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Die Schlange (2021)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Herausragend

Der Titel „Die Schlange“ bezeichnet eine 2021 von BBC produzierte britische Crime-Serie die von wahren Begebenheiten inspiriert worden ist.

Der französische Serienkiller namens Charles Sobrahj ist wohl einer der bekanntesten Mörder aus Südöstasien.

Diese Miniserie mit insgesamt acht Episoden ist am 02.April 2021 auf Netflix veröffentlicht worden.

Wir haben uns „The Serpent“ einmal angesehen und erzählen Euch was wir von der neu produzierten Netflix-Serie finden und ob sie zum Crime-Serien Geheimtipp 2021 zählt.

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Genre: Thriller, True-Crime

Originaltitel: The Serpent

Produktionsland: Vereinigtes Königreich

Produktionsfirma: BBC, Mammoth Screen

Regie: Tom Shankland, Hans Herbots

Drehbuch: Toby Finlay

Produktion: Stephen Smallow

Musik: Dominik Scherrer

Staffeln: Staffel 01 (8 Episoden) (2021)

Länge: ca. 50-55 Minuten je Episode

Altersfreigabe: FSK 16

Wertung:  

Autor: Melissa

Verfasst am: 11.07.2021

Lesezeit: ca. 6 Minuten (Direkt zum Fazit)

How to catch a Killer?

Die Schlange ist ein neu produziertes Produkt der Streaming-Plattform Netflix aus dem Jahre 2021 und basiert auf wahren Begebenheiten. Sie handelt über den französischen Serienkiller aus Südostasien mit dem Namen Charles Sobhraj (Tahar Rahim).

Charles ist Franzose und in den frühen 70er Jahren nach Bangkok ausgewandert. Zusammen mit seinem indischen Freund Ajay Chowdhury (Amesh Edireweera) und seiner Lebensgefährtin Marie-Andrée Leclerc (Jenny Coleman), lockte er ahnungslose Touristen an.

Er befreundete sich mit ihnen und überzeugte sie durch seine Lügen, dass Charles und seine Freunde hilfsbereite Europäer seien, die sie in diesem fremden Land nur etwas unterstützen möchten. Sie boten ihnen die Hilfe bei der Hotelsuche – oder sogar ihr eigenes Heim als Übernachtungsmöglichkeit an. Zudem standen sie den interessierten Touristen als Dolmetscher zur Seite.


Charles Sobhraj wirkte auf seine neuen Bekanntschaften als ehrlich und vertrauensvoll.

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©BBC

Der Schein trügt

Doch wie erwartet ist nicht alles Gold was glänzt und Charles Masche war es, diese ahnungslosen Touristen unter Drogen zu setzen und sie dann zusammen mit Ajay hinaus aus der Stadt zu fahren. Dort habe er sie ausgeraubt und ermordet. An den Morden beteilgte sich Marie-Andree nicht, jedoch wusste sie genau was ihr Lebensgefährte mit den hilflosen (zu dieser Zeit meist Hippies) angestellt hatte. Denn die neuen Bekanntschaften kehrten nach einem kurzen Ausflug mit Charles und Ajay nie mehr zurück.

Sein Antagonist und somit Gegenspieler ist der niederländische Botschaftssekretär Herman Knippenberg (Billie Howle), der beharrlich zwei in Bangkok verschwundenen Holländern hinterherrecherchiert und dem Täter auf der Spur ist.

Seine weiblichen Opfer trugen oft Bikinis, sodass Charles von Bangkok den Spitznamen „Bikini-Killer“ erhalten hatte. Aufgrund seiner hinterlistigen Art wurde ihm desweiteren vom Land der Titel „The Serpent“ (Die Schlange) zugeteilt.

So begann der Franzose in Zeiten des „Hippie-Trails“ der 70er Jahre dutzende Morde an westlichen Touristen zu begehen. [1]


Marie und Charles

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©BBC

Die Rucksacktouristen der 70er

Wie schon erwähnt befasst sich die Geschichte zeitlich mit der sog. „Hippie-Bewegung“ aus den siebziger Jahren. Inszenatorisch ist die Darstellung dieser zeitlichen Periode beachtlich realistisch dargestellt worden und sorgt mithilfe der Kulissen, Kostüme etc. für eine realitätstreue Erzählung in der wir uns in den 70er Jahren schnell verlieren.

Doch was ist so besonders an dieser Netflix -Serie? Die Thrillerserie „Die Schlange“ ist mit unter eines der spannendsten Crime-Serien die wir 2021 neu entdeckt haben. Diese „True-Crime-Serie“ ist definitiv ein Geheimtipp den wir euch nicht vorenthalten möchten. Mit ihren bescheidenen 8 Episoden versetzt die Erzählung uns in eine starre und fesselnde Atmosphäre, die neben dem Nervenkitzel zudem noch ziemlich entsetzend auf uns wirkt.

Besonders beeindruckend wiedergegeben war für uns die wahrheitsgetreue Handlung, die sich genauso in den 70er Jahren abgespielt haben soll. Die Serie erhält einen extra Punkt von uns, für die Vorstellung von originalen Aufnahmen bzw. Bildern von Charles und seinen Komplizen.

Hervorragend ist hier auch die schauspielerische Leistung der Schauspieler zu betonen. Als Zuschauer fühlt man sich nach Asien versetzt und erlebt dort die dunklen Seiten eines Serienkillers. Das Mitfiebern mit den Opfern und das hoffnungsvolle Warten auf ein Happy End bleibt bis zum Finale bestehen.


Marie und Charles haben bereits ihr nächstes Opfer im Visier

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©BBC

Die Stärke der Serie

Die Stärke ist nicht etwa die Charakterisierung eines Serienkillers, vielmehr liegen sie in der Beschreibung der Hippie-Rucksacktouristen und ihren Lebensgeschichten. Die einzelnen Charaktere bringen frischen Wind nach Asien. Die Touristen werden als lieb und ehrlich verkörpert, sodass wir immer mehr mitfühlen müssen – vor allem als der erste Mord an einem der Touristen begangen wurde.

Immer wieder tauchen neue Charaktere auf – seine zukünftigen Opfer. Es wirkt schon fast naiv und dümmlich, wie einfach sich die Touristen von Charle’s Lügen überreden lassen. Diese Naivität raubt uns als Zuschauer jeglichen Nerv. Es ist fast schon so wie ein Klischee aus Horrorfilmen. Wir fragen uns öfters mal „Wieso muss das sein? Das ist nicht gerade klug oder?“
Doch wie festgebunden und erstarrt bleibt uns nichts übrig als schockierend mitzuerleben, was mit den so einst liebevollen Hippie-Touristen passiert.

Die wechselnden Charaktere innerhalb dieser acht füllenden Episoden mit ihrem Überlebenskampf gegen Sobhraj, bringen uns als Zuschauer viel mehr eine Plackerei, die dennoch eilig und schnurstracks in die Ziellinie der Hoffnung fährt. Was am Ende das Ergebnis ist, solltet ihr jedoch selbst herausfinden


Charles und Ajaj haben die naiven Touristen aus der Stadt gefahren um sie außerhalb dieser zu ermorden.

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©BBC

Was passierte mit Charles und Co.?

Was mit Charles und seinen Komplizen passiert ist erfahrt Ihr in der neuen Crime-Serie auf Netflix. Falls Ihr nichts mehr zur Handlung erfahren möchtet, dann überfliegt den kommenden Spoiler-Abschnitt und geht direkt „zum Fazit“ über.

Da uns die Geschichte hinter den verschollenen Rucksacktouristen so fasziniert hat, wollten wir mehr über Charles und Co. erfahren und forschten etwas nach.

Achtung Spoiler!

Wir starten direkt zum Finale der Staffel. Charles Sobhraj konnte damals in Frankreich verhaftet werden, doch seine Taten habe er bis heute nicht zugegeben. Er hatte darauf gehofft, dass seine Taten im Gefängnis verjähren und er nicht verurteilt werden kann.

Wie eine hinterlistige Schlange schmiedete sogar im Gefängnis weitere Pläne. Erschreckenderweise ist sein Plan sogar aufgegangen und er wurde trotz seiner Morde an dutzenden Touristen in den siebziger Jahren aus dem Gefängniss entlassen. Charles jedoch war sich nicht bewusst, dass er in Bangkok noch immer auf der Fahndungsliste gelistet war und in Thailand gesucht wurde. Denn dort war es zu dieser Zeit noch möglich, eine Verurteilung zu vollstrecken – was zur Folge hatte, dass er bei der Einreise in Thailand direkt verhaftet wurde und in Haft gekommen ist.

Der Franzose war clever und erkannte, dass das Land sehr arm war und nutzte dies zu seinem Vorteil, da er noch reichlich an Geld übrig hatte. Somit machte er es sich dies zu nutze und so konnte er die Wärter leicht mit Geld oder anderen Mitteln bestechen, sodass er seinen Aufenthalt im Gefängniss so angenehm wie möglich gestalten konnte.

Am 17. Februar 1997 wurde Sobhraj freigelassen, wobei die meisten Haftbefehle, Beweise und sogar Zeugen gegen ihn längst verjährt bzw. verloren gegangen waren.

Die indischen Behörden ließen Sobhraj nach Frankreich zurückkehren, wo er bis heute noch seine letzten Lebensjahre verbringt. Somit ist er dennoch trotz seiner abscheulichen Taten davongekommen. Sein ehemaliger Freund Ajaj wurde 1976 zuletzt angeblich in Deutschland gesichtet und seither gilt er als verschollen. Seine damalige Lebensgefährtin Marie-Andrée Leclerc erkrankte 1984 an Krebs und verstarb im Alter von 38 Jahren im Zeitraum als Charles seine Zeit im Gefängnis verbüßte.


Der echte Charles und Marie-Andree und die Schauspieler Rahim und Coleman.

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https://www.nachrichten.at/kultur/die-unfassbare-wahre-geschichte-hinter-die-schlange;art16,3377535

Fazit – Die mephistophelische Schlange

Wir haben kaum was an der Serie auszusetzen. Dennoch müssen wir eines anmerken – zu Beginn weiß man als Zuschauer nicht wirklich in welche Richtung sich die Serie entwickeln soll. Man ist sozusagen ahnungslos. Dies kann man zugleich als positiv oder negativ werten. Wir hätten uns natürlich ein paar Folgen mehr gewünscht, jedoch beinhalten die 8 Episoden reinste Spannung pur!

Deshalb gilt auch hier die Devise –  Weniger ist mehr! – So auch dem modernen Trend zu urteilen.

Gerade für Crime-Serien-Fanatiker ist „Die Schlange“ ein Geheimtipp und mehr als sehenswert. Die Abbildung der 70er Jahre und die Darstellung der Charaktere beeindrucken in allen Punkten. Wie viele Touristen Charles Sobhraj tatsächlich umgebracht hat – weiß man nicht. Der mittlerweile 76-Jährige schweigt bis heute dazu.

Am Ende stellt sich für uns nur die Frage: „What does it take to catch a Killer?“


Charles Sobrahj gilt bis heute als einer der bekanntesten Serienkiller aus Südostasien.

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©BBC

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu „Die Schlange“.

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©Netflix

American Crime Story (2016 – …)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Nach der erfolgreichen Anthologie-Serie American Horror Story präsentiert uns Ryan Murphy mit Unterstützung von John Travolta im Jahre 2016 eine neue Anthologie-Serie, welche sich hauptsächlich um wahre Verbrechen dreht. Diese mal steht der Fokus nicht im Genre des Horrors, sondern glänzt im Scheinwerferlicht der True-Crime-Serien.

Wie sich die Serie darstellt und ob sie mit seinem großem Bruder der Anthologie-Serien mithalten kann, erfahrt Ihr in unseren Reviews auf derofa.de

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Genre: Thriller, True-Crime, Drama

Originaltitel: American Crime Story

Produktionsland: Vereinigte Staaten

Regie: Ryan Murphy, John Travolta

Drehbuch: Scott Alexander, Larry Karaszewski („The People V. OJ Simpson“); Tom Rob Smith („The Assassination of Gianni Versace“)

Musik: Mac Quayle

Länge: ca. 41 – 58 je Episode

Altersfreigabe: Staffel 01: FSK 12, Staffel 02: FSK 12

Die Anthologie-Serie

Was ist „American Crime Story“? Bei diesem Titel handelt es sich um eine weitere Anthologie-Serie vom Schöpfer von „American Horror Story“.  Ryan Murphy übernahm die Arbeit als Produzent, dieses Mal jedoch ohne Brad Falchuk, mit dem er bereits die Horrorserie „AHS“ produzierte. Doch Murphy sitzt nicht allein auf dem Produktionsstuhl. Mit dabei steht ihm John Travolta zur Seite. John Travolta übernimmt i.d.R. Rollen vor der Kamera und nicht dahinter. Zu sehen war er in Filmen wie z.B. „Pulp Fiction (1994)“, „Passwort: Swordfish (2001)“ oder „Austin Powers in Goldständer (2002)“.

„American Crime Story“ ist eine Crime-Serie die auf dem Sender FX ausgestrahlt wurde. Diese Serie behandelt in jeder Staffel eine in sich abgeschlossene Geschichte über wahre Verbrechen. In Staffel 1 dreht sich alles um den Strafprozess um O.J. Simpson, wohingegen es in Staffel 2 um das Attentat auf den Modedesigner Gianni Versace geht.

Ryan Murphy plante als dritte Staffel die Geschehnisse durch den Hurricane „Katrina“. Im Jahr 2019 wurde jedoch bekannt gegeben, dass es keine Staffel über dieses Thema geben wird. Stattdessen wurde bestätigt das sich womöglich die dritte Staffel über die „Clinton-Lewinsky-Affäre“ drehen wird. Weiteres ist bisher nicht bekannt. Wir halten euch bei derofa.de auf dem Laufenden!

Für alle die diese Serie nicht kennen, hier eine Auflistung der bisherigen Staffeln und dem dazugehörigen Titel.

  • Staffel 01 – The People v. O. J. Simpson
  • Staffel 02 – Der Mord an Gianni Versace

Review – Staffel 01 – The People vs. O.J. Simpson (2016)


Review – Staffel 02 – Der Mord an Gianni Versace (2018)


Wertung:   

Autor: Melissa

Verfasst am: 16.02.2021


Die Geschichte eines Modeikonen

Die zweite Staffel von „American Crime Story“ handelte über die Ermordung an Gianni Versace im Jahre 1997. Gianni Versace war ein Modedesigner der in den 80er-Jahren seinen Durchbruch in der Modebranche erzielte und den Namen „Versace“ bis heute prägte.

Die Staffel befasst sich ausführlich um das Leben des Modedesigners Gianni (Edgar Ramirez), seiner Schwester Donnatella  Versace (Penelope Cruz) und seinem Lebensgefährten Antonio D’Amico (Ricky Martin). Während der Italiener sich einen Namen in der Modebranche aufbauen möchte, durchstreift ein Serienmörder in den Vereinigten Staaten das Land und ermordet auf seinem Weg mehrere Menschen. Andrew Cunanan (Darren Criss) trifft eines Abends zufällig auf sein großes Vorbild Versace. Doch nichtsahnend wie sich die Dinge entwickeln, wird der Modedesigner sein 5. und letztes Opfer.


Andrew Cunanan (Darren Criss) vor der Villa von Versace
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©FX Network

Darren Criss in seiner Rolle und der wahre Andrew Cunanan

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©https://4001reviews.de/wp-content/uploads/2018/04/Kritik-American-Crime-Story-Staffel-2-The-Assassination-of-Gianni-Versace-Szenenbild-2.jpg

Besondere Stilistik und Darsteller

Die zweite Staffel hat es in sich. Den stilistisch bietet sie dem Zuschauer ein Merkmal, welches so bisher noch nie zu sehen war. Die Besonderheit bei „Der Mord an Gianni Versace“ ist, dass die gesamte Geschichte rückwärts erzählt wird. Sprich – wir sehen in der 1. Folgen das Attentat an Versace und gehen Folge für Folge zurück und erfahren was die Auslöser dieser Tat waren. Wir bekommen immer mehr Puzzleteile zugeworfen die wir dann am Ende zu einem gesamten Puzzle zusammen fügen können. Diese Ausdrucksweise macht die zweite Staffel so einzigartig!

Wir waren zuerst ziemlich überrascht Penelope Cruz in der Rolle von Donnatella Versace zu sehen. Genauso erging es uns auch bei Ricky Martin in der Rolle von Giannis Lebensgefährten Antonio. Doch wir möchten hier keine Kritik äußern, nur anmerken das die Auswahl der Schauspieler für diese Rollen eine recht ungewöhnliche Konstellation darstellt. Die spanische Schauspielerin Penelope Cruz ist selten in einem Serienformat zu sehen und zeigt sich eher in Hollywoodfilmen wie z.B. in „Bandidas (2006)“ oder „Vicky Cristina Barcelona (2008). Nichtsdestotrotz wollen wir hier auch explizit ihre schauspielerische Leistung loben. Sie spielt die Rolle von Donnatella Versace überaus realistisch und überzeugend! Auch Ricky Martin ist nicht oft in TV-Serien zu sehen und hat dafür Anfang der 90er Jahre einige bekannte Pop-Songs produziert. Seine Darstellung als Antonio ist in vollem Maße beeindruckend. Er passt perfekt in die Rolle und zeigt es den Zuschauern auch deutlich. Dies war bisher seine zweite Rolle in einer TV-Serie.


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© FX Network

Fazit – Starbesetztes Crime-Drama

Wir sind begeistert und möchten Euch diese Staffel wärmstens ans Herz legen. Nach dem erfolgreichen Start der neuen Anthologie-Serie nach der ersten Staffel, haben wir nun mit der Geschichte über Versace eine weitere fesselnde Geschichte erfahren dürfen. Eine Geschichte über ein wahres Verbrechen, welches bis heute unvergessen bleibt.

Die Darstellung der 80er-Jahre mit ihren berühmten Modedesigner Versace und der Top-Besatzung ist so authentisch und überzeugend erzählt worden, dass uns am Ende der Staffel keine Fragen offen bleiben. Es wird selbst an die Abbildung von echtem TV-Videomaterial nach dem Mord an Versace gedacht. Der Erzählstrang mit seinem stilistischen Mittel die Handlung rückwärts zu erzählen, machen die neun Episoden so ausgesprochen interessant und vor allem rar.

Darren Criss in der Rolle von Andrew Cunanan, einem Killer der es am Ende sogar auf die Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher des FBI’s geschafft hat.[1]Darren leistet hier herausragende Spitzenleistung die wir besonders hervorheben wollen. Er hat seine Mimik und Gestik mit Bedacht gewählt und lässt uns damit den Eindruck, Andrew Cunanan wäre mehr als ein Psychopath.


Trailer

Der offizielle Trailer zu „American Crime Story: Der Mord an Gianni Versace“


 

Großkatzen und ihre Raubtiere (2020)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

Die neue True-Crime-Doku und Netflix-Serie „Tiger King“ ist in aller Munde.

Mittlerweile in den Top 10 der Netflix-Charts gelandet, fasziniert und schockt sie die Zuschauer gleichermaßen.

Was es mit der Serie, um den ebenso exzentrischen wie bizarren Privatzoo-Betreiber Joe Exotic auf sich hat und warum „Tiger King“ trotz dem Fokus auf Menschen, für das Leid der Tiere sensibilisiert, verraten wir im Review zu „Großkatzen und ihre Raubtiere“.

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Genre: True Crime

Originaltitel: Tiger King: Murder, Mayhem and Madness

Produktionsland: USA

Produktionsunternehmen: Netflix

Regie: Eric Goode, Rebecca Chaiklin

Produktion: Chris Smith, Fisher Stevens, Eric Goode, Rebecca Chaiklin

Musik: Mark Mothersbaugh, John Enroth, Albert Fox, Robert Mothersbaugh

Länge: 7 Episoden je ca. 45-50 Minuten, 1 Special („Aftershow“) 40 Minuten

Altersfreigabe: 16 (lt. Netflix)

Wertung:   

Autor: Jayes

Verfasst am: 18.04.2020


Joe Exotic

Mit „Tiger King“ oder „Großkatzen und ihre Raubtiere“ erreicht uns eine Netflix-Doku, die über Nacht zum Phänomen geworden ist. Den Löwenanteil daran hat sicher der Exzentriker Joseph Schreibvogel aka Joe Exotic, wie die Hauptperson der neuen siebenteiligen True-Crime-Doku-Serie aus dem Hause Netflix heißt.

Die Doku erzählt seine Geschichte. Es ist eine Geschichte die so absurd ist, als hätte man sie erfunden und würde selbst dann noch fragen: „Wer hat sich diesen Wahnsinn ausgedacht?!“

Joe Exotic – bekennender homosexueller Vokuhila-Träger – ist absolut verrückt, nein völlig wahsinnig, eigentlich müsste man weitere Steigerungsformen dieser Bezeichnungen erfinden, um treffend genug zu beschreiben, wie größenwahnsinnig er ist und wie sehr er den Verstand verloren hat.

Doch immer der Reihe nach. Worum geht es in „Tiger King“ überhaupt?


Joe Exotic mit einem seiner Tiger

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©Netflix

Wer sind hier die Raubtiere?

Die Dokumentation porträtiert hauptsächlich das Leben von Joe Exotic, dem Betreiber eines Privatzoos mit Großkatzen in Wynnewood, Oklahoma, USA.

Die Regisseure von „Tiger King“, Rebecca Chaiklin und Eric Goode, hatten sich im Jahr 2015 zum Ziel gesetzt, eine Doku über das Tierleid, die Ausbeutung und den Tierhandel, in und um amerikanische Privatzoos zu produzieren.[1]

Als sie im Verlaufe der Aufnahmen jedoch bemerkten, mit was für Menschen sie es hier eigentlich zu tun hatten, änderten sie ihre Pläne und entwickelten letztendlich eine Serie, die hauptsächlich die Fehde zwischen Joe Exotic und der selbsternannten Tierschützerin Carole Baskin von der Organisation „Big Cat Rescue“, thematisiert.[2] Diese hält selbst Großkatzen in Käfigen, verkauft es aber erfolgreich als „Nonprofit“-Tierschutz.

Zusätzlich richten die Macher ihren Blick auf einen Mann, der Doc Antle genannt wird und auch einen Privatzoo betreibt, sowie weitere Tierhändler oder Weggefährten.

Wer glaubt es ginge in „Tiger King“ vorrangig um einen einfachen Streit zwischen Tierschützern und Zoobetreibern, der irrt gewaltig. Im Verlaufe der Serie, kommen viele Geschehnisse zum Vorschein, die man nicht erwartet hätte. Kriminelle Machenschaften wie Betrug, bis hin zu Auftragsmord gehen Hand in Hand mit kuriosen Lebensstilen und chaotischen Zuständen.

In dieser ungewöhnlichen True-Crime-Geschichte ist viel verrücktes dabei. Nicht umsonst enthält die Serie den Beititel „Murder, Mayhem and Madness“ (dt. Mord, Chaos und Wahnsinn).


Die zentralen Personen – Joe Exotic, Carole Baskin, Doc Antle und Jeff Lowe

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Gangart der Produzenten

Was glaubst du?

Besonders positiv fällt auf, dass die Doku nach dem Prinzip der Neutralität, dem Zuschauer Anreize schafft und Indizien bereit stellt, sich aber nie wirklich auf eine Seite stellt und keine bloßen Behauptungen aufstellt. „Tiger King“ verurteilt also niemanden direkt, sondern bildet Perspektiven ab, damit der Zuschauer sich seine eigenen Thesen zusammen spinnen kann.

Auch wenn einige der gezeigten Personen im Nachinein unzufrieden mit den Darstellungen von sich selbst waren, ist der Doku Unfairness nicht vorzuwerfen. Auch wenn eine kleine Portion reißerische Inszenierung eben sein muss, um Spannung aufzubauen – letzten Endes bildet „Tiger King“ nur ab.[3]

Kritische Auseinandersetzung

Wie die selbsternannte Schützerin von Großkatzen, Carol Beskin von „Big Cat Rescue“, in den Fokus gerückt wurde und kritisch hinterfragt wurde, machte besonders Spaß. Die hatte sich wohl auf eine Lobpreisung ihrer großartigen Verdienste als Tierschützerin, in Form einer rührenden Doku-Story über ihre Organisation gefreut. Letzten Endes bekam sie aber nichts als knallharte, neutrale Berichterstattung vorgesetzt und damit den Spiegel vorgehalten.

Ebenso interessant war der Ansatz, der im Bezug auf das Zuchtverbot von Großkatzen von einem Betreiber angemerkt wurde. Es gäbe keinen Lebensraum mehr für diese Tiere, was wäre also sinnvoller als sie zu züchten, um ihre Art zu erhalten? „Tiger King“ lässt eben beide Seiten zu Wort kommen.

Häufig wurde kritisiert, im übrigen auch von der Tierschutzorganisation PETA, die Produzenten liefen Gefahr, die Zustände zu veherrlichen, gar zu glorifizieren, anstatt diese zu kritisieren.[4]

Man möchte also meinen die Produzenten wären mit ihrer Änderung der Konzeptionierung der Serie weit vom eigentlich Ziel abgedriftet. Warum ich da anderer Meinung bin, verrate ich im Fazit.


Die Frau hinter „Big Cat Rescue“, Carol Beskin

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Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Was alles so möglich ist in den Vereinigten Staaten, da kann man als Europäer schon mal fassungslos sein, wenn man sich die Serie ansieht.

Der „Lebensstil“ der „Großkatzen-Szene“ der gezeigt wird, das Verhalten und die Überzeugungen, welche die Menschen vertreten, waren teilweise unwirklich. Auch den Rahmen den das Gesetz vorgibt, ist für europäische Verhältnisse unglaublich. Das betraf nicht nur Joe Exotic sondern auch viele weitere Halter von exotischen Tieren. In Bezug auf die Waffengesetze, kann man sowieso nur erschaudern.

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https://giphy.com/gifs/tiger-king-joe-exotic-i-saw-a-hqlRKZE6BeTbD51l46

Doch wie sieht das genau aus? Wie könnte zum Beispiel ein relativ normaler Tag im Leben von Joe Exotic aussehen? Eine kleine überspitzte Aussicht möchten wir uns hier leisten.

Es ist füh am Morgen, wo sonst der Hahn kräht brüllen hier die Löwen. Ab ins Gehege, die Kätzchen wollen schließlich anständig versorgt und gekuschelt werden. Ich dachte immer die beißen?! Egal, Hauptsache ihr habt alles auf Band. Anschließend mit dem Truck los und auf dem Beifahrersitz den Tiger mit im Gepäck, wo liegt das Problem?

Oder mal eben auf Crystal Meth Fallschirm springen gehen, zum nächsten Shop oder gleich bei Walmart vorbei und ein paar Schuss Munition gekauft. Möchten sie noch Sprengstoff dazu, fragt der nette Herr hinter dem Tresen? Anschließend gepflegt mit der automatischen Waffe, in den hauseigenen See geballert oder gleich den Crashtest-Dummy malträtiert und/oder wahlweise in die Luft gesprengt. Um das gebührlich zu feiern, alles direkt auf Youtube hochgeladen. Alles normal in der Welt von „Tiger King“.

Doch Spaß bei Seite. Die Serie bildet Extreme ab, so viel ist klar.


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Fazit – Außergewöhnliches True-Crime-Futter

„Tiger King“ war ein völlig absurder Ausflug in eine Art von menschlichen Abgrund, den wir SO zuvor noch nicht gesehen hatten.

Selbst wenn die Geschichte von Joseph Schreibvogel mit dieser Doku nun ihr Ende gefunden haben sollte, eins muss man ihm wirklich lassen – sein Leben war wahrlich außergewöhnlich exotisch.

Die Macher von „Tiger King“ legten mit dieser Doku den Fokus zwar nicht auf die Tiere, sondern auf die Menschen, doch ist es gerade das, was zum Nachdenken darüber anregt, welche Rolle die Tiere bei dem ganzen Inferno gespielt haben. Obwohl so wirklich jedes Geschöpf der Doku, bis auf die Tiere, sein Schicksal selbst herausgefordert hat, fühlt man dennoch, neben den armen Tiere, auch ein Stück weit mit diesen bemitleidenswerten Freaks mit, weil sie es einfach nicht besser wissen.

An Vorzeige-Meisterwerke im True-Crime-Genre wie „Making a Murderer“ kommt „Tiger King“ nicht heran, einfach weil die Story eine geringere Tragweite hat. Eines wird dennoch vortrefflich klar: Die Spezies Mensch hat zumindest in Teilen, scheinbar völlig den Verstand verloren.

Zum Ende hin bekommen gerade durch die Art von Charakterstudie die „Tiger King“ ist, auch die Tiere, deren Schicksal zu Beginn ja das Hauptmotiv sein sollte, ihre Bühne. Denn was bildet vortrefflicher deren Leid auf dieser Welt ab, als diese wahnsinnig verkorksten Menschen mit denen sie leben müssen?

Einer bekommt am Ende was er verdient. Doch alle anderen warten noch auf ihre verdiente Portion Karma.


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https://rp-online.de/kultur/film/tiger-king-netflix-doku-ist-ein-skurriles-medienphaenomen_aid-49973055

 

The Keepers (2017)

  • 6.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 6.5/10
6.5/10

Ganz gut

Bei Netflix jagt eine True Crime-Serie die nächste.
Eine Nonne wird vermisst und anschließend tot aufgefunden. Mit der Suche nach dem Mörder, befasst sich die Doku-Serie The Keepers.

Genre: Dokumentation

Autor: Lissa

Verfasst am: 14.06.2018

Wertung:  


Netflix Produktion

The Keepers“ ist eine weitere Dokuserie aus dem Hause Netflix und handelt vom Mordfall an einer Nonne im Jahre 1969.

Die Serie beginnt mit einem Reporter namens Tom Nugent und der Überschrift auf einer veralteten Zeitung: „Who killed Sister Cathy?“ – „Wer hat Schwester Cathy ermordet?“

Schon allein diese Einleitung enthält jede der 7 Episoden der Netflix Doku. Wer ist Schwester Cathy und was ist ihr zugestoßen?
Gleich zu Beginn erklären uns die Macher der Serie, um was es sich handelt. Sie legen die Karten auf den Tisch.

In „The Keepers“ machen sich zwei ehemalige Schülerinnen der katholischen Mädchen-Privatschule auf die Suche nach dem Mörder von Schwester Cathy.
Beide wurden besessen davon, den Mord an Ihrer ehemaligen Lehrerin aufzuklären.
Und so nimmt die Serie ihren Lauf. Über 7 Episoden bekommen wir Einblick in die Recherchen und Ergebnisse der beiden Frauen. Die Serie benutzt alte Berichte, neue Interviews und fasst diese zu einer Geschichte zusammen.
Doch immer wenn man denkt man würde dem Täter näher kommen, lässt die Vermutung wieder locker und der Zuschauer fragt sich weiterhin, wer der Mörder ist.
Die Serie lässt das Publikum mit vielen offenen Fragen zurück.
Weiter geht das Bangen um den Mordfall.



Nach einer wahren Begebenheit

Als Stilmittel verwendet die Dokuserie düstere Musik, die man so schon von Horrorfilmen kennt.
Nicht nur die Musik ist ein verwendetes Leitmotiv sondern auch die Bilder, die öfter in schwarz-weiß gezeigt werden.
Alte Fotografien zeigen Bilder aus der Schule, in der Schwester Cathy unterrichtet hat. Vielleicht braucht diese Serie genau diese Mittel um den Mord aufzudecken. Denn nur durch die beiden ehemaligen Schülerinnen von Schwester Cathy wurde der Mordfall wieder weiter untersucht.

Im Stil von Dokuserien wie „Making a Murderer“ (2015) oder „The Confession Tapes“(2017), hält die Geschichte uns als Zuschauer gefesselt. Die Spannung steigt bis zum Schluss.

Wurde der Mord aufgeklärt oder lässt die Serie uns ratlos zurück?
Schaut sie euch an und seht selbst.

Fazit

Die Serie ist keine überragende Dokumentation und zeigt ein paar Schwächen. Doku-Bewunderer werden trotzdem nicht an der Serie vorbei kommen.