angerissen aber die musikalische Komponente sollte wohl nicht Teil dieser realen Interpretation von Winnie Puuh sein.

„Christopher Robin“ zeigt auf eine irgendwie honig-bitter-süße Weise, dass man sich unbedingt sein inneres Kind bewahren soll, weil Lockerheit und Fantasie sonst aussterben auf dieser Welt. Gegen die Verklemmtheit und für die Flauschigkeit. Es wäre schön wenn jeder solch eine honigsüße Versuchung in Form eines Bären wie Puuh im Leben hätte – um zu verstehen worauf es wirklich ankommt. Letztendlich wirbt der Film dafür, bei aller Ernsthaftigkeit des Erwachsenenlebens die Balance zur Freude zu finden. Die Essenz dabei ist unverkennbar: Erwachsen werden und Kind bleiben.

„Im Leben geht es um mehr als um Ballons und Honig“ – nein geht es nicht Christopher! Es geht um genau das!


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Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Christopher Robin“

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The Jungle Book (2016)

  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Jannik meint - Ausgezeichnet

Popcornkino vom Feinsten – mit der Neuverfilmung des Dschungelbuchs.

Der Abenteuerfilm übernimmt weitestgehend die Einfachheit der Handlung des 1967 erschienenen Zeichentrickfilms und fügt modernste Technik, eine etwas rauere sowie düstere Stimmung hinzu, vergisst dabei nicht den alten Charme und bringt sogar die wichtigsten berühmten alten Songs, mit kleinen angebrachten Änderungen wieder mit ein.

In seiner Wirkung ist „The Jungle Book“ eine eher gegensätzliche Mischung zwischen animalischer, lebensbedrohlicher Dunkelheit und verspielter, sorgloser Kindlichkeit.

Mit seinen atemberaubenden, plastisch und lebendig wirkenden CGI-Effekten setzte „The Jungle Book“ neue Maßstäbe und macht deutlich welche Möglichkeiten sich für weitere hauseigene Remakes bieten. Kein Wunder, dass „The Jungle Book“ der Startschuss für eine Armada an Neuverfilmungen der Meisterwerke-Reihe („Die Schöne und das Biest“, „Christopher Robin“, „Dumbo“, „Aladdin“, „Der König der Löwen“ uvm.) darstellte.

„The Jungle Book“ ist damit innovatives und hochwertiges Technikfeuerwerk der Moderne, verliert jedoch gleichzeitig nicht den Respekt vor dem Klassiker und gesellt sich damit zu den besseren Remakes der Disney Meisterwerke. (10.08.2016, 09.01.2021)

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Genre: Abenteuer, Fantasy

Originaltitel:  The Jungle Book

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Walt Disney Pictures | Fairview Entertainment

Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Justin Marks

Produktion: Jon Favreau, Brigham Taylor

Musik: John Debney

Länge: ca. 105 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Universum: Disney Meisterwerke (Realverfilmungen)

Vorgänger: Cinderella (2015)

Nachfolger: Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln (2016)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Jungle_Book_(2016_film) | https://de.wikipedia.org/wiki/The_Jungle_Book_(2016)

Beschreibung

„The Jungle Book“ ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm mit Fantasyelementen von Walt Disney Pictures aus dem Jahr 2016.

Es handelt sich um eine Neuverfilmung des 1967 erschienenen „Das Dschungelbuch“. Der Film orientiert sich jedoch weniger an Disney’s Zeichentrickfilm, sondern stellt vielmehr eine Neuinterpretation der Romanvorlage von Rudyard Kipling dar.[1]

Regie führte Jon Favreau, der mit seiner Produktionsfirma „Fairview Entertainment“, zugleich die Produktion des Films übernahm.[2] Einem breiteren Publikum dürfte Favreau vor allem durch seine Regiearbeiten in „Iron Man“ (2008, Marvel Studios) sowie der Star Wars-Realserie „The Mandalorian“ (seit 2019, Lucasfilm) bekannt sein. Außerdem inszenierte er für Disney ebenfalls im Jahr 2019 das Remake von „Der König der Löwen“.

Charakteristisch für „The Jungle Book“ ist die Kombination von Realfilmszenen mit flächendeckender Computeranimation. So existieren nur zwei Rollen die von echten Schauspielern verkörpert wurden (Mogli, Moglis Vater).

Handlung

Der Abenteuerfilm handelt vom kleinen Mogli der im indischen Dschungel lebt.

Nachdem er als Findelkind von Wölfen aufgezogen wurde, gerät er zunehmend in Konflikt mit den Lebewesen um sich herum.

Schließlich muss er sich an der Seite seiner tierischen Freunde nicht nur seiner Natur, sondern damit auch der geheimnisvollen „roten Blume“ stellen.


Trailer und Bilder

Der offizielle deutsche Trailer zu „The Jungle Book“

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Batman Begins (2005)

  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Im Jahr 2005 galt es für Regisseur Christopher Nolan dem Batman-Mythos eine neue Perspektive zu verschaffen.

Das Ergebnis war der dunkle Ritter in „Batman Begins“, der den Anfang einer neuen Trilogie rund um die Fledermaus mit Comic-Ursprung formte.

Warum der Reboot ausgezeichnet funktionierte und warum sich Nolans Interpretation in ein Trio aus Charaktertiefe, Design und Minimalismus einteilen lässt, verraten wir Euch in unserem Review.

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Genre: Comic, Superhelden, Action

Originaltitel: Batman Begins

Produktionsland: USA, Vereinigtes Königreich

Produktionsfirma: Warner Bros. Pictures | DC Comics, Legendary Pictures, Syncopy, Patalex III Productions

Regie: Christopher Nolan

Drehbuch: Christopher Nolan, David S. Goyer

Produktion: Charles Roven, Emma Thomas, Larry Franco

Musik: Hans Zimmer

Länge: ca. 140 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Nachfolger: The Dark Knight (2008)

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 07.08.2020


Nolans Batman Begins

In der großen weiten Welt der Superhelden, egal ob aus dem Lager DC oder Marvel, ist ein Name besonders bekannt und beliebt. Die dunkle Fledermaus „Batman“ ist längst über den Kultstatus hinaus gewachsen und muss mehr schon als Mythos bezeichnet werden.

Und genau diesem Mythos galt es 2005 für Regisseur Christopher Nolan eine neue Perspektive zu verschaffen.  Der Reboot der Batman-Reihe, nach der stilistisch comicnahen Trilogie von Tim Burton sowie der vielfach gescholtenen Verfilmungen des erst kürzlich verstorbenen Joel Schuhmacher, die bereits in den vergangenen Jahrzehnten mögliche Interpretationen aufzeigten, gestaltete sich für Nolan bestimmt nicht einfach.

Doch der damals 34-jährige Regisseur, der vor Batman vor allem für tiefgehende Filme wie „Memento“ und „Insomnia“ bekannt war,  erwies sich als Glücksgriff für Geldgeber Warner Bros.[1]

Am Drehbuch schrieb er, wie bei vielen seiner Filme, selbst mit und entwickelte so mit der Unterstützung von David S. Goyer einen Batman der realistisch und modern sein sollte.[2]

Christopher Nolan baute mit „Batman Begins“ sein ganz eigenes Fundament für die kommenden beiden Teile auf, steckte unheimlich viel Substanz und Symbolik in den Film, ohne aber die Geschichte mit zu viel Inhalt zu beschweren.

Doch von was handelt der Einstieg in die „The Dark Knight“-Trilogie überhaupt?


Regisseur Christopher Nolan am Filmset bei der Herausforderung seinen eigenen Batman zu formen

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Bruce Wayne wird zum dunklen Ritter

Bruce Wayne ist Milliardärssohn und noch ein kleiner Junge, als ein entscheidendes sowie traumatisches Erlebnis, ihn in eine Zeit voller Verzweiflung, Trauer und Perspektivlosigkeit führen.

Vierzehn Jahre später ist Bruce erwachsen aber nicht weniger traumatisiert. Angst und Trauer weichen Hass und dem unerschütterlichen Drang nach Rache.

Nachdem ein für ihn wichtiger Plan nicht verläuft wie erhofft, beschließt er Gotham City zu verlassen. Auf seinem prägenden, beschwerlichen Weg versucht Bruce sich unter qualvollen Bedingungen neu zu finden – und findet Batman.


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©Warner Bros.

Unverschnörkelt, roh, modern und realistisch

Es ist schon beeindruckend wie in Nolans Interpretation vom dunklen Ritter einige markante Grundpfeiler, ein Gerüst für eine neue Art von Batman aufbauen. Diese Pfeiler könnte man als ein Trio aus Charaktertiefe, Design sowie Minimalismus bezeichnen.

Charaktertiefe

Zum einen haben wir einen Bruce Wayne, der durch seine durchlebte Odyssee, innerhalb der Handlung, verkörpert durch einen der größten Charakterdarsteller der heutigen Zeit, Christian Bale, eine enorme Tiefgründigkeit entwickelt.

Nicht umsonst hat sich der Ausnahmeschauspieler exzessiv auf seine Rolle vorbereitet, um alle Kampfszenen selbst ausführen zu können. Bale ist nebenbei für seine Motivation zur Anpassung an seine Schauspielrollen bekannt. Für den nur ein Jahr vor „Batman Begins“ erschienenen „Der Maschinist“, nahm Bale bis zur Gesundheitsgefährdung Körpergewicht ab und wog nur noch unfassbare 31kg.[3] Für die Rolle des Batman musste er in kürzester Zeit wieder zunehmen.

Aber nicht nur Bale sondern auch die Charakterzeichnung seiner Rolle des Bruce Wayne in seiner Verzweiflung die in Hass mündet, später aber in kühle Berechnung und klarem Verstand sowie körperlicher Stärke und jedweder Effizienz, machen die Hauptfigur Batman unglaublich nahbar und glaubwürdig.


Die unglaubliche Wandlung von Christian Bale zwischen dem spanischen Thriller „Der Maschinist“ und „Batman Begins“

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Christian Bale und Nebendarsteller Liam Neeson als Teil eines hervorragenden Casts

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©Warner Bros.

Design

Zum anderen erschafft Christopher Nolan mit „Batman Begins“ stilistisch einen modernen Batman, in einem kühlen Gotham City mit beeindruckendem, militärischem High-Tech Equipment und einem außergewöhnlichen Batmobil. Der Anzug der Fledermaus sollte in seinem Design furchteinflößend und funktional wirken, was hervorragend durch die Forschungsabteilung von „Wayne Enterprises“ und der eigenen technischen Arbeit von Bruce an seinem Anzug, wie es auch an John Favreaus „Iron Man“ (2008) erinnert, vermittelt wird.[4]

In seinen Kampfszenen orientiert sich „Batman Begins“ laut Wikipedia an dem Kampfstil der „Keysi Fighting Method“, die vor allem im Street Fighting und bei der Selbstverteidigung eingesetzt wird, was den Eindruck des auf Effizienz getrimmten Designs noch verstärkt.[5]


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©Warner Bros.

Minimalismus

Zuguterletzt umgibt die Comic-Verfilmung einen gewissen Minimalismus. Der Film erzählt klar und strukturiert, verliert sich niemals in Details, legt sein Augenmerk jederzeit auf das Wesentliche und nutzt starke Symbolik um Tiefe zu erzeugen.

Diese Grundprämisse geben bspw. auch die Fights her. Ziel war es die Kämpfe nicht tänzerisch und choreographiert wirken zu lassen. Stattdessen sollten sie roh und effektiv wirken und das ist absolut perfekt gelungen. So schließt sich wieder der Kreis, zwischen dem Trio aus Charaktertiefe, Design und Minimalismus.[6]


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Fazit – Nolans Batman ist der Batman

„Batman Begins“ revolutionierte Superheldenfilme und gilt für uns als Vorreiter für heutige Action-Milliarden-Franchises wie das Marvel Cinematic Universe. Er zeigte einen sehr ernsten und tiefgründigen Stil auf, den es so im Genre noch nicht gab.

Insgesamt wirkt „Batman Begins“ in seiner Origin-Story unaufgeregt aber spannend und in seinem Produktionsdesign fortschrittlich sowie gutaussehend.

Er führt perfekt Batmans Charakter in die Trilogie ein und legt sein Hauptaugenmerk nur darauf. Er ist minimalistisch ohne einfach zu sein. Er ist aussagekräftig ohne viel zu erzählen.

Bruce Wayne stellt sich in „Batman Begins“ hauptsächlich seinem Kindheitstrauma und der Film erstellt damit eine Basis für die beiden weiteren Teile mit Christian Bale, einem der herausragendensten Charakterdarsteller unserer Zeit.

Was ich im Inneren bin zählt nicht. Nur das was ich tue, zeigt wer ich bin.Bruce Wayne

Nolans Batman ist nicht ein Batman – er ist der Batman!


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©Warner Bros.

Das war unsere Meinung zu „Batman Begins“. Aber was haltet Ihr vom ersten Teil der „The Dark Knight“-Trilogie? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, wir sind gespannt!


Der offizielle deutsche Trailer zu „Batman Begins“

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©Warner Bros.

 

Solo: A Star Wars Story (2018)

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Sehenswert

Mit „Solo: A Star Wars Story“ erweiterte sich das Star Wars Universum um ein weiteres Werk.

Produziert wurde dieses Spin-Off nicht von Meisterregisseur George Lucas, sondern wurde in die Hände von u.a. Jonathan Kasdan, Kathleen Kennedy, Allison Shearmur und Simon Emanuel  gelegt.

Wie das Han Solo Spin-Off für uns wirkt und ob uns der neue Regisseur Ron Howard damit überzeugen konnte, erfahrt Ihr in unserem Review.

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Genre: Science-Fiction

Originaltitel: Solo: A Star Wars Story

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Lucasfilm

Regie: Ron Howard

Drehbuch: Lawrence Kasdan, Jonathan Kasdan

Musik: John Powell, John Williams

Länge: 135 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Universum: Star Wars

Wertung:  

Autor: Lissa

Verfasst am: 24.12.2019


Abseits der Hauptreihe

Bereits 2016 erhielten wir mit „Rogue One: A Star Wars Story“ den ersten Film zu den Spin-Off Teilen der „A Star Wars Reihe“. Mit einem erfolgreichen Start legt er den Weg für den zweiten Film der Ableger Serie „Solo: A Star Wars Story“.

Fans sollen nun endlich die Hintergründe aus Han Solos Leben erfahren. Vom ersten Treffen mit dem braunen haarigen Chewbacca, bis hin zum ersten Flug im Millenium Falcon.


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Die Vergangenheit von Solo

Der Film spielt genau 5 Jahre nach „Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith (2005)“ und zeigt das Leben nach der Machtübernahme des Imperiums. Es herrscht Elend und Aussichtslosigkeit im Universum. Viele Planeten und deren Lebewesen erleben nur noch Armut und Hilflosigkeit und kein Ausweg scheint in Sicht zu sein.

Auch auf dem Planeten Corellia herrscht Unruhe. Wir treffen hier auf den jungen Han Solo (Alden Ehrenreich). Kern der Geschichte sind seine Abenteuer die er durch die Galaxie macht. Der Planet Corellia steht unter der Führung von Lady Proxima. Sie hat das Sagen über die White Worms, einer Verbrechergruppe, welche die Einwohner des Planeten kontrollieren.

Han Solo schuldet Lady Proxima viele Mengen an Coaxium. Eine flüssige Kostbarkeit, die auf dem Schwarzmarkt groß gehandelt wird. Coaxium ist der Treibstoff den ein Hyperraumantrieb benötigt.

Der junge Gauner Solo macht sich nun auf den Weg solch kostbares Coaxium aufzutreiben.  Auf seiner Reise trifft er allerlei Charaktere und lernt neue Planeten kennen.


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©Walt Disney Studios Motion Pictures

Science-Fiction Spektakel

Schon ab der ersten Minute wird es laut. Die ersten Szenen erscheinen wie 0815-Hollywood-Action. Eine Flucht, ein Rennen, die Bösewichte und die Helden. Nichts Neues für den Zuschauer. Die actionlastigen Szenen wirken sehr irrational. Diese sollten jedoch keinesfalls zu ernst genommen werden, da Actioninhalte das eben an sich haben.

Nach dem Han sich zur Pilotenflotte der Imperialen Armee meldet, bekommt der Zuschauer erneut Actionszenen gezeigt. Dieses Mal jedoch in einem neuen Kriegsszenario – etwas Abwechslung muss sein.

Die Schauplätze variieren stark. Zum Glück, denn sonst würde die Geschichte sehr eintönig wirken. Positiv möchten wir hier jedoch auch anmerken, wie gut diese Szenarien aussehen. Das ist feinste, modernste Technik.

Die Geschichte wird im Verlauf etwas wirr. Wir wissen nicht wohin die Reise nun wirklich gehen soll. In diesen Phasen, ist der Film so manches mal so unverständlich wie Chewbacca‘s Sprache für uns Menschen.


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Die Darsteller – Eine gute Mixtur

„Solo: A Star Wars Story“ bietet viele prominente Gesichter. Ob es nun die Freundin Qi’ra (Emilia Clark) von Han ist oder der Schurke Tobias Beckett (Woody Harrelson), dem Zuschauer wird feinste Schauspielkost geboten.

Den jungen Solo verkörpert der noch recht unbekannte Schauspieler Alden Ehrenreich. Vor seinem Start in die Star Wars-Saga, spielte er in einigen diversen Filmen mit. Diese sind den meisten Zuschauern jedoch nicht sehr bekannt (The Yellow Birds, Hail Caeser!).

Wir wollen seine schauspielerische Leistung nicht kritisieren. Er spielt den jungen Han Solo sehr überzeugend und realitätsnah. Seine Arroganz, sowie sein Sarkasmus bringt der Schauspieler gut auf die Leinwand.


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Fazit

Wir sind Zwiegespalten. Die erste Stunde des Films wirkt sehr durchschnittlich. Wir sichten nichts Neues und fühlen uns erst ab der zweiten Hälfte in das „Star Wars Universum“ versetzt. Langatmigkeit kommt dennoch nicht auf. Dies liegt daran, dass der Film auf Grund der soliden dargestellten Actionszenen uns zu jederzeit unterhalten konnte.

Uns hat „Solo: A Star Wars Story“ sehr gut gefallen. Letztendlich haben wir uns die ganzen 135 Minuten amüsiert. Der Film nimmt nach einem verschlafenen Anfang doch noch Fahrt auf, wie der Flug des Millenium Falcon, der dann doch noch den Kessel-Flug in 12 Parsecs erreicht hat.


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Ex Machina (2014)

  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Ex Machina” ist ein britisches Sci-Fi-Drama des Regisseurs und Drehbuchautors Alex Garland (28 Days Later) aus dem Jahr 2014.

Bei den Oscars wusste der Film zu gefallen und erhielt die Auszeichnung in der Kategorie “Beste visuelle Effekte”.

Warum “Ex Machina” trotz geringem Budget perfekt besetzt ist, optisch hervorragend umgesetzt wurde und zudem noch die richtigen Fragen stellt, erfahrt Ihr im Review.

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Genre: Science-Fiction, Drama, Thriller

Originaltitel: Ex Machina

Produktionsland: Vereinigtes Königreich

Regie: Alex Garland

Drehbuch: Alex Garland

Musik: Geoff Barrow, Ben Salisbury, Oliver Cheatham

Länge: 108 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Wertung:  

Autor: Jayes

Verfasst am: 06.01.2020


Der Hauptgewinn

Bei einem firmeninternen Gewinnspiel zieht der 26-jährige Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) den Hauptgewinn. Er hat die Ehre den Firmenchef und Arbeitgeber Nathan (Oscar Isaac) zu treffen. Dieser ist seines Zeichens Gründer der Internet-Suchmaschine “Bluebook”.

Am Ort des einwöchigen und besonderen Treffens angekommen ist Caleb über die abgelegene und hochmoderne Einrichtung erstaunt, in der Nathan seine Arbeit verrichtet.

Nachdem sich die beiden miteinander vertraut gemacht haben weiht Nathan seinen Angestellten Caleb in den Grund seines Besuches ein, und gibt ihm nähere Instruktionen – doch nicht immer ist alles so wie es scheint.


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©Universal

Die perfekte Besetzung

Das Sci-Fi-Drama “Ex Machina” kommt im Grunde mit nur vier wirklich relevanten Figuren und damit Darstellern aus, die allesamt eine wichtige Rolle spielen.

Domhnall Gleeson spielt den jungen alleinstehenden Programmierer Caleb. Mittlerweile ist der irische Schauspieler einem breiteren Publikum durch seine Rollen in “Black Mirror” (S02 E01), “The Revenant” (2015) oder als General Hux in den Star-Wars-Sequels bekannt. Gleeson wirkt auf die Rolle wie maßgeschneidert denn nicht nur seine äußere Erscheinung passt, sondern auch sein Schauspiel wirkt perfekt auf die Rolle des eher schüchternen und eloquenten Coders abgestimmt.


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Alicia Vikander verkörpert Ava. Die zierliche Schwedin wurde für ihre Rolle in “Ex Machina” in der Kategorie “Beste Nebendarstellerin” bei den Oscars nominiert. Und das zurecht. Wie glaubwürdig sie ihre überaus wichtige Rolle spielt, trägt einen großen Teil dazu bei, dass der Film in seiner Form überhaupt funktionieren kann.


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Oscar Isaac spielt Nathan, den exzentrischen Gründer der fiktiven und gigantischen Internet-Suchmaschine “Bluebook”. Der Schauspieler guatemaltekischer Herkunft ist vielen als Poe Dameron, ebenfalls aus der dritten Star-Wars-Trilogie bekannt. Isaac spielt Nathan als abgeklärten und hochbegabten Besserwisser sehr überzeugend.


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Die japanisch-britische Schauspielern Sonoya Mizuno hat mit “Ex Machina” sogar ihr Filmdebüt und obwohl sie ausschließlich Stumm auftritt, sagt sie in ihrer Rolle als Kyoko dennoch vieles aus und lässt dem Zuschauer in ihren Szenen großen Interpretationsspielraum.


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Die visuelle Stärke

Neben der perfekten Besetzung ist die optische Umsetzung eine der drei großen Stärken von “Ex Machina”. Nicht umsonst gewann der Film den Oscar für die besten visuellen Effekte.

Das futuristische und sterile Design mit seiner architektonischen Mischung aus Luxusanwesen und Forschungseinrichtung inmitten der Natur sieht schon für sich unglaublich gut aus. Dabei schwankten unsere Eindrücke in den vier Wänden von angenehm – weil durchdacht und elegant – bis hin zu eng und klaustrophobisch.


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Doch nicht nur das Gebäude weiß designtechnisch zu gefallen. Insbesondere das ausgeklügelte Design in den teilweise transparenten Körpern der künstlichen Intelligenzen mit Drähten, Kabeln, Flüssigkeiten, synthethischer Haut und Organen, wirkt enorm sorgfältig und realistisch gestaltet.


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Die moralische Frage

Eines steht fest: “Ex Machina” regt zum Nachdenken an. Vergleichbar mit der Ausnahmeserie “Black Mirror” setzt sich der Film mit den Gedanken auseinander, wie moderne Technologien und Digitalisierung in Zukunft die Gesellschaft maßgeblich verändern – oder ihr sogar den Rang ablaufen.

Ganz nebenbei erhaschen wir zusätzlich die unterschwellige Gesellschaftskritik im Bezug auf die Datensammlung heutiger großer IT-Konzerne.

Dabei werden wir als Zuschauer unweigerlich und automatisch mit ethischen und moralischen Fragen konfrontiert, die nur wir selbst uns beantworten können. Ab wann ist eine künstliche Intelligenz so hoch entwickelt, dass es moralisch notwendig wird, sie wie einen Menschen zu behandeln? Kann eine KI so fortgeschritten sein, dass sie selbst fühlt? Und worin unterscheiden sich künstliche Intelligenzen dann noch vom Menschen?

In Kombination mit einigen geschickten Wendungen und dem zur Stimmung passenden sowie nicht zu aufdringlichen Score sorgt “Ex Machina” dafür, dass er trotz einer relativ ruhigen und behutsamen Erzählweise, eine thrillertypische Spannung beibehält.


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Fazit – Weniger ist mehr

Mit einem Budget von nur ca. 11 Mio. US-Dollar[1] und nur 4 relevanten Schauspielern, schafft es “Ex Machina” mehr zu berühren als so manche hochkarätike High-Budget-Produktion.

Mit einer Kombination aus einem perfekt abgestimmten Cast und einer visuell ausgezeichneten Umsetzung, drückt “Ex Machina” die richtigen Knöpfe beim Zuschauer. Die aufgeworfenen moralischen Fragen regen zum Nachdenken an. Die unaufgeregte Erzählweise schafft Raum fürs Wesentliche.

Bei diesem herausragenden Gesamtpaket sehen wir gerne über kleinere Fehler, wie zum Beispiel die nicht sinnvolle und nachvollziehbare Reaktion von einigen Charakteren hinweg.

“Ex Machina” ist ein außergewöhnliches Science-Fiction-Drama, gespickt mit fesselnden Thrillerelementen, was optisch sowie inszenatorisch durchweg zu überzeugen weiß, und damit ein herausragendes Werk mit Wiedererkennungswert bildet.


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©Universal

Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Mit Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter bringt uns George Lucas 1983 die sechste Episode und den dritten Film der Haupttrilogie an die Kinoleinwand.

Der Meisterregisseur beendet damit die Geschichte des imperialistischen Anführers Darth Vader und das in einem filmisch bombastischen Finale.

Von Fans hoch gelobt und favorisiert, wagt sich derofa.de an die Analyse des Meisterwerks und erklärt euch, was wir vom Finale der klassischen Trilogie halten.

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Genre: Science-Fiction

Originaltitel: Return of the Jedi (dt. Die Rückkehr der Jedi-Ritter), Alternativ: Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi

Produktionsland: USA

Regie: Richard Marquand

Drehbuch: George Lucas, Lawrence Kasdan

Musik: John Williams

Länge: 131 Minuten (Kinofassung), 134 Minuten (Special Edition)

Altersfreigabe: FSK 12

Universum: Star Wars

 Wertung:   

Autor: Lissa

Verfasst am: 01.01.2020


Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Han Solo’s Karbonit-Körper befindet sich derweil immer noch bei Jabba the Hutt auf dem Wüstenplaneten Tatooine. Dieser hatte ihn im Vorgängerteil der Reihe Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück in seinen Besitz genommen.

Die rebellische Prinzessin Leia (Carrie Fisher) ist beim Versuch Solo (Harrison Ford) zu retten von Jabba gefangen genommen und versklavt worden.

Während der aussichtslosen Situation kommt indessen der mittlerweile gut ausgebildete Jedi Luke Skywalker (Mark Hamill) zur Hilfe, um seine Freunde aus der Gefangenschaft des Anführers Jabba the Hutt zu befreien.

Nach seiner Rettungsaktion begibt er sich zugleich auf den Weg  zu Yoda, dem alten Meister aller Jedi, der seit dem Ende von Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith ins Exil gegangen ist, um auf dem Planeten Dagobah zu verweilen. Der ehrwürdige Meister erklärt Luke, dass er keine weitere Ausbildung von ihm erhalten kann, da er ihm bereits alles was er weiß beigebracht hat. Er weist ihn darauf hin, dass er sich dem imperialen Anführer Darth Vader (David Prowse) stellen muss, um ein wahrer Jedi-Ritter zu werden. Jetzt ist es erneut sowohl als Jedi und als Mitglied der Rebellen an der Zeit, gegen die imperiale Armee vorzugehen.

Es beginnt abermals eine abenteuerliche Reise durch eine Reihe von Planeten, mit allerlei verrückten Aliengestalten und dem Wiedersehen altbekannter Freunde.




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©20th Century Fox

Lebendiger als je zuvor

Der Film strotzt nur so mit starker Star-Wars-Atmosphäre. Ob wir nun auf einen der Planeten die mysteriösen Alienwesen oder das flauschige Naturvolk der Ewoks, die auf dem Waldmond Endor leben kennenlernen, wir sind in jeder der verschiedenen Locations amüsiert und zu keiner Zeit gelangweilt.

Neben der Zoologie der verschiedenen Tiere und Lebewesen, sowie der Flora und Fauna auf den diversen Planeten, kommt es auch zu epischen Weltraumschlachten, in denen X-Wings sich gegen imperiale Raumschiffe zur Wehr setzen. Diese Vielfalt bringt dem Film die Dichte herbei, uns tief ins Star-Wars-Universum hinein versetzen zu können.

Abgerundet und komplettiert wird dies mit einem deutlichen roten Faden innerhalb der hervorragenden Handlung. Musikalisch erhalten wir einen Score mit feinster Star-Wars-Musik, welches vom bekannten Komponisten John Williams komponiert wurde und uns bis hin zum Finale begleitet.


Eine imperiale Raumflotte

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©20th Century Fox

Widerstand der Rebellen

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©20th Century Fox

Kleines Pelzknäuel

Ewoks sind wohl eines der flauschigsten Aliengetiere die es im Star-Wars-Universum gibt.

Die kleinen Freunde sind nicht nur süß, sondern helfen unseren Protagonisten zudem dabei, dem Imperium den Garaus zumachen.

Der Protokolldroide C-3PO wird von den Walkdbewohnern aufgrund seiner goldenen Metallfarbe als eine Art Gottheit angesehen. Nicht nur der Niedlich-Faktor hat es uns angetan, sondern auch der damit verbundene Humor unseren humanoiden Droiden als Hoheit der flauschigen Ewoks zu sehen.


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Gemeinsam mit den haarigen Ewoks, erleben wir spannende Schlachten auf ihrem Waldplaneten.

Mit Speeren, Schleudern und etlichen Fallen bewaffnet, stellen sie sich den weißen Kampfmaschinen.

Da hat auch ein Stormtrooper keine Chance gegen die cleveren Pelzknäuel.


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©20th Century Fox

Lichtschwertkampf zwischen Gut und Böse

Der sechste Teil der Reihe beinhaltet einige actionreiche Lichtschwertkämpfe, die für das damalige Alter groß gelobt werden müssen. Die Choreografie wurde sehr gut durchdacht und wirkt für uns Zuschauer glaubhaft und realitätsnah.

In den Vorgängerteilen der original Trilogie bekamen die Lichtschwertkämpfe keine sehr große Bedeutung zugemessen. Luke Skywalker hat sich in Episode 6 zu einem wahren Jedi entwickelt. In einem epischen Lichtschwertduell stellt er sich dem dunklen Anführer Darth Vader.

Auch wenn wir dieses mal unseren kleinen grünen Großmeister Yoda nicht in einem Lichtschwertkampf erleben dürfen, erfreuen wir uns dennoch, ihn in Episode 6 nicht missen zu müssen und ein Teil des Kampfes anderer Machtbegabten zu sein.


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https://www.justwatch.com/de/Film/Star-Wars-VI-Die-Rueckkehr-der-Jedi-Ritter

Fazit

Wir finden, mit Episode 6 einen würdigen Abschluss der Haupttrilogie erhalten zu haben. Der Film hat aus den Altlasten des Vorgängers Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück gelernt und uns alles geboten was wir uns gewünscht haben.

Haben wir jemals R2-D2 (Kenny Baker) als Kellner gesehen? Oder die pelzigen kleinen Wesen aus Endor, die uns mit ihrem Speer zuerst Angst einjagen wollten, im späteren Verlauf jedoch mit uns zusammen gegen das Imperium kämpfen.

Das Finale ist so bombastisch eingeschlagen, mit einem lauten Knall, welches uns fröhlich aber zugleich auch traurig auf unsere Couch zurückfallen lässt. Es wird nostalgisch! Die Siegesfeier zum Schluss auf Endor, mit den nachträglich eingearbeiteten Effekten, erfüllen uns mit Gänsehaut und Freude zugleich. Da wird jedem Fan warm ums Herz.

George Lucas hat großartige Arbeit geleistet und die Haupttrilogie angemessen abgeschlossen. Was uns bleibt sind Erinnerungen eines Meilensteins der Filmgeschichte, der bis heute und in Ewigkeit für uns den besten Teil der Star-Wars-Reihe bildet.

Möge die Macht für immer mit uns sein!


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Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980)

  • 6.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 6.5/10
6.5/10

Ganz gut

„Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück“ aus dem Jahr 1980 ist die direkte Fortsetzung von „Krieg der Sterne“ (1977) und damit Teil der legendären Star-Wars-Saga des Schöpfers George Lucas.

Diesmal führte Lucas jedoch nicht selbst Regie sondern gab die Aufgabe an Irvin Kershner ab. Lucas fungierte nur als ausführender Produzent.

Was die Stärken und Schwächen des Sci-Fi-Abenteuers sind und wie sich „Das Imperium schlägt zurück“ im Vergleich zu anderen Filmen der Saga schlägt, erfahrt ihr im Review.

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Genre: Science-Fiction

Originaltitel: The Empire Strikes Back (dt. Das Imperium schlägt zurück), Alternativ: Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back

Produktionsland: USA

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Leigh Brackett, Lawrence Kasdan

Musik: John Williams

Länge: 124 Minuten (Kinofassung), 127 Minuten (Special Edition)

Altersfreigabe: FSK 12

Universum: Star Wars

Wertung:   

Autor: Jayes

Verfasst am: 24.12.2019


Überraschungserfolg im Rücken

Nachdem „Krieg der Sterne“ ein absoluter Überraschungserfolg an den Kinokassen war mit dem niemand so recht gerechnet hatte, startete die Fortsetzung „Das Imperium schlägt zurück“ mit jede Menge Wind im Rücken.

George Lucas war im ersten Teil für seine akribische und eigensinnige Arbeit berüchtigt, die am Set nicht selten für Reibereien sorgte, jedoch letztendlich wohl auch ein Hauptgrund für den Erfolg seines detailverliebten Kultfilmes war.

In Episode V hatte Lucas, vielleicht auch aufgrund dieser Anstrengungen, den Regieposten an Irvin Kershner abgegeben. Auch das Drehbuch stammt nicht von Schöpfer George Lucas selbst sondern wurde von Leigh Brackett und Lawrence Kasdan verfasst. Lucas trat nur noch als Executive Producer (dt. ausführender Produzent) auf.

Konstatieren müssen wir also, dass es zumindest möglicherweise einen Zusammenhang zwischen der Qualität des Filmes und der personellen Besetzung auf diesen Schlüsselpositionen gibt. Uns gefällt das Ergebnis jedenfalls persönlich weit weniger gut als noch im Vorgänger „Krieg der Sterne“, auch wenn Episode V ebenso wohlwollend von Fans und Kritikern aufgenommen wurde.



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Das Imperium schlägt zurück

“Es war einmal in einer weit, weit entfernten Galaxis …

Es ist eine dunkle Zeit für die Rebellion. Obwohl der Todesstern vernichtet worden ist, haben imperiale Streitkräfte die Rebellen aus ihrem Stützpunkt vertrieben und kreuz und quer durch die Galaxis verfolgt.
Nachdem sie der gefürchteten imperialen Sternenflotte entkommen ist, hat eine Gruppe Freiheitskämpfer unter der Führung von Luke Skywalker jedoch einen neuen, geheimen Stützpunkt in der abgelegenen Eiswüste von Hoth errichtet.
Der teuflische Darth Vader – nur von dem Gedanken besessen, den jungen Luke Skywalker aufzuspüren – hat Tausende ferngesteuerte Raumsonden bis in die entlegensten Bereiche des Weltalls entsandt….” (original Lauftext)


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Phase 1 – Vielversprechend

Episode V beginnt spannend, als die verschanzte Rebellion sich gezwungen sieht, mit Lord Vader im Nacken ihre Zelte abzubrechen. Es kommt zu einer großartigen Schlacht zwischen Bodentruppen des Imperiums, bei der Luke und sein Team ihre fliegerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen.

Hier feiert auch das erste Mal in der Star-Wars-Chronologie der berühmte vierbeinige Kampfläufer AT-AT (Allterrain-Angriffstransporter) seine Premiere, welcher in der Schlacht um Hoth eine tragende Rolle spielt.[1]

Inszenatorisch wirkt dies sowohl ambitioniert, als auch gekonnt umgesetzt und funktioniert als actionreicher Start hervorragend.


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Phase 2 – Plätschernd

Nach diesem verheißungsvollen Aufbruch verliert sich „Das Imperium schlägt zurück“ mehr und mehr in Nebensächlichkeiten. Das Erzähltempo ist gemächlich und wirklich voran getrieben wird der Plot dabei nicht. Ein roter Faden ist im Gegensatz zu Episode IV, dessen besondere Stärke gerade dieser war, nicht durchgängig spürbar. An dieser Stelle möchten wir gerne auf das Review von Lissa verweisen, die diesem Pluspunkt in „Krieg der Sterne“ einen eigenen Absatz gewidmet hat.

Die Einführung des Charakters Yoda kommt in Anbetracht seiner abgebildeten Attitude beinahe ironisch daher, wird er in Episode I doch als ruhiges, in sich gekehrtes, kontrolliertes und nachdenkliches Wesen aufgezeigt und fällt schließlich genau durch die gegenteiligen Attribute auf, als Luke ihn auf dem Planeten Dagobah antrifft.


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Der Schauplatz Millenium Falcon in dem sich Leia, Han Solo, Chewbacca sowie die Droiden C-3PO und R2-D2 beinahe den gesamten Film über aufzuhalten scheinen, wird als Kulisse überstrapaziert und das Katz-und-Maus-Spiel mit Darth Vader wiederholt sich nicht nur, sondern treibt die Geschichte nicht richtig voran.

Episode V kränkelt also merkbar im Erzähltempo und ist während unseres chronologisch abfolgenden „Road to Episode 9“-Marathons der erste Star-Wars-Film der negativ durch Langatmigkeit auffällt.


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Phase 3 – Ernüchterung

Im letztem Drittel von „Das Imperium schlägt zurück“ in dem das Sci-Fi-Abenteuer auf sein Ende zusteuert, wird dann endlich durch die Form annehmenden Pläne Darth Vaders die Handlung ein gutes Stück voran getrieben.

Abschließend kann jedoch auch der ikonische „Ich bin dein Vater“-Moment, nicht über das Gefühl der Langeweile hinweg täuschen, durch das sich Episode V zwar nicht durchgängig aber über weite Teile seiner Laufzeit bei uns tendenziell eher unbeliebt machte.


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Fazit – Der schwächste Teil der Star-Wars-Saga

Das George Lucas den Posten des Regisseurs und Drehbuchautors geräumt hat, erweist sich für uns in Episode V als Dämpfer in der Erzählung seiner Geschichte, durch den Wegfall eines alles durchdringenden roten Fadens. Und das sagen wir ausdrücklich nicht als Lucas-Fan, sondern als objektiver Beobachter.

Nach seinem wunderbar inszenierten Beginn, bei der Flucht der Rebellion vor den hartnäckigen Truppen des Imperiums, hat das Sci-Fi-Abenteuer uns nichts mehr zu erzählen gehabt, was über triviales hinaus geht.

Episode V ist damit der erste Star-Wars-Film bei dem wir ein Gefühl der Langatmigkeit verspürten. Trotz dieser Schwäche ist die sogenannte Space-Opera jedoch sicher kein Totalausfall und hat seine besonderen Momente.

Möge deshalb die Macht auch weiterhin mit uns und Euch sein!


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