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Kingdom Hearts Universum – Womit starten?!

Kingdom Hearts – Übersichtsseite

Im Jahre 2002 geschah etwas magisches und zugleich ungewöhnliches in der Welt der Videospiele.

Die legendäre japanische Rollenspielschmiede „Square Enix“ und der Trickfilmriese „Disney„, fädelten eine Partnerschaft ein, die auch Jahrzehnte später noch bestand haben sollte.

Mit dem ersten Serienteil „Kingdom Hearts“ debütierte das mittlerweile riesige Universum auf der PlayStation 2, einst am 28. März 2002 und sollte eine riesige Menge an Nachfolgern nach sich ziehen. Videospieler der ganzen Welt sind bis heute verzaubert sowie fasziniert von Sora und seinen tiefgreifenden Abenteuern.

Was es mit der sagenumwobenen Action-Rollenspiel-Reihe auf sich hat, was ein Fahrstuhl damit zu tun hat, warum die Story-Komponente sehr wichtig für das Franchise ist und in welcher Reihenfolge geneigte Fantasten die Spieleserie zocken sollten, verraten wir in unserem Artikel – zum „Kingdom Hearts“-Universum. Viel Spaß beim stöbern!


Hört hier das offizielle „Kingdom Hearts“ Thema mit dem Titel „Dearly Beloved“

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©Disney, Square Enix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Beschreibung

„Kingdom Hearts“ ist eine Videospielereihe die seit 2002 von Square Enix in Zusammenarbeit mit „Disney Interactive Studios“ produziert wird.

Die Reihe handelt vom Schlüsselschwertkrieger Sora und widmet sich im Wesentlichen dem klassischen Kampf von Gut (dem Licht) gegen das Böse (die Dunkelheit).

„Kingdom Hearts“ spielt in einer Welt kombiniert aus dem Disney- sowie „Final Fantasy„-Universum. Zahlreiche Charaktere unter anderem aus Animationsfilmen der „Disney Meisterwerke„-Reihe sowie Square Enix-Projekten tauchen in den Videospielen auf.


Hier ein honighaftes verschmelzen der Welten mit Sora und unserem liebsten Disney-Bären „Winnie Puuh

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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://www.deviantart.com/danchaos1/art/100-Acre-Wood-Kingdom-Hearts-Wallpaper-539391815

Über die Jahre hinweg erschienen seit 2002 zahlreiche Titel für diverse Plattformen sowie mehrere Neuauflagen. „Kingdom Hearts“ entwickelte sich so zu einem groß angelegten Franchise und kommerziellen Erfolg. Die überwiegende Mehrheit an Auskopplungen sind im Genre des Action-Rollenspiels beheimatet.

Insbesondere die gleichermaßen verschachtelte und über die Jahre immer weiter verzweigte und ausgebaute Geschichte von „Kingdom Hearts“ gilt als enorm komplex und steht mittlerweile wie keine andere Eigenschaft exemplarisch für das Franchise.


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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://www.deviantart.com/holydemons/art/Kingdom-Hearts-Collage-417286473

Ursprung

Als federführend bei der Entwicklung von „Kingdom Hearts“, insbesondere der Charaktere, gilt der japanische Gamedesigner und Künstler Tetsuya Nomura vom Entwicklerstudio Square Enix.

Neben der „Kingdom Hearts“-Reihe zeichnete sich dieser für das Charakterdesign wesentlicher Ableger der „Final Fantasy“-Videospiele, darunter „Final Fantasy VII“, „Final Fantasy VIII“, „Final Fantasy X“, Final Fantasy XIII“ sowie Final Fantasy XV“ verantwortlich.[1]


Tetsuya Nomura

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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://it.ign.com/kingdom-hearts/181024/feature/larte-di-tetsuya-nomura-genio-e-follia-del-director-di-final-fantasy-e-kingdom-hearts

Ungewöhnlich war die Zusammenarbeit von Disney und Square Enix auch deshalb, da insbesondere das kalifornische Medienunternehmen mit Sitz in Burbank dafür bekannt ist, Markenrechte offensiv zu schützen[2] und Disney einwilligten, dass ihre weltweit bekannten, exklusiv vermarkteten Charaktere, ihren Weg in das Spiel finden.

Das Projekt kam übrigens durch den Zufall zustande, dass seinerzeit beide Firmen im gleichen Gebäude in Japan ansässig waren und der Produzent Shinji Hashimoto einen Verantwortlichen von Disney im Aufzug des Gebäudes traf, wie es auf Wikipedia heißt.[3]

Ursprünglich sei ein Fokus auf das Gameplay mit einer simplen Geschichte geplant gewesen, um der jungen Disney-Zielgruppe zu entsprechen. Nach Intervention des ausführenden Produzenten Hironobu Sakaguchi, seines Zeichens übrigens Schöpfer der „Final Fantasy“-Reihe, mit dem Hinweis, man müsse das Spiel auf das Niveau besagter Reihe bringen, entwickelte Gamedesigner Nomura die Geschichte weiter.[4]

Irgendwie ironisch, wenn man bedenkt, dass heute genau diese vielschichtige und weit verzweigte Story das Aushängeschild von „Kingdom Hearts“ ist.


Variante eines Zeitstrahls  zur „Kingdom Hearts“-Chronologie. Weiter unten findet Ihr weitere Formen

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© https://www.ingame.de/specials/kingdom-hearts-special-worum-geht-es-womit-anfangen-alle-spiele-im-ueberblick/

Chronologie

Nicht wenige Videospieler stoßen während ihrer Gaming-Laufbahn auf die Frage, in welcher Reihenfolge die „Kingdom Hearts“-Spiele gespielt werden sollten.

Welche Reihenfolge ist eigentlich die richtige, um die Handlung chronologisch zu verfolgen? Und macht diese Herangehensweise überhaupt Sinn? Wir erklären es Euch in unserem Artikel.

Zuerst einmal, zeigen wir Euch welche Spiele bereits erschienen sind und wann diese veröffentlicht wurden. Bereits von uns rezensierte Werke sind entsprechend verlinkt. Danach widmen wir uns der chronologischen Reihenfolge der Haupthandlungen.

Vor nicht allzu langer Zeit endete mit „Kingdom Hearts III“ übrigens die „Sucher der Dunkelheit“-Saga. Laut Schöpfer Tetsuya Nomura soll das Universum in Zukunft weiter ausgebaut werden.[5]

Spiele nach Erscheinungsjahr

  • 2002 – Kingdom Hearts (PlayStation 2)
  • 2003 – Kingdom Hearts: Chain of Memories (GameBoy Advance)
  • 2006 – Kingdom Hearts II (PlayStation 2)
  • 2007 – Kingdom Hearts – Re:Chain of Memories (PlayStation 3)
  • 2008 – Kingdom Hearts re: Coded (Nintendo DS)
  • 2009 – Kingdom Hearts 358/2 Days (Nintendo DS)
  • 2010 – Kingdom Hearts Birth by Sleep (PlayStation Portable)
  • 2012 – Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance (Nintendo 3DS)
  • 2013 – Kingdom Hearts HD 1.5 & 2.5 ReMIX(PlayStation 4, Xbox One)
  • 2016 – Kingdom Hearts X / Back Story (Smartphone)
  • 2017 – Kingdom Hearts 2.8 Final Chapter Prologue (Kingdom Hearts Birth by Sleep 0.2) (PlayStation 4)
  • 2019 – Kingdom Hearts III (PlayStation 4, Xbox One)

Ganz schön viele Spiele, da ist es nicht verwunderlich wenn man hier schon mal den Überblick verliert.

Wenn ihr die Geschichte von „Kingdom Hearts“ in der chronologisch richtigen Reihenfolge der Handlungen spielen wollt, verraten wir euch jetzt, wo ihr beginnen solltet.

Spiele nach Abfolge der Haupthandlungen

  • Kingdom Hearts X/Back Cover (Diese Geschichte erklärt euch die Ereignisse vor dem Beginn des Schlüsselschwert-Krieges. Die Handlung ist nur als Film auf der „HD-Collection 2.8“ und „The Story So Far“ enthalten.)
  • Kingdom Hearts Birth by Sleep (Das Spiel erzählt die Geschichte von Aqua, Ventus und Terra. Ihr Abenteuer ist der Beginn für die Geschichte von Sora, Donald und Goofy. Als Neuauflage in der „HD-Collection 1.5+2.5. ReMix“ und „The Story So Far“ enthalten.)
  • Kingdom Hearts (Der Anfang von Soras, Donalds und Goofys Abenteuer sowie das erste Spiel der Hauptreihe. Heute als Neuauflage auf der „HD Collection 1.5+2.5. ReMix“ und „The Story So Far“ erhältlich.)
  • Kingdom Hearts Re:Chain of Memories (Die Geschichte setzt zugleich an die von „Kingdom Hearts“ an und gilt als Nachfolger des Hauptspieles. Hier tritt zum ersten mal die Organisation XIII auf. Spielbar auf der „HD-Collection 1.5+2.5. ReMix“ und „The Story So Far“.)
  • Kingdom Hearts 358/2 Days (Das Spiel fokussiert sich auf Roxa und spielt zwischen dem Ende von „Kingdom Hearts“ und dem Anfang von „Kingdom Hearts II“. Spielbar nur auf dem Nintendo DS oder als Film auf der „HD-Collection 1.5+2.5. ReMix“ und „The Story So Far“ erhältlich.)
  • Kingdom Hearts II (Das Abenteuer von Sora, Donald und Goofy geht weiter. Die Organisation XIII ist noch gefährlicher und die Suche nach Riku setzt sich fort. Spielbar auf der „HD-Collection 1.5. + 2.5 ReMix“ und „The Story So Far“.)
  • Kingdom Hearts re: Coded (Setzt an „Kingdom Hearts II“ an. Dieses mal geht es um das Tagebuch von Jiminy die Grille. Selbst König Mickey muss nun weiter helfen. Ein neues Abenteuer beginnt. Das Spiel ist nur auf dem Nintendo DS spielbar oder als Film auf der „HD-Collection 1.5+2.5. ReMix“ und „The Story So Far“ erhältlich.)
  • Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance (Riku und Sora stellen sich der Prüfung des Schlüsselschwertes. Doch auch hier lauert wieder eine Dunkelheit, die es auf die beiden abgesehen hat. Auf dem 3DS spielbar oder auf der „HD-Collection 2.8“ und „The Story So Far“.)
  • Kingdom Hearts Birth by Sleep 0.2 (Die Handlung dient als Epilog zu „Kingdom Hearts Birth by Sleep“ und als ein Vorspiel zu „Kingdom Hearts III“. Deshalb kann das Spiel auch direkt nach „Birth by Sleep“ gespielt werden oder als Vorspiel zu „Kingdom Hearts III“ dienen. Das Spiel nutzt neben „Kingdom Hearts III“, das erste mal die „Unreal Engine“. Spielbar auf der „HD-Collection 2.8“ und „The Story So Far“.)
  • Kingdom Hearts III (Ein ganz neues Abenteuer und das Ende der „Sucher der Dunkelheit“-Saga  erwartet uns hier. Die Geschichte vom Schlüsselschwertträger geht weiter. Lasst euch überraschen! Spielbar als eigenständiges Spiel mit dem Titel „Kingdom Hearts III“. Ist Stand jetzt (03.04.2022) auf keiner Collection vorhanden!)

Weitere Versionen von „Kingdom Hearts“-Zeitleisten

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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://www.reddit.com/r/KingdomHearts/comments/5f4w9f/media_my_kingdom_hearts_timeline/

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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://www.deviantart.com/danchaos1/art/Kingdom-Hearts-Timeline-2002-2014-463214485

Wie nun spielen?

Auch wir haben uns die Frage gestellt: In welcher Reihenfolge erleben?!

Die Antwort ist unbefriedigend. Es gibt wohl nicht die „eine Wahrheit“ oder die eine „richtige“ Herangehensweise. Es ist ganz einfach Geschmackssache!

Sollte man etwa mit „Birth by sleep“ seine Reise durch das „Kingdom Hearts“-Franchise starten? Grundsätzlich macht es ja durchaus Sinn, die Geschichte des riesigen Universums nach der Chronologie der Haupthandlungen, also storytechnisch von Anfang bis Ende zu erleben. Unsere Redakteurin Lissa etwa bevorzugt diese Variante, um die Story in vollen Zügen genießen zu können.

Auf der anderen Seite fällt es dadurch vielleicht deutlich schwerer die Entwicklung des Gameplays und der Eigenschaften der „Kingdom Hearts“-Spiele nach Veröffentlichung, also sozusagen im Laufe der Generationen und gleichzusetzen mit dem Erleben der Entwickler nachzuvollziehen. Der Youtuber „Bacon Zack“ beispielsweise, welcher der „Kingdom Hearts“-Reihe ein fast dreistündiges Video gewidmet hat, empfiehlt das Spielen nach Releasedatum, da die Spiele „dramaturgisch aufeinander aufbauen“ würden.[6]

Fällt es paradoxerweise vielleicht sogar leichter die Geschichte zu verstehen, wenn man diese so erlebt, wie auch die Entwickler sie erlebt haben? Schließlich ist eine Vorgeschichte nicht weniger als eine Geschichte, die im Nachgang als Vorgeschichte konzipiert wurde.

Ihr seid nach all dem etwas verwirrt? Wir auch – willkommen in der Welt von „Kingdom Hearts“!


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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://www.deviantart.com/danchaos1/art/The-Vistas-of-Kingdom-Hearts-420484019, https://www.deviantart.com/danchaos1/art/The-Vistas-of-Kingdom-Hearts-II-470067629

Was Ihr sonst noch wissen solltet

Am 29.März 2019 erschien eine neue HD-Collection mit dem Namen „Kingdom Hearts – The Story So Far“ für die PlayStation 4. Hier sind alle Spiele und Filme der bisherigen HD-Collections enthalten. Als Ausnahme dient der neueste Ableger „Kingdom Hearts III“, der nicht enthalten ist.

Im Jahr 2020 erschien eine sogenannte „All-in-One Collection“ exklusiv im PlayStation Store. Diese beinhaltet im Grunde „The Story so far“ inklusive „Kingdom Hearts III“. Der DLC „Re:Mind“ für „Kingdom Hearts III“ ist jedoch nicht enthalten!

Wir hoffen wir konnten Euch mit unserem Artikel ein wenig unter die Arme greifen, wenn ihr als Neulig vorhaben solltet, in die magische Welt von „Kingdom Hearts“ einzusteigen.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Erleben dieser außergewöhnlichen Spielereihe!


 

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©Square Enix, ©Disney | Quelle: https://disney.fandom.com/wiki/The_Disney_Wiki?file=Kingdom+Hearts+Dream+Drop+Distance+%28Art%29.png

Anmerkung zur Seite

Dies ist die Übersichtsseite des Kingdom Hearts Universums auf derofa.de.

Auf Übersichtsseiten fassen wir unter dem Begriff „Universum“ alle für uns relevanten Werke eines Franchise oder eines Themas zusammen.

Die Übersichtsseiten verfolgen keinen Anspruch auf eine vollständige Auflistung aller je erschienenen Werke einer Marke oder eines Themas, sondern dienen der Übersicht der bisher veröffentlichten und der möglicherweise kommenden Beiträge auf derofa.de.


 

Love, Death & Robots (2019 – …)

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©Netflix
  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Mit „Love, Death & Robots“ erfüllte sich Tim Millers und David Finchers Traumprojekt, welches mehr als zehn Jahre schwelen musste, um endlich verwirklicht zu werden.

Die Science-Fiction-Animationsserie, bestehend aus einzelnen Kurzfilmen, ist dabei eine Art Hommage an den 1981 erschienen, ähnlich gelagerten „Heavy Metal“, von den Regisseuren Gerald Potterton und Jimmy T. Murakami.

Was die ungewöhnliche Anthologie-Serie zu bieten hat und wie geschickt Fincher die nötige künstlerische Freiheit für die Plattform für Künstler der ganzen Welt einräumte, verraten wir in unserer Kritik.

Genre: Science-Fiction, Animation, Endzeit, Utopie & Dystopie

Originaltitel: Love, Death & Robots

Produktionsland: USA, Spanien, Frankreich, Südkorea, Belgien, Vereinigtes Königreich, Polen, Kanada, Russland, Ungarn, Dänemark

Produktionsfirma: Netflix | Blur Studio

Showrunner: Tim Miller[1] (Staffel 01), Jennifer Yuh Nelson[2] (Staffel 02)

Regie: Diverse

Drehbuch: Diverse

Produktion: David Fincher, Tim Miller, Jennifer Miller, Joshua Donen

Musik: Diverse

Staffeln: Staffel 01 (18 Episoden) (2019), Staffel 02 (8 Episoden) (2021), Staffel 03 (8 Episoden, für 2022 angekündigt)[3]

Länge: ca. 6-18 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 18 (lt. Netflix) (Stand: 10.03.2022)

Veröffentlichung: Staffel 01 (15.03.2019), Staffel 02 (14.05.2021), Staffel 03 (angekündigt für 2022)[3]

Ähnliche Titel: Memories (1995), Black Mirror (2011-2019), Bescheidene Helden (2018), Flavors of Youth (2018)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Love,_Death_%26_Robots | https://de.wikipedia.org/wiki/Love,_Death_%26_Robots

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 22.02.2022

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Animierte Kurzfilme im Serienformat

In der Welt der Animation sticht das Format der Kurzfilme besonders heraus. In nur wenigen Minuten vermögen (gut gemachte) kleine Kunstwerke, oft mehr zu beeindrucken als herkömmliche Langfilme. Doch viel Zeit bleibt Schöpfern nicht, die Gunst des Zuschauers für sich zu gewinnen. Umso wichtiger sind spannende Themen, packende Twists, visuelle Schauwerte und ein unverwechselbarer Stil.

Das wissen wohl auch die kreativen Köpfe, die hinter der Netflix-Anthologie-Serie „Love, Death & Robots“ stecken. Tim Miller („Deadpool“) und niemand geringerer als David Fincher („Sieben“, „Fight Club“, „Mindhunter„) haben sich zusammen getan, um ihrer Vorstellung eines Remakes des 80er Jahre Animationsfilmklassikers „Heavy Metal“ Ausdruck zu verleihen.[4] Und wohl eine Plattform für Künstler der ganzen Welt zu bieten, um drei übergeordneten Themen in Animations- und Kurzfilmform zu begegnen.

Das Projekt war übrigens ursprünglich bereits seit 2008 unter dem Banner von Paramount Pictures angekündigt. Da sich jedoch keine Geldgeber fanden, brachte erst Tim Millers Erfolg der aus „Deadpool“ resultierte, das Projekt wieder auf den Tisch. Die erforderliche kreative Freiheit soll Fincher geschickt eingefädelt haben. So sagte er in einem Telefonat zu Miller:

Scheiß auf das Filmzeug, bringen wir es einfach zu Netflix, denn die lassen uns machen was wir wollen.David Fincher


Der 1981 erschienene Zeichentrickfilm „Heavy Metal“ diente als Inspiration

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Quelle: https://www.filmaffinity.com/us/filmimages.php?movie_id=179187

Liebe, Tod & Roboter

Inhaltlich haben alle Kurzfilme des Science-Fiction Konvoluts, welches mit einer Altersfreigabe von 18 Jahren an Erwachsene gerichtet ist, fast immer dreierlei gemeinsam.

Erstens: Explizite, blutige Gewaltdarstellungen! Zweitens: Jede Menge nackte Haut und Sex! Drittens: Roboter, künstliche Intelligenzen,  Androiden, Cyborgs und mehr.

Ebenso ein wiederkehrendes Element sind die Schauplätze, die aus dem interessantesten Schöpfen was das Science-Fiction Genre zu bieten hat. Düstere Apokalypsen, Schreckensvisionen, weit entfernte Planeten und Zukunftsszenarien sind als Motto fest in „Love, Death & Robots“ verankert.

Beim flanieren auf dystopischen Schauplätzen, stießen wir auf meist gute, selten schwache und manchmal herausragende Werke. Deshalb haben wir uns exemplarisch die drei (unserer bescheidenen Meinung nach) besten herausgepickt, die wir Euch im folgenden genauer präsentieren wollen.

Übrigens: Jeder Kurzfilm ist unabhängig, erzählt eine in sich geschlossene Handlung und kommt mit einer Länge von etwa 6-20 Minuten daher. Dabei ungewöhnlich ist, dass die auf Netflix angezeigte Reihenfolge der Episoden sich unterscheidet und per Zufall in vier Varianten dargestellt wird.[5]


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Favorit 1 – „Gute Jagdgründe“

Unser erster Favorit ist sogleich auch unser persönlicher Gesamtsieger und erzählt die Geschichte von zwei kampfmönchähnlichen Geisterjägern aus dem alten China.

Renshu und sein noch unerfahrener Sohn Liang suchen ihre Beute und finden sie in Form einer sogenannten „Hulijing“ (dt. Fuchsfee).[6] Die fabel- und fuchsähnlichen Wesen, sind in der Lage Ihre Gestalt der der menschlichen anzupassen und haben große kämpferische Fähigkeiten. Auf der Jagd begegnet Liang eines Tages der Hulijing Yan.

Als er einige Jahre später auf sich alleine gestellt ist, beschließt er sein beschauliches Heimatdorf zu verlassen und nach Hong Kong zu gehen. Die Stadt steht unter der Herrschaft englischer Kolonialherren, welche die chinesische Bevölkerung ausnutzen, geringschätzen, diskriminieren und unterdrücken. Als Liang im Rahmen seiner Arbeit für ein Bahnunternehmen seine Liebe für Maschinen entdeckt, verändert sich sein Leben.

Die Wege von Liang und Yan, die sich eins kreuzten, spielen im weiteren Verlauf eine Rolle, die wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten möchten.


Liang und Fuchsfee Yan blicken in die Ferne

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©Netflix | Quelle: https://www.actionfreunde.de/love-death-robots-staffel-1/4/

„Gute Jagdgründe“ (engl. Titel „Good Hunting“) wurde vom koreanischen Studio „Red Dog Culture House“ produziert. Regie führte Oliver Thomas. Das Drehbuch stammt von Philip Gelatt sowie Ken Liu.[7]

Im diesem 17-minütigen Kurzfilm trafen wir auf ein ganzes Sammelsurium an Elementen, die uns beeindruckt haben.

Der Zeichenstil erinnerte uns stilistisch an Werke wie „Pocahontas“, „Atlantis“ oder „Mulan, allesamt Filme der Traumschmiede Disney. Dieser Stil steht jedoch im Kontrast zu den doch ernsten und harten Themen wie Diskriminierung und Ausbeutung sowie expliziten sexuellen und blutigen Darstellungen, die man so nicht erwarten würde. „Gute Jagdgründe schafft es dabei jedoch immer sich auch einen Funken des unbeschwerten Zaubers zu bewahren und durch diese Mischung eine unheimlich dichte Stimmung zu erzeugen.


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©Netflix | Quelle: https://www.imdb.com/title/tt9788498/

Wenn zeichnerisch eine enorme Detailtiefe bei der Herstellung von Liangs Apparaten zur Geltung kommt und die Darstellung des steampunk-esquen, düsteren und industrialisierten, von der Kolonialmacht unterdrückten Hong Kongs einzug findet, entwickelt sich eine Sogwirkung.

Letztendlich ist wohl neben dieser virtuosen Umsetzung auch das zugrundeliegende Skript die riesengroße Stärke, da es mit verschiedensten Facetten weiß, sowohl eine faszinierend fantasievolle wie auch gesellschaftskritisch bedeutungsvolle Geschichte zu erzählen. Die bedrückende Stimmung die trotzdem Platz für Schönheit lässt ist ein Kernelement von „Gute Jagdgründe“.

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… faszinierend gezeichnete Baupläne für den chinesischen Ingenieur Liang und sein bescheidenes Herz am rechten Fleck.


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©Netflix | Quelle: https://twitter.com/sylvainsarrailh/status/1221795136667029504

Favorit 2 – „Zima Blue

Ein aufstrebender Künstler ist in aller Munde und fängt mit seinen Werken selbst diejenigen ein, die sich nicht für Kunst interessieren. Interviews gibt er bereits seit 100 Jahren nicht mehr, doch ist es ihm ein Anliegen die Reporterin Claire Markham für sein neuestes und möglicherweise letztes Projekt, auf sein Anwesen mittem im blauen Meer einzuladen.

Zima Blue entwickelt sich selbst und damit auch seine Kunst stetig weiter und scheint an einem Punkt angekommen, an dem er bereits weit über die Frage nach „dem Sinn“ hinweg philosophiert hat.

Doch was sein nächstes Kunstwerk sein wird, damit hat niemand gerechnet.


Zima Blue begrüßt die Reporterin Claire

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©Netflix | Quelle: https://www.imdb.com/title/tt9788510/

„Zima Blue“ wurde vom britischen Studio „Passion Animation“ produziert. Regie führte Robert Valley. Das Drehbuch stammt von Philip Gelatt sowie Alastair Reynolds.[8]

Zuerst dachten wir „Zima Blue“ befände sich in unserer Top 3, weil er einen außergewöhnlichen, untypischen Zeichenstil mit sich bringt. An was uns die Optik erinnerte, konnten wir nicht festmachen, doch war es definitiv eine spezielle.


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©Netflix | Quelle: https://www.pinterest.de/gown86/zima-blue/

Doch schnell stellten wir fest, dass nicht nur die visuelle Komponente sondern mindestens genau so gewichtig die zugrundeliegende Kurzgeschichte, des britischen Science-Fiction Autors Alastair Reynolds, dafür sorgte, uns über die Laufzeit von 10 Minuten in seinen Bann zu ziehen. Vielleicht hätte Zima das sogar etwas länger geschafft.

Das Herzstück des Kurzfilms ist ein Twist der nicht verraten werden darf. Und bis dieser im Einklang mit Zima Blues einscheidendem Meisterstück enthüllt wird, erfreuten wir uns über die erzählenden Stimmen, die auf den Punkt genau und ohne jede Umwege die Bilder ergänzten und so zu etwas ganz eigenem machten.

  …

… durchdachte Kunstwerke bis zur Enthüllung von Zima Blue´s finaler Erkenntnis.


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©Netflix | Quelle: https://medium.com/@katalchain/zima-blue-788c320b5a35

Favorit 3 – „Pop Squad“ (dt. „Jäger und Gejagte“)

„Jäger und Gejagte“ (engl. Titel „Pop Squad“) wurde vom US-amerikanischen „Blur Studio“ produziert und ist damit eine der insgesamt sechs Episoden von „Love, Death & Robots“, welche von Tim Millers eigenem Studio produziert wurde.[9] Regie führte Jennifer Yuh Nelson. Das Drehbuch stammt von Philip Gelatt sowie Paolo Bacigalupi.[10]

Der Kurzfilm ist für uns zweifelsohne der stärkste der zweiten Staffel. Der Titel verrät übrigens sehr wenig über den eigentlich brisanten Inhalt.


Die dystopische Welt von „Pop Squad“

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In einer Welt von morgen hat die Überbevölkerung ihren Höhepunkt erreicht und apokalyptische Ausmaße angenommen. Die Einschätzungen von Moral und Ethik innerhalb der Gesellschaft haben sich verschoben.

Der dunkel gekleidete und mit einem schwarzen Hut gekrönte Detective Briggs, geht Tag ein Tag aus seiner Arbeit nach. Eine Arbeit, die wohl viele Einsatzkräfte mental nicht überstehen würden. Doch schon bald entwickeln sich Zweifel und Briggs zögert. Ist sein Weg der richtige?


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©Netflix | Quelle: https://www.netzwelt.de/buzz/189067_4-love-death-robots-ende-aller-staffel-2-episoden-erklaert.html

„Jäger und Gejagte“ thematisiert ein Problem was schon jetzt auf unserem Planeten immer wieder für Zundstöff sorgt. Die Weltpopulation wächst rasant und der Platz ist endlich.

Doch was bedeutet es wenn dieser Umstand dafür sorgt, dass unsere Moralvorstellungen völlig neu gedacht werden müssen?

Keine Kinder zu kriegen ist wohl ein kleiner Preis – für die eigene Unsterblichkeit.Alice

„Pop Squad“ ist ein CGi-Animationsfilm welcher sowohl die düsteren Folgen, die ethischen Fragen, als auch eine fasziniernd dystopische Welt miteinander kombiniert und damit ein aufrüttelndes Kleinod darstellt, was man unbedingt gesehen haben sollte!

  …

… schwarze Hüte für einen zweifelnden Polizisten, der versucht aus seinen persönlichen, dystopischen Traumata zu entfliehen.


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©Netflix | Quelle: https://www.netzwelt.de/buzz/189067_4-love-death-robots-ende-aller-staffel-2-episoden-erklaert.html

Fazit – Stimmungsvolles Science-Fiction-Paket

„Love, Death & Robots“ ist eine Serie die aus dem Einheitsbrei heraussticht. Durch die Konstellation der Animations- Anthologie- und Science-Fiction-Serie wird künstlerisch, unabhängig und inhatlich viel Brennstoff für einige packende Kurzfilme geboten.

Von experimentellen über fantastischen bishin zu lustigen, unheimlichen oder gesellschaftskritischen ist in „Love Death, Robots“ alles dabei, was das Herz des offenen und nach frischem hungernden Zuschauers begehrt. Immer wieder werden thematische Parallelen zur außergewöhnlich guten Anthologie-Serie „Black Mirror“ erkennbar.

Als stilistisch etwas langweilig empfanden wir die hohe Anzahl an Kurzfilmen, die mittels Motion Capturing, die Bewegungen von echten Schauspielern nutzten. Fairerweise sei gesagt, dass diese jedoch nicht unbedingt schlechter sind als die Vollblut-Animierten. Und auch wenn in der Breite die Qualität doch etwas schwankt und auch mindestens ein Totalausfall („Alternative Zeitachsen“) dabei ist, überwiegt insgesamt der positive Eindruck deutlich.

Die herausragenden unter Ihnen, wie unsere Top 3, bestehend aus „Gute Jaggründe“, „Zima Blue“ sowie „Jäger und Gejagte“, möchte man am liebsten gleich mehrmals bestaunen. Sie sind für uns schon jetzt kleine Kultfilme fürs heimische Kino. Doch auch der actionreiche, bildgewaltige „Geheimkrieg“ der mandalorianer-ähnliche „Snow in der Wüste“, der irgendwie unheimliche und trotzdem lustige „Die Müllhalde“ sowie der thematisch ungewöhnlich kombinierte „Gestaltwandler“, sind allesamt unkoventionelle Ausnahmewerke.

Deshalb freuen wir uns, dass Tim Miller und David Fincher ihr Traumprojekt nach langem warten endlich verwirklichen konnten und damit vielen originellen Köpfen eine Bühne bieten, um ihre ganz eigene Art von Geschichte zu erzählen.

Wir sind gespannt auf die dritte Staffel, die im Jahr 2022 auf Netflix erscheinen soll. Auf das diese in acht Episoden für weitere eindrucksvolle Kurzfilm-Ausflüge mit allen erdenklichen Möglichkeiten sorgen wird.[11]


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Was haltet Ihr vom wahr gewordenen Traumprojekt von Tim Miller und David Fincher? Teilt eure Gedanken zu „Love, Death & Robots“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und kreative Animationsstudios der ganzen Welt sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Love, Death & Robots“

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The Witcher (2019 – …)

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  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Mit „The Witcher“ läutete Netflix im Jahr 2019 den Start einer neuen Serienadaption rund um Geralt von Riva ein.

Bücherwürmern und Videospielern ist der mutierte Hexer bereits bestens bekannt. Die Netflix-Serie will sich zwar an der Buchvorlage orientieren, doch steckt nicht vielleicht auch etwas Videospiel in der Produktion?

Was die einzelnen Staffeln bisher zu bieten haben, verraten wir euch übersichtlich in unseren Kritiken zu „The Witcher“.

Genre: Fantasy, Action, Abenteuer

Originaltitel: The Witcher

Produktionsland: USA, Polen

Produktionsfirma: Netflix | Sean Daniel Company, Stillking Films, Platige Image, One of Us, Cinesite

Showrunner: Lauren Schmidt Hissrich

Regie: Alik Sakharov, Alex Garcia Lopez, Charlotte Brändström, Marc Jobst, Stephen Surjik, Sarah O’Gorman, Ed Bazalgette, Louise Hooper

Drehbuch: Lauren Schmidt Hissrich, Jenny Klein, Beau DeMayo, Declan de Barra, Sneha Koorse, Haily Hall, Mike Ostrowski, Clare Higgins, Sneha Koorse, Matthew D’Ambrosio

Produktion: Sean Daniel, Jason Brown, Tomasz Bagiński, Jarosław Sawko, Lauren Schmidt Hissrich, Alik Sakharov

Musik: Sonya Belousova, Giona Ostinelli (Staffel 01) | Joseph Trapanese (Staffel 02)

Staffeln: Staffel 01 (8 Episoden) (2019), Staffel 02 (8 Episoden) (2021), Staffel 03 (angekündigt)[1]

Länge: ca. 47-67 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 16 (lt. Netflix) (Stand: 08.02.2022)

Veröffentlichung: Staffel 01 (20.12.2019), Staffel 02 (17.12.2021), Staffel 03 (angekündigt)

Universum: The Witcher

Nachfolger: The Witcher: Nightmare of the Wolf (Prequel, Animationsfilm) (2021), The Witcher: Blood Origin (Prequel, Realserie) (2022)

Ähnliche Titel: The Mandalorian (2019 – …), Cowboy Bebop (2021)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Witcher_(TV_series) | https://de.wikipedia.org/wiki/The_Witcher_(Fernsehserie)#Episodenliste

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Lesezeit Beschreibung: ca. 1 Minute

Beschreibung – Hexer in Serie

Mit “The Witcher” veröffentlichte Netflix im Jahr 2019 eine neue Serien-Adaption rund um den Hexer Geralt von Riva.

Die Serie basiert auf der polnischen Buchreiche des Autors Andrzej Sapkowski, der sogenannten “Geralt-Saga”.

Internationale Bekanntheit und popkulturelle Relevanz erlangten die Geschichten über den “weißen Wolf” insbesondere durch die Videospiel-Interpretationen des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt RED.

Dessen dritter Teil aus dem Jahre 2015 erhielt laut Entwickler mehr als 800 Auszeichnungen, davon ca. 250 für das Spiel des Jahres.[1]

Die neue Netflix-Serie orientiert sich an den Büchern von Sapkowski, setzte jedoch Charaktere und/oder Ereignisse in einen anderen Kontext zur Vorlage.[2] Im Verhältnis zum Videospiel “The Witcher 3: Wild Hunt” (2015), erzählt die Fantasy-Serie eine Vorgeschichte mit einem jüngeren Geralt von Riva.

Die Hauptrolle des Geralt wird vom britischen Schauspieler Henry Cavill verkörpert, der besonders für seine Rolle als Superman in den Comic-Verfilmungen “Man of Steel” (2013) sowie “Batman vs. Superman” (2016) bekannt ist. In weiteren Rollen sind Freya Allan sowie Anya Chalotra zu sehen.

Die erste Staffel umfasst acht Episoden und wurde am 20. Dezember 2019 auf der Streaming-Plattform Netflix veröffentlicht.

Eine zweite Staffel wurde von Netflix am 17. Dezember 2021 veröffentlicht und umfasst erneut acht Episoden.[3] Eine dritte Staffel ist angekündigt, soll wohl aber frühestens 2023 erscheinen.[4]

Review – Staffel 01 (2019)

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©Netflix

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 29.02.2020

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit der ersten Staffel)


„Der weiße Wolf“

In der Haupthandlung der eigentlichen Geschichte von „The Witcher“ – die in der neuen Serie nur grob angedeutet wird – wurde Geralt von Riva als Kind von seiner Mutter, der Zauberin Visenna, in der alten Festung der Hexer “Kaer Morhen” zurück gelassen. Dort erhielt er durch Mutationen, während der Ausbildung zum Hexer, übernatürliche physische Kräfte und geistige Fähigkeiten.[5]

Hexer werden in der Welt von “The Witcher” als aussätzige, abstoßende und verachtenswerte Geschöpfe betrachtet. Das bekämpfen von Monstern ist jedoch ihre Spezialität und wird deshalb klassischerweise mit Gold vergütet.

Mit seinem Pferd Plötze streift Geralt durch das Land. Durch eine Schicksalhafte Begegnung und der sogenannten “Vorhersehung”, ist er mit einem Kind aus dem Königreich Cintra verbunden. Als das verfeindete Königreich Nilfgaard in Cintra einmarschiert, holt Geralt die Verantwortung aus der Vorhersehung ein und er macht sich auf die Suche nach dem Kind.

Außerdem dreht sich die erste Staffel der Serie um eine Zauberin, die den Fans bereits bestens bekannt sein sollte sowie andere Weggefährten von Geralt. Diese möchten wir an dieser Stelle jedoch nicht verraten.


Schauspieler Henry Cavill als „der weiße Wolf“ in der Netflix Serienadaption

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©Netflix

Gamer-Herzen & Leseratten

Wir behaupten einfach mal: Nur eingefleischte Fantasy-Fans unter den Leseratten kannten die “Geralt-Saga” des polnischen Buchautors Andrzej Sapkowski, bevor das Entwicklerstudio CD Project RED im Jahr 2007 mit ihrer Spielereihe für größere internationle Bekanntheit des Hexers sorgte.

Mit dem dritten Teil “The Witcher 3: Wild Hunt” erreichte das Fantasy-Epos schließlich sogar den Mainstream und war für viele DAS Videospiel des Jahres – wenn nicht sogar das beste Spiel der vergangenen Dekade. Heute gilt es zweifelsohne als Maßstab im Rollenspiel-Genre.

Dass Netflix nun eine neue Serie rund um den wortkargen und abgeklärten Monsterschlächter Geralt in Auftrag gegeben hat, liegt deshalb wohl vor allem am großen Erfolg des Videospiels – auch wenn die Serie offiziell auf der Buchvorlage von Sapkowski basiert.

Die Vermutung liegt nahe, dass sich bei der Umsetzung nicht nur die Bücher, sondern auch die Videospielreihe genauer angeschaut wurde, um die zahlreichen Fans des Monsterjägers nicht zu verprellen.

Geralt von Riva ist jedenfalls ganz bestimmt ein Name der Gamer-Herzen höher schlagen lässt und für eine hohe Erwartungshaltung bei Fans der Bücher und Videospielen gleichermaßen sorgte.


Einige Cover der Buchvorlage die als „Geralt-Saga“ bezeichnet wird

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Quelle: https://fictionhorizon.com/best-order-to-read-the-witcher-books/

Links Monsterschlächter Geralt aus dem Videospiel von CD Projekt RED. Rechts der britische Netflix-Witcher Henry Cavill.

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Quelle: https://unleashthegamer.com/netflix-witcher-games-books/

High-Fantasy

Wer den Stoff von “The Witcher” kennt und bereits Bekanntschaft mit der düsteren und bezaubernden Fantasy-Welt gemacht hat, der fühlt sich sofort heimisch in den Landen, die uns stilistisch geradewegs in eine magische Version des europäischen Mittelalters versetzen. Sowohl in seiner altertümlichen Sprache als auch in seinen Kulissen erinnert die Serie an ähnliche Werke im Genre wie z.B. “Game of Thrones” (2011-2019).

Typisch für das High-Fantasy-Genre ist auch, dass “The Witcher” nicht immer leicht zu verstehen ist und viel Aufmerksamkeit vom Zuschauer erfordert. Unglücklicherweise verstärken die Produzenten diesen schwierigeren Zugang noch, indem sie die Serie teilweise zeitlich durcheinander erzählen. Dabei treffen verschiedene Zeitebenen auch mal innerhalb einer Folge aufeinander und müssen im Kopf erst verknüpft und eingeordnet werden. Dies kann verwirrend sein und manches mal konfus und chaotisch wirken.

Unsere Erwartungen erfüllt die neue Serie um den Hexer trotz dieser schwierigen Verbindung. In einer Kombination seiner Stärken und Bestandteile, weiß der weiße Wolf abzuliefern.

Da wäre als Basis die interessante Geschichte, die trotz oder gerade wegen der mehreren Zeitebenen, gut miteinander verzahnt scheint. Für die Ohren wäre da die überaus stimmige Musik, die zwar nicht ganz an den Soundtrack vom Videospiel “The Witcher 3: Wild Hunt” heran kommt – ganz einfach deshalb:


 

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©CD Projekt RED | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Aber dennoch für einige Gänsehautmomente sorgen kann:

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©Netflix | Das hier verwendete, urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.

Ästhetische, märchenhafte Umgebungen sowie eine Prise Brutalität im Kampfe, sorgen für die visuellen Reize. Abgerundet wird das Konstrukt durch eine ungewöhnliche, bittersüße Liebesgeschichte. All diese Elemente führen zu einer Sogwirkung und laden zum Eintauchen in eine ganz eigene Welt ein.


Der 32-jährige Brite Joe Batey spielt Rittersporn

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©Netflix

Fazit – Ein verheißungsvoller Aufbruch

Nicht wenige Fans machten sich sorgen, ob eine Serie zur “Geralt-Saga” wirklich funktionieren kann. Doch Netflix und die Produzenten beweisen aufgrund hoher Produktionsqualität, dass sie es kann.

Trotz seiner etwas kryptischen Erzählung und zeitlichem Wirrwarr, bietet “The Witcher” in seinen acht Episoden viele spannende TV-Momente. Der auffällig gut gewählte Cast sowie das solide Skript funktionieren als Fundament und ergeben in Kombination mit Musik und visuellen Schauwerten eine ausgezeichnete Serie.

Ein verheißungsvoller Aufbruch also für unseren Hexer Geralt und seine Gefährten. Doch feststellen muss man auch: Staffel eins schafft, ähnlich wie die Star Wars-Serie „The Mandalorian„, nur eine erste Grundlage und wird erst im Verbund mit weiteren Staffeln wirklich zu einer epischen Reise werden können. Der Grundstein ist jedenfalls gelegt und Nachschub bereits für den 17. Dezember 2021 angekündigt.[6] Bleibt zu hoffen, dass “The Witcher” uns weiterhin durch seine Stärken verzaubern und entzücken wird.


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©Netflix

Trailer – Staffel 01

Der offizielle deutsche Trailer zur ersten Staffel von „The Witcher“

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©Netflix

Review – Staffel 02 (2021)

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Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 03.02.2022

Lesezeit: ca. 2 Minuten (Direkt zum Fazit der zweiten Staffel)


Cirilla im Zentrum

Vor etwa zwei Jahren erschien die erste „The Witcher“-Staffel rund um den Monsterschlächter Geralt von Riva. Diese handelte selbstredend vom namensgebenden Hexer. Doch vor allem die Zauberin Yennefer von Vengerberg  (Anya Chalotra), spielte eine wesentliche Rolle und erhielt als detailliert ausformulierter Charakter mit großer Persönlichkeit, ihre Einführung als wichtige Hauptfigur der Serie.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Macher rund um Showrunnerin Lauren Schmidt Hissrich, dieses mal einem nicht weniger wichtigen Charakter aus dem „The Witcher“-Universum die große Bühne geben. Schließlich will das Universum aus den Vorlagen entfaltet und die Geschichte weitergebracht werden. Dieses mal steht alles ganz im Zeichen des Kindes aus der Vorsehung.

Während Geralt die Vater- und Beschützerrolle übernimmt, sucht Ciri nach sich selbst. Nachdem das Mädchen aufgrund des kriegerischen Angriffs von Nilfgaard, aus ihrer Heimat Cintra fliehen musste, sieht sie Anfangs verwirrt, schon bald einem neuen Leben entgegen.


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Mysterypuzzle ohne Zeitsprünge

Als kritikwürdig empfanden wir in Staffel eins vor allem die chaotische Erzählung, bestehend aus mehrere Zeitebenen. Von diesem Ansatz haben sich die Macher rund um Hissrich nun glücklicherweise verabschiedet. Dieses mal werden chronologisch die Geschehnisse rund um Geralt, sein Kind Ciri sowie die politischen Machtfehden und die vom Blut getränkten Schlachtfelder erzählt.

Die Handlung wurde dabei erneut weitesgehend aus den Büchern von Sapkowski entnommen, während im Unterschied zur ersten Staffel jedoch auch neue Handlungsstränge ohne Literaturvorlage verwendet wurden.[7]

Während Ciris Selbstfindungsprozess, Geralts Ambitionen als Beschützer sowie Yennefers Kriegstraumata nicht eh schon Stoff genug bieten würden, erfreuen die Nebenschauplätze ebenfalls mit spannenden Intrigen, rätlselhaften Mysterien und interessanten Charakteren. Dies geht ebenso erneut Hand in Hand mit den bezaubernden Kulissen und Kostümen.

Die zweite Staffel könnte man dabei als eine Art Mischung aus Mysterypuzzle und Hof-Debatten bezeichnen. Als Zuschauer rätseln wir mit, wo die dunklen Mächte ihren Ursprung haben, was Ciri damit zu tun hat und welch neue Fehden sich in den machtumkämpften Landen auftun.


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Fazit – Ein Hexer der sich macht!

Netflix „The Witcher“-Interpretation besticht in seiner Fortsetzung beinahe auf ganzer Linie und stellt eine klare Steigerung zur ersten Staffel dar.

Durch den Wegfall der verschiedenen Zeitebenen in der Erzählweise, fällt es deutlich leichter der Geschichte rund um Geralt, Ciri und Yennefer zu folgen. Trotzdem fehlt dabei in keiner Weise der Tiefgang, denn Wendungen oder auch mysteriöse, übernatürliche Rätsel, die nur wahre Hexer und Zauberer zu lösen vermögen, werden Euch geboten.

Es macht großen Spaß der Geschichte zu lauschen und sich erneut in eine andere Welt voller Magie, Machtspielchen und Altertümlichkeiten entführen zu lassen.

Besonders Ciris Charakter (Freya Allan) bekommt viel Entwicklungszeit zugesprochen und legt so bereits das weitere Fundament für eine dritte Staffel.

Da auch die Action, brachiale Monsterkämpfe und die Nebencharaktere, sowie politische Grabenkämpfe nicht zu kurz kommen, ist die zweite Staffel eine noch bessere Mischung, mit zwar weniger bittersüßer Romanze aber dafür wesentlich befriedigender Erzählweise.

Bleibt zu hoffen, dass dieses hohe Niveau auch für die dritte Staffel beibehalten werden kann. Einen Starttermin gibt es derzeit noch nicht.


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Trailer – Staffel 02

Der offizielle deutsche Trailer zur zweiten Staffel von „The Witcher“

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Was haltet Ihr von Netflix Version des weißen Wolfs? Teilt eure Gedanken zu „The Witcher“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Geralt auch.

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©Netflix

Aya und die Hexe (2020)

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©Studio Ghibli
  • 6/10
    derofa Durchschnittswertung - 6/10
6/10

Ganz gut

„Aya und die Hexe“ ist der erste CGi-Animationsfilm vom legendären Studio Ghibli („Chihiros Reise ins Zauberland“). Das japanische Studio ist vor allem für seine Anime-Klassiker in Zeichentrickform berühmt.

Der neueste Film nach einer Buchvorlage der britischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones („Das wandelnde Schloss“), handelt von dem kleinen Mädchen Aya. Aya lebt als Waisenkind in einem Heim. Als Sie von zwei ulkigen gestalten adoptiert wird, ändert sich ihr Leben schlagartig.

Ob der gewagte Versuch des Studios gelingt, in der Welt der CGI-Animation mitzumischen, erfahrt in in unserer Kritik zu „Aya und die Hexe“.

Genre: Anime

Originaltitel: Āya to Majo (Transkription)

Produktionsland: Japan

Produktionsfirma: Toho | Studio Ghibli, NHK, NEP

Regie: Gorō Miyazaki

Drehbuch: Keiko Niwa, Emi Gunji

Produktion: Toshio Suzuki

Musik: Satoshi Takebe

Länge: ca. 82 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Veröffentlichung: 24. September 2021 (DVD & Blu-ray in DE)

Universum: Studio Ghibli

Vorgänger: Die rote Schildkröte (2016)

Ähnliche Titel: Mary und die Blume der Hexen (2017), Bescheidene Helden (2018), Flavors of Youth (2018)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Aya_und_die_Hexe | https://en.wikipedia.org/wiki/Earwig_and_the_Witch | Veröffentlichung: https://www.moviepilot.de/movies/aya-and-the-witch

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 29.12.2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Die doppelte Last

Mit „Aya und die Hexe“ wagt sich Traditions-Unternehmen „Studio Ghibli“ mit einem großen und unerwarteten Schritt weg vom klassischen Zeichentrick-Handwerk hin zur CGI-Animation.

Ein zeitgemäßes aber dennoch gewagtes Vorhaben, zeichneten sich die Japaner doch vor allem durch ihren unverkennbaren, handgemachten Stil aus.

Gorō, Sohn von Aushängeschild und Oscarpreisträger Hayao Miyazaki („Chihiros Reise ins Zauberland“) wurde die zugleich ehrenvolle wie doppelt schwerwiegende Aufgabe zuteil. Doppelt schwerwiegend deshalb, weil zum einen die Altmeister rund um seinen Vater, das Zepta nun scheinbar endgültig an die jüngere Generation weitergegeben haben. Zum anderen, weil ausgerechnet diese Generation nun das riesige Ghibli-Vermächtnis und dessen Stimmungen, offensichtlich in eine moderne CGI-Kluft kleiden wollen.

Gorō Miyazaki führte übrigens bereits 2006 bei einem der „hässlicheren Entlein“ des Studios „Die Chroniken von Erdsee“, sowie bei dem von der Kritik recht positiv aufgenommenen „Der Mohnblumenberg“ (2011) Regie. Das neue Werk ist nach „Das wandelnde Schloss“ (2004) bereits der zweite Film nach einer Buchvorlage der britischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones.[1]

Laut der englischsprachigen Wikipedia ist Gorō der einzige im Unternehmen, der sich mit CGI-Animation auskennt.[2] In dieser Disziplin adaptierte er von 2014 bis 2015 bereits Astrid Lindgren’s Werk „Ronja Räubertochter“ im Serienformat.[3]


Der mittlerweile 54-jährige Gorō Miyazaki am Zeichentisch im Ghibli-Hauptquartier in Koganei am 22. Januar 2021.[4][5] Rechts im Bild eine kleine Figur der Protagonistin Aya aus dem neuesten Film.

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©Studio Ghibli, ©Agence France-Presse/Charly TRIBALLEAU,  Quelle: https://www.thejakartapost.com/life/2021/01/26/in-miyazakis-shadow-son-goro-breaks-out-into-3d-animation-.html

Merkwürdiger Stil

Zunächst einmal präsentiert sich „Aya und die Hexe“ optisch erfrischend anders.

Der Stil unterscheidet sich von dem der namhaften Studios im Bereich CGI-Animation, wie zum Beispiel „Pixar“, doch deutlicher als erwartbar war.

Während die Umgebungen gelungen wirken, machen Gesichter einen nicht zeitgemäßen, hölzern animierten sowie oft minderwertig undetaillierten Eindruck. Man möchte fast meinen Studio Ghibli hat tonnenweise internationales Referenz-Material übersehen und musste das CGI-Rad neu erfinden.

Tatsächlich gewöhnt man sich jedoch recht schnell an den simplen Look mitsamt merkwürdigen Gesichtsanimationen, die technisch nicht so recht in die heutige Zeit passen wollen. Viel wichtiger ist da die Geschichte oder?


Brandneu und doch irgendwie aus der Zeit gefallen. Der merkwürdige CGI-Stil fällt auf, wirkt mitunter billig und will mit heutigen Genre-Standards nicht so recht zusammen passen. Trotzdem hebt er sich so zumindest von der Masse ab.

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©Studio Ghibli, Quelle: https://www.nytimes.com/2021/02/03/movies/earwig-and-the-witch-review.html

Aya das Waisenkind

Die kleine, freche Aya wickelt alle um den Finger. Mit ihren Pippi Langstrumpf Söckchen weiß sie genau wie sie der Boss im Waisenhaus wird. Sogar Heimleitung und Personal tanzen nach Ayas Pfeife.

Als das junge Mädchen jedoch von zwei sonderbar ulkigen gestalten adoptiert wird, steht Aya vor der Herausforderung, sich als angehende Hexe in neuer Umgebung zurecht zu finden.


Ayas neue Eltern sind irgendwie eigenartig

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©Studio Ghibli

Kryptische Erzählung

Die Geschichte beginnt zielgerichtet und lässt schnell den Schluss zu, dass später ein gewisses Geheimnis gelüftet wird. Auch deshalb zeigt sich die Handlung lange zeit sehr kryptisch. Einerseits sorgt das für Spannung. Andererseits hält der Film den Zuschauer (zu) lange hin.

Schlimmer noch: Essententielle Fragen vieler Zuschauer, so viel sei verraten, werden am Ende unbeantwortet bleiben. Das offene Ende sorgte in sozialen Medien für Zündstoff, wie aus diversen Foren hervorgeht.

„Aya und die Hexe“ wirft viele Fragen auf ohne Antworten zu liefern. Der Film macht so den Eindruck, als diene das gezeigte einfach nur dazu, irgendetwas zu zeigen. Waren der hohe Druck und die Belastungsprobe für Gorō Miyazaki möglicherweise zu viel für den Regisseur?


Die Geschichte um das kleine Mädchen Aya wirkt nicht zielführend und landet beinahe im Nichts. Aufkommende Fragen werden auch bis zum Ende nicht befriedigend aufgelöst.

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©Studio Ghibli, Quelle: https://thefilmstage.com/tag/earwig-and-the-witch/

Fazit – Eine Medaille mit zwei Seiten

„Aya und die Hexe“ ist Studio Ghiblis Vorstoß, in der dreidimensionalen Computer-Welt neu aufzukeimen, nachdem über die vergangenen Jahre immer wieder über ein mögliches Ende der „Traumfabrik mit Tradition“ berichtet wurde.[6] Doch vergessen wurde womöglich, dass dieses Vorhaben große Tücken birgt. Es ist eine Medaille mit zwei Seiten. CGI-Animation ist zwar zeitgemäß, spricht womöglich eine neue Generation an, doch ist es auch gerade die Form der Animation, die ohne wirkliche Substanz, schnell billig produziert wirkt.

Ghibli’s erster offizieller Film der nächsten Generation, lässt gerade deshalb verwirrt und ernüchtert zurück. Fans würden es Gorō Miyazaki und dem Studio sicher gönnen, dass der Transport von klassischem Zeichentrick und damit nicht zuletzt des Ghibli-Vermächtnisses in ein neues Zeitalter der Animationsfilme gelingt.

Wenn aber trotz Wohlwollen nur ein ganz guter Film mit Tendenz zum geht so übrig bleibt, der zudem noch technisch enorm angestaubt wirkt und an seiner schlecht auserzählten Handlung krankt, fällt es schwer frohen Mutes in die Zukunft des Studios zu blicken.

Wie es besser funktioniert zeigten bereits zweimal „Studio Ponoc„, denen als kollektiv bestehend aus ehemaligen Ghibli-Mitarbeitern rund um Yoshiaki Nishimura mit „Mary und die Blume der Hexen“ und der Kurzfilmsammlung „Bescheidene Helden“ wunderbare Werke gelangen, welche zeigten, dass die „Nachfolgegeneration-Ghibli“ liefern kann.

„Aya und die Hexe“ mit seiner Geschichte ohne Ziel, konfus und unbeeindruckend, wirkt (leider) wie der verzweifelte Versuch in der Welt der CGI-Animationsfilme mitzumischen, krankt dabei vor allem am links liegen lassen von technischen Möglichkeiten, als auch an der unbefriedigenden, eigentlich sinnigen Handlung, die zu viel verspricht.

Vielleicht ein Weckruf für Gorō und das Studio selbst, sich an den heißen Kohlen der CGI-Animation nicht die Finger zu verbrennen. Denn mit diesen müssen sie zeichnen!


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©Studio Ghibli, Quelle: https://wallpaperaccess.com/studio-ghibli-characters

Was haltet Ihr von Studio Ghiblis Versuch, die 3D-CGI-Animationswelt aufzumischen? Teilt eure Gedanken zu „Aya und die Hexe“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Totoro sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Aya und die Hexe“

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©LEONINE Studios

Free Guy (2021)

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©20th Century Fox
  • 8.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 8.5/10
8.5/10

Ausgezeichnet

Mit „Free Guy“ landete nach einigen Verschiebungen am 12. August 2021 zweifelsohne ein ziemlich verrückter Film in den deutschen Kinos.

Stranger Things“ Produzent Shawn Levy führte Regie, während „Deadpool“-Darsteller Ryan Reynolds in die Hauptrolle des „Guy“ schlüpfte.

Was es mit „Free Guy“ sonderbares auf sich hat und warum sich ein Blick auf den unkonventionellen Film definitiv lohnt, verraten wir in unserer Kritik.

Genre: Science-Fiction, Action, Komödie

Originaltitel:  Free Guy

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: 20th Century Studios | Berlanti Productions, 21 Laps Entertainment, Maximum Effort, Lit Entertainment Group, TSG Entertainment

Regie: Shawn Levy

Drehbuch: Matt Lieberman, Zak Penn

Produktion: Ryan Reynolds, Shawn Levy, Sarah Schechter, Greg Berlanti, Adam Kolbrenner

Musik: Christophe Beck

Länge: ca. 115 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 12. August 2021 (Kinostart DE)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Free_Guy | https://en.wikipedia.org/wiki/Free_Guy | Kinostart DE: https://www.filmstarts.de/kritiken/251824.html

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 11.12.2021

Lesezeit: ca. 3 Minuten (Direkt zum Fazit)

Der Stoff aus dem die Blacklist ist

Mit „Free Guy“ erschien im Jahr 2021 ein Film der Marke – eher ungewöhnlich.

Shawn Levy’s Science-Ficition-Action-Kracher mit humorvollem Einschlag versetzt den naiven NPC (Non Player Character), mit dem schlichten wie treffenden Namen „Guy“ (Ryan Reynolds), Tag ein Tag aus ausgerechnet in die absurd-skurril anmutende Spielwelt namens „Free City“.

Und diese Prämisse, so viel sei vorab verraten, ist bereits das herausragende Merkmal, denn die wahrlich außergewöhnliche Komponente ist das Szenario selbst.

Das ist wohl auch der Grund warum der Stoff bereits im Jahr 2016, einige Jahre vor der eigentlichen Verwirklichung, auf der „Black List“ landete, welche die vielversprechensten jedoch nicht verfilmten Drehbücher des Jahres kommuliert.[1][2]


Sichtlich Spaß beim Dreh. „Thor“-Regisseur Taika Waititi schlüpft in die Rolle des Antagonisten „Antwan“. Regisseur Shawn Levy („Stranger Things„) scheint das zu gefallen.

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©The Walt Disney Company Germany GmbH

Naiver Guy in Free City – Wie „GTA“ auf Speed

In der chaotischen aber dennoch stets vorprogrammierten Spielwelt von „Free City“ scheint alles möglich. Das Open-World-Spiel des fiktiven Studios „Soonami“ ist ein Riesenerfolg und vereint zahlreiche Gamer.

Während sich das öde Leben vom „Nichtspielercharakter“ Guy unter dem Motto „Haben Sie keinen guten, haben sie einen großartigen Tag“ in einer Endlosschleife wiederholt, herrscht in der Spielwelt das kontrollierte Chaos. Gepfeffert durch die Luft fliegende Fahrzeuge scheinen Naturgesetz, Schusswaffengebrauch ist absolute Bürgerpflicht – mindestens für Brillenträger – und was nicht hoffnungslos zerberstet, hat keinen guten, sondern einen  großartigen Tag erwischt. Free City ist geradezu wie „GTA“ auf Speed.

Doch als Guy einer anziehenden Spielerin begegnet, fällt damit ein Dominostein, der nicht nur seine Persönlichkeit weckt, sondern über Videospielgrenzen hinaus berührt.


Free Guy in Free City

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©20th Century Fox, Quelle: https://www.filmstarts.de/nachrichten/18537866.html

Die Lockerheit in Person

In Persona von Ryan Reynolds spielt ein Schauspieler den Löwenanteil, der in Hollywood-Produktionen bereits ähnliche Rollen bekleidete. Den verrückten aber stets charmanten Spaßvogel kann er. Und so sorgt er mit seinem typisch losgelösten aufspielen auch dafür, dass sich „Free Guy“ von Beginn an regelrecht aus seiner Zwangsjacke der Entwicklervorgaben des fiktiven Studios „Soonami“ befreit.

Er charakterisiert einen Hauch Retter, einen Hauch Superhelden, körperlich abgehoben aber charakterlich stets auf dem Boden – und nahbar. Auch eine Prise „Deadpool“ – nur als NPC „Guy“ naiver und braver. Trotzdem mit verdächtig ähnlichem Humor.


Den „Deadpool“-Vergleich hatten wohl selbst die Produzenten erwartet. In einer Trailer-Reaktion auf seinem Youtube-Kanal, nahm Ryan Reynolds als Deadpool mit Taika Waititi als Korg im Schlepptau, seinen neuen Charakter „Free Guy“ aufs Korn.

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©20th Century Fox, Quelle: https://gamerant.com/ryan-reynolds-deadpool-cameo-free-guy/

Total verrückt

Alleine dass jemand die Idee von „Free Guy“ angefasst hat ist außergewöhnlich. Die Umsetzung erfordert viel Mut und Vorstellungsvermögen.

Digitalisierung, Gamingkultur, Gamerjargon, nicht zu überdreht, nicht zu abgehoben. Eine Schippe moderne Spieldesigns kritisieren und verpöhnte Cashgrab-Kniffe, falsche Versprechngen und Bitch-Moves der Gaming-Industrie anprangern.

Während „Free Guy“ immer humorvoller und im Storytelling dichter wird, erhält beiläufig sogar eine romantische Note Einzug.

Ernste Szenen – immer wieder mit Humor aufgebrochen, „Deadpool“ und die „Guardians of the Galaxy“ lassen grüßen. Wir beginnen mitzufiebern.


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©20th Century Fox, Quelle: https://tenor.com/view/free-guy-ryan-reynolds-excited-lightsaber-lightsaber-fight-gif-23223122

Wo Licht, da auch Schatten

Perfekt ist nichts – nicht im echten Leben und auch nicht im Videospiel.

Die größte Schwäche von „Free Guy“ ist wohl, dass es gerade bei dem Gehalt an verrücktem Chaos, noch mehr actionreiche Momente unter dem Motto: „Nichts ist zu verrückt“ hätte geben müssen. So zeigt sich die 20th Century Fox-Produktion unerwartet oft als klassisches Actionkino, wenn auch in modernem Gewandt.


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©20th Century Fox, Quelle: https://tenor.com/view/freeguy-ryan-reynolds-guy-gif-22819910

Fazit – Wenn die KI streikt, geschieht wundersames

„Free Guy“ ist ein verrückter Film.

Shawn Levys kontrollierter, inhatlich solide durchgefütterter und dennoch explosiver „Free Guy“ hat es uns durchaus angetan.

Was wenn die KI streikt? Was wenn Einsen und Nullen mehr sind als Technik und Programm? Ryan Reynolds ist „Free Guy“ und stellt mit der Spielwelt auch die (fiktive) echte auf den Kopf.

Viel Humor, auch mal gesellschaftskritisch, mit Cameo-Auftritten, Popkulturellen Referenzen und Anspielungen, mit den richtigen Schauspielern und Produzenten. Es scheint als gäbe man sich die Klinke in die Hand.

„Free Guy“ ist irgendwie wie Feuerwerk im Kopf. Das alles sogar mit einer klitzekleinen Botschaft: Videospielmomente sind real, weil man sie erlebt. Lasst uns also keinen guten, sondern einen großartigen Tag haben – mit „Free Guy“.


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©20th Century Fox, Quelle: https://tenor.com/view/boom-antoine-taika-waititi-free-guy-kaboom-gif-22054154

Was haltet Ihr von der unbeugsamen KI und dem Chaos das sie hinterlässt? Teilt eure Gedanken zu „Free Guy“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Guy sicher auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Free Guy“

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©20th Century Fox

Cowboy Bebop (2021)

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©Netflix
  • 6.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 6.5/10
6.5/10

Ganz gut

„Cowboy Bebop“ von Studio Sunrise gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Anime-Serien überhaupt und ist mittlerweile zum Kult avanciert.

Der Space-Western, entwickelt unter der Regie von Shin’ichirō Watanabe („Terror in Tokio„, „Samurai Champloo„), vereint heute noch zahlreiche, nostalgisch zurückblickende Fans.

Aufgrund der großen Beliebtheit von Protagonist Spike Spiegel und der Bebop-Crew, war bereits im Jahre 2009 eine Realverfilmung mit Keanu Reeves in der Hauptrolle geplant, die aufgrund von Budget-Problemen jedoch nie verwirklicht wurde.[1] Einige Jahre später schnappte sich Netflix das Material und verhalf so dem Science-Fiction-Werk doch noch zur Live-Action-Interpretation.

Ob das gut gehen konnte und wie sich „Cowboy Bebop“ als Realserie schlägt, verraten wir in unserer Kritik.

Genre: Science-Fiction, Abenteuer, Action

Originaltitel: Cowboy Bebop

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Netflix | Tomorrow Studios, Midnight Radio, Sunrise Inc.

Showrunner: André Nemec

Regie: Alex Garcia Lopez (E01-02, E05, E07, E08), Michael Katleman (E03-04, E06, E09-10)

Drehbuch: Christopher Yost (E01, E03, E10), Sean Cummings (E02-03), Vivian Lee (E04), Liz Sagal (E05), Karl Taro Greenfeld (E06), Alexandra E. Hartman (E07), Javier Grillo-Marxuach (E08), Jennifer Johnson (E09)

Produktion: Marty Adelstein, André Nemec, Jeff Pinkner, Josh Appelbaum, Scott Rosenberg, Becky Clements, Christopher Yost, Yasuo Miyakawa, Masayuki Ozaki, Shin Sasaki, Tim Coddington, Tetsu Fujimura, Michael Katleman, Matthew Weinberg

Musik: Yōko Kanno

Staffeln: Staffel 01 (10 Episoden) (2021)

Länge: ca. 39-51 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 16 (lt. Netflix)

Veröffentlichung: 19. November 2021 (Netflix)

Universum: Cowboy Bebop

Ähnliche Titel: The Mandalorian (2019 – …), The Witcher (2019 – …)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Cowboy_Bebop_(2021_TV_series) | https://www.netflix.com/de/title/80207033te | https://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Nemec | https://de.wikipedia.org/wiki/Cowboy_Bebop_(Fernsehserie)

Wertung:   

Autor: Jannik

Verfasst am: 02.12.2021

Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

In große Fußstapfen

Mit „Cowboy Bebop“ wurde der wahrscheinlich kultigste Anime der späten 90er Jahre als Live-Action-Adaption umgesetzt. Pläne hierfür gab es bereits 2009. Niemand geringeres als die Hollywoodgröße Keanu Reeves sollte in die Hauptrolle von Protagonist Spike Spiegel schlüpfen. Doch der Stand des Projekts war über Jahre lang unklar ehe es schließlich komplett im Sande verlief.[2] Letztendlich schaffte es jedoch Netflix im Jahre 2021 doch noch, den Kopfgeldjäger und die Bebop-Crew ins Realserien-Universum zu entsenden.

Und die Vorzeichen standen durchaus gut. Mit Shin’ichirō Watanabe als Berater[3] und Yōko Kanno’s musikalischer Note machte es den Anschein, als würde das Vermächtnis des Originals respektiert und sich an der Vorlage orientiert. Doch nicht nur das. Hauptdarsteller John Cho (Searching), welcher Spike Spiegel verkörperte, gab in einem Interview zu, zuerst keine Ahnung von der Popularität der Vorlage gehabt zu haben, ehe er sich den Anime in Vorbereitung auf seine Rolle angesehen habe. „Cowboy Bebop“ (1998) sei „eines der einzigartigsten Unterhaltungsprodukte die er je sah“, lautete sein Urteil.[4]

Solche Meldungen schüren den Hype, insbesondere weil wir zumindest mit dieser passenden Besetzung überaus zufrieden waren. Spike Spiegel war tatsächlich zurück!


John Cho in der Hauptrolle des Spike Spiegel

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©Netflix

Handlung – Spikes vergangenes Ich

Der Kopfgeldjäger Spike Spiegel hat eine bewegte Vergangenheit, die jedoch vorerst unter Verschluss bleibt.

Als Spike sich eines Tages mit seinem neuen Partner Jet Black zusammenfindet, kreuzen die beiden Haudegen auf der Suche nach lukrativen Kopfgeldern durch das Universum. Wenig später stößt auch die von einer Amnesie geplagte Faye Valentine hinzu.

Schließlich braut sich ein größerer Konflikt zusammen. Nicht nur weil Spike von seiner Vergangenheit heimgesucht wird, sondern auch, weil sein altes Leben plötzlich zwischen den Freunden steht. Die Partnerschaft wird auf die Probe gestellt.


Die Hauptfiguren Faye, Spike und Jet auf dem Raumschiff namens Bebop

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„tank!“ – Verpackt als Realserie

Da ertönt es wieder, das Jazz-Intro namens „tank!“. Der coole Cowboy und Held zurück im Rampenlicht. Und wenn gezeichneter Rauch aus der realen Zigarette qualmt, weiß man: Die Macher sind sich des Vermächtnisses bewusst.

Mit John Cho überaus passend besetzt, zeigt schon die erste Episode voller Ehrfurcht die Referenzen zum Original. Schusswechsel, flapsige Sprüche, Zerstörung in der Schwerelosigkeit – aber mit Stil – und unterlegt vom unverwechselbaren Sound von Kanno.

„Cowboy Bebop“ als Live Action ist tatsächlich trotzdem erstmal gewöhnungsbedürftig. Wird auf dem Bildschirm gerade eine blasphemisch wilde Kostümparty abgefeiert? Oder aber findet eine dezent stilvolle Umsetzung als Realserie statt? Die Skepsis weicht recht schnell, denn die optische Übertragung in die fiktive Realität gelingt insgesamt durchaus.

Und dennoch: Trotz des eifrigen Kopierens vom Original und des damit stimmigen Stils, will nicht so recht der Esprit, nicht die Mischung aus Coolness und Eleganz des Vorbildes entstehen.

„Cowboy Bebop“ gibt einem manchmal das Gefühl einer leblosen Portierung und ist dabei doch irgendwie charmanter Abklatsch.


Der Vorspann unterlegt vom Titel „tank!“ der Band der Komponistin Yōko Kanno namens „Seatbelts“ in voller Länge

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Keine Sympathieträger

Während zu Beginn die Folgen meist in sich geschlossener sind versucht die Serie gegen Ende ein größeres Konstrukt rund um Spikes früheres Leben, seiner ehemaligen Zugehörigkeit zum Red Dragon Syndikat sowie der Fehde mit damaligen Partner Vicious und der Liebe zu seiner verflossenen Liebe Julia auszubauen. Das klappt gut, will jedoch nicht so recht zum lockeren Start passen.

Die Stimmung als Science-Fiction-Western weiß zwar durchaus zu gefallen, die wirklich gewichtigen sowie packenden Handlungselemente bleibt uns die Crew aber schuldig.

Es fehlen neben Sprüchen die flapsigen Geschichten, die alltäglichen Tops und Flops der Kopfgeldjagd, welche die Crew der Bebop zu Sympathieträgern aufsteigen lassen würden.

Der Showdown wirkt überhastet und so schafft man es als Zuschauer nicht, vorher genug Nähe zu den Charakteren aufbauen zu können.


Auf Kopfgeldjagd treffen Spike und Co. auf das Antagonisten-Paar Asimov and Katerina

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Die geheime Zutat

Es ist gar nicht so leicht auszumachen was das Problem von „Cowboy Bebop“ ist. Die geheime Zutat des Anime, welche diesen eben so besonders macht, bleibt über weite Teile unauffindbar.

Die große Stärke der vorlagennahen Portierung ist zugleich auch ihre größte Schwäche. Es macht den Anschein, man wolle zwar nicht das Gleiche erzählen aber zeitgleich etwas neues in das alte Gewand pressen. Vielleicht ist das zu brav. Vielleicht zu sehr nach Schema F. Vielleicht ohne Seele.

Trotzdem soll das alles nicht zu negativ klingen. Spike und die Bebop-Crew haben ihre schönen Momente und liefern eine ganz gute bis sehenswerte Vorstellung ab. Sie schaffen es eben nur nicht, dem sagenumwobenen Original vollends gerecht zu werden. Und vielleicht ist das auch eine unmöglich zu meisternde Aufgabe gewesen!?


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Fazit – Jazz alleine reicht nicht

„Cowboy Bebop“ ist letztendlich eine durchwachsene Serie geworden.

Auf der einen Seite gelingt eine optisch ansprechende Portierung zur Realserie. Auf der anderen lassen die Handlungselemente zu oft kalt. „Cowboy Bebop“ vermag es über seine zehn Episoden einfach nicht so recht, über das Mittelmaß hinauszuragen.

Die gewisse Stimmung, die Seele, das schwer zu definierende Gefühl des Anime, wird nur schwer transportiert. Kein Wunder, denn das ist eine Aufgabe, an der schon endlos viele Live-Action-Umsetzungen scheiterten.

Auch der Cast ist teilweise fragwürdig. Die Charaktere wirken zu oft wie ein Abklatsch. Die Dynamik und Chemie zwischen den Besatzungsmitgliedern der Bebop ist nicht vergleichbar mit jener im Anime. Und klar ist: „Cowboy Bebop“ muss sich letzten Endes an seiner Vorlage messen lassen. Jazz alleine reicht eben nicht!

Auch wenn die Adaption kein Riesenreinfall ist, hat Netflix bereits den Stecker gezogen! Mittlerweile ist klar: „Cowboy Bebop“ hat seine Möglichkeiten verspielt. Das Ende nach nur einer ersten Staffel ist besiegelt und irgendwie schade. Denn wenigstens eine zweite Chance, hätte der Cowboy im Realserien-Gewand durchaus verdient gehabt.

See you Space Cowboy'Cowboy Bebop'

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Was haltet Ihr von der Netflix-Umsetzung des legendären Anime? Teilt eure Gedanken zu „Cowboy Bebop“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Spike mitsamt Crew auch.


Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Cowboy Bebop“

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Kena: Bridge of Spirits (2021)

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©Ember Lab | ©Sony Interactive Entertainment
  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Pixar-Look trifft Zelda-Spieldesign und Souls-Kampfsystem.

Mit „Kena: Bridge of Spirits“ erschien im November einer der verheißungsvollsten Videospiel-Titel des Jahres.

Zuerst rein digital, ab dem 19. November 2021 auch physisch als „Deluxe Edition“, verschlägt es geneigte Abenteurer in ein verlassenes Dorf, um umherirrende Seelen zu segnen und schließlich den vom Schnee bedeckten, heiligen Bergschrein zu erreichen.

Was das Spiel für PlayStation 4, PlayStation 5 und PC zu bieten hat verraten wir, hoffentlich kurz und knackig, im Test.

Genre: Action-Adventure

Originaltitel: Kena: Bridge of Spirits

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: Ember Lab | Sony Interactive Entertainment

Musik: Jason Gallaty

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 10 Stunden (Story), ca. 20 Stunden (100%)

Sprache: Englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln

Plattformen: PlayStation 4, PlayStation 5, PC (Stand: 03.11.2021)

Altersfreigabe: USK 12

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Kena:_Bridge_of_Spirits | https://de.wikipedia.org/wiki/Kena:_Bridge_of_Spirits | https://howlongtobeat.com/game?id=79793

Wertung:  

Testplattform: PlayStation 5

Autor: Jannik

Verfasst am: 03.11.2021

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

Reizende Enthüllung

Der erste Trailer zu „Kena: Bridge of Spirits“ sah vielversprechend aus. Im Rahmen von Sonys Präsentation neuer Konsolen-Hardware, wurde der Titel, der optisch an die besten Animationsfilme erinnert und dessen balinesische Musik für epischen wohlklang sorgte, enthüllt. Und das höchstpersönlich von den Brüdern und leitenden Entwicklern Mike und Josh Grier des US-amerikanischen Studios Ember Lab.

Doch nicht nur was das Visuelle und die Musik, sondern auch was Kampfsystem und Weltenbau anging, brauchte sich der erste Happen durchaus nicht zu verstecken. Schnell machten Vergleiche mit Animationsstudio Pixar, der legendären Action-Adventure-Reihe „The Legend of Zelda“ oder wegen des Kampfsystem auch mit der „Souls“-Reihe die Runde.

Mit „Kena“ machte es den Anschein als erwarte uns ein Next-Gen-Spiel, was sich an den besten Versatzstücken bedient und daraus trotzdem etwas ganz Eigenes macht. Doch kann das Spiel diesen Erwartungen wirklich gerecht werden?


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Handlung

Die putzigen Helferlein

In der Rolle der jungen Frau Kena landet Ihr geradewegs in einer anscheinend sehr spirituellen und natürlichen Welt, die von östlichen Schauplätzen wie Japan und Bali inspiriert wurde.[1]

Auf dem Weg in ein verlassenes Dorf stoßt Ihr direkt zu Beginn auf einen sehr mächtigen und bedrohlich wirkenden sowie maskierten Geist, der sich als Ursache für das teilweise von der dunklen „Verderbnis“ gebeutelte Land herausstellt.

Wie Ihr wenig später vom Dorfältesten Zajuro erfahrt, wurde das Dorf von eben dieser Verderbnis heimgesucht und ist somit unbewohnt. Äcker liegen brach und es bleiben nur Erinnerungen.

Doch nicht alles ist zerfallen. Und es gibt Hoffnung. Im saftig grünen Wäldchen macht Ihr früh im Spiel Bekanntschaft mit den sogenannten „Rott“ (engl. „Rot“ für „verrotten“, vermutlich angelehnt an den natürlichen Zerfall). Diese Rott sind eine Art pummelige, kleine Waldgeister, die sich kuschelnd an eure Fersen heften und besondere Fähigkeiten verleihen. Zweifelsohne ein Highlight des Spiels.


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Der Titel „Befriending Spirits“ des offiziellen Soundtracks

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Der „Spirit-Guide“

Kena selbst ist in der Welt von „Bridge of Spirits“ eine sogenannte „Geisterführerin“. Geisterführer haben die Aufgabe diejenigen Geister, die ihren Weg in das nächste Leben nicht alleine beschreiten können, schlagkräftig unter die Arme zu greifen. Das natürlich mit einer gehörigen Portion spirituellem Fingerspitzengefühl.

Das klingt kompliziert ist aber eigentlich ganz einfach. Als Geisterführerin begegnen Kena im Verlauf des Spieles insgesamt drei irrgeleitete, rastlose Seelen mit den Namen Taro, Adira und Toshi. Diese manifestieren sich allesamt in Monstern, die Kena in Kämpfen auf dem rechten Pfad ins Jenseits leiten muss.


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Spieldesign

Optik, Musik & Präsentation

Vor allem ausschlaggebend für unsere Neugier auf „Kena“ war die wunderschöne Aufmachung. Als große Fans von Animationsfilmen war auch uns schnell der Vergleich mit der Animations-Schmiede präsent, die wie keine andere für Inhalt und Qualität steht, nämlich die „Pixar Animation Studios“. Und das ist kein Wunder …

Das Studio „Ember Lab“ unter der Leitung der Brüder Mike und Josh Grier, hat seinen Ursprung als Studio mit dem Schwerpunkt auf Animation und Digitale Inhalte und öffnete im Jahr 2009 seine Pforten. Werbespots und Kurzfilme für namhafte Firmen gehören zum Portfolio.[2]


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So erklärt es sich auch, dass sich „Bridge of Spirits“ in einem betont aufwendigen Animations-Design zeigt und damit Charaktere, Geschöpfe, Monster und seine gesamte Welt im Glanz erstrahlen lässt. Hinzu gesellt sich eine wunderbare Musik die von Jason Gallaty in Zusammenarbeit mit Emiko Saraswati Susilo komponiert wurde und an balinesische Gamelan-Musik angelehnt ist.[3]

Nicht zuletzt die gesamte Präsentation des Spiels mit dem scheinbar übegeordneten Thema von Spiritualität, Leben und Tod sowie Zerfall und Erblühen, macht einen sinnbehafteten und sehr hochwertigen Eindruck. Es bleibt das Gefühl, dass ein gehöriger Aufwand für das Erstlingswerk von Ember Lab nötig war.


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Mechaniken & Rätsel – Steine, Bomben, Pfeile, Köpfchen

Was das Spielerische angeht so findet man die Elemente von „Kena“ im Genre des Action-Adventures und Third-Person-Videospielen vielfach vor. Und das ist nicht negativ gemeint, schließlich muss das Rad nicht immer neu erfunden werden.

In der Third-Person-Perspektive lauft Ihr mit eurem Charakter durch die Welt und vollführt Sprints, Sprünge und mit zunehmenden Fähigkeiten noch einiges mehr. Die Steuerung fühlt sich auf der PlayStation 5 sehr knackig an und die adaptiven Möglichkeiten des neuen „Dual Sense“-Controllers untermalen das Spielgeschehen, beispielsweise beim Spannen des Bogens. Auf der PlayStation 4 (Pro) können wir das Spiel hingegen überhaupt nicht empfehlen. Ein schreckliches Input-Lag und eine unterirdische Framerate verhageln hier den Spielspaß enorm.

Die Spielwelt gilt es außerdem nach den flauschigen Rott und Kisten abzugrasen. Mit zunehmenden Erfahrungspunkten und Rott, steigen auch die Fähigkeiten. An besonderen Punkten meditiert Ihr euch im „Ghost of Tsushima„-Style dauerhaft Lebensenergie dazu. Eure kleinen Begleiter stattet Ihr mit zuvor gesammelten Kopfbedeckungen aus, die Ihr daraufhin in Hutläden erwerben könnt.


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Zusätzlich löst ihr Rätsel mithilfe eures Equipments und oder den Rott, die beispielsweise Statuen auf die geeigneten Stellen versetzen. Oder Ihr sprengt mit euren Bomben Steine auf, die für kurze Zeit den Weg eröffnen. Die Rätsel sind meist gut lösbar und im Spielverlauf flüssig eingebettet. Einige knackige Denkaufgaben fordern größere Aufmerksamtkeit, Beobachtungsgabe und damit etwas mehr Anstrengung. Das Spiel wirkt hier aber jederzeit ausgewogen.  Große Ähnlichkeiten weißt „Kena“ in dieser Disziplin mit der „The Legend of Zelda“ Reihe auf. Und dieser Vergleich kann wohl als Kompliment verstanden werden.

Mit zunehmendem Abschluss der Geschichte und damit auch dem Erhalt von Fähigkeiten, weist „Kena“ Elemente des Metroidvania-Genre auf. In der Spielwelt die zuerst wie eine Open-World wirkt, sich jedoch als recht linear herausstellt, kehrt Ihr immer wieder an bereits bekannte Orte wie etwa das Dorf zurück und könnt mit den neu erhaltenen Fähigkeiten kleinere und größere Geheimnisse lüften.


Die kleinen Rott verschieben nach Anweisung von Kena eine Statue

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Mithilfe des Bogens und blau erstrahlenden Lotusblüten überquert ihr Hindernisse und Schluchten

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Kampfsystem: Spaßiger, moderner Standard

Was das Kampfsystem angeht so ist „Kena“ offensichtlich nach dem aktuellen, modernen Standard ausgerichtet, welcher durch den Erfolg der fordernden „Dark Souls“-Reihe bei Videospielen weit verbreitet wurde.

Das System zeichnet sich durch eine ausgeklügelte Balance aus, welche das Parieren und Ausweichen, verschiedene Pfeile und Waffen sowie kluges und geschicktes einsetzen der Fähigkeiten und Rott erfordert. Die Rott sind damit nicht nur thematisch innerhalb der Geschichte, sondern auch im Kampfsystem sinnvoll verankert. Das stellt eine Bindung her, mit der euch das Spiel später sogar auf die Probe stellt.

Achtsamkeit ist beim Kämpfen also Grundvoraussetzung und stupides Button-Mashen führt nicht zum Ziel. Je nach Schwierigkeitsgrad verzeiht „Kena“ mehr oder weniger und kann somit auch richtig fordernd werden.


Zielgerichtetes Parieren ist eine Methode die Kontrolle über einen Kampf zu gewinnen

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Der Titel „Kurulung“ des offiziellen Soundtracks

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Besonders gut gefallen haben uns die Endbosse. Diese sind nicht nur in ihrem Design abwechslungsreich, sondern auch in ihren Kampftechniken und Taktiken. Bewegungen und Aktionen wollen durchschaut und verstanden werden. Bei kleineren Gegnertypen gibt es ebenso genug Abwechslung. Alle Kreaturen haben besondere Eigenarten, die beim Kämpfen berücksichtigt werden müssen.

Das Kampfsystem gehört neben der optischen sowie muskalischen Inszenierung und den Rätseln zum absoluten Herzstück von „Kena“. Es macht enormen Spaß mithilfe von Karma-Punkten den Fähigkeitenbaum zu vervollständigen, um sich somit selbst immer mehr Freiheiten und Optionen in den Kämpfen zu ermöglichen und zu erarbeiten.


Vielfältige Möglichkeiten in den Kämpfen bringen enormen Spaß ins Spiel

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Fazit – Optisch einladend, spielerisch einnehmend, erzählerisch Potential verschenkt

In „Kena: Bridge of Spirits“ erwartet euch ein wunderschön gestaltetes Videospiel mit einem thematisch spirituellen Leitgedanken und einer gut verzahnten, spielerisch spaßbringenden Welt.

Das Erstlingswerk von Ember Lab macht sehr vieles richtig und wenig falsch. Warum es bei uns trotzdem nicht für eine höhere Bewertung gereicht hat, liegt an einem Hauptkritikpunkt.

Der Einstieg in das Spiel wirkt wie eine riesengroße, lang anhaltende Side-Quest. Es werden im Verlaufe viel zu wenige kleine Story-Elemente eingestreut und das abklappern der drei verirrten Seelen, kann die eigentlich zugrundeliegende, spirituell angehauchte Geschichte nicht tragen. Es fehlt eine wendungsreiche, gut auserzählte Handlung, die als Anker genauso vereinnahmen kann, wie die Optik und das Kampfsystem. Das trennt „Bridge of Spirits“ von einem ausgezeichneten zu einem wirklich herausragenden Spiel.

Ob das Spiel den Erwartungen gerecht werden kann liegt also wie immer an der Erwartungshaltung. Wer eine perfekt auserzählte Geschichte in epischem Umfang erwartet, könnte zumindest in diesem Punkt etwas enttäuscht werden, denn „Kena“ wirkt weniger von der Geschichte angetrieben als vom Gameplay selbst. Trotzdem sei fairerweise gesagt, dass die drei Geschichten ansich im Gesamtkonzept des Spiels ziemlich stimmig erscheinen, teilweise sogar starke Emotionen wecken können. Sie funktionieren nur eben nicht als Ganzes!

Wer ein visuell beeindruckendes Abenteuer mit hoher Produktionsqualität und einem fordernden, zeitgemäßen Kampfsystem genießen will, mit einer schönen Balance aus Kämpfen und Rätseln, der wird mit „Kena: Bridge of Spirits“ definitiv auf seine Kosten kommen!


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Was haltet Ihr von der Geisterführerin und ihren flauschigen Helferlein? Teilt eure Gedanken zu „Kena: Bridge of Spirits“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und die Rott bestimmt auch.


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Trailer

Der offizielle Ankündigungs-Trailer zu „Kena: Bridge of Spirits“

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Squid Game (2021 – …)

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  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Mit „Squid Game“ erschien am 17. September 2021 zweifelsohne eine Ausnahmeserie auf der Plattform des Branchenführers Netflix.

Ganze 142 Millionen Konten erreichte die Thriller-Produktion in den ersten vier Wochen und stieß damit den bisherigen Rekordhalter „Bridgerton“ (82 Millionen) mit Ansage vom Thron![1]

Doch was zeichnet das gesellschaftskritische Spielchen um Leben, Tod und Reichtum aus? Und warum schafft es die Serie wie keine andere, ein besonders breites Publikum anzusprechen?

Über das und mehr sinnieren wir in der Kritik zum Netflix-Hype „Squid Game“.

Genre: Thriller, Drama, Mystery

Originaltitel: Ojingeo Game (Transkription)

Produktionsland: Südkorea

Produktionsfirma: Netflix | Siren Pictures

Regie: Hwang Dong-hyuk

Drehbuch: Hwang Dong-hyuk

Produktion: Hwang Dong-hyuk, Kim Ji-yeon

Musik: Jung Jae-il

Staffeln: Staffel 01 (9 Episoden) (2021), Staffel 02 in Planung[2]

Länge: ca. 32-63 Minuten je Episode

Altersfreigabe: 16 (lt. Netflix) (Stand: 19.11.2021)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Squid_Game | https://www.imdb.com/title/tt10919420/fullcredits/?ref_=tt_ql_cl | https://en.wikipedia.org/wiki/Squid_Game

Wertung:  

Autor: Jannik

Verfasst am: 17.11.2021

Lesezeit: ca. 3 Minuten (Direkt zum Fazit)

Eine Riesenwelle

Der Hype war gigantisch. Die koreanische Netflix-Serie „Squid Game“ brach als meistgestreamte Serie des Platzhirsches sämtliche Rekorde.

Auch wegen seiner Gesellschaftskritik in die Schlagzeilen gekommen, polarisierte die Mischung aus Thriller und Drama und veranlasste Kinder dazu seine Spiele auf dem Schulhof nachzuspielen.[3]

Ja, auch Süd-Korea lebt, wie viele Länder der Erde, im Raubtierkapitalismus. Und diesem Thema nimmt sich Regisseur Hwang Dong-hyuk an – in der reinsten Form die man sich nur vorstellen könnte.

Das Prinzip ist einfach: Haufenweise überschuldete, gesellschaftlich abgestiegene, verlorene Seelen und ein Gewinn der jeden Einzelnen, nicht nur aus dem Armuts-Sumpf sondern an die Spitze der Nahrungskette katapultieren würde. Und so geht es unter der Aufsicht von anonymen Marionetten im roten „Haus des Geldes“-Outfit, geradewegs durch ein absurd anmutendes, ebenso comichaftes wie knallbuntes Treppenhaus, angelehnt an die Werke des niederländischen Künstlers M. C. Escher und damit in ein Spiel was fatale Folgen für die meisten Teilnehmer haben wird.[4]


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Verlierer Nr. 456

„Squid Game“ (dt. Tintenfischspiel) umfasst neun Episoden und beginnt damit den Protagonisten „Seong Gi-hun“ oder besser Nr. 456 schlüssig vorzustellen.

Seong ist ein getrennt lebender, spielsüchtiger Vater mit einem ziemlich verkorksten Leben. Um seine Tochter aus der neuen Patch-Work-Familie regelrecht „freizukaufen“, nimmt er an den Spielen teil. Und darin liegt bereits eine große Stärke der Serie. Allumfassend gibt sie allen Zuschauern, die es noch nicht mitbekommen haben, eine Ahnung davon, wie fundamental schwer finanzielle Kraft in allen kapitalistischen Gesellschaften wiegt – auch für Lebensbereiche wie Liebe, Familie oder Gesundheit, die eigentlich als „unkaufbar“ gelten.

Für Nr. 456 geht es um nichts weniger als Leben in Glanz und Gloria oder schlichtem Tod mit Endstelle Krematorium. Die Altersfreigabe mit 16 Jahren ist mindestens fragwürdig. Massenhafte Exekutionen und explizite Gewaltdarstellungen bis hin zu leichten Gore-Elementen sind Teil des Spiels und Mittel zum vermitteln des Ernstes der Lage.

Pikant ist hier, dass Netflix seine Serien traditionellerweise nicht bei der USK für die Bewertung einreicht. Stattdessen wurde die Produktion von Netflix selbst mit einer Altersempfehlung von 16 Jahren ausgestattet. Aufgrund der expliziten Darstellungen, hätten wir ein 18er-Rating als angemessener empfunden.


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Sensationslust

Was die Schauwerte betrifft so gelingt es „Squid Game“ sehr geschickt, Kinderspiele mit einfachen Regeln die jeder versteht und eine Gesellschaftsordnung die jeder versteht, in den Genre Drama, Thriller und Mystery zu verstricken. Außerdem gelingt es aus diesen Teilen eine inhaltlich gesellschaftskritische Serie zu kreieren, die zeitgleich jedoch die scheinbar niedere, urgegebene Sensationslust des Zuschauers zu befriedigen scheint. Der Mensch sucht das Spektakel – und er wird bedient.

Mit einem Ende etwas zu konstruiert und mit irrationalen Entscheidungen der Figuren, schafft es „Squid Game“ zwar nicht sein Niveau in Puncto Konsequenz über alle Folgen zu halten, bricht sich dabei aber beileibe nicht den Hals.


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Fazit – Battle Royale für Masse (und Denker)

Ist der Hype gerechtfertigt?

„Squid Game“ ist fürwahr eine ausgezeichnete Serie und transportiert eine Botschaft. Doch der Hype kommt nicht nur zustande wegen der zugrundeliegenden Gesellschaftskritik. Nicht alle Zuschauer werden Hwangs Intention wirklich bemerken, verstehen oder gar ihre persönliche Wahrnehmung oder den Stellenwert von Geld in unserer Welt hinterfragen.

Der Hype kommt auch zustande weil das Thema Battle Royale, so wie es aufbereitet wurde, nicht nur extrem im Trend liegt, sondern auch einfach jeden anspricht. Die Serie ist totaler Mainstream ohne inhaltsleer, ohne frei von Subtanz zu sein. Sie spricht also Sensationslustige gleichermaßen an wie nach dem Sinn suchende Hobby-Philosophen. Vielleicht liegt gerade darin das Kunststückchen?

Laut Wikipedia wollte Schöpfer und Regisseur Hwang mit „Squid Game“: „In Verbindung mit Kinderspielen eine Allegorie über die moderne kapitalistische Gesellschaft erzählen. Dabei sollte der Fokus auf dem Wettbewerb liegen.“ Und was sollen wir da noch mehr konstatieren als: Mission erfüllt!


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Trailer

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Was haltet Ihr von der wohl gehyptesten Serie aller Zeiten? Teilt eure Gedanken zu „Squid Game“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der „Front Man“ auch.


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Dead Space (2008)

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  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Das mittlerweile von Electronic Arts aufgelöste Entwicklerstudio  EA Redwood Shores (später Visceral Games) lieferte im Jahr 2008 – mit „Dead Space“ – einen beeindruckenden Horror-Shooter für PC und Konsolen ab.

Weshalb „Dead Space“ den Spielern Weltraum-Horror auf Top-Niveau liefert und welche die größte Stärke des Spiels ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Übrigens: EA hat am 22. Juli 2021 offiziell ein Remake zu „Dead Space“ angekündigt. Ist das sinnvoll oder die Entweihung eines fürchterlich guten Klassikers? Unsere bescheidene Meinung dazu findet ihr am Ende des Tests.

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Genre: Third-Person-Shooter, Survival Horror

Originaltitel: Dead Space

Produktionsland: USA

Entwicklerstudio | Publisher: EA Redwood Shores (im Mai 2009 Umbenennung zu „Visceral Games“ – Schließung im Oktober 2017) | Electronic Arts

Musik: Jason Graves

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 12 Stunden (Story), ca. 20 Stunden (100%)

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 3, Xbox 360, PC (Stand: 23.07.2021)

Altersfreigabe: USK 18

Universum: Dead Space

Nachfolger: Dead Space 2 (2011)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Dead_Space_(Computerspiel) | https://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Space_(video_game) | https://howlongtobeat.com/game.php?id=2333

Wertung:  

Testplattform: Xbox 360

Autor: Jannik

Verfasst am: 22.10.2019

Lesezeit: ca. 7 Minuten (Direkt zum Fazit)

Anmerkung: Dieser Test enthält Bilder die erst ab 18 Jahren freigegeben sind!

Als Isaac Clarke auf der Ishimura

In „Dead Space“ schlüpfen wir in die Rolle des Technikers und System-Ingenieurs Isaac Clarke.

Als Teil der Crew auf dem Reparaturraumschiff USG Kellion, machen wir uns in die Weiten des Weltalls auf, um die Kommunikationssysteme des interstellaren Abbauschiffs USG Ishimura wiederherzustellen.

Erst einmal an Board der Ishimura angekommen, ahnen wir noch nicht was uns erwartet. Die Besatzung scheint spurlos verschwunden. In Kontakt stehend mit der Technikspezialistin Kendra Daniels und unserem Sicherheitsoffizier und Vorgesetzten Zach Hammond, machen wir uns auf die Suche nach der Ursache.

Dabei stoßen wir auf widerwärtige sogenannte „Nekromorphs“, die uns bestialisch an den Kragen wollen. Wir wissen nicht genau was mit der Besatzung der Ishimura passierte. Fest steht: Schreckliches muss sich hier auf dem Schiff abgespielt haben.

Unsere einzige Chance zu überleben besteht darin, uns dem Grauen der Ishimura zu stellen und unter Todesfurcht Schritt für Schritt deren Systeme wieder in Gang zu setzen.


Protagonist Isaac Clarke blickt auf seine beiden Kollegen und ahnt noch nicht, was ihn erwarten wird

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Beklemmende Atmosphäre

Kommen wir gleich zur Sache: Die allergrößte Stärke von „Dead Space“ macht sich bereits zu Beginn des Spiels direkt bemerkbar und zieht sich als roter Faden durch das gesamte Horror-Abenteuer. Erstmal auf der Ishimura angekommen, fühlen wir uns in deren engen Gängen wie ausgeliefert. Aufgrund begrenzter Ressourcen müssen wir uns die Munition unseres „Plasma Cutters“ gut einteilen.

Jeder Schuss muss sitzen, unser Anzug macht uns träge. Lassen wir die abscheulichen Nekromorphs zu nahe an uns heran, können wir uns deren Aggression nur noch schwer entziehen. Selbst wenn wir als Sieger vom Gang gehen, treten wir beim vorbei gehen noch einmal drüber – nur zur Sicherheit. Klingt brutal, doch es geht ums nackte überleben. Die infizierten Lebensformen verzeihen schließlich nur sehr wenige Fehler.


Jeder Schuss muss sitzen

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Nur zur Sicherheit: Einen Tritt nachzusetzen kann für Isaac über Leben und Tod entscheiden

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Nachdem wir angespannt durch die wie tot wirkende Ishimura waten, sammeln wir alles was wir kriegen können, um der wahrgewordenen Hölle zu begegnen. Manchmal befinden wir uns sogar in der Schwerelosigkeit. Hier ermöglicht es uns ein bestimmtes Tool in alle Richtungen zu gleiten, bis wir wieder Boden unter den Füßen haben. Das macht unsere Odyssee noch schlimmer, schließlich können die Nekromorphs überall sein!

Auch begrenzter Sauerstoff bringt uns in Bedrängnis, sobald wir in einigen Teilen des Third-Person-Shooters nach außen dringen und uns in direktem Kontakt zum Weltall befinden.

Ihr merkt: Das mittlerweile von EA aufgelöste Entwicklerstudio EA Redwood Shores (später Visceral Games) hat sich wirklich Gedanken gemacht, wie sie dem Spieler durch die Survival-Elemente das Gefühl eines beinahe aussichtslosen und höllischen Überlebenskampfes im Weltraum vermitteln.


Als Isaac gleiten wir mit Angst im Nacken von einer Plattform zur nächsten

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Wahl der Waffen

Dabei spielt natürlich auch die Wahl der Waffen in „Dead Space“ eine entscheidende Rolle.

Zu Beginn starten wir mit unserer späteren Lieblingswaffe, dem Plasma-Cutter. Die Idee hinter der Waffe ist wohl pragmatischer Natur. Um gegen die Nekromorphs und ihre Varianten und Auswüchse bestehen zu können, dürfen wir nicht kopflos drauf los ballern. Gezieltes abtrennen der Gliedmaßen ist gefragt. Also schneidet der Cutter gezielt genau diese ab, sofern der Spieler genug Zielwasser getrunken hat. Dabei können wir beim Fadenkreuz bzw. der Schussart zwischen horizontal und vertikal wechseln, um noch genauer agieren zu können. Diese herangehensweise empfanden wir als besonders nützlich und erfrischend.


Wer den Plasma-Cutter nicht zu beherrschen lernt, den erwartet schreckliches

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Im Verlaufe der Story schalten wir weitere Waffen frei, darunter im weitesten Sinne einige Klassiker wie den Flammenwerfer, ein Maschinengewehr und diverse andere.

Jede Waffe hat seine Vor- und Nachteile und es ist besonders wichtig, als Spieler sein Augenmerk darauf zu richten, um für jede Situation gewappnet zu sein. Für lästige kleinere Gegner eignet sich bspw. ganz im „Halo„-Stil das Maschinengewehr.

Die Durchschlagskraft, Schussfrequenz, das Nachladetempo usw. müssen je nach Gegnertyp jederzeit berücksichtigt werden, was dem Gunplay die gewisse Tiefe verleiht.


Auch andere Waffentypen gilt es stets im Kopf zu behalten

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Weitere Fähigkeiten und Aufleveln

Doch nicht nur die Waffen in „Dead Space“ entscheiden über Leben und Tod. Auch die weiteren Fähigkeiten von Isaacs Anzug wollen gekonnt eingesetzt werden. Die sogenannte „Stase“ erlaubt es uns bspw. Maschinen oder Türen zu verlangsamen, um unsere Reparaturarbeiten durchzuführen, welche uns in der Geschichte weiter voranschreiten lassen. Auch Gegner können wir damit für eine gewisse Zeit verlangsamen.

Die Waffen können mithilfe von sogenannten „Energieknoten“ innerhalb eines klassischen Fähigkeitenbaums aufgewertet und verbessert werden.

Auch unser Anzug kann dementsprechend, neben Schemata die wir in der Spielwelt finden, verbessert werden. Ob Sauerstoffversorgung, Stase oder Lebensenergie. Die richtige Wahl beim Aufwerten unserer Objekte ist wichtig.


Kluges Ressourcenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen „Dead Space“-Erfahrung

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Fazit – Weltraum-Horror auf Top-Niveau

„Dead Space“ ist vor allem eines: unheimlich – beklemmend – atmosphärisch!

Über die gesamte Spielzeit reibt der Third-Person-Shooter die Nerven des Spielers auf und gruselt durch sein dichtes Klima und dem erzeugten Gefühl der Ausgeliefertheit. Die sehr kryptische, überwiegend mit Audio- und Textlogs erzählte Geschichte, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle, ist aber dennoch als Rahmenhandlung völlig ausreichend. Denn was im Horror-Genre geheimnisvoll ist, schafft Platz für die eigenen Ängste.

Dass wir in „Dead Space“ durch ein schlauchartiges Leveldesign waten, empfinden wir nicht als Schwäche des Survival-Horror-Shooters. Im Gegenteil: Zum einen ist dies auf einem Raumschiff logisch, zum anderen macht sich ein klaustrophobisches Gefühl der Ausgeliefertheit durch die Enge noch stärker bemerkbar.

Durch die unterschiedlichen Waffen, welche sich allesamt wuchtig anfühlen und zielgenaues Kämpfen ermöglichen, besticht „Dead Space“ zudem mit exzellentem Gunplay, welches uns von seiner Wertigkeit her an das erste „Halo“ erinnerte. Sinnvolle Aufwertungsmöglichkeiten von Rüstung und Waffen im Fähigkeitenbaum, sorgen für individuelle Entscheidungsmöglichkeiten im Überlebenskampf auf der Ishimura. Der Schwierigkeitsgrad ist jederzeit fordernd aber fühlt sich nie unfair an.

Obwohl wir immer wieder innerhalb des Raumschiffs umher geschickt werden, kommt durch die Abwechslung bei den Nekromorph-Arten nie Langeweile auf. Besonders lobenswert ist das jederzeit nützliche Navi, welches uns eine komplette Irrfahrt erspart, da es nicht die Luftlinie, sondern den zu gehenden Weg, in Linienform abbildet.

„Dead Space“ ist mit seinen vielen Stärken und nur wenigen bis keinen Schwächen einer der besten Titel der siebten Konsolengeneration.

Nachdem die beliebte Serie über die Jahre noch mit „Dead Space 2“ für Gänsehaut bei Fans sorgen konnte und sich mit dem bescheidenen, auf Action fokussierten Nachfolger „Dead Space 3“ unrühmlich verabschiedete, herrscht nun erstmal wieder Funkstille auf der Ishimura.

Bleibt zu hoffen, dass die Marke trotz Schließung von Visceral Games möglicherweise bald einen vierten Teil spendiert bekommt. Waschechte und weltraumfeste Horror-Fans hat „Dead Space“ nicht zuletzt wegen diesem hervorragenden Erstling sicher genügend für sich gewinnen können.


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Nachtrag: Remake angekündigt!

Was man bisher weiß (Stand: 24.07.2021)

Mittlerweile wurde ein Remake zu „Dead Space“ für die aktuellen Plattformen PlayStation 5, Xbox Series X/S sowie PC angekündigt. Wie die Kollegen von GamePro berichten, ist das Releasedatum noch offen.[1] Für die Entwicklung verantwortlich ist das Studio EA Motive (Star Wars: Squadrons).

Laut Electronic Arts soll es sich um ein Remake auf Basis der Frostbite Engine handeln und es soll keine Ladezeiten geben.[2] Zu anderen technischen Daten hat sich der Publisher bisher nicht geäußert. Klar ist jedoch: Laut Senior Producer Phil Ducharme, habe man aus vergangenen Fehlern gelernt und es werde (anders als noch in „Dead Space 3“) keine Mikrotransaktionen geben.

Inhaltlich verspricht EA „Verbesserungen an der Story“ und eine Erweiterung der Geschichte auf dem Fundament des Originals. Zudem sollen Story, Charaktere und Gameplay erweitert und modernisiert werden.[3]


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Ist ein Remake des Erstlings sinnvoll?

Nötig finden wir das Remake nicht, steht doch gerade der erste Teil für sich genommen enorm gut da. Schließlich ist „Dead Space“ sowohl technisch, inhaltlich sowie spielerisch vorzüglich gealtert.

Hinzu kommt: Gerade weil der dritte Teil durch seine Neuausrichtung auf Action schlecht ankam, hätte dieser ein Remake viel nötiger gehabt! Außerdem würden wir ebenfalls ein „Dead Space 4“, was sich zurück zu den einstigen Wurzeln besinnt, viel mehr begrüßen.

Doch wie immer gilt: Warten wir es erstmal ab. Vielleicht schafft es Motive Studios mit dem Remake ja tatsächlich, im Vorbeigehen noch etwas aus den Nekromorphs der alten Tage herauszupressen. Schließlich wünschen sich viele Fans eine Wiederauferstehung der einst totgeglaubten Serie.

Das „Dead Space“-Remake werden wir selbstverständlich zum Release testen und anschließend hier entsprechend verlinken.


Eines steht jedenfalls fest: Isaac ist zurück!

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Trailer

„Dead Space“ (2008)

Der offizielle „Twinkel Twinkel Little Star“-Trailer zu „Dead Space“

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„Dead Space“-Remake (noch ohne Datum)

Der offizielle Reveal-Trailer zum „Dead Space“-Remake

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FAR: Lone Sails (2018)

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  • 7.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 7.5/10
7.5/10

Spielenswert

„FAR: Lone Sails“ ist ein sogenanntes Vehicle-Adventure des schweizerischen Entwicklerstudios „Okomotive“.

Es wurde im Mai 2018 für PC veröffentlicht. Etwa ein Jahr später schaffte es das Indie-Spiel zudem auf PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch.

In „FAR: Lone Sails“ steuert ihr als winzige Spielfigur eine Art Hybrid-Fahrzeug aus Schiff und Lokomotive, über Schalter im Inneren, durch ein postapokalyptisches Szenario, in der 2D-Side-Scroller-Perspektive.

Unter dem Titel „FAR: Changing Tides“ wurde bereits ein Nachfolger angekündigt, der im Laufe 2021 erscheinen soll.[1]

Was das ungewöhnliche Puzzle- und Rätselspielchen ausmacht, verraten wir euch in unserem Test.

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Genre: Adventure, Puzzle, Rätsel, Side-Scroller

Originaltitel: FAR: Lone Sails

Produktionsland: Schweiz

Entwicklerstudio | Publisher: Okomotive | Mixtvision

Musik: Joel Schoch

Spielmodus: Einzelspieler

Spielzeit: ca. 3-4 Stunden

Sprache: Volle deutsche Lokalisierung

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Stand: 15.07.2021)

Altersfreigabe: USK 6

Universum: FAR

Nachfolger: FAR: Changing Tides (für 2021 angekündigt)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/FAR:_Lone_Sails | https://videospiele.fandom.com/wiki/FAR:_Lone_Sails | https://howlongtobeat.com/game?id=56531

Wertung:  

Testplattform: Nintendo Switch

Autor: Jannik

Verfasst am: 17.07.2021

Lesezeit: ca. 8 Minuten (Direkt zum Fazit)

„Weit: Einsame Segel“

Das Vehicle-Adventure

„FAR: Lone Sails“ ist ein sogenanntes Fahrzeug-Adventure und wurde vom schweizerischen Studio „Okomotive“ entwickelt.

Wir haben während unserer Gamer-Laufbahn ja schon allerlei Videospiele gezockt und ausprobiert, doch ein Vehicle-Adventure kam uns bisher noch nicht auf den Bildschirm. Euch auch nicht?

Dann setzt die Segel, schmeißt die Verbrennungsmotoren an und stellt den Treibstoffvorrat sicher. Wir laden euch auf unser Schiff ein, um dem Genre gemeinsam aufs Reifenprofil zu fühlen.

Es kann doch schließlich sicher nicht schaden, auch mal die Spur zu wechseln und auf andere Fahrbahnen vorzudringen, um ein weniger populäres Genre auszuprobieren. Oder doch?


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Schwitzerrisches Studentenprojekt

Das außergewöhnliche Spielchen „FAR: Lone Sails“ hat als Studentenprojekt des leitenden Entwicklers Don Schmocker bereits im Jahr 2015 seinen Ursprung.[1]

Als Schmockers Kommilitone an der „Zürcher Hochschule der Künste“ – Goran Saric – mit zum Projekt stieß, gründeten sie im Jahr 2017 ihr Studio „Okomotive“.[2]

Die Inspiration für „FAR: Lone Sails“ soll unter anderem durch „Das Superbuch der technischen Wunderwerke“ aus dem Jahr 1992 von Richard Platt und Stephen Biesty gekommen sein. Doch auch Videospiele, wie das atmosphärische „Journey“ (2012) oder verspielte „LittleBigPlanet (2008), leisteten Zündstoff für „Okomotive“’s kreativen Motor.[3]


„Das Superbuch der technischen Wunderwerke“ diente unter anderem als Inspiration für „FAR: Lone Sails“

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©Amazon | Quelle: https://www.amazon.de/Stephen-Biestys-Incredible-Cross-Sections-cross-sections/dp/0863188079

Intention | Setting | Handlung

Doch was ist nun eigentlich das besondere an „FAR: Lone Sails“?

Die Schöpfer rund um Schmocker wollten ein Spiel entwickeln, welches euer Fahrzeug so essentiell macht, dass ihr im Verlaufe des Spiels eine Bindung zu ihm aufbaut.[4] Ob das wirklich funktioniert, haben wir uns im späteren Abschnitt „Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte“ genauer angeschaut.

Jedenfalls findet ihr euch als winzige Spielfigur in rotem Öl-Zeug, in einem scheinbar postapokalyptischen Szenario wieder. Die Umgebung erinnert dabei oft an ein ausgetrocknetes Meer, eine karge Steppe oder salzige Wüste. Auch ein klein wenig andere Landschaften werden im Spielverlauf auf euch zukommen.

Ohne jedwede Erklärung stürzt ihr euch munter drauf los und findet sogleich einen ulkigen fahrbaren Untersatz, unweit eures Startpunkts. Anschließend müsst ihr euch als frischgebackener Kapitän und stolzer Entdecker unter dem Motto „probieren geht über studieren“ selbst mit eurem Vehikel auseinandersetzen, um in die Weiten aufbrechen zu können.


Oben die Außen- und unten die Innenansicht eures treuen Gefährts in „FAR: Lone Sails“

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://www.artstation.com/artwork/k5gJx

Gameplay

Der Weg ist das Ziel

Habt ihr euch als Grünschnabel erstmal ein wenig mit eurem Schiff vertraut gemacht, macht ihr euch in der 2D-Side-Scroller-Perspektive auf die Reise durch verschiedene Gefilde. Auch wenn scheinbar ein nicht näher erwähntes Ereignis über die Welt hereingebrochen ist, gibt es dennoch allerhand sehenswertes auf eurem Weg.

Ob trockene Dünen, einen Sonnenuntergang im Abendrot, vom Wind gepeitschter Hagel oder von Schneestürmen durchzogenes Land. Euer Schiff bahnt sich den Weg durch einige Wetterphänomene und Umgebungen.


Zeit in Salz zu stechen

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=1568162976

Ihr tragt dabei fast ohne Unterbrechung die Verantwortung für euer Fahrzeug. Konkret heißt das: Nachdem ihr die Mechaniken und Knöpfchen im Inneren alle mal gedrückt habt, wisst ihr um deren Funktionen und eure Aufgaben. Das Segel will gespannt, der Ofen mit Treibgut befeuert und der Kessel vom Dampf befreit werden. Wenn es zu Komplikationen kommt, heißt es auch die Rolle des Feuerwehrmann sowie Maschinisten zu übernehmen und Brände zu löschen sowie Reparaturen durchzuführen oder kreativ zu werden und die Winde im Schlamm einzusetzen.

Mithilfe der Schultertasten zoomt ihr entweder auf eure Spielfigur oder lasst die Kamera in die Panoramaansicht zurückfahren. Je nach Ausrichtung der Kamera ist die Hülle eures Fahrzeuges entweder durchsichtig – sodass ihr euch und das Innere sehen könnt – oder aber sichtbar. Dieses Prinzip ist an die erwähnte Buchinspiration angelehnt.

Im Verlaufe der Reise macht ihr Halt an – nennen wir es Häfen oder Docks – häufiger weil ihr an Hindernissen nicht weiter kommt ohne dort Puzzle zu lösen, seltener leider weil ihr auf Upgrades für euer Schiff stoßt, die sich deshalb wie kleine Meilensteine anfühlen.

Doch habt ihr in „FAR: Lone Sails“ überhaupt ein Ziel? Nun ja, für einen echten Kapitän ist nichts weniger als der Weg das Ziel. Oder?


Eine Ansammlung an Spielszenen aus „FAR: Lone Sails“

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://www.pinterest.de/pin/358036239128569493/

Plackerei oder Kreuzfahrt?

Bei allerlei Aufgaben als Kapitän, Navigator, Puzzler, Brandbekämpfer und Maschinist, stellt sich natürlich die Frage, inwieweit „FAR: Lone Sails“ entspannter Sightseeing-Trip oder doch eher unliebsame Plackerei ist.

Arbeit

Um gleich zur Sache zu kommen: „FAR: Lone Sails“ kann sich trotz der schönen Stimmung auch mal wie Arbeit anfühlen. Erinnert hat uns das ein wenig an das Echtzeitstrategiespiel „Jurassic World: Evolution“. Ebenso wie in der Rolle des Parkmanagers ist als Schiffskapitän ständig irgendetwas los und möchte justiert, arrangiert, eingesammelt, überlegt oder eingerastet werden.

Was uns daran am meisten störte war wohl der vielbetätigte Gasknopf. Eine Möglichkeit zum dauerhaften Einrasten gibt es nicht. Steht kein Wind, steht also auch mal eure Maschine, weil der Knopf sich immer wieder herausdreht. Verbessert wird das Bauteil während eurer Reise auch nicht. Dadurch kann es schon mal vorkommen, dass die Atmosphäre der Spielwelt und Umgebung unter euren Aufgaben, wie eben dem Gas geben, leidet und nicht richtig aufgesaugt werden kann. Das steht im Weg.

Wie Jawas

Ebenfalls das Ofen befeuern, also auftanken, kann schon mal nerven, da sich das aufheben zu Beginn des Spiels als relativ langwierig gestaltet. Da kann man sich beim Schrott respektive Brennstoff einsammeln in der Wüste, schon mal wie die kleinen, übergriffigen Javas aus dem „Star Wars Universum“ fühlen.

Wenn ihr euch dann aber im weiteren Verlauf wie ein Honigkuchenpferd über einen Sauger am Hinterteil eures Schiffes freut, weil dieser nunmehr selbstständig allerlei Treibgut aufsammelt und das zudem noch praktischerweise direkt am Brennofen, versteht ihr die Absicht der Entwickler dahinter. Leider sind diese Momente aber nicht zahlreich genug, was wir später im Abschnitt „Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte“ noch näher ausführen werden.

Ressourcenmanagement

Wer Angst vor großem Ressourcenmanagement hat, den können wir beruhigen. „FAR: Lone Sails“ geht überaus großzügig mit Treibstoff um. So ziemlich alles was sich in der Welt finden lässt, kann auch als Treibstoff verwendet werden. Wäre ja auch blöd mitten auf dem Weg manuell an der Schiffswinde ziehen zu müssen, um weiter an Strecke zu machen – auch wenn es ja bekanntlich im Fahrer-Jargon so schön heißt: „Wer liebt der schiebt!“.

Doch Vorsicht vor roten Fässern mit Flammen-Warnsymbol! Euer Motor wird es euch danken.


„FAR: Lone Sails“ kann sich durchaus auch mal wie Arbeit anfühlen

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©Okomotive |  ©Mixtvision| Quelle: https://goombastomp.com/far-lone-sails-review/

Fernreise – Nah am Bildschirm

Egal ob im Handheld-Modus der Nintendo Switch oder auf dem großen Bildschirm. Wer in den Weiten von „FAR: Lone Sails“ versinken will, sollte sich darauf einstellen, sehr nah an den Bildschirm zu gehen – und das auch ohne Sehschwäche.

Trotz oder gerade wegen der erwähnten Zoom-Funktion und eurer Rolle als Mini-Spielfigur, müssen die Augen oft deutlich angestrengt werden.

Nicht selten muss über die Schultertasten nachjustiert werden, was in uns die Frage aufkommen lies, ob da eine automatische Kamera, die intelligent je nach Spielgeschehen umschaltet, nicht wenigstens in den Häfen bzw. Puzzle-Sequenzen sinnvoll gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz hat das ganze auch einen Vorteil. Da ihr als Knirps in der Welt fast schon untergeht, wirkt diese noch weiter als ohnehin schon. Insbesondere durch das Großenverhältnis zu eurem Schiff, fühlt ihr euch da stets wie ein kleiner Wicht im Wind.


Findet ihr Lone Henriksson? So heißt übrigens die spielbare Figur in „FAR: Lone Sails“.[5] Ein Tipp: Sie befindet sich etwa in der Mitte des Bildes.

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://store.steampowered.com/app/609320/FAR_Lone_Sails/?l=german

Ein treues Gefährt oder ein treuer Gefährte

Mit „FAR: Lone Sails“ haben sich die Entwickler rund um Schöpfer Schmocker, wie bereits im Abschnitt „Intention | Setting | Handlung“ erwähnt, zum Ziel gesetzt, euer Vehikel so bedeutend wie nur möglich für euch zu machen. Doch schafft es das Spiel wirklich, dass ihr eine Bindung zu eurem Schiff aufbaut?

Zugegeben: Wenn ihr euren fahrbaren Untersatz immer besser kennenlernt, steigt mit dem Kilometerstand auch die emotionale Verbindung. Schließlich steht nichts außer das treue Gefährt zwischen euch und der rauen Einöde.

Die Grundidee euch ohne Erklärung einfach in die Welt zu werfen erweist sich somit nicht nur als effizient in Bezug auf die Entwicklungs- sondern auch Beziehungsarbeit. Denn neben den grundlegenden Funktionen wollen auch kleine Details, wie zum Beispiel die kleine rote Fahne die im Wind weht, erst einmal interpretiert und verstanden werden. Schiff und Kapitän bandeln aneinander an und ein Anschluss entsteht.

Doch baut man wirklich eine richtige Beziehung auf? In unserem Fall eher nicht! Und dafür gibt es auch gute Gründe. Es gibt im Verlaufe eurer Reise einfach viel zu wenige Upgrades für euer Schiff. Eine Entwicklung findet somit nur marginal statt. Individualisierungsmöglichkeiten gibt es letztendlich sogar gar keine. Vielleicht ist aber auch die kurze Spielzeit von nur drei bis vier Stunden der Grund, wieso wir das Fahrzeug nicht so lieb gewinnen konnten wie erhofft.

So bleibt in dieser Spur viel Potential auf der Strecke liegen, was dafür sorgt, dass unser Vehikel für uns am Ende nur ein treues Gefährt aber kein treuer Gefährte wird.


Auch wenn wir unser KFZ lieb gewinnen springt der Funke nicht vollends über

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://goombastomp.com/far-lone-sails-review/

Plakette für Konzept – Abzüge bei km-Anzahl

Neben bereits einigen, kleineren Versäumnissen auf der Wegstrecke der Bewertungsskala von eins bis zehn, muss man dem Spiel eines wirklich lassen: Die große Stärke von „FAR: Lone Sails“ liegt in dem edelmütigen, kreativen – wenn auch nicht perfekt umgesetzten Konzept. Das ist uns durchaus eine bescheidene derofa.de-KFZ-Plakette auf „FAR: Lone Sails“ Nummernschild wert.

Abzüge muss es jedoch leider – vergleichbar mit unserem erst kürzlich gemachten Indie-Ausflug „Gris“ (2018) – für den Umfang aber vor allem das verschwendete Potential geben.

„Okomotive“ hätte in „FAR: Lone Sails“ die Möglichkeit gehabt mit einer etwas längeren Spielzeit und dem gewissen Feinschliff im Ablauf der Puzzle, die letzten Punkte auf der Geraden zur Ziellinie noch rauszuholen.

War es im sowohl spielerisch als auch atmosphärisch perfekten „Gris“ eher der reine Umfang  – also schlicht mehr Spielzeit – so sind es in „FAR: Lone Sails“ eher die verpassten Möglichkeiten.

Doch wir sind uns fast sicher, dass die erfinderischen Köpfe hinter „Okomotive“, im angekündigten Nachfolger „FAR: Changing Tides“, genau an diesen Stellschrauben des Motors drehen werden!


Der Nachfolger „FAR: Changing Tides“ wurde bereits für 2021 angekündigt und bietet Chancen für den Feinschliff der Lackierung

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://store.steampowered.com/news/app/609320/view/3037095234441555332

Fazit – Fahrlässig außergewöhnliches Indie-Spiel

Das fahrzeugbasierte Adventure „FAR: Lone Sails“ siedelt sich in einem ungewöhnlichen Genre an und bietet deshalb auch – aber nicht nur – eine ebenso außergewöhnliche Spielerfahrung.

Als schweizerisches Studentenprojekt entwickelt, zeigen die Schöpfer von „Okomotive“ mit ihrem Erstlingswerk sehr viele gute Ansätze. Damit kreieren sie einen spielenswerten bis ausgezeichneten Kurztrip, welcher für einige denkwürdige Erlebnisse bei euch sorgen könnte.

In „FAR: Lone Sails“ erwartet euch als geneigter Abenteurer eine meist angenehme Reise unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, welche auch vom ausprobieren lebt. Wegen der teilweise zumindest fragwürdigen Entscheidungen im Bereich Antrieb und Kamera, artet das Puzzle-Spielchen jedoch öfter auch in Arbeit aus und steht so seinem Potential, welches es zur Entschleunigung hätte, entgegen.

Außerdem hätte „FAR: Lone Sails“ insgesamt auch ein wenig mehr Platz für knackigere Rätsel oder Jump ’n‘ Run Einlagen der Spielfigur gehabt. Stattdessen erwarten euch oft leichte Schalterrätsel die zwischendurch, abseits des Schiffs, gelöst werden müssen.

Bei allem Minimalismus – auch im Bezug auf die Geschichte – hätte außerdem ein wenig mehr Input vorgebeugt, zu viel Eigeninterpretation in das dystopische Szenario legen zu müssen. Sei es nur in Form einer klitzekleinen Vorgeschichte, welche die Reise nachvollziehbarer und sinniger macht.

Das postapokalyptische Setting jedenfalls machte wohl sicher die Entwicklung von „FAR: Lone Sails“ leichter, doch Läge gerade in vielfältigeren Landschaften mit üppigen Vegetationen, die wahre Stärke in dem Spiel und Konzept. Schließlich könnte man so neben der Schufterei, um sein Gefährt am laufen zu halten, auch mal inne halten und so die Umgebungen und damit auch seine Fahrt mehr genießen.

Vielleicht ist das der Aufhänger für den nächsten Teil?! Der Nachfolger „Changing Tides“ (dt. Gezeitenwechsel) lässt zumindest darauf hoffen, diesmal auch in See stechen zu können. Erste Bilder gibt es bereits.

Letztendlich hat das Studio „Okomotive“ mit der Fortsetzung nun also die Möglichkeit, kleinere Stolpersteine von der Straße zu räumen, um aus einer sehr guten, eine herausragende Spielerfahrung zu machen.


Im Nachfolger „FAR: Changing Tides“ verschlägt es euch ins kühle Nass. Der Release ist für 2021 angekündigt. Den Trailer findet ihr unten.

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©Okomotive |  ©Mixtvision | Quelle: https://store.steampowered.com/app/1570010/FAR_Changing_Tides/

Trailer

„FAR: Lone Sails“

Der offizielle Launch-Trailer zu „FAR: Lone Sails“

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„FAR: Changing Tides“

Der offizielle Announcement-Trailer zu „FAR: Changing Tides“

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