
Lesemusik:
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derofa Durchschnittswertung - 9/109/10
Herausragend
Als wir das erste mal von „Longlegs“ gehört haben,, wuchs die Neugier. Als wir dann erfuhren das Nicholas Cage eine Hauptrolle in diesem Horrorfilm übernimmt, wollten wir mehr erfahren.
Die Vermarktung des Film wurde bewusst so gelegt, dass man z.B. Nicolas Cage in keinem Trailer oder Poster komplett gezeigt hat. Man hörte nur seine Stimme oder sah vage Umrisse, um die Neugier auf sein „monströses“ Aussehen zu maximieren.
Genauso wenig zeigte uns der Trailer klassische Jump-Scares sondern verstörende Notrufe die mit körnigen Bildern dargestellt wurden. Der gewählte Stil von Oz Perkins für „Longlegs“ sollte dadurch schon angeteasert werden.
Ob das „Slow-Burn“-Marketing erfolgreich war und ob uns „Longlegs“ neues Film-Futter zeigen konnte, erzählen wir euch in dieser Kritik auf der rote Faden,
Genre: Horror, Horrorthriller, Mysterythriller, Psychothriller, Übernatürliches
Originaltitel: Longlegs
Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Saturn Films, Range Media Partners, Oddfellows Pictures, Traffic, Studio Neon
Regie: Oz Perkins
Drehbuch: Oz Perkins
Produktion: Nicholas Cage, Dave Caplan, Chris Ferguson, Dan Kagan, Brian Kavanaugh-Jones
Musik: Elvis Perkins
Länge: ca. 102 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Veröffentlichung: 8. August 2024 (Kinostart DE)
Ähnliche Titel: Get Out (2017), Wir (2019), Antebellum (2020), Him – Der größte aller Zeiten (2025), Heretic (2024), Conjuring Universum
Wertung:
Autor: Melissa
Verfasst am: 16. August 2024; 22.03.2026
Lesezeit: ca. 4 Minuten (Direkt zum Fazit)

Die Handlung – Ein Satanisches Puzzle
In den 1990er Jahren kommt es zu mehreren ungelösten und mysteriösen Mordfällen, die Oregon seit Jahrzehnten erschüttert. Die junge FBI-Agentin Lee Harker soll dem auf die Spur gehen und die ungelösten Fälle untersuchen.
Obwohl an den Tatorten nie ein Eindringling gefunden wurde, hinterlässt der vermeintliche Täter, der sich selbst „Longlegs“ nennt, kryptische Botschaften mit satanischen Symbolen. Während die FBI-Agentin versucht, die rituellen Muster und okkulten Zusammenhänge der Taten zu entschlüsseln, stößt sie auf eine erschreckende persönliche Verbindung zu dem Gesuchten.
Was als klassische Serienkiller-Jagd beginnt, entwickelt sich schnell zu einem beklemmenden Albtraum, in dem die Grenzen zwischen polizeilicher Ermittlung und übernatürlichem Terror ineinander verschwimmen.

Die FBi Agentin Lee Harker ist schockiert von den grausamen Morden des „Longlegs“-Killers.
Die Ästhetik des Unbehagens
Dieser Film ist ein wahrhaftig stilistischer Überflieger.
Schon zur ersten Szene hin, wird durch die 4:3 Darstellung ein 90er Jahre Flair suggeriert, um die Zuschauer mehr in das Geschehen einzubinden. Dieser Stil wechselt immer mal wieder zu 16:9 und zurück, je nach Zeitepoche. Wir lieben es! Regisseur Oz Perkins spielt meisterhaft mit verschiedenen Bildformaten.
Es ist ein cineastisches Highlight und verleiht der Handlung einen Old-School-Flair den man beispielsweise gut mit Crime-Serien wie „True Detektiv“ oder dem legendären Film „Das Schweigen der Lämmer“ aus dem Jahr 1991 vergleichen kann. Es ist das gewisse Etwas das den Film so brilliant macht. Was gibt es weiteres an diesem Film was uns so ins Auge gestochen hat?
Der Film setzt weniger auf plumpe Jump-Scares, sondern auf ein konstantes und tiefes Unbehagen. Durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen (oft statisch oder mit viel leerem Raum) und einem beklemmenden Sounddesign, fühlt man sich als Zuschauer nie sicher.

Durch die Kameraeinstellungen ist die Angst allgegenwärtig.
Nicholas Cage erneut in Höchstform
Seine Darstellung des Killers wird als einer der gruseligsten Auftritte seiner Karriere gefeiert. DerSpecial Effects Make-up )kurz SFX-MakeUp) verlangte sehr viel Zeit. Nicholas Cage ist unter einer dicken Schicht von Prothesen kaum wiederzuerkennen. Für seine Rolle habe er eine sehr spezielle und verstörende Stimme genutzt bzw. „gespielt“. Sein Aussehen wurde Anfangs durchs Marketing bewusst geheim gehalten, um den Schockmoment im Kino zu maximieren. Wir können bestätigen – Das hat funktioniert!
Cage ist in seiner Rolle nicht wiederzuerkennend. Man bekommt es in seiner Gegenwart mit der Angst zu tun. Ihm möchte man nicht alleine im dunklen Wald treffen – oder was meint ihr? Er spielt seine Psychopathen-Rolle sehr authentisch und überaus überzeugend gut.
Auch seine Filmpartnerin Maika Monroe zeigt schauspielerisch eine Authentizität, bei der wir sogar mitfühlen müssen, wenn sie Schwierigkeiten hat ihren Fall zu lösen und ihr immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Sie ist eine FBI-Agentin die mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat. Exzellentes Schauspiel!

Agentin Harker ist auf der Suche nach dem „Longlegs“-Killer.
Fazit – Ein Okkulter Albtraum
Zugegeben Anfangs haben wir lange gebraucht um den Meilenstein in „Longlegs“ zu erkennen. Der Film setzt zu Beginn auf einen entschleunigten Einstieg. Das macht die Handlung nicht langatmig, aber man fühlt sich als Zuschauer beinahe hinters Licht geführt? Warum das? Der Film suggeriert fast in jeder Szene – „Gleich kommt Etwas!“. Denn „Longlegs“ spielt nämlich mit unseren Erwartungen und das dauerhaft!
Wir können euch sagen: Dranbleiben lohnt sich! Denn dieser Psychohorror entfaltet seine volle Wucht erst spät, und lässt euch dann aber garantiert nicht mehr los. „Longlegs“ ist ein Unikat was es so in der Filmbranche selten zu sehen gibt.
Neben „Smiley 2 – Siehst du es auch?“ oder „The Substance“ war „Longlegs“ einer unserer Film-Highlights des Horrorgenres aus dem Jahr 2024.

Mit Abstand die gruseligste Rolle von Nicholas Cage.
Trailer
Der offizielle englische Trailer von „Longlegs“.














