The Last of Us (Remastered) (2013, 2014)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Das Enwicklerstudio Naughty Dog welches durch die beliebte Videospielreihe „Uncharted“ bekannt wurde, hat sich im Jahr 2013 eine weitere Videospielserie ausgedacht und uns somit in eine Welt der Postapokalypse versetzt.

Im Jahre 2014 bekam der Videospielehit ein Upgrade in Form einer Remastered Edition für die PlayStation 4. Die Texturen wirken jetzt noch schöner und das Spielerlebnis wurde damit auf eine noch höhere Ebene gelegt.

Wie wir den Survial-Horror erlebt haben und ob wir von der Videospielereihe begeistert werden konnten, erfahrt Ihr in unserem Review auf derofa.de.

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Genre: Action-Adventure, Surival-Horror

Originaltitel: The Last of Us

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio/Publisher: Naughty Dog/Sony Computer Entertainment

Musik: Gustavo Santaolalla

Spielmodus: Einzel- und Mehrspieler

Spielzeit: ca. 15-20 Stunden (Story),  ca. 2 Stunden (DLC: Left Behind)

Plattformen: PlayStation 3, PlayStation 4 (Stand: 14.03.2021)

Altersfreigabe: USK 18

Vorgänger: –

Nachfolger: The Last of Us 2 (2020)

Wertung:   

Testplattform: PlayStation 4

Autor: Melissa

Verfasst am: 14.03.2021

Die Entstehung einer Zombie-Apokalypse

Wir starten das Spiel. Nach einer kurzen Ladezeit befinden wir uns direkt in einer Sequenz – alles ist so ruhig , so still und vor allem so normal. Wir finden uns in der Rolle des Texaners Joel Miller wieder, der wie wir schnell feststellen können zusammen mit seiner jugendlichen Tochter Sarah in Texas lebt. Die ersten Spielszenen handeln um die Darstellung von den beiden o.g. Charakteren und dessen friedliches Leben. Doch eine Tragödie macht sehr schnell den schönen Moment zunichte und aus der idyllischen Atmosphäre wird grausamer Horror. In den Nachrichten wird berichtet wie Menschen in der ganzen Welt „durchdrehen“ und sich mit einem Pilz infiziert haben welcher in kurzer Zeit das Gehirn befallen kann und sie so zu agressiven Mutanten werden lässt. Eine Pandemie ist auf der ganzen Welt ausgebrochen.

Schnell gehts ans Eingemachte und wir dürfen nun die Rolle von Sarah übernehmen. Es ist Abends und bereits jetzt nehmen wir eine düstere Atmosphäre wahr. Wo ist Joel? Auf der Suche nach ihm machen wir uns auf den Weg und durchforsten das Eigenheim der Miller. Schnell wird klar – nichts ist mehr so wie es war. Draußen laufen panisch Menschen umher. Es herrscht Ausnahmezustand! Joel stürmt ins Haus und erklärt seiner Tochter das sie sich jetzt in Sicherheit bringen müssen. Zuhause können die beiden nicht mehr bleiben. Während unserem Fluchtversuch aus der Stadt treffen wir auf Tommy, den Bruder von Joel.

Schon nach nicht mal 15 Minuten wird heftig auf unsere Tränendrüse gedrückt. Eine moralische Entscheidung wird von uns erwartetet. Ein Mann wird von der unbekannten Ansteckung infiziert. Jetzt habt ihr die Wahl –  lasst ihr ihn am Leben und ihn dadurch womöglich mutieren zu lassen oder bringt ihr ihn um, um eben dieses zu verhindern?

Das ist nicht alles was Naughty Dog schon in den ersten Minuten von uns abverlangt. Schon zu Beginn erleben wir mit Joel einen schweren Schicksalsschlag. Seine Tochter Sarah wird tödlich verletzt und stirbt daraufhin aufgrund eines Unfalls. Nach diesem Prolog befinden wir uns nun in der Post-Pandemie-Zeit wieder.

Willkommen bei „The Last of Us“.


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©Sony Interactive Entertainment

Verloren in der Endzeit

In „The Last of Us“ dreht sich alles ums Überleben.  Einige Jahre sind nun vergangen und die Welt ist zu einer Postapokalypse geworden. Ihr seid jetzt in der Rolle von Joel und müsst Euch Anfangs noch alleine durch die verlassenen Gebiete kämpfen. Im späteren Verlauf trifft Ihr auf Ellie und beschreitet zusammen mit ihr das Endzeitszenario.

Das Spielprinzip ist einfach. Das Videospiel nutzt eine Third-Person-Perspektive in denen ihr vorwiegend Joel steuert und im Ablauf immer mal wieder zu Ellie wechselt. Euer Charakter kann somit rennen, in Deckung gehen oder durch enge Passagen geduckt durchlaufen. Bei Feinden wechselt ihr simpel und schnell zwischen Euren ausgerüsteten Waffen. Ihr habt zudem die Möglichkeit durch die sogenannten „Pillen“ die ihr einsammelt, ein paar Fähigkeiten für Joel zu verbessern, wie z.B. einen erweiterten Lebensbalken zu erhalten. Des Weiteren könnt ihr jederzeit Gegenstände für den Kampf herstellen. Sei es ein Messer, Medipacks oder Molotow-Cocktails. Wenn Ihr schön fleißig die Welt erkundet und entdecktes einsammelt, könnt Ihr danach dadurch gut profitieren und Euch damit nützliche Items herstellen. Während Eurer Reise trifft Ihr immer wieder auf Mutanten – oder wie es hier so schön heißt – die Infizierten. Diese könnt Ihr in folgende Kategorien unterteilen:

Fangen wir an mit den „Runnern“. Diese Infizierten sind ziemlich schnell und wenn sie Euch entdecken stürmen sie gnadenlos auf Euch zu. Jedoch finden wir, dass es sich hier um ziemlich gewöhnliche Infizierte handelt.

Dann gibt es noch die „Stalker“, die nicht in Herden unterwegs und zudem noch etwas stärker als die Runner sind. Auch hier stellen wir fest – diese sind noch recht durchschnittliche Infizierte.

Doch das ändert sich schnell. Weiter gehts mit den sogenannten „Clicker“. Diese sind herumirrende Infizierte die Euch mit nur einem Angriff direkt töten können. Die Clicker sind schnell und störend. Für uns waren sie am lästigsten. Bei jedem Aufeinandertreffen sind wir erstarrt. Wir wollten auf keinem Fall gesehen bzw. gehört werden. Denn diese Infizierten können Euch nicht sehen und verlassen sich ganz auf ihr Gehör. Deshalb empfehlen wir Euch zu schleichen. Das dies meistens die beste Wahl sein wird, werdet Ihr öfter im Verlauf des Spiels bemerken.

Zu guter letzt kommen wir nun zu einen der ekelerregensten Formen der Infizierten bei „The Last of Us“. Es geht um die sogeannten „Bloater“. Ihr Körper ist vollständig mit der Pilinfektion befallen. Sie sind robust und schwer zu besiegen. Hier heißt es – holt Eure stärksten Waffen heraus oder flieht!

Die meisten Nichtinfizierten leben seither in abgeriegelten Zonen unter der Herrschaft des imperatorisch agierenden Militärs. Das Militär hat etliche Sperrzonen errichtet. Was passiert außerhalb dieser? Dort befinden sich die „Firefly’s“ – unsere Rebellen in diesem unwirklichen Untergang der Welt, die sich gegen die Militärdiktatur auflehnen und versuchen den kriminellen Machenschaften von Banditen einen Strich durch die Rechnung zu machen.


Sagt Hallo zu den „Clickern“.

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Wenn Sporen überwuchern

So kontrastreich wie das Videospiel auch daher kommt, gibt es bei „The Last of Us“ leider neben so vielen Höhenpunkten nichtsdestotrotz negative Eigenschaften die wir hier unbedingt anmerken möchten. Wir haben nicht viel zu kritisieren und fangen mit einem Punkt an, was uns nach einigen Stunden Spielzeit ins Auge gestochen ist. Denn im Verlauf des Spiels erhaltet ihr einen Bogen und Pfeile – klingt zuerst richtig gut. Euer Pfeil und Bogen ist eine ziemlich nützliche Waffe gegen Infizierte, da sie leise und schnell töten kann. Wenn ihr Eure Pfeile verschießt könnt ihr diese immer mal wieder beim Gegner einsammeln – oder auch nicht? Denn leider ist dies nicht immer möglich und ihr sucht vergeblich nach Euren verschossenen Pfeilen – die zudem noch sehr rar in der Welt von „The Last of Us“ sind. Wir wissen nicht so ganz ob wir diesen Punkt wirklich bemängeln sollen/dürfen oder ihn eher als positiv befinden und so bewerten müssen, da er dadurch dem Realismus der Apokalypse vielleicht etwas unter die Arme greift.

Ein großer Kritikpunkt und für uns der eigentliche Punktabzug für das Videospiel ist die K.I. der Gegner. Diese stehen manchmal wirr in der Gegend herum oder sie rennen ungezielt hin und her. Das verdirbt etwas die Atmosphäre des Überlebenskampfes und wirkt dadurch fantasielos. Selbst unsere Freunde stehen uns manchmal „gedankenlos“ im Weg und blockieren kurzzeitig unsere Passage.


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Hilflos verschlungen in der post-pandemischen-Welt

Das wohl herausragendste Merkmal bei „The Last of Us“ ist die wunderschöne Atmosphäre in die wir uns verloren haben. Die Umgebung zieht uns nur so in diese bedrückende Welt hinein und lässt uns erschaudern. Jedes kleinste Detail wurde durchdacht gewählt um so den Realismus in der Apokalypse gründlicher nachbilden zu können. Wir haben für Euch natürlich auch ein paar Beispiele:

Schon habt ihr eine Taschenlampe erhalten und seid froh nicht im dunkeln durch die dämmrigen Abschnitte laufen zu müssen und stellt kurz darauf fest, dass Euer Hilfsmittel nach einer gewissen Zeit anfängt zu flackern und dadurch unbrauchbar wird. Daraufhin fordert Euch das Videospiel auf, Euren Controller einmal zu schütteln damit Euer Protagonist Joel das selbe mit seiner Taschenlampe machen kann und so Eure Lampe wieder normal funktionsfähig ist. Es sind wie bereits genannt, die kleinen Details in der Darstellung der Welt – die das Videospiel gerade eben deshalb so besonders machen.

Neben den bedrückenden Momenten gibt es auch die schönen die Euch für eine kurze Zeit vergessen lassen, was mit der Welt draußen passiert. Ihr trifft z.B. auch mal auf besondere Flora und Fauna. Ob Affen oder sogar Giraffen – für einen Atemzug fühlt ihr Euch frei und erfreut Euch an dem Sonnenschein und lauscht gespannt hin, wenn Joel darüber spricht wie gerne er früher bei solchem Wetter draußen Gitarre gespielt hat . Das Videospiel zeigt hin und wieder den Kontrast vom Untergang der Welt zum normalen Leben. Wir verlieren uns immer mal wieder wenn auch nur für eine Sekunde – im endlichen Gefühl der Freiheit und des Wohlfühlens.


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Remastered Edition oder veralteter Grafikklotz?

Wir möchten Euch hiermit kurz auflisten was die Remastered Version in petto hat.

Zum einen bietet diese Edition Euch den DLC mit dem Titel „Left Behind“ in dem ihr die Protagonistin Ellie spielen dürft. Die Handlung dient als Prequel zu „The Last of Us“ und behandelt die Geschichte von Ellie bevor sie Joel kennengelernt hat. Leider hat der DLC nur eine Spielzeit von gerade mal 2 Stunden und ist somit beachtlich kurz – sehr schade denn wir fanden die Geschichte von Ellie ziemlich interessant und vor allem überaus sinnvoll.

Nun kommen wir jedoch zu den technischen Verbesserungen[1] :

  • 1080p/60fps im Singleplayer und Multiplayer
  • Texture Maps mit 4x mehr Details, Shadow Maps 2x
  • High-Res Particle Effects
  • Occlusion Mapping of decals
  • Kein Texture Streaming
  • Größere Weitsicht, besseres LOD
  • Zusätzliche Audio Optionen
  • Lock Frame Rate bei 30 fps
  • Swap Trigger und Thumbstick Controls
  • Support für DualShock 4 Touchpad, Lightbar und Speaker

Zur Grafik und den verbesserten Texturen können wir nichts negatives sagen oder kritisieren. Das Entwicklerstudio Naughty Dog hat hier exzellente Arbeit geleistet und dem Videospiel einen wunderschönen Look verliehen, der sogar im Jahr 2021 weiterhin gerne anzusehen ist. Für ein Videospiel aus dem Jahre 2013 sieht es auch heute noch ziemlich gut aus.

Zusammengefasst bietet Euch die Remastered Edition eine verbesserte grafische Darstellung die sich durchaus sehen lassen kann!


Grafikvergleich PS3 vs. PS4 (Remastered Edition)

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https://ps4news.at/ps4-spiele/11027-last-us-grafikvergleich-ps4-vs-ps3/

Fazit – Survival-Horror Spektakel

Mit „The Last of Us“ hat sich das Entwicklerstudio Naughty Dog selbst übertroffen und nach Videospiel-Meilensteinen wie die „Uncharted“-Reihe, erneut eine bombastische und vorallem theatralische Videospielserie entwickelt. Wir haben die Protagonisten direkt ins Herz geschlossen und mitgefiebert, wenn es wieder mal darum ging zu überleben. Dieser exklusive Titel für die PlayStation ist mehr als spielenswert und sollte von jedem PlayStation Besitzer unbedingt entdeckt werden.

Seit dem Juni 2020 ist mitterweile der Nachfolger mit „The Last of Us Part II“ für die PlayStation 4 veröffentlicht worden. Mehr dazu in unserem kommenden Review auf derofa.de.

Wie hat Euch das Videospiel gefallen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.


Trailer

Der offizielle Launch Trailer zu „The Last of Us Remastered“.

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©Sony Interactive Entertainment

 

Stranger Things (2016-…)

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©Netflix
  • 10/10
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10/10

Lieblingsserie

„Stranger Things“ ist eine Science-Fiction-Mysteryserie aus dem Hause Netflix, die seit 2016 von den Zwillingsbrüdern Matt & Ross Duffer entwickelt wird.

Die Serie spielt in den 80er Jahren und handelt von dem verschwinden eines Jungens namens Will Byers und plötzlich auftretenden paranormalen Aktivitäten.

Weshalb „Stranger Things“ auch bei uns die Wohnzimmerlichter zum flackern brachte, verraten wir Euch im Review.

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Genre: Mystery, Mysterythriller, Horrorthriller, Science-Fiction, Coming of Age

Originaltitel: Stranger Things

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Netflix | 21 Laps Entertainment, Monkey Massacre

Regie: The Duffer Brothers, Shawn Levy, Andrew Stanton, Rebecca Thomas, Uta Briesewitz

Drehbuch: The Duffer Brothers, Jessica Mecklenburg, Justin Doble, Alison Tatlock, Jessie Nickson-Lopez, Paul Dichter, Kate Trefry, William Bridges, Curtis Gwinn

Produktion: The Duffer Brothers, Shawn Levy, Dan Cohen, Cindy Holland, Brian Wright, Matt Thunell, Karl Gajdusek, Iain Paterson

Musik: Michael Stein, Kyle Dixon

Staffeln: Staffel 01 (8 Episoden) (2016), Staffel 02 (9 Episoden) (2017), Staffel 03 (8 Episoden) (2019), Staffel 04 (8 Episoden) (angekündigt)

Länge: ca. 42-77 Minuten je Episode

Altersfreigabe: FSK 16 (Stand: 12.03.2021)

Universum: Stranger Things

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Stranger_Things | https://de.wikipedia.org/wiki/Stranger_Things#

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 14.01.2021


Mind Blown

Ihr findet gefallen an 80er Jahre Ästhetik aus Film und Fernsehen? Ihr steht auf geheimnisvolle Mysterien mit einer Prise Horror? Ihr liebt es mit stark geschriebenen Charakteren mitzufiebern und Kids ala Coming of Age heranwachsen zu sehen? Dann seid Ihr bei der Netflix-Originals-Serie „Stranger Things“ genau richtig.

„Geflasht“ – lautet der Titel der ersten Episode des Netflix-Specials „Beyond Stranger Things“. Passend, da dieser Titel wohl eine Zustandsbeschreibung von Millionen Serienfans sein könnte, egal ob nach oder während der mittlerweile drei Staffeln der Mysteryserie.

Als Teil der Invasion von Netflix hauseigenen „Originals“ schlich sich „Stranger Things“ auf leisen Füßen an uns heran – und brachte schnell die Wohnzimmerlichter zum flackern. Die geheimnisvolle Geschichte um Will Byers verschwinden hat uns kalt erwischt und wusste sofort zu faszinieren.

Erfunden und entwickelt von den Zwillingsbrüdern Matt und Ross Duffer, gehört „Stranger Things“ mittlerweile nicht nur zu den Top-Serien einschlägiger Bewertungsportale, sondern steht auch bei Netflix hoch im Kurs. Erst kürzlich wurde die Serie um eine vierte Staffel verlängert die wieder aus acht Episoden bestehen soll. Der genaue Starttermin steht noch aus.[1]


Winona Ryder als besorgte Mutter Joyce Byers

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Hawkins – 6. November 1983

Wir schreiben den 6. November 1983. Die Welt ist noch in Ordnung im fiktiven Örtchen „Hawkins“ im US-Bundesstaat Indiana.

Die vier besten Freunde und Klassenkameraden Mike, Dustin, Lucas und Will sind die typischen Nerds. In der Schule interessieren sie sich für Physik und Biologie. Als stolze Mitglieder des Wissenschaft-Clubs könnten sie neugieriger nicht sein und löchern ihren Lehrer Mr. Scott Clarke nur zu gerne. In ihrer Freizeit lieben sie es abzuhängen und sich ganz im Brettspiel Dungeons and Dragons zu verlieren.

Doch als Will Byers eines Tages verschwindet ist nichts mehr wie es war. Familie und Freunde sind in Aufruhr und fest entschlossen Will zu finden. Insbesondere Wills Mutter Joyce (Winona Ryder) ist krank vor Sorge.

Als die Freunde sich verzweifelt auf die Suche nach Will begeben, stoßen die Kinder im Wald auf ein verstörtes Mädchen mit kahl geschorenem Kopf. Wer ist dieses wortkarge Mädchen? Und was hat es mit Wills verschwinden zu tun?


Was geht in Hawkins nur vor sich?

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Die Hommage an die 80er

Vier Freunde fahren mit ihren Bonanza-Bikes die Straße entlang. Untermalt von synthetischen Sounds, werden wir geradewegs in die 80er Jahre Welt von „Stranger Things“ gesogen. Erahnen können wir noch nicht so recht, welch rätselhafte Gruselstimmung sich später ausbreiten wird. Eines wird jedoch sehr schnell klar: „Stranger Things“ ist eine Huldigung und Liebeserklärung an das 80er Jahre Kino und eine Art nostalgischer Rückblick zweier Brüder.

Die Duffer-Zwillinge erblickten 1984 das Licht der Welt, sind also selbst Kinder der 80er und machen keinen Hehl daraus ordentlich abgekupfert zu haben.[2] Wie Making-Off’s und Interviews auf Netflix zeigen, lassen sich zahlreiche Referenzen aus längts vergangenen Kinotagen und Kultfilmen manchmal leicht, manchmal aber auch erst beim genauen hinsehen erspähen. Ob die Vertreter des außerirdischen wie „E.T.“ oder „Alien“ oder auch Gänsehaut erregende Schocker wie „Shining“ und „Poltergeist“, dass alles mit einem Schuss „Zurück in die Zukunft“ und ganz viel „Die Goonies“ und „Stand by me“. Viele Große Filmnamen haben die Duffer-Brüder beim entwickeln von „Stranger Things“ inspiriert.[3] Und visuell ist ihr Baby ein Potpourri aus all diesen kultigen Produktionen längst vergangener Tage.

Doch nicht nur was Schnitt, Kamera, Belichtung  etc. angeht erschaffen die Brüder eine authentische Retrospektive. Viel mehr ist es die gesamte Geschichte und Umwelt von „Stranger Things“, in der wirklich jedes Detail von Charakterzeichnungen, elektrischen Geräten, über Deko-Artikel bis hin zu den Kostümen außergewöhnlich maßgefertigt und echt wirkt. Und selbst wenn man kein Kind der 80er ist, spürt man die nostalgischen Vibes in jeder Faser.

Wie und dass in „Stranger Things“ alles so gut funktioniert liegt darüber hinaus an der übernatürlichen Genre-Mixtur.


Eine kleine Auswahl an Referenzen in der Gegenüberstellung

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©https://goo-memes.blogspot.com/2017/07/memes-de-stranger-things-3-em-portugues.html?m=0

Übernatürliche Mixtur

In seiner Genre-Mischung aus Mystery, Horror, Fantasy, Thriller, Coming of Age und Drama besteht die Serie der Duffers aus einer wahrlich übernatürlichen Mixtur aus einer Vielzahl an Genre.

Vergleichbar mit den Neuverfilmungen des Horror-Klassikers „ES“ ist es oft der Kontrast zwischen den Kindern, welche den Zuschauer in die eigene Kindheit – eine Zeit der Verwundbarkeit – zurück denken lassen und den angsteinflößenden Elementen – welche die nervenaufreibende Spannung erzeugen.

„Stranger Things“ spielt dabei par excellence mit dem Übernatürlichen, liefert genau die richtige Dosis an Informationen die nötig sind aber gerade zu wenig, um so den Zuschauer wie besessen an der Fernbedienung nagen zu lassen.

Das Gefühl einer nahbaren Gefahr wie sie nur die besten Thriller erzeugen können. Das Gefühl einer großen Verschwörung, einer Welt innerhalb des Bildschirms. Die Versatzstücke aus denen „Stranger Things“ besteht sind beileibe nicht neu, doch in sich geschlossen als Konstrukt, als Ganzes, könnte „Stranger Things“ erfrischender und neuer nicht sein.


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Das Puzzle

Die Duffer-Brüder nutzen in „Stranger Things“ einen besonders befriedigenden Erzählstil. In seiner Narrative bedient sich die Serie an einem Erzählmuster, welches sie verstehen ideal umzusetzen.

Dabei werden mehrere Szenarien abwechselnd gezeigt, soweit so typisch. Alle hängen irgendwie miteinander zusammen, ohne dass die Charaktere dies wissen. Als Zuschauer sehnt man den Moment herbei, in dem alle ihre Puzzleteile miteinander verbinden und damit ermöglicht wird, die Verknüpfungen herzustellen um so plötzlich alles klar werden zu lassen. Wir wissen mehr als die Protagonisten und möchten es ihnen fast zuschreien.

Überhaupt, was „Stranger Things“ letztendlich an Storytelling auf kleinstem Raum leistet ist enorm. Jede Staffel folgt dabei dem gleichen Muster, welches aber nie langweilig wird. Mehrere Schauplätze die abwechselnd gezeigt werden, viele offene Fragen und Mysterien die dadurch generiert werden und eine Ursache von der alles ausgeht. Das ist das Rezept für eine regelrecht geladene Spannung und ebensolche Stimmung.


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Fazit – Ausgefeilter Mysterytrip mit Seele

„Stranger Things“ ist für Fans jetzt schon Kult und gehört ganz sicher zum besten was es in der Serienwelt bisher zu sehen gab.

Es ist eine stimmungsvolle, dichte Packung Serie mit einem Soundtrack der sowohl in seinen harten als auch in seinen weichen Momenten genau die richtigen Töne trifft. Ein Soundtrack der tief geht.


Die düstere Intromusik von „Stranger Things“

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©Netflix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Kein Wunder also, dass „Stranger Things“ ohne Zweifel eine Serie ist, die das Blut von Serienjunkies in Wallung geraten lässt.

Bei all dem Lob, gibt es da auch negative Kritikpunkte? Nein die gibt es für uns tatsächlich nicht. Jederzeit präzise erzeugt die Serie nicht nur den perfekten Thrill sondern lässt darüber hinaus auch emotionalste Momente und tiefste Freundschaften zu. Nicht nur die gesamte Geschichte sondern jeder einzelne Charakter wurde von den Duffers und ihrem Team so gut geschrieben, dass man sich in jeden auf eine andere Art verliebt oder sich mit jedem auf irgendeine Weise identifizieren kann. Die Schauspieler erwecken mit ihren Eigenheiten, die sie übrigens teilweise beim Dreh insinktiv mit einbrachten, wie sie in „Beyond Stranger Things“ verraten, die Figuren regelrecht zum leben.

Executive Producer  und Regisseur Shawn Adam Levy beschreibt die Faszination hinter „Stranger Things“ so:

Alles atmet diese Stranger Things – DNS, was eine Art Hymne für Außenseiter ist. Jeder in der Serie, jede der Figuren, hat an etwas zu knabbern, steht ein bisschen am Abgrund, ist voller Selbstzweifel. Und die Serie zieht alle hoch und vermittelt: „Alles wird gut.“Shawn Adam Levy in 'Beyond Stranger Things'

So verzahnt, so viel Liebe, so viel Herz, so viel Atmosphäre. „Stranger Things“ ist ein bis ins Detail ausgefeilter Mysterytrip mit Seele!


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Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Stranger Things“

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