Archiv der Kategorie: Dokumentation

Fahrenheit 11/9 (2018)

Lesemusik:

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©DOROTHY | ©Weltkino Filmverleih | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 9/10
    roter Faden-Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Jannik meint - herausragend

In „Fahrenheit 11/9“ setzt sich der politisch links stehende und umstrittene Regisseur Michael Moore mit der US-amerikanischen Politik und vor allem mit Machthaber und Präsident Donald J. Trump auseinander.[1]

In seiner Dokumentation beleuchtet er den Aufstieg von Trump kritisch. Andere Kernthemen sind das US-Waffengesetz, Korruption und die humanitäre Katastrophe des mit Blei verschmutzten Trinkwassers der Stadt Flint im US-Bundesstaat Michigan (Moores Geburtsort).[2]

Wirklich neutral ist er dabei nicht. Er zeigt im Grunde nur seine Seite. Er belegt und untermauert dabei seine Ansichten jedoch mit guten Argumenten und bleibt insgesamt meist sachlich.

Enthalten sind allerdings auch Sequenzen, in denen Moore eine einseitige Betrachtung vornimmt. Damit beraubt er sich selbst völlig unnötig seiner Integrität. So wirkte der Blick auf das Verhältnis von Trump zu seiner Tochter Ivanka konsturiert und mehr interpretiert als faktenbasiert.

Auch die Mitschnitte von rassistischen Äußerungen in der US-amerikanischen Gesellschaft, inszeniert als Supercut, sind eben nur Meinungen von Einzelpersonen und damit ein Paradebeispiel für Cherry-Picking und Framing. Hier werden weiße Menschen unter üblen Generalverdacht gestellt.

Dennoch ist „Fahrenheit 11/9“ insgesamt definitiv eine sehr sehenswerte und spannende Doku geworden. Denn sie ist dazu geeignet, einen Diskurs anzustoßen, und stellt die richtigen Fragen.

Letztendlich herrscht beim Genre der politischen Dokumentarfilme immer ein schmaler Grat zwischen Aktivismus mit eigener Agenda und Journalismus mit konsequent sachlichem Betrachtungswinkel. Ein ungeschriebenes Gesetz, dem sich auch Moore nicht vollständig entziehen kann.

Genre: Dokumentation, Politik

Originaltitel: Fahrenheit 11/9

Produktionsland: USA

Vertrieb | Studio: Briarcliff Entertainment | Midwestern Films, Dog Eat Dog Films, State Run Films

Regie: Michael Moore

Drehbuch: Michael Moore

Produktion: Michael Moore, Carl Deal, Meghan O’Hara

Kamera: Luke Geissbühler, Jayme Roy

Länge: ca. 128 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Veröffentlichung: 6. September 2018 (Premiere) | 17. Januar 2019 (Kinostart DE)

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrenheit_11/9 | https://en.wikipedia.org/wiki/Fahrenheit_11/9 | https://www.imdb.com/de/title/tt8632862/reference/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_8_nm_0_in_0_q_fahrenheit%2011

Was haltet Ihr von Michael Moore und seinen kontroversen Werken? Habt Ihr bereits den Doku-Oscar-Sieger „Bowling for Columbine“ (2002) gesehen, der sich kritisch mit den US-Waffengesetzen auseinandersetzt? Teilt eure Gedanken zu „Fahrenheit 11/9“ mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und Donald Trump bestimmt auch!


Trailer

Der offizielle Trailer zu „Fahrenheit 11/9“

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©Weltkino Filmverleih

Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile (2019)

I’m not an animal, and I’m not crazy and I’m not a split personality. That’s all there is to it. People refuse to believe that. That’s their problem. There’s nothing in my background, I swear to God, and I know it: I’ve analyzed my own background and I know there’s no doubt in my mind that there’s nothing in my background, no one factor or collection of factors that would explain or would otherwise lead one to believe that I was capable of murder.Ted Bundy

Musik zum Lesen:

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©Netflix | Das hier verwendete urheberrechtlich geschützte Material, dient nur zu Rezensions- sowie Veranschaulichungszwecken. Die Rechte des Materials liegen bei den genannten Rechteinhabern. Eine Vervielfältigung ist strengstens untersagt.
  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

„Brutal und erschreckend zugleich! Die Geschichte von Ted Bundy bleibt unvergessen und schockierend. „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ erzählt Bundys Geschichte mit Zac Efron in der Hauptrolle.

Netflix trat primär als Distributor auf, nachdem der Streaming-Dienst die Rechte für rund 9 Millionen US-Dollar nach der Premiere auf dem Sundance Film Festival erworben hatte. In Deutschland übernahm Constantin Film den Verleih für das Heimkino. Der Film basiert auf dem Roman „The Phantom Prince: My Life with Ted Bundy“.

Doch kommen wir zurück zum Inhalt des Filmes: Anfangs wird Ted als vermeintliches Opfer dargestellt, doch nach und nach verdichtet sich die Handlung und offenbart die grausame Wahrheit. Ted Bundy zeigt wie gut seine Manipulationskünste  sind. Ob vor der Kamera oder im Gerichtssaal. Er zeigt sich stets als liebevollen, netten Menschen, der sich am Ende sogar selbst vor Gericht verteidigt und den Richter zwar nicht manipulieren aber beeindrucken konnte. Zum Ende hin erhalten wir echtes Filmmaterial von Ted Bundy, was das ganze noch mehr abrundet.

Zac Efron überzeugt als charmanter, gut aussehender Ted Bundy auf beeindruckende Weise. Nicht nur, dass er Bundy optisch ähnelt, seine Darstellung ist so authentisch, dass man zeitweise vergisst, dass es sich um einen Spielfilm handelt und keine Dokumentation. Schauspielerisch zeigt er uns Kunst vom feinsten – Zac Efron in Bestform!

Die Geschichte fesselt von der ersten Minute an, ist dramatisch und nie langatmig. Auch wer kein True-Crime-Fan ist, wird von diesem packenden Porträt des „Killers von nebenan“ beeindruckt sein. Eine herausragende und überaus intensive Verfilmung.“

Genre: True-Crime, Drama, Thriller, Biografie

Originaltitel: Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile

Produktionsland: USA

Produktionsfirma: Voltage Pictures, COTA Films, Ninjas Runnin‘ Wild Productions, Third Eye Motion Picture Company

Regie: Joe Berlinger

Drehbuch: Michael Werwie

Produktion: Nicolas Chartier, Ara Keshishian, Michal Costigan, Joe Berlinger, Michael Simkin

Musik: Marco Beltrami, Dennis Smith

Länge: ca. 108 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

Veröffentlichung: 03. Mai 2019 (Streaming DE), 4. Juli 2019 (Blu-ray DE)

Ähnliche Titel: Spencer (2021), Der Fall Richard Jewell (2019), 42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende (2013)

Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Extremely_Wicked,_Shockingly_Evil_and_Vile

Was haltet Ihr von Zac Efrons Darstellung des Ted Bundy? Teilt eure Gedanken zu “Extremely Wickel, Shocking Evil and Viel” mit uns in der Kommentarsektion! Wir würden uns freuen. Und der „Killer von nebenan“ vielleicht auch?

Trailer

Der offizielle deutsche Trailer zu “Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile”.

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©Netflix

Schumacher (2021)

  • 9/10
    derofa Durchschnittswertung - 9/10
9/10

Steevo meint - Herausragend

Sehr schöne Doku über ein Vorbild vieler Rennfahrer. Diese Dokumentation habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen, lachend durch die Kindheitserinnerung wie man Sonntags vor dem Fernseher saß und mitgefiebert hat und weinend durch das tragische Schicksal das Ihn erlitt. Meiner Meinung nach hätten sie aber noch mehr zeigen können. Trotzdem kann ich sie jedem F1 bzw. Michael Schumacher Fan nur empfehlen.

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Genre: Dokumentation, Deutsch

Originaltitel: Schuhmacher

Produktionsland: Deutschland

Studio: Netflix

Regie: Hanns Bruno Kammertöns, Vanessa Nöcker, Michael Wech

Produktion: Vanessa Nöcker, Benjamin Seikel, Wiebke Andresen, Joel Brandeis, Christoph Daniel, Marc Schmidheiny, Dario Suter

Drehbuch: Hanns Bruno Kammertöns, Vanessa Nöcker, Michael Wech

Musik: Peter Hinderthür, Christian Wilckens

Länge: Ca. 112 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Beschreibung

In der Biografischen Dokumentation von Netflix geht es wie man dem Titel schon entnehmen kann über die einstige Rennfahrer Legende Michael Schumacher. Die Dokumentation ist 2021 exklusiv auf Netflix erschienen und zeigt Momente aus Schumachers leben.

Handlung

Der Aufstieg einer Legende.

Fast jeder kennt seinen Namen ob man nun Fan ist oder nicht. Er hat Deutschland in der Motorsport Geschichte aufblühen lassen. Wenn man jemanden fragt wer zu den Besten Formel 1 Fahrer der Welt gehört fällt zu 100% der Name Michael Schumacher.

Hier gibt es Einblicke seiner Karriere, wie alles begann vom Kartfahren bis hin zum F1 Legendenstatus, aber auch privates ist zu sehen mit einem tragischen Ende das wohl jeder mitbekommen hat. Familie, Freunde und Bekannte sprechen über die Zeit die Sie mit Michael verbracht haben.


M. Schumacher siegt beim GP.

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©https://f1-insider.com/schumacher-netflix-doku-film-michael-kritik-36078/

Freude auf dem Podium

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©https://www.netzwelt.de/news/193094-netflix-heute-erwartet-euch-dokumentation-schumacher-ueber-leben-formel-1-legende.html

Michael und seine zwei Kinder Gina und Mick (fährt mittlerweile selbst in der F1)

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©https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_90802706/michael-schumacher-seine-familie-gibt-emotionale-einblicke-in-netflix-doku.html

Durch die Wand (2017)

Genre:   Dokumentation

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Lissa meint - Ausgezeichnet

„Beeindruckende Dokumentation über den Profi-Kletterer Tommy Caldwell und seiner bisher schwierigsten Herausforderung.

Tommy möchte die Steilwand (in engl.  die The Dawn Wall) auf den El Capitan im amerikanischen Nationalpark Yosemite erklingen. Zusammen mit seinem Freund Kevin Jorgeson absolvierte er für den Aufstieg ein 6 Jahre langes Training.

Diese Dokumentation lässt uns als Zuschauer einen Einblick in Tommys Leben bekommen. Von den Anfängen seiner Kletter-Leidenschaft, bis hin zu seiner größten Herausforderung „The Dawn Wall“.

Wir bekommen faszinierende Bilder gezeigt, in denen wir miterleben können, wie Tommy und Kevin die steile Wand bezwingen. Von Verzweiflung oder der Übernachten in einem Biwak auf 500 Metern Höhe, bis hin zu großen Erfolgen, wie z.B. das Erklimmen einer sehr steilen waagerechten Kletterpassage. In dieser Doku erhalten wir alles was unser Abenteuer-Herz begehrt.

In Durch die Wand fiebern wir ab den ersten Metern des El Capitan mit bis hin zu den letzten 1000 Höhenmetern. Keine Zeit für Langeweile!

Ich kann jeden Adrenalin-Junkie oder auch einfach nur jeden Abenteurer unter euch den Film mit guten Gewissen empfehlen!“   (27.08.2019)

Beschreibung

Tommy Caldwell ist ein Profi-Kletter der bereits viele fast unüberwindbare Wände bezwungen hat. In Durch die Wand wagt er sich zusammen mit seinem Freund Kevin Jorgeson an die fast 1000 Meter hohe Steilwand des El Capitan im nordamerikanischen Nationalpark.

Josh Lowell und Peter Mortimer übernahmen die Regie zu diesem abenteuerreichen Dokumentationsfilm. Beide kennen sich mit der Materie des Bergsteigens sehr gut aus, da sie seit Jahren auch erfahrene Bergsteiger sind.

Die Bildgestaltung übernahm Brett Lowell. Die Dokumentation ist eine österreichische Produktion, die von Red Bull Media House zusammen mit Sender Films produziert worden ist.

Der Dokumentarfilm Durch die Wand (im englischen „The Dawn Wall“) hat eine Spielzeit von über 100 Minuten und wird für die deutschen Zuschauer mit deutschen Untertiteln gezeigt. Die Dokumentation könnt ihr u.a. auf der Online-Streaming-Plattform Netflix  anschauen.

Das ganze Kletterspektakel dauerte ganze 19-Tage an und wurde weltweit von den Medien verfolgt. Die New York Times, Ellen DeGeneres aber auch der damalige US Präsident Obama feierten den überragenden Erfolg der beiden Athleten.

Nach der Produktion des Films im Jahre 2017 brachte Tommy Caldwell eine Autobiographie heraus mit dem Namen Tommy Caldwell: The Push: A Climber’s Journey of Endurance, Risk, and Going Beyond Limits.


Bilder

Tommy Caldwell vs. „The Dawn Wall“

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©Red Bull Media

Kevin Jorgeson versucht sich an den für ihn bisher schwierigsten Abschnitt, den „Pitch 15“

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©Red Bull Media

Beeindruckende Bilder durch den Dokumentationsfilm „Durch die Wand“

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©Red Bull Media

Tommy Caldwell nutzt jeden noch so kleinen Spalt zum klettern

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©https://www.kinokalender.com/film13144_durch-die-wand.html

Tommy’s und Kevin’s Kletterpassage wurde gründlichst geplant

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©https://www.nytimes.com/interactive/2015/01/09/sports/the-dawn-wall-el-capitan.html

Schlafen in 500, 600 oder 700 Höhenmetern? Ganz einfach, mit einem sog. Biwak.

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©https://www.latimes.com/entertainment/movies/la-et-mn-capsule-the-dawn-wall-review-20180913-story.html

 

Hiroshima (2005)

Genre: Dokumentation

  • 7/10
    derofa Durchschnittswertung - 7/10
7/10

Jayes meint - Sehenswert

Die BBC Doku Hiroshima aus dem Jahr 2005, handelt von den Ereignissen des 06. August 1945, als das US-Militär, den ersten Atombombenabwurf der Kriegsgeschichte durchführte.

In Form von Berichten von Zeitzeugen, original Bildmaterial und nachgestellten Szenen, wird in chronologischer Abfolge erzählt, wie es zu dem Kriegsakt kam und was die daraus resultierenden Folgen waren. Dabei werden sowohl die politische/militärische Auseinandersetzung, als auch einige Einzelschicksale der betroffenen Opfer beleuchtet.

„Hiroshima“ ist eine aufrüttelnde Dokumentation, die es schafft, lange Zeit im Gedächtnis zu bleiben.
Man wird als Zuschauer mit dem teuflischen Schrecken des Krieges konfrontiert und mit einer der dunkelsten Seiten der menschlichen Geschichte.
Die Doku regt dazu an, sich grundlegende moralische Fragen zu stellen. Sie macht wütend, fassungslos, traurig und betroffen.

Dennoch macht es trotz einer Laufzeit von 90min hier und da den Eindruck, als ob nicht auf alle Einzelheiten der Geschehnisse eingegangen wurde.
Es wird z.B. nicht erwähnt, dass die radioaktive Strahlung der Bombe, langfristig eher gering ausfiel, da die Atombombe über dem Boden, in etwa 600 Metern Höhe gezündet wurde, obwohl dies beispielsweise einen interessanten Aspekt für den Zuschauer darstellt.

Insgesamt ist Hiroshima eine sehenswerte und gute Dokumentation, die mit noch mehr Tiefgang und Hintergrundinformationen aber sicher noch besser hätte umgesetzt werden können.” (05.02.2019)

Beschreibung

Hiroshima ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahre 2005, der unter der Regie von Paul Wilmshurst entstand.

Es handelt sich um eine TV-Produktion der BBC, die zum 60. Jahrestag des Atombomben-Angriffs auf die japanische Stadt Hiroshima veröffentlicht wurde.

Die Ereignisse werden in Form von Berichten von Zeitzeugen, original Bildmaterial und nachgestellten Szenen erzählt.

Der Film gewann unter anderem einen Emmy für die beste Dokumentation.


Bilder

Nachgestellte Szenen veranschaulichen dem Zuschauer das Geschehen

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©BBC

Der sogenannte schwarze Regen schien verlockend, stellte sich aber aufgrund der Strahlenbelastung als verheerend heraus

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©BBC

Wenige Minuten vor der Detonation herrscht in Hiroshima geschäftiges Treiben

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©BBC

Ein Opfer des Angriffs nach der Atomexplosion

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©BBC

 

The Witness (2015)

  • 5.5/10
    derofa Durchschnittswertung - 5.5/10
5.5/10

Geht so

Die Dokumentation The Witness, handelt vom Mordfall an Kitty Genovese aus dem Jahr 1964. Als ausführender Produzent zeichnet sich einer ihrer Brüder, William Genovese verantwortlich. Warum der Film nicht wirklich überzeugen kann, erfahrt ihr im Review.

Genre: Dokumentation

Autor: Lissa

Verfasst am: 30.09.2018

Wertung:  


38 Zeugen

Wieder eine Netflix Dokumentation, die wir uns mal etwas genauer angeschaut haben.

Die Dokumentation von James D. Solomon, dreht sich um den Mord an einer jungen Frau namens Catherine Susan „Kitty“ Genovese, die im März 1964 Nachts in New York ermordet wurde.

Es gab angeblich 38 Zeugen, die den Mord gesehen bzw. gehört oder mitbekommen hatten.
38 Zeugen und keiner hat was dagegen unternommen?

Diese Dokumentation wurde von William Genovese als Executive Producer mit produziert und geschrieben. William war einer der Brüder von Kitty und schuf durch diese Doku, ein paar mehr Antworten zu dem Mord an seiner Schwester.

Was geschah am 13. März 1964?

Achtung Spoiler!
Die junge Frau Kitty Genovese war auf dem Weg nach Hause. Es war eine dunkle und düstere Nacht. So gegen 3 Uhr, erreichte Kitty ihr Zuhause und wurde aus dem Nichts von einer unbekannten Person angegriffen und erstochen. Als ein Nachbar die Tat sah, rief er laut der Täter solle verschwinden, was er dann auch tat. Doch leider konnte das ihr Leben nicht retten. Sie konnte noch ins Treppenhaus ihres Wohnhauses fliehen. Sie blutete schwer und wartete am Eingang des Flures ab. Nichts ahnend, dass der Mörder noch draußen wartete. Er wartete noch auf den Moment, in dem er sie wieder überraschen konnte. Dann erstach er sie mit einem Messer. Das waren Kittys letzte Atemzüge.

Laut der Polizei und anderer Zeugenaussagen, gab es einen Nachbarn der das hätte verhindern können, dies jedoch nicht getan hat und sich lieber raushalten wollte.

Fragen über Fragen

Laut den Berichten gab es 38 Zeugen, doch nur 5 Zeugen wurden vor Gericht verhört. Wieso? Und wieso starb Kitty in dieser Nacht. Was war das Motiv ihres Mörders?

Viele Fragen werden in den Raum gestellt. Die Doku nutzt keine besonderen Stilmittel. Die Geschichte wird aus der Sicht des Bruders Bill erzählt. Zeugen werden verhört und alte Aussagen angesehen. Die Dokumentation lässt keinen Einblick in die Beweismittel. Die wichtigen Details werden nur aufgezählt.

„Das Fenster zum Hof“?

Ein Merkmal des Filmes ist mir zu Beginn jedoch gleich aufgefallen. Die Szene, in der William, raus aus dem Fenster auf den Tatort schaut.
Diese Szene ist so aufgebaut und gefilmt worden, dass sie uns sofort an dem Film Das Fenster zum Hof aus dem Jahre 1954 erinnerte.
Ein Mord wird von einem Mann aus dem Fenster heraus schauend beobachtet. Genau das selbe Prinzip wie bei Genovese’s Mordfall.

Fazit

Ein bekannter Mord, der sogar an Universitäten oder anderen Einrichtungen erzählt wird, und von dem noch heute gesprochen wird.

Für uns bietet die Dokumentation durch ihren Aufbau und die Stilmittel einfach zu wenig, um sie besser zu bewerten. Eine tragische Geschichte über einen Mord der unvergessen bleibt.

Dokujunkies sollten einen Blick hinein werfen. Für alle anderen gilt, dann doch zu besseren Dokus, wie z.B. Making a Murderer zu greifen.


 

Amanda Knox (2016)

  • 8/10
    derofa Durchschnittswertung - 8/10
8/10

Ausgezeichnet

In der Netflix-Doku Amanda Knox begibt sich unsere Autorin Lissa auf die Suche nach der „Wahrheit, die vielleicht doch keine ist“.

Genre: Dokumentation

Autor: Lissa

Verfasst am : 27.06.2018
Wertung:   


Schuld oder Unschuld?

Um diese Frage dreht sich der Dokumentarfilm über den bekannten Mordfall um Amanda Knox aus dem Jahre 2007.
Netflix durfte wieder mal mit der Verfilmung eines realen Kriminalfalls für Gesprächsstoff sorgen.

Lohnt es sich diese Dokumentation über den mysteriösen Mordfall an der britischen Studentin anzusehen?
Wir sagen ohne zu zögern JA, und erklären euch in unserem Review wieso.



Der Mordfall

Ein tragischer Mordfall ereignete sich im italienischen Perugia.
Am 1. November 2007 kam die britische Studentin Meredith Kercher ums leben.
Sie wurde ermordet. Doch wer hat diese Tat begangen?

Zu dieser Zeit war sie mit Amanda Knox und ihrem Freund Raffaele Sollecito befreundet. Amanda und Meredith waren beide Austauschstudentinnen in Italien und lernten sich in der kleinen Stadt Perugia kennen.

Amanda und Raffaele wurden nach dem Mord beide des Mordes an Meredith Kercher angeklagt.
Der Fall wurde über mehrere Jahre behandelt.
Waren Amanda und ihr Freund Raffaele schuldig?
Die Doku verrät einiges und auch gar nichts.
Fragen werden gestellt, doch nicht alle werden beantwortet.

Gleich zu Beginn des Filmes wird erklärt, dass es sich um einen Mordfall handelt, dass jemand ums Leben kam. Man verrät jedoch nur stückchenweise um WEN es sich handelt und WAS passiert ist.
Das hält die Spannungskurve hoch. Keinen Moment fühlten wir uns gelangweilt.
Wir haben bereits einige Netflix Dokumentationen gesehen wie u.a. The Confession Tapes oder Making a Murder. Für uns verwendet Amanda Knox jedoch ein anderes Stilmittel.

Die Geschichte wird unterschiedlich erzählt, als bei den oben genannten Dokumentationen.
Denn von Anfang an hören wir der Geschichte von Amanda persönlich zu, wir hören Amanda Knox zu!
Der ganze Film ist darauf aufgebaut, dass Amanda uns ihre Version der Geschichte erzählt.

Ob nun wahr oder nicht, das spielt keine Rolle.
Der Zuschauer wird gefesselt sein und zugleich geschockt, durch die Geschichte die ihn erwartet.



„Entweder bin ich ein Psychopath im Schafspelz oder ich bin du“

Auch in dieser Doku hat die Justiz wieder ihre Finger im Spiel.
Sie wird durch die Medien geleitet und führt zu falschen Informationen und eventuell zu ungerechten Verurteilungen.
Es ist doch erstaunlich was eine falsche Information einem Menschen antun kann.

Die Macher der Dokumentation haben jahrelang recherchiert und zeigen uns ihre Interviews oder auch die Beweismittel der italienischen Polizei. Die Aufnahmen schildern uns auch, dass
die Spurensicherung im Chaos verfällt. Das unsauber gearbeitet wurde.
Videoaufnahmen können dies beweisen. Sie zeigen uns wie Polizisten ohne Schutzanzüge ins Haus gehen und sich nicht an Vorschriften halten.
Kann dies ein Beweis für die Unschuld von Amanda sein?

Oder zeigt das nur, dass die Justiz in Italien durch unsauberes arbeiten einen Tatort so verunreinigt, dass Beweismittel nicht mehr zulässig sind? Polizisten verhörten Verdächtige ohne die Einhaltung Ihrer Mindestrechte. Sie durften sich keine Verteidiger nehmen.

Was für Folgen für Amanda und Raffaele daraus enstanden sind, erfahrt ihr in der schockierenden Netflix-Doku.
Denn eben das macht sie so besonders, weil der Zuschauer so miträtseln und mitfiebern kann, wer der Mörder ist.



Die Wahrheit, die vielleicht doch keine ist

Ganz klar vergeben wir dieser Dokumentation eine 8/10.
Der Film zeigt eine andere Geschichte, er nutzt andere Stilmittel, die verwendet wurden um einen Dokumentarfilm zu drehen und er zeigt uns, wie gut Netflix wieder mal mit Dokus umgehen kann.

Herausragend und schockierend zugleich. Es geht um die Wahrheit, die vielleicht doch keine ist?


 

Unsere Erde 2 (2017)


„Hals kriegende Giraffen“ sowie bildgewaltige und ästhetische Aufnahmen, gibt es in der Naturdokumentation „Unsere Erde 2“ zu bestaunen.
Außerdem eine Analyse zur Sprecherthematik von unserem Autor Jayes.


Genre: Naturdokumentation

Autor: Jayes

Verfasst am: 16.03.2018

Wertung:  


BBC Earth bleibt der Tradition treu und schiebt 2018 mit „Unsere Erde 2“ das Filmformat, der im Jahr 2016 erschienenen Ausnahmedokuserie „Planet Erde 2“ nach.

Bekannt ist das von früheren Werken, denn Kino-Adaptionen folgten bereits auf die Serien „Unser Blauer Planet“ (2001), mit „Deep Blue“ (2003) und im Jahr 2007 wurde aus „Planet Erde“, der Kinofilm „Unsere Erde“.

Doch Veränderungen gibt es. Die wichtigste ist wohl, dass die Ausnahmeregisseure Alastair Fothergill und Mark Linfield nicht mit von der Partie sind. Diejenigen Herren, die mit BBC Earth im Rücken, für besonders hochqualitative Naturdokumentationen stehen.

Eine der Fragen, die sich also stellt ist, ob „Unsere Erde 2“ auch mit den neuen Regisseuren Richard Dale und Peter Webber, zu Zufriedenheit bei Kritikern und Fans sorgen kann.

Neben bereits bekannten Bildern aus der Serie, wie den Ausflug ins Meer eines Faultiers, an Gräsern schwingenden Mäuschen, Hals kriegende Giraffen oder den urzeitlich anmutenden Meerechsen, gibt es auch neues Filmmaterial zu bestaunen. Darunter befinden sich ebenfalls tolle und spektakuläre Aufnahmen. Unter anderem die kämpferische Flussüberquerung eines Zebra-Fohlens oder den einzigen Tag im Leben einer ungarischen Eintagsfliege.

Bei den Drehs rund um den Globus sind bildgewaltige, ästhetische Aufnahmen enstanden, die jedoch dadurch, dass sie ihre Erstveröffentlichung bereits in der Serie fanden, in Ihrer starken Wirkung, weniger gewichtig werden.
In einen 135-minütigen Rahmen gepresst, kommen außerdem viele einzigartige und imposante Szenen zu kurz oder gar nicht vor.

Die musikalische Untermalung erfolgte durch das BBC Orchestra, welches es mit hochwertigen Kompositionen schafft, die Bilder erst richtig zur Geltung zu bringen.

Zum Thema Anpassung für den nationalen Markt, fallen direkt zwei Dinge in Ohren und Auge. Erstens Moderator Günther Jauch, der die Off-Stimme der deutschen Fassung spricht. Skepsis ist an dieser Stelle angebracht. Außerdem der Untertitel der Superlative, ich lasse ihn einfach mal wirken: „So haben Sie die Welt noch nie erlebt“ …

Doch zurück zum Erzähler. Im direkten Vorgänger „Unsere Erde“ war Ulrich Tukur die Stimme aus dem Off.
Bei den Serien, zeichnete sich einst der Synchronsprecher Norbert Langer als hervorragender Narrator bei „Unser Blauer Planet“ und „Planet Erde“ aus. Schließlich wurde dann der ebenso geniale Christian Schult 2011, für „Frozen Planet“ verpflichtet.
Anschließend trat er, für viele Fans mehr als zufriedenstellend, die Nachfolge für Langer im aktuellen „Planet Erde 2“ im Jahr 2016 an.
Nun bekommen wir mit Jauch, die Stimme eines TV- und ehemaligen Radiomoderators zu hören, die dieser Aufgabe nicht mal annähernd gewachsen ist. Dünn, hoch und unpassend betont, liest Jauch seine Zeilen ab und spielt damit nicht mal annähernd in der Liga eines Langers oder Schults.

Im Kernstück des Films, scheint es ein klares Motiv der Regisseure sowie BBC Earth zu sein, die Welt wie sie heute ist, in ihrer Schönheit zu präsentieren und die Spezies Mensch zu ermahnen. Zu ermahnen und an Naturverbundenheit zu appelieren, in Form der bedrohten Tierarten selbst, bspw. dem seltenen großen Panda, dass der blaue Planet nicht alles verzeiht und aushält, was wir ihm zumuten.
Zu diesem Standpunkt sollte es keine zwei Meinungen geben und wenn „Unsere Erde 2“ nur ein paar Zuseher in Form der Kinoversion belehrt, hat er seine Daseinsberechtigung in der Landschaft des Naturfilms erwirkt.